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Jüdische Rundschau · 1922-05-16 · Heft 39 (16.5.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 39 (16.5.1922)
Date
1922-05-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Für T*cherh091ow**kell PostaparkaMentmt Praj, Konto Nr. li&QSQ, — ReikktiooesdtluS SütmUj uad MlUwodk **dhmiUtf• *- I).T «CII ist, pesdi-, Straften• Ind eine jg'־ aller Arbeiter, awhinen; kleinen f stellt, «e nicht ,Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung cT. esd Preitn? ar-iimlUtf 4 Uly. a'3 HC מ7אייר* תרס״גfx^nTjahrgT" :!,«Qdon tlcim&fCtto In Palästina. ״Baseler Programm*•« len t! 1020/21 i losten elegraj)h Diensten, len sind, te du 0״, e Mehr- Iden bcitml paerbiiltnis /HS. 170 181 89 204 I 249(» ls Palästina-Mandat vor dem Volkerbund Der Genfer Korrespondent der ״Voss. Ztg.“ .,Mete seinem Blatt am 11. Mai folgende Nach- |11r '! Die heutige geheime Eröffnungssitzung' des i Verbundes war zu einem Teil der Frage getimet, oh die Genehmigung des britischen Jindats über Palästina auf die Tagespinng dieser Tagung des Rats gesetzt werden Lord Balfour stellte den Antrag namens der jischen Regierung, er erklärte, daß die Ver- Jungen niit der Regierung der Vereinigten Men über dieses Mandat beendigt seien und die Vereinigten Staaten keinerlei mwendungen gegen die Erteilung!escs Mandats an Großbritannien eroben hätten. Die Washingtoner Regierung!lange lediglich, daß für den Fall, daß einmal •olihritannien nicht mehr das Mandat ausüben die früher in Palästina wie in der ganzen rirkci bestehenden Kapitulationen wieder einge- [Irt werden sollten. Lord Balfour führte aus, daß das Palästina- Mat aus praktischen Gründen unbedingt so Id als möglich vom ’ Völkerbundsrat gei'rnigt werden müsse. Die Lage in Palästina sei!»!ge der Gegensätze zwischen Juden Arabern, die zum guten Teil *nur inige der ungeklärten Rechtslage des!des entstehen und verschärft werden könnten, schwierig geworden. Es sei daher im höchsten de wünschenswert, daß der beständigen Be- 'tag des Landes durch Unruhen und durch s Fortbestehen der ganz überflüssigen Besorgnis gen der Zukunft des Landes ein Ende gemacht 'Je. Der Völkerbundsrat, der für Friedpn in der!ו! besorgt sein solle,'könne in diesem Teil der dazu am besten beitragen, wenn er das tahe Mandat über Palästina genehmige. * Weitere Nachrichten über diesen Gegenstand |;en bis zu Redaktionsschluß nicht vor. mgcbaiit worden. Id Kolo• », verteilt ir. äft zum lie vor• *n. ln Mustern Syrien e r c i n leit vor 1111־ aus• ngdütut > Lande :die den anderen t Lander *führten 1' andere ticn er■ j; beiden f beson• Wiegend pa eine! Syrien ict sein ז y p t e n len ge־ lastinen• röffne״• 1920: tsendsiej ikt sh»d I |cb•0‘׳ XVI [Die englisch-amerikanische Einigung!über Palästina Reuter meldet aus Washington: Zwischen ״ Vereinigten Staaten und Großbritannien ist |i! bezug auf die Ausübung der mandatarischen ■Tht in Palästina ein Einverständnis er- ''>) worden. Das vorläufige Abkommen wird Kürze in einen formellen Vertrag timge-!![>(ielt werden, in welchem Großbritannien als die 1״datsmacht anerkannt werden wird und den billigten Staaten seitens Großbritanniens all ihre iiheren Rechte zuerkannt werden. [ Der Vertrag nimmt• besonders bezug auf die italationsrechte der Vereinigten Staaten in Pa- 1־H die durch das Mandat nicht tangiert werden Es ist zu erwarten, daß diesem Vertrag eine *ähnlicher Abmachungen bezüglich der Man- 'f|,agen folgen werden. (Diese offizielle Meldung bestätigt die »fr bereits von uns gebrachten Nachrichten. 1 ׳M ' t £<Ne!1 f/0. F״r I) ^0m Aufenthalt Sir Herbert Samuels ln London l'feibt' Londoner j.-Korrespondent der J. P. Z. fuß, bir Herbert Samuel hat bisher jede m ״ung für die Presse abgclchnt r1°ch durch einige Wochen in strenger ^11•'hcr Behandlung durch Londoner Spezialisten ו g‘ f^r w°bnt bei seinem Schwager und wird 5,L׳au,״ Woche Verhandlungen mit dem f» . lal־Offiec, der Zionistischen Organi- ,Sc°.n ״nd ״wahrscheinlich auch mit der ara- *mei C״ ^elegation führen. Er ist im allchknc״ sel’r optimistisch über die Mögeiner ara'b isch-jüdischen T;,",«!!