Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 89 (8.11.1921)
- Date
- 1921-11-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 89 J U EDISCHE RUNDSCHAU Seile 637 Vom Jüdischen Verlag Persönliches An Stelle des abgeschiedenen Herrn Alwin Locwentlial ist in die Leitung des Jüdischen Vellages und der ״Ewer“-Gesc!lsd1aft für Buch- «nd Kunst unndcl iwwieder ״Ewer“-B11cl1f1a11dlungen in Berlin und Munt len Herr Dr Siegnitmd Kaznelson eiligetreten. l>tr Jüdische Verlag wird auf der gleichen Gruinlage weder־ Lfülirt wie sie durch die un vorigen Jahre erfolgte Neuorganisation geschaffen wurde Die J‘t(״ansjJ* Leitung hat weiter Dr. Martin Buber mne. Die Herstellung leitet M c n a c 11 c in B1 r 11 h a u 111. Neue Veriagswerkc Von neuen Veriagswerkc« befinden sich in VorbcaT״lu• odor llerzls Tagebücher. Das mehrbiiidifc Werk veröffentlicht zum ersten Male die Aut- Zeichnungen, mit denen Herzl seine ganze zionistische Arbeit begleitet iiat. Es wird ein 111 e « s c 1111 e h e s 11 n d nol'i tiselies Dokument von höchster Bed e 11111 n g werden. Uebcrsetzung in andere hpradien ist vorgesehen. Eine jüdische Enzyklop3 d ie. Sie wird in einem handlichen Band ein alphabetisches Nadtschlagebuch für alle jüdischen Gebiete nach dem neuesten Stande der Wissenschaft geben. Für die einzelnen Gebiete ist bereits eine Reihe der besten Fachleute zur Mitarbeit gewonnen und das grollangelegte Werk nähert «ich seiner Vollendung. Die jüdische Kultur‘‘. Eine Monographien- Sammlung, heruiisge,geben von Martin Buber. Sie erscheint' in zwei Reihen. Die erste Reihe bringt Auswuhüiändc aus dem jüdischen Schrifttum in uvustcigültigen Uebersctziiivgen, die zweite Reihe Einzeidar- Stellungen von berufenen Autoren aus allen Gebieten des geistigen, religiösen, künstlerischen, sozialen Lebens. So «.11 diese Sammlung schließlich ein Gesamtbild der jüdischen Kultur geben. Ae lind Haam, Ge sammelte Werke. Voll• ständige d e 111 s eh e Ausgabe in vier Bünden. Diese deutsche Ausgabe wird in einer neuen Uebcrsetzung von Priv.-lX)/. Dr. J. Obermann und Doz. Dr. 11. Tu 1׳ c t. y n e r erscheinen. S. Dublinvc, Die neueste Geschichte des jüdischen Volkes. Dritter Band. Mit diesem Bande, dessen Original vom Verfasser vollständig umgearheitet wurde, wird dieses Geschichtswerk zum Abschluß kommen. Ein neues hebräisches L i c <1 e r b 11 e h (mit Noten) von A. Z. ldclsohn. Elias A 11 e r b a c 11, Die Prophet! c. Zweit e r Band, der besonders Jeremias gewidmet ist. Schon in, der nächsten Zeit werden erscheinen: In der von Prof. Sch. I. H 11 r w i t z liernusgegehenen, bearbeiteten und eingeleiteten Bibliothek klassischer Werke der hebräischen Literatur die beiden ersten Bünde B a c fi j a i t) 11 P a k 11 d a, ״C h o w o 111 Haie w a - w o 111“ mul Je 1111 d a 1 i a 1 e w i ״K11 s a r i“. Von Prof. David Koigen, dem hervorragenden Philosophen und Soziologen, dürfte ein neues Werk, ״Der jnoralischo Gott, Ein Beitrag zur Versöhnung zwischen Kultur und Religion“ in ungefähr zwei Monaten fertig vorliegen. Ecrtiggestellt sind und es gelangen in den nächsten Wochen zur Ausgabe: A. Rohinsohn, ״David Wolffsohn, Ein Beitrag zur Geschichte des Zionismus“, in dessen Anhang sehr interessante Briefe von Wolffsohn mul Herzl abgedruckt sind. Das Buch ist mit einem Bilde Woll’tsolms und einem Vorwort von J. H. Kann versehen. Weiter eine Sammlung neuer hebräischer Erzählungen von S. J. Agnon, ״Bessod jescharim“ und seine