Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 78-79 (30.9.1921)
- Date
- 1921-09-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 578 Nr. 7S79׳ Hebräisch in Schrift oad Druck Von Erich Toc plitz. Mit dem Aufschwung, den die von der Wissenschaft schon totgesagte hebräische Sprache heute erlebt, hat siel! eine grolle Nachfrage nach hebräischen lU'ichern eingestellt. War die hehräisclie Presse des 10. und des beginnenden 20. Jahrhunderts fast gänzlich auf den Druck der immer seltener verstandenen und deshalb auch immer weniger gekauften kitualia angewiesen, so kann sie jetzt dein Verlangen nach hebräischen Liiichern nicht mehr nachkommen. Die größere Liebe, die das heutige Judentum dem hebräischen Buch entgegenbringt, stellt auch andere, höhere Anxprüdie an den Drude, als es im letzten Jahrhundert der Fall war. Neben wohlfeilen Oebrauehsausgaben, die deshalb noch nicht den einfachsten Regeln der Druckkunst und des guten Geschmackes zuwiderlaufcn (JiirtVn, werden, wie einst, kostbare Liebhaberausgaben, verlangt. Durch den Verfall des allgemeinen künstlerischen Empfindens zu Beginn des 10. Jahrhunderts und infolge der durch die jüdische Assimilationswut der sogenannten Aufklärungszeit bedingte Interesselosigkeit gegen die überkommenen Kulturgüter der Nation ist der alte Typenrcichtura der hebräischen Presse verloren gegangen. Er wird weder durch sinnloses Nachdrucken alter Vorbilder, noch durch frei erfundene, hebräisch sein sollende Phautasiealephbcths, am wenigsten durch eine Unheilvolle׳ Verquickung beider Versuche, mit der wir in letzter Zeit bedacht worden sind, wieder erreicht werden, Die Drucktype, ein nicht zu unterschätzendes Kunstwerk, unterliegt den gleichen Gesetzen, wie alle anderen Kunst* äußerimgen; Material, Technik und die gestellte Aufgäbe geben die Grundlage, ohne die nichts geschaffen worden kann. Sind die Arbeiten nicht mit unnötigem Historizismus der nur alte Formen kopiert, ohne in ihr Wesen einzudriiigen — gefestigt, so werden sie auch dein Zeitgeist gerecht werden. Gerade in Deutschland haben wir Juden die beste Möglichkeit, uns die Arbeitsmethoden eines mustergültigen Druckgewerbes zu eigen zu machen, das durch sachliche, korrekte, der jeweiligen Aufgabe entsprechende Arbeit und durch vorzügliche Beherrschung von Material und Technik Hervorragendes geleistet hat. Allein das Handwerkliche könnte, so unbedingt erforderlich es ist, noch keine ,,liebräisehen“ Typen hervorbringen, dazu ist eine eingehende Kenntnis der Entwicklung der hebräischen Buchstaben, aus der sich die Hauptmerkmale ihrer Eigenart ergeben würden, erforderlich. Bis jetzt besitzen wir leider kein Buch, das diese ungemein schwierige Aufgabe erleichtert. Vmn Altmeister der hebräischen liandschriftenkunde, ״S t e i 11 s c h n c i d e r ges. And.“ sind zwar die ersten Vorarbeiten dazu geleistet und von den Juden im englischcn Staatsdienst erweitert worden, aber gerade an Zusammenfassungen fehlt cs gänzlich. Wir sind eigentlieh nur auf die Veröffentlichungen der beiden, dem Judentum verloren gegangenen Gelehrten Ch wo Iso 11 und Lidzbarski angewiesen, die im Corpus I11s|>criptionum Hebrnicarum (Petersburg ISS2) bzw. in den vorschiedenen Abschnitten der Jewish Encyciopedia über das Altertum hinausführen, für das wir allerdings auch von jüdischer Seite (z. B, Blau) vorzügliche Abhandlungen besitzen. Selbstverständlich bietet jede hebräische und orientalische Grammatik, Epigraphik und Archiiologie über die hebräischen Buchstaben des Altertums reiches Material, ohne allerdings die späteren Epochen mehr als flüchtig