Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1922)
- Date
- 1922-03-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2652410-2652432--14781-2673186- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
•ז| inn I. Alox!ן, i Wiener f r « i e, Ufas ». Zobclil,..( נשר לפס *uit j i Hibbln*(■ ״ י«feit ' tditorei Tel. 6508, S,0ipnr * Tmuui: rb»t. mr~? ' \ K "*eünkÜö• *od VeeUf W 15, Sichslach« Straft« ft, Ersdhaint ]•des ״•*״*U0d Fr«'*«?• B«ug*pr*j* bol der Eipcditiea und den 9 r»t»1'0 viwrtaljiHrivih 25.־־־* M. in Deutschland. Auslaaclsabona•• peBti וו*1»י׳יי In der WÜiirung der *mxelnan Lander berechnet.?PS l a Hü 24 | 8«^1!11 24 ,וb I^T Antel gen-V erv/alt unt: Jüdiich• RandschnuO.m.b.H.. Berlin W15, Sächsische Str. 8 Telephon J Amt Uhlaad 845 und 846. Aa1*igtnpr1)« für di• *lebeogeipalten• NoopaTeHUitU• &—IL* ramiUenanxeijfed 0 M. pro Zell«, An ■•lgea •chl u 01 Dienstag und Freiteg nschmitttg 4 Ubr, Telepbont Uhtend 845 11.R46, PosUchec&kontot 8er!in Nr. 17391 Für OrdrmiA. Poitaperkeisenemt Wien, Konto Nr. 154 0.10. Für T*che<bo«lowakeiJ i’na'iaparkaattnemt Prag, Konto Nr. LS6Q341 — Redak0ons*d1lu8 .Sonntag und Mittwoch •acbuiittag. — כד׳ אח/ תרפ״ב m XXvn. Jahrg. *,״nt*mus erstrebt tOr das JQdlscha Volk dio Schaltung olnor Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstatt# In Palästina.' ״Baseler Programm". liiu ttcl bronstr. 1( ר »iefetr Ijätt. tf&uller• 1 ftreng f, Hol״, tg unb t. Bor;djüfeten!liefert. zvc. es *• B- (V;1 lilteU• 8t* Hach der Sitzung des Großen Actions-ComitSs Die A.-C.-Sitzung, die Ende der vorige» ^oclic in Berlin stattgefunden hat, erbrachte den Beweis, daß das A.*C. in der neuen, vom letzten Kongreß geschaffenen Form allmählich in die ihm Testeliten Aufgaben hincinwächst. Die Sitzung stand jjch dein Eindruck sämtlicher Teilnehmer auf einem sehr erfreulichen Niveau, und die Kernfragen der gegenwärtigen Lage des Zionismus wurden prinzipiell diskutiert. Die zionistische Welt ist sich j,fllte darüber klar, daß die zionistische Politik m einem Wendepunkt angelangt ist. Einerseits *ird mit der Ratifizierung des Mandates eine neue Periode der äußeren Politik beginnen, die nicht mehr auf die Durchsetzung eines bestimmten Aktes jerichtet ist, sondern auf die sinngemäße Durchiirung in der konkreten Wirklichkeit. Andererseits »ird aber auch die innere Politik auf eine neue Basis gestellt werden müssen, da nach dem Mandat Jie große Aktion einsetzen muß, die die Mitarbeit des ganzen Volkes bei dem durch das Mandat gesicherten Aufbau der nationalen Heimstätte verbürgt. Es ist nicht leicht, in diesen Fragen Entscheiduugeu über konkrete Maßnahmen zu treffen, da ja das jüdische Volk nicht nur ohne einheitliche Organisation, sondern auch in die verschiedenartigsten Gruppen zerrissen ist. Das A.-C. hat durch die Diskussion der mit diesen Problemkomplexen nisammenhärigenden Fragen wichtige vorbereitende Arbeit geleistet. Im Zentrum des außenpolitischen Interesses sieht heute die Frage der Konstitution für Palästina. Diese Sache ist insofern heikel, als der Entwurf bekanntlich von der englischen Resierung nicht veröffentlicht, sondern nur vertraulich den interessierten Parteien mitgeteilt wurde. Die Diskussionen, die das A.-C. über diese Frage führte, mußten daher für vertraulich erklärt werden. Das * A.-C. hat dio einzelnen Punkte besprochen und der Exekutive Richtlinien gegeben, nach welchen die Verhandlungen mit der englischen Regierung fortzusetzen sind. Das A.