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Jüdische Rundschau · 1921-06-28 · Heft 51 (28.6.1921) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 51 (28.6.1921)
Date
1921-06-28
Page
– (sequence 4)
Language
German
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,Wasserkräften in Oer ״ostjordaiiischen Wüste‘; in teclinisthen Kreisen weiß man aber außer einigen Ranz vagen Umrissen iiidits darüber, 1111־d weder bei Oer Lonlouer Konferenz noch vom Technical Department in Jerusalem w׳.*.r es mögüdi, nähere Einzel-!!eilen darüber zu erfahren. Von einer technischen Diskussion dieses Projektes ist natürlich nichts zu merken, man liest aber, Oali sogar Oer Präsident der Zionistischen Organisation bei seiner gegenwärtigen Reise durch Amerika für die Verwirklichung dieses Planes eintreten will. Das Riithenbergsche Projekt kann au um! für sie!! vorzüglich sein, mir muH man es zuerst keimen, um es beurteilen zu können. Fest steht dagegen, daß auch noch andere Ingenieure Projekte für die Eiektrifi/ierung Palästinas durch Ausnützung der Wasserkräfte Oes Lander, in mehr oder weniger eingehender Weise ausgearbeitet haben; es ist bereits darüber eine ziem• liehe Literatur vorhanden, die bereits ein paar Jaluzehnte alt ist. Französische, norwegische, sehweizerische und jüdische Ingenieure haben verschiedene Pr.!- jektc angeregt, teilweise auch voratisgerechnct. Auch' von seiten des Unterzeichneten Verbandes, sowie des Wiener Verbandes sind Vorprojekte für die Elektrifizierung eines Teiles van Palästina, teilweise sogar im Aufträge der Zionistischen Organisation ausgearbeitet worden; es ist aber bis heute ■noch nicht bekannt geworden, aus welchen Gesichtspunkten heraus gerade das Riithenbergsche Piojekt bevorzugt wurde. Es muß daher mit Nachdruck verlangt werden, daß kein Projekt zur Ausführung gelangt, bis nicht durch öffentlieben Wettbewerb und Diskussion die beste Lösung getänden worden ist. Das gilt auch dann, wenn es sieh um Projekte von privater Seite handelt und nicht um die, die vom Keren Hajessod verwirklicht werden sollen. Es muß sozusagen von Staats wegen eine Kontrolle auf solche Projekte ausgeübt werden, damit sie nicht anderen Projekten gleicher allgemeiner Hedenttmg entgegenwirken oder die spätere wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen. Das hätte von dem erwähnten technischen Zentralamt zu geschehen. Dieses technische Zentralamt hätte ferner das tecliuisdie Erziclnmsgwesen im Lande auszugestalten und zu fördern. Auch in der Frage des Haifacr Technikums ist das Prinzip der Demokratie mißachtet worden, indem mau die interessierten technischen Verbünde überging. Es wurden Pläne für den Lehrbetrieb des Technikums gemacht, die eine schlechte Nachahmung europäischen technischen Schulwesens gebracht hätten, wenn sie vorwirklicht worden wären. Es muß daiter auch hierüber verlangt werden, daß die interessierte Technikerscliait in mitbcstimmcuder Weise berange/ogen wird, Bei der Besetzung dieses technischen Zentralamtes muß clor Weg, 'der scheinbar bisher befolgt wurde, niim'.idi der der persönlichen Beziehungen und Empfehhmgen, erst recht verlassen werden und diese wichtigeu verantwortungsvollen Posten durch Ausschreiben besetzt werden. Die Fachvcrbiindc der verschiedenen Länder würden am besten in der Lage sein, Auskünfte über die technischen Leistungen und