Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 101 (10.12.1921)
- Date
- 1921-12-10
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 722 j U E DI SC I I E RUNDSCHAU Nr.!0[ Baron Edmund de Rothschild C״cr?;.’.istlaa Der Chefredakteur des ״Dnar Hajmu“, Ji:lain.u־ Pen Awi, suchte vährcml seiner Europareise in Paris auch Bannt Eduuitt«! de ko1 ti s c In Id auf, der sich ihm;1,e״euüber laut ״l>our Hajo»!“ vom 2ä. November folgenderuialien .iiiiicTfe: Die Gelegenheit ist mir willkommen, die ('icfulik־, die mich bewegen, vor einem rler Sol me des Landes /um Ausdruck zu brin.geii. Ich will midi iiiclit tiiusdini, da 11 die Kolonien, die* idi nicht zu meinem Privatvergnügen, sonilcrn für die Zukunft den 1 and cs, das mir lener ist, schuf, nicht dem von mir gesteckten Ziele ent sprech en. War es dem» mein Zweck, (.laluthstadte zu schaffen, wo der Kolonist sein Dasein weiter als ewiger Jude fristet, ohne zu wissen, was ihm der nächste Morgen bringt? Schon •10 Jahre dauert meine Arbeit und kein Meusel! kann mir loi'Itallcu, da IS ich nicht meinen besten Willen und ansehnliche Summen zur Erreichung meines Zieles bergab, ohne welchenicht nur kein nationales' Heim, sondern seihst kein einfaches Haus aufgebaut werden kann, und welche l-olgcn zeitigten diese meine Bestrebungen? - Bis zum heutigen Tage erhalte ich aus zahlreichen Kolonien Bittgesuche. Auch in diesem Augenblick erhielt ich Briefe, wo die eine Kolonie um Unterstützung wegen Lniclttiiug eines Zaunes, die andere wegen Baues einer Schule, die dritte wegen eines Krankenhauses midi angelte». Unzählig sind die Bitten tun Darlehen, grollere oder kleinere, zur Deckung der Budgeldefizite nt den Kolonien Jutlaas iukI Samarias, Sagen Sie den Haltern in den Kolonien, dali ich nunmehr schwach bin und diesen Zustand nicht langer ertragen kann, Wem» der jüdische Bauer nach •10 Arbeitsjahreii sich nicht die Stellung eines ägyptischen, arabischen oder europäischen Bauern erringen konnte, so liegt die Schuld an ihm selbst. In den ersten Jahren der Kolonisation’ achtete ich nicht auf die begangenen!'eitler, willfahrte icder Bitte, schloß meine Augen vor den hier und da verkommenden Verschwendungen, aber nach so vielen |.ihren reicher Erfahrungen, nach der moralischen tmcf materiellen Unterstützung seitens der zionistischen Bewcgiiug durch Gründung verschiedener Fiuanzinstitutioncn,, -.;)Ilten solche Eeitler nicht mehr Vorkommen. Ich kehre jetzt aus den kriegsverwiisteten Gebieten t'rankrmhs zurück. Trotz der Verwüstung fühlt man dort ulurall den Puls dos nattirliehen Lehen-, Und warum das? Weil in jedem Dorfe die ganze Familie, Vater um! Mutter, Onkel und Taute, bis zum jüngsten der Kinder, arbeitet. Nur 5 Prozent der Dorfkinder gelten in die Stadt und nur I Prozent besucht die höheren Lehranstalten. Dies ist das Geheimnis der Prosperität defranzösischen Dorfes. Und wie viele der jüngeren jüdischen Kolonisten verlassen die Scholle, um in den Städten nach Bildung zu suchen? Audi die nach Pulästma zutüdkgekehrtet» Deutschen, beraubt ihres Gokle-, ilm-s Viefist;indes, ihrer Ackergeräte, geben die stell etwa der Ver/weit'lung hin? Alle kehrten zur Arbeit zurück, auch Greise, Tratten und Kinder. Was diu Deutschen konnten, warum solltet» dies unsere weit besser ge-tellteii Ilattern nicht können? Und wenn sie sich verantworten, dali die Arbeiterfrage ihnen