״u• ■ S1י .1״• Mai wurde Sir Herbert Samuel vorn ,Kusche Itkal -1 P^nr,llJA״A v2t w« iki!1 vl w;n König in Audienz empfangen. Der Zionismus gehört zu jener Gruppe geistiger . Bewegungen׳, die aus tiefer Unzufriedenheit mit den bestehenden Zuständen nicht zur Forderung einzelner Verbesserungen und Reformen gelangen, sondern vielmehr der unerträglichen Realität der Gegenwart ein ideales Zukunftsbild entgcgenstcllen, das mit den realen augenblicklichen Verhältnissen nur geringe Berührungspunkte aufweist. Die reVo- I ti t i o n i e r e n d c umwälzende Wirkung, die der zionistische Gedanke auf Menschen auszuüben vermag, besteht darin, daß sie in tiefster Seele von dem Zukunftsbild gepackt werden, das den Trägern der Idee vorschwebt. 111 diesem Sinne werden Herzls ״judenstaat“ und ,,Altneuland“ immer die klassischen Bücher unserer Literatur bleiben, ln ״Altnculand“ führt uns Herzl in der assimilierten westjüdi sehen Gesellschaft seines ersten Kapitels und der neuen Gesellschaft seines Palästina die ungeheure Verschiedenheit der Realität und des vorgestellten Ideals vor Augctfc So war die zionistische Bewegung, wie andere derartige ideale Bewegungen, von einem tief revolutionären Geist erfüllt und zeigte sich imstande, auf die wertvollsten jungen Kräfte unseres Volkes diese ganze Leidenschaft der Idee zu übertragen; Wir lehnten das gesamte jüdische Leben der Gegenwart ab. Die jüdische Gesellschaft und ihre Institutionen, der ganze geistige Habitus einer in Materialismus und Acsthctentum verfallenen Welt wurde von uns schonungslos bekämpft. Zionismus bedeutete, Menschen die ganze innere Unmöglichkeit des gegenwärtigen Zustandes klarzumachen und sie so dafür zu gewinnen, an der Schaffung völlig veränderte)־ Verhältnisse eines, reineren nationalen jüdiscliai Lebens im eigenen Lande mitzuarbeiten. So ist die erste Epoche der zionistischen Bcwegung die Epoche der Propaganda. Ihr Ergebnis war die Zionistische Organisation, aber ihr Ergebnis war auch die langsam! sich verbreitende Erkenntnis von der Richtigkeit unserer Auffassung außerhalb unseres Kreises. Auch hier, sowohl im nichtzionistischen Judentum wie in der nichtjüdisehen Welt, wurde man sich der Unhaltbarkeit der jüdischen Weltsituation klar. Und so kamen die politischen Erfolge, kam unsere Zeit, die Zeit der beginnenden Realisierung des Ideals. Kann man ein Ideal realisieren? Liegt nicht schon in der Aufstellung dieses Begriffes ein Widerspruch? Führt ein Weg von der uns umgebenden, von uns als unerträglich empfundenen Gegenwart in die Zukunft? Und wenn es einen solchen Weg gibt, kann mart ihn gehen, ohne daß das Ideal in zunehmendem Maße durch die Berührung mit dem wirklichen Leben an Reinheit und an Glanz verliert? Hier liegt das eigentliche Problem des heutigen Zionismus. Zwei Antworten werden auf die gestellte Frage gegeben, Die eine besagt etwa: Gewiß war der Zionismus bisher eine revolutionäre, eine idcalistische Bewegung, die unter Ablehnung des Judentums in allen seinen heutigen Erscheint!ngs- 1formen eine ganz anders geartete Zukunft erstrebte. So mußte der Zionismus sein, solange es galt, die Juden heit aufzurütteln. Jetzt braucht der Zionismus seine ideale 'Grundlage nicht mehr. Unsere Aufgaben sind rein wirtschaftlicher Natur geworden. Der Zionismus muß ״mechanisiert“ werden, wie ein Vertreter dieser Auffassung sagte. Es handelt sicli einfach darum, unter Fieranziehung möglichst weiter' Kreise des jüdischen Volkes, Palästina zu kolonisieren. Mit einem Wort: Das Ideal soll kapitulieren in dem׳ Augenblick, wo es mit der Wirklichkeit in Berührung kommt. Wir hören auch wurde z. B., von i)r, ,Nr. •34 der ״Jüdischen Artikel ״Keren il Organisation“ *׳!־.;׳; der 'Wiederaufe 21׳ Zionistischen Cs;:׳ müssen wir we'T Judentums ־rn g׳■.״ ׳ daß wir ferner 1!T Idee in aller TT־: am jüdischen Lei' s• Kritik zu üben, tli a zweite Antwort. Sie i 1 i n s o n Ln seinem in tuclschau“ erschienenen xl-Aküoii und Zionistische Dier.c Antwort lautet: Da ׳ Tn.s mit ei211 Kräften der 1;u,1 Tao 1 umi• ׳"!glich ist, ss 1־, s 2i TTioii:gischen .!22: '1 '׳׳ r.'-cr bedeutet, 2 2:1' .