Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-09-13 · Heft 73 (13.9.1921) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 73 (13.9.1921)
Date
1921-09-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652382--14322-2672134
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

'fec ß־r!ins f כשי aSe!22 l»r 2l־»|,||lu She Bcr||n1 ישר י >6 28t ' *u'Crri!h|(| ®)'Platz ttllgj uns fes k? 22,■ :chland: tr.43 ß «g: *er lg ri IU Mit :|!»litt- ■1 ׳.25.♦ ft* ״ס•# J^'l-Illim l^| V י //\\ .// . «.».»431 S,«Wtioa and V״l.B W15, Säch.Uche Str*flo 8. E״«h«i»t H« Diirt»Ui? un4 Ffcttftff. bol 4tr Expodilton und den Pwtimuril vioftcljibrlidi I M. hi DouUcW.od. AinlM1dMb®1m•. ■סל»» wetden!ים de» WSlvru״s dar cmtclaca Uadtr btnKl1n.1t■ Nummer 73 I B»lln, 13. iX. 182) Anzeigen-Verwaltung: Jüdische Rundschau0.m.b.H.f Berlin W15, Sächsische Str. 8 Telephon'. Amt Ubland 845 und 846. Antoigonprel■ für dt« ■I«bfln2r»p*lt«n• Nonp*rtvlU*«IU 3,— U* r»miH«n1»n1oi״t0 4 M. pro Zcil«. Aaitlgon ■chlnOt Dicnttig und PreiUg nachmittag 4 Uhr. Telephon: Uhlsod 845 u. 846, PoitKrhrckkouto: Berlin Nr. 17 392. Für Oe*tcrmdh. Postsparkssaenamt Wien, Konto Nr. 156 0J0. Ffir Tschechoslowakei: Boataparksaacnamt Prag! Konto Nr. 156030. — Re<iakti00Mchluß SoQntay und Mittwoch DttcbcoiUrg. — חרס״א אלול׳ ו׳ XXV1 Jahrg. Dar Zionismus erstrebt (Or das Jfldtsehe V01K die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm. J. @ Begrüßung der englischen Regierung In der Donnerstag-Abendsitzung verlas Herr Sokolow, Präsident des Kongresses, folgendes 1 Telegramm: I Dr. Welzmann, ״Villa Fasolt“, Carlsbad. [ Plcase convey to Congress the cordial good wishes of Hls Majestys Government, who are confident that success will crown your efforts to reestablish Palestlne as a flourisbing and prosperous country where Jew and Arab allke shall comblne to secure the common good. Churchill. (Uebermltteln Sie bitte dem Kongreß die herzlichsten Wünsche von Seiner Majestät Regierung, die zuversichtlich glaubt, daß Ihre Bemühungen, Palästina als ein blühendes und glückliches Land wieder aufzubauen, wo Juden und Araber ln gleicher Welse an der Sicherung des gemeinsamen Gedeihens Zusammenarbeiten, von Erfolg gekrönt sein w'erden.) Churchill. Letzte Kongrefjnachrichten Telegramm unseres nach Karlsbad entsandten Be ri c h t e r s ta 11 e rs. Die Vorschläge der Orgaofsations- Kommission Karlsbad. 11 September Heute, Soun tag» tdr!, findet nach längerer Zeit wieder die erste P'enaxsitzung n ich der Vcriiandkngspause statt, die den großen Kommissionen zur Durchführung ihrer Arbeiten cingcräumt worden war. Soeben wurde der Bericht der Organisatians-Kommission entgegengenornmen, Berichterstatt«• waren Lichtheim und der Obmann der Kommission L>r. Emil M argul i cs. Die Sitzung ist noch im Gange. Die Vorschläge der Kommission gehen auf ein Aktionskomitee, das aus 25 persönlich gewählten Mitgliedern bestehen, aber außerdem noch einen Zentralrat umschließen soll, der die Vertreter der Landes- und Sonderverbände umfaßt. Leitender Gedanke ist, das Aktionskamitee zu einer richtigen Kontroltbehördc auszubauen im Sinne der Wiener Beschlüsse der mitteleuropäisclien Lande *Organisationen. L i c h t h e i m vertrat in seinem Referat ungef.Uir