-C. hat die Ucbcrzcugung gewonnen, daß nichts geplant ist, was geeignet wäre, die Durchführung der Bestimmungen des Wamiates zu beeinträchtigen. Abgesehen von dieser speziellen Frage Ist aus der allgemeinen Diskussion der Politischen Lage klar geworfen, daß auch unsere erantwortlichcn Männer sich dessen bewußt sind, »eiche bedeutende Wandlung das politische Lebe» s«t der Balfour-Deklaration durcbgemaclu hat. Lebte man damals, zur Zeit der Wilson-Noten und der russischen Revolutionen, in einer Periode der Proklamationen, so ist heute eine Zeit der konkreten Auseinandersetzung gekommen, und die Not und Pein der Welt hat viele von den so schön problamierten Ideen lünwcggeschwemmt. Auch für den Monismus ist heute die Zeit gekommen, wo es weniger auf die scharfe Formulierung eines Ideals "'kommt, als vielmehr auf die direkte Einflußjahinc auf die Wirklichkeit. Heute, wo es sich ״arum handelt, die politischePhysiognomiePalästinas 1״s Auge zu fassen, muß mit aller Klarheit aus- | psprochen werden, daß Palästina, das Gcburts- {ן ®f der jüdischen Kultur, zwar die nationale Heim- || s“*le für das jüdische Volk wieder werden muß, f j aaß aber selbstverständlich auch die gegenwärtige j!j r^ölkerung Palästinas zu ihrem vollen Rechte IJ ommen soll. Palästina wird ein Land sein, das חסן zwei gleichberechtigten Nationen bewohnt ist. ןי Agitation, die heute einzelne Araber gegen | “5" ,Ranken des nationalen Helms und gegen > IC jüdische Einwanderung treiben, entspringt un- ן k.^üten politischen Motiven. Denn es ist nicht ־ daß die Juden nach Palästina kommen, 5 ■ . “*,er die Araber zu herrschen. Viel zu sehr | wir uns dessen bewußt, daß Palästina eine ׳ י daß״e *8״e* ,m arak>ischen Meer sein wird und |i £• , auc'' das palästinensische Judentum nur im I Volt m1t1,011 zum *־eben erwachten arabischen 11' üt-r a r?’ .entwicü«ln kann. Bei den Diskussionen I Sta ^‘"L־־־S*fzung ist es klar geworden, daß dieser vJTnkt410 ׳ ßö-ade in unserer Zeitung stets nis![ k wu״Je. auCL v00 den maßgebenden ziosehen Persönlichkeiten stets geteilt wird. Wir sind überzeugt, daß, wenn die Reste der Exaltation, die aus der Zeit der Erschütterungen und Krisen zurückgeblieben sind, sich gelegt haben, der Weg nicht nur zu friedlichen Verhandlungen, sondern auch zu direkter Kooperation frei sein wird. Es muß uns gelingen, die Öffentlichkeit, insbesondere in England zu überzeugen, daß diejenigen englischen Faktoren, die heute aus irgendwelchen Motiven die arabische Agitation in London unterstützen — es sind oft dieselben konservativen Elemente, die in bezug auf Aegypten, Indien und andere Länder die starrsten Verfechter der Unterdrückungsmethode sind — der Sache Palästinas keinen guten Dienst erweisen. Die Fortführung der arabischen Politik, die schon durch die Resolution des Karlsbader Kongresses eingeleitet wurde, muß in denselben Linien fortgeführt werden. Das Hauptproblem der inneren Politik ist die Frage, in welcher Art die Gesamtheit des jüdischen Volkes zur Mitarbeit und Mitverantwortung herangezogen werden kann. Die Zionistische Organisation war der erste Versuch, jüdische Massen auf demokratischer Grundlage zu organisieren, eine Volksorganisation zu schaffen. Daher ist bis heute der Zionismus die einzige wirkliche völkerrechtliche verhandlungsfähige Vertretung des Judentums. Daran ändert die Tatsache nichts, daß heute noch eine Anzahl von Juden außerhalb unserer Organisation stehen und zum großen Teil politisch überhaupt inaktiv sind. Der Zionismus hat