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Jüdische Rundschau · 1922-01-24 · Heft 7 (24.1.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 7 (24.1.1922)
Date
1922-01-24
Page
– (sequence 1)
Language
German
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PoittpirkKHvniml Vk'ien, Knete Nr. 136 010, 1 Für T«chfeho*toweW«‘iJ P׳•?, Ko■(• Nr, 156* — KedakUeeMcftiUtft SoeeUj u*»d MiUwedb ■ethmiUaf. —י Nummer 7 | Berlin, 24 1.1922 j כד׳ טבח׳ הרפ״ב | xxvn. jahrg. | par Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffontllch-rechtllch gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Basaler Programm". por iltfi ושר et Ufaicbt d| 8yn»gogK •עי npUt* 8vä ai צר Ifol in I«. Ibnr 8»Tignjrpl *••tlldkktl 1ןך י dem Bit .ese •zugea 1 ra berat uwimj אחז¬¬ » בזמן עגנון׳ מפת ספר פקוד עם ג ספר **3M ׳<*** Sitzung des Waad Lcumi (]. P. Z.) Auf der 9. Sitzung des Waad Lcumi vom 2. Januar erstattete Ben Zwi den Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des Präsidiums in der Zwischenzeit und teilte u. a. die Gründe mit, die zur Nichtcinbcrufung der für Chanukkah bestimmten Asscfath Haniwcharim geführt hatten. Nach kurzen Debatten wurde beschlossen, die nächste Tagung der Asse- |*th Haniwcharim zwischen dem 15. Schwath und dem 1. Adar einzuberufen. Auf eine Frage Or. Schillers erklärte Ben Zwi, daß das Präsidium sich bezüglich der Meinungsverschiedenheiten in den Hauptpostulaten, die bei der ersten Tagung der A. H. den Zankapfel bildeten, mit den Vorsitzenden der verschiedenen Parteigruppierungen ins Einvernehmen gesetzt habe, jedoch ohne nennenswerten Erfolg. Bei den Besprechungen mit den Misrachiführern wurde festgestellt, daß ein Teil der Orthodoxen auf ihren Forderungen bezüglich des Frauenwahlrechtes beharre und diesbezüglich auf der Tagung ein Ultimatum zu stellen beabsichtige. Ferner wurde über die Teilnähme an der pal. zion. Exekutive debattiert. Das Präsidium teiite mit, daß es bisher nur einmal zu den Sitzungen der Exekutive eingcladen worden sei, worauf Ussischkin erklärte, er habe cs lür richtig gehalten, den Waad Lcumi nur in grundlegenden Angelegenheiten zuzuziehen, um ihn nicht mit rein bürokratischen Angelegenheiten ai belästigen; er sei jedoch auf Wunsch bereit, auch zu diesen Sitzungen das Präsidium des Waad Leumi zuzuziehen. Der Beschluß bezüglich Ver-!rotung des Waad Leumi in der Exekutive wurde erneut approbiert. Der neue Sekretär, Tschernowitz, refenette über das Budget, in welchem die Ausgaben der DcIcgierter.versimurJuug als solche enthalten sind, außerdem u. a. auch die Druckkosten des Rechenschaftsberichtes und des Schwarzhuchcs über die Maiunruhen in Jaffa und die November vor fälle in Jerusalem. Das Präsidium konnte mitteilen, daß das Budget der Mcgiertenversammlung auf Grund verschiedener Zusagen vollständig sichcrgestcllt ist. Das Budget wurde bis auf kleine Aendcrungen angenommen. Die Ratifizierung des Palästina-Mandats Genf, 18. Januar. (J.C.B.) Das Mitglied der Zionistischen Exekutive, Leo Mozkin, besuchte in Begleitung Mr. Abersons den Direktor der Mandatssektion des Völkerbundes, Professor Rappard, und hatte mit ihm eine längere Besprechung über die Notwendigkeit einer schleunigen Ratifizierung des Palästina-Mandats. Professor Rappard versicherte der jüdischen Abordnung, daß die Mitglieder des Völkerbundes dem Palästina-Mandat ü'oße Aufmerksamkeit schenken, und daß Groß- 0 זi t a n n i e n die unverzügliche Erledigung der Seche bereits urgiert habe. Die bisherige Verzögerung sei auf die noch nicht eingetroffene Sanktion der Vereinigten Staaten und '!uliens zu rückza führen. Die Mandatsfrage *erde jedoch bei der im April stattfindenden Ja,jung bestimmt erledigt werden. (Hoffent- ®eji diesmal wirklich ״bestimmt". — Red. d. *Jüd. Rundsch.") Finanzielle Hilfe für die Clmfuzlni London, 17. Januar. (J.