Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 86 (28.10.1921)
- Date
- 1921-10-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Au*le0d»aboene■ »ent» werden in der Währung; der etnzeloea Länder beredmet. Nummer 86 I Berlin, 28. X. 1621 Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundsdiau G.n.k.H., Berlin W15, Sächsische Str.8 TaUiphaa: Aut tJUlund 845 und 846. An nig •nprela für di« •iebeageapeltene NonpamlUenailai,*— lt» Familicnunxet^en 5 Mpro Zeile. Aoitigunnciituflt DictwUg und Freitag aachmitteg 4 UKr. x*, ׳ .3 £L. ' \ / - V //“ - . -Jfc <L״ Telephon: Ublaod 845 u-846. Postscheckkonto: Berlin Nr. 1392ל. Für Oesterrcidb; Po*t*p«rkaM*namt Wies, Konto Nf. 156 030. Für Tschechoslowakei: FoaUparkaaaenaat Prag, Konto» Nr, 156 330. —* Rcdaktionaacbluß Sonntag und Mittwoch n&clifniitkg. —** 1 בו, חשרי׳ תרפ״ב xxvi. Jahrg. Der Zionismus erstrebt tQr das JOdlucha Volk die Schaffung einor Ollcntilch-rechtllch gasleheHen Heimstätte In Palästina. ״Baseler Prooramm. An die zionistischen Ortsgruppen und Vertrauensleute Cicnia!) dem Beschlüsse des Xll. Kongresses nm(i baldigst mit der Schekelsammlung für 56S2 begonnen werden, da wir die erste Schekelrate schon am 1. Tcbtith (1, Januar!‘)22) nach London abfültren müssen. Wir fordern daher hierdurch alle Ortsgruppen und Vertrauensleute, die noch im Besitz von alten Schekelbloeks sind, dazu auf, uns dieselben unverzüglich zurückzusenden, ebenso müssen alle Schekelsummellislen, die für die Sammlung 5(181 benutzt wurden, restlos abgeliefert werden. Die Ausgabe neuer Blocks wird dann sofort in die Wege geleitet werden, Wir machen ferner alle Ortsgruppen darauf aufmerksam, dati die zweite Rate der Landesbeitrage fällig ist und jetzt tm uns itbgeführt werde« muH. Nach Beschluß des XVII, Delogierten* tage« In Hannover ist der Lutulesbeitrag auf 2U. « Mark pro Jahr festgesetzt worden, so dal) für das 2. Halbjahr 1621 noch 1().- - M.. pro Mitglied an L.uidesboitrag abzuliefern sind. Die Mitglieder der vSondervcrbände Misrachlund Hapoel-Hazair zahlen 12. Ä\., Jugendmitgiieder 5.— M. pro Jahr, also <>.— resp. 2.5Ü M. für die Zeit vom 1. Juli bis dl, Dezember 1621. Für Zionisten, die an Orten wohnen, au denen keine Ortsgruppen bestehen, ist der Landesbeitrag auf 40.— M. jährlich festgesetzt, Zionistische Vereinigung für Deutschland W 15, Sächsische Str. 8. 1 ostsdieckkomo: Berlin 8061. — Bankkonto; Nation.ilbrink für Deutschland, Dep.-Kasse Kurfürstendanmi. Vor neuen Einwanderungsbeschränfiüngen in den Vereinigten Staaten Washington, 22. Oktober. (J.C. B.) Der nächsten KongrcBtagung soll ein neuer Ocsctzetitwurf über weitere Einschränkung der Einwanderung in die Vereinigten Staaten unterbreitet werden. Die Bill, die nach Ablauf des in dein Einwanderungsgesetz vorgesehenen Jahres in Kraft treten soll, übernimmt den Grundsatz der dreiprozentigen Quote und führt als Neuerung die Uebcrprüfung des Emigrantenmater i a 1 s in den Einschiffungshäfen, das Fremdenregistrierungssystem in den Vereinigten Staaten selbst und die Fremdenübcrwachung während der ersten zehn Jahre ihres Aufenthalts in den Vemuigten Staaten ein. Es verlautet hier, da!) polmschc, tschechoslowakische, italienische und deutsche Organisationen durch dieses Projekt stark beunruhigt seien und ihre Kräfte zu koordinieren beginnen, um auf den Kongreß einen Druck auszuüben, damit dieser Entwurf nicht Gesetzeskraft erlange. Diese Nationalitäten suchen die Zusammen.- arbeit mit den jüdischen Organisationen. Vor einigen Tagen fand in New York eine Beratung über die drohenden Maßnahmen statt. Der amerikanisch-jüdische Kongreß war durch Dr. Stephen Wise, das am erika n ischjüdische Komitee durch Mr. Lewis Marsh all, der unabhängige Orden "״B’rith Abraham“ durch den Richter Aaron J. Lewy, vertreten. Ebenso beteiligten sich an dieser Beratung Vertreter der Ukrainischen Föderation, des Unabhängigen B’nei-B’rith-Ordens und anderer großer jüdischer Organisationen. Die verscliiedmcn betraffenen Nationalitäten bemühen sich um die Unter- Stützung der Arbeiterorganisationen. Die nationalen Vereinigungen im ganzen Lande versenden an die Kongreßmitglieder Aufrufe mit der Aufforderung, die