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Jüdische Rundschau · 1921-12-02 · Heft 96 (2.12.1921) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 96 (2.12.1921)
Date
1921-12-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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K«»t• Nr. 15© *■00. — Rcdakti0B**chJu6 .Sonnt•; onü MiUwnci» ®ndbrniU•;. *״־־ ראש חרש כסלו׳ הרס״ב I xxv>• Jahr^• Nummer 05 | Berlin, 2 XII. 1921 Omr Zionumu• erstreul (Or da» |0d»*che Volk die Schaltung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm.״ Harding konferiert mit Balfour über den Zionismus Washington, 27. Nov. (J.C.B.) Wie wir erfahren, hat zwischen dem Präsidenten Harding und Balfour eine längere Besprechung über den Zionismus stattgefunden. Es wird versichert, daß Harding die Bereitwilligkeit der amenkanischen Regierung, auch künftighin die zionistisehen Bestrebungen zu unterstützen, ausgedrückt habe. Konferenzen Sokolows mit der englischen and der französischen Abrüstungsdelegation Washington, 27. Nov. (J.C.B.) Nahum Sufeolow dinierte bei Mr. Balfour im Hauptquartier der englischen Delegation, bei welcher Oelegenheit die aktuellen zionistischen Probleme besprochen wurden. Am gleichen Tage erhielt Sokolow die Einladung zur französisehen Delegation, wo gleichfalls eine Beratung in zionistischen Fragen stattgefunden hat. Sokolow im amerikanischen Staats• Departement Washington, 27. Nov. (J. C. B.) Nahum Sokolow wurde, wie bereits gemeldet, in Beglcitung des Mitgliedes der amerikanischen zionistischen Exekutiv«, Mr. Ab. Goldberg, im amerikanischen Staatsdepartement empfangen. Er hatte eine längere Besprechung mit Fl et eher, dem Gehilfen des Staatssekretärs Hughes, der infolge seiner Inanspruchnahme durch die Abrüstungskonferenz Sokolow nicht persönlich empfangen konnte. Die Vorstellung erfolgte durch Senator Spencer aus Missouri. Gegenstand der Konferenz waren der Besuchszweck der Zionistischen Dolegation in Amerika sowie eine Reihe aktueller zionistisch-politischer Fragen. Der Unterstaatssekretär folgte den Ausführungen Sokolow» mit der größten Aufmerksamkeit, versicherte ihn der vollsten Unterstützung der zionistischen Bestrebungen durch die amerikanische Regierung und gab die Erklärung ab, daß die von Hughes an den Völkerbund seinerzeit gerichtete Note über die Mandatc der Klasse A und B keinerlei Bezug habe auf die Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina. Der Besuch Brandete bei Sokolow New York, 27. Nov. (J.C.B.) Oberrichtcr Brandeis besuchte, wie bereits gemeldet, Sokolow und hielt mit ihm eine längere Konferenz ab. Dieser Besuch erregte in New York größtes Aufsehen, da dies seit der Spaltung im amerikanischen Zionismus die erste Zusammenkunft Brandeis mit Führern der Zionistischen Weltorganisation sei. Wie verlautet, galt dieser Besuch nicht der Austragung des Konfliktes zwischen der Brandeisgruppe und der Zionistischen Weltorganisation. Brandeis erklärte H. Sokolow, daß sowohl er als seine Anhänger großes Interesse am «ionistiselitn Wirkt liehen mit) gab ihm ein» Reib! wieliHg« InaHilMliiftllöliöf Ruh ktif erlölgreiclunt Gestaltung der gegen* Wattigen zionistischen Sammeikampagne in den ^reinigten Staaten. Von der palästinensischen Exekutive Wie das Pressebüro der palästinensischen Exekutive bekannt gibt, ist die frühere Mitteilung über Arbeitseinteilung in der Exekutive dahin zu erganzen, daß in das Ressort des Professor Pick 1hc Immigrationsabteilung sowie der Kleinhandel und die Kieinüidustrie fallen, während Sprinzak ״ie Arbeitsabteilung und die Krankenkassen verwalten wird. Alle Fragen der Auswahl der Imraigranten im Auslande und deren Ausbildung für Palästina werden von beiden genannten Herren gemeinsam geregelt werden. An unsere Abonnenten! Die Abonnements-Erneuerungen für das erste Quartal 1922 müssen jetzt sofort vor ge• nommen werden, da das Postzeitungsamt die