Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVII (1922)
- Issue
- Heft 7 (24.1.1922)
- Date
- 1922-01-24
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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H ו Seife 44 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. ל 6re;-Israel- Der Waffcnsclimuggel In Haifa Eia Reglerangskoramunlquö Jerusalem, 18. Januar. (J.C.B.) Die RefUerung veröffentlicht folgendes KounininUpiö: Ana 15. Ü««1nbrf wurde ein Versuch Äufgeckckt, im Hafen von Haifa Waffen elnzusclumiggctn. Da in dieser Angelegenheit übertriebene Gerüchte verbreitet wurden, werden hiermit Einzelheiten bekanntgegebcn. 303 Revolver und 17000 Geschosse waren in der Sendung enthalten, welche an die Kooperative der Tischler in Haifa adressiert war. Isak Roseuberg, einer von denen, an welche die Waren adressiert waren, wurde verlraftet und wird demnächst vor Gericht gestellt werden. Das Departement für öffentliche Sicherheit setzt seine Nachforschungen fort Im Zusammenhang mit der Waifenschmuggelaifärc in Palästina (eilt ״Haarcz“ mit daß vor kurzem ein Araber und ein Deutscher wegen Waffenm'hnuiggels verhaftet wurden. Der Bodenkauf in Jerusalem Wie bereits berichtet, hat Oberkommissär Samuel m« 19. Dezember den von der Palestine Dcveloppemcnt Co. abgeschlossc icn Bodenkauf beim griechischer! Patriarchat in Jerusalem bestätigt Auch das von Samuel ernannte Finanzkomitee zur Ordnung der finanziellen Angelegenheiten des Patriarchats zwecks Abzahlung der Schulden, die sich auf 630000 Pfund belaufen, hat zu diesem großen Kaule, der 53S03Q Quadratellen in Jeru- «dem und dessen Umgebung umfaßt, seine Zustimmung gegeben. Dieser Bodenbesitz verteilt sich wie folgt: J.- ffaer Straße, der Flatz, auf dem sich das Kino ״Zion“ befindet, 32 000, der Platz in der Nähe des Bezalcl 64 000, beim Kloster Ratisbon 212000, auf der Straffe' am Mamila-Teiche, auf dem Wege zur Eisenbahn- Station, 30000 und angrenzend an die neue jüdische Siedlung ״Talpioth“ 200000 Quadratellen. Durch diesen Kauf sind wichtige Bodcnkomplcxc in Jerusalem in jüdisehen Besitz gelangt Auf dem Platz in der Jaffaer Straße soll ehestens ein großes Handelszentrum mit zahlreichen Läden errichtet werden, deren Mangel sich bisher in Jerusalem sehr bemerkbar gemacht hat. Die Entwicklung von Sern ׳ich Das 'irr Lfntcrgaliläa gelegene Dorf Scmach entwickelt sielt sehr günttig. Die Lage des!Dorfes zwischen dem Gcnezareth-Sec, dem Jordan und dem Hauran, besonders die Tatsache, daß das Dorf zu einem Eisenbahnknotenpunkt auf der Linie Haifa—Damaskus geworden ist, begünstigen außerordentlich seine Entwich- Jung. Das Dorf bildet sich immer mehr zu einer Umsehlagstalion und einem St&pcipunkt zwischen Süd- Palästina und dem Norden aus, sowie zwischen Paiästina und dem Ostjordanland. Ferner zieht das Dorf großen Vorteil von dar dort stationierten Garnison, die schon während der Anwesenheit der deutschen Armee ein wichtiger Faktor für die Entwicklung des Dorfes war. Vor kurzem hat die Regierung in Scmach eine Poststation errichtet ind einen Holzhafen angelegt, der dem Verkehr auf dem Ocnezareth-Sec dient. Audi ein Zollamt wurde dort eröffnet. Die im letzten Jahre angelegten Chausseen verbinden Scmach mit allen wichtigen Plätzen Nord- und Mitteipalästinas. Die Entwichlung dieses Dorfes hat ihren Höhepunkt noch lange nicht erreidit Man nimmt an, daß dieser Platz sich mit der Zeit zur Hauptstadt Untergaliläas entwickeln wird. Der Anteil der Juden an der Entwicklung diese» Dorfes äußert sich vorläufig nur in der Eröffnung von mehreren Geschäften, deren Eigentümer Juden aus Tiberias sind. Hervorzuhehcn ist der Bau einer großen Mühle, der jetzt seiner Vollendung entgegengeht. Diese Mühle wird die größte in Untcrgaliläa sein. Alle nötigen Maschinen, die