€. U.) Die ncngcwäliltc Repräsentanz der Federation der ukrainischen luden in England Lat nach Anhören eines Berichts öfs Sejmdcputierten Orünbaum über die Lage der Cha- ""יחי in Polen die Assignierung einer Subvention ״* Betrage von 500 Pfund Sterling beschlossen. Paris, 17. Januar. (J.GB.) Die Exekutive der Wwichcn Wetthilfszcntrale hat einen Betrag von ®״ircren tausend Franken als Subvention für die in *Österreich befindlichen Chaluzim nach Wien überwiesen, X® ihnen die Weiterreise nach Palästina zu ermög- ®dsen. Hebräisch«! Oper in Palästina 1• Jaffa und Jerusalem wurden vor kurzem die uPern ״Eugen 0negin“ von Tschaikowski fT« «Dämon" von Arthur Rubinstein in he- “™scher Sprache aufgeführt Umdscbau Unsere politische Vertretung in Palästina R. W., Berlin, 22. Januar. Die Demission von Dr. Eder, über die wir bereits berichtet haben, hat ein außerordentlich wichtiges Problem unserer heutigen politischen Arbeit aufgerollt. Es bandelt sich um die politische Vertretung der Zionistischen Organisation in Palästina, insbesondere gegenüber den englischen Behörden. Bekanntlich hat Dr. Eder, der selbst nicht als Zionist, sondern als Vertreter der ״Ito" in der ersten ״Zionist Commission", vor vier Jahren nach Palästina gegangen ist und als einziger seitdem ständiges Mitglied dieser Konimission geblieben ist, diese Funktion erfüllt, da er als englischer Jude dazu besonders geeignet war. Bereits seit einiger Zeit, auch auf dem Kongreß, hat sich gezeigt, daß eine gewisse Spannung zwischen Eder und Ussischkin besteht, die man darauf zurückgeführt hat, daß Ussischkin, als Vorsitzender der Zionist Commission, in der politisehen Vertretung seihst die ausschlaggebende Rolle spielen wollte. Auf dem Kongreß haben sowohl Dr. Eder als auch Dr. Ruppin darauf bestanden, daß eindeutig festgcstellt werde, daß Ussisciikins Stellung keine prädominierende ist, sondern daß die Mitglieder der palästinensischen Exekutive selbständige Leiter ihrer Ressorts sind. Der Kongreß hat dieses Prinzip angenommen. Trotzdem scheint der Gegensatz zwischen Eder und Ussischkin nicht beseitigt zu sein, und das Demissionsschreiben Dr. Eders, das wir neulich veröffcutlicht haben, beweist deutlich, bis zu welchem Grade dieser Gegensatz sich manifestiert. Er ist vvoh! die Ursache, auf die letzten Endes der Rücktritt Dr. Eders zurüekzutiihre» ist, und der aktuelle Anlaß ist nichts anderes als ein Symptom für diese Mißstimmung. Daß Dr. Eder bei der Versammhing der Hadassah englisch gesprochen hat, obwohl sogar Lady Samuel und Miß Szold ihre wenigen Sätze hebräisch sprachen, war zweifellos eine gewisse Ungeschicklichkeit, trotzdem rechtfertigt dieser kleine Zwischenfall nicht so weit* gehende Konsequenzen. Dr. Eder hat stets offen bekannt, daß er Infolge seiner Erziehung die hebräischc Sprache nicht beherrscht, und daß er ungeachtet seiner Bemühungen für die politische und tatsächliche Anerkennung des Hebräischen persönlich nicht imstande ist, die hebräische Sprache jetzt zu erlernen. Trotzdem wurde er vom Kongreß in die Exekutive gewählt. Der Kongreß hat gleichzeitig einen Beschluß angenommen, der alle Beamten verpflichtet, die hebräische Sprache zu erlernen, und wir haben seinerzeit schon auf das Bedenkliche dieses Beschlusses aufmerksam gemacht, obwohl wir selbst natürlich die Notwendigkeit der Hcbraisierung voll anerkennen; denn leider gibt es in unserer heutigen Situation noch andere Notwendigkeiten, die auch nicht zu unterschätzen sind. Dr. Eder hat nach dieser Resolution sofort seine Demission gegeben, die aber nicht angenommen wurde. Der Kongreß hat damit deutlich bekundet, daß ungeachtet der Hebraisierungsresolution das Verbleiben Dr. Eders gewünscht wird. Diese Entscheidung des Kongresses hätten auch Eders Kollegen respektieren müssen. Obwohl sich herausgestellt hat, daß Eders Verdacht, Ussischkin selbst habe den Brief an die hebräische Presse geschrieben, falsch war, ist es immerhin bedenklich, daß ein solcher Verdacht überhaupt entstehen konnte. Ob für Eders Demission auch andere Gründe ausschlaggebend waren, wie zuweilen angedeutet wird, ist bisher der Oeffentlichkeit nicht bekannt. Tatsächlieh muß sein Austritt aus der palästinensischen Exekutive angesichts des bei uns herrschenden Mangels an Kräften außerordentlich bedauert werden. Die zionistische Presse Englands und Amerikas protestiert bereits lebhaft gegen den Rücktritt Eders und fordert, daß er im Amte verbleibt. Die amerikanischen Zionisten haben ihm sogar ein formelles Vertrauensvotum gesandt und erklärt, daß sic seine Anwesenheit in Palästina für unentbehrlich erachten. Bei dieser starken Parteinähme für Eder mag wohl der Umstand mitspielen, daß man Ussischkin nicht gern als allein!