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Jüdische Rundschau · 1922-03-17 · Heft 22 (17.3.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 22 (17.3.1922)
Date
1922-03-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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U6034X ־־־ Red«Kt10n»»cJ11uß 5>0ן*01ח und Mittwodb ••thmittaf. —» יף ארהתרס״ב־־־ | xxvil jahrg. 0«r Zionismus erstrebt tßr das JOdlsche Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte ln Paiflstlne. ״Baseler Programm". 11/,;,eh;*ibJnm» ,!dwi״״1- *J 0mIwikA׳! **•"™?ין t LahKnaBBt y rrhcle». fi© ®fiE2'! dV T> Kommuntqud *chaft 1• b. El tr. 2 raus ibrikatlon ׳®tagen leidung •»”״»!ral irüiauf % 1.1. b. B,ן SxlQOratr, 08IIB »»־We l®n : .bunciif Di׳ איד י צמיי וואכן אובעטער־ אודי חבר ודי פואנקפ ודי נייע 0כ |אויף ארב!:וונח ורעק 1! •י יידן אין ו״1י׳שקייט |ניים ברוג |:טארגן־ליז "אלט ווד, [פון ארנון 1 נאטיצן j| פון יידיש! | אבאנאט* [״fNC .17 SSE Berlin, den 15. März 1922. Die Sitzung des Actions-Comites wurde Mitt- »•och, den 15. d. M., 4 Uhr nachmittags, eröffnet, folgende Herren sind anwesend: Von der Exeiutive : die Herren Wcizmann,Lichtheim, gotzkin, Soloweitschik, Judge Rosen- Hatt; vom Finanz und Wirtsc haftsrat : die Herren Naiditsch und Dr. Barth; vom Acti0n s-Cotn it e : Dr. Ch a j es, Dr. H a n t k e, Dr. Jacobson, Grünbaum, Dr. Reich, Rosoff, Blumenfcld, Struck, Lewin* Epstein, Farbstein, Rabbiner Rubinstein, Kaplan , Dr. Ahr. Ka tzc 11 c 1 soll n , Twersky, Mereminsky, Rubaschow. Ferner nimmt der Präsident des' Waad Leumi, Dr. j. Thon, als Gast an der Sitzung teil. Nachdem der Präsident des großen Actio 11s- Comites, Dr. Chajes, die Sitzung hebräisch eingcleitct hatte, wurde sofort in den ersten Punkt der Tagesordnung eingegangen, und zwar Bericht über die politische Lage. Das Referat Dr. Weizmanns, sowie die politische Debatte wurden für vertraulich erklärt. Dr. Wcizmann berichtete zurid'st über die Frage des Mandats und die Aussichten seiner baldigen Ratifizierung. Sodann erörterte er die Frage des Entwurfs einer Konstitution für Palästina und die Haltung, die die Exekutive dazu eingenommen hat. Er verbreitete sich hierbei weh über die Tätigkeit der arabischen Delegation in London und unsere Politik gegenüber den Arakm. Im weiteren Verlauf seines Berichts ging Wcizmann auf die Vorfälle ein, die in der letzten Zeit die zionistische Oeffentlichkeit stark beschäftigt Die palästinensische Delegiertenversammlung Jerusalem. (J.C.B.) Auf der 2. Tagung der palästinensischen Delegiertenversaminlung (Assefath Haniwcharim), verlas Herr Ussischkin, der Vorsitzende der palästinensischen Zionistischen Exekutive einen Bericht über die Tätigkeit der Zionistisdien Organisation in Palästina im Laufe der letzten 5 Monate. Aus diesem Bericht ging u. a. hervor, daß in der Berichtsperiode V4 Million Pfund für Aufbau-Arbeit in Palästina aufgewendet wurde »nd 5000 Emigranten im Lande eingetroffen sind, hif einer späteren Sitzung erklärte Ussischkin, die Exekutive sei bereit, derKooptierung zweier Delegierter derAssefathHaniwcharim mzustinrmen. Die Erledigung dieser seit etlichen Jahren umstrittenen Frage wurde in allen Kreisen ®it Zufriedenheit aufgenommen. » Die Versammlung beschloß, die orthodoxe Organisation Agudas Jisroel rinzuladen, an der Arbeit des Waad Haleumi (Nationalrat) teilzunehmen. Nach einer beim Misrachi eingelaufenen Meldüng hat sich auch der Misrachi an der zweiten ^ssion der Assefath haniwcharim nicht beteiligt. Herbert Samuel gefährlich krank? Eine Reuterdepesche vom 13. März meldet aus 1^ro, daß Herbert Samuel gefährlich erkrankt sei “1Jd sein Befinden zu Besorgnissen Anlaß gebe. Einige Aerzte und Bakteriologen sind aus Kairo Stufen worden. Die Londoner ״Zajt“ hat beim Bruder des ״'gh Commissioner, Sir Stuart Samuel, angefragt, ״och erhielt sie die Antwort, daß ihm von einer erschlechberung im Befinden seines Bruders nichts Wannt sei. Herbert Samuel war bekanntlich etwa sechs ochen an Pharyngitis nebst rheumatischem Fieber ra°k| doch befand er sich auf dem Wege