in Deutschland angekauft wurden, sind bereits in Scmach eingetroffen. Sowjetvertreter in Palästina? Nach Mitteilungen der Moskauer ״Prawda“ bcabsichtigt die Sowjetregierung, demnächst in allen größeren Städten Vorderasiens, darunter auch in Palästina, konsularische Vertreter zu ernennen. Die Suspendierung des ״Kantreß" (J. P. Z.) Bekanntlich Ist das Organ der ״A c 11 d 111 h il a a w o d a 11“, der ״Kuntrcii", nach den Jerusalemer Vorfällen vom 2. November suspendiert worden. Die Achduth Haawodah gab daraufhin Hefte ln Form von ״Briefen an die Mitglieder“ heraus. Am 23. Dezember beschlagnahmte nun die Polizei den damals gedruckten ״Brief“ und sistiertc dis Arbeit der Druckerpresse. Die Achduth Haawodah legte gegen dieses Vorgehen Prot e s t ein und verlangte, daß die hierfür die Verantwortung tragenden Personen vor Gericht zitiert werden, worauf der Jaffaer Gouverneur am 26. Dezember die Wiedereröffnung der Druckerei anordnetc. Die Führer der Achduth Haawodah wurden am 28. Dezember einvernommen, wobei die Druckereibesitzer Ent- Schädigung für den ihnen verursachten Schaden verlangten. Die arabische Agitation (J. P. Z.) Der Jaffaer ״Felestine“ fordert erneut die Araber auf, sich zu einigen und alle Parteikämpfe bei- Seite zu lassen. In einem längeren Artikel letzt sich die Zeitung mit den aktuellen Problemen auseinander und behandelt die Frage, ob die arabische De 1 e* gation Erfolg haben wird. Jedesialls läge *dion darin ein Erfolg, daß das ganze arabische Volk hinter der Delegation sieben werde. Man brauche *Ich kein Bel- »piel au der ägyptischen Delegation zu nehmen, dl« nichts erreicht hat, da der Unterschied zwischen •den Forderungen der ägyptischen und denen der palästinensischen Delegation groß sei. Die Annullierung der Balfour-Dcklaration und Sistierung der Einwanderung seien von England viel leichter zu erwirken, als die Aufgabe des מי reichen Aegyptens, das England vom nationalen wie auch Ökonomischen Standpunkte so nötig habe. Englische Polizei für Palästina Nach einer offiziellen Mitteilung des englischen Kolonialministcriums sollen 700 englische Polizisten, die bis jetzt in Irland stationiert waren, nach Palästina transferiert werden. Die Mitteilung hat folgenden Wortlaut: ln Verfolg der allgemeinen Bemühungen, die Ausgaben der Regierung im Mittleren Orient zu verringern, beschloß der Staatssekretär für die Kolonien im Einvernehmen mit der palästinensischen Regierung, eine kleine Abteilung englischer Gendarmerie, die bis jetzt in Irland stationiert war, nach Palästina zu verlegen. Die 700 Mann starke Abteilung mit ihren Offizieren wird der palästinensischen Polizei und Garnison an• geschlossen, jedoch besonders rekrutiert und verwaltet werden. Sie wird ausgcbildet und bewaffnet werden als eine militärische Poüzciabteilung, deren normale Aufgäbe im Polizeidienst besteht. In dringenden Faßen wird sie jedoch als militärische Abteilung Verwendung finden. Kanadisches Viertel In Jaffa Der Redakteur des in Montreal erscheinenden ״Canadier Adler", Herr Wolfowski, kaufte während seiner Anwesenheit in Palästina ein Terrain an der Küste von Jaffa in der Nähe von Tcl-Awiw, das für 100 Häuser Platz hat. Die Anteile werden in Kanada an einzelne Zionisten verkauft, um auf diese Weise in der Nähe von Jaffa ein kanadisches Viertel zu errichten. Ein erheblieber Teil der Anteile ist bereits verkauft. Brenner-Nachlaß Die Verwaltung von Brenners Nachlaß bittet uns mitzuteiien, daß sic die nötigen Schritte unternommen habe, um eine, vollständige Ausgabe der Schriften von Brenner in die Wege zu leiten. •Ferner wird in Jaffa ein B r e n n e r-A r eh i v errichtet, dem alle Hand* Schriften, Briefe, Ucbersctzungen, Bilder, Kritiken usw., die zu Brenner in irgendeiner Beziehung stehen, einverleibt