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Jüdische Rundschau · 1922-01-27 · Heft 8 (27.1.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 8 (27.1.1922)
Date
1922-01-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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28, Te. Wi'baf), 11 Rösch* ►pa mit t> heim. Bit, tritt tt ungo. ׳<'? BU ihrer t Kegca *lisclien in alle» Js Hei!,!sonder! t ancr. *,a stillen tu Zeit Cr״«* Ostend IS. mmtxwmrnmm&um-mimrn&mzrn—■r » »1>״ V*fUf W 15, SidtsUcKo Stfafi« 8. Eradiaiat }•dca P;fln!t«f «ad frelUy. Bwapwii! bai dar Expodittoa «nd dca pMticster* ariorteljEhrlkäi 21 rfti 1» Deutschland. AuslaBdsaboRa*• 0«ttc wwrdaa ta dar ^iähruaf der •aaxelaaa Lin dar beradmat. Nummer 1/ Berlin, 27. I. 1922 Anzelgen-Vcrwaltung: Jüdircn R<md9d>auG.a.k.H., Berlin W15, Sachs!»«!)• Str. 8 TaUpbaal Amt Uhiaad 843 and 844. AKitlitapnl■ für die •!«Wn^e»paheaa NoBparaillotaflai«•-• IL« F*sjil»«aanx«i|?•■ & M. pro Zeit« AaiaiftaiiiiUSt Dita.Uf «ad f'r«it«f »•«k*altt*j 4 übr, KM 2 Tclaphoa: Uhl..« 845 a.0<6. Po»Ud«d*k©»Ut DarÜa Nr. 47391. Pur Oecitrratdi. Poit'parkassanaret Wies, Konto Nr. 154 03CL r&r TacbrebtMlaw.kcil Pesltpirkuttnaa) Pr.f, Kant• Nr. lUftlQk — Rod.klioBBMh'uö .*koaataf and Ulttwadb aadimiUap« «-* מ, סבת* תרס״ב | xxvii. jahrg. 0זי Zionismus erstrebt tOr das JQdlsche Volk dlo Schaffung clnor atlontüch-rcchtllch gesicherten Holmstatt® In Palästina. ״Baseler Programm•'. |w'/״r*Wn L— Iändetl *her Famil ־;' vergebf I sn dl. ]1 ih.l.oti, «t, -־► tische lieder 1v fertig therlra- | Volk1• f ton Strauß ft Aolitp'ignal" i l&tnreht) ־ Uibtr• D<r Tag) 1 ehhandl!, srlag IW 08 I 2202), ע. א ש] Dr. Wcizmann bei General Gouraud Dr. Wcizmann ist über Paris nach London zuriickgckchrt. ln Paris hatte er mit dem fran« lösischea Oberkommissar, General Gouraud, eine Unterredung über die palästinensische Grcneenfrage. Er sprach dort auch in einer Versammhing von jüdisch-französischen Intellektuellen, an der Professor Hodomar von der Sorbonne, Dr. Armand Bernard, ein Bruder des Bernard Lazare, und Dr. Leon Zadok-Cohen, ein Bruder des verstorbenen Großrabbiners von Paris, teilnahmen. Wie die Londoner ״Zeit“ mitteilt, soll Weiztnann in Paris gesagt haben, daß das Palästina-Mandat vom Völkerbund um die Osterzeit ratifiziert werden dürfte, worauf die Tore Pa- Estinas für Juden geöffnet würden. Das in Paris gegründete Keren Hajcssod-Komitee nahm seine Arbeit energisch auf. Amerika und das Palästina-Mandat J. C. B. will erfahren haben, daß die ameri- Iranische Regierung eine offizielle Erklärung über ihre Stellung zum Palästina-Mandat vorbereitet. Es verlautet, daß dieser Schritt ein Resultat der Verhandlungen ist, die Sokoiow mit Präsident Harding und dem amerikanischen Staats-Departement geführt hat Oie Kommission für religiöse Fragen Oenf, 16. Januar. (J.C.B.) Der Völkerbundrat wird dieser Tage den Präsidenten der im Palästinamandat vorgesehenen Kommission für religiöse Fragen in Palästina ernennen. Reise Ramsay Macdonalds nach Palästina L0nd0n, 2. Januar. (J.C.B.) Ramsay Macdonald, der bekannte Führer der britischen Arbeiterpartei, begibt sich dieser Tage nach Aegypten und Palästina. Die jüdisch-sozialistische Arbeiierpartei ״Achduth Haawoda“ wird ihn mit den Problemen der