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Jüdische Rundschau · 1921-09-27 · Heft 77 (27.9.1921) · page 7

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 77 (27.9.1921)
Date
1921-09-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 77 JUEDISCHE RUNDSCHAU Seite 571 ר״0*> «*■ -׳ ISO, ־־IM'l• rr«JttÄ 30.^: .ficht- * i״s)17 iora *50 J e n: c> Dr. Sch mar ja Levin in Berlin Am Donnerstag, den 22. September, fand in der Stadtlulle in Berlin eitle große öffentliche Versammlung statt. Im Namen des Vorstandes der B.Z. V. begrünte Herr Dr. Herlitz Herrn Dr. Schmarja Lev in, und als Mitglied der Exekutive Herrn Dr. Ha Ipern. Sodann nahm Herr Dr. H a n t k c das Wort. Der Kongreß stand iin Zeichen des Aufhaus. Neue Menschen füllten Säle und Tribünen, die Welt horchte auf die Worte, die dort gesprochen wurden. Es handelte sich diesmal weniger um Ideologien, man sprach vielmehr über Dinge des realen Lebens. Wir konnten ruhig anssprechen, daß wir noch lange nicht zufrieden sind mit dem, was getan ist. Doch wir hoffen, daß durch diesen Kongreß eine Stetigkeit in die zionistische Arbeit gebracht wurde, wir glauben, daß dieser _ Kongreß der Anfang einer intensiven Aufbauarbeit sein kann. Wir haben uns jetzt das finanzielle Instrument geschaffen, das wir zur Durchführung unserer Aufgaben brauchen. Der Kongreß war still, und;dies horchte auf, wenn das Won Keren Hajes so d fiel. Jeder fühlte sieh getroffen, jeder fühlte die Verantwortung, die auf ihm selbst lastete. Im Kongreß u׳ar kein Raum für die Gruppen, die trotz des Beschlusses der Londoner Jahreskemferenz dem Keren Hajcssod nicht verwirklichen wollten, weil sie nicht an ihn glaubten. Der Maassergedanke wird sich durchsetzen, er wird zur Selbstverständlichkeit werden, wie im Laufe der jüdischen Geschichte viele Dinge für uns selbstverständlich wurden, ohne daß w׳ir sie jedesmal als unerhörte Opfer empfanden. Hinter den Beschlüssen steht der Glaube an unsere Kraft und der Wille, sie durch/iisctze״. Der Kongreß zeigte diesmal ein nettes Gesiebt. Viele Fraktionen waren vertreten, und es ergaben sich notwendigerweise auch manche Dissonanzen. Aber schließlich lösten sich doch alle 1 Vissouanzen in einer allgemeinen Stimmung des uribedingten nationalen Willens auf. Wir müssen uns allmählich daran gewöhnen, in den Gedankengängen eines Volkes zu denken und in Zeitläuften zu rechnen, mit denen Völker zu rechnen pflegen. Wir sollen uns nicht nur berauschen an dem Gedanken, nach einer Wanderung von 1800 Jahren wiederum nach Palästina zu kommen, sondern wir müssen uns auch klar werden, daß sich nun die Verwirklichung unserer alten Zionsidee nicht in wenigen Jahren durchsetzen kann. Völker, die in normalem Zustande leben, brauchen sich keine Gedanken darüber zu machen, ob sie ein Volk sind und daß sie zueinander gehören. Wir Juden müssen uns leider damit beschäftigen, müssen den nationalen Gedanken durchsetzen. Darum freuen wir uns, wenn wir Männer unter uns begrüßen können, die uns als Führer und Wegweiser erscheinen, die in ihrer Person den nationalen Willen repräsentieren, Männer wie Schmarja Le via, der heute unter uns weilt. Dr. Schmarja Lcvin (mit großem Beifall begrüßt): leb werde keinen. Bericht erstatten, ich werde mich lediglich mit einigen Problemen des Kongresses beschäftigen. Wie war die jüdische