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Jüdische Rundschau · 1921-08-19 · Heft 66 (19.8.1921) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 66 (19.8.1921)
Date
1921-08-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
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bei 1(1 1aclie «<־ro Ui 011 der! Tan׳■ ndet den tatt. J / P Rciiuktiou und Verlii״ W 15, SnehniicJio Straße 8. Kr!whdnt }©dro Ditnftlng umt Freho^. Be/uggntela bei der Expedition und d•« Postämtern vuirUljäliriids 15,— M. ln DcmtschUnd• A<«»,*<*nd«flbo»1M> rot ot» werden in der Währung der oituclncn Laudcf ber«cho«t. ■ 1——■»׳■■ווו—w■ ■■ 11>n■ w* יו וי 11 — וווו וי f mnr Nummer 66 i Betlln, 19. VU1 1921 -Ö» -'s. > r׳*’aenn<x;i.• *m׳\wun.-h'**«»v#vi«.'*».*•*י•»•**י Any. eigen-Vcvwaltung•■ jüdische Rundschau G.m.b.H., Berlin W15, Sächsische Str. 8 Ttlepbon: Amt UhJand 815 und fK6. An10ljj׳«nprcU (ür dio rpbetjj.'eHmUBtie NonpweinrowU« 3t— ML, Fam’lien«nr־״i׳,r 1» 4 M. pro Zeil« A n *ei g«en chlu ti t Dien»{»* und Freitag nnchmUfßf 4 Ubr. Telephon: Uhlend BIS u.846. Poslsrht-cklconto: PcrJiö Nr. 17392. Für Oesterreich. Poat*p*rkn!m'namt \Xn<*n, Konto Nr. 156 030. Für Tichrciioslowaltfi: Po*t*pnrk&»n*uamt Prsjf, Konto Nr. 156 030. — ReduktiotuschluS •Sonniuj{־ und Mittwoch tmchraittng■« —* אב׳ חייתי׳ y• r AAV» Jahrg. Der Zionismus erstrebt iQr das jüdische Volk die Schaffung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte ln Palästina, ״Baseler Programm.“ : in tten!ha,' «m Es en: l'ts ren las die an >ch iie :m tes si-!e-;ren H.! ■1\ ad tK■ u־- -b 58 L ׳ .ft I ■■| Tua llniiry tiorsial rsilny, <B, »t t« and * im 3f t&e iciing itt.nd Itaon.! tb« I 8tb tc.t Tagesordnung des XII. 2ü0Enisienkongresses! Karlsbad, den I. bis 11, September 1921; Das Bulletin der Zionistischen Exekutive in London veröffentlicht nachstehende Tagesordnung■ des Zionistenkongresses: Erster Tag: Donnerstag, den 1. September, 10 Uhr vorm. — 1. Sitzung. 1. Eröffnungsrede des Präsidenten der Organisation I)r. C h a i m Weizmann und des Vor• sitzenden der Exekutive Na hum So ko low. 2. Begrüßungen. Nachm. 3 Uhr — 2. Sitzung. 3. Wahl des Präsidiums. 4. Bericht des Legitmunionsausschusses. 5. Einleitung der Generaldebatte, b. Generaldebatte. Zweiter Tag: Freitag, den 2. September, 10 Uhr vorm. — 3. Sitzung. 7. Wahl der Kommissionen. 8. Fortsetzung der Generaldebatte. 2 Uhr nachm. — 4. Sitzung. 9. Fortsetzung und Abschluß der Generaldebatte. Dritter Tag: Sonntag, den 4. September, 10 Uhr vorm. — 5. Sitzung. 10. Palästina-Referat: I. Oekonomisehe Aufgaben, Referent Dr. A r t!1 u r Ru p p i n. 11. Palästina-Referat: II. Immigration, Referent Dr. M. D. Eder. 12. Palästina-Debatte. * Vierter Tag: Montag, den 5. September, nachm. 3 Uhr — 6. Sitzung. 13. Palästina-Referat: 111. Jüdischer NationaUonds, Referent Prof. Otto Warburg. 14. Palästina-Referat: IV. Erziehung, Referent Dr. M. Lurie. 15. Palästina-Debatte Fünfter Tag: Dienstag, den 6. September, nachm. 3 Uhr -- 7. Sitzung. 16. Fortsetzung und Abschluß der Palästina-Debatte. Sechster Tag: Mittwoch, den 7. September, nachm. 3 Uhr - 8. Sitzung. 