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Jüdische Rundschau · 1921-09-23 · Heft 76 (23.9.1921) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 76 (23.9.1921)
Date
1921-09-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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5ל .1%! ”Jc|>sten! Karlsbad ן 'ver1I»-k Lf den ^■1hrciide *i^ndiaaa Artikel ^cvölkei *Pielet». ״' Hau!. נ!! sofort S״, un^r ftik ihre ״.,״euer Mischen be901s- 8er Be» * alte« «11 Be. nerstaj, 11a der entliehe 111 über י Berclit für indcmle Ha!!»• in der >tr. 17, Ausstell- Kinder• n wer- ז Ha bt gute ubeiu- 4־ Ulir «tellun- :r 14. giiiiiaijii.aa Sinholung Unfordera usw. wd jndseban‘ B, aber ״ »ounStt-S f 1 KodulUiotl •nU Vfrl-tj* W 15, S'lA-.isft'e Straß« 8. EriUieint 1ף|«| pitnMufT und f'f'tu?, nczu?*pm# bei der Eipedttioi» und um i'osinmttm!'.*־ M. in DeuUchUmi. Auslundunhon»«- m, ״♦» werden in «irr Wahrung der #0<גו1*».17״י Lr».nler bemlmet. MmMruTBunCTmt ~TT;wauf«»־*t־״<iraB<* Nummer 76 1 Berlin, £3.!X. 1921 _B 11 ■ ■in׳■ —irBi—iniiiif ~1mtiw11nnr11 Anzeigen-Verwaltung? jüdische RacdKclina G.m. b.H,, Berlin W15, Sachsifche Str. 8 Telephon: Amt Uhtaad 845 und 846. Anftft&ffenprela für di« »'cHcnffr«n«ltcne Nonpareille*•!!• 3,— Fnm!l!w»»n1n־i׳;cn 4 M. pro Zeile A t* >61gon ct% lu Ü t DtettaUf «ad Freit«? uadimittar 4 Uhr, TelepKon: UHUnd 845 u.846. Po*t*chrrkkonto! Berlin Nr. 37392. Für Oetitenreici». P0»t*parka1ft«n«1nt "Wien, Konto Nr« 156 030, Für Tachrriteudownkri: PoBtaparkusenemt Pr■?, Konto Nr, 156030, — RedaktionsviihiO Sonnt«? und Mittwoch nadbmitt•?. *־■־־ ־פ״א אלול• XXVI. Jahrg. Oer Zionismus erstrebt fOr das )Qdlsche Volk die Schattung einer öHontllch-rechtllch gesicherten Heimstätte ln Palästina. ״Baseler Programm.1 Konstituierung des ActionsComitSs j Das lumgcwählte Actions-Comite trat in Karls- I bad am 15. September zu seiner ersten Sitzung ׳ /iisaiiiinen. Es wurden gewählt: zum Präsidenten! iles Actions-Gomitcs Oberrabbiner Dr. C h a j e s i (Wien): zu Vizepräsidenten Mvi'r Berlin, Dr. H .1 n t k 0, R«b. Stricker. Die Verfassung der jüdischen Gemeinden Palästinas lX*r Waad Leumi übermittette allen Delegierten der Assefatlt Haniwcliarim den Entwurf einer Vertaxsiing für alle jüdischen Gemeinden in Palästina. Die Verfassung sieht die Gründung jüdischer Gemeiiulen an allen Orten Palästinas vor, wo nicht weniger als JO erwachsene Juden beiderlei Geschlechtes!eben. Orte mit weniger als der angegcbenen Zahl Juden werden der nächsten jüdischen Gemeinde *״־!gegliedert. Die Gemeinden sollen juristisehe K-*rperschaiten sein mit dem Rechte, Geld, Land und Eigentum zu erwerben und darüber zu verfügen, als ausfiibremies Organ zu handeln, Vertrage zu schließen, Auleilien aufzunehmen, sowie vor Gieneht als solche zu erselreineti. Die Gemeinde soll das Recht haben, Steuern von der jüdischen Bevölkerung; zu erheben. Eine gewählte Exekutive soll die einzige Vertretung der Gemeinde gegenüber den Regierungsbehörden und der Assefath 1 laiiivv charim sein. Sie ward andererseits auch die einzige Körperschaft sein, die die Anweisungen der Regierung, der zionistischen Institutionen und des Waad Leumi auszuführen hat, sowie Steuerlisten zu führen und standesamtliche Funktionen ausMtüben. Das Audscba-Projekt genehmigt Herr P. Ruthenberg