־׳־.' ׳: '״'׳, unsere!1!':•' ' ' " ", zu vertreten, (: : ׳׳."; -2 0׳ ■ine!biUliclie her i:2;־ree . ..:rke war. Dr. Beilinson folgert daraus itn Gegensatz zu dem oben skizzierten Standpunkt, die Zionistische Organisation dürfe das Aufbauwerk nicht in ihren Händen behalten. Wir müßten uns bemühen, möglichst schnell die 'Aufbmiaktion in andere Hände zu legen, um uns unserer!eigentlichen Aufgabe zuzuwenden, der natk>- nalen Erziehung des jüdischen Volkes im Sinne unseres Ideals. So hätten wir These und Antithese. Gibt es eine Synthese? Zur Beantwortung dieser Frage wird man noch einmal fcststcllen müssen, daß die große Mehrzahl der deutschen Zionisten einig in der Ablehnung des zuerst geschilderten Gedankenganges ist. Das hat sich in der Stellungnahme gegen Brandeis und Binjan Haarez zur Genüge gezeigt. Es ist deshalb für uns von besonderem Interesse, uns mit der zweiten Argumentation zu beschäftigen, die frei-־ lieh in der Schärfe, wie sie von Dr. Beilinson vorgebracht wird, in Deutschland bisher nicht vertreten worden ist. Die Problemstellung hat freilich auch die letzte Zentralkomiteesitzung beschäftigt. Die Wiedergabe einer Diskussion, an der sich •etwa 20 Redner beteiligt haben, ist natürlieh unmöglich. Aber die Anschauungen, die doch schließlich der Meinung des gesamten Zentralkomitees entsprachen, lassen sich ungefähr skizzieren. Das wird zugleich eine Antwort auf die aufgeworfene Frage nach einer Synthese unserer grundsätzlichen idealistischen Anschauung und der Möglichkeit praktischer gemeinsamer Arbeit mit nichtzionistischen Gruppen geben. Es scheint, als ob in einem gewissen Maße eine Verwechslung von Form und Inhalt zionistischer Propaganda vorliegt. Der Inhalt zionistischer Propaganda hat stets darin bestanden, die zionistische Idee in ihrem ganzen Umfang und ihrer ganzen Reinheit als die nationale Paiästinatendenz des jüdischen Volkes aufzuzeigen. Die Form dieser Propaganda hat gewechselt und wird es weiter tun. Es gab Zeiten, wo die deutsehen Juden einen erbitterten Kampf gegen uns führten und so auch unsere Propaganda ,in Rede und Schrift einen starken polemischen Charakter erhielt. Wie liegt es heute? Wenn viele glauben, konstatieren zu müssen, daß heute mit Rücksicht auf die 1mit uns verbündeten nichtzionistLschcn Kreise keine Darlegung zionistischer Gedankengänge im alten Sinne mehr möglich sei, daß man vermeiden müsse, eine Welt zu bekämpfen, mit der man sich soeben verbunden hat, so sind das ganz falsche Gedankengänge. Richtig ist eines: Die Form unserer Auseinandersetzung mit der nichtzionistischen Umwelt ist eine andere geworden. In einer Periode, wo der Zionismus im allgemeinen keinen starken Angriffen ausgesetzt ist, liegt auch von unserer Seite, keine Veranlassung vor, der Vertretung unserer Ideen einen besonders ausgeprägten polemischen Charakter zu geben. Aber so sicher sich unsere Formen heute in mancher Beziehung von denen etwa der letzten Friedensjahre unterscheiden, so sicher besteht nach wie vor die Notwendigkeit, die zionistische Idee in ihrer ganzen Größe darzustellen und zu vertreten. Wir haben mit der niclitzionistisehen Welt keinen Bund auf Grund' gemeinsamer Anschauung geschlossen. Das ist erst jüngst wieder von der Gegenseite durch Rabbiner Gokimann- Leipzig festgestellt worden. Niemand täuscht sich darüber, daß unsere Auffassung von der Zukunft jüdischen Lebens die alte geblieben ist. Wir können und müssen sie vertreten, ohne befürchten zu müssen, dadurch die Kreise des Keren Hajessod zu stören. Wie verläuft denn praktische Keren Hajessodarbeit? Wir nehmen bei ihr stets Gelegenheit, die ganze zionistische Idee darzustellen. Wir geben die Idee der nationalen Wiedergeburt des jüdischen Volkes in Palästina. So schaffen wit• uns eine Peripherie, einen Kreis von Menschen, von deren wertvollsten wir überzeugt sind,־ daß sie auch noch den Weg gehen werden, der sie heute von uns trennt. Ueber die Notwendigkeit, heute den Keren Hajessod in den' Mittelpunkt zu stellen, gab es erfreulicherweise keine Meinungsverschiedenheiten. Ein Unterschied bestand pur darin, ob tean diesen Zustand resigniert als notwendig anerkennt oder ihni freudig zustinwit. Es ist wohl so ausgedrückt

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