Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1922-03-31 · Heft 26 (31.3.1922) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 26 (31.3.1922)
Date
1922-03-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2651273-2652410-2652434--14797-2673204
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

i׳:m\wv " ן I J 1 % JJ* |j| ן. I--s׳ r~־־ —ri. ן erbeten ann 1־g! kl. Alaxfi •h Wiener! P reii e. I heiserer , i'Charlbg.jei Expeditlos |!ehsieehe ftL irbere lel.t 7MI tp ו*י Iwarei npfe e n וז n g ״TW -rjggg‘ i i B vnd Verlor W IS, Si<i1sb<Jt• Straft« 8. ErschaUl j«de• 6B1j Freh»jf. Bwgtipfti* b«i dar Eipoditi•■ and den ^j;aW(1 fitrtiljibriicb 25^־ M. ia Dnttdhliod. Aualaadaabons#- w«rd«a l« de» W*bnmg dar •iaulnaa Utad« b*c«&n«t ■j^mmcr 26~j Berlin, 31 III. 1922 ■"•"ן■ ולייז) ז , fi \ , י gu.J5* Ameifffln-Verwaltungi Judiich• Rundschau 0.n. 6. K. Berlin W15, Sachliche Sfar.8 י TaUpboiii A«t Uhi«ad 145 and 846. Aaialf •>pr«la für dia •taHeoraap'ltoB« Nonparafllaaalt• &— IL, Familianan1«i1;«a 0 M. pro Z«üa Aaialfaaifllilofll Ditn»uy and fraitig ntcfamltUj 4 Ukr, TaUphon! Ublaodl 645 au 846, PotUdhetikoatoi Bsvlia Hr. 17 S?li für Oaatarraidi. Fo«Up«rkaas«a«.mt Wi#ot Konto Nr. 256 Q3& Fftr Ttchtdioitowakeli PoatsparknaaeBant Pr»f, Konto Nr, UAQSOb — RadakUonuchluft Sonntag und Mittwoch aaahmitlag. — ניכן. תרס״ב o | xxvii. jahrg.' w;lonnmu» orauabt tOr Oa»!Qdlacho Vom 01• Schäftung einer Ottentlich-rochtlich gesicherten llolm&tatte In Palästina.' ״Baseler Programm". •rlkatlon •tagen!idung (jeldsaminlung und Propaganda Die Tätigkeit der Zionistischen Vereinigung 1r Deutschland und ihrer Ortsgruppen ist im (tzten Jahre in einem sehr hohen Maße auf die ^״neitätigkeit eingestellt worden. Die Aktion iy den Keren Hajessod erforderte ein ungewöhn-!!!es Maß an Mitarbeitern und an Arbeitsfsergie, und wir haben bis zu diesem Augen- Sick die Aktion unter den Zionisten noch nicht abgeschlossen. Die allgemeine Aktion be- ־innt. Neben dem Keren Hajessod stand die iiilbringung von Mitteln für die eigentlichen!wecke der Organisation, vor allem die Aktion it die Zionistensteuer, die unserer Landsmann- 5chaft die Mittel für ihre Arbeit gibt. Diese wnmlungen sind mit großer Energie und nicht toe Erfolg durchgeführt worden. Wir wissen, 38 die deutsche Keren Hajessod-Aktion unter in Zionisten außerhalb Deutschlands einen außer- ״rdentlich großen Eindruck hervorgerufen hat and zur Durchsetzung der Maasseridee auf dem Kongreß und in der Wirklichkeit des zionistischen Lebens sehr wesentlich beigetragen, hat. Aber es!1 eine unvermeidliche Tatsache, daß die Frische, נ Begeisterung, mit der wir in den ersten "onaten in die Keren Hajessod-Kampagne ge- ״gen sind, etwas nachgelassen hat. Wir wissen 0hl, heute so gut wie damals, daß der Keren iijjcssod nie auf den Rang einer gewöhnlichen «mhmg herabsinken darf, empfinden noch heute Jis erzieherische Moment, das in dem Gedanken, sgt, eine Steuer von jedem Zionisten zu erheben, 15 wir empfinden heute die politische Bedeutung 4id den praktischen Erfolg, der in dem Keren bjessod-Abkommen mit den anderen jüdischen• irappen liegt. Aber dennoch können sich viele 7»nisten nicht des Eindrucks erwehren, daß es ri deutschen Zionismus an frischem zionistidem Leben fehlt, daß die Momente zu stark ״ückgetrcten sind, durch die es uns in früheren ihren gelang, neue, wertvolle Menschen nicht 1 einer Spende zu bewegen, sondern vor ein »Wem zu stellen und sie zu ganzen Zionisten!machen. Kein Zeichen einer Mißstimmung ist %e