sich stets nur als die Repräsentanz dieser Volksbewegung betrachtet. In diesem Moment aber, wo die vorbereitenden Arbeiten getan sind, wo dank den dreißigjährigen Anstrengungen, dank der Pionierarbeit des Zionismus, der Weg zum Aufbau der nationalen Heimstätte gebahnt ist, heute, wo das Leben selbst mit zwingender Logik, als es Vcrsammlungsredner können, die Notwendigkeit des Zionismus erwiesen hat, heute kommt es darauf an, einen Weg und eine Form zu linden, um das ganze jüdische Volk zu aktivieren. Die Aufgaben sind so groß, daß auf die Dauer nicht wenige Menschen die Verantwortung tragen können. Die Zionistische Organisation ist folgerichtig als Jewish Agency von der englischen Regierung anerkannt worden. Ihre Bestrebungen, den Kreis zu erweitern, auf den sie sich in dieser Funktion stützt, stoßen auf eine ganze Reihe zum Teil technischer Schwierigkeiten. Bereits die Londoner Jahreskonferenz im Jahre 1920 hat grundsätzlich die Einberufung des jüdischen Weltkongresses beschlossen. Es ist aber nicht so einfach, eine wirkliche Organisationsbasis für diese Sache zu finden, die nicht übereilt werden darf, wenn sie Aussicht auf Erfolg haben soll. Die Frage des Weltkongresses wird bereits seit längerer Zeit wieder bei uns diskutiert und sie hat auch in den Beratungen der A.-C.-Sitzung eine Rolle gespielt. Durch die Diskussionen ist das Problem wesentlich geklärt worden und, obwohl es sich noch immer in einem vorbereitenden Stadium befindet und konkrete Beschlüsse nicht gefaßt werden konnten, so ist doch zu erwarten, daß bereits die nächste A.-C.-Sitzung auf Grund inzwischen noch erfolgter Vorbereitungen zu einem bestimmten Resultat kommen wird. Die A.-C.-Sitzung hatte auch noch eine etwas unangenehme Aufgabe. Sie mußte die Leitung und die Beamtenschaft gegen die bedauerliche Methode der Opposition in Schutz nehmen. Manche A.-C.- Mitglieder, die sachlich in verschiedenen Fragen auf einem anderen Standpunkt stehen als die gegenwärtige Leitung, waren doch genötigt, auch ihrerseits die Art zu verurteilen, in der heute im Zionismus gekämpft wird. Die Methode, verantwortliehe Personen durch persönliche Verdächtigungen, die wichtigste Sache des Zionismus, den Keren Hajessod, durch unkontrollierbare, geheimnisvolle Gerüchte zu diskreditieren, ist ein Vorgehen, für das sich schwer ein anderes Wort als Verrat wird finden lassen. Das Actions-Gomitö hat seine Pflicht getan, indem es in einem scharfen Beschluß diese Art der öppositon zurückwies. R. W. Keren F>ajessod Die amerikanische Keren Hajcssod-Aktion Die Mitglieder der Keren H.ijcssod-Dclcgation in de» Vereinigten Staaten habe» seit den letzten Berichten ihre Pacificreise fortgesetzt. Nach dem erfolgreichen Beginn der Keren Hajcssod-Kampagnc in Los An ge los, die einen Barbetrag von über 100000 Dollar einbrachte, verließen Nahuni Sokolow, Prof. Warbürg, Col. Patterson, und I)r. Goldstein die Stadt, um Porti and, Seattle und Vancoitvcr zu besuchen. Die Stadt Seattle hat besonders große Vorbereitungen für den Empfang der Delegation getroffen, und es ist anzunelimen, daß die jüdische Gemcinde dieser Stadt eine beträchtliche Summe für Palästina aufbringen wird. Unmittelbar »ach ihrem Eintreffen haben die einzelnen Mitglieder des Komitees Sondermeetings veranstaltet, die unter dem Zeichen bestimmter Autbaupläne einberufen waren. Prof. Warbürg sprach für die jüdische Universität, Nahum Soko low für die jüdischen Schulen in Palästina, Col. Patterson für den ökonomischen