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Jüdische Rundschau · 1922-02-14 · Heft 11-12 (14.2.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 11-12 (14.2.1922)
Date
1922-02-14
Page
– (sequence 1)
Language
German
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An1*lg«aprci0 für dl!• •Ut>eng**p*lU1)« ML, FamilUnanxtig«!» & In. pro Zeit«. AnRtifSDBchla&l DieruUf «ad fraitag cacbaittag 4 Ubr. Telephon ן UfcUod 845 0.846, PosUchf Skonto f D«rll© Kr. 17591; Tut OeittrTtich; Fo*Up.rk*®rao«mt W.eti, Koni© Nr. 156 03a Für Tachtckflajowaicti { P01Up«rk©Men«R1t Prag, Kost« Nr. 156054 — Redl*kt»0D»*chluO •Soonlaf und Miüwoch Bucbmittag• — טז׳ ^בט* תרס״ב XXVII. Jahrg. Der Zionismus erstrebt iflr das jüdische Volk die Schaffung einer Oftontllch-rochtllch gesicherten Heimstatt• In Palästina. ״Baseler Programm*'.!Der Veu fe.G2ü1E1rtecnsiT/t1rf im? Palästina London, 8. Februar. (Reuter.) Der Verfassungsentwurf für *Palästina, der von der Regierung der gegenwärtig in London wellenden arabischen Delegation und den Zionisten mltgetcllt worden ist, ist ln eingehenden Erörter u n g e n zwischen der Regierung und den in Betracht kommenden Parteien 0 r• gänzt worden und wird, wie man hofft, die mögliche Grundlage für ein brauch• bares Abkommen bilden. Die .,Times“ schreiben, das Hauptziel der Regierung sei gewesen, zu ermitteln, was als Ergebnis der Durchführung der in der Balfourschen Dekla• ration angekündigten Politik anzusehen sei, und sodann einen Entwurf auszuarbeiten, der die nötigen Garantien biete. Nach dem Rcglcrungscntwurfe verbleibt die Exekutive In den Händen des Oberkommissärs, während die Gesetzgebung einem Rate zustehen soll, dessen Mitglieder teils ernan nt, teils gewählt werden, wodurch die notwendigen Bürgschaften gegeben seien. Der Oberkommissär wird das Recht haben, gewisse Angelegenheiten der Entscheidung des Staatssekretärs vorzubehalten, doch ist die skizzierteVerfassung tatsächlich der erste Schritt zu einer repräsentativen Regierung. Infolge des durch den Streik eingetretenen , Betriebsstörung konnte die ״jüdische Rundschau־* ' In der vergangenen Woche nicht erscheinen. Die j heutige Nummer erscheint in verstärktem Umfange, j Da die Störungen noch nicht völlig behoben sind, mußten mehrere Beiträge und Nachrichten iiir die 1 nächste Nummer zurückgestellt werden.! Herbert Samuel und Keren Hajessod Sir Herbert Samuel hat an den Delegierten des Direktoriums des Keren Hajessod, Herrn Dr. Uricl Bcnsion, der auf seiner im Auftrag des Keren Ha* jessod unternommenen Reise nach Aden, Indien und Mesopotamien Palästina besuchte und von Sir Herbert Samuel in Audienz empfangen wurde, das nachfolgende Schreiben gerichtet, um mit dieser Kundgebung die jüdische Bevölkerung Indiens und Mesopotamiens für den Keren Hajessod zu gewinnen: Amt des Oberkotntnissärs. Jerusalem, 12. Dezember 1922. Sehr geehrter Herr Dr. Bension! Es Hegt mir am Herzen, meinen besten Wünschen für den vollen Erfolg Ihrer Mission in Iran und Indien Ausdruck zu geben. Die Zulassung jüdischer Immigranten nach Palästina muß von dem Ausmaß der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes abhängen; sie hängt ihrerseits wieder von den Mitteln ab, die für diesen Zweck aufgebracht werden. Von nicht geringerer Bedeutung ist die kulturelle Seite des Jüdischen Nationalheims in Palästina, und aucii hierfür ist es wesentlich, daß entsprechende finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden. Wenn die jüdische Bevölkerung der ganzen Welt bereit ist, die finanziellen Mittel beizustellen, dann bin ich