getreten. Die Notwendigkeit von der »rchführung der Sammlungen ist zu sehr aner- «nt, als daß von irgendeiner Gegensätzlichkeit;f Rede sein könnte. Wohl aber macht sich der unsch geltend, wieder zu zionistischer Arbeit zu "tagen, die den Grunderfordernissen jeder »nistischen Arbeit entspricht: Menschen zu gcdmen und Menschen zu erziehen. In diesem Augenblick erscheint die Not- «digkeit einer neuen Sammlung auf dem Plan. ן Exekutive hat zur Abführung des Schekel 11prüfen, und diese Sammlung wird uns in den tasten Wochen stark beschäftigen müssen. Es keinem Zweifel unterliegen, daß die Stirnm>t der unsere Gesinnungsgenossen an diese Arbeit herangehen, von demselben Pflichtjfiihl getragen sein wird, von dem die bisherige י™ getragen war. Aber es steht zu befürchten, » bei dieser Aktion die Momente nicht stark ig in den Vordergrund gestellt sein werden, יך die diese Schekclsammlung zu etwas grund¬ *״eh anderem werden könnte als alle Samma"pn, die nebenher laufen. Sammeln ist ja nie- ״äScinc rc‘״ mcc״anische Tätigkeit. Stets handelt 'sich darum, Menschen von etwas zu über- /n Unc* ers* von dem Geberzeugten ist es ־ •jti, c 1materielle Opfer zu verlangen. Wir Snttn• 4vn. aus detr Keren Hajessod-Arbeit unter _..wie oft solche Besuche Gelegenheit iÄtnS’ mit de״ Besuchten über alle Fragen des P». יי*"•• zu sprechen, ihnen die Situation in Palä- IP*1wt1n»־Uf,? ,‘ar zu machen, vor allem in Ihnen den ,8 "י J ■& ד en sbrk zu machen, daß Zionist sein nicht 1^Hörigkeit zu einer Partei bedeutet, sonk, w«"lfiite1eme stavke persönliche Verpflichtung des T **• aaen gegenüber der Gesamtheit. Wir wissen, u. 3 ^3hl derer nicht klein ist, die erst durch 1 4b״r »־׳״', U!./3^erforderung wieder zu interessierten, ja r«ih»ai11tiu, geisterten Zionisten geworden sind. Und , 'Sscn auch aus der Praxis, daß auch das c|n für die Zionistensteuer eine große Zahl mul )15 j!fe einxt0 i von wy י Kummet IVerlfl I, tAnkitr■ וה ע שירי ע: :,שכיל אין |לטוכרי*סו מקונים יוו ןזכתי־ספון ׳•«׳••י •.«!*151# STB. *f ין• " »uc:| kbibbsck• 4PU .|41 f M״te**iZi0ji]״JÖnrern beseitigrt hat, \ 3 en erst jetzt wissen, «worin eigentlich die daß sehr viele Arbeit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland besteht, daß sie von den agitatorischen und organisatorischen, von den kulturellen und sozialen Aufgaben, die unser Landesverband erfüllt, erst jetzt eine klare Vorstellung gewonnen haben. Das alles ändert freilich nichts an der Tatsache, daß der letzte Zweck derartiger Unterhaltungen über Keren Hajessod und Zionistenstcuer naturgemäß die Zeichnung sein muß, und wir wissen es ja, daß das schwierigste eben darin bestand, eine Summe zu erhalten, diie zu der Größe der Aufgäbe und den heutigen wirtschaftlichen Verhältnisseii in einer entsprechenden Beziehung stand. Vollkommen anders liegt es bei der Schekelaktion. Die Summe, die hier verlangt wird, steht ein für allemal fest. Sie beträgt bekanntlich jetzt 25 M. Auch vom Reichsten wird nicht mehr vorlangt. Sie ist so bemessen, daß es erfahrungsgemäß demjenigen, der grundsätzlich bereit ist, Schekel zu zahlen, keine Schwierigkeiten macht, diesen Betrag aufzubringen. Es ist somit nur eine Frage der Organisation und der Technik, die organisierten deutschen Zionisten zur Zahlung des Schekel zu veranlassen, der übrigens vielfach zugleich mit den Ortsgruppcnbciträgen eingezogen wird. Und damit könnten wir uns zufrieden geben, wenn wir eben in dem Schekel nichts sehen würden als das äußere Bekenntnis organisierter Zionisten zu ihrer Organisation