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Jüdische Rundschau · 1922-01-31 · Heft 9 (31.1.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 9 (31.1.1922)
Date
1922-01-31
Page
– (sequence 1)
Language
German
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rsamnv י »Was 'Ortra״ iftc all ' Keren Arbeit tce (je* Pper.; nach Änfaim Keren rik »m »f I71J. por מרו! זיז * jiniic ) Sl!• ■tiickk.1 I IE tchzoli ehkelt ffc•*״■ ji •iobl 11 «kt• 8V| I b«m! OiUJUUitu,, מזמומוו I 1 * ־1 v vJifUIjihr pdltlnl«■ ■ * ״ ■—» ■ “ v*a»un>uu1 nviiaguiipunnc« ■■ota wträ•» 1■ it' VJ11r»״J dar •imelnan Liadar X > 1T«r*rr cigcn-Verwalt unji JüdUch« Rondschnu G.m.b.H., Berlin W15, Sichtliche Str. 8 T*l«nkna! inl (?hlonit Ä44 11H(j 146. Nummer 9 Berlin, 31 I. 1922 ך*׳יי«ןן 8’**** f^» TeUpboa: UhtamJ $45 «.846. P0stx«hrdk)to»t•! KWU» Nr. 17S9X •i Pur Oe*t*rr»iah. Poiliparkftsaeaamt Wi#n, Koit© Nr. 156 039. 1 Für T»ch fcbo*t©w*V:r1J PoataparkMuenamt Pr»f, Keot• Nr. U603& * — RadaktioawdaluB Sontlaj und MiUwodb *a׳i1m1ttaj. —י ס^טבט* תרפ״ב | xxviiTjährg. per Zionismus erstrebt IQr das jQdlscho Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Holmatfltte In PalSstlna. ״Basaler Programm". Dr. Eders Stellung ן Wie ״Jcwlsh Chronicle“ mittcilt, wird Dr. Eder j Ib Kürze in London erwartet Er wird mit der Zionistii wJ1a1 Exekutive die Frage seines künftigen Verhältnisses I jur palästinensischen Zionistischen Exekutive besprechen. ן Man hofft zuversichtlich, daß alle Differenzen zwischen ׳ ihm and den anderen zionistischen Führern bcigclcgt werden werden. | ן ________ Keren Hajessod in Amerika j New York, 23. Jan. (J.C. B.) ln der vor j einigen Tagen stattgefundenen Sitzung der natioj nalcn Exekutive des Keren Hajessod in den Vereinigten Staaten machte der Sekretär die erfreuliche ' Mitteilung, daß die Eingänge für den Keren Hajessod in der letzten Zeit sich beträchtlich vergrößert und sehr regelmäßig einzulaufen begonnen haben. Es werden seit einiger Zeit wöchentlich 10000 Pfund Sterling nach Palästina geschickt. Philadelphia, 21. Januar. (J.C. B.) Nahuni Sokolow, Professor Warburg, Dr. Goldstcin und Rothenberg sprachen hier in einer jüdischen Massenversammlung, die sich zu einer großartigen Demonitration für das jüdische Palästina gestaltete. Nach Schluß der Versammlung überreichte der Vorsitzende Herrn Sokolow einen Scheck auf 100000 Dollar für den Keren Hajessod. New York, 21. Januar. (J. C. B.) Die Mitglieder der zionistischen Delegation besuchten die Stadt A11 a n ־ tic, wo sic in einer Massenversammlung, der auch der City-Major beiwohnte, über den Wiederaufbau Erez-Isracls spradien. Das Ergebnis der Versammlung war ein Ein- Rang von 25 000 Dollar für den Keren Hajessod. Der Bürgermeister überreichte Herrn Sokolow das Dekret der Ehrenbürgerschaft der Stadt Atlantic. Auch in den übrigen Städten Amerikas sind die Delcgierten der Zionistischen Organisation durch große Vcr- Sammlungen enthusiastisch begrüßt worden, in deren Verlauf dem Keren Hajessod bedeutende Summen zugeführt wurden. An den Versammlungen, in denen die Mitglieder der Delegation Sokolow, Dr. OoIdstein und Jabotinsky die Referate hielten, nahmen auch die offiziellen Vertreter der betreffenden Stadtgemeinden teil, ln Minneapolis betrug das erste Er* gebnis über 100 000 f>. In Alban y brachte die Sammlutig für den Keren Hajessod 50 000 $, und Beträge bis zu 10000 $ brachten andere kleinere