Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1922)
- Date
- 1922-05-12
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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33 blinde lg der Ungen » fest- I diebisJicr ■Wecke Mehridiutij; >. 1 >k• keines 1 'kirii «trage 1 mehr wirklich ie sie it dies Dringt dem 1 tufbaurcßung tu sein rwurie rehrcn, «K״״R ler der itellung öpfung irchaus 18 Eco- *st den!n vor je mitiommer bcnfalls werden Kapitel, lanntcn bst ge- »gruppe Widererst in 12 aufng war gnahme Schaden ln der J U EDI SCH E RUNDSCHAU Seite 245 ,n(i unserer Beobachtungen festgcstellt, daß in der u er Gruppe heterogene Elemente vereinigt sind und )mit denjenigen von ihnen, die unter Wahrung der itischcn Notwendigkeiten der Bewegung ernste und . hlichc Kritik üben, eine Verständigung uin so eher ׳;dich se׳n w*rt*׳ a's 5«'bst in vielen Punkten \fh 0ft das Recht der Kritik genommen haben und I juf auch in Zukunft nicht verachten werden. Aus Artikel von Torczyncr geht die wichtige Eröffnung ז0ו, daß die Haager Gruppe bisher keine festfiigte Organisation mit bestimmtem Programm ist,!,dem daß sie mir Diskussions material, für * ganze zionistische Oeffentliohkcit hcrstdlen wollte. Onmd dieser Erklärung ist es viel leichter, sich 1 ihren Anschauungen auseinanderzusetzen. Große Teile der Ausführungen von Torczyncr können!f ecstlos unterschreiben. Es sollen daher in dieser 'f־en Entgegnung, die keineswegs den Diskussions- «stand erschöpfen kann, nur einige grundlegende flercnzen hervorgehoben werden. Man muß in der zionistischen Bewegung unter-;eiden zwischen Fragen, die mit dem Wesen der lie unlöslich verknüpft sind und in denen es ün je von Meinungsverschiedenheiten keine Einigung jen kann, und zwischen dem großen Komplex von -•en, die im Verlauf der praktischen Arbeit immer der zur Entscheidung stehen und auch irn Falle , Meinungsverschiedenheiten auf irgendeine Weise!schieden werden müssen. Wenn z. B. Torczyncr einem seiner letzten Artikel in der ״Hatikwah“ die taikower Konferenz erwähnt hat, so ist dies ein Beicl, wo — wenigstens nach Ansicht der Beteiligten «krbrückbare prinzipielle. Gegensätze vorhanden iren. Die Uganda-Frage war ein solches Schibbolcth,;,®als handelte es sich für die Beteiligten um eine die, die jede Majorisierung ausschloß und bei der nur eine Separation geben konnte. Ganz ungeachtet, )diese Stellungnahme richtig oder falsch ist,'so ist ׳ doch verständlich. Ganz, anders steht es aber bei ijcn der praktischen Arbeit. Hier gehen die Untersiede nicht so weit, daß sie eine Separation recht- •;״en und es ist daher notwendig, eine Instanz der ischeidung anzuerkennen. Ein solcher Fall liegt vor!ה Keren Hajessod. Torczyncr ist der Meinung, eine ״Teilung nach Zw׳ecke11“ für die Geldsamm- •ü erfolgversprechender gewesen wäre. Ohne in die ge selbst einzugehen, stellen wir* fest, daß andere i nicht unerfahrene Persönlichkeiten der Bewegung derer Ansicht waren. Will man ein völliges Chaos meiden, so muß diese Frage von irgendeinem Forum zu tun, ■'(schieden werden. Der Kongreß hat ent-!richtige ■Mieden, und damit muß ' die Angelegenheit beendet im perln, wenn überhaupt eine Arbeit möglich sein soll ״cistung ■kt wenn Torczyner und seine Freunde den Keren lie dies |b!essod für ein ungeeignetes Instrument der Finangilt di- ■:rang halten, so müssen sie sich diesem Kongreßdie Erftichluß fügen. Keinesfalls dürfen sie die von der lie Vcr Jhiistisdien Organisation unter Anrufung der Mithilfe ' anderer |r ganzen jüdischen Welt unternommene Finanzaktion bereiten, tu Aufbau Palästinas stören. Es steht ihnen selbstes nicht isländlich frei — und dieses Recht ist ihnen nie; Britten worden — andere Institutionen zu schaffen, ssprache jN B, durch die bisher mehr in Reden als in Taten icht, «in!