teilte dem Bürgermcistcr von Jaffa telegraphisch mit, daß die Kon- Zession für das sogenannte Audscha-Projckt, das bekanntlich der Elektrifizierung des Jaffaer Distrikts dienen wird, durch die Behörden in London unterzeichnet ist. Herr Ruthenberg drückt seine Zuversicht aus, daß die Verwirklichung dieses Projektes die Entwicklung des Jaffaer Distriktes fördern und zum Gedeihen sämtlicher Bewohner beitragen wird. Die arabische Delegation und Harding Der Präsident der Vereinigten Staaten erhielt von der arabisdien Delegation in London die telegraphische Bitte um moralische Unterstützung gegen das durch die britische Regierung dem Völkerbund vorgelegte Palästiuamandat. Der Präsident wird gebeten, die palästinensischen Araber ״vor der jüdischen Gefahr zu retten“. Erweiterung des jüdischen Bodenbesitzes in Palästina Jerusalem, 13. Sept. (J. C. B.) Die paläsiinensische Regierung überließ der jüdischen Kolonie Rischon le Zjou 21 000 Dunam sandigen Bodens, der um die Ko• kwie gelegen ist, unter der Bedingung, daß sie innerhalb eines gewissen Zeitraumes die Kultivierung dieser Flächen in Angriff nimmt Die arabische Presse richtet aus diesem Grunde heftige Angriffe gegen die Regierung, Die neue Leitung Die Zusammensetzung des Finanz- und Wirtsüiaitsrates der Zionistischen Organisation war in der vorigen Nummer unseres Blattes nicht vollständig wiedergegeben, weshalb wir sic nachstehend wiederholen. Finanz- und WirtschalUrat 1. Mit Sitz und Stimme in der Exekutive (jedoch nur in wirtschaftsfragen): Dr. Bert hold rciwel Dr. Georg H alpern, ’ I 6aak N aid i tsch. 2. Ferner (ohne Sitz und Stimme in der Exekutive): Dr. Arnold Barth, Salomen Kaplansky, S. Schocken, Peter Schweitzer. Nach dem Kongreß Der Kongreß kt vorbei, die Delegierten /er-; streuen sich langsam, Abgesandte des jüdischen ' Volkes, die für zwei Wochen in angestrengter Arbeit! einander scharf befehdend und doch in heißer, j sorgenvoller Hoffnung verbunden, zusarnmcngclcbt! haben, kehren wieder ah alle Enden der Welt der; jüdischen Verbannung zurück. Karlsbad wird ruhig; j und still, und nach den! Tagen der Aufregung; kommt der Tag der überlegenden und prüfenden ' Rückschau. ן Der XII. Kongreß ist lange erwartet und herbei-! gesehnt worden. In allen Nöten, in allen Krisen ן hofften wir auf ihn, daß er das lösende Wort finde. Seit dein Ende des Krieges wurde immer wieder der Versuch gemacht, ihn zustande zu bringen, immer wieder vergeblich, so daß wir kaum mehr an die Möglichkeit glaubten, Sechzehn Jahre gab es Zionistenkongressc, darauf acht Jahre keinen; das muß man bedenken, um das Mißverhältnis zu würdigen, um zu erfassen, wie endlos diese Unterbrechung war. Und nun liegt der Kongreß hinter uns, der Zionismus ist wieder in die Periode normaler verfassungsmäßiger Zustände eingetreten; wir haben unsere Sicherheit wiedergewonnen, darum können wir frei sprechen und untersuchen, was uns der Kongreß gegeben hat und was er uns schuldig geblichen ist. Dieser Kongreß dürfte, wenn der Zionismus den Gesetzen seiner inneren Entwicklung gehorcht, der Abschluß einer Periode und der Beginn einer neuen sein. Er hat gezeigt, daß die traditionelle Form des Kongresses den Forderungen der heutigen Zeit und Situation nicht mehr adäquat ist. Es war notwendig, diesen Kongreß zu machen, weil