Fähigkeiten der Bewerber cinzuholen und zu erteilen. Ein so beschaffenes und ausgestattetes technisches Zentralamt wird das eigentliche Ausführungsorgan des Keren Majcssod sein, soweit dessen Gelder für tcchnisehe Arbeiten verwendet werden sollen. Was also im Hinblick aitif die Aufbauarbeit des Keren Hajessod von seiten der Ingenieure verlangt werden muß, ist: die Zuziehung von Technikern zur Verwaltung des Keren Hajessod; die Errichtung und allmähliche Ausgestaltung eines technischen Zentral,untes in Palästina; die Beset/mig von Fachämtern auf Grund öffentlicher Ausschreibung; die Ausführung technischer Projekte nur auf Grund eines öffentliche״ Wettbewerbes unter Berücksichtigung der Gutachten maßgebender technischer Seiten; die Förderung des technischen Erzidiungswescns bei Anwendung derselben demokratischen Methoden des Ausselircibens und Wettbewerbes bei der Rckruticrung des Lehrkörpers und unter Mitwirkung der hierfür technisch interessierten Kreise. je mehr technische Aufgaben von allgemeinem Interesse, wie landwirtschaftliche Erschließung, Ansiedelung der Chalitizim und der ostjüdisdieiv Massen, Aufforstung, ־ Bewässerungs- und Entwässerungsanlagen, Ausnützung der Naturkräfte 11ml der Bodenschätze, Ausgestaltung des Verkehrs, Er/ieluuigsmul Bauwesens und andere mehr, sich der Keren Hajessod stellen wird, desto mehr wird der Enthusiasmus für den Keren Hajessod steigen und desto mehr wird sielt der Gedanke des Maasser verwirklichen. Das jüdische Volk wird dann damit beweisen, daß es willig ist, den durch die Friedenskonferenz von San Renro und durch den Völkerbuiul ermöglichten jüdischen Staat in Palästina zu verwirklichen; daß es auch dazu fähig ist, wird cs dann durch eigene Arbeit zu beweisen haben. D:e jüdischen Ingenieure, die dabei sind, eine Wt Organisation der jüdischen Technikerschaft zu bildi hü??T ' ״abc1 ״'iUuwirkc״• »er Aufbau Palästh bedarf des .Keren Hajessods. Der Keren Hajessod I darf der jüdischen Technik. verbamt jüdischer Ingenieure für den tec nischen Aufbau Palästinas. Berlin, Mai 1021. Vom jüdischen Leben in Sowjetrußland Konstant i n o p e 1, 10. Juni. (J. C, B.) Ein Vertreter der j>aläst:ne״siscl1en Alteiterorganisation, der sich vor einiger Zeit narb SowjctriilUainl zum Studium der dortigen Lage begab, ist soeben auf der Heimreise in Konsla’iitinopel eingetroffen. Ueber das jüdische Leben in SowjetrulSlainl machte er nachstehende interessantc Erklärungen; ״Infolge der Eröffnung der Einwamlerimg nach Palästina, begann die zionistische Bewegung in Sowjelrußlanil wieder aufzttleben. Die jüdisehen Koinmunlsfeii, die den Zionismus als eine Gefahr für ihre kommunistischen Gntndsiitzc betrachten, ergriffen unverzüglich Maßnahmen, um die Bewegung int Keime zu ersticken. Die Maßnahmen waren ausnahmslos gegen alle zionistischen Parteien gerichtet. Auch die poalezionistische Partei war trotz ihrer Sympathien für die bolschewistischen Ideen von diesen Maßnahmen betroffen, lin letzten Memorandum der jüdischen Sektion der R. K. P. (Russisch-Kommunistische Partei) wird die Verfolgung der Zionisten unumwunden ״״empfohlen. Mit Rücksicht darauf konnten die Bemühungen der Paale- Zionisten, die Auswanderung ihrer Anhänger zu rcorganisiereu, keinen Erfolg haben, ln Witebsk haben die jüdischen Kommunisten die Druckerei des ״jiddischen Arbeiter“, des offiziellen Organs