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Jüdische Rundschau · 1921-05-10 · Heft 37 (10.5.1921) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 37 (10.5.1921)
Date
1921-05-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 260 Angebot die Nachfrage übersteigt“. Ist es dem; durchaus notwendig, sämtliche Rededuelle sämtlicher Parteien ries Erdballs mm noch einmal int Zionismus zu wiederliolen'■׳ Dann wollen wir wenigstens die gegenseitige Vereinbarung treffen und immer auch gleich die Ant- Worten hinzusetzen. Nichts für imgut, Herr Dr. Marx, cs geht mir heurte nicht darum, mich mit Ihnen zu messen. Es handelt sich nicht darum, wer geschickter und gewandter Argumente ״für oder gegen“ ausspielt. Aber es gibt ein Problem, das sehr ernst ist, so ernst, daß möglicherweise der Zionismus an ihm zu Fall kommen kann. Wir sind uns alle einig über den äußeren Rahmen unserer Aufgabe: Palästina aufzubauen, Es ist selbstverständlich, daß über die Art des Aufbaus der neuen Gesellschaft Mcinungsdifferenzen bestehen und aiisgetragen werden müssen. Wir, die -Sozialisten im Zionismus, haben uns immer bemüht, den Argumenten unserer Gegner gerecht zu werden, ja, ich kann sagen, aus den Argumenten unserer ernsten Gegner haben wir unendlich viel gelernt. Es ist aber die Lebensfrage des Zionismus, daß wir alle, ohne Unterschied, lernen, Diskussionen über Themen, die so ungeheuer wichtig sind, wie z. B, die Planwirtschaft, deren Bedeutung und Tragweite sich heute kaum ahnen hißt, entrückt aus der ״Sphäre des Parteienkampfes verantwortungsbewußt, ernsthaft und gründlich zu führen. Unernste und ungründliche Diskussion auf der einen Seite zwingt den Gegner meist zu ähnlicher Antwort. Nur wenn es gelingt, die Diskussionen über derlei Fragen im Zionismus auf die gleiche Stufe zu heben, wie sic bei anderen Völkern schon lange sind, wenn wir stets bedenken, daß es sich, nicht um eine kleine Rezension handelt, die man nebenbei erledigt, sondern um Lebensfragen des Jiscliuw־, haben wir Aussicht, unser Werk zu vollenden. Wir haben uns immer bemüht, ernsthaft und sachlich zu sprechen, die Probleme erst zu prüfen und zu durchforschen, ehe wir sprachen. Uns liegt nur an einem: Dem Zionismus am besten zu dienen. Uns liegt gar nichts daran, auch noch in zwanzig Jahren stolz an unsere Brust schlagen und ausriifcn zu können: Wir Wilden sind doch bessere Menschen, Zurzeit Göttingen. Rudolf Samuel. ״Neuzeitliche Umgestaltung“ des Ausländer• Wahlrechts Unsere Leser wissen, daß liberale rheinische Synagogcngcmcindcn dazu übergegangen sind, ihren ausländischen Mitgliedern das Wahlrecht zu nehmen oder zu beschränken. Der Minister des Innern hat diese Versuche zurückgewiesen, weil das alte Judengesetz von 1817 eine unterschiedliche Behandlung von in- und ausländischen Juden in der Gemeinde nicht duldet. Der Minister rät aber den Gemeinden, noch kurze Zeit zu warfen; das alte gerechte Wahlrecht, nach dem alle Juden gleich sind, werde jetzt ״neuzeitlich 11 m g e s t a 11 e t“; und demnächst könnten die Gemeinden mit ihren Ausländern machen, was sie wollten. Der Minister meint die Neuregelung der Dinge auf der durch den Deutsch-Israelitischen Gemeindebund geschaffenen Grundlage. Hier ist der Erlaß des Ministers: Der Minister des Innern Ib. 51 21, Berlin, den 21. Februar 1921, Solange das Gesetz vom 23. Juli 1847 über die Verhältnisse der Juden (G.S, S. 263) in Kraft ist und ■•ein § 11׳ so ausgelegt wird, wie es in dem and! dort- Mils als zutreffend anerkannten Erlaß vom 13. Oktober 1'tlO 1 b 1401 11 geschehen ist, wird die in Antrag gebrachte Genehmigung nicht erteilt werden