Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 40 (19.5.1922)
- Date
- 1922-05-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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S״or.״"cEi-rcc •״^ < Ulf. נ ccc!s"׳;o?ton Helmntntfo in Palästina. ״Baseler Programm". IS! Reinigung der aus der nebenstehenden, unmittelbar Wie vor »nigk Kr. 1 / 3. Erholt., blohnngiktf *iQk 2 b. Emf ptlegu ln׳»«««• Bitcr liulrr rirraii Ohßft 4 2 I״* irikatlon )tagen lldung fepftftßfVlaktionsschluß anlangenden Meldung hervor- )&״ «׳*/״>״)ficht, ist die Bestätigung des Mandates durch den Völkerbund wieder verschoben worden. Wenn auch ijjesmal betont wird, daß es die endgültig letzte ־!kt ist, und daß die Genehmigung am 15. Juli Irfofee״ wird, so ist die Verschiebung doch wieder Enttäuschung für alle diejenigen, denen das Interesse Palästinas und die schleunige Schaffung Mer formellen Vorbedingungen für den Aufbau־ der gischen Heimstätte am Herzen liegt. Es wurde or den! Völkerbund nachdrücklich darauf hingeviesen, welcher Schaden dadurch angerichtet wird, Jaß die ״technische Frage“ der Mandatsregchmg och nicht gelöst ist. Das Land braucht Menschen md Kapital und die Mandatarmacht kann erst dann planmäßig das Zuströmen dieser beiden aufiiaiienden Kräfte fördern, wenn die rechtliche irundlage ihrer Stellung auch formell geschaffen I. Es ist bedauerlich, daß diese Argumente bei Jen Vertretern der Großmächte nicht durchge- Magen haben. Aus dem nebenstehenden Berichte ״eht hervor, daß die Großmächte keine prinzipiellen Einwendungen gegen das Palästinamandat zu ereben scheinen, was ja auch Dr. Wcizmann in ,Paris und Rom versichert wurde; es scheint sich ]!!so im wesentlichen darum zu handeln, daß für die "Bewilligung■ des englischen Antrages Konipensa- ׳Jonen auch für die anderen Mächte herausgeschlajen werden sollen, und diesem Zweck soll wahrkheinlich die Vertagungsfrist von acht Wochen Jicnen. Es scheint insbesondere der Wunsch zu cstehen, daß auch die anderen Mandate, die ja ^•amtlich noch nicht bestätigt sind, ebenfalls in der ,khsten Sitzung des Völkerbundrates ihre Erlcdim»t;׳llunz f'unK finden, f. Hnndsekl Ist also das Resultat der Völkerbunds- -fpgung für uns eine gewisse Enttäuschung, so war üe Sitzung selbst doch von großer Bedeutung. In Üeser Sitzung des Völkerbundes wurde ondem englischen Vertreter, Lord dalfour, die Unabänderlichkeit der!15 Balfour-Deklaration bekannten ersp rech u n ge n , die ausdrücklich als on Engl and ,übernommene und Eng: and verpflichtende Verbindlichkeit Bezeichnet werden, betont. Auch der Völkerbund ן« nicht imstande, diese Erklärung abzuändern, die von ihm, sondern von der britischen Regie!״ng abgegeben worden ist. Die Funktion des [Völkerbundes sei lediglich eine formelle. Durch;fee feierliche, vqr einem solchen Forum abgc-;ebene und daher in allen Teilen der Welt hör- *h a«r E»״jf‘lre1 unzweideutige Erklärung des Vertreters der 1»E^j״*|||(|glischen Regierung ist die politische Atmosphäre, r «”•ob»«w||'f‘e in der letzten Zeit durch die Tätigkeit der Geg- Jer Zionis®' |ז!)ון des Zionismus aus allen Lagern etwas verj. dm W«׳*yjchw0mmen erschienen ist, gereinigt worden, Ifurt ». Mfjpnn 3'so die Völkerbundstagung auch keine for- (r»h4־ejjffl,c Erledigung des Palästinamandates brachte, י' ׳ hat sie doch einen politischen Erfolg von größter •;;Deutung gebracht. Balfours Rede vor dem ölkerbund und die Resolution des amerikanischen nates zugunsten der Errichtung der nationalen , kimstätte für das jüdische Volk sind zwei große fesche Erfolge, die der Zionismus in der letzten fe aufzuweisen hat. Sie sind zweifellos der Tätigdt der zionistischen Führer zu danken, von denen ."*kolow in Amerika, Weizmann in den europäischen;1Mptstädteii und in Genf gearbeitet hat. Der poliidie Horizont ist wieder klar, und jetzt wäre fnseres Erachtens der Augenblick gekommen, wo °n Monistischer Seite ein starkes Wort gesprochen;,'erden kann. Ein Wort an die Juden, ein Wort ',ך auch an das arahische uiba״ Palästinas }',recke״. 