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Jüdische Rundschau · 1922-01-03 · Heft 1 (3.1.1922) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVII (1922)
Issue
Heft 1 (3.1.1922)
Date
1922-01-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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R»d«lctl.« •nd Vcrl«r W 15. UA.Ucb. Slr.6« g. Er.,J,.int ].den neoia wcnlan in der V&br?; dor cinxoinen Lander berechnet. Nummer ’ Berlin, 3. I. 1922 lüdicch« Rundschau G.a.b.5L, Barlin W15, Sächsische Str. 8 TclrpLca: An» Ulilcnd SM und 055. Aniali.aprili für dia siebenjo.tp.ltir.o Nonpurcillnnella4,— IL, Fatailusnntnjlgcn 6 M. pro Zella. AnialnamclilaSl Di״״t־j und FreltrJ ttachpltttg 6 Ubr. r, Konto Nr. 15605a ג׳ טבת׳ תרס״ב XXVII. Jahrg. Dar Zionismus orstreH für das ]Qdlscho Volk dlo Sclialluno 014106■ GH oniilcSi-rocErfllcii ooulctiorton EloUnotQtto In Palästina. ״Basaler Programm“. Die Sitzung des.ziom&iisdsaem AdH®nS'־(C®Dm?t<£s Die Debatte.- Wien, 30. Dezember. ln de!׳ Nadimittagssiizinig vom 27. d. M. widmete T0r Eingang in die GcnaiUdebatte Herr Dr. Reich den zwei jüngst verstorbnen zionistisclrcn Führern, Dr. O. Zipper und Dr. A. Korkis, einen Nachruf, der vom A.-C. stehend augelw'rt wurde. Als erster Redner ii der GeneraJdebatte sprach T » ersky, welclier eine Aufklärung über verschiedene politisdic Fragen verlangt« und hierauf eine Reihe von Angelegenheiten der Orgjnisation behandelte. Rubaschow scliilderte den Eindruck; den die November- Ereignisse auf das jüdisch; Volk gemacht haben und wendete sich hierauf gegei die politische Tätigkeit einzeiner Mitglieder der Exelutive. Dr. R e i c h behandelte Fragen des Mandats und des Verhältnisses 7.11 den Arabern, sovie einzelne organisatorische Angelegenheiten. Herr Dr. Weizmann gab Aufkjärungen zu einigen von den Vorrednern gestellten Anfragen. Kaplansky besprach Fragen des Budg e t s und widmete sich in einzelnen den ökonomischen Arbeiten in Palästina sowfe den Prinzipien der Keren Hajessod-Arbeit. Dr. Hantke pbte Kritik an den Methoden der Qtldaufbringung und gab Anregungen, betreffend di« Organisation der Keren Hajcssod-Pnopnganda. Als Hztcr Redner in der Nachraittagssitzung spradi Abge>rdncter Stricker, welcher neben politischen Fragen auch Angelegenheiten der zionistischcn Finanzen sowie die Einrichtung eines! Pressed i e n 81 c s behandelte. Zu der Vormittag ssitii mg vom Mittwoch, den 78. Dezember, sind als wiitere Teilnehmer die A.-C.- Mitglieder Rabbiner Fi sch mann und Herr Ahgeordneter H. Färb st ein sowie als Gäste die Herren Dr. Jakob Thon und Dt. H i 1 ko vi cli aus Palästina erschienen. Zu Beginn der Sitzuig wurden• Entschuldigimgsfelegramme der Herren Dr. Solo we i t sc h i k, Motzkin und Naiditich sowie ein Begriißungstelegranun der in Amerika vollenden Herren So k o 1 o w, Jabütinsky, Warbxttg und Goldstein verlesen. In Fortsetzung der Generaldebatte sprach als erster Redner Dr. Jacobson, der zu den Fragen der Politik, Organisation und Finanzen Stellung nahm. Podliichewsky konzentrierte sich auf die Besprechung organisatorischer Fragen und Angelegenheiten des Keren Hajessod. Kaplan erörterte die politische Lage, behandelte die Arbeit des Keren Hajessod und des Büros in London und die Leistungen der zionistischen Presse. Hierauf gaben Dr. Thon und Rabbiner F i s c h m a n n Informationen über uie gegenwärtige Lage in Palästina. Julius Berger sprach über das System, das zur Erreichung eines großen Erfolges des Keren Hajessod notwendig ist, Abgeordneter Grünbaum über die Ent Sendung einer Delegation nach Palästina sowie über organisatorische