Struktur vor dem Kriegei׳׳ Eine kompakte Masse im Osten, ein Teil in Amerika, geistig sehr eng mit dem Osten verknüpft, und kleinere Teile in alle Länder verstreut. Von 14 Mil- Honen Juden waren cs 11 Millionen, die den nationalen Gedanken vertraten. Es ist falsch zu glauben, daß es allein auf das Geld ankommt, allein auf die Länder mit höherer Valuta, daß nur von dort Palästina aufgebaut werden kann. Wenn man von denen spricht, die am Aufbau Palästinas mitarbeiten, so kann man nur allgemein von s c 11 a f f c nd e n Menschen sprechen, gleich, ob arm oder reich, cd) Ost oder West. Wenn wir Männer wie B i a 1 i k und B rtt t z k u s auf dem Kongreß sahen, so werden wir es begreifen. Der Osten ist die treibende Kraft der Bewegung, und auch die Juden Amerikas haben sich den Moschiach- Begriff aus dem Osten mitgebracht. Nachdem ich Amerika besucht habe, sah ich, wie dort neue Zentren jüdischer Kultur entstanden sind. In Wien sah ich jüdische Menschen studieren und arbeiten unter den widrigsten Umständen, stets hungerleidend, und trotzdem setzten sie sich durdi. Solch ein Volk kann nicht untergehen. Und nun znm Problem des Keren Hajcssod. Es schien uns, als ob der Keren Hajcssod und auch der Kongreß nur eine Maschine seien. Und jedes zionistische Büro, jedes Office in London oder in New York oder in der Sächsischen Straße, macht auf uns eleu Eindruck einer Maschine, Aber ohne Maschine kann man keine Arbeit leisten. Die Frage ist mir, ob wir cs mit einer toten Maschine zu tun haben oder mit einer Maschine, die den lebendigen Geist in sich hat. Das war das Hauptproblem des Kongresses, heraufbeschworen durch die von den Amerikanern vertretene mechanische Auffassung. Es war kein Konflikt zwischen Amerika und Europa, sondern ein Konflikt zwischen den Führern und Geführten, dem Volk in Amerika selbst, ein Konflikt, der jetzt beseitigt ist, Es war ein Mißverständnis in der nationalistischen Auffassung des Zionismus oder besser in der Auffassung des Nationaiismus, derselbe Konflikt, den es auch früher hier in Deutschland gab, als der Zionismus entstand. Man glaubte den Aufbau mechanisch machen zu können, nur von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus. Aber für den Keren HajessodrGcdankcn besteht der Nationaiismus als Voraussetzung. Die Juden fühlen sich noch nicht in ihrer Gesamtheit als Volk. Vergleichen wir uns mit irgendeinem kleineren Volk, mit dien Serben, mit den Bulgaren, mit den Griechen, so werden wir wahrscheinlich nicht zehn Leute finden, denen man soviel Kredit gibt wie vielen Leuten unter uns. Aber wenn man dem einzelnen von «ns vielleicht Kredit für 10 Mil- Horten oder 100 Millionen gibt, den Juden als Ganzes zusammen gibt man keinen Pfennig. Und so .müssen wir dauernd schnorren, aber man kann nicht ewig schnorren. Und nun ist die Frage, wie kommt man aus diesem Zustand heraus? Deshalb verlangt man jetzt von Ihnen den Maass er! Und ich weiß, alle, die an die nationale Idee glauben, die den Moschiach- Gedanken in sich tragen, die ärmsten Arbeiter werden den Maasscr geben. Wir haben keine Staatsgewalt, keine Polizeimacht, aber der Moschiach kommt nicht mit Polizeimacht. Alles, was wir Juden bisher taten, geschah ohne Zwang, und es wurde doch erfüllt. Mit Palizcimacht können wir vielleicht einen Staat von Juden haben, aber keinen