Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 52 (1.7.1921)
- Date
- 1921-07-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 374 Nr. 52 JUED1SCHE RUNDSCHAU Zum Kampf in den Toren Vor» Dr. Abraham S c 11 1 e si n g c r, B11d1.n1 .1. F. Seit Jahren lebe ich in pwtilms infidditim, weit;1b von den zionistischen Zentren, sogar fern von jeder Ortsgruppe. Sdion deshalb ist eine maßgebliche Benrteilung von Tagesfragen ausgest blossen: sie setzt zum miiidestcji eine alle Einzelheiten der zugrundeliegenden Tatsachen und Vorgänge erfassende Kenntnis voraus, die dem Fernstehenden versagt bleibt. Immerhin lallt sich jeweils ein gewisser allgemeiner Ueberblick gewinnen, der die Bildung einer Privatmeimm:.; gestattet. Mag sie auch unzulänglich sein, so wird sie bisweilen doch manches enthalten, das als Anregung dienen kann. Aus solcher Erwägim.״ will ich meine Gedanken zu der Frage äußern, die beute den deutschen Zionismus besonders bewegt. Binjan llaarez. Nationaler Einheitsblock, Demokratische Eraklion (Bodenbeimer!) - es wird mir nicht völlig klar, was eigentlich die ein- /einen Streitpunkte ausmacht. Ich fühle mir, daß ■ zwischen den Zeilen der verschiedenen Programme anscheinend mehr steht als in ihnen. Das eine ist mir jedoch völlig klar: cs handelt sich letzten Endes uni etwas ganz anderes als tun Fragen der ״Taktik“ im Verein mit persönlichen Unstimmigkeiten, wie man gelegentlich vorgibt. Meiner Meinung nach gellt es letzten Endes tim die von widerstreitenden Gefühlen begleitete Siehgcltcjulmacltung der noch halb uubcwußten inneren Notwendigkeit eines Umbans der Zionistischen \V c! t o r g a 11 i s a - t i o n überhaupt auf föderativer Grundläge. Auch im Kampf zwischen dem amerikanischen Zionismus und der Exekutive sehe ich ein Sympton der gleichen Tendenz. — Drei Momente erfordern den baldigen föderativen Umbau der Zionistischen Organisation. Die schon heginnende ״Errichtung eines nationalen Heims für das jüdische Volk in Palästina“ inacht eine bestimmte positive Stellungnahme nötig, einmal zur Frage des wirtschaftlichen Auibaus, sodann zu der des kulturellen Aufbaus und schließlich zur Propagandafragc. Zunächst also: welche Grundsätze sollen den wir!- schaf fliehen Aufbau Erez-Israels beherrschen? Die beiden sozialistischen Föderationen haben sich, jede in ihrer Weise, auf das rein sozialistische Prinzip festgelegt. Der Misrarhi anerkennt hier wie überall das überlieferte Gesetz als einzig autoritativ. Was gilt aber für die ״allgemeinen“ Zionisten? Ihre eben durch den Nichtanschluß an einen der betreffenden Sonderverbände bekundete negative Stcllungnalmic zu den rein sozialistischen Theorien charnkterisiert die ״Allgemeinen“ im großen ganzen als ״Bürgerliche“. Sie halten sielt in der F'ragc des wirtschaftiidicn Aufbaus Erez-Israels lediglich an die für die gesamte Zionistische Organisation gültigen Besümmutigen des Jüdischen Nationalfonds, wonach aus dessen Mitteln in Palästina Boden im Ge in e i 11 c i g e n t u ni «es jüdischen Volkes als dessen ewiger Besitz, erworben werden muß. an einzelne also nur verpachtet werden darf. Im übrigen bleibt der Privatinitiative auf allen Gebieten des Wirtschaftslebens freier Spielraum, soweit es das nationale Gesamtinteresse irgend zuläßt. Man kann die ״allgemeinen“ Zionisten ungefähr als ״sozialfortschrittlich“ (Ruppin) bezeichnen. Welche Grundsätze sollen weiterhin für den k u 1 - tu rollen Auf- und Ausbau Erez-Israels leitend sein? Der Misrachi vertritt den strengen, dogmatischen Traditionalismus; die sozialistischen Föderationen ver* werfen, jede in ihrer Art. mehr oder weniger allen Traditionalismus, Was gilt aber für die ״allgemeinen“ Zionisten? Gegenüber dem liier besonders interessierten Misrachi sind sic als Nichtorthodoxe charakterisiert. Wiederum halten sie sich nur an die betreffenden allgemeinzionistisch verpflichtenden und auch an sidt sehr allgemeinen Kongreßbeschlüsse•, der Zionismus unternimmt nichts, was dem Religiousgcsctz widerspricht; die kulturelle Hebung des jüdischen Volkes gehört zu den wesentlichsten Elementen des zionistischen Programms; die hebräische Sprache und Literatur ist zu fördern; die Kulturarbeit in der Diaspora ist eine autonome Angclcgcnhcit der Landesorga:!Nationen und Föderationen; usw. Endlich fragt es sich, in welchem Sinne die /ionistisclic Propaganda nunmehr betätigt werden soll. Bei der ungeheuren Schwierigkeit des Aufbauwerkes ist die Mitarbeit der ganzen Judcnheit notwendig. Andererscits erscheint heute der nationale Charakter der werdenden jüdischen Siedlung in Palästina soweit gesichert, daß eine Verwischung dieses Charakters durch die Beteiligung bisheriger ״Assimilanten“ kaum mehr zu befürchten steht. Soll also nicht jedem Juden, der aus irgend einem Grunde den Aufbau Erez-Israels fördern will, der Anschluß an die Zionistische Organisation empfohlen werden? Die bestehenden Föderationen müssen für sä c 11 die Frage verneinen, da der Ansclihiß an sie außer jenem Aufbauwillen noch jeweils eme bestimmte sozialistische oder religiöse Gesinnung voraussetzt. Was sollen aber die ״allgemeinen“ Zionisten sagen? Die Antwort scheint mir aus den bisherigen Erorterungen ohne weiteres ableitbar. Die ״allgemeinen“ anerkennen, ,wie vir sahen, unter Verwerfung jeder bestimmten Sondertheorie und jedes bestimmten Kls..ci"cr <*>״diüo ine qua non des Zionismus, lediglich die durch KongreßbcSchluß aufgc- Gmääta?, Tp fmmeia *»*«tisch verpflichtenden Ü ffrdcm8״?c״. Daraus Läßt sich zunächst w2׳t ßCn WKf״5״er .der Zionismus überhaupt erlebt wild. Den ״allgemeinen“ Zionisten bedeutet er das R ein- Zionistische, dasjenige, was nach Abzug siimt- ן lieber sozialer, wirtschaftlicher, religiöser, geschichtsphilosophischer und sonstiger Sondcrlhcorien und Sonder- I anschaiHmgen alle Zionisten noch bindet — d. i. letztlieh der Willen zur Schaffung eines nationalen Heims oiler Zentrums für das jüdische Volk in Palästina. Zionismus bedeutet die ״nationalpolitischc“ jüdische Beweginig, die alljüdische Volksbewegung zur Erreichung des soeben genannten Zieles. Und daraus folgt nun für unsere F'ragc: wer dieses Ziel als berechtigt anerkennt, wer es irgendwie fördern will, darf und soll offiziell Zionist werden. Der sozialistisch Gesinnte mag sich einer der beiden sozialistischen Föderationen anschließen, der Orthodoxe dem Misrachi, der ״einfache“ Jude — dem ״allgemeinen“ Zionismus, Wir woher ihn als demokratischen oder Volks Zionismus bezeichnen. Stellen wir die liier geltenden obersten Leitgedanken kurz zusammen, so ergibt sich etwa: 1. Der Zionismus wird betrachtet als die alljüdischc Volksbewegung zur Errichtung eines nationalen Heims für das jüdische Volk in Palästina. H, Für den Wirtschaftliehen Aufbau Erez-Israels sind die durch Kongreßbeschluß allgemein verbindlich gewordenen Bcstimmungen des Jüdischen Natiomilfonds grundlegend, fiir den kulturellen Aufbau die bezüglichen Kongreßreso- 111tiom.11, Eine allgemeine Festlegung auf irgendwelche darüber hinaiisgehcmle Solidertheorien wird abgelehut. 