Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1922)
- Date
- 1922-05-12
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Für T1therho*low*V;e5־: Poatrperkaeeenemt Pr•;, Konto Nr. 1S403Ö. —־■ Red«ktio׳mchh10 $0Dut«g und Mittwoci »•chmitteg, — יד אייר* תרס״ב f xxvii. jahrg. 0er Zionismus erstrebt für das Jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Helms<3tte In Palästina. ״Baseler Programm1׳. Erhöhung der Abonnemcntsgebühren t &nen ds stallt! Bll. Wiiigk Kr. , b / a.E,h,: Siitriobuc^, Orslgk 2 b 8 *obalt 1. b. II e. 2 IUI ibiikatlon ] ©tag an loldung «tps Wir verstand'gen hierdurch alle unsere Abonnenten davon, dalt wir mit Rücksicht auf eine «oeben beschlossene reue Erhöliun# der Druckpreise um 30״/״, nachdem (ine solche in gleicher flöhe schon im April festgesetzt wurde, und mit Rücksicht auf eine weitere wesentliche Steigerung der Papierpreise dazu gezwunsen sind, unsere Abonnementsgebühren noch mit Wirkung für das zweit« Quartal!922 heraafrosetzen. Wir müssen zu dieser Maßregel greifen, wenn wir nicht In die püßten finanziellen Schwierigkeiten kommen wollen und rechnen bestimmt mit dem Verständnis unserer Leser hierfür, die berücksichtigen müssen, dass wir uns in einer ungünstigeren Situation wie Tageszeitungen befinden, die ihre Abonnementsgebühren nur monatlich festzusetzen haben, [in Disponieren für ein Vierteljahr voraus ist bei den heutigen sprunghaften Verhältnissen eine Unmöglichkeit geworden. — Die Gebühren betragen pro Vierteljahr: Für Deutschland: Für die Ortsgruppen und Vereine im Sammelabonnement . . . Mit. 30.— Für Einzelabonnenten .... 35 ״.— für Afrika' ״ Amerika ״ Acirypten ״ Betgien ״ Bulgarien ״ Dänemark, Schweden und Norwegen ״ Deutsch Oesterreich Mohreoitr, I ler Jndfi ■leinen M.ltif Itugab». 'brbi'reit« illieelie׳• *IWstlne, mitJ m v Herrn*( ,,Nr. I׳«־ rpmn)ייוחס l»n H »tt״ ' »loit. ILIfv ׳׳ | nuf bst [ Btttten In <•*' linroin i M• 4׳°| f nnf deoMfl iUtbledor »ton. M ihandl« teinplatr z 11 2 sh. 75 cts. 2 sh. 6 Frcs. 50 Lewa 3 Kr. 1500 Kr. ״ England 2 8b. Estland 80 deutsche Mark ,. Finnland 20 iinn. Mark ״ Frankreich 6 Frcs. ״ Griechenland 6 franz. Frcs. Holland 2 Gulden ״ Italien 8 Lire Jugoslawien 40 Dinare ״ Lettland 80 deutsche Mark ״ Litauen 80 ־ deutsche Mark ״ Palästina 2 sh. ״ Polen 1500 poln. Mark ״ Rumänien 50 Lei ״ Schweiz 4 Frcs. ,״ Spanien 3 Pesetas ,. Tschechoslowakei 30 Kr. Türkei 6 Frcs. ״ Ungarn 250 Kronen Wir bitien alle Einzelabonnenten, ans den Teuerungszauchlag mit 10 Mark für das laufende Vierteljahr sofort zu fiberweisen and richten gleichzeitig auch die Bitte an die Ortsgruppen and Vereine, die Sammelabonnements bestellt bähen, die er- Mhteh Abonnementsgebühren sofort einzuziehen und an mi abzuffihrtn. Verlag Jüdische Rundschau Berlin \V 15, Sächsische Straße 8. Postscheckkonto: Berlin 17392. Bankkonto: Nationaibank ür Deutschland, Dep.-Kasse: W15, Kurfürstendamm 211. ure: Idltchen , die sich Her nid11 en dem er Korr.« Irosdiflre Cjonder' t [eisten llaAd יז־צ 6n>tr |W)3*f^be An unsere Inserenten! Wir weisen* hierdurch darauf hin, dass wir ״dt Rücksicht auf die wiederum ausserordentlich gestiegenen Druck- und ־ Paplerpreise dazu ge- ״ätigt sind, unseren Inseratentarlf zu erhöhen. Wir berechnen von jetzt ab die siebengespaltene Nonpareillezeile mit 6.