Er- Zahlung ״Al kapoth harnamil“. Die neue hebräische H a nd k a r t c mit den Eisenbahnen und Kolonien nach dem jetzigen Stande. Sie ist bearbeitet von Jesaja Preß und David j e 11 i n. Der Jüdische Verlag hat ferner den Verlag und Vertrieb der ״K ii!1 s 11 e rga be für den XII. Zionisten- Kongreß“ übernommen. Audi das Protokoll des XII. Kongresses dürfte in einiger Zeit bei ihm herauskommen. Lehrmittel Von Lehrmitteln, zu denen auch die neue hebräische Handkarte zu rechnen ist, ist zu erwähnen die Her- Stellung eines hebräischen Globus, an dem ebenfalls bereits gearbeitet wird und der schon in wenigen Monaten fcrtiggostcllt sein wird. ״Der Jude“ Von der von Dr. M. Buber herausgegebenen Monatsschrift ״Der Jude“ ist das erste Heft bereits erschienen, nachdem die vom Jüdischen Verlag unternommene Aktion zur Gewinnung neuer Abonnenten das vorläufige Erscheinen der Zeitschrift ermöglicht hat. Die Tocliterinstitutiojv des Jüdischen Verlages, die ״Ewer“-Gesellscl1aft für Buch- und Kunsthandel, nimmt weiter eine erfreuliche Entwicklung. Die Leitung ihrer Sortimcntsabtcilung wurde Herrn Dr. Kurt Frey e r übertragen. Insbesondere wird ihre Lehrmittclabtcilumg ausgestaltct und die Lieferung von Lehrmitteln für jü- «!sehe Schulen im Osten, in Palästina und in anderen Landern erfolgt in noch größerem Maßstabe als bisn-! ■i »Ewe r“-Blä tt er »ollen unter größerer ticrucksiehtigiiiijr des bibliographischen Teil« weitergeführt werden. Die ״Ewer“-Ausstellung beim XII. Zionistenkongreß in Karlsbad hatte einen vollen Erfolg. Wir führen von 1'•'. n günstigen Kritiken, die in den Tageszeitungen derbes ”heißt,lCr der ׳׳Ffatikfurtcr Zeitung“ an, in , . vj ,S[ e.r ® Einblicke gewährt die Ausstellung ״״r1ri^Kc^IOpIS״S״hc1] Organisation angegliederten Bücherhfr״r״rInfrrCJn <Jerrv<1,c jüdische Literatur, zum Teil FtflKSiwil»1 che» Driieken und erfreulichen 11•3/geboteib in. weitem Umkreis überb , Ausführliche Würdigungen erschienen ferner rm ״Prager Tageblatt“, der fWer Presse“ dem führenden tschechischen Organ,’ den ״Narodni Berliner Kalender B&ro: Berliner Zionistisch* Vereinigung, Berlin 0 19, Soydelttr. ft Talopfaon! Zontram 8014/15 * Postscheckkonto No. 11906 Berlin NW 7, Ka««ex1v*rwaltung dor B. Z. V. HebrÜsrhe 17oi0halle de• Kaltardetemftte der B. Z, Dragonerstraflos (Hoi). — Qaörtaot Montag, Mittwoch und Don- מ ers tag ron 6—10 Uhr. — Fast alle hobraWcbon Z-oitungon und Monstwliofto dor Welt Hagen »u», — Auskunftsstoll® für hobrfiUche Angoicgenhoiton. — iiebr^isebo Lobrorrormlttlung. —־ TröffpanJU aller Freunde dar hebrfelsohoti Sprach». Eintritt frei _ Mittwoch, den 9. Novcmhcr ■bond• 6 Ubr (iruppe (Ut iu tir>n Uidonritlon, Orolfswaldor Str.223 (Si!*nng*«aal pt.) Vortrag von Uo!rn Littmenn-BDuonfbal (aus Biuly*tock/i _»•JHe 14*** AuHBirliten der ilowjiUwche* Brw»yang’* Donnerstag, don H) November 5b.־nd* Sh Uhr Gruppe Cüarlott rnUorg, im Kasirarn*tanrnDt,\Vilm0r*dorier Ötr. 106 Holerat von Herrn!>1־, HMit* über: __ FrDz (Ca)in, ..IH« Jaden •U Um** nnd KnllorToik44. Montag, dcn~l4TNovember ' ' *Nrnde!*"Ubr Atrunp© N'ordnoil. im Nord־wo*t-Hot*l, Tnrmiitreüo 7 9e1ftili*«r Abend mit Vortrag** und Tau Kintritinkarion a M. 7 60 mUl. im Vorverkauf orh<Uch bei: Frau Boitoramnn, Turrostraßo 8t, Frau Fri*dU4a<!0r, Holsteiner Ufor 91, Frau Zumory, Lersingstraße 7. Orappen Nord, Ost und HUtl der It, Z. V., Im kleinon Saal du• bchrorvereinshausos, Aluxsnderplatc ,,Kultur •.Sprache44( Vorwirk Hebung unsororhobrJUschen Fordorungon) Redner Prof Dr. HMnrichUöwc,Rabbiner Dr Lielio וזזז ann u_a. l ienstug, den 16. Novombor noi.nds Ubr (Huppe West, im Zuhn&rrtchaTi• (0111tm״nnsaal)t Bülow «traßo 104 OeR«r*Wcr**u1»lu•* der (iruppe Tf#st u. Wahl des נו*י«ז*״וו Vorstände• Auüordom Referat von Herrn Dr. Ilarllta: ״Klol?