viele Sorgen macht, so antworte ich ihnen, sic nuigen den Weg aller Bauern in der Welt cinschlagcn; es existiert kein Dorf in der Welt, das auf fremden Arbeitern beruht. Das Dorf wird nur durch den Bauern ■und -eme l amilie begründet. Tin Bauer, der seinen Sohn ui.lu ,uv den Boden le—ein kamt und es gibt in l’.ea-uita Bauern, deren Bodenbesitz '2 ,bis '5 mal grober ist, wie der des französischen Bauern -־ darf nicht tut Banern-tanJ verharren. Wenn das Wohnhaus klein Wolzendorffs Naturrecht des Mindcrheits• schut7.es (Kurt Wol z.endorff, Grundgedanken des Rechts der nationalen Minderheiten, - Naturrecht de- Minderheitenrechts. - Schriftettfolge des Ausschusses für Minderheltenrccht. Heft 1. Verlag vor» Hans Robert Engelin a J1 tv, Berlin W 1ר) Dam de!» letzten Monaten vom Aussdtuli für Minderheit-recht heraangegebene Büchlein des verstorbeiten Rechtslehrers und Nuturrcditlers sollte ■auch nationaljüdische Kreise interessieren. Deutschland, das vor dem Kriege in der Trage des Minderheitenschutzes kaum eine Lebensfrage zu sehen, gezwungen war, bat nach <1 tan Trioden so viele Gebiete ahgchrii miissrn, daII, wie der I lerausgrbci der Schuft, Johannes l'idjc, meint, das Probien» des Minderheitenschutzes auch füt die Deutsche,!! zu einer Lebensfrage geworden ist. Die Kreise, die sich die Herausgabe der angegebener Sehnftenfoige zur Aufgabe gemacht haben, haben klat erkannt, dali eine Verteidigung des Rechts der deutscher Mmderlieiter» mir dadurch möglich ist, daß man das Recht der Minderheiten überhaupt anerkennt. Wieweit sich diese Gedankengange bereits in det Kreisen der deutschen Gebildeten, besonders der Aka . demtker, durdvgesetzt haben, entzieht sich meiner Keimt ms, Verbreitung ist diesen Gedanken jedenfalls im all ,.seifigen Interesse zu wünschen. Allerdings muß icl zu meinem Bedauern feststellen, daß ich von einer An nähme dieser Grundsätze für die politische Praxis bc den völkischen Akademikerorganisationen deren Au nangersdiaft z. B, an den Hochschulen teilweise bi zu 70—80«.״ der Studierenden faßt - bisher nichts 11;tb bemerken können. Ebenso stehen meines Wissens attc S't ״ im״'״R'fn. R dic »Deutsche Zeitung׳ noch L.terlich ‘fei■״' .״‘ld8CUu״> <,,״cst״ Gedankciigünge ״»,S'gÄfrsr ist,!uöge er bedenket», daß fn Polen,!11 R1!l>!anof i;;!'ijim'iiik 1), tatisende Familie» überhaupt einer Wo:ut- .;,die entbehren, wenn der den Söhnen gezahlte Loht( eeting i-t, so niügei» sie bedenken, daß ,Millionen Juden 11:1dl trockenem Brot und Wasser lechzen und auch dies nicht immer haben. lieber die Bnei Benjamin Organisation alliierte der Baron: Ihre schöne Arbeit sei keine innerliche, sondern eine rein äußerliche. Dic ■Mitglieder dieser Organisation sollten!rächten, erst ihren Vätern zu Hilfe zu eilen mul erst dann sieh seihst. Wem! sie /tischen können, wie ihre Väter unter der Last niederbrechen, ohne ihnen zu Ifilier zu eilen, so sind sie nicht wert, sich meines Namens zu bedienen, sie sind nicht meine Söhne, und ich kann sie* nicht anerkennen. Nur dann, wenn sie tutt aufrichtigem Haupte und schwieligen Jlämlcn ihren Vätern erklären, daß sie an ihrer Seite!!»