dieser Partei, beschlagnahmt. Trotz allen Verfolgungen entwickeln die jüngeren zionistischen Organisationen, die ,11 c chawcr‘, ,K ad im ah‘, ,Zeirc- Zion‘ 11. a. in Moskau eine lebhafte Tätigkeit und widmen ihre besondere Aufmerksamkeit dem Unterrichte der hebräischen Sprache und allgemeinen Palästinafragen. Die ,Maccabi‘, die dank ihrem jüdisch-nationalen Charakter mehrmals verboten wurde, konnte sich nur dadurch erhalten, daß sic dem allgemeinen ,Gymnastisehen Klub So w je t r u II1 and s' beigetreten ist. Zu Cltamikah erhielt sie die besondere Erlaubnis zur Veranstaltung eines Schauturnens ju Moskau, das einen großen Erfolg hatte. Letztens hatte man sich bemüht, auch im Kaukasus eine Maccabiorganisation zu schaffen. Die ,H cch a 1 uz'-Be wegung ist im ständigen Wachsen begriffen. Im Oktober 1020 trat die zweite ,1!eehaluz'-Konferenz in Charkow zusammen, Infolge des Verbotes jedweder Förderung der zionistischen Bewegung, mußte die Konferenz im geheimen abgelullten werden. Viele Vertreter der Kwuzoth aus der Ukraine und SowjetrulSJand nahmen an dieser Konferenz teil, ein großer Teil war jedoch infolge der Verkehrs- Schwierigkeiten zum Fernbleiben gezwungen. Die von der Konferenz gefaßten Beschlüsse waten insbesondere in bezug auf die Organisierung der Auswanderung von großer Wichtigkeit. In jenen Städten, die nickt im- Staude waren, ihre Vertreter zur Tagung zu entsenden, wurden kleine Versammlungen veranstaltet, auf denen die Beschlüsse der Konferenz mitgeteiit und die Durchfülmingsmodalitiiten besprochen wurden. Auch in1 Kaukastis faßte die ,I leelialuz'-Bewegung Wurzel; heute gibt es dort bereits viele organisierte Gruppen, und es bilden sieh auch fortwährend neue. ln Baku wurden im Zusammenhänge mit der Verhaftung der Menschewiki mul der Sozialrevolutionäre, ■die der Aufreizung der Erdölarbeiter zum Streik beschuldigt waren, auch die Mitglieder der Zcirc-Zion verhaftet und zwei Wochen lang im Gefängnis gehalten. ln der Ukraine nimmt die Auswanderungs- Bewegung eine gewaltige Ausdehnung an. Tagtäglich versuchen größere oder kleinere Gruppen von Juden die Grenze zu überschreiten. Die ukrainischen Behörden ergriffen drakonische Maßnahmen zur Bekämpfung dieser Bewegung und drohten an, jeden der Überschreitung des Aiiswandcningsvcrbotcs Schuldigen mit Tod und Beschlagnahme des Eigentums zu bestrafen. In den Gouverneineuts Kiew, Podolicn und Cherson sind über 15 ÜÜO Flüchtlinge, die vor den von den Marodeuren veranstalteten Pogromen geflüchtet sind. Diese Flüchtlinge sandten zur ukrainischen Regierung ■ eine Abordnung, auf deren Intervention mit Unter- Stützung der Poale-Zion und der Sozialdemo• k raten erstere eine Kommission ernannte, die die Heimkehr b/w. Auswanderung dieser Flüchtlinge 0rganisiereu und unterstützen solL Im Kaukasus und insbesondere in Georgien weilen viele Flüchtlinge aus Persien, die auf eine Gelegenheit warten, nach Palästina auszuwatidcrn. Nach einem hartnäckigen Kampfe mit den jüdisehen Kommunisten gelang cs dem hehräiselten Theater ,Habima 11' mit Unterstützung prominenter russischer Artisten die Anerkennung eines nationalen Theaters von der Sowjetregicrnng zu erlangen.'' Verurteilung von Rabbinern io Sowjetrußland Reval, 21. Juni. (J.C. B.) Einer Meldung der Petersburger ״Prawda“ zufolge verhandelte vor einigen Tagen das Revolutionstribunal in Smolensk die