und gleichzeitig den Beitrag, den jeder organisierte Zionist der Exekutive für die zionistische Arbeit zu geben hat. Fassen wir die Schekelsammlung so auf, so wird sie eine Sammlung wie alle anderen, ja eine Sammlung, bei der es in viel höherem Maße auf Technik und in viel geringerem Maße auf die zugrundeliegende Idee ankommt als bei anderen Sammlungen. Und doch könnte, richtig gesehen, die Schekclsammlung der Anfang stärkerer Aufnahme zionistischer Propaganda und zionistischer Erziehungsarbeit sein. Bevor es den Keren Hajessod-Oedankcn gab, schieden sich die deutschen Juden nach unserer Auffassung in zwei klar voneinander zu trennende Teile: Zionisten und Nichtzionisten. Der Nichtzionist konnte unserer Bewegung gleichgültig oder mit offener Feindschaft gegenüberstehen, er mochte einzelne unserer Verdienste mehr oder weniger freudig anerkennen, er war und blieb der Gegner. Heute liegen die Dinge anders. Um den Kreis der Zionistischen Organisation gruppiert sich der immer größer werdende Teil derjenigen, die nicht Zionisten werden, aber audh keine Gegner unserer Bewegung sind, sondern die veränderte politische Lage verstehen, von der Größe der Aufgabe, Palästina als jüdisches Land aufzubauen, erfaßt werden und zur Zusammenarbeit mit uns bereit sind. So sehen wir heute drei Lager der deutschen Juden: Zionisten, Freunde des Palästlnaaufbaus und Nicht, zionisten. Für uns aber wird damit die Frage brennend, was uns zu Zionisten macht, uns von der zweiten Gruppe unterscheidet, und die Aufgäbe tritt wieder deutlich vor unsere Augen, Mensehen für den Zionismus zu gewinnen. Es sind nicht nur politische Momente, die eine starke Agitation in diesem Augenblick notwendig erscheinen lassen. Es leuchtet jedem ein, daß wir stark sein müssen, um in der allgemeinen Keren Hajessod- Aktion unseren Einfluß wirksam1 11 geltend machen zu können. Die entscheidende Frage aber lautet: Brauchen wir noch Zionisten, oder ist unser Ziel heute darauf gerichtet, Anhänger des Keren Hajcssod-Gedankens zu gewinnen? Niemand wird zweifeln, daß diese Frage zugunsten der ersten Alternative entschieden werden muß. Zionismus ist uns unendlich viel mehr als Paiästinaaufbau, Zionismus als die umfassende nationale Bewegung, als die Renaissancebewegung des jüdischen Volkes betrachtet den Aufbau Palästinas mit anderen Augen, als alle diejenigen, die, ohne sich auf eine; bestimmte, umfassende Auffassung fcstgelegt zu haben, am Aufbau teilnehmen wollen. Niemand kann Vorhersagen, wie die Entwicklung in den nächsten Jahren sich gestalten wird. Wir glauben fest an eine Konsolidierung der politischen Verhältnisse, glauben an die baldige Ratifizierung des Mandates und glauben, daß das Verhältnis zu den Arabern ein besseres werden wird und damit auch die Möglichkeiten der Einwanderung und der Arbeit »n Palästina immer größere werden. Aber wir sind vor Rückschlägen nicht sicher. Wenn diese Rückschläge kommen, wird es eine entscheidende Frage für die Fortführung des Aufbaus sein, ob der Rückschlag viele bisherige Freunde des Aufbaus diesem entfremden wird oder ob jeder Rückschlag nur ein Ansporn sein wird, die Arbeit zu verdoppeln. Die Zionistische Organisation muß ־ der Kreis sein, den kein Rückschlag, mag er auch noch so groß sein, von seinem Weg abzubringen vermag. Die Bedeutung, die die Beschaffung materieller Mittel in diesem Augenblick für unsere gesamte Arbeit hat, wird uns nicht das Gefühl dafür verlicren lassen, daß wichtiger als die Geldfrage nach wie vor die Frage der Menschen