der Geesung und ist Ende Februar zur Erholung nach Jencho gereist. . Wir hoffen, daß die vorliegende Meldung sich nicht bewahrheitet, und der High Commissioner, , ^en Kraft für das jüdische Volk so wichtig ist, 4*d völlig wiederbergestellt sein wird. haben, insbesondere die Angriffe der Northcliffepresse, den Fall Stuart Samuel und die orthodoxe Delegation zu Lord Northcliffe in Palästina. Außer diesen Angriffen von außen mußte sich Dr. Weizmann auch mit den Angriffen von innen beschäftir gen; er betonte, wie verderblich die zionistische Opposition, die von Paris und dem Haag ausging, auf die zionistische Atmosphäre gewirkt hat. Statt die Leitung in ihrer schwierigen Position zu stützen, sei von dieser Seite der Versuch gemacht; worden, sie gerade im entscheidenden Augenblick zu schwächen. Trotz allen diesen Hindernissen, erklärt Dr. Weizmann, ist die politische Situation im allgemeinen als günstig zu bezeichnen, doch müßten Wege gefunden werden, um die Position des Zionismus zu stärken, gerade mit Rücksicht darauf, daß die Ratifizierung des Mandats bevorsteht, und sich dann besonders große Aufgaben für das jüdische Volk ergeben werden. Nach Weizinanns Referat hielt zunächst der Vorsitzende, Dr. Chajes, den kürzlich verstorbenen prominenten Persönlichkeiten der Bewegung, dem Arbeiterführer und Schriftsteller A. D. Gordon, dem Rabbiner Dr. Nobel und Rabbiner D. Margulies, Florenz, einen Nachruf, den das Actions-Comite stehend anhört. Sodann wird in die politische Debatte eingetreten. Als erste Redner sprechen die Herren: Dr. Chajes, Dr. Reich, Twcrsky, Dr. Jacobson, Grün bäum. Ferner wird ein Brief des Herrn Adolf Böhm' verlesen. Die Debatte dauert in den Abendstunden noch fort. Auckland Gedd< s übt r die1 Balfour• Deklaration Washington, 12. März. (J. C. B.) Der hiesige englische Gesandte Sir Auckland Geddes «npfing heute eine aus den Herren Richard Konheim1, A. Goldberg, Louis Lipski, Richter Dannenbaum, Richter Jacobs, Mr. Moses aus Baltimore, Mr. Oünsberg aus Philadelphia und Mr. Hermann Bcnnstcin bestehende zionistische Abordnung und besprach mit ihr in Gegenwart des ersten Oesandtschafts- Sekretärs die gegenwärtige Lage in Palästina. Die Abordnung wies auf die neuerlich aufgetauchten Gerächte über bevorstehende Unruhen in Palästina und auf die Tätigkeit der Agitatoren, die die Baifourdeklaration zu Fall bringen wollen, hin. Die Sprecher der zionistischen Deputatton versicherten dem Gesandten, daß die Juden bereit sind, große Opfer für die Wiederaufrichtung Palästinas als jüdisches Nationalhcim, in welchem Juden, Christen und Muselmanen nebeneinander gleichberechtigt in Frieden und Eintracht leben sollen, zu bringen. Der Erfolg dieser Anstrengungen sei aber vom Vertrauen der amerikanischen Juden zur Entschlossenheit der britischen Regierung, Ordnung und Gesetz in Palästina aufrechtzucrhaltcn, abhängig. Sir Auckland Geddes versicherte der Delegation in seiner Antwort, daß Großbritannien unerschütterlich an der durch die Balfourdeklaration verkündeten Politik, ungeachtet der unheilvollen Propaganda, festhalte. Die Regierung werde ihr Möglichstes für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Gesetz tun, und er glaube, daß cs gegenwärtig keinen Grund zur Furcht von neuerlichen Vorfällen gebe. Die Unruhen in Palästina waren zunächst darauf zurückzuführen, daß die gesamte islamitische Welt sich gegenwärtig im Stadium allgemeiner Unruhen befinde und ferner auf den Umstand, daß durch die Verzögerung der Bestätigung des Palästinamandats eine gewisse Un- Sicherheit die Oberhand gewonnen habe. Die bevorstehende Konferenz des Obersten Rats in Paris bezwecke allen Ernstes, die Ursachen der Unruhe zu beseitigen, und wende viel dazu beitragen, um' die Stabilität in Palästina zu sichern. Sir Auckland Geddes versicherte der Abordnung, daß er der britischen Regierung die Gefühle der zionistischen Vertreter übermitteln werde, und daß die britische Regierung ihre sachlichen Vorstellungen ernstlich1 in Erwägung ziehen werde. Argumente gegen den Zionismus Araber und Agudah ln London hat auf Veranlassung der National Political League am 2. März eine Versammlung stattgefunden, die der arabischen Delegation Gelegenheit geben sollte, vor der englischen Oeffentlichkeit ihre Wünsche zu erklären. Die Versamm-1 lung ist aus vielen Gründen recht interessant, und wir wollen im folgenden zu einigen dort vorge׳■ brachten Argumenten Stellung nehmen. Es wird sich dabei Gelegenheit bieten, auch über den Verlauf der Versammlung in Kürze zu berichten. 