!arbeiten wollen, werde ich zu ihnen stehen und sie unterstützen. Nicht Parts und Berlin, nicht Rom und London, sondern Rixchou lc Zion und Petacb Tikwah, Chedera, Sichron Jakob und Rosch-Pittah, das sei die Parole. UivJ wenn die neuen Chain/, im mit 20 30 Groslt täglich aiiskomnien können, sollten dies die bereits akklimatisierten Bnei- I Benjamin erst recht können, fuhr der Baron mit immer stärkerer Trregtmg fort. Keinen Heller mehr au die alten Kolonien. Den neuen wende ich mich hilfreich zu, den UaliithHüclitlmge», die in Palästina Asyl -.neben, die kein Brot und keine Kleidung bubet». Was ich für Rischem lc Zion und Sichrem Jakob vor ■10 Jahre!» getan habe, werde ich auch für die neuen Kolonie!» tun, unter der Bedingung, daß sie im Boden verwurzeln und ein Geschlecht von richtigen Bauern im vollsten Sinne des Wortes heratiziehen. Zum Schluß kam der Baron auch auf die Ar ab er frage za» sprechen und betonte, daß es stets sein Hauptziel war, Eintracht zwischen Arabern und Juden berzustelle». Seine Beamten hätten diesbezügliche Weisung erhalten, weshalb auch die Araber bei verschiedener» Arbeiten beschäftigt werden sollten. In diesem Sinne stimme er auch der Politik des High Comtnissioner vollkommen bei. Am Schluß erklärte noch der Baron, dafi sein Alter von 76 Jahreil ihm kaum noch das Rciaen gestatte, jedoch sei es!lieht ausgeschlossen, daß er trotzdem noch zu Beginn dekommenden Jahres Palästina besuchen werde. ׳ linnieiliiit sei sein Sohn faltig, seine Arbeit mit verdoppelter En ergie fort zu setzen. Juden und Araber in Palästina 111 der letzten Ausgabe des ״W c c k 1 y Guardian״ berichtet ein Korrespondent des Blattes ausführlich über die gegenwärtige Lage in Palästina. Im Zusammenhang mit den erfolglosen arabischen Bemühungen uni die Annullierung der BaHoiir-Heklaration wird auch die jiidisclte Aufbauarbeit erwähnt, und es ist interessant, einmal eine neutrale Stimme zu vernehmen, deren wirtschädliches Urteil offensichtlich auf der Kenntnis de« Landes beruht. ״Hunderte von Juden,“ heißt es in dem Artikel, ״haben sich im Lande niedergelassen und dort ungeheure Summen in landwirtschaftlichen und anderen Untcrnelimutigen investiert. Seit 1618 haben in Palästina die Juden allein über 2 Millionen Pfund Sterling ai-sgegcben. Die jüdischen Kolonien es gibt gegenwärtig 72 mit insgesamt 130 060 Duiiatn Land sind zum größten Teil landwirtschaftliche Siedlungen. Sie punktieren die Landschalt von Hersel»a im Süden bis Da 11 im Norden. Zuerst hatten die Kolonien einen harten Kampf zu beihrer Angehörigen zur Gcsamtbevölkerung, Einrichtung eines Nationalkatasters, kurz all das, was man zusammenfassend als nationale Autonomie bezeichnet. All diese praktischem Forderungen sind altbekannt; insbesontleiw! nationaljüdische Kreise kennen all diese T'ordcruugen aus den Schriften jüdischer Schriftsteller bereits besser und genauer. Kritisch ist besonders zu bemerken, daß dic Wolzcndorffsdien Vorschläge auf keinen Lall eine Losung de- Mindcrhcitcnprohlcurüberliaupt enthalte!», sie kommen überhaupt nur tr» Betracht, wo eine* Minderheit stark genug ist, um all die vorgeschlageuen Einrichtungei» zu tragen. Diese Kritik besagt indes nichts über den Wert der Wolzcndorffsdien Schrift. WolzeudorSf ist durch und durch Theoretiker, das _ eigentlich Wichtige an seinen Gcdaitkcngä ngeti sind nicht dic praktische» Ergebnisse, zu denen er gelaugt, soliden» die recht »gedankliche Hegrümluog, mit der er diese Ergebnisse stützt. Wolzcndorff — das ist eit» unbestreitbares Verdienst auch dieser Schrift -- ist einer der Wenigen, die sieh durch die positivistische