Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 48 (16.6.1922)
- Date
- 1922-06-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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2 ■״גע 19 SD K«!nk)io* «»d VetrUy W 15, S*rJv1i«ch* Strftfi« 8, F*r«ch*i»t j*le־n pjinit«x und FresUf. B*mg*nr«U hei der Expedition und den vierisljihrlteH 50.— M. Ja DouUchland. Auslandsnhoon©- •eQt• werd*o i» der WiKruaf der etnxeinen Linder \>1r«dtr.cU ht'hräi^■ d durch , rnppc l'illl• P ■towit/. | lOlit'itc ן berM'hloy und auf en fallen _ ‘ '׳ ‘ ' 1 ׳ ■I Nummer 48 a״K«),1׳ ׳erzog״, Orts״ tc 1vci,a *־lieh ' fdc sonst! ‘ d‘:rjt1t 1ha] ל*.יד־ fO /׳: 1 \ I 1 ץיץ״2י ׳/ Berlin, 16. VL 1922 Anzelyen-Vcrv/iilt un^: Jüdische Rand*dumG.m.fe.H., Berlin W15, Sächsische Str.8 Telephon: Amt Uhiand 845 und 846. t Aiislgtnprti• für dl« •ieben^oopoltone Nonpsreilleitil« $,■*- M.( Aiiti^oaicblaflt DicnsUj and Fr«1ln? ntchmlttftf 4 Uhr, mm'amti »w t *»ums ־»nst'msms. Telephon; Uhl.od 845 «.846. poit.rhectkontoi Derüo Nr. 17»*. Für QcnUrtnirh. Po<Hp*rk«t«*naml Wien, Konto Nr. 156 050. Für T1chrd״>«!ow*V«*i: l’citWparkuftertmt Pr»f, Konto Nr. 1S40S&. "*־־ Redaktion*sfhluÖ Sonntag und Mdtwooh emcbmitUg־. — כ׳ סיון• תרס״ב XXVII. Jahrg. Kn!f| 0er Zionismus erstrebt für das jüdische Volle die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten KolmsfBtto In Palästina. ״Baseler Programm״. ,b'• .. w«r. סוג Fühl« und zu mlcn, Ht!tischen 0 ir im Die entfaltet Tatkraft i> 21. Ssiv Is. Deutung der Balfour-Deklaration Von Ach ad Ha am. Vorbemerkung der Redaktion Wir wir selwm mehrfach berichtet haben, haben in [isf let/ien Zeit in London anläßlich der Anwesenheit lierbt'il Samuels verschiedene Besprechungen statt- Ortes sicl5] ׳efundeii, die die Politik der englischen Regierung in Palästina zum Gegenstand hatten. Herbert Samuel lwt <m-ol1l in der zionistischen Exekutive, als auch in der arabischen Delegation Besprechungen ahgelialten und | «ch offenbar bemüht, eine Art jüdisch-arabischen Aus- 1 ••jclis zustande zu bringen. Nähere Beridite sind dar- | ־jfccr nicht in die Oeffeiitlidikeit gedrungen, doch finden '*i vir im letzten ״Jcw'ish Chronicle“ meliriach Anspielungen, ~ ־-־־« darauf, daß irgendwelche politischen Schritte in dieser ~~~ 1 Hinsicht vorbereitet werden. Das englische Blatt, das tcI3. | nur Vermutungen äußert, scheint selbst nicht genau י ff informiert zu sein. Wir haben bereits anläßlich■ der ÄUFßlltel Ankunft Herbert Samuels in London■ darauf liingewiesen, --—■—1( daß sein Aufenthalt dazu benutzt werden muß, um t l| die seit seiner Keile vom 3. Juni 1921 entstandenen Mißf||J «rstämlnisse und Mißstimmungen aus der Welt zu schaffen. Nun bat Herbert Samuel IjoikIoii verlassen, mlao, |;־n sich wieder mich Palästina zurtickziibegebcm. Alle 11 Obtnüjtj Prophezeiungen über seinen Rücktritt wurden Lügen go «k». /11;traft, und seine Rückreise ist ein Beweis dafür, daß / Knui.hitf die englische Regierung seine Politik billigt. Im Hin- ,, 0b»r»1|15| bück auf die bevorstehende Bestätigung des Mandats ---I und mit Rücksicht auf die noch immer in Schwebe Panilikfi"dlk־he *"r״Ke dcl Konstitution für Palästina wäre cs B “pll|/wifell1as wünschenswert, wenn durch Losung der nat Parka poiitisc-h formalen Fragen einer Realpolitik der Weg V> fl, llicigciuaeht würde. Wir haben an dieser Stelle stets י W > l* vertreten, daß ־ eine Lösung nur in ' ״>nef ■dem Sinne möglich ist, daß nicht nur die־ prinzipiellen ruf 160. I Ford ernngen anerkannt, sondern auch der heute leider ermäßigt«גי Erregung versetzten arabischen Welt Beruhigung ge- ___j|;eben wird. Die zionistischen Bestrebungen bezwecken!»eine Verdrängung der Araber, und ihr Gelingen ist, •OÖQC3|;m. 1״r g1;11״>en, mit dem Wohlergehen der arabischen Ir.) 825SBevölkerung Palästinas verknüpft. In dieser Zeit scheint r.ii lies uns interessant und wichtig, über das Problem der llläll^c1,t"nß (,<־r Balfour-Deklaration und unseres Verhältjhüv's zu den Arabern die Stimme eines Mannes zu barig ן wen, der seit mehr als 30 ׳Jahren der ׳unbestechliche pflegniil'Tihrbdtssuclier in1 Zionismus gewesen ist, der bereits Hrhüunt'l;"r 'W Jahren die ״Wahrheit über Erez-Israe!