Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1921)
- Date
- 1921-05-06
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Leitartikel *öl te in diesem Zusammenhang nur betont werden, uai> unserer Ansicht nach, falls Simon den von mm selbst stets betonten demokratischen Charakter unserer Uewe- ״■um: respektiert und vor allem die Schwierigkeiten der psychologischen Behandlung des palästinensischen Judentimis richtiger gewürdigt hätte, vielleicht sachliche, mitunter sogar scharfe Auseinandersetzungen notwendig geworden wären, aber nicht die erbitterte Stimmung entstanden gerufen hat zu anderen wäre!’ die sein Auftreten tatsächlich hervor- Wir glauben nicht, daß der erwähnte Artikel berechtigt. ־ R. W. Interpretationen Keren F)ajessod Keren Hajessod in der Vojvodina Die Aktäm des Keren Hajessod wurde in gewattigem Maile vertieft durch die Arbeit dies Herrn '!!!ins Iler per, Vertietcr des Keren Hajessod für Zentraleuropa. Am •1. April sprach er im großen Saale der jüdischen Gemeinde in Novisad. Am 5. April :.׳.׳iciimittags begab sich Herr Julius Beiger in Begleitung lies Herrn Sime ■Spitzer, Vertreter äir Jtigoslawien und des Herrn Dr. Siegmund Händler, Vertreter für die Vojvodina, ferner Fräulein Sari K >0 1111 ,be im Zusammenhänge mit dieser Arbeit eine Kontrolle der Jugendarbeit in der Vojvodina vornnhm, nach Vcliki- Beckerek, wo vor einem begeisterten Auditorium die Entuiekhmgsmöglichkeitcn der jüdischen Weltbcwcgang klargelegt wurden. Am 6. April begab sich die Gruppe nach Senta, wo im großen Saale des Hotel Royal vor der Gesamtjmlenheit das Problem des Keren Hajessod erörtert wurde Am 7. April nachmittags besuchte Herr Julius Berger die tiioßgemeinde Ada. Die Vorträge wurden vor einem große» Auditorium gehalten, das sich am 3. bereits an der tatsächlichen Arbeit da׳ Zeichnung be- U'üigie. Am 9. April begab sich das K. H.-Komitee über Subotica nach Somb.ir, wo die jüdische Bewegung unter der Leitung des Herrn Dr. Glanz Ahris steht. An j diese!,: Tage wurden die Vorträge für den 10. be- | stimmt, und zwar hielt Herr Julius Berger am 10.! vormittags im jüdischen Tempel eine Rede über das j .Schicksal und über die Lage des heutigen Judentums; der ganzen Welt, — tief erschüttert lauschte die Gej meinde den Worten des Redners, die dem hiesigen! Judentum«; eine ganz neue Perspektive eröSfnctcn. Nach j dieser Rede folgte eine Ansprache des Oberrabbiners I Fischer, der im Namen der Somborer Judenhcit die j Versprechung am Atifbnue Palästinas teilzunehmcu feier•! lidist abgab. Um 4 Uhr hielt Herr Dr. Siegmund j Händler einen Vortrag über den jüdischen Nationa• j lismus im großen Saale des Hotels Sloboda, wo das j Thema politisch und wirtschaftlich entwickelt wurde, Am selben Tage wurde ein Kuratorium gebildet. I Am 11. April begab sich Herr Julius Berger J über Subotica nach Beograd, wo eine weitere Arbeit j vor sieh gehen wird. Von Beograd fährt Herr Julius ( Berger nach Zagreb, um dort über den Keren 1 ia•! jessod weitere Besprechungen aiizuknüpli,!. Die Auf• i khirerarbeit seitens der Zentrale des Keren Hajessod j für Zentraleuropa wird ihre Wirkung nicht verfehlen, j mtd es ist demgemäß wohl zu erwarten, daß der Keren j 1 In jessod die selbstverständliche und pflichtgemäße Mit• j;:rbeiterschaft der Vojvodina nicht vermissen wird. j (״Jüd. Volksblatt“.)