und historische Schule nicht abltalfeu lassen, die sogenannte naturrcchtliche Methode wieder aufztinehmcri. ■ Unter Natum*el1t aber versteht Wolzcndorff die Wissenschaft, die Neuernngsvorscltkige auf dem Gebiete des Rechts systematisch darauf prüft, inwieweit sie sich aus allgemeinen Gcrechtigkcitsregeln begründen lassen. Beistimuieu kann ich allerdings de!» von ihm gegebettet» Begründungen fast nirgends. Von den Fehlem seiner Begründung kam» hier freilich nur das Wichtige festgestellt und and! dieses nur angedeutet werden, Wolzcndorff stützt seine Forderungen im wesentliehen darauf, daß die Völker ebenst» wie die Einzel- Personen angeborene Rechte hätten. Die Lehre von det» angdioreuc!» Rechten stammt in ihrer heutigen Torrn aus dem ks. Jahrhundert. Sie war luiter anderem die gedankliche Grundlage für die Verleilumg der Menschenrechte an die Juden während der Emauzipatioaszeit. Die Lehre wird aber heute 1111t Recht deshalb abgelehnt, weil sie einmal schon eine Fiktion enthält, sofern sie van angeborenen Rechten spricht, dann aber auch. stehen, aber durch Ankauf von Maschinen und Ik-oh;״-!•. timg moderner Siedlmigsmclinidcn sind sie *»ehlietihti! ' zu guten Erfolgen gekommen, die man am chc-ten ermessen kann, wenn man die Erträgnisse ihrer Ernten mj( denen ihrer arabischen Nachbar» vergleicht. IVi (j,.״ Ambern bringen die Getreide (Weizen und Gerste) ein״! Ueberschuß von 1 Pfund Sterling pro Dutiam,!!! besseren jüdischen Kolonien bringen die Tekler 2 ||||(ן 3 Pfund Sterling pro Dunam Mehrertrag. In it bischen <)rangengiirten werden 330 Kisten Orangen p!,, Dunam als sehr 'gute Lutte betrachtet, während!1a. I Ernte jüdischer Orangenplaiitagen •10 bis 60 go höh«-« i Die jüdischen Weinbauern erzielen den doppelte 11 (r. j trag;fegen den der eingeborenen Weinpflan/er. j Praktische lllu-tratiunen des fortschrittlichen!!!ן״ I wirtschaftlichen Geistes der jüdischen Kolonisten trug J man aut Schritt und Tritt. An Stelle der primitiven arabischen Kettenpumpe, die von einem Kamel o.|t.r 1 Maultier mit verbundenen Augen gezogen wird, 11;1h,״ die Juden moderne Pumpen mit Benzin- oder Ga-moture!! eingeführt, um ihre Orangentiud Ziüanenplantagi» 7U bewässern. In der Ebene Scharon haben sie eine moderne landwirtschaftliche Versuchsstation, ähnlich den amenkanischcn, errichtet. Diese Station hat Wunder im V»rbessern von Weinen, Erhellten und Getreide erziel!. Aegypten fuhrt jährlich für 30 000 C Tafeltraubtn .(1!, Syrien und Cypcr» ein. Der judi-clieii Versuch—!.,!!<,!! ist es gelungen, eine* Art Tafeltraube zu ziehen, du• dn•! Wochen früher reift als jene Sorten, die Aegypten führt; in ähnlicher Weise ist die Olive verbessert Word(״ Eine nette Methode hat die Belaubung־ de« Maulbtvr. Baumes erheblich beschleunigt. Aber nicht nur in der Landwirtschaft, sondern a:nj| 11t der Entwicklung der Industrie sind die J!!J1״ weit voraus. Sie haben seit dem Kriege moderne («. werke und Pllan/ungen zur Destillierung von Partum-,, besonders von Geranium und Thymian, angelegt. Seidenfabrikett, Ziegeleien, Glasbläsereien und nttdere ludu-tm•■ Unternehmungen wurden begründet. Der palä-tmen-i-ri!!