die gewaltsam unterbrochene Vorkrkgscntwicklung ihren Abschluß haben mußte, weil ein Kongreß alten Stiles zur Befriedigung der lange zurückgedrängten Erwartungen nötig war; aber man muß aus seinem Verlauf Lehren für die Zukunft ■ziehen. Bisher lag die Bedeutung der Kongresse Ln der Manifestation des bewußten Lebenswillens des jüdischen Volkes und in der Stimmung, die die Kraftquelle der künftigen Arbeit wurde; jetzt liegt seine Hauptbedeutung in sachlichen Entscheidungen, die nur nach eingehender Beschäftigung mit den Problemen getroffen werden können. Gerade dieser Kongreß hat mehr sachliche Arbeit geleistet als es dem Besucher auf den ersten Blick scheinen mag; er hat zum ersten Mal ein Budget für die kolonisatorische Arbeit aufgesteilt, die Richtlinien der Palästinaarbeit vorgezcichnct, die Rangordnung bestimmter konkreter Aufgaben festgelegt. Aber das Plenum vermochte diese Arbeit nicht zu vollbringen, es konnte nicht einmal das erforderliche Verständnis für die Vorschläge der Kommissionen autbringen, weil ihm die Sachkenntnis fehlte. Mat dieser Tatsache muß für die Zukunft gerechnet werden. Der Kongreß muß viel sorgfältiger vorbereitet werden, das Material muß den Delegierten längere Zeit vor dem Kongreß zugehen, sie müssen die Möglichkeit haben, nach Prüfung der Materie und nicht nach Stimmungen zu urteilen. In seiner heutigen Form hat der Kongreß einen zu improvisieden Charakter. Seine Aufgaben sind heute der Art, daß man nicht auf die Eingebungen des letzten Augenblicks vertrauen darf. Man wird zweifellos immer inehr zun! System einer dauernden Re- Präsentation übergehen müssen, bei dem dieselben Männer ständig informiert werden und in bestimmten Zeitabschnitten zu Arbeitssessionen zusammentreten. Die Unrichtigkeit der alten Methode zeigte sich offen darin, daß nach Abschluß der Generaldebatte das Interesse erlahmte und der Kongreß oft vor halbleercm Haus tagte. Der Schwerpunkt der Arbeit wunde in die Kommissionen verlegt und trotzdem die Plenarsitzung fortgeführt. Das hatte zur Folge, daß so wichtige Teile der Tages- Ordnung wie die Palästinadebatte fast völlig abfielen. Die Palästinadebatte des Kongresses war zum Teil mit fachmännischen Spezialfragen* zum Teil mit Banalitäten provinzieller Redner ausgefüllt und fand gar keine Aufmerksamkeit, — während die von der deutschen Landsmannschaft in mehreren großen Versammlungen durchgefülirte prinzipielle Absprache über Palästimfragen, bei der Vertreter aller Richtungen zu Worte kamen, außerordentlich interessant und klärend war und zu den gelungensten Veranstaltungen der Kongreß/eit gehörte. Ls wäre auch naiv, dem Kongreß die Entscheidung darüber zuzumuten, ob die intensive Wirtschaftsform Soskins für Palästina anwendbar ist oder nicht. Man muß aus dieser Erfahrung eine Reform unserer Verfassung und Verwaltung herleiten. Der Anfang ist übrigens gemacht worden. Die Annahme des Ruppirischen Vorschlages der getrennten Ressorts kann so etwas wie den Beginn einer auf reine fachliche und administrative Gesichtspunkte auf gebauten Verwaltung bedeutest. Selbstverständlich soll auch die Verwaltung weitgehend demokratisiert werden, aber wir sollen uns von unserem ohnedies sehr unzulänglichen Parlamcntarismus nicht so blenden lassen, daß wir ihm Fragen anheimgeben, die zur