! Keren Hajessod in Spanien Im Aufträge des Hauptbüros des Kerc» Hajessod zu London unternahm Herr Bension eine Reise nach Spanien, 11m sich über die dortige Keren Hajessod-Arbeit zu orientieren. Während seines Aufenthaltes in Madrid besuchte Herr Bension einige Mitglieder des Keren 1 fajessod-Komitecs, unterhielt sich eingehend mit ihnen über die Keren Hajessod-Aktion und bewirkte durch sic, daß eine Sitzung des Keren Hajessod-Komitecs aiibcraumt wurde, ln dieser Sitzung, der Herr Bension als Gast beiwohnte, machte Herr Bension den Vorschlag, man solle Herrn S o r i n, der Mitglied des Komitees ist und wegen seiner eifrigen zionistischen Tätigkeit hochgeschätzt wird, bitten, den im Hauptbüro tätigen nichtjüdischcn Sekretär, einen Mann von außerordentheben schriftstellerischen Fähigkeiten und bedeutendem organisatorischen Talent, in zionistischen Fragen zu unterstützen. Als die finanzielle Lage des Ke'ren Hajessod im weiteren Verlauf der Sitzung erörtert wurde, veranlaßte Herr Bension, daß mit der Einkassferiing der Jahresbeiträge für den Keren Hajessod sofort begonnen werde. Nach Verkündung des Budgets des Keren Hajessod überbrachte man die freudige Mitteihmg, daß die Gase Universal de los Sefardics sich bereit erklärt habe, bis zur Einkassierung für den Keren Hajessod die nötige Summe vorzuschießen. Auch die Federation und der Keren Kajemeth, die, wie man beschloß, vom Büro und Personal Gebrauch machen .ollen, sollen nach Vorschlag des Herrn Bension den Keren Hajessod mit einer bestimmten Summe entlasten. Ueber die monatlichen Spesen des Keren Hajessod wurde ein Kompromiß zur Befriedigung aller Institutionen getroffen. 6re!-Israel Herbert Samuel Im Ostjordanland ln Begleitung des Colonel La wren ce und anderer hohen Beamten stattete Herbert Samuel dem Emir Abdullah einen Besuch in seinem Lager ab, wo er von den Beduinen mit großer Begeisterung und orientalischem Pomp empfangen wurde, ln einer Anspräche, der Tausende von Beduinen beiwohnten, sagte Samuel, daß die englische Regierung stets bemüht sein sveide, mit den Beduinen des Ostjordanlandcs in frieden und Freundschaft zu leben, damit nicht Transjoulanieii zu einem Herd der Feindseligkeit und des Hasses gegen England und Frankreich■ werde. England würde auch dem Emir Abdullah Aeroplanc und sonstige technische Hilfsmittel bereitstellen, um ihn vor den Ueberfullen der räuberischen Wüstenheutiine» zu sichern. Der Emir dankte für die freundliehen Worte und versicherte England seiner uaabäinlerliehen Freundschaft. Uebt Kuer Wahlrecht, für den Dslcgieneutag der Z. V. f. D. aus! Wer Sonnabend Dicht in den Gruppen gewählt hat, gehe Sonntag vormittag in׳ folgende *ionistische Büros wühlen: V r «.vnuaii/uivf uiuuPißtuo our. ט, eine Treppe, im Archiv / Büro des Misrachi, MunbijouplaU 1. Die deutschen Benediktiner wieder in Jerusalem Die deutschen Benediktiner auf dem Berge Zion, die im November 19IS Jerusalem hatten verlassen müssen, sind in diesen Tagen nach Jerusalem zuriickgckchrt, auf Grund der vom Oberkommissar Sir Herbert Samuel erteilten Erlaubnis. Sie haben Kloster und Kirche in gutem Zustande vo :׳gefunden. Die Rückreis!׳ erfol; wurden. te über Rom, wo sie vom Papst empfangen Pilgerwanderungen nach Jerusalem j c r 11 s a 1 e m, 29. April (J. C. B.). Anläßlich der Oslerfeiertage bemerkte man das Auflebert der biblisehen Olei-Regel-Sitte, Pilgerwanderungen zu unternehmen. Viele Chaluzitn aus allen Teilen Palästinas haben den Weg nach Jerusalem zu Fuß zurückgelegt. Das palästinensische Wappen De palästinensische Regierung hat die Bevölkerung offiziell aufgefordert, Vorschläge für die palästinensische F a h ne und für das palästinensische Wappen zu machen, das auf den Münzen, den Postwertzeichen und sonstigen offiziellen Zeichen angebracht werden solf. Das Wappen soll möglichst einfach sein und allen Teilen der Bevölkerung gerecht werden. Die Kosten der Palästina-Reise Der neue Dampfer ״Carniolae“, der direkt zwischen Triest und Jaffa verkehrt, verfügt über •12 Plätze erster Klasse zu .C 21־.