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Jüdische Rundschau · 1921-06-03 · Heft 44 (3.6.1921) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 44 (3.6.1921)
Date
1921-06-03
Page
– (sequence 1)
Language
German
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/«ידי’יד״*ד 1■Ln(!׳, K.d.ktlo» •nd V..1.1 W IS, Sid>»i»d,. Str.B« 8. £״*•'“' H“ Di»n»t»g und Freit»?. Be1as.pr.li bei der Expedition Foatloatero *iert.ljil.riii IS.- M. in Deutecbleod. _AujW».W»»- ■•at• werdl«o »a der Wihruojf def eioxelneo Laadf bereefantt. Nummer 44 Berlin, 3. VI. 1921 Anzeigen-Verwaltung! Verlag Alwin Loewenthnt. Berlin NW 7, Dorotheenatr. 35 Talepkoa: Amt Zentrum 4314 and 4815. Aaitlfioprel• für di« alelienfMonttes« Noapureillexell« 2,50KL, Feailienerueigeo 4 M. pro Zell«, Aaiatgnnechluüi Dienstag and Freitag nachmittag 4 Uhr. Telephon: ühl.nd 845 «.846. Po.tachetkkooto: Berlin Nr. 17392. f״r Österreich. PoiUp.rketsennml Wien. Konto Nr. 156 C30. rur Tschechoslowakei: PeaUparkaasenamt Prag, Konto Nr. 156050. *“* KedakÜooaachluS Sonntag und Mittwoch nachmittag. — כו׳ אייר׳ תרס״א• XXVI. Jahrg. Dar Zionismus •rstretit 101 das!OdlacBe Volk dla Schäftung einer (Sttentllch-rochtllch geslcherton Holmstatte In Palästina. ״Baseler Programm׳• »n er 5.an Odiblut il e: M, r 10. . Kulh 10.*‘ ./ו * t 1 ־׳ rv in 7.35 ,5 ז¬ I 20.tr,. 1 n 2r 3Idst<>m l 10.״- ,1 r..״~, Wichl.-r einl>:wl1, (io!.!. 17. 5.2:. in . um. Il-rrn 100.50, 1 in o I Sii . : 140.01 1 15.— ,;u.— ihsnmnn Btr. 7xt itr. aa j Ä1.4*0 S 1 in - ז fit.—. . St'gali t 10.— tt 0.S0 .10 ז-2 1 >r. C k o r >8.— * I 1005 1.75. 4 ׳: ik־r(1i. ibur 2 , 1>rla r 10. j1«hvhv־r idrutzki Joe. r s t <1 ־ Lm Uv, Brumm .!0 — Siirm. 10.M. I/mis 121 -f tu brnhnm feik׳ Vx'Ch ■ 12 00 1 i m. *' r * 37.40 iß־-Uns- : (dch. I «. a-WVrt׳ J;tc. Stmuwi! 15.— סו-רג-אזוז 1588■ Der Koogreß Der Termin der Eröffnung des XII, Kongresses in Karlsbad wurde definitiv für den 1. Septem• ber festgesetzt. Die Actions-Comite-Sitzung findet am 10. Juli in Prag statt, weil Dr. Weizmann erst am 25. Juni Amerika verlassen kann. Die Lage in Palästina J e r ״ s a I e 111, 28. .Mai. (J. C. B.) In der letzten Zeit haben sich die arabischen lieber Sä Ile auf jüdische Kolonisten wiederholt. Es werden mehrere Fülle gemeldet, wo Juden auf der Landstraße überfallen und verwundet wurden. Cairo, 28. Mai. (J.C. B.) Es wurde hier offiziell »erhmlbart, daß keine Pässe oder Paß Visa für P a 111 s t i n a bis auf \t fiteres ausgegeben werden. Weizmanns Anklage gegen den amerikanischen Zionismus Demission Ben Zwis Ben Zwi, der Verticter der jüdischen Arbeiter- Parteien int Advisor.v Council (palästinensischer Regiermigsbcirat) hat Herben Samuel seine Detnission als Mitglied der genannten Körperschaft mitgeteilt. Zugleich hat er ein ausführliches Memorandum überreicht, in welchem dieser Schritt genau begründet wird und Beschuldigungen gegen \crschiedene Regierungsorgane wegen ihrer Mitschuld an dem Pogrom in Jaffa erhoben werden. Abraham Scliapiro befreit Der Verteidiger von P e t a c 11 - T i k w a 11, Abraham Scliapiro, der nach dom UebcrfaU auf die Kolonie verhaftet wurde, ist, laut Mitteilung von ״Haare/־‘, befreit worden. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von DO Piaster (1 U 100 -׳ Piaster). Die amerikanische Judenheit an Herbert Samuel New York, 25. Mai. (J.C, B.) Heute wurde an Sir Herbert Sannid folgende Resolution telegrapliiert: ״Eine Konferenz von Vertretern aller j ü d i s c 11 e 11 Organisationen G ro ß - א c w Yorks nahm einmütig die an Sie zu übermittelnde Resolution an, in der sie die Unterstütz.ttng des Keren Hajes sod mit ganzem Herzen gelobt, die kürzlich geschehenen, durch nichts voranlaßten Exzesse beklagt, die tt n e r s c h ii 11 e r - liehe Entschlossenheit ausdrückt, die Konsolidierung des jüdischnationalen Heimes zu beschleunigen, bei aller Hochachtung vor dem High Commissioner die der Gewalttätigkeit gemachten Konzessionen mißbilligt und die sofortige Beseitigung des Einwunde• rung.s verbot es dringend fordert." Konferenz der amerikanischen Poale-Zion Die Eröffnung der 13. Jahreskonferenz der Poale- Zion in Amerika ist für Mittwoch, den t, Juni, angesetzt. Die Sitzungen werden bis zum 6. Juni dauern. Unter anderen Fragen, die auf der kommenden Weltkontcrenz der Poale-Zion erörtert werden sollen, werden solche, die sich auf den Zionistenkongreß, den jüdischen Kongrell in Amerika, den Keren Hajessod, die Arbeiterbank usw. usw. beziehen, diskutiert werden. Lin Abschiedsbankett für Prof. Einstein New-York, 20. .!Mi. (J. C. B.) Das Komitee des Aerztevcrbandcs veranstaltete ein großartiges Bankett zu Ehren Prof. Weizmanns und Prof. Einsteins. Der Vorsitzende dieses Komitees, Dr. Rathoff, machte bei dieser Gelegenheit die Mitteilung, das für den von den jüdischen Acrzten Groß-New-Yorks aufzubringenden betrag einer Million Dollar für die medizinische Fa* kultät der hebräischen Universität in Jerusalem, bisher die summe von 200 000 Dollar bereits eingegangen ist. Eine halbe Million Dollar in Chicago für den Keren Hajessod N e w - Y o r k, 27. Mai. (J. C. B.) Auf einer Massen- Versammlung, die zutn Abschiede Dr. Weizmanns und Ussischkins in Chicago stattgefunden hat, wurde über eine halbe Million Dollar für den Keren Hajessod gesammelt Am Scheidewege Von C h a i nt W e i z nt a n n. Haolam und Jewish Chroniclc veröffentliehen nachstehenden Artikel Weizmanns: Wenn ich kurz ausdrücken wollte, was auf mich wahrend meines Aufenthaltes in Amerika den stärksten Eindruck gemacht hat, hätte ich gesagt, daß an dem Tage, an dem cs mir klar wurde, daß die Vorhandhingen mit den Führern des amerikanischen Zionismus keinen Sinn mehr haben, ich mich als ein freier Mensch gefühlt habe. Seitdem glaube ich mehr und bin optinvistischer. Die verschiedenen Sitzungen, die fast drei Wochen dauerten, haben solch erniedrigenden Charakter gehabt, daß man auch bei größter Geduld sie nicht mehr mitmachen konnte. Ich habe mir alle Mühe gegeben, um eine gegenseitige Verständigung zu erreichen, ich bin aber jetzt unbedingt davon überzeugt, daß diese Verständigung solange nicht zu erreichen ist, solange die Führer des amerikanischen Zionismus einen nationalen Zionismus nicht anerkennen wollen. Das ist der Cminduntersdiicd. Wenn jemand etwas anderes behauptet, so beabsichtigt er damit nur, die wahre Ursachc der gespannten Beziehungen zu verschleiern. litt Gründe genommen drehten sich die Unterbandhingen um zwei Punkte. Erstens das zionistische Pro gramm. Als ich hinkant, überreichten mir die Führer ein ausführliches Memorandum, das von der Landesexekutive nachträglich angenommen wurde. Dieses Memorandum enthält die Richtlinien für verschiedene Ansichten über das grundlegende Programm, das den Z10ivismus zu einer rein ökonomischen Bewegung herabsetzen und ihn des nationalen Charakters berauben will. Während der Verhandlungen mit den Mitgliedern der Landcscxckutivc über diese Frage wurde mir zu meinem Bedauern klar, daß wir sie mindestens ein ganzes Jahr noch erzielten müssen, bis sic den Zionismus voll• ständig begriffen Italien. Die Herren wissen und denken nicht übermäßig vie! Das klingende Wort ist ihre Waffe. Sie sind fast vollständig assimiliert. Was bei uns schon jedes Kind weiß, ist für sic eine äußerst verwickelte und unverständliche Theorie. In ihrer zio» nistischen Propaganda der letzten Jahre haben sie sich oberflächlicher Losungen bedient und sich nicht allzuviel um die Grundsätze gekümmert. Unsere diplomatischen