17. Finanzen und Finanz-Institute der Zionistischen Organisation, Referent Joseph Co wen IS, Bericht der Revisoren. 19. Finanz-Debatte. 20, Bericht der Finanz-Kommission und Abstimmung der Resolutionen. Die Herren Dr. H a n t k e, Felix Rosenblüth, Professor Loeve un,d Kurt Blumenfeld, die als Mitglieder des Großen Actions- Gomitds nach dem Organisationsstatut zugleich Mitglieder des Kongresses sind, haben auf ihre Mandate verzichtet. An ihre Stelle sind die entsprechenden Ersatzdelegierten getreten. Hiernach sind Delegierte der Z. V.f. D.: Dr. Egon Rosenberg, Julius Berger, Br. Martin B u b c r, Rechtsanwalt Grone nt a n n, Beorg Landauer, Schocken, Schachtel, Br. Kalmus, Dr. Siegfried Moses, Dr. Kollv nsc he r. Ein der Z. V. f. D. etwa zustehendes 11. Mandat würde auf Herrn Dr. Walter Moses entfallen. Das Ergebnis der Kongreßwahlen in Ober- Schlesien ist hier noch nicht bekannt. Die Adresse der ״Zionistischen Vereinigung für Dcutschland“und der Redaktion der ,.Jüdischen Rundschau“ lautet vom 28. August bis zum 10. September! Karlsbad, Schützenhaus. Dorthin wolle man eilige Sendungen richten. Alle laufenden Geschäfte finden unter der gewohnten Berliner Adresse ihre Erledigung. 21. Bericht der Palästina-Kommission und Abstimj mutig der Resolutionen.! Siebenter Tag: Donnerstag, den 8. September, J nachm. 3 Uhr — 9. Sitzung. j 22. Organisationsreferat: Referenten Richard! Lichtheim und Louis Lipsky. 23. Organisations-Debatte. Achter Tag: Freitag, den 9. September, 10 Uhr vorm, bis 5 Uhr nachm. — 10. Sitzung. 24. Keren Hajessod: Referenten Dr. Feiwcl und A. J. Naiditsch. 25. Debatte über Keren Hajessod. 26. Bericht der Keren Hajessod-Kommission und Abstimmung der Resolutionen. Neunter Tag: Sonntag, den 11. September, 10 Uhr vorm. — 11. Sitzung. 27. Bericht der Politischen Kommission und Ab- Stimmung der Resolutionen. 28. Bericht der Organisations-Kommission und Ab- Stimmung der Resolutionen, Nachnt. 3 Uhr — 12. Sitzung. 29. Bericht der Permanenz-Ausschusses. 30. Wahl der Exekutive, des Actions-Comites, des Kongreßgerichtes, Ehrengerichtes, Kongreß- Anwaltes und der Revisoren. 31. Schluß des Kongresses. Veranstaltungen: Vorläufig sind laut Mitteilung des Karlsbader Büros folgende Veranstaltungen anläßlich des Kongresses geplant: Donnerstag, 1. September: Blumentag, abends Veranstaltung des Jüdischen Nationalfonds. (Kurhaus-Saal.) Sonnabend, 3. September: Vormittags 10 Uhr Festgottesdienst (Synagoge); abends 8y» Uhr M׳׳״ tiug (Etabl. Weber). Sonntag, 4. September: Nachmittags 2 Uhr Turnfest (Etabl. Jägerhaus), abends 8 Ulir K011zert des Wakoah-Ordicsters aus Wien (Kurfiat»■ Sani). Montag, 5. September: Abends 8>/״ Uhr Vortrag von Dr. Martin Bub er über ״Nationalismus“• (Kurhaus-Saal). Donnerstag, 8. September: Nachmittags 3 Uhr Sportfest (Sportplatz des Jüdischen Sportvereins), abends 8>/״> Uhr hebräisches Meeting (Kurhaus-Saal). Sonnabend, 10. September: Abends 81/״ Uhr Meeting (Etabl. Weber). Diese Liste der Veranstaltungen ist noch nicht voltständig und wird in späteren Mitteilungen ergänzt werden. Nähere Angaben bezüglich der Preise der c-in־/einen Veranstaltungen usw.