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Jüdische Rundschau · 1922-04-28 · Heft 34 (28.4.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 34 (28.4.1922)
Date
1922-04-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
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־*!ייק—r* RtMtioii Verl»j׳ W 15, SichiUA« SU־»B« 5- Enchefat j*?en ttC^ Pff'uS־ k«i tler Expedition und den vinrteijibi’lttli 23 .—־ M. io D«utjci1Und. Aua1av<)aabo»t1•• g^pta wardaö 1® de* Wtbroitff d«a *ir.ieinea Laade# bcrachnet* ^ännier 34 |" 2“ן * n. י A r.ד c! rr © ־ מ V c r v/ n 11 u n : rJ» 1 .MAL L> Jadisdta RQndnch.1uO.rn. b. H., ßnrlin W15, SachsUch« Sit• 8 Y«U?l!na: Amt Uliland 845 und 846». Aaialf •Bproii {Ür <11• §Ial’rsp,׳־e3paUca® NooparoUlaialla (5—׳ WL, FamiUennmal^aa 6 M. pro AttaltlBiebU&t Dienstisf »04 fieiUg 1mribB»UUj? 4 UW.;.T ’.י״י ~ <־ ~r\j%3 TaUpftoa! Uhlaad 845 0.845. PoaUdreckkootot (UrtU Hf. 17191. Für Oraterratdi; Poataparkaaaanfcmt Wien, Kooto Nr. 156 030, Fär Tidj*choalowalre|| Po*Up*rkaa*enan»t Pr•!, Koot» Nr. IM 030. — R«*UkUon*teh!u& Sonntag und Mtltwod» aacWaittaf• — לי גיםן. תרס״ב | xxvu. jahrg. Itr. 2 Iran* obrikatiol kotaQSfi 1 Ueidung ן1י-־ףין 1 r Zionismus erstfebt für das iQdlsche Volk die Schaffung elnor öiaonfllctwochtllch gesicherten Heimstätte In Palästina. ,Baseler Programm". Silbe! Platii lateg und | 1 fiaachlot! mm »har Ta»1| i*(orbsr, ,!91: astel.׳ Mohroiistr, Die Gerüchte Ober Samuels Rücktritt London, 23. April (J. C. B.). Wie ״Westminsier Gazette“ aus zuverlässiger Quelle erfährt, entbehren die Gerüchte, die Reise Sir Herbert Samuels nach London als Auf- (jkt zu seinem Rücktritt an zu sehen, jeder G r u n d 1 age. General Tud o r sei nicht alsseip Nachfolger nach Palästina gegangen, jondern als Kommandant der in Palästina statio* nierten Militärabteilungen und des neugeschaffenen Gendanneriekorps. In der Abwesenheit Sir Herbert Samuels werde der Zivil Sekretär Sir Wyndliain De e des die Kontrolle über die Verwaltung ausüben. Samuel werde wahrscheinlich schon anfangs Juni nach Palästina zurückkehren. |0r. Weizmanns zweiter Besuch im Vatikan Rom, 25. April (J. C. B.). Am 20. April, nach seiner Rückkehr aus Neapel, wurde der Präsident der Zionistischen Weltorganisation, Dr. 01,1im Weizmann, zugleich mit dem Sekretär der italienischen zionistischen Föderation, Dr. Dante La 11e s, zum zwcitenMale vom päpstliehen Staatssekretär Kardinal Gasparri empfanyn. Die Gespräche während der Audienz waren m sehr freundschaftlichem Tone gehalten, und es *urde von beiden Seiten die Meinung zum Ausdruck gebracht, daß die Juden und die Angehörigen der katholischen Kirche in Palästina friedlich mitein- «der leben können. tff.rtoa, ■Ulf dl■ tf>«r Sit Berliner Tagung der Emigrationszentrale Am Sonntag, den 23. April 1022 fand in Berlin eint Sitzung des von der Prager Wclthilfskonfercnz «ptanbej 1921 gewählten Direktoriums für Emigrations- Mgdegenheiteo statt, die sich vor allein mit der Frage Jet Auswanderung aus Sowjetrullland zu befassen hatte. Von 15 Mitgliedern des Direktoriums waren 14 an• *fstml. Es fehlte nur Dr. Brutzkus, der in •Kowno offenbar durch die dort ausgebrochene Krise der jü• ilischcn Autonomie z.urückgehaltcn wurde. Auller der Wthilfszentrale sind auch die ״Hias“ und! die Londoner Federation ukrainischer Juden vertreten. Unter den Anwesenden befinde!v ■sich die Herren Motzkin, Temklti, lefroikin, Dr. Klee, Dr. Moses, Krainin, Latzki, Din Hckl der ״Hias“, Kowalski, Sichert, für die Föderation «hämischer Juden tin London Dr. jocheimann, Dr. i’innes, Goldenberg. Ferner als