Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1922-05-02 · Heft 35 (2.5.1922) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 35 (2.5.1922)
Date
1922-05-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652410-2652441--14868-2673282
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

I >• 31 ־)וי *!־ VJ ך—^~y *Zütio, >ג>ח V«l*t w 15, SadbaUcb« StjreB« &. Erich«IqI ]•des DimsU? «*»d Frcit*fr. B«ng»pr«ij| bei der Expedition und den pMU*tcm ▼»•rtoljlHrluili 25.— M. In Deutschland. AusUadaabonna• f.u werden Id der Wabrunf der eioxclnon Leader berechnet. Nummer >5׳ Berlin, 2. V. 1922 Anael ין e n-V arwaliunjj: Jüdiick« Randr.cä&u G.m.b.li., Berlin W15, SSdiaischo Str. 8 Tclipbou: Amt Chisuid S43 und M6. Aaitlgeiprela für die aiebeoreepette»« Noapartillmn• &—4 ׳t* Femiliensszei^ea 6 14. pro Zeile A1iel|iBlcbla0t und Freitag nedbtnltteg 4 Ubf Telephon! Uhlend M5 a.846, PoiUdiccIckontot Berlin Nr. 17PX Für OeiterTeleb. Poitiperkajeenamt Wien, Konto Nr. 156 0Ü0. Für T»ch״K־ho1lowakf־l; Poitiparkasienamt Prag, Konto Nr. 1S4Q&0. —־ Rodnktionaichlnfl Sonntag und Mittwoch nachmittag. — ד אייה חרס״ב | xxvn. jahrg. lp0r Zionismus erstrebt fQr das jüdische Volk die Schaltung einer üütontllch-rcchillch gesicherten Heimstätte in Palästina. ״Baseler Programm" »i/eiii 1 Sf-hönlm t Dan*.! jjsn! ונו בתי־ו ושנת;שיונים; ד, שלי k »•>?׳יאה בב דפנות' אל ו 18 (Uta״, :וי מבט סו. :׳;־ב בטוו (־rix ד,או .־א והנו׳ •ני ועידת 1:ימות.׳ . "־ים . . כדור השג העבי נ־ ובין ד, יץ ישרא ועצה לה?;עלם הסו ומפלגה ׳ לבתי ב!*!וריסה: ו m. 2: I in. b Bu6bl»"äi ith.oo•*׳ זי• עתה ף יעקב חדשוו :ר ראשון " יעית עכידית ב י-־?!ני: ג }-זנות וצי ״טף. .?לישי [׳-שית t גיחות ג לארצו! ׳«ר הזח Die Exekutive der Zionistischen Organisation Kilt mit: Der zionistisdie Zentrairat (Jahreskonferenz) »ird voraussichtlich am 1. September zusammen•!,־den. Der Ort der Tagung wird in nächster Zeit bestimmt werden; wahrscheinlich wird, uni die Kosten möglichst zu verringern, wiederum ein Ort juf dem Kontinent, in einem Land mit niedriger Valuta, gewählt werden. Der Zentralrat (Jahreskonferciu) ersetzt den Kongreß in denjenigen Jahreu, in welchen der Kongreß nicht stattfindet. Gemäß § 36 des neuen Organisationsstatuts and die Aufgaben des Zentralrates dieselben, wie die des Kongresses, nur darf er das Statut nicht andern und ist nicht berechtigt, das Aktionskomitee und die Exekutive zu wählen. Jedoch hat der Zentralrat das Recht, mit zwei Drittel Mehrheit der anwesenden Mitglieder die Exekutive abzuberufen, welche hiergegen innerhalb zwei Monaten an einen außerordentlichen Kongreß appellieren kann. An• gesichts der politischen Lage, vor allem angesichts der Möglichkeit, daß das Palästinamandat in den nächsten Monaten vom Völkerbund genehmigt wird,• ist anzunehmen, daß die diesjährige Tagung des Zentralrates vor sehr schwerwiegende Beschlüsse gestellt werden wird. Es wird sich darum handeln, die Grundlinien der Politik zu bestimmen, die die Zionistische Organisation nach Erteilung des Mandates zu verfolgen hat. Dem Zentralrat gehören folgende Personen an: 1. Die Mitglieder des Aktionskomitees, 2.. Der Präsident des letzten Kongresses, 3. Je ein Vertreter des Direktoriums, des Jewish Colonial Trust, des Jüdischen Nationalfonds, des Keren Hajessod. 