«eilende Privatinitiative, und auf diese Weise dem ebenden Balbau Palästinas Gelder zuzuführen. Wenn aber der a unsere Mm Hajcssod nicht nur obstruiert, sondern, wie cs l Augenp;inzclnen Orten geschehen ist, direkt diskreditiert Fragen |4 dann ist das « ine Handlungsweise, die zionistisch {!» Korn- S.!urteilt werden muß. Die Mißachtung bindender Konumfaßt, dbeschliissc in e.ner solchen Frage ist der ernste Negative orwurf, den wir gegen die Opposition erhoben haben, tst sein. Ein grundlegender Irrtum ,ist es unserer Ansicht ן an alle -eh auch, daß de»■ Aufbau ohne aktive Mitwirkung jicthoden;ז Zionistischen Organisation durchgeführt werden Runktcn, <an_ [)jL> Kolonisation Palästinas ist mit vielen Arbeiten ן Oege«■ 1!hüpft, die Privatunternehmer auf eigene Rechnung 1״־■ ," ׳,ds durchführen werden, ohne die aber jede andere tffenthen- Jbbcit völlig illusorisch ist. Ferner glauben ■wir, daß yir diese I, unsere )!Wechsel alle״׳ {'» zweite t wurde, | Rahmen | uns d1״ t nennen, |e Durch• t unserer ics Erbe, legenheii!!innungs־ | Grundf Richtung |n Artikel L haben) der »°• w offc״;e’0pp°• bisherig' allem * nicht I'״ ׳fs Art^״ en; uil, jlikcl au! 1 V|den Zweigen der palästinensischen Arbeit das ‘tionale Interesse nur dadurch gewahrt werden f׳״ daß die das Volk repräsentierende' Zionistische psnisatbn, die keinerlei private wirtschaftliche Inter- ומין vertritt, in irgendeiner Form die Leitung und «anfwortung innehat. Auch dieses Problem kann hier ז angedeutet werden. Daß besonders bei der ökonomischen Aufbauarbeit;‘יי andere Kräfte aktiviert werden müssen, war seit ' Balfour-Deklaration klar. Nach der Londoner Jahres- ־‘Isfenz im Jahre 1920, wo diese Frage eingehend w*crt wurde, hat diese Tendenz in der Schaffung des jonomic Council Form gewönnen, der allerdings die T geknüpften Erwartungen auch in bezug auf ׳״eile Beteiligung am Aufbauwerk nicht erfüllt hat. s ®twiß ist eine Besserung des Zustandes im Zio- ״ius nur davon , zu erwarten, daß alle Gruppen,' 55 ^cmung sie in einzelnen Fragen auch sein . ׳8 ׳eh zur positiven Arbeit bekennen. Der Widergegen die Brandeis-Gruppe' ist von uns in prineiner politischen Diskreditierung der Zionistischen Organisation, dasselbe, was übrigens zu unserer Freude auch Torczyner fordert. Die zweite Bedingung ist: die Beteiligung an der positiven Arbeit für Palästina. R. W. Eine Zuschrift des Herrn Kann Haag, den 8. Mai 1922. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin. Geehrte Redaktion! Das Memorandum des niederländischen Zionistenbundes, das Sic erwähnen, uin zu beweisen, daß ich seinerzeit den Vorschlag unterbreitet hätte, die Zionistische Organisation zugunsten einer neuen propalästinensischen aufzulösen, war kein Memorandum des niederländischen Zionistenbundes, Es war eine Zuschritt von zwei Herren, den Herren Professor örnstein und I)r. Kahn. Ich habe von diesem Schriftstück erst Kenntnis bekommen, nachdem es veröffentlicht war. Eine vollständige Veröffentlichung, wo der Passus