werden. Niemand darf Schriften oder Briefe des Verstorbenen weder im Original noch in einer Liebersetzung ohne Zustimmung der Nachlaßverwaltung veröffentlichen. Besitzer von Briefen oder sonstigen Auf- Zeichnungen Brenners werden gebeten, sie dem Archiv zur Verfügung zu stellen. Naeu Absdwiit werden die Originale den Besitzern zuriickgestcllt. Zuschriften sind au die Adresse von Mciiachem Posnanski, Jaffa, T e 1 - A w i w, Palästina, erbeten. Die Nachlaßverwaltung besteht aus folgenden Mitgliedern: Kaznelson, Posnanski, Rabinowitsch, Radler-Feldmann und Streit. — Andere jüdische Zeitschriften werden gebeten, obige Mitteilung nachzudrucken. PInsker-Stiflung Anläßlich des Pinskerjubilüurns hat Ussischkin namens des Odessacr Chowewc-Zion-Komitccs der Jerusalemer Vorsdiußkasse!kn Betrag von 2000 Pfund Sterling übergeben, der als Pinskcrfonds für Anleihen an Schriftsteller und Lehrer dienen soll. Gesellschaft zur Ausbeutung von Stelnbrtlchen. In Jerusalem wurde eine Gesellschaft gegründet mit dem Zweck, die in der Nähe von Jerusalem vorhandenen Steinbrüche zur Gewinnung von Baumaterialien für das Jerusalemer Baugewerbe zu verwerten. Der Gesellschaft gehören außer einigen Jerusalemer Juden auch amerikanische und englische Juden sowie zwei Jerusalemer Araber an. Das Kapital der Gesellschaft beträgt 2ÜÜÜ0 Pfund. Chausseen zwischen den judJUschen Kolonien. Die Regierung beschloß, die judäischcn Kolonien R c c h 0• b0111, Ri sc 11 o n -1 e - Z io n und G cd c r a h durch Chausseen zu verbinden. Die A. P. C. gewährte der Regierung zu diesem Zweck eine Anleihe in der Höhe von 15 003 Pfund. Bei dieser Arbeit, die ungefähr vier Monate in Anspruch nehmen dürfte, werden 300 Chaluzim Beschäftigung finden. Jüdische Arbeiter Im Acgyptlan Labour-Corps. Nach langen Verhandlungen ist es gelungen, die Militär- Verwaisung Palästinas zu bewegen, Im sogenannten ״Aegvpüan Labour-Corps" 180 jüdische Arbeiter einzusidleii. Diese Arbeitergruppe wird ihr Lager in Ludd habcti. Grundsteinlegung der ״Schemen“-Fabrlk. Vor kurzem fand in Haita in Anwesenheit von Vertretern der Regierung und der jüdischen Gesellschaft die Feier der Grundsteinlegung der Fabrik der Palestinc-Oil- Company ״Schemen“ statt. Die Eröffnung einer Dampfwaschcrel. Dr. Jewnin, der in Hamburg und Berlin chemische Fabriken besaß, liquidierte seine Unternehmungen und gründete in Jaffa eine Dampfwäschcrei, die mit allen modernen Einrichtungen ausgerüstet ist. Dies ist die erste moderne Dampfwäscherei in Palästina, die imstände ist, bei einer achtstündigen Arbeitszeit ganz Tel- Awiw und einen Teil von Jaffa zu bedienen. Demnächst wird die Wäscherei in Jerusalem eine Filiale eröffnen. Eine Splritusbrcnnercl. Den ersten Versuch, eb Spfritusbrennerei in Palästina zu gründen, machten di Herren Tropp und Margoitn. Nach Paläste werden im Jahre 600 Waggons Spiritus aus dem An*, lande eilige führt, die zu verschiedenen Zwecken V״ wendung finden. Die Spiritusbrenncrci hat in Palästip, tun so mehr Aussicht auf eine günstige Entwickle! als alle nötigen Rohstoffe zur Herstellung des Spirits in Palästina vorhanden sind. Die Maschinen für dir״ ilreiittcrei sind bereits aufgestellt. flis fetzt *intf ül« fiüütiü Pfund Jn diese« Dutetia'linieri investiert, t!