“ miilcilte, 1 / BM.a iml der der Lehrer vieler zionistische!• Generationen!,errnf;>■0001011 ist. Achat! Haatns Lehre war bereits vor dem »®SOOe^ wr ׳n den Kreisen der östlichen und niitteleuropäischen ._|Gnist1n ein fester. Bestandteil der zionistischen Ideologie acssgE' ■1r'TOrtlcn. Ihm ist es zu danken, daß der formale ■־■.Nationalismus übmnuidcn und der Blick nach innen *©llschatil,;׳■׳kehrt wurde,, von ihm haben wir gelernt, dal» für bi ״ Indische Volk keine Rettung von außer« kommen sondern nur die Rettung von innen, durch die irdstr. 2 .i '“k'rsleliung der .Herzen“, die jeder natbnalen Er- Miränr יי rum1״hr vorhergehen muß. Acliad Haam hat sich in ‘ Mr Vorrede zu der hebräischen Neuansgabe seiner FabriKaij JVrke, die der jüdische Verlag ewiges Jahr veranstaltet TrikotagffW zur gegenwärtigen .politischen Situation geäußert, jokleidu'f ,*>* geben aus dieser Vorrede, die auch in deutscher Wbersetzung in der Zeitschrift ״Der Jude“ erschienen jt im folgenden jenen Abschnitt wieder, der sich auf jc Balfour-Deklaration bezieht. Wir glauben, daß Adiad mams Worte, wie so oft, so auch in der heutigen Ntuatkm, klärend wirken können. R. W, , Noch gind nicht alle Einzelheiten über den ׳Jang der diplomatischen Besprechungen in London, zur Publizientng der Deklaration geführt haben, ööffentlicht. Aber bei einem Geheimnis scheint an der Zeit, es zu enthüllen, weil seine Einberufung der Jahreskonferenz Die Jahreskonferenz Ist auf den 22. August nach Wien einberufen worden. Italien und das Mandat London. (J.C. B.) Der italienische Minister des Aeußern, Sch an /er, trifft in einigen Tagen hier ein, um mit der englischen Regierung Bespreehtingen über eine anglo-italicnische Allianz abzuhalten. Unter den zur Verhandlung stehenden Fragen werden die Probleme des ״Nahen Ostens“ insbesondere die Präzisierung der Punkte betreffend das englische Mandat über Palästina einen breiten Rahmen.ännehrnen. Sollte es zu einer vollständigen Einigung in dieser Frage kommen, wird der italienische Vertreter beim Völkerbundsrat - wie hier erwartet wird — die größten Anstrengungen machen, um die Ratifikation des Palästina-Mandates auf der Völkerbnndstagung vom 15. Juli zustande zu bringen. pye-acg3MB»l |׳zer «it״n («Maoram׳ e dor kann rdn •״II 11“i fen״tnis es dem Leser erleichtern wird,, die wirk- Rhc Bedeutung der Deklaration zu erfassen. ״ ״,!. 11־ ־Die Errichtung einer nationalen Heimstätte für 5ץ jüdische Volk in Palästina“*) — 'das ist der Text־ es Versprechens, das die englische Regierung uns vil). Aber das ist nicht der Text, den die zio- ',‘5tischen Vertreter ihr vorgeschlagcn hatten. Sic *bllten, daß es heißen solle: ״Die "Wiedererrieh- -י Palästinas als. nationaler Heimstätte des jü- E Irischen Volkes“**). Als jedoch die glückliche { E Kjs״iüde kam, in der die Deklaration von der Rc- Pmmg. verbrieft und gesiegelt wurde, da fand ויחייב יץ statt dieses letzteren der oben gebrachte Es war also der Hinweis darauf gestrichen, , w‘r kommen, um ׳unser altes nationales Heim 'ieß1 st unCUCm ZU <:r*>aucn (re)• Dnd zugleich stand J •m der Worte ״Errichtung Palästinas als nationaler ^״statte“ der Ausdruck ״die Errichtung einer ^loiialcn Heiuisllitte in Palästina“. Die Kundigen Ußftl Sr1 tn. “fort, daß sich dahinter etwas verbarg. _, |^‘^*nige meinten, hier liege nur eine stilistische »1■ } TI1« cslablLshment in Palesline of a na- 'a. .