1%■! W k 111 £ IU» |r T8»lafc'M3 jtrbsr. KtOl ohronstr. J r. i ג jTZLER 1: ״״!in« Br tnte.lt) ״(hlonds ־»»>n.4B• {: '•1M.4S5 f,: ־־.itn 4S0 ): ׳( »rstaeü*:. Ina® . :! f M 6*■־״ •n,. «ג־־•״ ins •״*׳ J bi. *0•־'? j(B״ i L oarl*0;) י u.»- die 1)9.' Volk, dem wir zum Bruderhand entgegen- 1. 2 •״fe *0,"""ז«' 5 fi §,%jjß ijb י^ןז, ■,״״s r~y «r\ /״? & 4 . SQB-ii. י׳ Me Ösp.c’1E*2UEg auf den 15. Juli verschoben — Balfour ichräiUgt noclinials feierlich die Balfour •Deklaration (Telegraphischer Bericht.) Genf, 17. Mai. Die Frage des Palästinamandates beschäftigte den Rat in der ersten Hälfte seiner heutigen Vormittagssitzung. Man hatte für diese Sitzung eine wichtige Erklärung Lord Balfours angekündigt, und so war der Andrang zu der Sitzung ungewöhnlich stark. Der frühere englische Außenminister, dessen Namen die Erklärung zur Errichtung einer Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina trägt, betonte: daß es sich hier um eine technische Frage der M'andatsrcgelung bandele, die im Grunde mit dem Vertrag von Süvres nichts zu tun habe, üm so mehr, als dieser .Teil des Vertrages ja niemals von irgendeiner Seite in Frage gestellt sei. Es handelt sich um verwaltungsmäßige Erwägungen. Um den Zweck des Palästinamandats zu erfüllen, müsse man Menschen und Kapitalien nach dem Lande ziehen. Beides sei nur möglich, wenn das Mandat endlich legalisiert werde. Die öffentliche Meinung sei deshalb nicht mit Unrecht überrascht von dem ewigen Aufschub der Angelegenheit. Jetzt, nachdem kürzlich zwischen England und den Vereinigten Staaten, eine Einigung in dieser Frage zustandegekommen sei, stünde einer raschen Erledigupg nichts mehr im Wege. Balfour benutzte die Gelegenheit, um grundsätzüch zur Mandatsfrage einige Bemerkungen zu machen, die nicht ohne Jnteresse sind. Er betonte, daß der Rat dos Völkerbunds nicht der Schöpfer der Mandate sei und daß er nur die Aufgabe habe,; die Mandatsmächte in der Erfüllung der von ihnen selbst übernommenen Verbindlichkeiten zu unterstützen. ״Daraus geht hervor,“ fuhr Lord Balfour mit erhobener Stimme fort, ״daß diejenigen, die fürchten, ebenso wie diejenigen, die hoffen, daß die Be- Stimmungen der als Balfour ־ Deklaration bekannten,Erklärung abgeändert werden könnten, sich irren“. Die ״religiösen Bedenken“, die geltend gemacht worden seien, erklärte Lord Balfour, hätten ihn maßlos überrascht. Wie könne man glauben, daß die religiösen Interessen der Christenheit bei der Uebertragung der Souveränität von einer muselmanischen Macht an eine Christliehe Macht leiden könnten, besonders wenn die christliche Macht Großbritanniens sei. Lord Balfour schlug dann vor, die Frage in einer Sitzung zu behandeln, die in längstens sechs Wochen stattfinden soll. Der japanische Vertreter Adatoi stellte sich entschieden auf die Seite Lord Balfours, während Bourgeois und I m p e r i a I i zwar erklärten, sich den Worten Baifours durchaus anschlielkn zu können, aber doch um eine längere Frist ersuchten. Insbesondere sagte Bourgeois, man sei Amerika doch wirklich weit genug entgegen gekommen und könne mm erwarten, daß die Vereinigten Staaten alle Mandatarmächte, die alle unter den gleichen Schwierigkeiten litten, so z. B. auch Frankreich in Syrien, auf gleichem Fuße behandele. Lord Balfour stimmte schließlich zu, daß die Frist auf 8 Wochen erstreckt werde. Die Ratssitzung, in der möglichst alle Mandate, jedenfalls aber das Palästinamandat, genehmigt werden soll, wurde vorläufig auf den 18. Juli festgesetzt. FrcaÜifdclia Eiaaände Dir diplomatische Berichterstatter des ״Daily Teltgraph“ in Genf berichtete, bevor der oben wiedergegebene Beschluß gefaßt wurde: Nachdem Lord Balfour das englische Mandat über Palästina dem Völkerbundsrat unterbreitet und seine Ratifikation gefordert hat, erklärte der französische Vertreter Leon Bourgeois, er könne seine Meinung hierüber nicht ohne vorherige Rücksprache mit der französischen Regierung in Paris ausdrücken. Der Berichterstatter des ״Telegraph“ meint, dies sei ein weiterer Beweis der Tendenz. Poincards, keinem im Ausland tätigen diplomatischen Vertreter Frankreichs irgendwelche Selbständigkeit zu gewähren. Derselbe Berichterstatter