- gen Inhaber der politischen Vertretungsbcfugnis in Palästina seiien möchte. Langsam ringt sieb in der zionistischen Welt die Erkenntnis durch, daß die politische Vertretung in Palästina einer der wichtigsten Posten ist, den die Zionistische Organisation zu besetzen hat. Diese Vertretung Ist bis jetzt ungebührlich vernachlässigt worden. Die Spannung, die zwischen Herbert Samuel und den Juden in Palästina entstanden ist, kann vielleicht zum guten Teil darauf zurückgeführt werden, daß keine geeigneter! Persönlichkeiten dä waren, die imstande gewesen wären, die Zionistische Organisation als Vertreterin der Weltjudenheit so zu repräsentieren, daß auch die englischen Beamten Verständnis für die jüdischen Notwendigkeiten be- -kommen mußten. Die Vertretung des palästinensischen Judentums, der Waad Leumi, kann eine solche Rolle niemals spielen. Denn die politische Repräsentanz der Juden in Palästina stützt sich nicht auf die gegenwärtige jüdische Minorität im Lande, sondern auf das ganze jüdische Volk, dessen ״historische Verbindung" mit Palästina im Beschluß von San Remo und im Mandatsvertrag anerkannt worden ist. Das jüdische Volk ist arm an Persönlichkeiten von politischer Repräsentationsfähigkeit. Wir haben nur zwei Männer, Weizmann und Sokolow, zu denen die zionistische Welt weitgehendes Vertrauen besitzt. Die heutige Krise in der palästinensischen Exekutive zeigt wieder, wie notwendig es ist, unsere politische Vertretung in Palästina zu reorganisieren. Dieser Posten ist der wichtigste für uns, vielleicht wird er sich sogar als wichtiger erweisen, als die Vertretung gegenüber der englischen Regierung in London. Er muß daher mit einer ersten Kraft besetzt werden. Es gibt keinen anderen Ausweg, als daß Weizmann oder Sokolow selbst die Vertretung ir, Palästina übernehmen und entweder ständig oder durch einen großen Teil des Jahres sich im Lande auf halten. Wir stimmen mit unseren amerikanischen und englischen Gesinnungsgenossen darin überein, daß nach dem Ausscheiden Dr. Eders die gegenwärtige palästinensische Exekutive keine Persönlichkeit enthält, die als politischer Vertreter gegenüber den englischen Be* hörden fungieren könnte. Diese ernste Frage muß Gegenstand sofortiger Erwägungen sein. Vielleicht* gelingt es auch, Dr. Eder auf seinem Posten zu halten, wobei allerdings dafür Sorge getragen werden müßte, daß die ein Zusammenarbeiten erschvverenden Differenzen zwischen den einzelnen Mitgliedern der palästinensischen Exekutive beseitigt werden. In der letzten Sitzung des Waad Lcumi; welche am 2. Januar in Jerusalem stattfand und die sich vor allem mit der Frage der Einberufung der Asscfath Haniwcharim beschäftigte, wurde die Angelegenheit des Regierungsbodens in Besan lebhaft besprochen. Die Regierung hat 400000 Chinam Dschiftlikland im Besangebiet, in der Nachbarschaft des Emek Jesreci, den arabischen Pächlern unter außerordentlich günstigen Bedingungen übertragen. Der Vertrag ist auf die Bemühungen des früheren Assistenten des Gouverneurs, Wadi Bostani, zurückzuführen, der ein bekannter Judenfeind ist und auch an den Haifacr Unruhen beteiligt war. Das Land hätte bei Investierung entsprechenden Kapitals durch intensive Bewirtschaftung einer großen Zahl von Juden Ansiediungsmöglichkeiten geben können, ohne die lnteressen der arabischen Pächter im geringsten zu schädigen. Die Verfügung über ein so großes Gebiet besten Regierungslandes, ohne Berücksichtigung der jüdischen Ansprüche, hat den; Jischuw sehr irritiert. Mit Recht weist ״Haarez" darauf hin, daß bei jüdischen Forderungen bisher stets geantwortet wurde, daß vor Bestätigung des Mandates unmöglich einschneidende Maßnahmen vorgenommen werden können. M t dieser Begründüng hat man den Juden sogar die Bewilligung zur Vornahme von Ausbesserungen am Grabe Rahels versagt. Und nun gibt die Regierung ihre Zu- Stimmung zu einem derartigen Vertrag, verfügt mit einer selbst in normalen Zeiten ungewöhnliehen Geschwindigkeit über kolossale Strecken

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