111. Jeder Jude, der mit dem unter 1. genannten allgcmeinen Ziel des Zionismus einverstanden ist, kann und soll der Zionistischen Organisation angeboren. Dem demokratischen Zionismus liegt eine ״nationalpolitische“ Einstellung zugrunde, so daß die innen- und außeiqiolitischen, die wirtschaftlichen, sozialen und propagaudistischeu Interessen vorherrschen. Die kulturellen einschließlich der religiösen Interessen spielen dann notwendig eine untergeordnete Rolle. Das wird bei der Stellungnahme zur Kulturlragc deutlich. Sie ist teils negativ, teils so allgemein, daß sie in keiner Weise zureicht. Mau kann eben schwer zweien Herren dienen. Die Kulturaufgabcn lassen sich nicht so nebenbei miterledigen. Dazu bedarf es vielmehr einer vorherrschend kulturellen, ״kulturpolitischen“ Gesamteiiistellung und luteressenrichtmig. Eine solche kulturell orientierte Gruppe haben wir bereits im Misrachi. Aber cs gibt vermutlich genug ״allgemeine“ Zionisten, die ebenfalls ohne Misrachisten sein zu können in erster Linie kulturell interessiert sind, derart jedoch, daß sie gegenüber dem dogmatischen Traditionalismus des Misrachi und der Traditionsfeind־ lichkcit der sozialistischen Gruppen einen kritischhistorischen, c v« U! t ויו ni s t i s c he!1 Standpunkt vertreten. Hiernach gilt etwa die Verwirklichung des messiattischen Ideals der Propheten oder überhaupt der prophetischen im Messianismus kulminierenden Lehre als das absolute Entwicklimgsz.iel der jüdischen Geschichte, während für die Praxis die Forderung vielleicht so zu formulieren ist, daß unter Wahrung der geschichtlichen Kontinuität jeweils die gegebene immer zeitlich mitbcdingte Wirklichkeitsform des Judentums (also die gerade bestehende jüdische Kultur) iin Sinne der zeitlich größtmöglichen Adäquatheit zu jenem prophetischen Ideal weiterentwickelt und umgebildet werden soll. Das gleiche cvolutioiiistische Prinzip wird dann auf die Frage des wirtschaftlichen Aufbaus ebenfalls sinngemäße Anwendung finden. Aus dem ganzen ergibt sich wiederum die Stellungnähme zur P ro p a g an d a f r age. Da das nationalkulturelle Interesse vorherrscht, so ist analog zum Misrachi das Vorhandensein einer bestimmten Sonderg e s i n n u n g Voraussetzung. Jüdischer Nationalismus bedeutet hier, wie Achad Haam es einmal ausdrückt, ״ein ethisches Ideal, in dessen Mittelpunkt die Liebe zu Israel steht und an dessen Peripherie jede Tugend und jede gute Eigenschaft“. Die ״Liebe zu Israel“ aber äußert sich vor allem in der Liebe zu seinen historischen Gütern. Sie umfaßt also ״das Land der Väter und seine Besiedlung, die Sprache der Väter und ihre Literatur, die Erinnerung an die Väter und ihre Geschicke, die fundamentalen Sitten der Väter und die Art ihres nationalen Lebens von Geschlecht zu Geschlecht“. Der Zionismus wird hauptsächlich erlebt als nationalkulturcllc Wiedcrgeburtsbcwegung mit Erez- Israel als der, natürlich auf möglichst breiter, gesunder wirtschaftlicher