Fragen. Dr. K a t z - nelson kritisierte die Tätigkeit des Keren'Hajessod und behandelte die Frage der Regelung der Emigration. Die Generaldebatte wurde in der Nachmittagssitzung, vom 'Mittwoch, den 28. Dezember, durch Herrn Dr. Rappaport weitergeführt, der namens des Misrachi weitgehende Rücksichtnahme auf die durch seinen Vcrband vertretenen Forderungen des religiösen Judentums verlangte. Herr Bernhard sprach über praktische Erfahrungen der Keren Hajessod-Aktion. Hierauf begann die Exekutive und das Direktorium die Beantwortung der in der Generaldebatte vorgebrachten Ausführungen. Dr. W e i zm an n ging hauptsächlich auf die politischen Fragen ein und behandelte hierbei sowohl das VerlialtnLs der englischen Regierung als der Verwaltunng Palästinas zu den zionistischen Fragen. Nachdem hierauf noch justizrat ׳ B o d e n h e i ru e r und Herr Abg. Farbstein .über Fragen der Organisatiion und des Keren Hajessod gesprochen hatten, nahm Herr L i c h t h e i in namens der Exekutive Stellung zu den ia der Debatte behandelten Angelegenheiten, der Immigration und Organisation, insbesondere Scheke.'frage, Presse und Behandlung einzelner Föderationen- Herr Dr. Ha Ipern äußerte sich als Schatzmeister der Exekutive zu Finanzfragen, Herr Dr. Berthoid Feiwel legte dar, nach welchen systematischen Grundsätzen die Organisation der Keren Hajessod-Arbeit durchgeführt werde, ging hierbei besonders auf die Keren Hajessod- Arbeit in Amerika ein und betonte schließlich die Not- Wendigkeit energischer Keren Hajessod-Arbeit in allen Ländern auf Grundlage der Kongreßbeschlüsse. Donnerstag, den 29. d. M., vormittags, wurde in die Spezialdebatte über die einzelnen Punkte der Tages- Ordnung eingegang-en. Herr Kaplansky referierte namens des Finanz- 1“*d Wirtschaftsrates über die schwebenden Fragen des Jüdischen Nationalfonds. An der Debatte beteiligten sich die Herren Twcrsky, Jusstizrat Bödenheimer, Dr. Zweig, Dr. Thon, Podlischewskl, Böhm, Fischmann, Dr. Feiwel, Dr. Barth. Die Beschlüsse. ln der Abstimmung wurden folgende Anträge des Finanz- und Wirtschaftsrates angenommen: Board of Trustees des J. N.-F. ״Das Actkms-Gomitd beschließt, einen Board of Trustees des Jüdischen N a't ion al f o nds zu schaffen mit der Aufgabe, die; oberste Kontrolle über die Finanzen des Jüdischen Nationalfonds nuszuübem und dem Actions-Comitee periodisch über die Nationalfondsvenvaltung zu berichten. Kompetenz des Jüdischen Nationalfondsdirektoriums. ״Die in Palästina wohnhaften Direktoren des Jüdischen Natioualfonds werden ermächtigt, im Rahmen des Budgets die laufenden Geschäfte des Jüdischen Nationalfonds zu leiten. Prinzipielle Fragen und solche Angelegen• holten, welche über den Rahmen des bewilligten Budgets hinausgehen, sowie die Beschlußfassung über das Budget Psclbst (unbeschadet des Budgetrechtes des Kongresses, bzw. des Zentralratcs) sind dem Gesamtdirektorium vorbehalten, eventuell auf dem Wege der schriftlichen Alb• slimmung. Die Dirckioriumsbeschlüsso werden mit Stirnmenmehrheit gefaßt." Es wurde beschlossen, die Höchstzahl der Nationalfondsdirektoren von sieben auf neun zu erhöhen, vorläufig jedoch nur acht Stellen zu besetzen. Das Actions-Comitö beschloß die Wahl folgender Herren ins Direktorium: Dr. Hantke, Böhin, Farbstein, Schocken (Governor), Ussischkin (Governor), van Vricsland, Wilka n sk y, Professor War bu rg. Den Herren Dr. Bödenheimer und Kremenezky, die seit der Begründung des Jüdischen Nationalfonds an dessen Spitze standen und jetzt auf selbstlose Weise zur befriedigenden Lösung der mit der Neuorganisiernng des Jüdischen Nationallonds