enthalten war, der mich betrifft, habe ich nur in dem ״Joodsche Wächter“ gefunden. Ich habe mich deshalb darauf beschränkt, in Nr. 15, Jahrgang 1921 dieses Blattes den beiden Herren das ihnen gebührende Dementi zu erteilen. Ucbrigcns wenn das erwähnte Schriftstück die ein* zige Unterlage für Ihre Behauptung ist, so werden Sic doch wohl zugeben, daß Sie besser getan hätten, sich aus erster Quelle zu informieren. Was nun gar Ihren Beweis anbetrifft, daß ich einen ״gehässigen persönlichen Kampf“ geführt habe, so suche ich vergebens m diesem Ihrem Beweis nach irgend einem Namen. Sollte mancher meine sachliche Kritik auf sich selber bezogen haben, so ist das doch wahrhaftig nicht meine Schuld. Es wäre vielmehr ein Beweis dafür, daß meine Kritik nicht so ganz daneben sei. Und was ich schließlich mit der Haltung des ״Echo Sioniste“ zu tun habe, ist mir in diesem Zusammenhang vollkommen unklar. ln der Hoffnung, daß Sie zur Einsicht kommen werden, daß Ihre Bemerkungen an meine Adresse ungerecht waren, und daß Sie dieselben nunmehr׳ zusücknehmen werden, bin ich mit vorzüglicher Hochachtung J. H. Kann. Aus dem Briefe des Herrn Kann erfahren wir einige interessante Neuigkeiten, und zwar: Das seinerzeit vielbesprochene Memorandum des Niederländischen Zionistenbundes, mit dem wir uns in der ״J. R.“ am 12, 8. 1921 beschäftigt haben, war nur ein privates Schreiben zweier schlecht informierter Herren. Diese Feststellung wird auch für Binjan Haarez von großem Interesse sein, der in Nr. 3 des ״Mitteilungsblattes“ das Memorandum wörtlich veröffentlicht und uns verübelt hat, daß wir nicht desgleichen taten. Es ist auffällig genug, daß die Herrn Kann räumlich und anschauungsgemäß so nahestehenden Gesinnungsgenossen sich über die von ihm vertretene Auffassung so sehr täuschen konnten. Jedenfalls ist dies ein Beweis dafür, daß auch andere Personen Herrn Kanns Stellungnahme, so verstanden haben wie wir. Die zweite interessante Feststellung ist die, daß Herr Kann die Gemeinschaft mit dem ״Echo Sioniste“, das das Pariser Organ der Marmorek-Gruppc ist, ablehnt. Es war also offenbar auch irrig, von einer Kann-Marmorek-Gruppe zu sprechen. Dieser Irrtum ist uns unterlaufen, da wir die von dieser Seite ausgehende Opposition für eine kompakte Gruppe hielten. Wir sprachen daher von den ,,Merkmalen eines gehässigen Kampfes“ ausdrücklich 1m Zusammenhang mit dieser ganzen Gruppe. Da Herr Kann niemals die Kamptcsweise des ״Echo Sioniste“, das überall als das eigentliche zentrale Sprachrohr der Gruppe gilt, desavouiert und selbst ähnliche Vorwürfe erhoben hat, lag es nahe, auch seine Worte so zu verstehen, wie sic in Paris interpretiert wurden. Wenn z. B. gesagt wird, daß die öffentlichen Qelder an Saläre verschwinden“, so kann damit gemeint sein, daß eine unzweckmäßige Hypertrophie des Beamtenapparates vorhanden ist, oder aber auch, daß leiteude Beamte sich von ihrem persönlichen materiellen Interesse, nicht vom Interesse der Bewegung leiten lassen. Das letztere schrieb ״Echo Sioniste“, Herr Kann jedoch erklärt, daß er den Vorwurf sachlich, d. h. in dem erstangeführten Sinn erhoben hat. Wir nehmen diese Erklärung gern zur Kenntnis. Damit ist die Angelegenheit für uns erledigt. Red. ״J. R,“ pnd!