zu berühren, Anscheinend durch den Zionismus und das damit zusammenhängende Wiederaufleben der hebräischen Sprache beschäftigt sich jetzt die Wissenschaft') etwas «ingehender mit den Dukti der späteren Zeit, Abbildtmgswcrkc sind ebenfalls wenig genug vorlianden, die meisten Publikationen sind viel zu schwer zu beschaffen und enthalten überdies nur Faksimiles von alten Handschriften1’), stets fehlt eine geeignete Einführung und eine Besprechung des Dargcstclltcn, die auch dem Niehtf.achmu.nn ein Verständnis der Materie gestattete, lieber die hebräischen Druckwerke kann mau sich gleichfalls nur schwer orientieren; eine kleine, leider dänisch geschriebene Abhandlung■ von D. Simon sen3) ist kaum in den größten Bibliotheken, im Buchhandel gar nicht erhältlich. Sie sdicint, soweit man aus den Bildern und dem mit Hilfe von Englisch und Plattdeutsch fast zu verstehenden Text schließen kann, redit gut zu sein. Leider fehlt hier die Behandlung der dem Druck vorangehenden Schriftcntwicklung, die zwar im Titel nicht versprochen wird, aber für das Verständnis der Materie unumgänglich ist. Eine Abhandlung von Fraubergert) bringt zwar sowohl Manuskripte wie Druckwerke im Bilde, kann aber weder Anspruch auf eine nur annähernd vollständige Darstellung der bckanntest eil Dukti und Typen, noch auf einen die Entwickhmgsphnsen berücksichtigenden Text machen, so״- .') Z. B. 1 aul Kahle in der Historischen Gran matik der hebräischen Sprache von Bauer und Le ander, Halle. *) Neben dem Katalog des British Museut ucr reichlich illustriert ist, wäre nur zu nennen: j Neubauer, Facsimilcs 01 Hebrew Manusc. in tl Lodleyan Library, Oxford 188b. Ch. D. üinsbur A. senes of fifteen facsimilcs from manuscript nag! of the Hebrew Bible, London 1897, und die In T 1 s s e v an, Speciniina Codicum Oritentalium, M a eus und Weber, Bonn 19H, und die in The Pale öriental *In Fa)r?lmilcs of ancient manuscrip Onental Serics III u. IV, vothandenen Reproduktion nach alten Hebraica zu erwähnen hagen *5»״^ B°ßtryk ‘ teWre ** N>^ TW. Kope *Ätnsw!“Qcs• “״* ■״״ יי*״״ ׳ JUED1SCH E RUNDSCHAU dem ordnet nur 11 aclt dem Inhalt der Bücher, ohne allerding׳s philologisch etwas zu bieten. Dennoch wäre diese fleißige Zusammenstellung in vieler Hinsicht wertvoll, wenn sie im Buchhandel zu haben wäre. Einzeldarstellungen der verschiedensten Teilgebiete, die in Zeitschriften und Gelegenheit ־»Veröffentlichungen zum Teil auch in selbständigen Büchern vorlicgen, konnte ich ein paar Hundert sammeln. Auf Grund dieser Vorarbeiten und der in den Bibliotheken ruhenden Schätze könnte man eine Geschichte der hebräisehen Buchstaben in Schrift und Druck schreiben; leider reichen die bescheidenen Mittel eines Einzelnen dazu nicht aus, Sollten nicht gelehrte jüdische Gesellschaften, Freunde der hebräischen Sprache und der jüdischen Kunst, vor allem aber die Zionistische Weltorganisation die verhältnismäßig geringen Mittel aufbringen können, um diese Arbeit zu fördern? Gewiß ist es heute noch nicht möglich, eine tiefgründige, wissenschaftliche Abhatidlimg über die hebräisch« Paläographie zu verfassen, aber eine typographische Arbeit läßt sich mit dem zur Verfügung stehenden Material schon zusammeiisteilen. Wie nötig sie für die Neubelebung der hebräischen Druckkunst ist, beweisen mir zahlreiche Anfragen der verschiedensien, am hebräischen Buchwesen interessierten Kreise, die sich für eine Beschäftigung mit der hebräisehen Typographie kein Material zti verschaffen wissen. Eine Anweisung, wie man hebräische Buchstaben entwirft, kann niemand geben'׳). Berühmte, alle Typen abzupausen