׳ Unternehmer beabsichtigen, die Brennerei au*zub*u« indem sie sie mit einer Hefefabrik vereinigen. Rußland l Die Kampagne gegen den Cheder ln Sowjetrul.!and. Die jüdischen Kommunisten setzten ihre Kanipag«' gegen den ״jüdischen Klcrikalisrmis“, insbesondere geg« den Glieder mit äußerster Schärfe fort. Der Moskaus ״Enics“ denunziert die Homcler Juden, daß sie nodf immer mehr als 2000 ihrer Kinder im Cheder unter richten lassen, während in KÜnzi und in Vielen andere! Städten die Chadarim bereits behördlich verboten um §, bereiten daher die Entsendung einer zweiten Deputat»!; nach Moskau vor. Das Biidungsdepartement in Baj brüsk erteilte dem reformierten zionistischen Cheder dei Befehl, sich innerhalb 14 Tagen in eine Sowjetschi« mit jiddischer Unterrichtssprache und ohne jeden reit f"' schlossen. ”; Die Jüdischen Minorltatsrechte vor dem [ Völkerbundrat < j Genf, 12. Januar. (J.C.B.) Die Vertreter dt! Komitees der jüdischen Delegationen, Leo Motzki! und Dr, Alejnikoff, sind hier eingetrofien, um bei» Völkerbundrat über eine Reihe von auf die jüdisches Minoritätsrechte in Osteuropa, insbesondere in Lett' land, bezughabenden Fragen zu intervenieren, Wie verlautet, werden die jüdischen Vertreter dem Völker* bundrato ein Memorandum in dieser Angelegen!!« überreichen. [ Dokumente und Quellen i Berichtigung f Bei der Wiedergabe der Statuten des Kerei Hajessod in unserer Rubrik ״Dokumente und Quellen*! (Nr. 4 u. 5 der ״J. R.“) ist ein Irrtum unterlaufen. 11! der Vorbemerkung ist von Aenderungen die Rede, dir* auf Grund der Beschlüsse des Kongresses vom Actions•’ Comitä formuliert wurden.. Tatsächlich hat du A c t io n s-Co m i t c in Wien keine Beschlüsse üb« die Statuten oder über das Zertifikat gefaßt. Das Direktorium des Keren Hajessod hat nur seinen Bericht, ent-i haltend schriftlich die von uns formulierten Vorschläge! zur Statutenänderung, unterbreitet, ohne daß sic zur; Diskussion gestellt wurden. Nur im Di rck toriunj des Keren Hajessod (Vollsitzung) wurde zur 1 Kenntnis genommen, daß J a) gegen die Vorschläge der neuen Statuten prinzipiel, nichts einzuwenden sei, daß aber die juristische Durch-i führung der Acnderung warten solle, bis die Bildung)1 des Councils weiter fortgeschritten sein wird. j* b) Die Zertifikate wurden besprochen und in dt! Form, die in der ״Rundschau" veröffentlicht war, al•! zeptiert Wie gesagt, nur vom Direktorium des Kerei Hajessod und nicht vom Actions-Comitd. [• Ausweisung des Beizer Rcbbcn nus Karpathoruß•! land. ״Narodni Politika'* zufolge, befindet sich unter ‘ den aus Ungvar ausgewiesenen Juden auch der Belm, Rebbe. Als Grund dafür wurde behördlicherseits der' Mangel an einer bestimmten Beschäftigung angegebe« 1 ן - Eine Hilfsaktion für das hebräische Schulwerk. Seit einigen Tagen weilen in London die Leiter d« hebräischen Schuhvcrks in Polen und Miltcllitaucn, ft Marcus Braudc und Dr. I. Regensburg, um eine gröOcit Hilfsaktion für das in seinem materiellen Bestände be drohte Schulwerk einzuleiten. Die Londoner ״JewisK Times" besprechen aus diesem Anlaß in einem größer«: Artikel die kritische Lage der hebräischen Schulen «! Polen, Oalizicn und Mittdlitaucn und fordern die er!• lisch-jüdiscbcn Organisationen zur sofortigen Hille i leistung auf.; Bücher-Einlauf! i Siegfried Jacobsohn, Das Jahr der Bühne• j Zehnter Band, 1920/21. Verlag der Wcltbühne•; Cliarlottenburg, 1021. 1 Ludwig Bcrs, Die Juden von Uazin, Romas Verlag Ocstcrhcld 0־ Co., Berlin 1021. Preis 31 M; Zesdc Zionistisch Studentcnjaarboek 5682 (Jahr־; buch der Niederländischen zionistischen Studcntciiorgani• sation). \. Max Brod, Das Buch der Liebe. Gedichte. Kuä; WolfL Verlag, München. 12 M. Gotthard Deutsch, The Hlstory of the Jcws: Scoond Edition. New York 1921, Bloch Publishinf j Company.; Franz Werfel, Bocksgesang. Fünf Akte. Münche», 1921, Kurt Wolff, Verlag. 24 M.! Louis Ascher, Zwischen zwei Welten. Erzählung■ Berlin 1922, Philo-Verlag. 12 M. Aura Perl Stade Schw! Abr. 180: L G1 Stitrn Brom II. O III. 1״־a Roth. Cahn, mann l.iebe Placz heim, M. \ Wein i'.amr Cohn Fürst Co., CJak- Kurt J. Fi Sand׳ Sdiöi Wein 5.03: Hlanl Bren: ■A>hn, Lrtel bcrgi Kein׳ Lanu man» ft S Sehe R. < Witk und N. 1 Adol schilt Dr. atisg Weit , Perl« R.-A 4 pan Bold 30:! -terr 1 Levi! . 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