können, denn die Satzung darf den Kreis der Wahlberechtigten nicht anders abgrenzen als der g 41, wie ein Vergleich mit S 50 ergibt: Das Wahlrecht der Synagogeitgemeinden neuzeitlich umzugestalten, wird jedoch Gegenstand eines Gesetzes sein, das in Vorbereitung ist. Wenn nicht mit Rücksicht hierauf die SynagogengcnteiiKlcn in Köln und Aachen von den geplanten Satzungsänderungen vorläufig Abstand nehmen wollen, sind von der Genelimigungsins tanz die bisherigen Grundsätze anzuwenden. Danach kann § 20 des vorgeleglen Nachtrages nicht genehmigt werden. 1, V,: gez. Meister, An den Herr» Oberpräsidenten der Rhetraprovinz in Coblenz. Eine neue Poale-Zion-Partel Zu den zwei Poale-Zion-Parteien (die ״r und die ״Linken“) ist eine dritte ״Partei“ hi; . W1r iesen in der ״Jüdischen b eiterstimme׳, Berlin (rechte Poalc-Zion), daß Genossen Rcwvnzki, Etrusi und andere aus der sozia sehen Arbeiterpartei Poalc-Zion (linke) ausgetreten und nun die ersten Schritte zur SehafW S ״- 1 oalc-Zion-l artet unternommen haben. Wir werden dem Eintreffen genauer Nachrichten weiteT E* . *) Vgl. das — übrigens überholte — <׳<״ Sozialismus in ״Die Studentin" (Schweizer N< JUEDISCHE RUNDSCHAU Vermischte Nachrichten Konferenz hebräischer Schriftsteller Jerusalem. (J. C. B.) Während des Pcßachfesics fand in Ja ff a eine Konferenz hebräischer Schriftsteiler statt: 70 Schriftsteller waren zugegen. So kolow wurde zum Ehrenpräsidenten der Konferenz gewählt. Es wurde beschlossen, daß in Palästina eine Verlagsbuchhandlung gegründet werden soll. Die Konferenz nahm eine Resolution an, worin sie ihr tiefes Bedauern über die Uneinigkeit und das augenblickliche Verhältnis zwischen amerikanischen und europäischen Führern der Zionistischen Organisation ausdrücktc. Eine weitere Entschließung wurde angenommen, die Zionistische Organisation solle die Frage der Erhaltung und Entwicklung der hebräischen Literatur als einen ergänzenden Teil der zionistischen Tätigkeit in Betraeiit zielten, Begrüßungen wurden gesandt an Ach ad Haani, Stybel, Ch. Dubnoff, CI1, Bialik, Tchernichowski, Es wurde ein Komitee gewählt, bestellend atts den Herren: Benzion, G lick so 11, Radler, W i 1 k a n s k y , F i c 1t m a n n und Dr. Klausner. Das palästinensische Verteidigungskorps Jerusalem, 26, April. (J. C. B.) In der letzten Sitzung des palästinensischen Advisory Council erklärte der High Commissioner, die Regierung habe beschlossen, die palästinensische Bevölkerung zur Schaffung von Vcrtcidigungskorps, die sich aus allen Bevölkcrungsschichten rekrutieren sollen, einzuladen. Diese Wehrmacht werde keine große sein, da das Budget dies gegenwärtig nicht gestatte. Britische Truppen werden zwecks Aufrechtcrhaltung der Ordnung und Sicherheit und zum Schutz der Landesgrenzen vor Unruhen in Palästina verbleiben, um seine friedliche Entwicklung zu sichern, welche Aufgabe die britische Regierung als die Mandatarmaeht übernommen habe. Die Rekrutierung werde auf der Grundlage des Freiwilligcnsystems durchgeführt, tmd sowohl arabische als jüdische Abteilungen sollen geschaffen werden, Sic werden dem Oberbefehls-!!aber in Palästina, Colonel Castelle, unterstellt sein. Neuerliche Massakers in der Ukraine London, 4. Mai. (J. K. B.) Hier sind Nachrichten eingetroffen, daß neue Massakers in der Ukraine stattgefunden haben. 