4. Der Vorsitzende des Kongreßgerichts, des ׳Ehrengerichts und der Kqngreßanwalt, 5. Delegierte der Landes• und Sonderverbände. Die Exekutive hat die Landes- und Sonderverbände ersucht, ihre Vertreter für die Jahreskonlerenz sogleich zu ernennen. Der § 38 des Statuts, welcher die Ernennung dieser Vertreter regelt, lautet: ״Jedem Landesverbände und jedem Sonderverbände steht das Recht zu, für je 10000 Schekel, »wie für dm Ueberschuß von 5000 Schekeln über 10000, 20 600 usf, je einen Vertreter Ln den Zentralrat zu entsenden. Ein Landesverband, der mindestens 1500 Schekel zählt, ist berechtigt, einen Delegierten zu entsenden, auch wenn die Zahl von '0000 Schekeln nicht erreicht ist. Landesverbände, welche die Zahl von 1500 Schekel nicht erreichen, tonnen sich mit andern Landesverbänden in ahn- Wier Lage zwecks Erreichung dieser Ziffer und Entsendung eines gemeinsamen Vertreters ver- Emden. Hierbei werden nur diejenigen Schekel ge- *®Mt, dio im letzten Jahre an den Verband entrichtet und von diesem an die Exekutive, voll abgeführt worden sind. (Der Ausdruck ,,im letzten Jahre“ todeutet nicht etwa das verflossene Kalenderjahr, sondern das im Statut der Zionistischen Organisation 57§״ festgesetzte Ve!!valtungsjahr, welches die «it van 1. Juli eines Jahres bis zum 30. Juni des folgenden Jahres umfaßt.) Der Modus der Wahl bleibt den Landesverbänden und Sonderverbänden überlassen. Diese müssen Bestimmungen hierüber in ihr Verbandsstatut aufnelimert. Zugleich mit der Wahl der Delegierten sind für den Fall der dauernden Behinderung Ersatzwahlen vorzunehmen.“ Aus diesen Bestimmungen geht hervor, d aß das Recht der Landes - und Sonderverbände zur Entsendung von Vertretern in den Zentralrat von ihrer Schekelleistung ab hängt. Die Verbände können schon jetzt die Wahl von Vertretern vornehmen, da die meisten Verbände ja ungefähr übersehen können, wie hoch ihre diesjährige Schekclzahl sein wird: Es können: auch mehr Delegierte vorläufig ernannt werden, als möglicherweise auf Grund der erreichten Schekelzahl zur Teilnahme an der Jahreskonferenz berechtigt sein werden, nur muß in diesem Falle der Exekutive mitgeteilt werden, in welcher Reihenfolge die Delegierten ernannt sind, d. b. welclier Delegierte auf die ersten und welcher auf die zweiten und folgenden 10000, Schekel das Recht zur Teilnahme an der Jahres- Konferenz haben soll. Die Exekutive macht auf das nachdrücklichste darauf aufmerksam, daß nur voll abgeliefcrte Schekel bei der Anerkennung uer Delegiertenmandate berücksichtigt werden können. Die Exekutive lehnt es ab, irgendwelche Versprechungen oder Garantien betreffend spätere Zahlung der Schekclgelder anzunehmen. Wie aus den oben mitgeteilten Paragraphen des Statuts hervorgeht, können nur diejenigen Schekel angerechnet werden, die im.abgelanfcncn Vcrwaltungsjahr, d. h. bis zum 30. Juni 1922, bei den Verbanden eingegangen und an die Exekutive überwiesen wurden. Um den Verbänden die Möglichkeit zu geben, noch am Ende des Verwaltungsjahres die bis dahin