die gleichen Anschauungen wie auf dem deutschen Dek-, gierte» tage. Die Leitung, entwickelte er, habe gleichzeitig die Funktionen eines Pa r t e i vor s t and c s und die eines Ministeriums eines gewisserma 11 en werdenden Staates zu erfüllen. Daher die Schwierigkeit, die richtige Formel für unsere Exekutive zu finden. Wir müßten uns damit abfinden, daß sie heute :»och einen großen Teil der Propagandaarbeit Leisten muß, die es unmöglich macht, die Exekutive einfach mit Fachmännern zu besetzen. Was lieft Sitz der Leitung betrifft, so wendet sich der Referent gegen den amerikanischen Vorschlag derVerlegung nach Palästina, da der heutige Zustand dafür noch nicht reif sei. Endlich betont er die Notwendigkeit Oesterreich und die palästinensischen Pisse Landtagsabgeordneter Stricker intervenierte beim Bundeskanzler Schober wegen der Nichtanerkennung* der palästinensischen Laissez-passer durdi die osterrt'ichische Regierung und erhob Vorstellungen gegen! die ScWeditcrsteilung der palästinensischen Staatsbürger gegenüber den Bürgern irgendeines anderen Staates. Nach Prüfung der Frage verständigte der Bundeskanzler den Abg. Stricker, daß die palästinensischen Pässe seitens der österreichischen Organe künftighin anerkannt und die palästinensischen Staatsbürger in gleicher Weise behandelt werden würden, wie die Bürger aller anderen Staaten. Nach weiteren Nadirichten sind in dieser Frage infolge lntervcrrtaon des antisemitischen Innenministers Waber neue Schwierigkeiten entstanden, da dieser bcfürchtet, die palästinensischen Juden könnten auf Grund dieser Visa versuchen, dauernden Aufenthalt in Oester• reich zu nehmen, um so mehr, als nach seinen Informatisonen, eine große jüdische Auswanderung aus Palästina eingesetzt habe. Infolgedessen wurde die der Schaffung eines starken Fi na 11 zicrungs-Appar a t e s bei der Exekutive. De Organisations-Kommission hat sich den Antrag Ru pp ins zu eigen gemacht, demzufolge die Palästina-Exekutive aus geteilten Ressorts bestehen muß, wogegen Ussischkin 'Einwendungen erhoben lat. Im Zusanunenhang damit ist man der Meinung, daß U s s i s c h - kin in seine Stellung in ihrer bisherigen Form nicht zu r ü c k k eh r c n wird. Sämtliche Kommissionen arbeiten fieberhaft Tag :0x1 Nacht. Sie haben alte ein ungeheures Material zu bewütigen, und es ist nicht anzunehmen, daß sie im Laufe des morgigen Tages mit ihren Arbeiten fertig werden. Mit der Frage der Kandidaten für die Leitung beschäftigt sich der Pe rmane n /. a u s schuß. Es ist unmöglich, darüber jetzt schon ein Urteil zu Lilien. De Situation verändert sich jeden Augenblick. Ke widersprechendsten Kombinationen dringen in die Couloirs. Eine Zeitlang wurde der Gedanke eines Konzcntrat io ns-Kabine tts von etwa 10 bis 15 Mitgliedern propagiert, der die Vertreter der Rechten und der Linken umfassen sollte. Dieser Gedanke scheint aber nicht aufrecht erhalten zu werden, Jedoch ist es wahrscheinlich, daß die Föderationen bei der Besetzung 'der Palästina- Ressorts berücksichtigt vverden werden. De Kandidatur Georg Halperns ist wieder in den Hintergrund getreten, wofür Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Finanzkominission, deren Ressort Holpern übernehmen sollte, Ursache zu sein scheinen. Von