Verant• wortung (ür die pünktliche Zustellung der ersten Januarnummcrn nur dann übernimmt, wenn die Anmeldungen bis zum 10. Dezember d J. erfolgt sind. Wir machen daher alle Gruppen und Vereine, die Sammclabonnein ents bestellen, nochmals darauf aufmerksam, daß wir die neuen Abonnenten« listen oder Ergänzungen und Veränderung gen der bisherigen Listen sofort erhalten müssen. Wenn wir bis zum 8. Dez. von den Bestellern der Sammelabonnements keine Nachricht erhalten, werden wir die für das vierte Quartal 1921 aufgegebenen Listen wieder für die Anmeldungen benutzen. Da aber für alle aiigemekleten Abonnenten die Post- und Zeitungsgebühren für Ufas ganze Vierteljahr im voraus bezahlt werden müssen, bitten wir dringend darum, die Richtig« Stellung der alten Listen sofort vorzunehmen, um un» nötige Portoausgaben zu ersparen. Bei allen Einzelabonnenten, die bis zum 8. Dezember die Abonnementsgebühren nicht einge« schickt haben und von denen keine Abbestellung vorliegt, werden wir die Gebühren, wie wir es schon durcii ein Rundschreiben angekündigt haben, per Nachnahme erheben. Wir bitten, Vorsorge dafür zu treffen, daß unsere Nachnahmesendung eingelöst wird. Wir bitten ferner alle Auslamls-Abonnenten darum, die Gebühren möglichst für das erste Halbjahr 1922 sofort zu überweisen, damit in der Zustellung des Blattes nach dem 1. Januar 1922 keine Unterbrechung cintritt. Wir weisen ausdrücklich darauf hin, daß unter den heutigen schwierigen Verhältnissen die Lieferung der Zeitung nur nach Vorausbezahlung des Abonnementsbetrages erfolgen kann. Die Abonnementsgebühren betragen vierteljährlich: in Deutschland 18 M., Afrika 2 sh., Amerika 0,75 cts., Aegypten 2 sh., Belgien 6 Frcs., Bulgarien 20 Leva, Dänemark, Schweden und Norwegen 3 Kr., Deutsch-Oesterreich 300 Kr., Eng. la!!jd 2 sh., Estland 30 deutsche Mark, Frankreich 6 Frcs., Griechenland 6 franz. Frcs., Holland 2 Gulden, Italien 8 Lire, Jugoslawien 55 jugoslaw. Kronen, Lettland 30 deutsche Mark, Litauen 30 deutsche Mark, Palästina 2 sh., Pole« 750 poln. Mark, Rumänien 25 Lei, Schweiz 4 Frcs., Spanien 3 Pesetas, Tschechoslowakei 30 Kr., Türkei 4 franz, Frcs״ Ungarn 180 Kr. Verlag der Jüdischen Rundschau Berlin W 15, Sächsische Str. 8 Postscheckkonto Berlin 17 392. Allgemeine Hypothekenbank für Palästina Der Oberkommissar von Palästina hat nunmehr die Eintragung einer Hypothekenbank unter dem Namen ״General Mortgage Bank of Pnlestinc Ltd.“ genehmigt mit einem nominellen Kapital von 2(X)000 £. Zurzeit sind 5000Ö £ dieses Betrages in Aktien herausgegeben, die vom Jewisb Coionial Trust übernommen wurden. Die Statuten der Hypothekenbank lassen alle Arten von Hypothekcngeschäftcn zu. Schon vor der Eintragung wurden langfristige Kredite auf Hypotheken bis zum Betrage von 34 000 £ für kleine Häuser in Jaffa gewährt; das Geld hierzu stammte vom Keren Hajessod. Der Keren Hajessod wird diese Hliphit lüliie Ikteiilprfg Fti Obligationen bis kti &000Ö £ erweitern. Die Ausgabe von Obligationen wird baldigst stattfinden, und es bestehen gute Aussichten, daß jüdische Gemeinden, Körperschaften, Institutionen und Einzelpersonen große Kapitalien investieren werden. Die Bedeutung der Gründung dieser Hypothekenbank kann nicht hoch' genug geschätzt werden. Wenn man den außerordentlichen Mangel an Häusern und die hohen Mietspreise Palästinas in Betracht zieht, welche die ganze wirtschaftliche Ent- Wicklung sehr hindern, so kann man begreifen, was für einen heilsamen Einfluß die Bildung der Hypothekenbank auf das gesamte Einwandeiungs- und Ansiedlungsproblem gewinnen kann. Der Keren Hajessod hat durch die ersten Schritte zur Gründung dieser Bank seine erste aufbauende Arbeit von weitreichender Wichtigkeit geleistet. Sachlicher Zionismus Von Julius Berger. II. Der organisatorische Apparat. Die Zionistische Organisation bis zum Kriege war eine Vereinsorganisation. Ihr Aufgabenbereich