״e for the Jevvis.11 peo!>le. ) Englisch: The re-eslablishincnt of. Palesline as the ״onie of the Jewish pcople. cl•»״ 1 Texi^i nthro^ •die)' Veränderung ohne besondere ‘Absicht vor, und deshalb versuchten sie später einige Male, wenn sich in den Verhandlungen mit der Regierung eine Gelegenheit dazu bot, das Versprechen in ihren Text zu übersetzen, als ob sieb nichts daran geändert hätte. Aber jedesmal, wenn sie so handelten, fanden sic in der Antwort der Regierung die Wiederhotung des in der Deklaration selbst Enthaltenen. Dies zeigte, daß es sich hier nicht nur um eine Redewendung handelte, die man so oder so formu- Heren konnte,.sondern daß das Versprechen in Wahrheit durch diese Formel begrenzt ist: bis hierher und nicht weiter. Ich glaube nicht, daß viele Worte nötig sind, um den Unterschied ־der beiden Fassungen zu erläutern. Wenn die britische Regierung den ihr vorgeschlagenen Text angenommen hätte, so hätte ihr Versprechen dahin gedeutet werden können, daß das Land, so wie es heute besiedelt ist, dem jüdischcn Volke auf Grund seines historischen Rechtes zu rück gegeben werde; cs möge das Zerstörte wieder aufrichten, in Zukunft im Lande herrschen und alle seine Angelegenheiten nach seinem Willen regeln, ohne die Zustimmung oder den Widerspruch der jetzigen Bewohner zu beachten. Denn dieser Aufbau würde nichts anderes als eine Erneuerung des alten Rechtes der Juden sein, welches das Recht der heutigen Bewohner aufheben würde, die ihr nationales Heim unberechtigterweise in einem ihnen nicht gehörigen Lande errichtet hätten. Aber wie die englische Regierung in der Deklaration selbst ausdrücklich erklärte, wollte sie nichts versprechen, was die gegenwärtigen Einwohner Paläsfinas schädigen könnte. ■Deshalb änderte sie die zionistische Formel und gab ihr eine citigcschränkterc Form. Anscheinend denkt die Regierung, daß ein Volk, das nur im Namen der moralischen Kraft eines historischen Rechtes kommt, um seine nationale Heimstätte in einem Lande zu errichten, das jetzt von anderen bewohnt ist, und hinter dem kein kräftiges ■Heer und keine starke Flotte steht, um die Gerechtigkeit seiner Ansprüche zu beweisen, - daß einem solchen Volke nur das zukommt, was ihm tatsächlich die wahre Gerechtigkeit zusprechen würde, und nicht, was Welteroberer sich mit Gewalt nehmen, indem sic die verschiedensten Rechte erfinden, um ihre Handlungen zu decken. Für eiij historisches Recht eines Volkes auf ein von anderen bewohntes Land gibt cs nur eine einzige Auslegung: das Recht, zuriiekzukehren und sich im Lande der Väter nicderzulasscn, es ungestört zu bcarbeiten und seine Kräfte zu entwickeln. Wenn dann die Einwohner sich beklagen sollten, daß Fremde gekommen seien, um das fruchtbare Land und die Bewohner auszusaugen, dann kommt das Recht und stopft ihnen den Mund> nein, in diesem Lande sind jene nicht fremd, sondern die Nachkommen der einstigen Herren des Landes, und sobald sie zurückkehren und sich in ihm ansicdeln, sind sie als Eingelmiene zu betrachten. Und nicht nur. für die Kolonisten als einzelne Bürger gilt das, sondern auch für die ganze Gesamtheit als Volk: sobald es wiederum einen Teil seiner nationalen Kräfte — Menschen, Güter, kulturelle lnstitntiouen usw. in dieses Land zurückgebracht hat, ist es wiederum sein nationales Heim, und es hat das Recht, dieses sein Heim zu vergrößern und <u vervollkommnen, soweit nur seine Kraft reicht. Aber dieses historische Recht hebt nicht das Recht der übrigen Landesbewohner auf, die sich auf das reale Recht des Wohnsitzes und der Arbeit im Lande seit Generationen berufen können. Auch für sie Ist dieses Land ihr gegenwärtiges nationales