eingegangenen Schekel mitzählen zu dürfen, hat die Exekutive bestimmt, daß der Schlußtermin, bis zu welchem alle Schekelgelder in diesem Jahre beim Jewish Colonial Trust in London eingegangen sein müssen, der 15. Juli sein soll. Später eingehende Beträge können bei der Festsetzung der Delegiertenzahl der Verbände nicht mehr berücksichtigt werden. Alle zionistischen Landes- und Sonderverbände werden, ersucht: 1. diese Bestimmungen genau zu beachten, 2. die Schckelkampagne nunmehr energisch zum Abschluß zu bringen, 3. über die Ergebnisse der Kampagne unter Benutzung der den Verbänden zugestellten For■ mulare an die Exekutive zu berichten, 4. die eingegangenen Schekelgelder unverzüglich ohne Abzug an den Jewish Colonial Trust in London zu überweisen, 5. der Exekutive die Delegierten des Verband.es zur Jahreskonferenz möglichst schon jetzt, spätestens aber bis zuim 15. Juli dieses Jahres, mitzuteilen. London, 23. April 1922. Tatsachen Von W 1 a d. J a b o t»n s k y. Weidmann in Genua Wie der Sonderberichterstatter des J. C. B. in Genua erfährt, wird Dr. Chaim Weizmann in י Eiligen Tagen in Genua eintreffen, um für den 2"ו daß die Konferenz das jüdisdhe Interesse be- ™»ende Fragen behandeln sollte, zur Stelle zu sein. Weizmann und Samuel Anläßlich seines zweiten Besuches in Rom atte Dj. Chaim Weizmann eine Zusammenkunft '« mehreren politischen Persönlichkeiten, so u. a. dem Sekretär des italienischen Auswärtigen *mtes Senator Gontarini. Am 22. April begab sich Dr. Weizmann nach J0rcn?» um dort mit Sir Herbert Samuel ^1®1««zutreffcn, der sich auf seiner Durchreise England kurze Zeit in Florenz aufhalten wird. Das Palästina-Mandat und, der Völkerbund Die Verständigung zwischen England und Amerika Wie das J.C. B. erfährt, wird die nächste Tagung des Völkerbunds am11 ׳. Mai eröffnet werden. Es ist sehr wahrscheinlich, daß der Völkerbund in dieser Tagung über das palästinensische Mandat ver׳ handeln wird, um so mehr, als gemäß Information des J. C. B. die englische und die anicrikanischeRegicrung zu cinerVcrständigung über die Frage derRedttc der nicht mandatarischen' Mächte in den Mandatsländern gekommen sind. So z. B. soll die Tatsache, daß die amerikanische Standard Oil Company ihre Vorkriegs-Konzessionen für Oelbohrungen in Palästina bestätigt erhalten hat, verschiedene* Miß, Verständnisse und Reibungen aus dem Wege ge räuiint haben. Man hat sich schon daran gewöhnt, die Zio* nisten als schlechte Geschäftsleute und schlechte * Kolonisatoren darzustcllcn und zu behaupten, sie hätten es nicht vermocht, etwas Wertvolles in Palästina zu leisten in den vier Jahren seit der Eroberung des Landes durch Allenby. Manche der Kritiker fügen noch hinzu: ״Nicht einmal Berichte über die Ausgaben sind je erstattet worden“. Was die letzte Behauptung anlangt, so gibt es ein blau-graues Buch, herausgegeben im Jahre 1921, unter dem Titel ״Finanzieller Bericht der Zionistischen Kommission in Palästina für die Zeit vom 1. April 1918 bis 31. Mai 1921“. Dieser Bericht enthält 150 Seiten an Tabellen und Erläutcrungen, aus denen genau hervorgeht, was mit jedem Penny, der durch die Hände der