•• über die kulturellen Aufushpn der iterlluf1? Zionl*tl*rben VerelnliranF1. Mittwoch, den 19. Novon»b׳*r nbend• 8 Uhr <UruopoO*t, indun Ünion-Sklen. GreifewHMftrStr.22ä(PitKW>ge«aa1 pt.) Progr*mn1auispr*che and Neaorganlilefung der Wlntorarbrit. Donnerstag, den 17. November »*•••ndi WV! Übr (trappe CbarloUesbarg, in der Aula der K&Uor-Fnc)rich*Schul0f KnesebockstraUe Si Vortrng von Horm Dr. Felix Tbeilbabor» ״Der Untergatg der deutschen Juden“. ___KintriHM k. 2.. Donnoretüg, den. 24. November 1tV»eud• H Uhr GrappeFGUwcatÜetieYorortc, inr Albrocbtshof.fttegUt*, Albrochtstr.la OciTentllcher VonraRsthmd Dr. Faüx Tbcilhabor: ,.Der Untergsng der deatschcn Jaden“ Kintiirt 2 — M___ _ llebrätscbcr klndergart«■ West, Hobt ustauieiutr. 42, bei Zadek Montag—Kroitag von 10-1 VUr. Mcdtlnngt«n an Krau Dr. llo«on• borg, Augsburpor Stralio 17 (Stoinpl. HtVS4) oder an da* Kultur• dor.ornat dor B. Z V., Soydolstray* 3 iZentr 8dl4/l&). II6br, RplclnarhmlUftg Nord-West. Anmeldungen sind •0 riohtoa an Frau Zamory, Lc^sin^str. 7 od*r!<n das Kalturdoseruat dar B. Z. V,, 8«ydolßtraPo 8. IUbrSlselior KpleloRrhmlttag bud. Anmcldungoa •ir»d aa riebtoö an Krl. Liaboth 11 i r 3 h b o rg, OrnttbooroDstraflo M (Nöllen• dorf 81(37) oder au das Kulmrdozernat dnr B. Z. V•! Seydolitrafie 8« (Zentrum 8d! 4 I '9. Listy“ nsw. Die Ausstellung bot ein anscbatilidies Gesamtbild der jüdischen imcl zionistischen Literatur. Es waren Bücher (auch nichtjüdischen Inhalts) in hebräisclier, jiddischer, rusdsehcr, deutscher, englischer, französischer, tschechischer mul ungarischer Sprache ausgestellt. Im Luxuskahinett der ״Ewcr“-Ausstcllung beim Zi:mistenkon״rd» war eine Saininhuig bibliographischer Sehenswürdigkeiten lind Mappcnwerke vereinigt, deren Mannigfaltigkeit und Reichtum große Beachtung fand. Den Delegierten wurde ein ausführlicher Bericht über die Tätigkeit des Jüdischen Verlages und das Kongreß- Sonderheft der ״Ewer“-Blütter überreicht In die Leitung der ״Ewer“-Buchhandlung G. m. b. H., Berlin, . Kucsehcckstr. 54/55 (Seitenstraße des .Kurfürstendamm), ist nach Ausscheiden des Elcrrit Dr. Elinsberg Herr Hans Werner eingetreten, der früher Inhaber der ״Jüdischen Buch- und Kunsthandlung Haus Werner“ in Posen war. 1111 Rahmen der ״Ewer“-Buchh.״mdlung wird die Kunstausstellung vom XII. Zionistcnkongreß. ■vielfach erweitert und ergänzt, zu besichtigen sein, sobald die jetzt in Prag ausgestellten Blätter der beteiligten Künstler zuriukgelaiigt sind. Die ״Ewer4‘-Buchhandlung wird ferner in der Wintersaison eine Reihe literarischer und künstlerischer Veranstaltungen treffen. Am 20. November wird der bekannte Prager blinde Dichter Oskar Baum einen Vortrag über'den ״Verfall der Erotik und das jüdische Wesen“ (anschließend an die Theorien Odo Weiningers) halten. Diesem Vortrag folgt kurz darauf eine Vorlesung des Dichters aus seinen eigenen Werken, Ferner sind für Vorträge in den nächsten Wochen bereits gewonnen: Prof. David Koigen, Dr. Martin Buber, Dr. Felix Tlieilhaber, dessen Buch ״Der Untergang der deutschen Juden“ kürzlich im Jüdischen Verlag erschienen ist und der über das ״Sexiialprobleni der Juden“ sprechen wird. Ein ausführliches Programm, welches auch die weiteren Veranstaltungen bekanntgehen wird, erscheint demnächst. 