Städte wie Stamfnrd, Patcrson, Wilmington und andere auf. Die amerikanische Filiale der Jüdischen Nationalbank New York, 21. Januar. (J. C. B.j Mr. Josef Co wen hat sich hier seiner Aufgabe, eine Amerika- Filiale der Jüdischen Kolonialbank zu errichten, mit vollem Erfolg entledigt Sämtliche Arrangements für die baldige Eröffnung der amerikanischen Abteilung sind bereits abgeschlossen, so claß Mr. Cowen dieser Tage seine Rückreise nach London antreten wird. Die Brandeis-Grnppe und Balfoar ״Hadoar“, New York, teilt mit, daß die Brandeis* Gruppe der Einladung der Zionistischen Organisation Amerikas zum Balfour-Bankett nicht Folge leisten wollte. Sie wandte sich an Balfour mit der Bitte, ihr einen besonderen Empfang zu gewähren. Auf dieses Telegramm ließ Balfour seinen Sekretär antworten und verwies die Brandeis-Gruppe auf die Zionistische Organisation Amerikas, an die er die Einladung zu dem Bankett hatte ergehen lassen. Als einziger Anhänger der Brandeis- Gruppe war der greise Nathan Strauß erschienen, der *her nicht die Gruppe, sondern den jüdischen Kongreß vertrat Die sozialistischen Parteien und die Judenfrage Wien, 24. Jnn. (J. C. B.) Die österreichische sozialdemokratische Partei beschloß, die Erörterung der Juden- •rage auf die Tagesordnung ihres nächsten Parteitages «J setzen. Einige führende Mitglieder werden vermutlieh die Anerkennung der jüdischen Natio- "alltat beantragen und im Zusammenhänge damit auch die Förderung des Aufbaues Palästinas im Sinne des poale-zionistischen Programms- Keren Hajessod-Erfolge in Elsaß-Lothringen. Einer Mitteilung der Keren Hajcssod-Kommission für Elsaßl-oüuingcn zufolge erreichten die Zcidintingcn für den Keren Hajessod die Summe von 6SÜÖÖ Eres,, von denen bisher 20000 Frcs. in Straßburg und 3500 Frca, «n Metz bar eingezahlt wurden. Dr. Eders Aussage vor d Der Bericht der Haycraft-Konimission, den wir in deutscher Sprache in der Rubrik ״Dokumente Und Quellen“ vollinhaltlich veröffentlicht haben, führt die Unruhen iu Palästina auf die Aufregung zurück, die sich der Araber angesichts der jüdischen Herrschaftsansprüche bemächtigt habe. Zur Illustration gibt der Bericht eine Anzahl von Aeußerungen aus der jüdischen Presse wieder, aus denen hervorgehen soll, daß von zionistischer Seite tatsächlich mehr verlangt wird als gemäß der Balfour-Deklaration und entsprechend der Politik des Kolonialministeriums gewährt werden kann Besonders die Aussage Dr. Eders, der kein Privat-! manu, sondern als stellvertretender Vorsitzender der Zionist Commission ein offizieller Repräsentant des Zionismus ist, schien der Kommission beweiskräftig zu sein. Die Stelle des Berichtes, wo die Kommission die Aussage Dr. Eders kritisiert, mußte schon in dem unbefangenen Leser Zweifel an der völligen Objektivität entstehen lassen. Die Aussage schien auf den ersten Blick unvollständig und daher auch entstellt wiedergegeben. Diese Vermutung wird nunmehr bestätigt, da das zioriistische Bulletin den betreffenden Abschnitt des stenographischen Protokolls wörtlich publiziert. Dr. Eder sagte ganz deutlich, daß Palästina von Juden und Arabern gemeinsam aufgebaut werden soll, daß es später die Stellung eines von Juden und Arabern bewohnten Dominions erhalten soll. Er sagt ausdrücklich, daß alle Rechte der Araber peinlich respektiert werden sollen, ja, er spricht sogar vorausschauend von einer großen politischen Gemeinschaft, den ״Vereinigten