ü.—, 17 Plätze zweiter Klasse zu C 17.10,—, und 716 Plätze dritter Klasse zu £ 6.8.—. Die Fahrt dauert 143 Stunden. Die 'Küchenführung ist rituell. Die Transporte werden von einem Ver- I freier der ״M a a w i r i m“־Transp0rt־Gesellschaft be- | gleitet. Das erste Schiff geht am 15. Mai ab. j Rechtsanwalt-Prüfungen in Palästina! Am 13. Juni werden nach Mitteilungen von ״Haarcz“ | ia Jerusalem die ersten Prüfungen für Rechtsanwälte; stattfinden, die zu den palästinensischen Gerichten zuge« j lassen werden sollen. Als Kandidaten kommen nur Perj soiieii in Betracht, die das Abgangszeugnis eines staat- ן lieh anerkannten juristischen Institutes besitzen, bzw. I die Rechtsschutz in Konstantinopel mindestens zwei j Jahre lang besucht haben. Die Prüfungsgebühr beträgt I 2 ägyptische Pfund, das Gesuch muß spätestens am : 1• Juni!in Justizdepartement zu Jerusalem vorliegen, j Die Kandidaten werden in folgenden Fächern ge- 1 prüft: Schariathrecht (für Anwärter auf den Posten eines moslemischen Richters), Zivilprozeßordnung, Zivilrecht, Immobilienrecht, Strafrecht, Strafprozcßordnung, Exckutionsordmmg, Notariatsrecht, Handelsrecht. Wirtschaftliche Nachrichten ans Palästina Der Waad Hazirim zählt in seinen ״Mitteilungen“ vom 12. April eine Reihe von Berufen auf, in denen neue Zuwanderer in Palästina Beschäftigung finden könnten. Zunächst kommen diejenigen Einwanderer in Betracht, welche sich mit eigenem Kapital als Ackerbautreibende niederlassen wollen. Solche können in unbeschränkter Zahl ins Laad kommen, da sie im ganzen Lande siedhmgsfähigen Boden erwerben können. Ein Dunatn solchen Bodens kostet gegenwärtig 3—6 engl. Pfund, je nach der Qualität des Bodens und nach seiner Nähe zu bereits besiedelten Zentren. Eine glänzende Zukunft winkt der Fischerei, wenn sie von Fachmännern betrieben wird. Die-e werden allerdings die erforderlichen Geräte sowie die fachlich geschulten Hilfskräfte aus dem Auslande einführen müssen. Die besten Aussichten haben auch diejenigen Einwanderer, welche mit Kapital und fachmännischer Erfahrung die Nägeli'idustrie und die Faßbinderei in Palästina errichten werden. Dasselbe gilt von der Frucht- und Oemiisckons e r v e n - Industrie, die bisher in sehr primitiver Weise betrieben wird. Da ein großer Teil der für diese Industrie notwendigen Instrumente im Lande nicht vorhanden ist, wird man sie entweder aus dem Auslände eintühren, oder eine besondere Fabrik für deren Erzeugung in Palästina errichte» müssen. Hingegen ist für die Essig- und Gäriuigsindustrie kein Raum, ebensowenig für Gold- und Silberschmiede, für Apotheken und Drogurien, sowie für Stellenbewcrber als Beamte. Ausstelhmt! landwirtschaftlicher Maschinen Das Landwirtschaftsdepartement der Regierung ist in der letzten Zeit bemüht, Mittel zur Hebung der landwirtschaftlichen Produktion zu finden, im März dieses Jahres veranstaltete die Regierung bei Haifa eine Aus- Stellung von Dampfpflügen und Traktoren, um der ackerbautreibenden Bevölkerung den Gebrauch von Maschinen vorzuführen. Fast alle großen Firmen Amerikas und Englands waren vertreten. Jeder Traktor umpflügte eine Fläche von 3000 Quadratmeter». Eine größere Anzahl von Landwirten, die zum ersten Male den Gebrauch landwirtschaftlicher Maschinen •sah, wohnte der Vorführung bei | Deutsche Maschinen für die Bau-Industrie in Palästina Ende März brachte die ״Kairo“ die für die Baui materiaiienfabrik ״Sylikat“ in Tel-Awiw bestimmten i Maschinen. Die Landung konnte in Jaffa, wo