Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-09-20 · Heft 75 (20.9.1921) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 75 (20.9.1921)
Date
1921-09-20
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652384--14345-2672159
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

I-C&CT,!»י ■•?™*ז : *ü ץיייייייי^י ^.-■״-—! >־' 1 י*"׳«" 1 / V/ Rt«i1״V\iaa «nd VerUg W 15. Sich.iiA• Straße 5. E1»che>at ld«« DienjUg und PrciUp« Besug*pr«ia bei der Expcditiott und den Postämter» vierteljährlich 15.— M. io Deutschland. Au»!and«abotmeneoU werden ln der Währung de# einselnco Linder berechnet, Nummer 75 | Berlin, 20. IX. 1921 Amelgen-Verwaltung; Jüdische Rand schau G. m. b.FL, Berlin W15, Sädisiiche Str. 8 Telephon: Amt Uhiaod 845 und 846. Attsalf •nprelt für die •iebeogespsUeise NonpereUUseile 3,— ML, Femtlieaenxeigea 4 M. pro 2UII«. Aaielgenec 1>lullt Dieaitaf and Freitag aacboitteg 4 Uhr, Teltp&oni Uhlttod 845 u*$46״. Postscheckkonto! Berlin Nr. 17392. Für,_ Orelerreldh.;, PoirtspeHksssecimt Wien, Konto Nr. 156 030. Fur\T*d׳e*b^lowek*u: Posiipsrkassensmt Prsg, Konto Nr. 156030, — ■KedektioeSjudduS &g>not*f und Mittwoch BhcbmitUg. — יףא«%תרס״א ' \ xxvi. Jahrg; Der Zionismus erstrebt fOr «las indische VolH die Schattung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.1 Der XII. Zionistenkongreß hat beschlossen, folgenden Aufruf zu erlassen: Q OO An das Jtidlscke ^©!Ik In der Verbannung! Vor vierundzwanzig Jahren hat der erste Basler Kongreß die Fahne der Wiedergeburt und Erlösung entfaltet. Er hat vor der ganzen Welt verkündet, daß das jüdische Volk lebt, daß es seine Kräfte sammelt, um sein Vaterland wieder zu begründen, um sein nationales Heim in Erez ־ Israel wieder aufzubauen, um seine Zerstreuten zu sammeln, um seinen Geist aus der Verbannung zu befreien. Unter dem Ruf des ersten Basler Kongresses,* der in alle Länder der Zerstreuung drang, erzitterte das Volk. Es scharte sich um die Fahne des neuen Lebens. Es ging an das schwere Werk der Befreiung und des Aufbaues. Unbeirrt von Unglück und Leid, unbeirrt von allen Störungen und Hemmnissen hat dieses Werk keinen Augenblick geruht. Die Kräfte des Volkes wurden geweckt und sammelten sich. Der jüdische Besitz in Erez-Israel wurde vergrössert und verstärkt. Es entstand in Erez- Israel jüdisches Leben und hebräische Kultur, die Keime des künftigen freien Lebens. Als der Weltkrieg kam, stand unsere Schar fertig und gerüstet da für das Werk der Wiederbelebung. Wir waren bereit, in der großen Zeit der Zerstörung und des Aufbaus die Hoffnungen des Volkes zu erfüllen. Aus der Niederung von Schmerz und Qual kam die brennende Sehnsucht nach Freiheit und Erlösung, die Sehnsucht, mit den anderen unterdrückten Völkern zur Freiheit und Erlösung zu gelangen. Unsere Anstrengungen in der ganzen Welt, insbesondere in England, Frankreich, Italien und in Amerika haben Frucht getragen. Völker und Staaten anerkannten unser Anrecht auf den Aufbau unseres nationalen Heims. Es öffnete sich der Weg, um unser Land mit der Arbeit unserer Hände, mit unserem Gut und unserem Blut wieder zu erwerben. Der Weg zum neuen Leben war frei. Es fehlte nur die Anstrengung, welche dem erhabenen Ziel entsprach. Sie ist noch nicht gekommen. Wohl haben sich die Reihen unserer Freunde verstärkt, wohl haben sich starke Kräfte aus allen Schichten unseres Volkes, aus allen Landen der Zerstreuung gesammelt; wohl haben sich unsere Mittel vermehrt. Aber all dies kann das Wunder der Wiedergeburt des jüdischen Volkes, das Wunder der Rückkehr nach Zion, noch nicht schaffen. Wir wissen: Leiden und Pein, einzig in der Geschichte unseres Martyriums, haben uns gehindert, die Größe der Stunde wahrzunehmen, uns und die jüdischen Massen in der Zerstreuung, die stets Stütze und Stab unseres zionistischen Strebens waren, die stets die Quelle schöpferischer Kraft für unser neues nationales Leben waren. Aber uns drängt die große Stunde, in welcher unsere Welt in Erez- Israel zu Leben und Licht erwacht. Wir können nicht warten. Schon ist durch die Schwäche unseres Bemühens unser Werk in Erez-Israel gefährdet. Israels Blut ist in Israels Land geflossen, das Blut unserer Kinder, die ihr Herz geweiht haben auf dem Altar des heiligen Landes für die Freiheit des Volkes. Aus der Schwäche unseres schöpferischen Strebens ist politische Schwäche entstanden. Ein Schatten fällt auf unsere historischen Rechte, die uns im Krieg und im Friedensschluß bestätigt wurden. Volk Israel! Die Stunde der ernsten, schweren Prüfung ist gekommen. Unser Volk muß seine schaffenden und bauenden Kräfte zusammenraffen, es muß ungeheure Mittel aufbringen, damit wir unsere Arbeit und unseren Willen über das Land ergießen und seine Bewohner in diesem Strom mitreißen können! 1 ® 1 CaflSCliHSS I Diese Stunde darfst du nicht versäumen! Leben und Vermögen, Werk und Wirken mußt du opfern! Man darf nicht sagen, daß wir die Größe des Augenblicks nicht erkannten, daß wir uns gegen die Seele unseres Volkes vergingen! Schließt euch zusammen in der Arbeit an dem großen Wunder, welches seinesgleichen in der Geschichte der Menschheit nicht findet! Bauet Zion! Bringet Erlösung unserem Volk und unserem Lande!

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.