— Mark. Verlag Jüdische Rundschau Berlin W15, Sächsische Str. 8. WlII.DelegiertentagderZiontatischen Vereinigung für Deutschland Der 18. Delegiertentag der Z. V. f. D. fi״det vom 25. bis 27. August 1922 in Cassel statt. Tagesordnung und Wahlvorschriften Werden in der nächsten Nummer der •Jüdischen Rundschau44 bekanntgegeben. öle nationalen Minderheitsrechte vor dem Völkerbund Auf der Tagesordnung der am 11. Mai beginnen־ in 11 Tagur1g des Völkerbundrates steht, wie J. C. B. la h *י ^'e Frage der Minderheitsrechte in Est- ״ > Lettland, Litauen und Polen. If|t Zusammenhang ' den Besprechungen über diese Angelegenheit wird Weite Vorsitzende des Komitees der jüdischen De- AufS0״’ ^err k*0 Motzkin, einige Tage in Genf “•enthalt nehmen, Weiziiann in' Genf London, 8. Mai 1922. Dr. W e i ztn a 11 n ist soeben von London nach Genf abgereist, da auf der Sitzung des Völkerbundrates die Frage der Bestätigung des Palästina- Mandates behandelt werden soll. England ist durcii Earl Balfour vertreten. Gleichzeitig haben sich auch Herr Joseph Co wen, Mitglied der Exekutive und Dr. Bertlvold F e i w e I, Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates und geschäftsführender Direktor des Keren Hajessod nach Genf begeben, um mit T>r. Weizmann gemeinsam die Aktion zur Sicherung der Mandatsbestätigung zu führen. Genf, 10. Mai (Tel. d. ״J. R“). Weizmann, Feiwel und Cowen sind in Genf eingetroffen. Die amerikanischen Juden und die jüdische Autonomie in Litauen New York, 10. Mai (Tel. d. ״J. R“). Die Erregung der amerikanischen Juden wegen der letzten Vorfälle in Litauen hält an. Wie wir erfahren, hat der bekannte Kongreßmann C h a n d I c r bei dem litauischen Vertreter in Washington nachdrikkjichc Vorstellungen erhoben und den Eindnick geschildert, den der Bruch der Pariser Deklaration in Amerika gemacht hat. Stefan Wise hatte eine Unterredung mit dem Kongreßmann Sabbath, um eine Intervention vorzubereiten. Bekanntlich hatte Sabbath kürzlich im amerikanischen Kongreß einen Antrag zu Gunsten der Anerkennung Litauens eingebracht Der litauische Ministerpräsident zur Autonomiefrage Genua (J. C. B.). Vor einigen Tagen hatte Herr Leo Motzkin eine 1 V2 Stunden dauernde Unterredung mit dem litauischen Premier und Vorsitzenden der Litauischen Delegation in Genua, H. Galwanaukas. Herr Motzkin setzte den litauischen Ministerpräsidenten von der großen Enttäuschung des Gesamtjudentums wegen der letzten Beschlüsse des Sejm in Kenntnis und machte ihn auf die große. Bedeutung der Aufrechterhaltung der litauischen Verpflichtungen, sowohl vom jüdischen, wie vom litauischen Standpunkte aufmerksam. H. Galwanaukas bedauertc außerordentlich die Demission des Ministörs Soloweitschik. die in der jüdischen Welt einen so großen Eindruck hervorgerufen hat und versicherte, daß die nationale. Autonomie in Litauen nicht im geringsten angetastet werden wird. Er sprach ferner die Meinung aus, daß die Ablehnung des Spra chenparagraphen auf einem Mißverständnis beruht. Was die Frage des jüdischen Mi nisteriums anbetrifft, so ist erj da er seit mehreren Wochen fern der Heimat weilt, über die Einzelheiten nicht genau informiert, er will aber nicht verhehlen, daß die Verankerung des .jüdischen Ministeriums in der Vcrfassung sowohl im Sejm als unter der Bevölkerung u npopu lä r ist Er persön lieh glaube, daß die Formen nicht wesentlich sind, und daß, wenn die reale kulturelle Autonomie un angetastet bleibt, kein Grund vorhanden ist, sich auf das jüdische Ministerium zu versteifen. Der Ministerpräsident versicherte, er werde Motzkins Ausführungen sofort zur Kenntnis des Sejtnvorsitzenden bringen. Die Auffassung des Ministerpräsidenten• von der Bedeutungslosigkeit der Formen und von der Möglichkeit eines Verzichts auf das jüdische Mini׳ sterium bei Erhaltung der kulturellen Autonomie ist durchaus zu bekämpfen. Regelung der Beziehungen nationaler Gemeinschaften ist nur in fester verfassungsgemäßer Form möglich. Der Verzicht auf das jüdische Ministerium wird nicht zugestanden werden können, da es allein imstande ist, eine wirkliche planvolle jüdische Minoritäten poiitikt zu führen. Der Völkerbund tritt zusammen RW. Berlin, 10. Mai. Der Völkerbund tritt wieder zu einer Tagung zusammen, ,timd wieder erwartet die jüdische Oeffentlichkeit mit unruhiger Spannung, ob in dieser Session der Entwurf des Mandates für Palästina genehmigt