Erfolge haben sie zu sensationellen Siegen aufgebauscht. Die Enttäuschung, die nachher folgen mußte, läßt sich leicht erklären. Daraus erklärt sich, daß die Zahl der sogenannten Zionisten in kurzer Zeit von 150 000 auf 1701)0 zurückgegangen ist. Dieses und nicht die gegenwärtige ökonomische Krise hat die finanzielle Krise der Zionistischen Organisation Amerikas verur. sacht. Denn es ist klar, daß die Summe von einigen Millionen Dollar, die die amerikanischen Zionisten in den letzten Jahren aufgebracht haben, äußerst gering ist im Vergleich zu dem, was man in Amerika für Palästina aufbringen könnte, wenn man der jüdischen Bevölkerung Amerikas die Wichtigkeit unserer Aufgabe durch richtige Propaganda klargemacht hätte. Wie wir sehen, hat Amerika nur wenig Zionisten, Statt dessen habe ich hier so etwas wie einen Ersatz- Zionismus gefunden, der nicht widerstandsfähig ist. Andererseits ist hier unter den breiten Massen und bei dem jüdischen Mittelstand ein starkes Gefühl vorhanden, das bis jetzt noch nicht ausgenützt wurde und durch die gegenwärtigen Führer des amerikanischen Judentums nicht ausgenutzt weiden konnte, weil sie die Sprache der jüdischen Massen nicht verstehen. Zweitens verhandelten wir über unsere Arbeit in Palästina. De amerikanischen Führer unterzogen die Tätigkeit des Waad Hazirim einer strengen Kritik. Diese Kritik mag zum Teil berechtigt sein, sie wurde aber nicht in freundschaftlicher Art geübt und ließ nicht die Absicht erkennen, etwas besser zu machen. Jeder in Palästina begangene Fehler wurde in grotesker Weise aufgebauscht. Man hat alles maßlos übertrieben. Diese Methode hat nur das Vertrauen zu Palästina untergraben Utn das Vertrauen an unseren in Palästina arbeitenden Gesinnungsgenossen zu erschüttern, hat man den Wort unserer Tätigkeit in Palästina und den Wert des Landes selbst in unglaublicher Weise herabgesetzt 1tnd damit bewiesen, daß die amerikanischen Führer einfach kein zionistisches Verantwortungsgefühl besitzen. Die amerikanischen Führer wollen nicht verstehen, daß die gegenwärtigen Beamten der Zionist Comtnission mir zu einem kleinen Teil für die Arbeit in Palästina verantwortlich sind. Man kann sic natürlich nicht für die Fehler von Dr, Friedenwald und Robert Szold mvJ für all das, was vor 1018 geschah, verantwörtlich machen. Die Amerikaner haben die ganze Last der Kolonisation^ und Erzichungsfragcn in Palästina der jetzigen Zionist Commission aufgebürdet. Was sie gesagt haben, ist unter aller Kritik. Sie sind nur zu bedauern wegen der geringen Kenntnisse, die sie in grundlegenden Fragen und ersten Voraussetzungen haben. In allen ihren Kundgebungen fehlt es an bestimmten Gedanken und Meinungen. Es sind lauter Phrasen. Sie haben z. B. den Bericht der Reorganisationskommission gegen uns ausgenutzt und ihn als Propagandamittel gegen die Leitung verbreitet. Jeder sogenannte Zionist und jeder halbreife Zionist maßt sich das Recht an, ernste Aeußerungen über alle Fragen der Kolonisation, Kultur und Politik von sich zu geben. Je weniger einer von den Fragen versteht, um so herausfordernder ist seine Sprache. Ich halte es jedenfalls für richtig, daß die amerikajvischcn Zionisten einen Teil der Kontrolle und der Verantwortung für die Leitung der Zionistischen Welt- Organisation durch direkte Beteiligung an unserer Arbeit in London und in Palästina übernehmen, nicht aber durch halbamtliche Agenten. Obwohl unsere Meinungen weit auseinander gehen, halte ich es für sehr nützlich für sie, ihre Arbeitsmethoden praktisch zu versuchen. Ich glaube, daß wir von ihnen manches lernen können, und daß sie von uns etwas lernen werden. Sie stellen sich aber in eine unmögliche Position, wenn sie jede Beteiligung an der Leitung verweigern. Sie