Bill zu bekämpfen und gegen sie zu stimmen. Dr. Bratzkas Minister in Litauen Kowno, 16. Oktober. (J.C.B.) Der rassische Zionistcafiihrer l)r. Brutzkus ist hier cingetroffen. Wie verlautet, soll er die Leitung des Ministeriums mr jüdische Angelegenheiten im! litauischen Kabinett, an Stelle des aus dem Amte scheidenden gegenwärtigen Ministers Dr. Soloweiiscbik, übernehmen. Die Vereinigten Staaten and das Palästina-Mandat Washington, 18. Oktober. (J.C.B.) Ini Zusammenhang mit der bestehenden Abrüstungskonferenz und mit den Gerüchten über einen;uigeblichen Einspruch Amerikas auch gegen das britische Mandat über Palästina gelang es dem hiesigen Vertreter des J.C.B., an zuständiger Stelle folgende zuverlässige Informationen einzuziehen; Es sei zunächst unrichtig, daß die einzelne Territorien des früheren türkischen Imperiums umfassenden Mandate der Klasse A auf die Tages- Ordnung der Abrüstungskonferenz in Washington überhaupt gelangen werden. Auf dieser Konferenz werden bloß die Mandate der Klasse B, und zwar jene, die den Süden und die Pacific-lnseln tangieren, hehanddl werden. Die Konferenz wird ilire Aufgäbe;ml die Fragen der A b r ii»t u 11 g sowie auf solche des Fernen Olten» und des Pneifle beschränken. In den führenden politischen Kreisen Washingtons besteht keinerlei Absicht, irgendeine andere Frage zu behandeln. Was die seinerzeitige Note des Staatssekretärs Hughes an die Alliierten bezüglich der Mandatsangelegenheit im allgemeinen betrifft, so muß entschieden festgestellt werden, daß diese Note sich dem Palästina- M a ntl a t a I s s o 1 c lt c m o d e r d e m Mandatprinzip als ganzem, auch nicht im gcringsten widersetzt. Die von vielen Zeitungen aufgestcllten Behauptungen über jlie Stellung der Vereinigten Staaten zur Frage der Kapitulationen sind entschieden unbegründet. Die Note hatte lediglich den Zweck, den Vereinigten Staaten in jenen Gebieten die gleichen Rechte wie den Mitgliedern des Völkerbundes zu sichern. Es kann da- 11'cr 'mit aller Sicherheit erklärt werden, daß diese Note der amerikanischen Regierung in keinem Punkte die auf die Errichtung des Jewisli National Home in Palästina beztigluibenden Mandatsbestimmungen auch nur irgendwie tangiert. * Diese Nachricht des J, C. B. steht in einem gewissen Widerspruch mit einzelnen in unserem letzten Leitartikel geäußerten Anschauungen. Denn obwohl wir nicht behauptet 1 laben, daß Amerika speziell gegen das I'aläs t i n a - Mandat als solches Einspruch erhob, glauben wir doch, daß der amerikanische Widerstand gegen die Bestätigung der Mandate durch den Völkerbund auch die Erledigung der Palästina frage aufgehalten hat. Darum erwarten wir auch, daß entgegen der vorstehenden Meldung die Washingtoner Konferenz auch die Frage der Mandate behandeln, und zu einer endgültigen Regelung führen wird Gegen das Palästina-Mandat London, 22. Oktober. (J.C.B.) ln einer im Unterhaus gehaltenen Rede verwies Sir H. Johnson-Hicks auf die Forderungen der arabisehen Delegation, mit der er persönlich zusammciigekommen sei, und meinte im Zusammenhang damit, daß, insofern die Balfour-Deklaration keine Modifikation erfahre, die Möglichkeit von Unruhen oder von noch etwas mehr als Unruhen in Palästina vorhanden sei. Er forderte die Regierung auf, weder das Mandat in seiner gegenwärtigen Form zu veröffentlichen noch die Balfour-Dcklaration in ihrer gegenwärtigen Form durchzufiihren, bevor das Unterhaus zu seiner neuen Session im Februar zusammentrete, damit es Gelegeniidt habe, zu diesen Fragen Stellung zu nehmen Samuels Neajahrsrcde London, 18. Oktober. (J. C. B.) Wie aus Jerusalem gemeldet wird, nahm Sir Herbert Samuel anläßlich des jüdischen Neujahrsfestes an dem Gottesdienst in der! Qturva teil. Auf eine Ansprache des Chkf \Rabbt Kuk; in der er den High Oommissioner auffonLcrte, Palästina für die Juden zu öffnen, antwortete dieser unter anderem: ״Wir haben ein schweres Jahr mitgemadit. Es sind aber Zeichen für eine bessere Zukunft vorhanden und es wird uns gelingen, ein nationales Heim zu errichten, das sämtlichen Einwohnern des Landes zur Wohltat gereichen wird. Seit mehr als zwanzig Jahren nehme ich am politischen Leben Großbritanniens teil, aber ich habe nie so viel Interesse und Vergingen etnpfunden, als während meiner Arbeit in Palästina. Ich wünsche euch allen ein glückliches Jahr.