1 Es wurden zunächst eine Reihe von Telegrammen vom Vorsitzenden, Lord Lamington, verlesen, und zwar Telegramme von Mitgliedern der englischen Aristokratie, ferner von Northcliffe undeinigen anderen, die ihre Sympathie für die Sache ausdrückten. Northcliffes Telegramm z. B. hat folgenden Wortlaut: ״Ich betrachte die Lage in Palästina als ernst. Ich glaube, daß jede Einwanderung und jeder Import von Waffen sofort gestoppt werden sollte, und daß unerwünschte Personen ausgewiesen werden sollen.“ Die Versammlung wurde dann mit einer Rede des Vorsitzenden eröffnet, der, wie er behauptet, durchaus Sympathie für die zionistische Sache empfunden habe, bis er nach Palästina gekommen sei. Er weist auf den unklaren Ausdruck ״National Home“ hin, behauptet, daß die cinheimisehen Juden Palästinas Gegner des Zionismus seien und fordert die Aufhebung der Balfourerklärung, die im unlösbaren Wider- Spruch mit den den Arabern gegebenen Erklärungen stehe. Dieses Moment bedarf einer kurzen Widerlegung. Es ist nicht riehtig, daß die BaHourdeklaration, die die Mitwirkung der englischen Regierung an der Schaffung des jüdischen nationalen Heims verspricht, und das Versprechen an die Araber, denen ihre Unabhängigkeit unter der Voraussetzung einer arabischen Erhebung gegen die Türken‘in Aussicht gestellt worden ist, sich in irgendeinem Widerspruch befinden. Das Versprechen an die Araber wird in denjenigen Gebieten erfüllt und ist ja zum Teil bereits erfüllt worden, die als die wirkliche Zentrale arabischer Kultur noch heute anzusehen sind, also in Arabien und in Mesopotamien, zumal ja in Palästina jedenfalls von einem arabischen Aufstand gegen die Türken nichts zu bemerken war. Für Palästina! kann nur die Balfourdeklaratton die Richtschnur der britischen Politik sein, wie das Churchill jüngst wieder dargekgt hat. Es folgte nun die Hauptrede des Abends, die der Sekretär der arabischen Delegation, Shibly Effendi Jamal, hielt. Die Rede, die uns in dem ausführlichen Bericht des ״Jewish Chronicle“ vorlicgt, gibt die Möglichkeit, sich ein Bild von der Persönlichkeit des Redners zu machen. Er ist offenbar nicht nur ein geschick« ter Politiker, 90ndcm überdies ein europäisch gebildeter Mann, der in bemerkenswerter Weise nicht nur die zionistische Literatur, sondern sogar die antiztonistischc Argumentation jüdischer Assimilationskreise kennt und für seine Zwecke auszunutzen versteht. Er beginnt mit der Erörterung einer Frage, die ja im zionistischen Kreise stets besonderes lnteressc gefunden hat und keineswegs ganz eindeutig beantwortet zu werden pflegt, mit der Frage nämlieh, worin der historische Anspruch der Juden auf Palästina eigentlich bestehe. Wenn er einleitend behauptet, daß 93 Prozent der heutigen Bevölkerung Palästinas Araber seien und ferner 3 Prozent der jüdischen Bevöikerung sich völlig zu den Arabern rechneten, so daß also 96 Prozent Araber seien und unter den übrige bleibenden 4 Prozent sich noch andere Bevöikerungselemente als Juden befänden, so ist diese ziffernmäßige Angabe freilich nicht ernst zu nehmen. Palästina hat unter einer Bevölkerung von 700000 bis 800000 Menschen ungefähr 100000 Juden, also 12—14 <0/י, und die 3 °/0, die sich für Araber halten, existieren nur in der Phantasie des arabisehen Redners. Wenn er dann davon spricht, daß die Juden, als sie zu Josuas Zeiten in Palästina eingewandert seien, dort bereits ein anderes Bevölkerungselement vorgefunden hätten, und daß dieses Bevölkerungselement identisch mit der heu* h«lscb» sei

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