• werden ebenfalls später erfolgen. London, 17. August (J. C. B. telegraphisch) Gemäß einem soeben aus Jerusalem angdar.gteil Telegramm hat Herbert Samuel 31 christliche und moiianiedanische Notabein zu einer Beratung cingcladen, um im Rahmen des neugcbildeten Vcrfassungsattsscluisses über die Vorbereitung, der in Aussicht gestellten Verfassung für Palästina zu beraten, Aus der Meldung geht hervor, daß sich die J u d c n ander! Beratungen nicht b e t c i 1 i - gen. Dieses Verhalten entspricht dem Beschlüsse des Waad Lcumi, welcher jede Mitarbeit im Vcrfassuttgsausschuß bis zur Ratifizierung des Mandates abzulehnen erklärte. Eine Keren*Hajes«od-Woche in Amerika New York, 14. August. (J.C,B.) Der Vcrwaltungsausschuß der Zionistischen Organisation in Amerika erließ einen feierlichen Aufruf an olle Zionisten der Vereinigten Staaten, bis Ende August überall eine spezielle Keren Hajessod-Woche zu organisicrcn, bei welcher die erste Million Dollar für den Keren Hajessod einkassiert werden soll, damit Dr. Weizmann diesen Betrag dem Kongreß in Karlsbad überlebe, Eine halbe Million wurde bereits in Lar erlegt, die zweite Hälfte muß unbedingt bis zum 1. September eingezahh werden. Hilfe für Rußland Von Moses Bcilinson, zurzeit Florenz. Wir send gewöhnt, Hilfe für Juden — von Juden und van anderen — anzurufen. Es sei einmal erlaubt, in jüdischer OcffentÜchkeit auch, um Hilfe für andere aufzurufen. Das russische Volk wurde von einem Unglück heimgesucht, angesicht dessen selbst das jüdische Martyrimn verblaßt — wenn man nur diesen Schicksalsselling, von allen anderen Umständen losgelöst, be* trachtet. Das Unglück ist 90 groß — Millionen von Menschen sind zum Hungertode verurteilt! — daß alle Betrachtungen über Schuld und Verantwortung für den Augenblick absolut unangebracht erscheinen müssen. Die Kulturwelt organisiert sich, um diesen dem Hunger und der Seuche geweihten Massen Hilfe zu bringen. Söll das jüdische Volk bei dieser Hilfeleistung fehlen? Wir haben selbst nichts, wir müssen selbst immer wieder Hilfe aairuien, und das, was wir bekommen, reicht bei weitem nicht, um unsere eigene Not zu lindern, geschweige denn zu beseitigen — das wird wahrscheinlich die erste Einwendung gegen diesen Aufruf sein. Es ist auch natürlich, daß vor allem derjenige geben muß, der viel und reichlich geben kann, und nicht umsonst wendet Rußland seine Augen nach Amerika. Damit ist aber nicht gesagt, daß derjenige, der nur wenig geben kann, fehlen muß. Es ist wirklieh Zeit, daß die Unglücklichen, die Verhungernden, die Unterdrückten sich abgewöhnen, nur an Reiche und Mächtige sich zu wenden und versuchen, sich auch an weniger Unglückliche (in diesem Moment) zu wenden. Damit das Monopol nicht mir der Macht, sondern auch des Rechtes, nicht nur des Krieges, sondern auch des Friedens, das jetzt sich in Händen der Reichen und der Mächtigen, befindet, gebrochen wird, muß sich ein neuer Völkerbund bilden, ein Bund der Unglücklichen und der Armen. Gebe Amerika die Milliarden, die nur es allein geben kann, es fehle aber nicht der Groschen der Armen, es fehle wenigstens nicht die Solidarität