Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-04-12 · Heft 29 (12.4.1921) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 29 (12.4.1921)
Date
1921-04-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652342--13916-2671688
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

/ l iS' riia E n 1. r -- V; »»׳fl 8». I f I 1C .«ך־י־מ* «ליי1 _.W.׳ \ / T**?Y*^!^gS^v /*^ ץיי״ימרך**■■^ «גך־״ץ» '\־׳/''v''H1 1 11L 1k. •&<& Veile? W iS, Seth suche Straße 8. Erscheint jeden DisnsUf »ad Freit«*. Bexuganre«• bei der Expedition und den f«atla»ten1 *iarteljshrlich 15,— M. io Deutschl/ind. Ausla&dsabenoe- Mnr»■ werden io der Wahrung der cinacioaa Leader berechnet. 1 Anzeigen-Verwaltung! I Verlag Alwin Locwenth&l, Berlin NW 7, Dorotheen! tr* 35 I Telephon: At&t Zeatriun 4814 und 4815• 1 Aiiolgenpreii für dis *1»u©t»ge*pei1«ae NonpareUkmeUn2,50U* 1 P*aniUct>enEeige1> 4 M. pro Zeile. | Anxslf«Bichlufli Dienste? and Freite? aechmitta? 4 Uhr, Telephon! Uhlattd 84S u.846. Postscheckkonto: Berlio Nr. 17892. Für Oesterreich. Postsparkassenamt Wien, Kooto Nr. L56 030. f Fav Tschechoslowakei 1 PesUparkesseosmt Pr•?, Konto Nr. 256030. —־ Rcdsktton «Schluß Sonnt•? und Mittwoch •schmitte?. •־־• ^Nummer 29 | Berlin, 12. IV. 1921 •ד׳ נייסף תרס״א J xxvi. jahrg.! 0sr Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer 9 tlentllch - rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.“ Der Kongreß Von Richard Lichtheim, Mitglied der provisorischen Exekutive. Die erste Folge der Ankündigung des Kongrosses war, daß Zweifel laut wurden, ob es der Exekutive gelingen werde, tatsächlich׳ den Kongreß Ende August dieses J.111־n.s zusammenzubringen. Unsere Organisation ist durch die Vorgänge seit dem letzten Kongreß, der im Jahre 1913 in Wien abgehalten wurde, so sehr an den Zustand der Gesetzlosigkeit gewöhnt, daß die Zionisten sich verwundert die Augen reiben und ein ungläubiges Gesicht machen, wenn man ihnen sagt, daß der Kongreß in diesem Jahre stattfinden wird. Aber der Kongreß wird stattfinden; und es wird ein gut organisierter und dem Fortschritt des Zionismus dienender Kongreß sein, wenn die Zionisten sich rasch von der ersten Verwunderung erholen und sofort — aber wirklich sofort — an die Arbeit gehen. Der Kongreß wird gelingen, wenn er technisch und sachlich gut vorbereitet wird. Zur technischen Vorbereitung gehört in allererster Linie, daß die Schekelaktion mit höchster Besdileunigung durchgeführt wird. Die Exekutive ist an die Beschlüsse der Jahreskonferenz gebunden. Nadi diesen Beschlüssen sollen nicht mehr als 350- -100 Delegierte gewählt werden. Die Mandate sollen auf Grund eines Schlüssels verteilt werden, der erst dann gefunden werden kann, wenn die Schekelgelder nach London abgeführt worden sind, Aul die Gesamtzahl der eingegangenen Schekel werden diese 350—400 Mandate verteilt. Die Exekutive weiß, was sie in diesem Augenblick fordert, sic weiß, daß es der höchsten Anstrengung aller Länderand. Somlerverbiinde bedürfen wird, tun die Schekclkampagne in den Monaten April und Mai durdtzuführen. Aber die Exekutive muß verlangen, daß alle gesammelten Schekelgeldor bis zum 1. Juni nach London überwiesen werden, weil erst dann die Zahl der auf jedes Land und jeden Verband entfallenden Mandato festgcstcllt werden kann. Dies wird einige Zeit in Anspruch nelmien, dann müssen erst die Verbände verständigt werden, und darauf sind die