jüdischen Arbeit in Palästina und mit den bisherigen Leistungen der jüdischen Arbeiter bekannt machen. Dr. Eder hat Palästina verlassen Jerusalem, 19. Januar. (J.C.B.) Dr. Eder hat gestern Palästina verlassen und ist nach England zurückgekehrt. Alle Versuche, ihn zum Weiterverbleiben in der zionistischen Exekutive Palästinas zu bewegen, blieben erfolglos. Weltkongreß der Brandcis-Gruppe ״Hadoar“ teilt mit, daß in New York eine Konferenz der Palestine Development Company {Brandeis-Gruppe) stattfand, bei der ein Schreiben des Dr. Marmorek aus Paris verlesen wurde. Dr. Marmorek greift die zionistische Leitung heftig an und schlägt vor, einen Weltkongreß aller oppositionellen Zionisten einzuberufen. Marmorek glaubt, daß sich an einem solchen Kongreß die Zionisten Frankreichs, Belgiens, der deutsche Bin- Jan Haarez und andere prominente Zionisten beteiligen würden. Die Konferenz beauftragte Mr. Rosenblum, der jetzt unterwegs nach Palästina •9t, mit Marmorek und anderen Zionisten diesbezüglich Rücksprache zu nehmen und den Kongroß vorzubereiten. Dabei wird die Bedingung gestellt, daß der Kongreß sich ausschließlich ®it praktischer Arbeit in Palästina beschäftigen dart und keinen Kampf gegen die Zionistische Organisation führen soll. Wie cs heißt, sollen die Delegierten aus der Provinz sehr radikal gewesen sein, doch traten Judge Mack, Stephan wise und de Haas entschieden gegen jeden »ersuch auf, die P. D. C. in einen Kampf mit der Zionistischen Organisation zu verwickeln. Die Brandeis-Gruppe will ausschließlich praktische Pa- Iä6tinaarbeit leisten und wird keinen politischen oder theoretischen Kampf mit der Zionistischen Organisation zulassen. Auf der Konferenz soll de ״aas mitgeteilt haben, daß die erste Quote der P-D.C. von einer halben Million Dollar bei der Kasse der P. D1.C. eingezahlt worden ist Unsere arabische Frage j Von Richard Licht heim ( Wir freuen uns, heute in der Lage zu sein, die י Anschauungen eines Mitgliedes der Exekutive über das wichtigste Problem der zionistischen Politik unseren Lesern vermitteln zu können. D. Red. 1 Nur mit einem gewissen Widerstreben kann man sich im gegenwärtigen Zeitpunkt entschließen, über unsere arabische Frage öffentlich zu reden. Es können nämlich Erörterungen in der Presse sehr wenig zur Lösung des arabischen Problems beitragen, ja es besteht die Gefahr, daß das Urteil darüber durch die öffentliche Diskussion eher getrübt als geklärt wird. Das liegt daran, daß es sich um ein durchaus politisches Problem handelt Dinge der Politik sind aber wegen ihrer Kompiiziertheit, ihres schwankenden Charakters, wegen der Menge sehr verschiedenartiger Gesichtspunkte, die zu ihrer Beurteilung herangezogen werden müssen, kaum jemals durch leitartikclhafte Dar- Stellung zu erfassen. Wenn ich dennoch einiges zu unserer arabischen Frage an dieser Stelle sagen will, so geschieht es aus dem Gefühl, daß die zahl• reichen Aeußerungcn, die in der letzten Zeit in der zionistischen Presse dazu erschienen sind, eines Korrektivs bedürfen, und sei cs auch wiederum nur in der notwendigerweise unvollständigen Form eines neuen Leitartikels. Die Frage ist zu ernst, um für polemische Auseinandersetzungen zwischen den Parteien im Zionismus benutzt zu werden, und dies ist ein Punkt, der erwähnt