haben keine Zeit, sic sind zu sehr mit ihren Privatangelegenheiten beschiiftigt. Sie sind nicht bereit, die notwendigen Opfer zu bringen, alles aufzugeben, um ihre Kräfte unserer Arbeit zu widmen. Daher betrachten sie alles nur mittelbar. Alles sind für sie abstrakte Ideen, keine lebendigen dynamischen Tatsachen. Daher die Oberflächlichkeit, die man so oft in ihrer Kritik findet. Sie können nicht den ganzen Komplex der Bedingungen begreifen, die so tief mit der Auferstehung unseres Landes und Volkes verbunden sind. Viele von ihren Vorschlägen und Plänen sind mechanisch und abstrakt, weil sie nicht aus ihrer praktischen Beteiligung an der zionistischen Bewegung resultieren. Trotz ihrer guten Absichten versuchen sie nach Palästina die Methoden zu verpflanzen, die sie in Amerika kennen gelernt haben. Der Hauptfehler unserer Arbeit ist die Uebcrtragimg von Diasporamethoden auf Palästina. Um das mit Erfolg zu tun, muß man nicht mir die Methoden kennen, sondern auch vor allem für den Charaikter des Landes und für den Oeist unseres Volkes Verständnis haben. Aber wer will behaupten, daß es den Amerikanern gelungen fst, das jüdische Volk, seine Kultur, seine Sprache, seine Leiden und seinen Oeist kennen zu (erneu? Die Vorbedingwng einer jeden Heilung ist die richtige Diagnose. Aber bei der Vielseitigkeit des jüdischen Volkes ist es sehr schwer, die richtige Diagnose zu. stellen. Die zionistischen Führer in Amerika befinden sich jetzt in derselben Lage, wie die zionistischen Führer in Europa vor zwanzig Jahren. Ich bin überzeugt, daß nach einiger Zeit die amerikanischen Zionisten, die aus einem nichtjiidischcn Milien stammen, uns mehr Verstäitdnis entgegenbringen werden. Auch wir sind bereit, bei ihnen zu lernen, aber mir unter der Bedingung, daß die Unversehrtheit der Weltorganisation gewährleistet ist. Es ist wichtig, daß svir diese Organisation möglichst stark machen, damit das Band, das uns alle umfaßt, stark ist. Das System der selbständigen Landesverbände, das im Memorandum der Herren der amerikairischen LarKlcsexckutive enthalten ist und überhaupt die Neigung zur Schaffung selbständiger Unternchmungen in Palästina unter ihrer Kontrolle, wird die Spaltung nur vergrößern. Das Prinzip der Autonomie der Landesverbände ist nur ein Vorwand fü!r Separa* tismus. Ich bin davon überzeugt, daß die Möglichkeiten der zionistischer» Bewegung in Amerika unbegrenzt sind. Aber vor allem muß Amerika echte Zionisten haben. Nur dann werden wir eine feste Basis für eine große und riefe Bewegung haben, die in den Massen wurzeln und Ws zu den höchsten Schichten des ainerikanischen Judentums, emporwachsen wird. Dann wird uns Amerika die Mittel und die Menschen geben, die ihr ganzes Leben dem Aufbau Palästinas widmen werden. Der Kampf um die jüdische Schulautonomie in der Bukowina Cz emo witz, 23. Mai. (J.C. B.) ln den letzten Tagen erfolgte von Bukarest ein Erlaß des Unterrichtsministers, der die Beseitigung der deutschen Unterrichtssprache in Volks- und Mittelschulen forderte. Bezüglich der Minoritätenschulen verfügt der Unterrichtsminister, daß jede Minorität das Recht habe, ihre nationale Sprache als Unterrichtssprache einzuführen. Die Juden können zwischen hebräisch und jüdisch wählen. Das Staatssekretariat für Unterricht in Czernowitz will der Bukarestcr Regierung ein nationales Geschenk machen, um die Juden zur Romamsierung zu zwingen. Man droht mit Entlassung von Lehrkräften, Auflösung der Anstalten usw. Der Lehrkörper des jüdischen Staatsgymnasiums hat auf den Bukarcster Erlaß klipp und klar geantwortet: De Unterrichtssprache wird hebräisch sein. Es ist nun abzuwarten, welche Resultate dieser Beschluß zeitigen wird.

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