Vertreter des Pariser Hilfskomitees Gurewitsch. Die Beratungen haben zum Zwecke, den gesamter» Komplex der Emigrationsarbeit in Europa zu vereine Etlichen, wobei besonders die ״Ilias“ großes EntfCRenkommen an den Tag legt. Bezüglich der Aus- »änderung aus S o w je tr u ß 1 and und der zWdifalls vorkommenden Rückwanderung nach Sowjet- ™ßlaml schweben gegenwärtig Verhandlungen mit den wiiipctcnten Stellen. Die Verhandlungen mit der Sowjet- 1®ermig, die bereits vor längerer Zeit angeknüpft wurde, sollen von einer Delegation fortgeführt werden, jje sich wahrscheinlich im Namen des Emigrationswrktorium nach Rußland begeben wird. Der Vor- 3tende der Welthilfszentrale, Herr Motzkin, der von Berlin nach Genua begibt, wird «ch in Genua Verhandlungen in dieser Frage führen, *e Verträge mit den Randstaaten bezüglich der Trans- ™firation sind;:um Teil bereits abgeschlossen. Der fdrag mit Litauen ist bereits in Kraft und von jü- . 1.'c*,l‘r Seite wurde in Kowno eine Transmigrationslollffc®״‘!Immission des Jüdischen Nationalrates unter der Lei un8 von Dr. Brutzkus eingesetzt. Auch der Vertrag ״'.' Lettland steht vor dem Abschluß, und Herr Dr. Ic־e begibt sich von Berlin nach Riga, tun den Ver (a8 nochmals zu prüfen und mit den dortigen Re Wrungsstellen;׳ nn Abschluß zu bringen. L);>s J. C.B. meldet über die Sitzung noch: Die Hauptfrage, die diesmal auf der Tagesordnung Konferenz stand; war die .Neugruppierung jn London, Paris und Berlin existie l'i'aen Zentren für die Emigrationsarbeit., Nach J ,eh 3 '״ LKbatte, bei welcher die verschiedenen An- ItleiB'f.l י,'03, ןln gen vertreten wurden, ist man überein gekommen, nli Uge rger irongiu»*'^] ,«rings»»' 1 19. mxssssr! ter Liefe ieziehcr e zustä enn Nac!1 nessener be der ' ei Verlag gggmi sei «hste'wbf rendunf I sie« 0 י1 fünf 0 UlA ca• *cs. 1’* 1״,te Emigrationsarbeit! *01,zentrieren. telt'P111׳ Litauen und Amerika Wie uns aus New York gemeldet wird, bringt die dortige jüdische Presse interessante Einzelheiten über die int amerikanischen Parlament ein gebrachte Resolution bezüglich der de jure- Anerkennung Litauens durch• Amerika. Die Resolution wurde eingebracht von dem j ü - dischcn Deputierten Saba 111, welcher sich im Verein mit anderen jüdischen Abgeordneten in der letzten Zeit bemüht, Beziehungen zwischen Amerika und den neu geschaffenen russischen Randstaaten berzustellcn. Auch der bekannte Deputierte Sc gal nimmt an diesen Schritten lebhaften Anteil. Schon früher haben sich amerikanische Juden für Litauen eingesetzt, so zum Beispiel hat der New Yorker Richter Levy sich an der .litauischen Deputation zum Präsidenten Harding beteiligt, um für die Anerkennung Litauens einzutreten. Damals richtete Staatssekretär Hughes an Levy sofort die Frage, wie die Lage der Juden in Litauen sei. Bemerkenswert ist auch, daß die Resolution Sabaths, die von der Anerkennung eines litauischen Staates einschließlich der Hauptstadt Wilna spricht, von der außenpolitischen Kommission sofort veröffentlicht wurde, ein Beweis, daß ihr von offizieller Seite große Bedeutung zugelegt wird. Durch die Nachrichten über die letzten Vorgänge im litauischen Sejm sind die amerikanischen Juden begreiflicherweise außerordentlich irritiert. Die bisher auf Grund der Berichte der litauischen Juden so günstige Stimmung für Litauen beginnt dem Zweifel Platz zu machen, ob mit den Versprechungen des litauischen Staates ernsthaft zu rechnen ist. Litauens Verpflichtung Sitzung des englischen Board of Deputier London. (J. C. B.) Auf dem Meeting des engtischen Board of Deputics, welches letzten Sonntag stattgefunden hat, erklärte Lueicn Wolf, Litauen ist nicht durch ein Friedensabkommen, sondern durch ein׳ Versprechen an den Völkerbund gebunden, den Minoritäten im Lande besondere Rechte zu gewähren. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß der litauische Sejm den Verfassungsentwurf über die Minoritatsrechte annchmcn wird. Sollte dies nicht der Fall sein, würde Litauen gezwungen werden, auf seine Mitglicdschaft Im Völkerbund zu verzichten. Im׳ weiteren Verlauf seines Referates berichtete Luden Wolf über die Resultate der Wahlen für die rumänische Kammer, in die bekanntlich sieben jüdische Deputierte gewählt worden sind. Das ״Joint Foreign Committee“ des Board of Deputics habe an zwei der neugcwählten Deputierten, an Dr. Adolf Stern ,.und Dr. Fieitlermann, Glückwünsche gesandt. Sir Stuart Samuel, der den Vorsitz, führte, gab eine Erklärung ab, daß er seine Kandidatur zum Vorsitzenden des Board nicht mehr aufstellen lassen werde, da er die Notwendigkeit clnsicht, jüngeren Personen den Vortritt zu lassen. Hierauf kam die Frage der in England wohnenden russischen Emigranten zur Verhandlung, und zwar im Zusammenhang mit der Erklärung der Sowjetregierung, daß alle Russen im Auslande, die sich nicht bis zum 1. Juni d. J, in einer sowjetischen Gesandt- Schaft registrieren lassen, ihre russische Staats,׳mgchörigkeit verlieren. Auf dem Meeting wurde hervorgehoben, der Verlust der Staatsangehörigkeit werde viele Personen in eine unangenehme Lage bringen. Man konnte sich jedoch nicht entschließen, der» russischen Juden, in England zu raten, sich durch eine von England nicht offiziell anerkannte Regierung registrieren zu lassen. Nachdem auf dem Meeting noch einige minder■■ wichtige Fragen zur Erledigung kamen, wurde der gegen* wärtige Board of Deputics 41* aufgelöst erklärt Djs nächste Meeting wird sofort nach den Neuwahlen einberufen werden uoiuUd 111»5 a r 1 s e r Zentrum a b z u b a u e n und die gein London und Berlin zu London soll das Zentrum der politischen I über״ k' SC'״ Um* ‘Be Finanzierung der Emigrationsarbeit! ,״״*men» Die Aufgabe des Londoner Zentrums wird | b «^ere die Schaffung der jüdischen Emigrations«• j pjj. Kse'״• Dem Berliner Zentrum soll die ganze m16״ Arbeit obliegen, und zwar die Regulierung Haitdl ISChen ^'fP'ation allgemeinen, und die Unterm'* (iar Sowjetregierung mit Bezug auf die «1,ation aUS j»jrem Gebiet im besonderen. Die ״Times“ schreibt: ,,Dank der energischen und taktischen Beherrschung der einmal sogar bedrohlich gewordenen Situation durch den Gouverneur von Jcrusaloni. ist es• während des Osterfestes zu keinerlei Un» ruhen geka1:;n1en."! Die ״Times“ fügt hinzu: ״Ala Nachwirkung macht siel» vorübergehend eine gewisse Verbesserung der Be- Ziehungen zwischen den Juden und! Arabern bemerkbar. Die. Wahl eines arabophilen palästinensischem Juden in die zionistische Exekutive und die unlängst stattgefun*' denc Eröffnung einer jüdisch-arabischeu Bank in Jaffa sind hierfür günstige Symptome.“ / Das Haager Manifest Wer das Manifest liest, welches die cm Haag versammelten Führer der Opposition im Zionismus erlassen habe״, wird sich eines gewissen Erstaunens nicht erwehren können. Ist diese Harmlosigkeit Abkehr von frühem Wegen oder Taktik? Der Kampf dieser Oppositionsgruppe hat mit einer Kritik eingesetzt, die das politische und ökonomische Fundament der Zionistischen Organisation zu zerstören geeignet war. Die öffentlichen, durch keinerlei Beweise gestützten Ausfälle der Herren Kann, Marmorek usw. und ihrer Preßorgane, die alle Merkmale eines ,gehäs-sigen persönlichen Kampfes an sich trugen, haben