Aufbau, ln der großen Stadtsynagoge von Seattle wurden am nächsten Tage begeisterte Reden zugunsten des Keren Hajessod gehalten. Die Arbeit in den drei genannten Städten ist noch nicht abgeschlossen, so daß Endresultate noch nicht genannt werden können. Ein anderer Erfolg wird aus Sau Franziska gemeldet. Gelegentlich eines Banketts zu Ehren der Delegation wurden ansehnliche Zeichnungen und Barbetrüge cingcbradit. Der britische Generalkonsul, der der Veranstaltung beiwohnte, unterstützte die Reden der DclegatioiiRinitglicder. Ein von Nahum Sokolow und Prof. Warburg veranstaltetes Massenmeeting ergab über 10 000 Dollar. Während der Pacificreise der übrigen Delcgationsmit- Mitglieder organisiert Jabotinsky die Keren Hajessod-Kampagne in Newyork. In allen Schichten der Bevölkerung findet er Freiwillige, die sich ihm anschließcn, um den Erfolg der Delegation durch die Ergebnisse des Newyoikcr ״Drive“ zu krönen. De Arbeit steht unter Leitung von Judge Dannenbaum. Eine Liste von 100000 Adressen in Ncwyoric, die besucht werden sollen, ist in Bearbeitung, und jeder Mitarbeiter erhält eine Anzahl Personen zugewiesen, die er besuchen soll. Um Kollisionen mit der Aktion des ״Joint“ zu vermeiden, hat man den Beginn des ״Drive“ bis zum 16. April hinausgeschoben. Dann wird die große Arbeit einsetzen und jedem Juden Newyorks zur Bezeugung seines guten Willens Oelegenheit bieten. Drei Wochen lang sollen von den Mitgliedern der Delegation Meeüngs und Konferenzen abgehalten werden. Vom 7. Mai bis z.mn 1. Juni wird das Einsammeln der Zeichnungen erfolgen Auch in Chicago werden große Vorbereitungen für den Drive gemacht, unter persönlicher Leitung von Peter Schweitzer mul Morris Rothenberg, beides Mitglieder der amerikanischen Leitung. In Boston wurde Jabotinsky nach einem zu seinen Ehren veranstalteten Bankett, bei dem Sekretär Eni. Newman sprach, ein Scheck auf 15 000 Dollar überreicht. In derselben Stadt meldeten sich auf einen Appell Jabotinskys in öffentlicher Versammlung 300 freiwillige Mitarbeiter, darunter mehrere ehemalige Legionäre. Der Fortschritt in der Keren Hajessod-Arbeit in England Das Zentralkomitee des englischen Keren Hajessod bereitet gegenwärtig eine große Werbeaktion vor, die sich über das ganze Land erstrecken soll In zahlreichen Provinzstädten bestehen bereits Keren Hajessod- Komitees, die durch die Entfaltung ihrer Tätigkeit andere Städte zur Gründung weiterer Komitees anregen, ln London allein sind mehr als zwanzig Distriktkomitee» gebildet worden, damit die einzelnen Bezirke der großen Stadt besser erfaßt werden können. Besonders energisch wird die Arbeit in Manchester und Glasgow betrieben. Die Leitung des englischen Keren Hajessod Ist Dr. Schwartzinnnn anvcrtraiit, der großzügige Pläne für den weiteren Gang der Keren Hajessod-Kampagnc In England ausgearbeitet hat. Keren Hajessed in der Schweiz Am 5. März fand in Zürich die Oründungssitzung der Keren Hajessod-Vereinigung für die Schweiz statt Zu der Tagung waren Vertreter au» allen Städten der Schweiz erschienen. Herr Kantonsrat Dr. Farbstein eröffnete die Tagesordnung mit einem Referat, in dem er die Fragen des Paiästinaaufbaus darlcgte und die Schweizer Judenschaft aufforderte, durch Beteiligung am Keren Hajessod aktiven Anteil an dem Aufbau Palästinas zu nehmen. Dem Referat schloß sich ein reger Oedankenaustausch an, als dessen Ergebnis de volle Einmütigkeit aller Anwesenden über den Keren Hajessod und seine Arbcitsziete anzusehen war.