keine ( Kräne vorhanden sind, nicht vorgenommeu werden, ו weshalb die Ladung in Haifa gelöscht werden mußte,; von wo aus sic mit «1er Balm nach Jaffa befördert ן wurde. Die Maschinen sind aus Elbing; sie lenkten j die Aufmerksamkeit aller Ingenieure Haifas auf sich. Es sind die größten, bisher nach Palästina cingefuhrten I Maschineneinrichtungen. Die Einwanderung lm März 1921 kamen 950 neue Einwanderer nach Palästina, darunter 300 aus Anatolien und Pers i e n. Von diesen neuen Ankömmlingen haben sich 60 Familien zu gemeinsamer Ansiedlung auf dem Lande zusammengetan. Das Einwanderungs-Departement der Zionistischen Kommission ist bemüht, die Einwanderer verschiedene Handwerke lernen zu lassen, wie Bauen, Weben usw. Es bemüht sich ferner, die Einwanderer in Gegenden unterzubringen, wo die jüdische Bevölkerung nur gering ist, so z, B. in Berseeba, Gaza, Akka, Ramallah, Ludd usw. Viele Einwanderer werden jetzt bei den Eisenbahnen beschäftigt. Ausstellung palästinensischer Blumen in Jerusaieni. Das Museum für Landwirtschaft und Natur- Wissenschaft in Jerusalem veranstaltete eine Ausstellung sämtlicher Blumen Palästinas, die jetzt in voller Blüte stehen. Viele von ihnen sind besonders interessant, da sie nur in Palästina bzw. nur im Jerusalemer Gebirge Vorkommen. Die Ausstellung hat großes Interesse erregt und wurde besonders von Schülern besucht, die die Gelegenheit wahrnahmen, die Flora Palästinas kennen zu lernen. Die Schiffahrt auf dem Genezareth-See. Nachdem die Stürme der Winterzeit die Schiffahrt auf dem Genezareth-See erschwert hatten, konnte der Verkehr bei Beginn des Frühlings wieder aufgenonimcn ■werden. Es verkehren auf dem Genezareth-oec zwei Motorboote, ein jüdisches und ein arabisches, und infolge der Konkurrenz dieser beiden Unternehmungen ist der Fahrpreis um 50 Prozent gesunken.. Außer diesen beiden Booten verkehrt dort noch ein Segelboot, das den jüdischen Chausseearbeitern gehört und nur zu deren persönlicher Beförderung und für die Beförderung von Lebensmitteln und Arbeitsgerätschaften dient Tcl-Awiw als Seebad. Die Stadtverwaltung Tel- Awiw hat bei der Regierung eine Konzession zur Errichtung von Seebädern an der Küste erworben. Es wird das erste moderne Seebad Vorderasiens werden. Ein großes Kapital soll üi diesem Unternehmen investiert werden, das sich zu einem Mittelpunkt des Badctebcns (Motorboote, Segelboote usw.) ausbilden dürfte. Hebräisches Theater in Jerusalem. Zum ersten Male wurde Ibsens ״Nora“ in hebräischer Uebersetzung vor einem tausendköpfigen Publikum im hebräisehen Theater in Jerusalem aulgeführt. Anerkennung der Nationalbibliothek. Das Er- Ziehungsdepartement der palästinensischen Regierung teilt in einem Schreiben an die Direktion des British Museum in London mit, daß in Jerusalem eine jüdische Natkmalbibliothck besteht, die einen großen akademisehen Wert besitzt. Eröffnung des Sportklubs in Jerusalem. Am Montag, den 28. Marz, wurde in Jerusalem ein Sportklub auf dem speziell zu diesem Zweck erworbenen Terrain eröffnet. Die Eröffnung wurde Lady Churchill angetragen, die den Minister, der infolge drim gencler Angelegenheiten unabkömmlich war, vertrat Der Führer der ״Boyscouts“ in Palästina. Der englische General I awel, der Gründer und Vorsitzende ״ACr .,™rga.usaho״ der ״Boyscouts“, besuchte Anfang ״Pr1!. P^üina, wo er Gast des Obcrkoinmissars war. Die jüdischen und arabischen Wanderbünde veranstalteten *JV™ S1 f }r.*Ln cj!ke Eeier, der auch der Oberkommissar, xff 1 ״ j״r Boyscouts in Palästina, beiwohnte. Nach_ Vorführung von verschiedenen Uebungcn und Begrüßungsansprachen wurde die Feier geschlossen.