Staaten des Vorj deren Orients“, die naturgemäß nur ein großarabisches Reich sein können, dem sich das vorwiegend jüdische Palästina eingliedern würde. Solche Perspektiven kann man wahrhaftig nicht als araberfeindlich bezeichnen, wie es die Konimission tut. Das einzige Wort, worauf sie sich stützt, ist die Bemerkung, daß Palästina, gemäß Balfour-Deklaration, türkischem Friedensvertrag und Mandatsvertrag völkerrechtlich zur nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes bestimmt, nicht gleichzeitig auch die nationale Heimstätte des arabischen Volkes sein könne. Dieses Wort wird immer so ausgclcgt, als ob es eine Unterdrückung der Araber oder ihre Vertreibung aus Palästina enthalten würde. Bei näherer Ucberlegung erkennt man, daß dieses Mißverständnis auf einer falschen Auffassung des Wortes ״Heimstätte“ beruht. Selbstverständlich sollen alle Araber, und auch andersnationale Bewohner des Landes, ihre Heimstätte in Palästina ungestört behalten, aber als ״nationaic Heimstätte“, als Heimstätte des Volkes, das gerade hier sein Zentrum hat, ist Palästina niemals von den Arabern in Anspruch genommen worden und wird es auch heute nicht beansprucht, da ein solches Verlangen sinnlos wäre. Das arabische Zentrum liegt nicht in Palästina. Für die Juden aber ist Palästina das einzig mögliche Zentrum und daher muß es vorwiegend jüdisch werden, ohne daß damit arabische Rechte verkürzt werden. Das ist der Sinn der ״nationalen“ Heimstätte. Würden nicht stets neue intriguen ein friedliches Einvernehmen stören, so müßten auch die intelligenten Araber diesen Tatbestand verstehen. Leider aber hindern gerade solche Dokumente wie der Haycraft-Bcricht das gegenseitige Einvernehmen, denn in ihrem Lichte erscheinen die Befürchtungen der Araber gerechtfertigt. Darum hat die Kommission, die vielleicht objektiv sein wollte, schlechte Arbeit getan. Sie hat nicht zur Verbesserung, sondern vielleicht zur Verschärfung der Verhältnisse beigetragen. Die nachfolgende Wiedergabe der Aussage Dr. Eders sollte von zionistischer Seite allen Mitgliedern des Parlamentes, gewissermaßen als ein Nachtrag zu dem Weißbuch, überreicht werden. Sic ist unentbehrlich für die Beurteilung der Schlußfolgerungen des Weißbuches. Das Bulletin der Zionistischen Organisation teilt mt: 111 der antizlonlstlschcn Propaganda Ist viel Gebrauch gemacht worden vor» gewissen Anspielungen Im Berichte der Haycraftkonunission über die Unruhen in Palästina er Iiaycraf t * Kommission un Mal 1921 bezüglich der Aussage Dr. Eders. Oe Wiedergabe von Dr. Eders Aussage auf Seite 57 des Berichtes ist so kurz zusammengdaßt, daß sie (zweifellos unbeabsichtigt) Mißverständnisse erregen muß; auch kann seine Erklärung nicht gerecht beurteilt werden, wenn nicht der volle Text herangezogen wird. Wir geben daher im folgenden die .wesentlichen Teile an der Hand des stenographischen Protokolls der Ver- Handlungen wieder. Im Haycraftbcricht werden Dr. Eder folgende Worte in den Mund gelegt: ״ln Palästina kann cs nur eine nationale Heimstätte geben.