gegen eine Reihe von Geistlichen der rechtgläubigen, katholischen und jüdischen Konfession erhobene Anklage wegen gegen revolutionärer Umtriebe. Das Gericht nahm die gegenrevolutionäre Betätigung der Rabbiner im Wege der Gesellschaft zur Hilfeleistung an arme Juden als erwiesen an und verurteilte die Rabbiner Ginsberg und Friedland sowie den Vorstand der jüdischen Gemeinde zu zweijähriger Gefängnisstrafe. Die Synagoge wurde von den jüdischen Kommunisten be schlaunahmt. ,.Jüdische Kinderhilfe“ Von Eugen Caspary, 1. Vorsitzender des Arbeits- Ausschusses der Zcnfralwöhlfahrtsstelle der. deutschen Juden. Zum ersten Male seit ihrem Bestehen tritt die ״’Zentrahvolilfahrtsstellc der deutschen Juden“ mit einer Forderung materieller Art an die deutsche Judenheit heran, indem sie die ״Jüdische Ktndcrhiiie“ organisiert. Diese Tatsache allein beleuchtet die Notwendigkeit dessen, was geschehen soll. Denn es ist der ZentralwohlfahrtsstclJe nicht leicht geworden, ein bisher streng innegehaltenes Prinzip für diesen Ausnahmefall hintanzustellen und von sieh aus eine Hilfeleistung praktisch durchzuführen, während sic bisher derartige Aufgaben den ihr angeseblosscnen Gemeinden und Organisationen überlassen zu sollen glaubte. Indessen, was die ,,Judische Kir.derltilic“ leisten 901! und was darum zunächst für sie geleistet werden muß, ist so groß, daß es nicht mehr Sache einer Einzelorganisatfon bleiben kann. Das leider nur allzu abgegriffene Schlag wort ist hier wirk• lieh am rechten Platz: cs geht tun unsere Zukunft! Zukunft wird gestaltet durch die Kraft tler Menschen, denen sie Gegenwart sein wird. Wenn irgendwo unser Schicksal sichtbar und — lenkbar vor uns sich aufrichtet, so in unseren Kindern, in der Heranwachsenden jüdischen Jugend. Dali diese Jugend zu einem sehr'erheblichen Teile Not leidet, ist allzu bekannt als daß es hier ausfühilich zu beweisen wäre. Die ״Kindernot“ steht seit langer Zeit ganz vorne in der Reihe derjenigen Begriffe,' in denen das Wesen unserer Zeit ausgesprochen liegt. Monatelang schrie uns dieses Wort von jeder Mauer und aus jedem Zeitungsblatt an, bald als politisches Schlagwort, bald als aufrüttelnde Mahnung und verzweifelte Bitte. Dann kam die ״Deutsche Kinderhilfe" und forderte von uns unseren Beitrag zur Linderung des ungeheuren Elends. Forderte niit gutem Recht und fand offene Herzen überall. Sicherlich ist dies eines jener Dinge, von denen cs nach jüdischer Auffassimg heißt, daß es für sie kein Maß gibt und die in ihrem sittlichen Wert nicht mit den Rechenkünsten der Statistik zu bewerten sind. Dennoch darf und muß gesagt werden, daß der Deutschen Kinderhilte aus jüdischen Herzen tmd Händen Unterstützung in einem Maße zuteil geworden ist, die sieh das deutsche Judentum zur Ehre anrechnen darf. Weshalb dann noch die ״Jüdische Kinderhilfe“? Man kann nur antworten: ״Es ist viel, aber cs ist nicht genug - bei weitem nicht genug!