״hat0 Fragen keineswegs aufgegeben worden Aber ,ן , ßunstiß gewirkt, daß diese Gruppe nicht nur übti*fe an - den bestehenden Institutionen laE sondern selbst, wenn auch nur in bescheidenem■ hb *f’ 70. afb«>ten anfing. Denn der oberste Maß-!tjäcn ״*r alle anlegen müssen, ist die tatsächliche (׳eitw Eh־ Palästina. Wenn innerhalb der Partei 1c nfSvcrschiedenhcitcn bestehen, so halten wir das,!'tw1:°״ kWens betont, für kein Unglück, sondern, :tr״״msiände11 sogar für eine fördernde Belebung yjj. 'VcKung. Voraussetzung aber ist, daß zwei Grund• gungen erfüllt werden. Die, eine ist: Vermeidung Daitocbl . Am Sonntag, den 7. d. Ml, fand in der ״Alhambra“, Kurfürstendamm 68, die Uraufführung des 1m Aufträge des jüdischen Nationalfonds in Palästina hergestellteni Films ״Das neue jüdische Palästina“ statt Von dem großen Interesse, aas die Berliner Juden diesem Film־ entgegenbringen, zeugte der sehr starke Besuch der Veranstattung. Die Zuschauer crlücHcit cir.cn äußerst wirkungsvollen Einblick ■ in die Tätigkeit! des Jüdischen Nationaltonda in Palästina. Stimmungsvoll begleitete das Alhambra-Orchester die an den Augen der Zuschauer vorüberziehenden prächtigen Palästina-Lsndschaftsbildcr, Die Veranstaltung war sowohl in ideller Hinsicht wie auch materiell — der Uefaerr.ehtiA betrog zirka 37 000 M. — äußerst erfolgreich. Zu besonderem Dank ist der jüdische Nr.tior.s'.fordj den Direktoren der Ab hambra, Herren Placzck, Blum und hrntpteäcblich Hern» Czutczka vcr,,.״״...., Theater für d:5 V׳r.v'- Die letzte״ LcriF am■ Sonntag, dc;1_ 14״ Uhr im Uniön-Tl: F 111/4 Uhr in d:r! F und nachmittags J/F hauser Alice 6—7.!: hältlich. die in hoch -זירז •יי׳זז״ז Vcr -* '/Oi’iuiUu(; , sFU r:F ieii'.ir t‘-' rzsger Weise ihr r-telitcri dm Films finden Vormittags 11 '4 •־nF':’; vormittags air.T Allee 6—7 F:r’:׳,'len, Schön: - Fräse »och er Ostjudenhetze Die Hctzversammlung gegen die Einwanderung der Ostjuden, die der ״Dcutschvölkische Schutz- und Trutzbund“ cinberufen hatte, hat am Sonntag Vormittag ohne Teilnahme von Juden im Zirkus Busch stattgefumkn. Wir wollen es uns versagen, einen eingehenden Bericht unseren Lesern vorzusetzen, nur eine Stilblüte, die Tür Niveau und Tendenz der Vcrsammlung charakteristisch erscheint, sei wiedergegeben. Der erste Redner, Alfred Roth, rief, selbstverständlich unter stürmischem Beifall der Versammlung, aus: ״Wann endlich kommt der Tag, wo die Juden mit Peitschen aus Deutschland ausgetrieben werden, die das Ansehen unseres Vaterlandes schinden!“ Die anderen Redner waren der bekannte Abgeordnete Wilhelm ßruhn, ferner ein angeblich früherer Kommunist, und Arthur Din-ter, der Verfasser des berüchfigten Buches ״Die Sünde wider das Blut“. Zum Schluß wurde eine cinstimmig’e Resolution angenommen, die die Einführung des Fremdenrechts gegen die Juden, Ausweisung aller seit dem Juli 1914 eingewanderten Juden und Beschlagnahme ihres doch nur auf unrechtmäßigem Wege erworbenen Vermögens, Unterbringung lästiger Juden in Konzentrationslagern und einen tagliehen Valutazuschlag für alle Ausländer verlangte. Eine nähere Erläuterung dieser Resolution dürfte nur pathologisches Interesse haben. Ein Gutes kann allerdings das Ergebnis der Wiederaufnahme dieser Heize sein, nämlich, allen deutschen Juden klarzumachen, daß die antisemitische Verhetzung zwischen deutschen und ausländischen Juden keinerlei Unterschied macht. Mit um so größerer Energie werden wir den Kampf für die Rechte der Ostjuden führen können. C. V.