״ In Wirklichkeit hat Dr. E d e r vor der Kommission über diesen Gegenstand folgendes gesagt: ״Die Balfourdektaration sieht eine nationale Heimstatte für das jüdische Volk in Palästina vor. Die Auslegung, die wir dem gaben, ist, daß die Juden die Freilich haben sollen, nach Palästina zu kommen, ihre eigene Zivilisation und Kultur aufzubauen, und daß, wenn die Palästinenser durch ihre Erfahrung und ihre politisch« Urteilsfähigkeit dafür reif sind, eine parlamentarische Regierung (״representative government“) durch S. Majestät Regierung in Palästina eingeführt werden soll. Unsere Anschauung ist, daß Palästina schließlich die Stellung eines der freien Dominions haben wird, bewohnt von Arabern und Juden, und daß beide ihre Rolle spielen werden, mit dem einzigen Unterschied, daß der Völkerbund eine gewisse Kontrolle über die Regierung hat.“ Nach einer kurzen Besprechung anderer Gegenständ« verlief die Unterredung folgendermaßen: Mr. Luke: ״Es gibt eine gewisse zionistisdhe Literatur, welche von den Arabern gelesen wird. Sie haben uns eine sehr vernünftige Definition der Balfourdeklaration gegeben, aber das ist nicht die Definition^, die immer in verantwortlichen zionistischen Zeitungen gegeben wird.“ Dr. Eder: ״Dieses Land muß von Juden und Ar*, bem aufgebaut werden Die Juden kommen nicht her, um zu herrschen (for dotr/nation) Ich beanspruch« ein Uebergewicht (prcdominance). Meine persönlich« Anschauung ist die, daß es in späterer Zukunft Vereinigte Staaten des Nahen Ostens gebe■ könnte, Syrien, Mesopotamien, Hedscha9, Palästina, Transjordanien, sic alle könnten unabhängig sein Palästina wäre überwiegend jüdisch." ln einem späteren Stadium der Vernehmung kam e* zu folgendem Gespräch: Vorsitzender: ״Die nationale Heimstätte br. deutet Herrschaft (dominancy)?“ Dr. Eder: ״Ja.“ Vorsitzender : ״Jetzt, wenn sie sie erlange* können?“ Dr. Eder: ״Wir können sie nicht jetzt erlangen. Es scheint, daß wir der vorherrschende Teilhaber »ein sottten,“ Elias Efendi: ״Darum betrachten Sie die Ar»- ber in Palästina als Fremde, die keinen Anspruch auf ein nationales Heim haben.“ , Dr. Eder: ״Ich sage nicht, daß sie Fremde sind. Ihre bürgerlichen und religiösen Rechte in diesem Lande sollen peinlich geachtet werden. Wir glauben aber nicht, daß für eine arabisdie nationale Heimstätte in Palästina Platz ist, ihre nationale Heimstätte ist in Syrien, Transjordanien, Mesopotamien und Hedschas “ Elias Eff.endi: ״Es ist eine selrr sonderbare Sache für einen Mann, der in seinem Heim sitzt, wenn ein Eindringling hereinkommt und sagt, hier ist kein Pkata für dich, du mußt heraus " Dr. Eder: ״Das bedeutet nicht, claß ihr herausgehen sollt.“ Nach einiger Wcchselrcdc über andere Punkte fragte Dr. Elia sch : ״Wenn Sie früher sagten, es »ei in Palästina kein Platz für eine arabische nationale Heim- Stätte, so meinten Sie damit nicht, daß dort kein Platz für die Araber ist?“ Dr. Eder: ״Es ist kein Platz da für eine jüdische und eine arabische nationale Heimstätte. Wir können sie beide ln c i n er Heimstätte vereinigt haben.“ Mr. Luke: ״Sie stimmen nkht mit den Ansdmuungen von Mr. Zangwill überein?" Dr. Eder: ״Ich bin diametral entgegengesetzter Anschauung.“ In seiner Darlegung der Beziehungen zwischen Arabern ■nd Juden sagte Dr. Eder: ״ . . . Was unsere Beziehungen zu unseren »rabischen Nachbarn betrifft, 90 hat Dr. Weizmann, atu ‘ die Zionist Commission im Jahre 1918 nach Palästina kam, den arabischen Notabein eine Ansprache gehalten und ihnen erklärt, daß er m i t ih n cn am Aufbau Palästinas zusammenzuarbeiten wünsche' daß die Balfourn deklaration implieitc ausspreche, die bürgerlichen uud| religiösen Rechte der Araber würden geachtet werden und daß die Judäa sida gar nicht die Möglichkeit einer

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