• Baumarkt wird jetzt vor! den Juden wirksam Ixherrscht, und die Herstellung von Zenientstein 1-t g:m» in ihren Händen. Denselben Uiiteriieluiiiuigsgci-t finden wir, ace׳! »ur uns den Orts- und Heimindustrien /imendeu. In umt um Jerusalem sind Werkstätten eröffne!, 111 denen Teppiche gewebt, Silberfiligranwaren liergestellt, Ellen• beinartike! gesclmit/t und Perlmutterknopfe produziert werden. Der Export der Stadt Jaffa beträgt fast drei Millionen Pfund Sterling pr!» Jahr und umfaßt vonwegen«! Erzeugnisse der jüdischen Kolonien. Tatsache ist, daß die Julien mehr ahalle anderen Rassen geleistet haben, uni den Boden ihe-es heiligen Landes zu entwickeln und geeignete Industrie» zu grtmden. Sie haben wahrhaftig Millionen Pitttule im Las!.:« angelegt und sind vollständig darauf vorbereifet,!1011! viele weitere Millionen zu investieren. Sie sollten nui.\ mir ein glückliches, blühendes Palästina sehaffen, sondern auch ein neues Land, dessen wirtschaftlicher Einfluß über die ganze* Welt reicht. Wir müssen also /»geben, daß Pa)u-!ma in seinem künftigen Gedeihen und Wohlstand größtenteils von der Tätigkeit der Juden abhängig ist. Die arabische Tonicrung, daß wir unsere Deklaration über die Zukunft dejüdischen Volkes in Palästina zurückziehen sollen, kann einer unparteiischen Prüfung nicht standhalten." Stimmenthaltung der Juden Wilnas Die politische Kommi-ston der Wihi.ter jüdischen Gemeinde hat die Stimmenthaltung von den Sejriiw.thhn beschlossen. weil auch die Tatsache, daß jemand eit» Recht angeboren ist, nid»! das geringste darüber besagen würde, ob ihm dieses Recht auch von Gerechtigkcits wegen /nkomntt. Wieweit es eit! schwerwiegender thooniisdier!זז• tum ist, liehen Einzelpersonen auch noch reale ״KolUktivp-er-onei»" mit eigenem Leben um! Willen anzunchtticn, und gar /,wischet» beiden »Analogieschlüsse zu zieltet», kan!» hier nicht näher dnrgestcllt werden; Wolzend-uit hat -ich hier durch Anlehnung an seinen großen Ix'hnt Gicrke auf einet» Abweg führen lassen. Nicht genügend geklärt wird in dem Buch du• Trage-, ob Wolzendorft in dem Gedanken des Minderheitcii.-diut/es eine an den demokratischen Gedanken der Mchrhcitshcrrschafr von außen herantretemle Schranke sieht oder eine organische Konei-qtien/ dedemokratischen Prinzips. ln let/termi Sion«• lt.d -1.1' z. 11 - meines Erachtens völlig zu Unrecht det Wiener Rechtslehrer 1 laus Kelsen am Schlüsse seines 1920 erschienenen Buches ״Sozialismus und Staat“ aus• gesprochen. Wolzcndorff tritt dafür ein, daß das Völkerrecht, das bisher ein Recht der Staaten gewesen sei, künftig zu einem wahren Recht der Völker (Nationalitäten) werde. Aeluiüchcn (iedankengängen ist übrigens au»!! unser Comite des Delegations Juives in seinem neunten, in Paris erschienenen Bulletin gefolgt, als es dem Völkerbttncl die Frage vorlegte, ob Mitglieder des Völkerbündenur die Staaten (!es nntüms efats) oder auch die Völker als solche (les nations-uationalites) werden könnten. Ich halte die Tendenz dieses Gedankens für richtig, aber seine bisherige gedankliche Begründung, an die Wolzon• dorff und auch «las oben erwähnte Bulletin überhaupt nicht herangehen, für völlig unzureichend und vertu:-״• auch bis jetzt die scharfe Herausarbeitungder recht• liehen Konset1uenz.cn für das Völkerrecht. Die Schrift Wolzemiorfis zeigt überall eit» ehrliche- Gerechtigkeitsstreben. Ihre praktischen Forderungen sind mclit sämtlich unzweifelhaft. Wolzcndorff tut den «eit langem dringend nötige!» ersten Schritt auf Wissenschaft• ltdies Neuland. Gelungen ist aber dieser Schritt noch n'c^E Ernst F e i! c h e 1» f e I d