will ferner erfahren haben, Bourgeois hätte Instruktionen aus Paris e)halten, sich gegen die Vereinbarung zwischen England und Amerika, die eine ״offene Tiir“ in der Handels-' und M i s s i o n s t ä t ig - k c i t amerikanischer Bürger in Palästina voraussieht und nach der sogar die Kapitulationsrechte Amerikas in gewissen Fällen aufrecht erhalten bleiben. Der i t a 1 i e nische Vertreter folgte dem Beispiel des׳ französischen Vertreters und erklärte seinerseits, er könne aus eigener Initiative keinen Entschluß in der Mandatsfrage fassen; seine Regierung hätte sich mit den letzten Einzelheiten des Mandatsentwurfes noch nicht befaßt. Der Berichterstatter des ״D. T.“ meint zum Schluß, dieses Hindernis sei noch nicht schwerwiegend und werde keine Ursache zu einer weiteren großen Verschiebung sein, es sä aber zu erwarten, daß Italien auf seine alten Rechte mit Bezug auf den Schutz der Stätte des letzten Abendmahles .Jesu, Coena, durchaus bestehen wird. ^*bischer Protest gegen die Lodge*Resolution זי»»";: Jcrusatem. (J.C.R.) Wie die in Jaffa er- )• *rrJ,,Ua,de Tageszeitung ״Palestinc“ berichtet, hat die ' " itnfelnK^anisch-dwistlid1eGesellschaft Palästinas ariden!4•y• g; :;1 ™״‘sehen Senator Lo d g e ein Telegramm gerichtet, P " ״ ek:"em gegen seine im Senat eingebradite und bereits :Xiommcne Entschließung zugunsten der Errichtung Vin1״״*Uti,sc^len nationalen Heimstätte in Palästina!*rötest wirf. Äf״c!:i’:;!::5 r.r!,ני׳ pnr:1?:?ß־r.r■ B u c n o s A i re s. (J, C. B.) Im Hinblick darauf, daß die Frage des Palästina-Mandats׳auf dem Programm der jetzigen Tagung des Völkerbiuulsrates in Genf steht, ferner in anbciraciit des hervorragenden Einflusses der Vertreter der südawerikanischen Republiken im Völkerbund, entsandte die Zionistische Organisation Argentiniens am Erüumingstag der Genfer Tagung eine Abordnung׳ an den Präsidenten der argentinischen Eine Kundgebung des amerikanischen Präsidenten London. (Originaltelegramm der ״Jüdischen Rundschau“.) (Nach Redaktionsschluß eingetroffen.) Der Präsident *der Vereinigten Staaten von Amerika, Harding, hat an den Sekretär des Keren Hajessod, Newman, folgende Kundgebung gerichtet: ״Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß ich die Bemühungen des Palästina-Aufbaufondsl zum Zweck der Wiedererrichtung von Palästina als Heimstätte für das jüdische Volk billige und dazu Glück wünsche. Ich habe immer mit einem ebenso Verstandeswie •gefühlsmäßigen Interesse den Plan des Wiederaufbaus von Palästina angesehen und ich hoffe, daß die Bemühungen, die jetzt zu diesem Zwecke in diesen und anderen Ländern unternommen werden, das größte Maß von Erfolg erlangen werden. Ihr ganz ergebener Warren Ö. H a s^l i n g.“ Republik, •M. M i t w i r k u n! gen R a ti f i 1 vorzusprechen. Stunde. Pr.";i׳J nistischcn Ah׳.• die ziomUL'u: AfgentmR.1 K sischen Manila; j r1goyc n , mn; A r ״ c111! ׳ n i c n £ tipn des Pali Cie Uiiterrcciu::;•; :1:1 J.unya; «l.iuk Sil 1 all ,״:i ihm wegen der an der sofort!- s t i n a - M a n d aj. e s dauerte über eine! gegenüber der zio- :Sympathie für daß sidi;; ״!!:.;iüstinen- 1; einsetzen wird. Die englischen Aasgaben In Palästina London. (J. C. B.) Der Finanzsekretär des englischen Schatzamtes erklärte im englischen Unterhaus, die Kosten der militärischen Besatzung und der Wache in Mesopotamien belaufen sich dieses Jahr auf 7 372000 Pfund, die militärischen Kosten in Palästina dagegen betragen nur 1 742000 Pfund. Der Zivildienst in Palästina, erklärte er weiter, ist selbständig und wurde von der palästinensischen Regierung aus 1f,en im Lande erhobenen Steuern gedeckt. ’ Nansen zugunsten der Palästina-Immigration Wie das, Wolff’sche Telcgraphen-Büro aus Genf mittcilt, hat Frithjoff Nansen in seinem dem Völkerbundsrat in seiner letzten Sitzung überreichten Bericht über die Lage der Flüchtlinge aus Rußland auch der besonderen Lage der jüdischen Flüditlinge Erwähnung getan und hierbei -auf die Notwendigkeit hingewiesen, daß der Völkerbundsrat sich nach der Richtung bemüht, die jüdische Emig.ration nach Palästina und Argentinien zu erleichtern.