zusammenhiingendea^ Fragen beigetragen haben, wurde vom Vorsitzenden Dr. Hantke der Dank des Actions-Comitds ausgesprochen. Schekel-Aktion. Hierauf wurden die Anträge der Exekutive, betreffend die Festsetzung der Schekelpreise und Organisierung der Schckel-Aktion für das Jahr 5882, in Behandlung gezogen und nach einer längeren Debatte mit gewissen Aendcrangen angenommen. Der Preis des Schekels für Oesterreich wurde mit K. 200, für Polen mit 150 poln. Mark festgesetzt; für die anderen Länder wird die Exekutive den Preis des Schekels bestimmen. ln Vcrbimhmg damit wurde folgender Antrag des Herrn Licht heim angenommen: ״Das Actions-Comitd bevollmächtigt die Exekutive, mit Hilfe aller Landeswid Sonderverbände einen besonderen Beitrag für die organisatorischen und politischen Bedürfnisse der Leitung zu erheben. Der Beitrag soll ln solcher Höhe auf die Landes- und Somierverbände gelegt werden, daß er zusammen mit den Schekoliin alle organisatorischen und politischen Bedürfnisse der Zionistischen Orgar■1• sation deckt“ Die Vertreter des Jischuw In der Exekutive, Hierauf gelangte nach stehender Antrag der Exekutive zur Annahme: ״Auf Grund des Beschlusses des XII. Kongresses erklärt sich das Actions-Comitd damit einverstanden, daß zwei von der Assefath Han iwcharim gewählte Vertreter der palästinensischen Jx*- denschaft zur Mitarbeit an der Palästina-Exekutive iierangezogen werden. Diese Vertreter werden an allen Sitzungen der Palästina-Exekutive mit vollem Stimmrecht tcilnehmcn. Uebcrdies werden Vertreter des Waad Haleumi zur Beteiligung an den bei der Palästina-Exekutive bestellenden iKomriissionen eingeladen werden.“ Immigration In der Immigrationsfrage wurde ein Antrag Dr. Katznelsons angenommen, welcher lautet: ״Das Actions-Comitd erblickt in der Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Immigraüonsbestiinmungcn eine schwere Gefährdung der jüdischen' Einwanderung nach Palästina. Das Actions-Comitd nimmt!von den Schritten Kenntnis, die die Exekutive zur Beseitigung dieser Bestimmungen unternommen hat und erklärt,'׳’daß die von der Exekutive geforderte Wiederherstellung der vor dem 1. Mai geltenden Bestimmungen als Minimum der Forderangen der Zionistischen Organisation zu betrachten ist“ Auf Antrag Twcrsky wurde ■beschlossen; ״Zum Zwecke der Ordnung und Erleichterung der Emigration nach Palästina beauftragt das Actions-Comitd den Wirt- , schaftsrat, die Frage der Zweckmäßigkeit der Grün- I düng einer Alijahbanlc anvie den Plan der Zweck- 1 mäßigkelt der Gründung einer zionistischen Transportgesellschaft auf wirtschaftlicher Grundlage zu | studieren und das Ergebnis der nächsten Sitzung de» Actions-Comitds vorzuiegen. Die finanzielle Grundlage dei Transportgesellschaft soll durch unsere Bankinslitute geschaffen werden.“ Beamtenschaft In der Frage der zionistischen Beamtenschaft wurde folgender Anttag Dr. J(acobson9 an_ genommen: ״Das Actions-Comitd sicht in dem Au»• bau der zionistischen Beamtenschaft eine der dringend• sten Aufgaben der Zionistischen Organisation. Es ersucht die Exekutive, ausreichende moralische und materielle Sicherungen für die Beamtenschaft der zionistischen Institutionen zu schaffen, insbesondere 901che Maßnahmen zu ergreifen, die den in der Diaspora beschäftigten Beamten nach Ablauf einer Dienstzeit Recht auf Ver- Wendung im palästinensischen Dienst je nach Bedarf und Eignung geben.“ Budget In der Budgetfrage ist auf Antrag Dr. H & n t - kes folgender Beschluß gefaßt worden: ״Das Action»- Comitd nimmt die Erklärung der Exekutive zur Kenntnis, daß sie für die Zeit, für welche ihr das Geld zur Deckung des ganzen bewilligten Budgets nicht zur Verfügung steht, Im Einvernehmen mit dem Finanz- und Wirtschafisrat bestimmen wild, welche Budgetposten und in welcher Höhe zur Auszahlung gelangen sollen.