überzeugt, daß die Energie und der Enthusiasmus der jüdischen Bevöfterung Palästinas und jener, die ihr aus : anderen Ländern Zuwachsen wird, erfolgreich sein wird bei der Schaffung eines Palästinas, auf das wir alle stolz sein werden, in dem alle Teile der Bevölkerung gedeihen werden und in dem das Judentum wieder in Freiheit jene großen Eigenschaften entfalten wird, denen es seine Größe in vergangenen Tagen zu danken hatte. Ihr sehr ergebener gez. Herbert SamueL Dr. Eder bleibt London, 5. Februar. (J.C. B.) Die zionistische Exekutive iiat mit Rücksicht auf die große Wichtigkeit der ständigen Anwesenheit Dr. Eders in Palästina diesen bewogen, nach Palästina zurückzukehren, um seine Funktionen als Mitglied der zionistischen Exekutive in Palästina bis Ende Juli wieder aufzunehmen. Dr. Eder gab dem Wunsche der Exekutive statt und wird demnächst nach Jerusalem auf seinen Posten zur&ckkehren. Die jüdische Arbeiterbank Jerusalem, 4. Februar. (J.C.B.) Bisher wurden in Palästina selbst 5164 Anteile der jüdischen Arbeiterbank verkauft (und zwar wurden diese Aktien von den Arbeitern selbst gezeichnet. — Red. d. ״J. R.“). Den hier eingetroffenen Nachrichten aus Amerika zufolge befindet sich dort die Kampagne zugunsten der Arbeiterbank in günstigem Fortschreiten. Bekanntlich ist in Amerika eine Delegation der palästinensischen Arbeiter unter der Führung von Bcrl Kazenelson (Achduth Haawoda) und Josef Baraz (Hapoel-Hazai'r) zugunsten der Arbeiterbank tätig. Dieses Institut, daß vor 3Hem die Genossenschaften, die jetzt jedesmal bei der Uebernahme von Arbeiten die größten tnaterielien Schwierigkeiten haben, von den Subvenfionen unabhängig und durch Erteilung von Krediten auf kaufmännischer Basis konkurrenzfähig jnachen soll, ist zweifellos eines der wichtigsten kolonisatorischen Instrumente, was auch vom Zionistenkongreß anerkannt worden ist. Es ist daher dringend zu wünschen, daß das zur Aufnahme der Tätigkeit erforderliche Kapital baldigst auf* gebracht wird. Die zionistische Stellungnahme Das Zcntralbüro der Zionistischen Organisation gibt folgendes Communiquö aus: Die Zionistische Organisation begrüßt die Ankündigung, daß eine Konstitution für Palästina entworfen worden ist und bald in Kraft treten soll. Es kann angenommen werden, daß die Konstitution in jeder Hinsicht in strikter Uebereinstimmung mit dem Mandat sein wird, kraft dessen die britische Verwaltung in Palästina ausgeübt wird und daß die Zionistische Organisation Gelegenheit haben wird, der Regierung alle Bemerkungen, die sie zu machen wünscht, vorzulegen. Das Schema einer I'ror.kö'.Giilft . . - In der Angelegenheit des Verfassungsentwurfs für Palästina erfährt ״JewishQuardia n“ vom 10. Februar, daß die Zionistische Organisation bis dahin noch keine Gelegenheit hatte, die offiziellen zionistischen Anschauungen Mr. Churchiti darzulcgen. Dagegen sei die unoffizielle arabische Delegation, die jetzt in London sich aufhält, vom Kolonialminister empfangen worden, um ihre Bemerkungen zu dem Entwurf vorzubringen. Daher ist der Entwurf noch keineswegs als definitiv zu betrachten, und alle von anderer Seite als vom Kolonialministerium ausgehenden Veröffentlichungen müssen mit Vorsicht aufgenommen werden. Diese Warnung bezieht sich vor allem auf eine Veröffentlichung der ״Morning Post“ über die ״Forderungen der Palästinenser“, weiche offenbar die Wünsche jener ״kleinen und unoffiziellen Delegation“ wiedergibt. Das Dokument, das den Verfassungsentwurf enthält, ist allerdings vertraulich. Aber wenn er ohne wesentliche Aenderungcn von den beteiligten Parteien angenommen wird, dürfte er folgendes Schema annehmen: Die Basis ist das Schema der Regierung einer Kronkolonie von dem Typus, der etwa dem Anfangsstadium aller britischen autonomen Dominions entspricht Demgemäß wird es geben: 1. Einen Gcneralgouverneur oder High Cotnmissioner, ausgestattet mit allen diesem Amt zukommenden Vollmachten. 