Grundlage atifzubauendeii, Hauptstätte jüdischer Geistcsentfaluing jeder Art und damit als des die Gcsnmtjudcnhcit durch seine sozusagen geistigen und moralischen Ausstrahlungen neubelcbenden natiorealen Zentrums. Nur tver solchermaßen den jüdischen Nationalismus und Zionismus erlebt, kann und darf hierher als ״Gesinnungsgenosse“ gehören. Dabei braucht keineswegs die Berechtigung und selbst die Notwendigkeit auch andersartiger zionistischer Orientierungen, Interesserichtungen und Arbeitsgruppen verkannt zu werden. Wir wollen diese Richtung faute de mieux als kulturzionistischc bezeichnen. Die obersten Leitgedanken des Kulturzionismus wären ungefähr so zu formulieren•. I. Der Zionismus wird vor ,allem erlebt als die Bewegung, welche die Gcschklitsentwicklung des jüdischen Volkes vermittels seiner kulturellen und sozialen Wiedergeburt in seiner historischen Heimat Palästina dauernd und kontinuierlich in der Richtung auf das prophctisch-messianische Ideal erhalten und fördern will. II, Für den kulturellen Aufbau Frcz-lsracls wird gefordert, daß die Arbeit im Geiste und nach der Methode allmählicher Entwicklung geschelten soll; das gleiche gilt sinngemäß für die Wirt- «chaftlichc Aufbauarbeit. Ul, Die Zugehörigkeit zur kulturzionistischcn Gruppe ist bedingt durch eine bestimmte historisch-nationale Gesinnung, wie sie aus den vorhergehenden Leitsätzen einigermaßen ersichtlich wird. Es bleibt noch die Frage, weiche organ isato. rische Zusammenfassung die beiden so ent. stehenden Gruppen erfahren sollen: Fraktion, ration oder was sonst? Meines Erachtens hätte «ich die Gruppe der Volks, zionisten von vornherein als Föderation zu k!!!. stituiereii mit genauer Festsetzung ihrer einzelnen p״>. grainmpuiiktc und praktischen Aufgaben. Etwas am]׳rs liegt die Sache bei den Kiiltur/ioiiislen. Trotz, mancher nicht zu übersehenden inneren Verschiedenheiten könnten sie vielleicht ohne sonderliche Gewissensnot der Volks* zionistischen Föderation angehören, aber unbesehvic* dieser Zugehörigkeit mit den daraus erwachsenden yg gemeinen Pflichten unter sieh eine besondere Vercini bilden, die speziell die Pflege der Kulturarbeit aller Art übernimmt. Zweckmäßiger erscheint es mir jedoch wenn gleich von vornherein auch die Vereinigung der Kulturzionistcn sich selbständig macht und als Sonder, verband den anderen Föderationen zur Seite tritt. Auf alle Fälle halte ich die Form eines Ordens.odcr einer ordcnsiiivnlichen Gesellschaft für die einzig zulängliche Der ganze Charakter und die praktischen Aufgaben der Gruppe sind derart, daß eine gewisse Strenge und L\k!asivität kaum zu vermeiden ist. Di:• eigentlichen Haupt, aufgaben des Ordens, sowohl für Palästina wie für dre Diaspora, wären; 1. Pflege eines vorbildlichen persäiiliehen Lebens im Geiste der oben entwickelten oderangedeuteten nationalistisch-zionistischen Ideen und Fordereuigen (nach dem Prinzip charity bc״ins at homel); 2. Pflege und Förderung jeder Art jüdischen Gcistew lebens. darunter natürlich nicht zuletzt der hebräischen Sprache und Literatur, im Sinne des Kulturzionismus; 3. Auf- und Ausbau des jüdischen Bildmigswesens (Schulen, kulturelle Einrichtungen aller Art) im Geiste des KulUirzioiiismus. Für den Orden würde ich aus leicht erkennbaren Gründen den Namen ״B ’ n e Mosche h“ Vorschlägen. So ließe sich