“ Jabotlnsky-Affäre ' Nach einer längeren Debatte wurde folgender Antrag des Abgeordneten Stricker angenommen: ״In der Angelegenheit der Verhandlungen des Herrn "Jabot i n s k y mit dem Vertreter der Petljura-Regierung stellt das Actions-Comitd fest, daß Herr Jabotinsky Verhandlungen geführt und Abmachungen getroffen hat, ohne die Zustimmung der Exekutive einzuholen und ohne sie von seinen Schritten in Kenntnis zu setzen. Das Action»- Comitd lehnt.jede Verantwortung der Zionistischen Organisation für diese Ver- Handlungen und Abmachungen ab und beschließt, daß die Exekutive von Herrn Jabotinsky nach dessen Rückkehr aus Amerika Rechtfertigung seiner Handlungsweise zu fordern und dem Actions-Comitd in der nächsten Sitzung Bericht zu erstatten hat.“ Es wurde noch eine Reihe weiterer Anträge und Anregungen beschlossen, unter anderem betreffend Entsendung einer Delegation aus Palästina nach Amerika, Regelung der Palästinawanderung durch Rumänien, Durchführung einer Gehaltsskala' der zionistischen Beamtenschaft sowie folgender Antrag Kaplanskys betreffs Palästinaämter: ״Das Actions- Coinitd überläßt cs der Exekutive, bezüglich der Durchführung der Kongreßbeschlüssc über die Organisation der Palästmaämter sich mit allen Beteiligten ins Einvepm-Innen zu setzen und der nächsten Actions-Comitd- Sitzung Bericht zu erstatten.“ Nach einer Nachtsitzung, die bis zwei Uhr morgen» dauerte, wurden die letzten Punkte der Tagesordnung Freitag vormittags zu Ende behandelt und mit einem warmen Dank für die Geschäftsführung des Präsidium» die Sitzung geschlossen. Die Jabotinsky-Affaire ln der letzten Sitzung des Rates der English Zionist Federation wurde folgende Resolution angenommen: ״Der Rat ist der Ansicht, daß Herr Jabotinsky durch, seine Vereinbarung mit Herrn Slawinsky das Vertrauen mißbraucht hat, welches der XII. Zionistenkongreß in ihn gesetzt hat und fordert seinen Rücktritt von der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation.“ Dieser Beschluß wurde telegrapliisch den Herren Dr. Weizmann, Sokolow, Ussischkin und dem Präsidenten des Großen Aetions- Comitds, Dr. Chajes, übermittelt mit der Bitte, ihn der bevorstehenden Sitzung des Actions-Comitds vorzulegen. Dr. Bruzkus, der bekannte führende russische Zionist, der erst hart vor dem Kongresse 'Rußland verlassen hat, ist in London eingetroffen. In einem ln der ״Jewish Times“ erschienenen Interview, in dem Bruzkus u a. auch die Verhältnisse in Rußland schildert, nimmt er äußerst scharf Stellung gegen die Vereinbarung Jabotinskys mit der Vertretung Petljuras. Es sei nicht richtig, daß Jabotinsky vorher mit •den russischen Delegierten Rücksprache genommen hätte. Suprasky, der Jabotinsky zu verteidigen suche, sei schon mehr als zwei Jahre von Rußland abwesend, also von allen russisdien Delegierten die am wenigsten zur Beurteilung der tatsachlichen Verhältnisse geeignete Persönlichkeit Jabotinsky müsse unbedingt resignieren, andernfalls den russischen Zionisten kein anderer Ausweg bliebe, als aus der •Zionistischen Organiaation auszutreten. Wie aus New York gemeldet wird, hat Jabotinsky erklärt, daß die gegen ihn geführte Agitation nicht den Erfolg haben wird, ihn zum Rücktritt zu bewegen. Er gedenke auf seine Mitgliedschaft in der Exekutive nicht zu verzichten und nur ein Kongreß könne üm von seinem Posten entfernen.-

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