2. Ein kleines Exekutivkomitee, das vom Gcneralgouverneur ernannt wird. 3. Der wichtigste Punkt, einen gesetzgebenden Rat (Legislative Council), bcstellend aus Mitgliedern zweifacher Art; die einen werden ernannt werden, offenbar durch den Gcneralgouverneur, und die anderen werden durch allgemeine Wah- I e n gewählt werden. Man kann mit Sicherheit annchmen, daß die Mehrheit der gewählten Mitglieder des Legislative Council aus den Vertretern der Mehrheit der Bevölkerung bestehen wird und daher arabisch sein wird. Gleichzeitig sind jedoch dem Generalgouverncur Vollmachten Vorbehalten, durch seine Tcrsönliehe Wirksamkeit oder durch das Exekutiv-׳ komitcc die religiösen und anderen Rechte der Minori.äten der Bcvölkerung zu schützen, in diesem Fall also hauptsächlich der Christen und Juden. Man kann annehmen, daß der Hauptzweck des das Wahlrecht regelnden Teils der Verfassung des Legislative Council darin besteht, daß er jeden arabischen Argwohn bezüglich einer beabsichtigten jüdischen yorherrschaft, wie er besonders durch die arabische Delegation in London verbreitet wurde, beseitigt. Eine solche Vorherrschaft würde — sofern sie überhaupt jemals Tatsache werden sollte — gemäß diesem Entwurf in einen Zeitpunkt verlegt werden, wo die palästinensische Wählerschaft zum Legislative Council zahlenmäßig übewiegend jüdisch sein wird. ״Ohne uns mit Details eines Planes beschuftigen zu wollen, der noch auf seine endgültige Form wartet — schreibt ,Jewish Guardian1 — würden wir nicht überrascht sein, wenn die Gesamtzahl der Mitglieder des Legislative Council so fixiert wäre, daß die zu wählenden Mitglieder die Mehrheit bilden. Aber in bezug auf Details und auf den Entwurf als Oanzes müssen wir unsere Warnung wiederholen, daß noch keine definitive Entscheidung gefallen ist und daß der Vorlage und Erwägung der Anschauungen der zuständigen Seiten ausreichende Zeit gewidmet werden wird.“ Die arabische Delegation fm Kolonialministerium London, 6. Februar. (J.C. B.) Wie von arabischer Seite mitgeteilt wird, ist die arabische Delegation aus Palästina für heute ins Kolonialministerium beschicden, wo eine längere Ausspräche zwischen ihr und Mr. Churchill stattfinden soll. Wie verlautet, sollen bei dieser Konfe* renz in erster Reihe die Beziehungen zwischen der arabischen und jü* dischen Bevölkerung in Palästina im Zusammenhang mit der Errichtung des Nationalheims für die Juden besprochen werden. Das Sekretariat der arabischen Delegation teilt mit, daß diese beschlossen hat, ihren Aufenthalt in England zu verlängern, um irgendeine Modifikation in den Bestimmungen der Balfour-Deklaration zu erlangen. Amerika und das Palästina-Mandat New York, 7. Februar. (J.C.B.) Einem Washingtoner Berichte zufolge hätte das Staatsdepartement im stillen der Ratifizierung des britischen Mandats über Palästina auf der bevorstehenden Aprilsession des Völkerbundes zugestimmt. Der Zionistischen Organisation in den Vereinigten Staaten soll von der amerikanischen Regierung versichert worden sein, daß sie im Bedarfsfälle bereit ist, der Zionistischen Welt- Organisation in ihren Anstrengungen um die gesonderte Bestätigung des Palästinamandats zu assistieren

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