werden wird. Es ist nun schon änderthalb Jahre, seitdem der Entwurf dem Völkerbund durch den englischen Delegierten, Sir Arthur James Balfour, eingehändigt wurde. Immer wieder haben sich der endgültigen Erledigung neue Schwierigkeiten entgegengestellt. Die Verzögerung der Ratifikation des Friedcnsvertrages von Sövres, die hauptsächlich durch den neuen türkisch-griechischen Krieg und die damit zusammenhängenden Interessenkonfliktc verursacht war, veranlaßte den Völkerbund auch das auf diesem Friedensvertrag beruhende Mandat zurückzustellen. Die entscheidende Schwierigkeit aber zeigte sich darin, daß der Völkerbund kein alle Nationen umfassendes Forum, sondern nur ein Rumpfparlament ist, in dem die vielleicht wichtigste Macht der Welt, die Vereinigten Staaten von Nordamerika, fehlen. Internationale Maßnahmen von so weittragender Bedeutung wie es die Verteilung der Einflußsphären im nahen Orient sind, konnten nicht ohne Amerika getroffen werden. Es war daher nötig, Vcrhandlungen mit Amerika neben den Verhandlungen mit der Völkcrhuiidkommission fortzuführen, und Amerika hat keinen Hehl daraus gemacht, daß es erhebliche Bedenken gegen die geplanten Maßnahmen hat. Der Vordere Orient wird im wesentliehen zwischen Frankreich und England als Mandatarmächten aufgeteilt und dieses System der Mandate, das bisher völkerrechtlich noch nicht erprobt ist, ließ bei Amerika und später scheinbar auch bei Italien die Befürchtung entstehen, daß die• Mandatarmiiclite die ihnen übertragenen Ciebiete, wenn auch nicht vielleicht als Kolonien in» engeren Sinne, so doch als Quasi-Kolonien behandein werden. Darum forderte Amerika eine bündige Erklärung, daß in den Mandatgebieten die sögenannte Politik der ,*offenen Tür“ gehandhabt werden sollte. Dabei handelt es sielt vorwiegend um wirtschaftliche Interessen, die mit den mesopotamischen Petrolcimdagern Zusammenhängen. Die Verhandlungen schweben schon über ein Jahr, aber eine Entscheidung ist ausgcblicben. Durch diese Verhältnisse ist das Provisorium in Palästina perpetuiert worden, und es wurde im Lande ein Zustand geschaffen, der für seine Ent- Wicklung in politischer und insbesondere in wirtschaftlicbcr Beziehung sehr ungünstig war. Nicht nur die jüdische Arbeit ist durch die aus dieser Sachlage entstandene Unsicherheit schwer bceinträchtigt worden, sondern auch die Regierung selbst, deren Rcchtsbasis gar nicht klar war, war an jeder planmäßigen Arbeit verhindert und insbesondere auch au der Durchfiihnmg jener finanziellen Transaktionen, die für ihre weitere Arbeit unentbehrlich sind. Es ist der Wunsch aller aktiven Kräfte im Lande, daß dieser Zustand endlich ein Ende nehmen soll. Nicht nur die Zionistische Organisation drängt auf Erledigung des Mandates, sondern auch Beobachter, die ihr ganz fern stehen, wie aus den von uns in letzter Zeit mitgcteiltcn Pressestimmen hervorgeht. 111 der letzten Zeit ist mit Hochdruck gearbeitet worden, um die Bestätigung des Mandates bei dieser Völkerbundtagung durchzusetzen. Es wurden Verhandlungen zwischen England und Amerika geführt, deren Resultate nach den letzten Meldungen nicht ungünstig zu sein scheinen. Wir erinnern an die Meldung über einen beabsichtigten Staatsvertrag zwischen diesen beiden Mächten, der. auch die Balfour-Deklaration enthalten soll. Wcizmann hat in Paris und Rom die Zusage erhalten, daß seitens dieser Großmächte keine Schwierigkeiten werden gemacht werden, und in Amerika ist es der zionistischen Delegation mit Unterstützung der jüdischen Oef fentlichkeit Amerikas gelungen, das Interesse maßgebender parlamentarischer und Reglerungs-Kreise für die Palästinafrage wachzurufen. Die zionistische Föderation Amerikas hat in der machtvollen Kundgebung der Konferenz von Philadelphia für die Bestätigung des Mandates demonstriert. Nachdem früher schon Präsident Harding