den Amerikanern wird Judge Roscnblatt in Aussicht genoturnen, wahrscheinlich allerdings für die Palästina- Exekutive. Auch die Kandidatur Soloweitschik bestellt. Es wird außerdem eine Reihe anderer Namen genannt, jedoch läßt sich noch gar nichts darüber sagen, öb diese Aussicht Iraben. Altes in allem macht der Kongreß heute noch■ einen ziemlich unfertigen Eindruck. Im Laufe des morgige» Montags dürften in den Sitzungen der Kommissionen die wichtigsten Fragen zur Entscheidung gelangen. prinzipielle endgültige Entscheidung wiederum verzögert, jedoch erteilen die österreichischen Konsuln auf Orund der Instruktion des Bundeskanzlers provisorisd» österreidusche Visa auf die palästinensischen Laissez-passer. Jüdische Delegation nach Genf Karlsbad, 3. September. (J €.. B.) Die hier unter Vorsitz Nalvum Sokolow9 abgehaltenc Konferenz der jüdischen Natkmalräte hat beschlossen, eine aus den Herren Leo Motzkin, A. AJejnikow und N. Sokolow bestellende Delegation zur Tagung des Völkerbundes nadt Genf zu entsenden. Ihre Anwescivbcit in Genf während der Tagung des Völkerbundes wird aus diesem Grunde als dringend notwendig betraditet,' damit sie auf eine günstige Lösung einiger wichtigen! jüdischen Probleme einwirken können, die bei der bevorstehenr den Tagung vom Völkerbünde behandelt werden sollen. Die genannten Herren werden daher gezwungen sein, den Kongreß zu verlassen, tan sich nach Qenf begeben zu können. Achte Sitzung Montag, 5. September, nachm. Es sprechen David FI o r e n t i n (Griechenland), Allen (Misrachi, Amerika), G r ii n b a u in (Polen), Rabbinowicz (Zeire-Zion, Amerika), Morris Myer (England), Ehrenreich (Poale-Zion, Amerika), Färbstein (Misrachi), Raffalowitsch (England). Hierauf bringt Dr. Soloweitschik den Antrag auf Bildung der Kommissionen vor Neunte Sitzung Montag, 5. September, nachts. Viczepräsidcnt Motzkin eröffnet um 9'•.. Uhr abends. Simon: Als das Präsidium mir seinen Beschluß mitgeteilt hat, daß die Reihenfolge der heutigen Redner sein solle: Simon, de Lieme, Zlatopolski, Ussischkin, Sokolow und Weizmann, d. h. zuerst die beiden Mitglieder der Exekutive, die während der Zeit von der Jahreskonferenz bis jetzt resigniert haben, dann Zlatopolski und hierauf die gegenwärtigen Mitglieder der Exekutive, habe ich erklärt, daß das A-C. anerkannte, daß es nicht nur unser Recht, sondern auch unsere Pflicht sei, vor dem Kongrcssc unsere Amtzcit zu vertreten. Daß wir (de Lieme und ich) daher dieselben Rechte wie die derzeitige Exekutive haben, mit Ausnahme dessen, daß ihnen das Schlußwort gebührt. Ich habe dem Präsidium erklärt, daß ich gegen die Einschiebung des Herrn Zlatopolski protestieren müsse, da ich sie für eine Verletzung der obigen Grundsätze halte. Es ist kein Grund ein/uschen, warum man Herrn Zlatopolski eine besondere Stellung einräumt. De Lieme und ich haben vor dem Kongreß unseren Standpunkt dargelegt, nach uns haben die anderen Herren gesprochen. Um auf alle diese Ausführungen einzugehen, ohne oberflächlich zu sein, würüe die Zeit, die uns gewährt wurde, nicht hinreichen. Wir haben deshalb beschlossen, soweit sich aus unserem Standpunkte Folgerungen ergeben, bei der weiteren Debatte zu den einzelnen Fragen Stellung zu nehmen und auf unser