־ Zeitung Blätter für Deutschtum und Judentum, ־ Die erste Nummer des neuen Zentralvcreinsorgans, das an Stelle der Monatsschrift ״Im Deutschen Reich“^ erscheint, liegt uns vor. Die Besprechung kann sich kurz fassen, denn wenn der Vorsitzende des Zentralvereins, Justizrat Brodnitz, seinen einleitenden Artikel betitelt ״Auf neuen Wegen zu alten Zielen", so müssen wir bekennen, daß wir wohl die alten Ziele, aber nicht die neuen Wege gefunden haben. Der Abwehrcharaktcr tritt wie immer in den Vordergnmd, von irgendeiner grundsätzlichen Stellungnahme, sei es zu deutschen, sei es zu jüdischen Fragen, ist kdne Spur zu bemerken. Einige Worte wären nur über die Stellungnähme des Z en tr a 1 ve r ei n s zum Keren Hajessod zu sagen. Unter der Ucbcrschrift ״Was tut der Zentralvcrein?“ werden eine Reihe von kleinen Notizen gebracht, die die tägliche Kleinarbeit des Zentral- Vereins illustrieren sollen. Hier findet sich unter der Ucbcrschrift ״Der Zentralverein und Keren Hajcssod“ eine kurze Notiz, die folgendermaßen lautet: ״Es ist unverständlich, daß wir immer noch hin und wieder, auch in neuester Zeit, um Aeußerung über unsere Stellungnahme zum Keren Hajcssod (Aufbau- Sammlung für Palästina) gebeten werden. Der Standpunkt des Zentralvcreins verbietet es, solange in unserem Vatcrlandc, insbesondere auch die jüdischen Einrichtungen, wie Krankenhäuser, Bildungsanstalten, Bibliotheken usw., unter schwerster Not leiden, die Aufforderung zu unterstützen, Geld anders als zur Erfüllung der Wiederaulbauarbeiten in unserem deutsehen Vatcrlandc zu venvenden. Diese Erwägung ist so entscheidend, daß sie uns aller sonstigen Stellungnähme zu der Frage des Keren Hajcssod überhebt,“ Gegen die Methode, das Keren Hajessod-Problctn in dieser Weise zu bagatellisieren, müssen wir uns im Namen des großen Teils der deutschen Juden verwahren, die heute in der Keren Hajessod-Aktion eine der entscheidendsten Fragen des deutschen Judentums erblicken. Wenn der Zentralvcrein oder vielmehr ein Tcü seiner Mitglieder sich in prinzipieller Gegnerschaft gegen den Keren Hajcssod befindet; so soll er seinen Standpunkt mit dem Emst und der Ausführlichkeit behandeln, die die Sache verdient. Das einzige Argument des Zentralvereins ist von . uns wiederholt, so erst im Leitartikel der vorigen Nummer, behandelt worden. Wir bestreiten, daß es sich um ein ״Entweder — Oder“ handelt. Nicht das ist das Problem, entweder für Keren Hajcssod zu arbeiten oder die notleidenden jüdischen Institutionen in Deutschland zu unterstützen. Es handelt sich vielmehr um eine erzieherische Aufgabe: Den deutschen Juden die Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft wieder so wertvoll zu machen, daß sie zu Opfern gewillt werden. Diese erzieherische Aufgabe aber kann nur gelingen, wenn man den deutschen Juden vor andere Probleme stellt, als die es waren, die ihm der Zentralvcrein 9cit seinem Bestehen vorgelegt hat. Wir glauben, daß die Teilnahme am Aufbau Palästinas imstande sein wird, in den deutschen Juden wieder Schwung und Begeisterung zu wecken, die idealistischen Motive, die sich in dem kleinlichen Abwehrkampf nicht *entfalten konnten, zu entwickeln und auf diese Weise eine Hingabe und Opferfreudigkeit zu erzeugen, der es ein Leichtes sein wird, das jüdische Leben in Deutschland zu. stärken, seinen Institutionen das Weiterbestehen zu ermöglichen und sich zugleich an den großen Aufgaben zu beteiligen, die das Oesamtjudentum bewegen.