Judenstaat Wir brauchen eine jüdische Anleihe, mul wenn uns die jüdischen Bankiers eine Anleihe nicht geben, so werden wir zu den nichtjüdischen Bankiers gehen. Erst wenn wir eine jüdische Anleihe aufnehmen können, werden wir eine Nation sein. Man komme nicht und sage, daß es ein Verbrechen sei. wenn wir wieder eine Nation sein wollen. Wenn das ein Verbrechen ist, was für Verbrecher sind dann alle anderen Nationen! Und wenn es ein Verbrechen ist, eine eigene Kultur zu schaffen, was für Verbrecher sind alle die Völker, die bewußt oder unbewußt an ihrer eigenen Kultur arbeiten? Die Amerikaner sind nicht besser und nicht schlechter als wir. Es kommt nur darauf an, wie man mit ihnen redet. Man wird von allen den M a a s s e r verlangen und wir werden ihn bekommen. Wollen wir jetzt, nachdem wir uns 1800 Jahre aufrechterhalten haben, in dem Augenblick, in dem sich der Sinn unserer Wanderung erfüllen soll, bankrottieren? Das hieße die Geschichte für sinnlos erklären. All die Jahrtausende hat man den Kindern zu Peßach die Geschichte erzählt vom Auszug aus Mizrajim und von Rabbi Bei! Aktiva und Rabbi Eleasar und den anderen, die zusammens.aßen und von dem Auszug aus Aegypten sprachen, und jetzt werden wir den Kindern die Geschichte erzählen: ״Es war einmal Chajim Weizmann und Nahum Sokolow . . , und die Juden zogen aus aus allen Ländern nach Erez-Israel.“ Damals geschallen Wunder, aber geschehen nicht auch jetzt Wunder? Ist es nicht ein Wunder, wie die Chaluzim nach Palästina kommen trotz Polizei und Sperre und hungernd und ohne Kleidung unter den größten Schwierigkeiten? Und ich sage: ״Maasscr-Gchen ist noch wenig*’‘. Viele geben ihr letztes Hemd, um aus der Knechtschaft zu kommen und frei zu sein. Als die Menschen, die sich von Schwierigkeiten abstoßen lassen, sahen, daß die Ein- Wanderung auf Schwierigkeiten stößt, da telegraphierten sie ״stop emigration“. Und ich frage: als Moses die Juden aus Mizrajiin führte und cs waren Hunderttausende, tmd die ersten, die vorauszogen, stießen auch auf Widerstände, hätte Moses da auch an die telegraphiert, die sich noch in Aegypten zum Aufbruch rüsteten, ״stop emigration“? Und dann besteht das Problem der Araber. Mit Liebeserklärungen allein ist hier nichts gemacht. Es gibt nur ein Mittel das ist die Einwanderung. Je mehr Juden im Lande sein werden, desto sicherer wird unsere Itosition in Palästina sein. Ein Problem hat der Kongreß nicht gelöst. Wir haben nicht die geistigen Führer hcranzichen können. Nur Einstein hat uns verstanden, In Palästina ist noch d.as schwierigste Problem zu lösen, die Synthese zu finden zwischen all den Juden der verschiedenen Länder, Ich habe mich nie mit Politik und Diplomatie beschäftigt. Politik und Diplomatie ist notwendig. Aber dadurch allein wird kein Messias-Ideal erfüllt und Wunder werden dadurch nicht kommen. Das Wunder ist die Resultante der Idee. Unsere Aufgabe ist es, dem Volk die Idee zu bringen. Und nun will ich Ihnen noch eine wahre Begebenheit erzählen. Ich hatte einen Freund in Rußland, der sehr reieli war. Er war nicht Zionist, seine Kinder wai ׳:n assimiliert. Ich fragte ihn oft: ״Warum versichern Sie nicht Ihre Zukunft?“ Und er zählte mir seinen Reichtum auf, seine Eisenbahnen und Fabriken. Doch ich sagte ihm: ״Kaufen wir zusammen einen Bauplatz in Palästina.