Recht des Schlußwortes zu verzichten. Hillcl Zlatopolsky: Bei uns spielt sich jetzt nicht ein persönlicher Kampf ab, sondern ein Ideenkanpf. Simon sagt, mir hätte es sich darum gehandelt, in die Exekutive zu kommen. Für meine Person gilt dies nicht Ich verstehe keine Politik; ich wollte dort praktische Arbeit leisten. Nicht ich und nicht Naiditsch sind in die Exekutive gegangen und wollten es auch nicht Ich war von Rußland gcilüchtet, um nach Palästina zu gehen, und man hat mir dann wiederholt telegraphiert, ich solle nach London kommen, um die Tarbutarbeit zu leisten und an den Bankplänen mitzuarbeiten. Ich bin gekommen und habe die Arbeit gemacht. Ich wollte ernsthaft mitarbciteiu Ich sah, daß Simon und de Licrnc Pläne machten, aber nicht fähig waren, sie zu verwirklichen. Später war die A.-C.-Sitzung. Simon legte unseren gemeinsam ausgearbeiteten Plan vor, man sprach über die Mittel des Aufbaues, man schlug dann die Summe von 25 Millionen Pfd. StcrI. vor. Damals stand Naiditsch auf und legte einen Plan der Besteuerung des Volkes vor. Man übergab die Ausarbeitung dieser Sache Naiditsch. Simon fuhr dann nach Amerika. Ich schlug das Wort Maasser vor, denn ich hatte verstanden, daß das Wort eine moralische Kraft bedeute. Ich verstand, daß man ein Wort haben müsse, das in das Herz des Volkes eindringt und es aufweckt. Das konnte nur die Maasser-Losung sein. So haben wir im vollen Glauben und Ergebenheit gearbeitet und gedacht, daß inan uns helfen wolle. Wir sind im Juli 1920 nach London gekommen, und Herr Simon wurde zum Vorsitzenden des Finanzressorts gewählt. Simon sagte, er wünsche, daß auch die Banken vom Keren Hajessod geschaffen würden. Er war die ganze Zeit über mit allem einverstanden. De Lieme hat später auch 120 Prozent vom Keren Hajessod für den Nationalfonds verlangt, und so war es; alles war gut. Wir kamen zu Brandeis, und dieser war auch einverstanden. Er sagte, er sei kein Redner, aber er würde uns Frankfurtcr geben, damit er mithelfe, und die Sache würde gehen. Unter dem Vorsitz von Brandeis wurde der Keren Hajessod geschaffen. Auf der Konferenz wurde eine Kommission gewählt, die ein System für die Banken ausarbeitete, ln der ersten Sitzung des A-C setzte man auf Vorschlag Simons ein Fachmännerkomitee für diese Arbeit ein. Nun kamen wir zur Ausführung der Beschlüsse. Man mußte zunächst das Statut fertigmache» Wir haben auf dem Maasser-Prinzip beharrt. Mit einer kleinen Kommission von Juristen haben wir das Statut fertig* gestellt. Als dies fertig war, hat Herr Simon als Direktoren die Herren Naiditsch, Feiwel und Zlatopolsky vorgeschlagen. Wir haben diese Verantwortung auf uns genommen, aber gleich darauf hatte ich Bedenken gegen die Auffassung des Herrn Simon. Herr Simon meinte es würde noch lange dauern, bis das Statut ausgearbeitet werden könnte. Ich habe verstanden, daß nicht ich, sondern vielleicht meine Enkel das Statut sehen würden und habe verlangt, es schneller zustande zu bringen! Die Arbeit wunde sehr schwierig. Zur selben Zeit saß in London in einem kleinen Hotel, fern von der Arbeit Herr Brandeis mit Herrn Flexner, und diese haben an dem Projekt einer Agrarbank gearbeitet Ich fragte Herrn

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.