bleibt. Palästina wird doch nur von denjenigen aufgebaut, die hinübergehen, und die dringlichste■ Aufgabe der Zionistischen Organisation, die uns kein Keren Hajessod. Komitee abiiclmicn wird und die wir uns von keinem Keren Hajcssod-Komitee abnehmen lassen werden, ist die Gewinnung der Menschen, Mensehen, die Zionismus und Palästinaaufbau als ihre Lebensaufgabe empfinden, die in dieser Lebensaufgabe groß geworden sind und als Pioniere der nationalen Aufbauidee ins Land gehen. Solche Menschen zu gewinnen und sic im Geiste des Zionismus zu erziehen, ist und bleibt die vornehmste Aufgabe unserer Jugendbewegung, aber ist und bleibt auch eine Aufgabe, der unsere Ortsgruppen sich nicht entziehen können. Was das alles mit der Schekelsammlung zu tun hat? Es braucht nichts mit ihr zu tun zu haben, es kann aber auch ihre Grundlage sein. Der Schekel darf nach den geheiligten Grundsätzen der Zionistischen Organisation nur von dem genommen werden, der Zionist ist. Das Baseler Programm ist die Grundlage, nach der diese Frage zu beurteilen ist. Gewinnung von Schekelzahlem ist Propaganda für den Zionismus. Es wird sicW gewiß zunächst darum handeln, dje organisierten Mitglieder der Ortsgruppen zur Schckelzahlung zu veranlassen. Aber das ist der erste, leichte Teil der Aufgabe. Der Haupt teil beginnt, die Wieder, aufnahme der Propaganda für den Zionismus. Alle Freunde unserer Bewegung, die nicht den letzten Schritt getan haben, alle die, die sich zur Aktion des Palästlnaaufbaus mit uns verbunden haben, aber auch alle Fernstehenden, mögen sie Sympatliie oder keine Sympathie für uns empfinden, sollen vor das Judcnproblem in seinem ganzen Umfang gestellt werden, sie müssen zu Zionisten gemacht werden. Ob der Weg hierfür in Ver- Sammlungen, in kleineren Besprechungen oder sonstwie auch immer gegangen wird, mag nach den lokalen Verhältnissen verschieden sein. Eines gilt überall: Die Schekclsammlung muß von dem Gefühl getragen werden, daß es gilt, deutsche Juden für den Zionismus m gewinnen. Keine Konzessionen in diesen Grundfragen der Gesinnung! Nur solche Gesinnungsgenossen werden Erfolg haben bei ihren Schckclsammlungcn, die das Gefühl von der Besonderheit der Schekelaktion haben. Hier gilt es wieder einmal, nicht Freunde des Keren Hajessod und nicht Anhänger des Palästinaaufbaus zu gewinnen, sondern Zionisten. Nur die idealistische nationale Begründung des Zionismus, mit der wir die Zionistische Vereinigung für Deutschland aufgebaut haben, die die Grundlage unserer Arbeit gewesen ist, wird auch in der Zukunft imstande sein, uns Anhänger und Zionisten zu schaffen. Fritz Löwenstein. Die Bedingungen der palfistincnsischen Immigration London. (J.CB.) Das Kwlonialministerium teilt mit: In den vor vielen Monaten veröffentlichten sieben Kategorien der palästinensischen Immigration sind bisher keine Acnderungcn vorgenommen worden. Jetzt aber muß laut den letzten Verordnungen die Einreise solcher Personen, die in die ersten 4 Kategorien gehören, d. &' 1. «beruflich tätige Personen, die ihren in dem bis* herigen Wohnort ausgeübten Beruf in Palästina fortzusetzen beabsichtigen, 2. Personen, die sichere Aussicht auf Arbeit haben, 3. Personen religiösen Berufes, 4. Frauen, Kinder und solche, die von bereit• im Lande Wohnenden ausgehaltcn werden, vorher von der palästinensischen Regierung gutgeheißen werden. In all diesen Fällen wird die Regierung beson+ dere Rücksicht aut die Arbeitsaussichten im lande nehmen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.