“ Rundschau RkV. Berlin, 26. Oktober, j Genau vor einem Jahre wurde die erste Session i der Delegierlenvcrsajnmlung der palästinensischen Judenschaft (Asscfath Haniwcharun) eröffnet. Nach langen Verhandlungen und Kämpfen war endlich I die Organisierung des Jischuw gelungen. Die erste j Session der Assefatli Haniwcharim konnte nur j organisatorische Funktionen erfüllen. Sie hat den | Waad Leumi als die demokratische Repräsentation | der palästinensischen Juden eingesetzt und beschlossen, die zweite Session im Mai 1621 abzuhalten. Für diese zweite Session sollten die Kommissionen Elaborate vorlegen, die dann zur Grundläge sachlicher Beschlüsse dienen konnten. Leider ist diese zweite Session nicht zustande gekommen, Die Vorgänge tm Mai ließen den Gedank«n des Zunummentritts der Versammlung gar nicht au {kommen. Von dem Tage seiner Ein- Setzung an hat der Wand Leumi dauernd unter dein Drucke krisenhafter Zustände gearbeitet. Im Herbst und Winter war es die große Wirtschaftliehe Krise, die Arbeitslosigkeit, die Einstellung der Immigration, welche dauernd die Existenz des Jischuw bedrohten, im Frühjahr kam dann die akute politische Krise hinzu, und das letzte halbe Jahr war ausgefüllt von Abwehr drohender Angriffe, von politischen Auseinandersetzungen, von der Sorge um dk* Erhaltung des Geschaffenen und um d ic Sicherung der politischen Zukunft. Al! diese Dinge ließen den Waad Lenin! nicht zur Ruhe kommen. Es liegt an diesen Verhältnissen, wenn der Waad Leumi nicht alle Hoffnungen erfüllt hat, die auf ihn gesetzt wurden. Er konnte das ökonomische Problem, das allerdings zum Teil ein finauzielles bst, nicht lösen, er hat auch politisch unseres Erachtens die Situation nicht voll überblickt und vielleicht manches unterlassen, was bei politischein Weitblick und nüchterner realpolitischer Beträchtnng angezcigt gewesen wäre. Vor allem meinen wir, daß es seine Aufgabe gewesen wäre, Beziehungen zur arabischen Bevölkerung an/uknüpfen und zu pflegen; er hätte als das zentrale Problem der politischen Existenz des Jischuw dk Verständigung mit den Arabern erkennen müssen. Er hätte vor allem dafür sorgen müssen, daß die palästinensische Juden schalt nicht so völlig isoliert und ahnungslos mitten in der arabischen Welt lebt, daß sie von den Ereignissen im Mai so ganz überrascht werden konnte. Doch diese Rekrüninationen sind zwecklos und sollen auch nicht die Bedeu- . tung des Ereignisses herabsetzen, dessen Jahrestag wir heute begehen. Die Organisierung der palästinensischen Judenschaft ist ein Ereignis von bleibendem Wert. Wenn auch manche Schichten der Bevölkerung bis jetzt noch in Opposition stehen, wenn vor allem manche Gruppen des Bürgertums■ sich dadurch benachteiligt fühlen, daß sie infolge ihrer Unpopularität und geringen politischen Schulung bei den Wahlen in der Minorität geblieben sind, so ist doch zu hoffen, daß der Ausbau der jüdischen Autonomie, der mit der Asscfath Haniwcharim seinen Anfang genommen hat, immer weiter fortschreitet und jüdische Organe ausbildct, die die einzelnen Zweige des jir.’-sciien Lebens in Palästina zu einer aufsteigenden Entwicklung führen werden. Die Autonomie des palästinensisehen Judentums ist keine palästinensische Angelegenheit, sondern eine Angelegenheit des gesamten jüdischen Volkes, das den Jischuw als sein Zentrum und seinen Kern betrachten muß. Die Erfolge der jüdischen autonomen Körperschaften werden Tatsachen sein, an denen auch die künftige palästinensische Verfassung, die sich naturgemäß auf einer Autonomie der verschiedenen Bevölkerungsgruppen aufbauen imill, nicht vorbeigehen kann. Deshalb ist es zu wünschen, daß das zweite Jahr des Waad Leumi glücklicher sei ais das erste Jahr, daß ihm Ruhe, Zeit, Mittel und Menschen für eine fruchtbare, aufbauemic, organisatorisebe Tätigkeit zur Verfügung stehen Nach dem Karlsbader Kongreß ist eine ganze ״ render zio״istischcr Persönlichkeiten nach Berlin gekommen. Bekanntlich haben hier die anwesenden ]Mitglieder der Exekutive und des