“ Die Millionen der ״Deutschen Kinderhilfe“ sind ein Tropfen aut dem heißen Stein, eine Linderung wohl, eine wirkliche Hilfe keineswegs. Was von ihren Mitteln iür jüdische Zwecke verfügbar bleibt, ist bitter wenig, trotzdem anerkannt werden muß, daß im Gegensatz zu manchen früheren Erfahrungen man in diesem Fall bei der Verteilung im allgemeinen mit gerechtem Maß zu messen wußte. Die Not der jüdischen Kinder ist nach wie vor da, ein Problem, das gelöst werden muß, wenn anders wir den Anspruch bewahren wollen, die Träger der judischcn Tradition in ihrer menschlichste״ Form, im sozialen Leben, zu sein. Die jüdischen Kinder leiden die gleiche Not wie ilite nichtjüdisclien Altersgenossen der gleichen sozialen Schicht, aber die Hilfeleistung für sie wird durch viele Umstände erheblich erschwert. Man denke nur?.. B. an die Tatsache, daß vielen jüdischen Kindern die Teilnahme an der Quäkerspeisung aus religiösen Gründen nicht möglich ist, es sei denn an den wenigen Orten, wo diese wahren Menschenfreunde die Erriehtung koscherer Küchen durchführen konnten. Man denke an all die zahlreichen religiösen, psychologischen und gefühlsmäßigen Hemmungen, die cs jüdischen Eitern unmöglich machen, allgemeine Woiillahrtsinstimte in Anspruch zu nehmen. Man vergesse vor allem nicht, daß die meisten der Jugendwohliahrt dienenden Institute tmd Einrichtungen irgendwie auch erziehüdtc Aufgaben und Wirkungen haben, und daß wir wünschen und fordem müssen, daß solcher Einfluß sich an unseren Kindern in jüdischem Sinne fühlbar mache. Und da sind wir gleich bei einem der schwersten und wichtigsten Probleme unseres Aufgabenkreises angelangt: bei der Hilfe für unsere Jugendwohlfalm״ Institute. Ihre Lage ist mit einem Worte hinlänglich gekennzeichnet: mit wenigen Ausnahmen sind sie alle in der größten Bedrängnis, über den meisten schwebt das Gespenst des völligen Zusammenbruchs. Insbesondere gilt das für unsere Waisenhäuser, für welche die Zu- Wendungen auch nicht im entferntesten so gestiegen sind, wie es nötig wäre, um einen Ausgleich zu schaifeit für die Entwertung der ihnen zur Verfügung stellenden Mittet und die außerordentlich gesteigerten Kosten der Ernährung, Kleidung und Unterbringung. Eine sehr erhebliche Zahl dieser Anstalten hat seit" längerer Zeit bereits darauf verzichten müssen, ihre Räume voll auszunutzen, weil die Mittel fehlten, um soviel Kinder zu ernähren, wie man unterbrinyen könnte. ln den Städten macht sielt der Mangel an Kinderheimen, Kinderhorten und Kimlct|»01ikl111:ken immer fühlbarer. Die Zahl der aufsichtslosen Kinder ist st.uk gestiegen, die Gefahren der Straße sind größer als je — aber schon die vorhandenen Einrichtungen stellen dauernd vor der Existenzfrage, geschweige denn, daß ausreichende Mittel da wären iür Neugründungen. Hier geht vor unseren Augen ein erheblicher Teil der nächsten jüdischen Generation langsam aber sicher zugründe. Es fehlt nur am Geld — sollten die j>aar Millionen im deutschen Judentum nicht aufzubringen sein, die nötig sind, tun unsere Waisenhäuser, Erziehung«- anstalten, Kinderheime usw. zu erhalten? Zeitlich dringender ist aber noch eine andere Aufgäbe. Der Sommer steht vor der Tür, und war müssen ihn nutzen, tun Tausenden jüdischen Groüstadtkindern die Möglichkeit zu geben, ein paar Wodien der Erholung zu genießen. Unsere Ferienkolonien und Ferienheinte müssen in erster Linie denen Vorbehalten bleiben, die ärztlicher Wartung oder besonderer Heilmittel bedürfen, und reichen nicht im■ entferntesten aus. Wohin mit den Tausenden, die ״nur“ unterernährt, bleichsüchtig, erschöpft sind, die keines Medikamentes bedürfen als des Sonnenlichtes, der frischen Luft, ungehemmter Bewegungsfreiheit und guter Ernährung, um einiger- (Fortsetzung Seite 367.)

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