111 ־ der ״E\ver“-Buchhandlung gelangen jetzt ferner die zahlreichen Luxusausgaben und Mappenwerke aus der Ausstellung beim Zionistenkongreß zur Besichtigung, So ist anzimehmcn, daß die ״Ewer“- Buchhandlung unter der neuen Leitung zu einem Mittel- Punkt des Berliner jüdischen Lebens werden wird. Die ״Ewer“-Buchhandlung München, Waginüllerstr. i(), die jetzt fast ein Jahr besteht, hat sich unter der Leitung des Herrn Sch. Monheit erfolgreich entwickelt tutd wird jetzt ebenfalls erweitert. Im Auslande werden weitere Vertretungen des Jüdischeu Verlages und der ״E\ver“-Gesellschaft vorbereitet. Der Jüdische Verlag und die Zionistische Organisation 111 einer im Anschluß an den Karlsbader Kongreß stattgcfuiidenen Konferenz der Gesamtlcitung des Jüdisehen Verlages mit Vertretern der ncugewähltcn Exckrrtive der Zionistischen Organisation unter Vorsitz von Dr. Wcizmaim sagte die Exekutive zu, selbst und durch die einzelnen Landesverbände und zionistischen Orts• gruppen der kulturellen Tätigkeit des Jüdischen Verlag« und seiner Tochtcrinstitute die weitgehend ste Förderung angedeihen zu lassen. Als j n s ii - tutionen der Zionistischen Organisation dürfen Jüdischer Verlag, ״Ewer״-Qeseil8chaft und Ewer“־Buchha/ndIu!>gen auf die Unterstützung all«־ Zionisten rechnen. Das britische Visum nach Palästina Die englische Gesandtschaft in Warschau teilte dem Palästinaamte mit, daß sie fortab ausschließlich Palästina- Wanderern mit po 1 n i s c 11 e n S t a a S s p ä s s e n das britische Visum erteilen werde. Das Pa!äsfinaa1nt_ intervenierte telegraphisch bei der palästinensischen Regierung und in London, daß diese Vertilgung, die den u l rainisehen Hcimlosen die Einreise nach Palästina unmöglich mache, ehestens aufgehoben werde. 13er britische Gesandte unterstützte gleichfalls telegraphisch bei seiner Londoner Regierung diese Intervention. Der Hilfsverein der Deutschen Juden und das ukrainische Hilfswerk Die im Sommer des laufenden Jahres vom Hilf&- verein in Deutschland eingcleitcte Sammelaktion für die I'cgromgeschädigtcn in der Ukraine nimmt einen guten Fortgang. Der Appell des Hilfsvereins, der bei den deutschen Juden niemals ungebört verhallt ist, hat seine Wirkung nicht verfehlt, wo'es sich um ein 11 n sä gl :che:4 Massenunglück handelt, wie es selbst die jüdische Ge• schichte nicht kennt. Es laufen täglich Spenden von zahlreichen Gemeinden, bis in die kleinsten herab, ein. In grollen Gemeinden, wie z. B. Frankfurt ,1. M., Breslau, Leipzig ist die Sammlung mit größter Energie in die Wege geleitet worden und die Resultate werden sicherlich den Erwartungen, die an die Opfcrwilligkeit der deutschen Juden geknüpft werden, entsprechen. Gleichzeitig mit der Geldsammlung ist auch eine Kleider-, Wäsche- und Schuhzcugsammluivg eingeicitet worden, gleichfalls mit gutem Ergebnis. Es sind Maßnahmen getroffen worden, daß die bereits cingelaufenea Kisten mit Kleidungsstücken usw., sowie die in Kürze zu erwartenden größeren Sendungen durch Vermittlung des Joint und seiner Organisationen in Polen und Rumänien den Flüchtlingen aus der Ukraine /::komme«, die vom Notdürftigsten entblößt und obdachlos sich in diesen Ländern aufhalten. Sobald die Möglichkeit vorliegt, werden auch in der Ukraine selbst Kleidung»• stücke zur Verteilung gelangen. Vom Hilfsverein