in der kritischsten Zeit unserer Bewegung einen Schaden zugefügt, der schwer wieder gutzumachen Ist. Wir haben diese Angriffe wiederholt unsererseits zurückgewiesen, nicht etwa weil wir —> wie man uns so schön zu verstehen gab — ״von der Leitung gekauft“ oder unbedingt ״regierungstreu“ sind, sondern weil diese Angriffe nach objektiver Beurteilung ungerechtfertigt waren und unserer Sache schaden mußten. Etwas ganz anderes ist aber die Kritik der gegenwärtigen Tätigkeit der Zionistischen Organisation in Palästina und außerhalb. Dies ist eine sachliche Angelegenheit, keine Parteifrage. Wir haben uns das Recht auf freie Kritik niemals nehmen lassen und immer den Standpunkt vertreten, daß es eine sehr schlechte Leitung sein mü.rie, die nicht den Wert freimütiger Kritik selbst cinzuschätzen weiß und die nicht eine durch freie Aussprache gereinigte Atmosphäre der trüben Luft offiziöser Loyalität vorzöge. Wir haben, um׳ ein Beispiel anz.ufiihren, die Tatsache, die Albert Ehrenfeld in den Mittelpunkt seines Artikels in der ״HATIKWAH“ stellt, nämlich den Mangel einer Stärkung unserer realen nationalen Positionen in Palästina während der ersten Jahre nach der Balfour- Deklaration, in unzähligen Variationen immer wieder beklagt; wir haben, so wie er, nach dem Kolonisatlonsplan gerufen, den, wie er sagt, die Leitung (damals Julius Simon) verweigerte. Aber wir haben .bei dieser kritischen Einstellung zwei Dinge nicht vergessen: erstens die ungeheuren ökonomischen Schwierigkeiten in Erwägung zu ziehen, die alles andere schließlich zurücktreten ließen vor der, die Gesamtheit der Zionisten, ja die Gesamtheit des Volkes, angehenden Notwendigkeit der Be- Schaffung des Geldes; zweitens die Notwendigkeit, das zu tun, was seltsamerweise jetzt gerade von Unterzeichnern des Haager Manifest«? gefordert wird, nämlich ״das Interesse des Zionismus über alles zu stellen“; in gefährlichen und kritischen Momenten die zionistische Solidarität offenbar werden zu lassen. Wenn wir der Ansicht waren, daß gerade in solchen Momenten unsere politische Führung einen unbedingten Rückhalt in der gesamten Zionistischen Organ»- sation und zionistischen Oeffentlichkeit finden müßte, so geschah dies keineswegs, weil wir von der Leitung bestochen sind, sondern weil das Interesse der Bewegung uns diese Untier- Stützung der Leitung zijr Pflicht machte. Ehrenfeld, der ausdrücklich Weizmann von der Kritik ausnimmt und den Anschein erwecken will, als ob die Opposition von einer Störung des politischen ,Werkes durch Untergrabung der Autorität unserer politischen Führer auch nach außen hin weit entfernt wäre, möge sich einmal in Paris eines besseren belehre׳»» lassen. Er wird dann vielleicht erkennen, warum! wir es für unsere zionistische Pflicht hielten, gegen die Führer einer solchen Opposition ein energisches Wort zu sagen. Diese Bemerkung muß vorausgeschick't werden, um deutlich Trennungsstriche zu ziehen, bevor wir sachlich zur Besprechung des Haager Manifestes übergehen. Denn nach dem! bloßen Wortlaut könnte diese Kundgebung den Beifall vieler Zionisten finden, Viele ihrer Thesen sind zionistische Gemeinplätze, Diejenigen Punkte, in denen eine Mcinungsvcrschiedcnheit besteht, sind keineswegs derart, daß sie! die Grundlage für eine Gruppenbiklung abgeben könnten. Wenn z. B. gesagt wird,;! ״eine Reorganisation unserer Leitung und Verwaltung!; muß dem Momente und dem Ziele unserer Bewegung entsprechend vorgenommen werden. Eine dreigäedrige, höchstens fünfgliedrige, homogene Leitung ist notwendig" — I

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