“ Er war einverstanden und wir kauften zwei aneiiianderliegentle Parzellen. Mein Freund wurde stets reicher, es besaß Milliarden. Im Kriege starb er. Von den Kindern hatte ich nichts gehört, durch die Revolution war jede Verbindung abgebrochen. Als ich aber das letztemal Jaffa verließ, wurde mir ein Brief iiberbracht und er stammte von dem Sohn meines Freundes. Er schrieb, daß das ganze Vermögen verloren gegangen sei, alles sei nationalisiert worden, sie lebten in bitterster Armut und Hunger. Das ganze Vermögen seines Vaters sei verloren. Das einzige, das ihnen von der Hinterlassenschaft geblieben sei, sei ein Brief, aus dem hervorgehe, daß der Vater seinerzeit mit mir in Palästina Land gekauft habe. Er habe jetzt hebräisch gelernt, er sei Ingenieur, er fragt an, ob er drüben als Ingenieur leben könne. Und ich schrieb ihm. daß er herüber kommen soll als Chaluz und den Boden bearbeiten, den sein Vater ihm hinterlassen habe. Ich weiß nicht, ob er herubergegangen ist. Für mich ist die Begebenheit symbolisch. So hat der Vater nicht durch all seinen Reichtum, sondern durch den Bauplatz in Palästina seine und seiner Kinder Zukunft gesichert. Und so könnte man allen Juden zurufen: ״Versichert eu!re Zukunft!“ Und wenn wir sie um erkämpfen müssen, wir werden siegen oder wir werden untergehen. Es kommt darauf an, unseren Willen zu stärken Denkt nach über unser Schicksal, überdenkt die letzten Geschehnisse unserer Oeschichte. Lehrt sie euern Kindern und macht sie stark im Willen. (Lebhafter Beifall) — Die Versammlung wurde hiernach geschlossen. ■.-.. P I t f..i 1 I . . Lj Cs 2 Bestimmungen über die Einwanderung nach Kanada Personen, die nach Kanada einwandem wollen, müssen einen Paß ihres Heimatlandes haben und eine Geldsumme im Werte von 250 Dollar kanadischer Währung byi sich führen, außer den Mitteln für die Bahnfahrt bis zum Reiseziel. Sie müssen die Reise direkt von ihrem Heimatlande antreten und in ununterbrochener Fahrt mit dort gekauften oder in Kanada bezahlten Schiffskarten (Prepaids) ausführen; sie müssen köqrerlich und geistig vollkommen gesund, moralisch einwandfrei sein, irgendeine Sprache zu lesen verstehen, die genaue Adresse einer Person iri Kanada besitzen, zu der sie sich begehen wollen. Es ist dabei zu bemerken, daß die kanadischen Einwanderungsvorschriften durch administrative Bestimmungen jederzeit geändert werden können. Von den angeführten Bestimmungen sind folgende Ausnahmen vorgesehen: 1. Von den Geldvorschriften (Besitz von 250 Doll.) sind befreit Eltern, die zu ihren Kindern fahren, Kinder unter 18 Jahren, die zu ihren Eltern reisen, Frauen, die ihre Männer aufsuchen, Landarbeiter und Dienstboten mit gesicherter Arbeit, die dies durch Dokumente nachwciscn können. Sie alle müssen jedoch die Mittel zur Bahnfahrt bis zum Reiseziel besitzen. 2. Ein Hochschüler kann nach Kanada zugelassen werden, um seine Studien an einem kanadischen Kolleg oder an einer kanadischen Universität fortzusetzen, ohne den obigen Bestimmungen unterworfen zu sein. Jedoch muß der Betreffende nachwciscn können, daß er wirklieh Student ist und in einem kanadischen Kolleg oder an der Universität immatrikuliert werden soll. 3. Touristen, Reisende, Mitglieder dramatischer, künstlerischer und athletischer Gesellschaften können zeitweilig in Kanada /!!gelassen werden, ohne daß die obigen