76 Männer, Frauen und Kinder wurden in schrecklichster Weise durch bewaffnete Banden niedergemacht. Diejenigen, welchen es gelungen ist, in die Wälder zu flüchten, sind erfroren aufgeftmden worden. Von der kleinen Stadt Rcpoka nahmen die Mörder ihren Weg nach Dobrianko-Podabinsko, Tubiza, Listwin und Kalibinka, wo sic überall die jüdische Bcvölkerung n i ed e r m e t ze 11e n und ihre Häuser nach der Ausplünderung in Brand steckten. Einstein-Vorlesungen iu England Professor Einstein wird auf der Rückreise aus Amerika Mitte Mai in England erwartet. Er wird auf Einladung des King’s College in London eine Reibe von Vorlesungen über seine Theorie halten, auch wird er Manchester besuchen. Die Kontrolle der Kolonial-Mandate Genf, 5, Mal. Die ständige Kontrollkommission des Völkerbtuides für die Mandatsverwaltung der ehemaligen deutschen und türkischen Gebiete außerhalb Europas hat als sachverständige Mitglieder berufen: Beau (ITauki'eli'li), 1 Tau Anna Ungge-Wicksell (Schweden), Freire d'Andradc (Portugal), Ürmsby-Gore (Großbritannien), Orts (Belgien), van Rees (Holland), Theodoli (Italien), Yanagida (Japan). Der Amerikaner Camcron Forbes, der ehemalige Gouverneur der Philippinen, hat die Berufung in die Kommission abgelehnt. Schnellzugverbindungen zum Delegiertentag Breslau-Hannover Breslau ab ]IBS 400 122 מ:10 Berlin Schics. Bhf. an tft,־; 92 757 n 11 11 ub ׳״8 102 73 8“ Hannover 811 jva gm 1221 1288 Frankfurt/M.—Hannover Frankfurt a.M ab 9« giß Hannover an 62 6!6 MUnchen—Hannover München Hbhf. ab 7•7 ׳'׳!» Leipzig an 5» 1׳jjj Leipzig ab 5)78 t;15 Hannover an 3ü> ]221 Berlin—Hannover Berlin Schics. Bhf. ab 7'■» 805!2« . Lehrter . ab — — —; Hannover Leipzig Hannover an 1221 12» 453 y! Leipzig— Hannover ab (!15 1021 an!221 40a 8» - — »57 ]28 gfö 10*2 fltü Köln—Hannover Köln ab 7“ Rio!015 5-25 951 Hannover an 22 3*5 8517 <*1 ״ 1022 g!8 ytm י»5 “12 Magdeburg—Hannover Magdeburg ab 8*«!00 2«» fl» ]207 Hannover an 12« 401 yse ytS glö «1 . , Hamburg—Hannover Hamburg ab 7« 1218 7» Hannover an!0*3 gno ]]m Mfi* 12 Nt. 37 Jüdische Gartenbauschule Berlin Bei der Ungunst der Zcitvcrhältnissc hat die iudischc Gartcnstadtgcnosscnscliait unter dem neuen \\<r stand (Dr. F. A. Theiihabcr, Sicgbert Wolff und Dr Kronstein) die Beteiligung an einem neuen Unternehmen ganz vor den Toren der Großstadt Berlin übernommen das der landwirtschaftlichen Berufsausbildung <jcr <jeutj scheu Juden dient. Zusammen mit dem Verein zur pörderiing dei Bodenkultur, der die bekannte Siedlung in Halbe bei Berlin förderte, hat die Genossenschaft 'ihre Mittel zur Einrichtung einer Gartenbauschule zur Ver fügung gestellt. Ein tüchtiger, erfahrener, früherer Ablener hat die Bebauung des Terrains, das t]jc dischc Gemeinde abläßt, übernommen. Vorerst jn kleinem Malistabc werden im Oktober 70 Morgen zur Verfügung der Gartenbauschule stehen. Das Terrain liegt zwischen Buckow und Mariendorf und ist bequem mit der Straßenbahn zu erreichen. Dadurch ist eine Möglichkeit gegeben, dem Drang der Großstadtjugemj cutgegeiizukoinmen, sich im Gartenbau auszubilden, ,ferne Führung, die den Genossen der Gartenstadt die Emrichhmgen und das Land zeigte, bezeugte die glückliehe Hand, die Herr Rittergutsbesitzer J. Bcrndt vom Vorstand des Bodcnkulturvereins hatte, als er nach unendlichen Schwierigkeiten die Baulichkeiten, Scheunen, Stallungen usw, diesem Zwecke frcimachtc. Bei dem geringen Interesse, das leider derartigen Bestrebungen entgegengebracht wird, und bei der herrschenden Teuerung ist das bereits Geschaffene etwas ganz außerordentliches. Es wäre zu wünschen, daß alle irgendwie interessierten Kreise den Ausbau des Unternehmens fördern würden. Nur durch den Beitritt neuer Fürderer wird es möglich sein, die Gartenbauschule noch so zu vergrößern, daß eine nennenswerte Anzahl deutscher und ostjüdischer junger Leute beköstigt und ausgebildet werden. Bei der Wichtigkeit der Angelegenheit bitten wir alle Freunde dieser Bestrebungen, sich mit Herrn Siegbert Wolff, Kurfürstendamm 216, in Verbindung zu setzen. Ausweis der Zionistischen Vereinigung für Deutschland (Nr. 4, 1021.) Schekel 1919/20: Eisenach 50.