Zionistischen Kommission, vom ersten Tage ihrer Ankunft in Palästina bis zum Vorabend des letzten Kongresses, geschehen ist. Zurückblickend auf die Periode, für welche dieser Bericht gilt, muß ich zwar gestehen, daß die Resultate auch mich ziemlich unbefriedigt lassen. Gleichzeitig jedoch muß ich mir, sowie meinen Mitkritikern die Frage stellen: ״Könnt ihr mir nur ein Land in der Welt nennen, dessen Volk mit den wirtschaftlichen Errungenschaften seiner Regierung für die Zeit vom April 1918 bis Mai 1921 ,wirklich zufrieden‘ ist?“ Ein solches Volk, , glaube ich, existiert nicht. Wenn aber den ver-' schiedenen Regierungen von der Presse oder dem Parlament ihres Landes der Vorwurf gemacht wird, daß sie der Aufgabe der wirtschaftlichen Rckon* struktion nicht gewachsen waren, so wird von den Regierungen gewöhnlich erwidert, daß keine Kritik, welche die objektiven Verhältnisse,' unter denen währehd dieser drei Jahre gearbeitet werden mußte, außer acht läßt, gerecht ist. Wir Zionisten sind eher als irgendeine andere Finanzverwaltung der Welt berechtigt, uns dieser Argumentation zu bedienen, denn nicht wir haben die Verhältnisse geschaffen, unter denen wir in Palästina arbeiten müssen. Jeder Freund und jeder Gegner der Bewegung dürfte eine Klarstellung dieser Verhältnisse als nützlich und instruktiv begrüßen. Die Zionistisdie Kommission traf im April 1918 in Palästina ein. Ihre Tätigkeit von jenem Zeitpunkt ab entfällt naturgemäß auf zwei ungleiche Perioden: die eine vor der Ernennung Str Herbert Samuels, die andere nach dessen Ernennung. Wir wollen nun jede Periode für sich behandeln. Bei ihrer Ankunft im April 1918 traf die Zionistische Kommission noch •K r ie gs ver hä 11nisse in Palästina vor. Samaria, Galiläa und Transjordanien befanden sich noch in türkischem Besitz, Die ganze Situation wurde naturgemäß von den militärischen Erfordernissen beherrscht. Diese wurden denn auch der Kommission am Tage ihres Eintreffens in Palästina auscinandergesetzt. Es wurde ihr erklärt, daß die Wahrung militärischer Operationen in erster Linie bedinge, daß alles, was geeignet wäre, auch nur die geringfügigsten Reibereien im besetzten Gebiet hvrvorzurufcn, inhibiert werden müsse und daß somit irgendwelche offensichtliche Ausdehnung jüdischer Tätigkeit auf wirtschaftlichem Gebiete im Moment unerwünscht sei Demgemäß dürfe es keine Boden- Übertragungen noch größere Kaufabschlüsse von Besitztümern gleich welcher Art geben oder sonst etwas unternommen werden, was den Status quo verändern würde: kurzum, es sei ausschließlich die Ausübung der reinen Hilfstätigkeit gestattet. Dieser Anordnung mußte sich die Zionistische Kommission fügen. So entschloß sie sich, fürs erste abzuwarten und sieb nur der Hilfsarbeit zu widmen, im übrigen alles vermeidend, was den Anschein konstruktiver Ausgaben erwecken könne, bis es die Verhältnisse gestatten würden, diese auf wirklich systematischer •Grundlage vorzunehmen; inzwischen — so glaubte sie — würden sich Gelder ansammeln, so daß wir bei Anbrudb der neuen Aera! gut fundiert und wohlvorbereitet sein würden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.