mul naehzugielleii wäre ein unsinniger Mummenschanz, ebenso gesell macklos wie unwahr, zumal sie mit modernem Material nach dem Stande der heutigen Technik hergestellt ganz anders aussehen würden, wie die wirklich alten Drucke. Ein Verlaß auf das angeblich sich frei entfaltende jüdische Gefühl, das dann aus alter Not in mystischer Weise befreien soll, wie manche jüdische Kreise hoffen, wäre eine ganz unbegründete Selbstherrlichkeit, zu der wir leider keinen Anlaß haben. Vielmehr müssen wir, wie alle anderen Schriftgenieinschaften, die Hauptmerkmale unserer Buchstaben erforschen; dann werden handwerklich gut ausgebildete Künstler sclion das ihre tun und uns hebräische Buchstaben in Schrift und Druck schenken, würdig der Kultur des altem und des neuen Judentums. (W\r wn weisen auf die Anzeige der Rudihandlujig׳ Ostertag in dieser Nummer. Die Red,) BQchcrscli&u Die Produfclioosschule ״Dw Arbeitsschule“ nennt Bkmsky*), der Organisator des russischen Arl1ei.tssdmlwe־e11s, sein eben ins Deutsche übersetztes Buch. Trotzdem wähle ich für meine heutige Besprechung dieses Buches deiv Titel Produktionsschulc. J Demi seine ״Arbeitsschule“ unterscheid et sich wesentlich ן von der deutschen Arbeitsschule, so daß wir besser einen j anderen Namen für sie nehmen. Produktionssdmlu des- 1 halb, weit seine Schule nur wirtschaftlich proj dukti vc Arbeit kennt. Aber nicht nur darin unterscheidet sic sich von der deutschen Arbeitsschule, nicht j nur darin, daß sie sich ganz in den wirtschaftlichen Ge-! sanitorgauismus einstcllt. Die wesentliche Unterscheij düng׳, die Blonsky klar hervorhebt, ist, daß. die Arbeit*- j schule eine II an 11 we rksar l>e it s schutc ist, und j nicht die Möglichkeit, die dem heutigen Leben entj sprechende Schule zu werden, während Blonskys ״Pro- 1 duktionsscliulc“ die Schule ist, die weiß, daß wir iru | Zeitalter des Industrialismus leben und für dieses Zeitj alter ausbildet. Es ist das erste Mal, daß ein Erzielnmgs- ן System für die Kinder der arbeitenden Klasse geschrieben j wird und es wundert uns nicht; denn die Schule ist ן immer ein Werkzeug und Machtmittel der herrschenden j Klasse i11m׳rl1aU> der Kkwscngesdlsdiaft und so konnte ein derartiger Versuch erst in Sowjotrinliiand unter- | uommen werden. Auch die schärfsten Gegner Sowjetrußlands müssen wohl zugeben, daß die Sowjetrcgicrung für Kinder und Jugendliche außerordentlich viel tut, mehr als irgendein j anderer Staat. Wir hören von Kinderheimen, -Siedlungen, •horten und wl!r sehen auch aus Blonskys Buch das ernsthafteste Bestreben, ein Erzieh uivgswesen zu crriclvteil, das nicht nur den. sozialen Forderungen der herrsehenden Arbeiterklasse oder eines Teils von ihr entspricht, suudern auch dem kindlichen Scclcn'eben gemäh ist. Nachdem Blonsky sich mit Handwcrksarbeitsscliule, iUustricrsdmle, Reform der gegenwärtigen Schul« auschiandcrgcset/.t hat, wendet er sich der Darstellung der Arbeitsschule im Kindergarten und der ersten Stufe zu (die Schule der 12—17jäl1rigen will er in einem zweiten Teil besprechen). Es handelt sich ihm hierbei weniger darum, Theoretisches in den Vordergrund zu stellen, vielmehr verwertet er seine große praktische Erfahrung, ohne aber darum nur einen Bericht über geleistete Arbeit oder gar ein Programm zu geben, wie man das nun alles genau machen soll. Denn gerade das ist der Sinn .seiner Erziehung, daß man den Kindern nichts Fertiges vorsetzt, sondern, daß aus dem konkreten auch den Kindern notwendig erscheinenden alltäglichen Tun im Wege der Arbcitsgemcinschaft die Kenntnis, wie man dieses Tun gestalten soll und endlich auch die Bedeutung, Geschichte usw. desselben gelernt oder besser verbreitet wird. ״Ihre (der Arbeitsschule) .Aufgabe besteht darin, das Licht des Wissens und des bewußten Könnens in das werktätige Leben hineinzutragen.