Wahlen vorzunehmen. Die Wahlen werden wiederum einige Zeit erfordern, dann müssen die Ergebnisse nach London gemeldet werden, und erst hierauf kann die Ausgabe der Karten an die Dclcgierten erfolgen. Die Exekutive hat dafür zu sorgen, daß nur ord• nungsinäßig gewählte Delegierte am Kongreß teilnehmen und sie muß daher bei der Zuweisung der Mandate und der Prüfung der Legitimationen mit gleichmäßiger Strenge und Gerechtigkeit verfahren. Es gilt jetzt also alle Kräfte anzustrengen, damit ein jeder Verband die seiner Schekelzahl entsprechende Zahl von Mandaten erlangen kann. Wenn die Schekel rechtzeitig cingeheu und die Wahlen ordnungsmäßig vollzogen werden, so ist hiermit die schwierigste und wichtigste technische Vorarbeit getan. Für alles andere, insbesondere für die Wahl des geeigneten Ortes und der Räumlichkeiten, die Unterbringung der Delegierten, die Erleichterung der Reiscformalitäten Usw■, wird die Exekutive der Organisation sorgen. Eine gute technische Vorbereitung des Konpsses ist eine der Vorbedingungen für sein Oe• 1״gen, aber es gibt noch eine andere Vorbedin- Pjog, und das ist die sachliche Vorbereitung. Hier türmen sich gewaltige Schwierigkeiten auf, die m der augenblicklichen Situation begründet liegen. Aber wir müssen versuchen, in den nächsten Monaten auch dieser Schwierigkeiten Herr zu werden. ungeklärte politische Lage, die finanziellen baiwierigkeiten und der Meinungsstreit über die beste Form der Kolonisation und ihrer Finanzie- *״*g stellen die Exekutive vor das äußerst schwie- »ge Problem, den Kongreß zum Richter in allen komplizierten Fragen anzurufen, zugleich aber dem Kongreß Lösungen vorzuschlagen. Der Kcngreß soll entscheiden — gewiß. Aber der Kon• peß, der von Hunderten von Zionisten aus allen 31־*dem besudht wird und nur so kurze Zeit tagt, kann seine Aufgabe nicht erfüllen, wenn die leiten־ .!«stanzen nicht mit festen Vorschlägen, mit emem formulierten ,Finanz- und Kolonisaüoi.spro- Legalisierung des Keren Hajessod Der Palästina-Gründungsfonds Keren Hajessod Ltd. ist in London als englische Gesellschaft mit beschränkter Haftung eingetragen worden. Als sein Zweck wird in der amtlichen Verlautbarung angeführt, er habe ״die Erklärung der britischen Regierung (gewöhnlich die ״ßalfour-Deklaration“ genannt), die im Vertrag von S&vres vom 2. Nov. 1912 enthalten ist, zu verwirklichen, nämlich die Errichtung einer jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina (Erez-lsrael) durchzuführen“. Ehe Direktoren sind; J. Cowen, Dr. B. Feiwel, Wlad. Jabotinsky, J. Naiditsch und H. Zlatopolsky. Die Exekutive der Zionistischen Organisation ist berechtigt, weitere Direktoren zu ernennen, jedoch so, daß die Oesamtzahl niemals 23 übersteigt. Der Sitz der Gesellschaft wird in der Eintragung nidit erwähnt. (J. C. B.) Die offizielle, registrierte Bezeichnung des Fonds lautet: ״The Erez Israel (Palestine) foundation Fund Keren hajessod Limited,“ Amerikanische Bene Berith- Logen für die Palästina •Arbeit Die Großlogc Nr. 4 des unabhängigen Ordens Bene Berith hielt vom 20.