werden die ihm übersandten Sachen sofort weiterverschiciE Ein spezieller Delegierter des Hilfsvercins hat sich in Polen über die Verhältnisse informiert und ein Zusammenarbeiten mit den für die Ukraine wirkenden Hilfsgesell־ schäften ungebahnt. Die Verwendung der gesammelten Mittel soll sowohl in der Ukraine selbst, wie auch in den Nachbarländern, wo sich zurzeit größere Massen von ukrainischen Fluchtliiigen angesnrnmelt haben, ins Werk gesetzt werden. Es soll Hilfe durch Arbeitsbeschaffung geleistet werden. Den liatvJwerkskumligcn Flüchtlingen werden Werkzeuge und Arbeitsmaterial geliefert werden, mit deren Hilfe ihre Existenz wieder aufgerichtet werden kann. Weiterhin wird die Fürsorge für die Waisenk i 11 d e r im Rahmen der zur Vertilgung stehenden Mittel im Einvernehmen mit den Organisationen zur Durchlührung gelangen, die sich auf diesem Gebiete betätigen. Zentralbüro für jüdische Auswanderung*- ' angelegenhciten. (Hilfsverein der Deutschen Juden.) Das Zentralbüro für jüdische AuswanJcningsangelegcnhcitcn hatte im Juni d. J. bereits vor der Einwanderang — insbesondere mittelloser jüdischer Arbeiter — nach Mexiko gewarnt. Nach den neuesten Berichten, die seitens der von der ״Hias“ nach Alexiko entsandten Kommission vorliegxm, muß die Warnung aufs dringendste wiederholt werden.' Die Kommission ist nach sorgfältigen Erhebungen zu dem Schlüsse gekommen, daß Mexiko gegenwartig in keiner Weise für jüdische Einwanderunggecignet ist. Besonders nachdrücklich muß alsdann noch darauf hingewiesen werden, daß Auswanderer, die über Mexiko ohne Einreisevisum in die Vereinigten Staaten zu gelangen suchen, wo sie meistens Verwandte haben, einen gätulidi ungangbaren Weg einschlagcn. Entweder sehen sie sich am Uehersdirciten der mexikanisch-amerikanischen Grenze verhindert, die unter scharfer Kontrolle der amerikanischen Grenzbehörde steht, und leiden mangels Tlilisqueilcn und Arbeitsmöglichkeiten in Mexiko Not, oder cs droht ihnen, wenn sie den Boden der Vereinigten Staaten betreten haben, dort Verhaftung, Gefangenschaft und Deportation nach den Ländern, von denen aus sie ihre Reise angetreten haben. Es befinden sich in Mexiko selbst, wie in amenkanischcn Städten an der mexikanische,1 Grenze jüdische Ati-svvamlcrer aller Kategorien, meist junge Leute zwischen 17 und 30 Jahren aus der Ukraine oder anderen Kriegs- und Pogrom gebieten, aber auch Frauen mit Kindern, die entweder m Mexiko der ־Not ausgeliefert sind oder in amerikanischen Grenzstädten Interniert sind ,und der Bestrafimg und der Deportation entgcgcnschen. Mit grollen Schwierigkeiten haben Auswanderer, deren Reiseziel die Vereinigten Staaten sind, auch in anderen Grenz- und Nachbargebieten der Union zu kämpfen. Nach Bericht eines nach Kuba entsandten Hiasdclegierten befinden sich auch dort jüdische Ein׳■ Wanderer, die in den Vereinigten Staaten keinen Einlaß finden, in großer Not. Daß auch von Kanada ohne amerikanisches Visum vom Herkunftslamle der Zutritt in die Vereinigten Staaten nicht zu erreichen ist, haben wir bereits früher mitgeteilt. Am Sonnabend, den 12. November, abends!48 U* pünkthehst, findet die ordentliche Generalve Sammlung der Misrachi-Jugendgemcinschaft Berlin i MisrachHugendheim, Dragonerstr. 22. statt. Tagesor nuM: 1- Bericht der Leitung. 2. Decharge. f. Vt schlage für die Winterarbeit. 4, Statutenänderung. Diverses. 6. Wahl der neuen Leitung. Stimmberechti eiSdü״ JfiCr׳t en Mitgliedsbeitrag bis Aagt