Bestimmungen Anwendung finden. Folgende Kategorien von Einwanderern können auf keinen Fall in Kanada zugelassen werden: Schwachsinnige, Idioten oder Personen, die früher geisteskrank waren; Tuberkulöse, an Trachom- oder an Kopfausschlag Leidende oder mit Infektionskrankheiten Behaftete: Taube, Blinde; Verbrecher. Ferner Emigranten, die von einer Wohifahrtsorganisation Geld empfangen haben, um sie zur Landung in Kanada instant! zu setzen oder deren Fahrt nach Kanada von einer Wohlfahrtsorganisation bezahlt worden ist. Personen, die gewaltsamen Umsturz von Gesetz und Obrigkeit vertreten, Mitglieder anarchistischer oder gleichartiger Organisationen; Angehörige von Staaten, die in dem letzten Kriege gegen Kanada gekämpft haben. Sodann Personen über 15 Jahre, die keine Sprache oder keinen Dialekt lesen können. Ausnahmen von letzterer Vorschrift sind jedoch für folgende Kategorien zugelasscn: Vater, Mutter oder Oroßeltern über 55 Jahre, die sich zu einem Kinde oder Enkel begeben wollen, die sich rechtmäßig in Kanada aufhalten, Frauen, die zu ihrem Manne reisen, eine unverheiratete oder verwitwete Tochter, die zu ihrem Vater reist. Diese Personen können einwandern, auch wenn sic Analphabeten sind. Sie müssen jedoch, der» übrigen Vorschriften des Einwanderungsgesetzes entsprechen. Von besonderer Tragweite für die jüdischen Einwanderer nach Kanada ist die Bestimmung, daß die Fahrt direkt vom Heimatlande aus in einer ununterbrochen n e n Reise nach Kanada erfolgen muß. Diese Vorschrift bezieht sich auf alle Passagiere, einerlei mit welcher Gesellschaft sie nach Kanada fahren, oder in welchem Hafen sie sich einsehiffen. Die Kanadapassagiere sollten sich demgemäß von dem Vertreter der Schiffahrtsgesellschaft im Einschiffung*- hafen im Falle des Umtausches von Schiffskartenanweisungen gegen Schiffskarte bescheinigen lassen, daß eine ununterbrochene Reise vom Heimatlande aus vorliegt. Zu bemerken ist noch, daß in ganz besonderen Fällen eine Einreisebewilligung von Col. J. Obed Smith, Superintendent of Emigration for Canada, 1 Regent Street, London, erteilt werden kann. Die Auswanderung aus Sowjetrußland Riga, 16. September. (J. C. B.) Der Vertreter des Volkskommissars für Auswärtiges, Litwinow, ließ erklären, daß die Sowjetregierung die Auswanderung von Frauen, Kindern und Greisen, im allgemeinen aller, die unfähig sind, aktive Arbeit zu leisten, gestattet, damit sie sich mit ihren Verwandten in Amerika vereinigen können. Die Sowjetregiening erleichtere sogar ihre Aus- Wanderung. Die Randstaaten erschweren ״)«loch gm. Durchreise, weshalb die Verantwortung für jede Verzögerung in der Auswanderung dieser Leute auf die Randstaaten fallen müsse. Vor der Aufhebung der antijüdischen gesetzliehen Beschränkungen in Polen Warschau, 21. September. (J.C. B.) Wie wir erfahren, hat das Justizministerium ein Gesetzprojekt zur Aufhebung aller aus den alten russischen Gesetzen herrührenden antijüdischen Begrenzungen ausgearbeitet und es bereits dem Ministerrate zur Genehmigung vorgelegt. Wie verlautet, deckt sich dieser Entwurf so ziemlich mit dem seinerzeitigen Projekte des jüdischen Sejmdeputierten Hartglas. Es sei nun abzuwarten, ob der polnische Ministerrat die Verabschiedung dieser Angelegenheit in Kürze vornehmen wild.

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