Heim, und auch sie haben das Recht, ihre nationalen Kräfte nach dem Maß ihres Könnens zu entwickeln. Diese Lage macht also Palästina zu einem gemeinsaincn Ort für verschiedene Völker, von denen jedes sich bemüht, dort sein nationales Heim zu errichten. In dieser Lage ist es nicht *mehr möglich, daß es das nationale Heim eines einzigen von ihnen vollständig ist und all das umfaßt, was in diesem Begriff enthalten ist. Wenn du dein Heim nicht auf einem menschenleeren Felde errichtest, sondern an einem Ort, au dem cs noch andere Häuser und Bewohner gibt, so bist du mir bis zum Tore deines Hauses unumschränkter Herrscher. Dort, nach innenhin, kannst du deine Angelegenheiten nach deinen Wünsehen regeln, aber außerhalb des Tores sind alle Einwohner des• Ortes beteiligt, und die allgemeine Leitung muß in Uebcreinstimmung mit dem Nutzen >■ aller geführt werden. Auch nationale Heimstätten verschiedener Völker in einem Lande können nationalc Freiheit für jedes einzelne von ihnen nur in seinen inneren Angelegenheiten fordern, und die Leitung der allen gemeinsamen Landcsangelegcu• heiten - durch alle ,,Hausherrn“ insgesamt, wenn ihr gegenseitiges Verhältnis und ihr Kuiturstand sie dazu befähigt, oder, wenn diese Vorbedingung fehlt, durch einen Vormund von außen, der darauf achtet, daß nicht die Rechte eines von 1*11 nen verletzt werden. Als also die britische Regierang versprach, die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdi sehe Volk in. Palästina zu fördern, und nicht, wie mau ihr vorgeschlagcn hatte, die Wiedererrichtung Palästinas als nationaler Heimstätte ‘des jüdischen Volkes, da war die Absicht dieses Versprechens eine doppelte: 1. die Anerkennung des historischen Rechtes des jüdischen Volkes, eine nationale Heiin• stättc in Palästina für sich zu errichten, wozu die englische Regierung ihre Unterstützung verspricht; 2. die Verneinung der Kraft dieses Rechts, das Recht der gegenwärtigen Einwohner aufztiheben und das jüdische Volk zum Alleinherrscher im Lande zu machen. Die nationale Heimstätte des jüdischen Volkes muß aus dem freien Material errichtet werden, das noch im Lande selbst zu finden ist,, und aus dein, das die Juden aus anderen Lündern mitbringen oder das sie durch ihre Arbeit schaffen werden, ohne dadurch die nationale Heiinstatte der übrigen Bewohner zu zerstören. Da aber beide Heimstätten einander berühren und cs notwendigerwcisc zu Reibungen und luteres9enkonflikten kommen muß, besonders im ersten Stadium der Errichtung der jüdischen nationalen Heimstätte, für die bisher nicht einmal die Grandsteine richtig gelegt sind — so muß das Versprechen notwendiger* weise fordern, obwohl dies nicht ausdrücklich gesagt ist, daß ein Vormun d über die beiden Heim- Stätten, das heißt über das ganze Land, ernannt werden muß, um darauf zu achten, daß der Träger des historischen Rechts, *ohne die Lamlcsbewohner in ihren inneren Angelegenheiten zu schädigen, auch seinerseits bei seinem Aufbau auf keinerlei Hindcrnisse von seiten des Nachbarn stoßen wird, der vorläufig stärker Ist als er. Wenn dann im Laufe der Zeit die neue nationale Heimstätte bis zum Dache gediehen ist und auch er sich nicht weniger als sein Nachbar auf das Recht des Wohnsitzes und der Arbeit in großen Massen stützen kann, dann wird man die Frage aufwerfen können, ob nicht die Zeit gekommen ist, die Leitung des Landes den ״Hausherren“ selbst zu übergeben, die einander die Hand reichen und ihre gemeinsamen Angelegenheiten in Redlichkeit und Gerechtigkeit betreiben mögen, entsprechend den Bedürfnissen eines jeden und dem Wert seiner Arbeit für die Wiedergeburt und Entwicklung des Landes. Dies, und nicht mehr, ist es, wie mir scheint, was in der britischen Deklaration zu finden ist.