“ Wie er im Kindergarten die Spiele des Kindes nicht unterdrückt, sondern verwertet, so wendet er sich in der ersten Stufe der Arbeitsschule gegen die ״drei pädagogischen Vorurteile“: Schulstunde, Schul- Richer ,und Schulklasse. Den Emwatul, den jeder zünftige ־'') lieber die für den Druckereibetrieb wichtigen F ragen giht Auskunft T. L. de Vinne: Modern Methods of Book Composition. (Hebrew p. 241/247.) In: The Practice of Typographie (2), New York 1904. *) P. P. Blonsky, Ehe Arbeitsschule, I. Teil, Ins Deutsche übersetzt von Hans Rrnfl, München. Mit einem Vorwort herausgegeben von Dr, M. H. Bacge. Vertag Gesellschaft und Erscheinung Berlin 1921. Erzieher dagegen machen wird, es würde ״Unordiunv“ herrschen, erledigt er damit, daß, wem! cs keim- 1jlv. ordntsng gebe, die Kinder nichts in Ordnung zu brin״cn hätte״. Er entwickelt uns, wie er das werktätige Leben der Umgebung als Unterrichtsstoff verwendet,’ wie er ohne Zwang und Stundenplan mehr urul tiefergellendes Wissen vermittelt, als jede Lerivtcliule. Auf das *Wie und auf die Didaktik der einzelnen Unterrichtsfächer kia״! 3d1 natürlich in diesen wenigen Zeilen nicht cingehen obwohl ich gerade didaktisch ihm nicht überall bell pflichten kann. Es scheint niir, daß dieses Bach Lu־ uns von großer Bedeutung, vielleicht weniger für das Erzk-lmngsv/esen im Westen, als für Palästina und den Osten ist. Aberdings fehlt mir der schutorganisatorische Teil, die Sielhing׳ zur FamiHener/iehung usw. Vielleicht bringt der Autor dies im zweiten Teil seines Buches, der ein noch größeres Interesse verdienen dürfte, da er das schwerere Problem der 12—17jährigen behandeln wird״) Aber trotz dieses Mangels ist cs durchaus ein anregende* und wertvolles buch, das die Schule von einem der deutschen Pädagogik fast unbekannten Standpunkt aus behandelt. _ __Gerhard Fuchs. ״Die Arbeit“, Zeitschrift des Deutschen Larutes-Vcrbandes Hnpoel-Hazair, Berlin N 24, Auguststralk•!7' Das 3. Heft des laufenden Jahrganges, das soeben erschienen ist, ist dem Zionisten-Kongrcß und der ״leien, zeitig in Karlsbad stattfindenden zweiten WeltkonErviz des Weltverbandes Hapocl-Hazai'r—Zc'ire-Zron gewidmet 111 dem einleitenden Artikel ״Krieg •oder Verstäub d i g ti n g“ setzt sich Robert W c 11 s c 11 mit dem i»hä der Gründung einer jüdischen Legion in Palästina;mseinander. Er wendet sich mit Entschiedenheit gc״c1 diesen Plan und gegen die Denkungsart, welchcr\׳r entsprungen ist. In dem Aufsatz wird mit Nachdruck gefordert, daß die Zionistische Organisation eine Politik der Verständigung gegenüber den Arabern führe m;d keinerlei Anlaß gebe, an der Ehrlichkeit einer wichen Politik, die allein dem wahren We>11!׳ des' Zionismus entspricht, zu zweifeln. Der Programnifragc des Hapocl- Hazai'r gelten drei Aufsätze von Georg L a nda 11 c r Rudolf bamuel und Robert W e 11 s c 11. Dann ward das Programm einer auf Pioniergesinnung beruhenden politischen Bewegung untersucht und eine Programm, formulicrung im Sinne der Idee des. Pkmiertunis ״:K| des konstruktiven Sozialismus gefordert. Besonders bedeutsam ist ein Artikel von Dr. Siegfried Bernte Id übeT den Begriff der sozialistischen Erziehung. Bernfcla legt darin 111 sieben ausführlich begründeten These•״ Ge• Grundfordcrungen dar, welche eine sozialistische Gniptxan jede Erziehung stellen muß. Eine Anzahl von Glossen, zu den Tagesereignissen