der Armen. Die Juden können wenig geben, fast nichts, aber dieses ״fast nichts4׳ (das nicht unbedingt Geld zu sein braucht, sondern auch technische und organisatorische Hilfe sein kann) muß gegeben werden und wird vielleicht auf der Wage der Geschichte mehr wiegen, als der amerikanische Goldhaufen, eben deshalb weil cs wirklich von dein( letzten gegeben wird. Wer so oft die Hüte der Kulturweit angcrufen hat, kann nicht diese Hilfe einem, der — nochmals: nur in diesem Momente -- den Beistand auch des schwächsten der Völker nötig hat, versagen. Und mir in dieser Weise, wenn die Leiden der Menschen ihren Widerhall bei denen, die am meisten gelitten haben und noch heute leiden, finden werden, wird der neue, der echte Völkerbund gebildet. Soll aber Rußland geholfen werden, demselben Ruß-!and, mit welchem so schwere Erinnerungen und so schwere Gegenwart für das jüdische Volk sich verbinden? Das russische Unglück ist so groß, daß wie jede Betrachtung seiner politischen Ursachen so auch jede Erinnerung an die Vergangenheit — in diesem Augenblick — unmenschlich erscheint. Gesetzt den Fall, daß in dem unterirdischen und offenen Kampfe, der zwischen russischem und jüdischem Volke geführt wurde und der schon Zehntausende von jüdischen Opfern vcrschlangen hat, alle Schuld wirklich nur auf Seite der Russen wäre — nicht heute und nicht in diesem Zusamtnenhange, wo dieses Volk den bittersten Kelch der einem Volke vom Schicksal je geboten wurde, bis auf den letzten Tropfen zu trinken verurteilt scheint, kann diese Frage aufgeworfen werden. Wenn man aber trotzdem auch heute die Frage der Hilfeleistung an das russische Volk von dem Standpunkte der Wechselbezk'luingcn der beiden Völker beurteilen will, so sollte man sich vielmehr sagen, daß in der letzten Zeit (und darin sind alle Beobachter einig) diese Beziehungen sich bedeutend verschlechtert haben; daß der alte Haß nicht mir unausgcrottet blieb, sondern neue, viel tiefere Wurzeln geschlagen hat; daß niemand heute weissagen kann, wie die Uebcrwlndimg des heutigen Regimes in Rußland sich gestalten wird und was das jüdische Volk dabei erwartet; daß die Juden mit den Russen sicher noch Jahrhunderte (um nicht sehr weit vorauszusehen) Zusammenleben müssen, und daß das Verhalten Rußlands den Juden gegenüber nicht nur für die russischen Juden, sondern für die Lage der Juden in ganz Osteuropa, wenn nicht in der ganzen Welt, bestimmend sein kann; daß dieser Millionen von Russen drohende Hungertod die beste Gelegenheit ist, .um die Brücke zu schlagen, um den Frieden — den wir so nötig haben, obwohl nicht wir den Krieg erklärt haben — zu fördern. Es naht vielleicht die schwerste Zeit für die russischen Juden, die tragischste Stunde, wo wir mit allen Reden, mit aller Rehabilitationsliteratur, mit aller Apologetik und auch mit größten Geldmitteln das nicht erreichen werden, was wir jetzt mit einer brüderlichen Aktion bewirken könnten — eine Versöhnung des russischen und des jüdischen Volkes. In Rußland erwartet man Die palästinensische Verfassung Die Delegierten der Z. V. f. D.

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