werden muß: Es will mir scheinen, als sei die Diskussion über das arabische Problem zum Tummelplatz von Parteimeinungen geworden, in Deutschland und Oesterreich ist seine öffentliche Erörterung häufig verknüpft worden mit einer partei-schablonenhaften Bekämpfung des ״Militarismus“. Diesem wird als angeblich neues positives Programm die ״freundschaftliche Verständigung mit den Arabern“ gegenübergestellt, und diese Verständigungspolitik wird historischphilosophisch begründet mit gewissen Gedankengangen über die künftige Entwicklung Asiens, die Auferstehung der semitischen Rasse, die Erwünschthcit eines Kulturbündnisses zwischen Juden und Arabern. Diese Gegenüberstellung von parteimäßig festgelegten Ansichten ist verkehrt. Sie wird dem Hauptproblem unserer Politik nicht gerecht. Der politische Feuilletonismus, von dem wir hier reden, ist einseitig und wahrhaft unpolitisch. Da bietet sich ein hübscher Gedanke, eine schönklingende Theorie von der Zukunft gewisser Völker und Kontinente, — und unter den geschickten Händen des Artikelschreibers entsteht das gefällige Bild einer wünschenswerten neuen Welt. Wer es anders sieht, ist ״Reaktionär“ oder ״romantischer Militarist“. Man könnte solche Komplimente zurückgeben und von ״Ideologen“ reden, aber wir wollen bei der Sache bleiben. Ohne die Bedeutung jener Zukunftsbilder zu unterschätzen, muß man doch daran erinnern, daß eine wünschenswerte Möglichkeit noch kein politischcs Aktionsprogramm bedeutet. Auch muß bemerkt werden, daß jene Aeußerungcn zur arabischen Frage, die wir in letzter Zeit 90 häufig im ״Juden“, in den ״Freien Zionistischen Blättern“ und auch in der ״Jüdischen Rundschau“ lesen, keineswegs den Neuigkeitswert besitzen, den ihre Verfasser in Anspruch nehmen. Was ihre theoretische Fundamentierung anlangt, so handelt es sich doch um einige wenige, und man darf sagen, ziemlieh dürftige Erzeugnisse der geschichts-phitoso־ phischen Literatur. Da ist einmal der Begriff Asien, von dem alle jene Zukunftstheorien sich ableiten, dieser allgemeine Begriff, der dem Betrachter der Geschichte sicherlich in mancher Hinsicht ein Wink und ein Wahrzeichen sein kann, der aber diese Rolle eines Mahners gegenüber dem ״untergehenden Europa“ schon seit geraumer Zeit spielt und nicht erst von unseren Arabophilen gefunden wurde. Nietzsche spricht schon von der ״großen Vernunft Asiens“ und stellt sie dem kleinen Europäertum gegenüber. In den bedeutendsten Erzeug- ✓ nissen der russischen erzählenden Literatur leb« dieser Begriff und diese Gegensätzlichkeit zu Europa. Nordische Schriftsteller, wie Hermann Bang, wußten davon, Lafcadio Hearn hat sich ein Leben lang bemüht, die Seele des fernen Ostens dem Blick des Europäers zu erschließen. Was voraussehende Dichter, was phSosophlsch geschulte Weltreisende, wie Oraf Keyser- Hng, hier zu sagen haben, ist bedeutungsvoll genug, und der Politiker wird immer gut tun, sein Urteil über die Tagesereignisse durch so ahnungsvolle Betrachtungen zu ergänzen. Aber Politik ist damit noch nicht gemacht, und die kleineren Nachfonner sollen sich nicht cinbilden, etwas Wesentliches getan zu haben, wenn sie solche von irgendwoher übernommene allgemeine Ideen zu politischen Aufsätzen verarbeiten. Es ist wirklich keine besondere Kunst, die