—, Erfurt 237.—. Lnndcsbciträgc 1920: Berlin: Misraclii 6. --, Göthen (12.50, Essen 200. , Frankfurt a. O. 170.--, Hamburg: Misraclii-lugendgruppc 7.5Ü, Misrachi-Ortsgruppe 30.--, Hamm 20.—, Magdeburg 515.—, Zwickau 150.—, Misraclti (s. Spezif.) 72.40, Schekel 1920/21: Berlin 10.--, Berl. Zion Vereinigtmg 2125,-, Bonn 230.-, Halle 30.-, Liegmtz 30.—, Schivelbein 10.—, Tilsit 300.— Landesbeiträge 1921: Berlin, durch Z. B. des Misrachi 453-, Bonn 115.-, Breslau, Herzl-Club 00.- , Cothcn 150.—, Dresden 800.—, Elbcrield 2‘M) — Erfurt 200.—, Essen 525.—, Frankfurt n. O 178.50, ׳Halle 270.—, Hamburg, Misrachi-Jugendgruppe 90.—, Misrachi-Ortsgruppe 316.50, Hamm 65.-, Köln Hasdtachar 210.—, Leipzig 620.—, Liegnitz 85.-, Mainz 400.- , Zwickau 75.—, Misraclii (s. untenst, Spezif) 680 - . Eingang vom 1. bis 8. Mai 1921: Schekel 1919/ 1920: 287.—, Landesbeiträge 1920: 1233.40־, Schekel 1020/21: 2735.— , L a nde s be i t r ä g c 1921: 5583,-. Gesamteingang: Landesbeiträge 1920: 43 395.15, Schekel 1920 30095.50 :21׳, Landesbeitrage 1921: 25 307,25, Spczitikaiion der Landesbeiträge des Mis rachi: 1920: Breslau 10•.19׳, Uersfeld fiir Jugemigruppe 23.- , 1921: Berlin, Jugendgemeinschaft 252.- , Breslau 120.—. Jugendgruppe 25.—, Uersfeld Jugendgruppe 27.—, Köln 154.—, Jugendgruppe 102.—. Die in Nr. 33/34 ausgewiesenen Landesbeiträge vom H a po e I II n zn i r (624,— ), setzen sielt wie folgt zusammen: Berlin 175.50, Breslau 51.— , Castrop 21 — Dortmund 51.—, Duisburg 75.—, Essen 31.50, Erfurt 25.50, Frankfurt 48.—, Gclsenkirchcn 7,50, Herne 34 50 Köln 39.—, Königsberg 36.—, Merklinde 28.50. ' ’ Adresse für Geldsendungen: Zionistische Vereinigung tür Deutschland, Berlin W15, Sächsische Straße!■ Postscheckkonto: Berlin 8091. Bankkonto: Nationalbank für Deutschland, Depositenkasse: Berlin, Kurfürstendamm. Alle ausländischen jüdischen Studierenden, die trotz genügender Vorbildung nicht zur Immatrikulation ",!0״ 11!י׳rlincr Hochschulen für das Sommer-Semester 1921 zugelasscn wunden, werden ersucht, sich zwecks Aufnahme einer Statistik bei dein Vertreter der vercungten jüdischen Gruppe im Ausländeramt der Berliner Mudentenvertretung, Herrn Philippsthal, zu melden. Sprechstunde laut Anschlag am Zimmer 55 der Ber- 1111er Universität. Jüdisches Volksheim. Das jüdische Volkslied!! I1.1t 111t vorigen Jahre 150 jüdischen Kindern einen Ferienaufcnthalt ait der Ostsee geben können. 150 Kinder, die blaß und unterernährt hinausfahren an die See, konnten wir neugestärkt, mit blitzenden Augen und frischer Lebenslust wieder ihren Eltern übergeben. Aber ein einmaliger Aufenthalt kann die schwache Gesundbeit dieser Kinder nicht genügend festigen, überdies l'l , c.s Y*c’c> denen wir wegen Mangel an Geldmitteln nicht helfen konnten. Diesen allen muß diesmal geholfen werden. Dazu bedarf cs aber der Unterstützung aller, denen die Wohlfahrt unserer Kinder am Herzen liegt. Wir haben in Hessen geeignete Räumlichkeiten getunden, können aber nur dann unser Hilfswerk durchführen, wenn uns ausreichende Unterstützung zuteil wird. Die Leitung des jüdischen Volksheims. Spenden erbitten wir auf unser Postscheckkonto: Erich Roth (Verein Jüdisches Volksheim), Berlin NW 7, Nr. 23(8)1. fanger eröffnet, für den noch Neuaufnahmen sta *'na®״• Sprechstunden: Montag, Dienstag und Donnei saK£f*c. 1,,abends in der Jüdischen Gemeinde, Orank burger Str. 29, vorn III, Zimmer 85. N. Berggrün,

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