beschließen das reichhaltige Heft. — Der Alxnmementxpreix beträgt für 3 Hefte 111 Deutschland, Tsthechoslowakei, Oesterreich, Litauen, Lettland u>w. M. 8. - . Für Polen und Galizien (deutsche: M. 5, Fiir die anderen Länder naeli Tarif.!,reis des Einzelhcftes M. 3.50. Jakob Klatzldn, Hermann Cohen, zweite Auflage, Jüdischer Verlag, Berlin. IA-r Eindruck, den bereits die erste Auflage hervorgerufen hat, wird durch diese erweiterte Auflage noch verstärkt: Es ist kein Werk kühler Wissenschaftlichkeit, sondern ein Buch d s Kampfes, der Ausdruck des Gegensatzes zweier Generationen, zweier Ertwicktungsepochen in der Geschichte des Judentums. Es ist ein besonderer Reiz dieses Buches, daß der Autor in dem Meister, dessen Wesen er ergründet und den er menschlich verehrt, den Rcpräsentanten einer Epoche sieht, die er seihst überwunden hat. Alles, was Cohens persönlichsten Wert ausmacht, die Tiefe seines Denkens und die Weite seiner Weltanschauung, weiß Klat/.kin in feinstem Verständnis zu würdigen, aber mit unerbittlicher Schärfe wendet er sich gegen das UcbcrmaU der Selbstverleugnung, die in Cohens Einstellung zum Judentum und in seiner Hinneigung zur deutschen Kultur zum Ausdruck kommt. Der Leser wird hier nicht nur mit einer der bedeutensten jüdischen Persönlichkeiten bekannt gemacht, sondern er wird auch, wie schon in Klatzkins Hauptwerk, ״Krisis und Entscheidung“, vor.das Grundproblem des modernen Judentums gestellt, _ Eiae Bibliothek hebräischer Klassiker wird jetzt vom Jüdischen Verlag vorbereitet. Zunächst sollen die wichtigsten Autoren der jüdischen Reli- , gionsphilosophie des Mittelalters im hebräischen Original! bzw. in der klassischen hebräischen Uebcrsetzung aus'dem arabischen Original in gekürzten Ausgaben dargeboten werden. Es ist bei der Bearbeitung darauf gesehen worden, daß nur unwesentliche Teile wegbleiben, während alle wesentlichen Bestandteile der originalen Werke in ihrem ursprünglichen Zusammenhang und in ihrer klassischen Form erhalten geblieben sind.' Der hebräische Stil ist nur ganz leicht in der Hinsicht überarbeitet worden, daß mittelalterliche, für unsere Zeit nicht mehr verstündliche Formen dem modernen Hebräisch angepaßt 1 wurden. Indem jedem Werk eine Einleitung beigegeben wurde, die die historische Stellung des Werkes darlegt ן und seine Bedeutung für die Gegenwart kritisch bej leuchtet, wird mit diesen Ausgaben nun erstenmal dem hebräisch lesenden Publikum das klassische Schrifttum des jüdischen Volkes in handlicher Form zugänglich gemacht werden. Man ist nun nicht mehr darauf n!1gcwiesen, eine nur allgemeine Ahnung von den großen Geistern der jüdischen Vergangenheit aus den Literaturgeschichten zu beziehen, sondern kann sich an den onginalen Werken eine gediegene Kenntnis des jüdischen Geisteslebens aneignen. Es muß ganz besonders erwartet werden, daß die reifere Jugend diese Ausgaben für den hebräischen Unterricht wie für das Selbststudium benutzen wird. Als erste Bändchen werden erscheinen: B a c 11 j a ihn P a k u d a, Chowoth f ialcwawoth und J e ־ ן huda Halcvi, Kusari, beide von S. J. Hurwitz bearbeitet und eingeleitet. Ferner sind in Vorbereitung: Saadia Gaon, Emunotli Wcdeoth und Maimonides, More Ncbuchim (zwei Bande). Es wird von der Sammlung auch eine Ausgabe in besonders guter Aus- I xtattung vorbereitet, die sich in hervorragendem Maße 1 für Geschenkzweckc eignet. | “) Ich möchte nicht unterlassen, auf die leider bisher I nacht erschiene ne Schrift Erwin KoMns ״Wirtschafts- | Versicherung ru verweisen» die sich mit dem Problem i der ״Erziehung zur Wirtschaft“ beschLftigt