Schicksals* haften Worte: Asien, Untergang Europas, Wiedergebürt des Ostens, Erneuerung semitischer Kultur, immer wieder in ihrer schönen Allgemeinheit zu variieren. Diejenigen also, die heute voll selbstgefälligen Tiefsinns über diese Themen schreiben und zugleich die Gedankenlosigkeit und Kurzsichtigkeit der offiziellen zionistischen Politik zu verdammen wissen, sollen doch einmal darauf hingewiesen werden, daß mit ihrer Schreiberei herzlich wenig getan ist, daß ihre Gedanken nicht neu sind, und daß auch die zionistischen Politiker von ihnen kaum etwas zu lernen haben. Ganz entschieden muß die öfter auftauchende Behauptung zurückgewiesen werden, als sei erst durch die literarische Tätigkeit unserer Schriftsteller in den allerletzten Jahren die Bedeutung des arabischen Problems für die zionistische Politik klargeworden. Es ist wahr, daß in den allerersten Jahren des Zionismus die arabische Frage nicht in ihrem vollen Umfange erkannt wurde, aber seit vielen Jahren wissen alle diejenigen darum, die sich aktiv mit zionistischer Politik zu befassen hatten, und seit vielen Jahren sind Versuche unternommen worden, durch politische Mittel der Lösung des Problems näher zu kommen. Diese Mittel waren immer unvollkommen, so wie sie es auch heute sind. Das liegt an unserer Schwäche, an der Un• Sicherheit unserer Situation, an dem Mangel an Macht, der eine Politik im eigentlichen Sinne kaum gestattet. Es liegt aber nicht an mangelnder Einsicht, an dem Fehlen des Verständnisses für höhere Oedankenflüge. Schon vor dem Kriege, schon in Konstan* tinopel, versuchte die zionistische Politik mit den Arabern in Fühlung־ zu kommen und die Widerstände, die von dieser Seite drohten, zu überwinden. Die türkische Regierung protegierte zeitweise diese Bemühungen, die jedoch niemals zu einem deutlichen Ergebnis führten. Schon damals ist den arabischen Führern alles gesagt worden, was ihnen heute immer wieder gesagt wird: daß die Juden nicht die Absicht haben, die im Lande wohnenden Araber zu verdrängen, daß allenfalls der Effendi, nicht aber der arbeitende Bauer, einen Nachteil von der jüdischen Kolonisation erfahren kann; daß wir das religiöse und nationale Empfinden des arabischen Elementes in jeder Weise schonen wollen; daß in dem künftigen palästinensischen Staat völlige Gleichheit bestehen und keinerlei Unterdrückungspolitik gegenüber den Arabern angewandt werden soll; und endlich ist der Lieblingsgedanke unserer proarabischen Literatur, die Idee des neuwenknden Asien und des Kulturbündnisses der semitischen Rassen bei den Verhandlungen mit den Arabern immer bedacht worden. Ja, man könnte den Nachweis führen, daß der Gedankenaustausch über eine jüdisch-arabische Verständigung aus gewissen Verhandlungen vor dem Kriege (und sogar durch Personen, die schon an den damaligen Besprechungen teilgenommen haben), in die neueren Verhandlungen hinübergeleitct wurde, die gegen Ende des Krieges mit den Arabern *aufgenommen wurden. Die Politik, die Dr. Wcizmann in den letzten Jahren mit den Arabern einzuleiten suchte, war von den weitsichtigsten Ideen Uber die Neugestaltung des Orients bestimmt. Nachdem dies alles festgesteilt ist, muß nun gesagt werden, daß alle jene angedeuteten Oe-

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