grundsätzlich der föderative Umbau der Zionistischen Organisation vollziehen. Eine noch weitergehende Differenzierung wäre unnötig und bedcnklich. Verschiedenheiten der ״Schattierung“, Mcinungsverschiedenhciten über ״taktische“ Fragen u. tigl. berechtigen nicht zu einer endlosen Zerspaltung und Zersplitterung. Die Schaffung eines volks/ionistischcn und eines kulturzionistischcn Sonderverbandes dürfte für absehbare Zeit den tatsächlich bestellenden No:- Wendigkeiten ausreichend gerecht werden und imstande sein, den gegenwärtigen inneren Streitigkeiten und Reibungen ein Ende zu machen. Durch Konzentrierung der ״B’ne Muselich" auf das kulturelle Gebiet käme es zu einer natürlichen Konzentrierung der volkszionistisehen Föderation auf die politische, wirtschaftliche und propagandistische Tätigkeit. Eine solche Arbeitsteilunggestattete zugleich ein friedliches Neben- und Miteinanderarbeiten der verschiedenen Föderationen, von denen jede in Landesgruppen gegliedert wäre, wie cs ja schon bei den bestehenden Verbänden der Fall ist. Die Berufenen mögen beurteilen, inwieweit die vorgetragenen Gedanken Wert haben und praktisch durchführbar sind. Ich habe sic, wie anfangs betont, lediglich in der Annahme vorgebracht, daß sie vielleicht manches enthalten, das als Anregung dienen könnte. Palästina-Samrniungs- und Forschungs-Gesellschaft in Wien, ln Wien fand die konstituierende i Generalversammlung der Paläslina-Sammlungs- und Forschungs-Gesellschaft (Gesellschaft für Sammcl- und Forschungsstcllen für die jüdische Kulturinstitution in Palästina) statt. Mit großem Dank nahm die Vcrsammlung zur Kenntnis, dal) Josef Poppcr-Linkcus seine wertvolle Bücherei der Jüdischen Nationalbibliothek in Jcrusalem gespendet habe. Die nötigen lnvenfurarbehcn werden im Einverständnis mit Poppcr-Linkcus in Am griff genommen, Dr. Bernhard Wachstein wurde zum Präsidenten, Sa oder Wolff und Dr. Isaak ko• bin soh n zu Vizepräsidenten gewählt. Verwalter sind Dr. Ignatz Schwarz und Dr. Paul Diamant. Sprecbsaal (Ohne Verantwortung der Redaktion.) ״Bulgarien als Musterland des Zionismus“ Wir erhielten von unserem Gesinnungsgenossen Dr. Ca leb aus Straßhurg, dem Bruder des ehemaligen Präsidenten der bulgarischen Zionisten Dr. Caleb, eine ausführliche Zuschrift, in welcher er die in dem von uns in Nr. 44 veröffentlichten Berichte des Herrn Alexander Goldstern enthaltenen Behauptungen über die sogenannte ״Dr. Calcb-Affärc“ richtigstellt. Der Einsender weist zunächst auf die allgemein bekannten großen Verdienste hin, welche Dr. Jostu Caleb sich um den bulgarischen Zionismus erworben hat und stellt sodann fest, daß Dr. Caleb keineswegs zur Dem i s s i o n gezwungen wurde, vielmehr sein Amt freiwillig 15:edeilegte, weil die Mehrheit des israclitischen Konsistoriums ,/die Politik der offenen Tür" iür nichtzionistische, aber gut jüdische Mitarbeiter ablehnte. Dr. Caleb ist daher nicht aus dem zionistischen Leben ausgeschaltet worden, sondern er ist in eine ״gesunde Opposition zur herrschenden Mehrheit“ getreten. Der Einsender schreibt: ״Die Konzessionen, die Herr Dr. Caleb im Interesse der Aufbautätigkeit den ,nichtzionistischen Notabein' machen wollte, gehen nicht einmal so weit, wie die Konzessionen, die etwa der klassische deutsche Zionismus dem modernen ameri* konischen zu machen bereit ist“