Verwaltung gehören. Dann wird es auch allmählich aufhören-, daß der Kongreß in fachlichen und konkreten Angelegenheiten Beschlüsse faßt, die nur demonstrativen Wert haben und die falsche Befriedigung illusionistischer Sclbstgerccluigkeit gewähren. Ein Beschluß dieser Art ist zum Beispiel der, daß alle Mitglieder der Exekutive und Beamten innerhalb eines Jahres hebräisch können müssen. Es gibt niemanden, der nicht dem in diesem Beschluß ausgesprochenen Wunsch zustimmte; aber der Kongreß darf nicht Beschlüsse fassen, für deren Durchführung es keine Sanktionen gibt und die er selbst wahrscheinlich im nächsten Moment schon zu brechen bereit ist, — nur damit einen Moment Begeisterung den Saal füllen kann. Diese Bemerkungen sollen nur den äußeren Apparat des Kongresses treffen, seine Reform- Bedürftigkeit andeuten, lieber die Ergebnisse des Kongresses selbst kann nicht zusammenfas־cnd gcsprechen werden, dazu ist der Stoff zu groß. Wir behalten uns ein Eingehen auf die verschiedenen Fragen vor und wollen hier nur zwei Punkte herausgreifen. Der Kongreß hatte als der legale Repräsentant des jüdischen Volkes in dem Augenblick, wo er wieder sprechen konnte, die Antwort auf die Baifourdeklaration zu geben. Er hat sie angenommen und gewissermaßen ratifiziert. Mit Worten des Dankes und der Genugtuung, aber auch erfüllt von dem Bewußtsein der ungeheuren Schwierigkeit, Spannung und Verpflichtung, hat das jüdische Volk zum britischen Volk gesprochen. Und zugleich hat der Kongreß zum arabischen Volk gesprochen, Worte würdiger und verantwortlicher Gesinnung, der Bereitschaft zu friedlichem Zusammenleben und der Hoffnung auf eine gemeinsame, kulturverburidene Zukunft. Die Exekutive hat für ihre Politik gegenüber England und gegenüber den Arabern vom Kongreß Richtlinien erhalten. Wir h;>f:e!1, daß besonders die Araberpolitik Ln weitgehendem Maß ausgebaut werden wird. Der Kongreß beschloß auch die Airsendung von Delegationen in die poli tisch eil Zentren und Maßnahmen zur Besclileunigung der Bestätigung des Mandates. Das zweite bedeutsame Ergebnis des Kongrosses ist die endgültige Erledigung der sogen;״!«, ten amerikanischen Frage. Die Generaldebatte hat sich zum größten Teil mit dieser Sache beschäftigt; die Rede Julius Simons, die in ihrer seltenen Eleganz und Klarheit die Debatte gleich auf ein hohes Niveau hob, führte sofort zur Erörterung dieses ,Konfliktes, der durch die letzten Publikationen be- .sonders verschärft worden war. Auch de Lierne knüpfte an das amerikanische Statement und die Entgegnung der Leitung an. I)i.> Debatte ergab, daß eine scharfe Trennung zu machen ist zwischen der sachlichen Kritik der Amerikaner bzw. Simons und zwischen ihrer Auffassung des nationalen Problems. Die sachlichen Äußerungen Simons sind von seinen Gegnern Gelfach aufgenommen worden; der Treasurer der neuen Exekutive beantragte gleichfalls Herabsetzung des Schulbudgets auf 50000 Pfund, Ruppin und besonders auch manche Vertreter der Arbeiterschaft näherten sich unabhängig von Simon den von ihm vertretenen Anschauungen. Man hatte oft den Eindruck, daß z.B. ein Mann wie Ruppin mit keinem zweiten Kongreßmitglicd so gut in Palästina Zusammenarbeiten wurde wsc mit Simon, Eine ganz andere Sache ist 1

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