ging auch nicht wesentlich über das Maß dessen hinaus, was man einem Verein zumttten kann. Hin und wieder, wenn ein auswärtiger Redner zur Vcrfügung stand, eine größere Versammlung: Propaganda — von Zeit zu Zeit eine interne Vereins- Versammlung: Organisation — in regelmäßiger Folge Geldsammlungen: Aufbau Palästinas. Die Mitwirkung der Zentralstellen beschränkte sich in der Hauptsache auf Entsendung von Rednern, auf Aufrufe und Zahlungsaufforderungen. Allmählich kam einiges dazu: Jugendarbeit, Kulturarbeit und auch die Gegner trugen ihr Scherflein zur Vertiefung und Verinnerlichung bei Insgesamt erwuchs daraus eine große und für die damaligen Verhältnisse leistungsfähige Organisation. Die Neuordnung der Zionistischen Organisation hat an diesen Verhältnissen zunächst wenig geändert. Sie beschränkte sich einerseits auf den Ausbau der Zentralbehörden, andererseits auf die Fraktionierung. Entsprechend der außerordentlichen Größe der Aufgaben, die uns heute obliegen, wurde die Exekutive in London und in Palästina neu aufgebaut. Durch die Vergrößerung der Exekutive, die der Karlsbader Kongreß vornahm, wurde der Zionistischen Organisation eine Leitung gegeben, die wohl berufen ist, den Anforderungen, die die Direktion unserer Aufgabe stellt, im Rahmen des Möglichen zu entsprechen. Die Acnderungen im Organisationsstatut, die der Kongreß beschloß, sind nützliche Verbesserungen, aber n:!r unter ״r״;!ni. satorisch-politischcn, sozusagen theoretischen Gesichtspunkten. Die Fraktionierung, wie immer man zu ihr steht, ist un Wesentlichen auch nur poiitisch zu werten. Sie hat Bedeutung für das Zustandekommen der zionistischen Gesetzgebung und für die Kontrolle ihrer Ausführung. Für die Ausführung der Arbeit selbst, für die Unmenge der Details, aus denen sich die Erfüllung der Aufgabe zusammensetzt, sind alle diese Ueformen, ist diese ganze Entwicklung verhältnismäßig bedeutungslos. Die Richtlinie der Arbeit wird durch sie bestimmt und wird dadurch in Zukunft gerader und klarer verlaufen als bisher. Aber eine noch so gute Exekutive und eine noch so durchgedachte und differenzierte Theorie können nicht ausreichen und müssen sich erschöpfen, wenn nicht der ganze Apparat, der für die Gesamtheit der Arbeit in Frage kommt, um gestellt wird auf die Neuartigkeit und die Größe der Aufgabe. Wir haben gesehen, wie sehr die Arbeit in Palästina darunter gelitten hat, daß nicht sowohl die leitende Behörde als der Apparat, der zur Verfügung stand, nicht aus reichte. Genau betrachtet war überhaupt kein Apparat da, und wo er da war, war er zu wenig Apparat, zu viel Leitung. Es wechselte eine Leitung nach der anderen und jede Leitung war gleichzeitig ausführendes Organ und so wechselte auch ein ausführendes Organ nach dem andern. Es fehlte diegfiorilhitP, tlit? isctiliohf» die 1tn1bl1ii־ngigt V$rw11l• tiiifJL Nicht itulCTtt iit ü bi dtf wln orgatiiBatoH* *eben Arbeit, in der zionistischen Arbeit außerhalb Palästinas. Die Exekutive mag noch so leistungsfälüg sein, sie wird im besten Falle nicht mehr erreichen können, als was ein gutes Ministerium bewirken kann: die Initiative geben, die Form festlegen, die Aufgabe bezeichnen, den Umfang abgrenzen. Vormals mochte dies durchaus genügen. Die Leitung gab die Parole. Sie zu verwirklichen, genügten damals die freiwilligen Mitarbeiter in der ganzen Weit, die Vertrauensleute. Das hat heute aufgehört. Die Millionen Pfund, die wir nicht nur benötigen, sondern deren Nichtaufbringung identisch wäre mit dem vollkommenen Zusammenbruch der ganzen Position, können nicht mit einer Parole aufgebracht werden. Die Vielheit der Anforderungen , die der Gesamtkreis der Aufgaben, der palästinensisaien, der organisatorischen, der innerpoiitisclien der sozialen, an uns stellt, kann nicht mehr mit Vereinsapparat nachgekoromen werden, der uns bis- her genügte.

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