—22. Februar ihre Konvention in Portland, Ore., ab und befaßte sich in dieser Konvention auch mit der Frage des Palästina- Mandates und der Teilnahme der Bene Berith-Logen an der Palästinaarbeit, Es wurde eine Resolution angenommen, die die Genugtuung über die Uebernahme des Palästina- Mandates durch Großbritannien ausspricht und dem festen Glauben Ausdruck gibt, daß das gesamte Judentum in der Vorbereitung Palästinas zusammenarbeiten wird, damit das Land für alle Juden, die nach Palästina auswandem wollen, aufnahmefähig gemacht wird. Die Resolution begrüßt die Gelegenheit, die Arbeit für die Wiederbevölkerung Palästinas durch das jüdische Volk zu unterstützen und zu fördern. Eine weitere Resolution verspricht die Hilfe der Loge für die Arbeit zur Sanierung Palästinas und die Schaffung von Sti pendieit in der hebräischen Universität in Jerusalem. Der Zwischenfall in Haifa London, 6. April. (J. C. B.) Ueber die bereits gemeldeten antiziom&tischcn Vorfälle ln Palästina werden folgende Details bekannt: Die Demonstrationen in Jerusalem konnten durch die Polizei verhindert werden, aber in Haifa gramm, mit einer entschiedenen Auffassung der politischen Situation vor den Kongreß treten. Die Gerechtigkeit erfordert zu sagen, daß diese Aufgäbe, die der jetzt eben provisorisch eingesetzten Exekutive zufällt, eine ungeheuer schwere ist. Aber die Zionisten haben ihrerseits das Recht zu verlangen, daß die Exekutive einen sehr ernsthaften Versuch unternimmt, bis zum Kongreß für die wichtigsten Gebiete der zionistischen Tätigkeit Vorschlage und Programme zu formulieren. Es liegt in der Situation und bedarf weiter keiner Begründung, daß es sidi wohl nicht um endgültige Programme handeln wird, aber es muß versucht werden, das zu formulieren, was in der jetzigen Situation sich als Aufgabe, sagen wir der allernächsten Jahre ergibt. Es muß zum mindesten erreicht werden, daß durch die Vorschläge der Exekutive die Wege bezeichnet werden, welche die Kongreßteilnehmer zu beschreiten haben, um nach einer Verhandlungsdauer von 1—2 Wochen zum Ziel zu gelangen. Die Aufgabe der Leitung und die Aufgabe des Kongresses wird erleichtert werden, wenn die Zionisten in allen Ländern sich selbst in den nächsten Monaten mit besonderem Emst dieser sachlichen Vorbereitung des Kongresses widmen, d. h. wenn sie gewissenhaft die Fragen prüfen, die ihre Vertreter auf dem Kongreß lösen sollen. Mir ist in der jetzigen provisorischen Exekutive die kam es zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und einem Haufen von Arabern und eingeborenen Christen, die die Polizeiaufforderung, sich zu zerstreuen, mit Steinwürfen auf die Polizisten beantworteten. Die Demonstranten hatten auch Seitengewehre bei sich, die sie gegen die Polizei gebrauchten. De Polizisten gaben Schüsse in die Luft ab, von denen zwei Demonstranten getötet und eine Anzahl, darunter einige Juden, verwundet wurden. Ciosteins Empfang durch die Stadt New York New York, 9. April Die Stadt New York begrüßte in der City Hall (Rathaus) durch eine besondere Delegation unter Führung des Majors Hy an und des früheren General- Staatsanwalts Wickersham Professor Einstein und die übrige zionistische Delegation, welche von dem zionistischen Führer Stadtrat Rosenblatt eingeführt wurde. Viele Tausende von Juden füllten Inzwischen den umhegenden Park an und brachten Hochrufe auf die Delegation aus. Professor Wcizmann, der Führer der zionistischen Delegation, hielt eine Dankrede, gleichzeitig im Namen von Professor Einstein und der übrigen Delegierten Die New Yorker Presse beschäftigt sich m unvermindertem Maße mit den der Delegation angehörenden Persönlichkeiten. Gründung einer Palästina-Handelsgesellschaft New York, 2. April. (J.C. B.) Hier fand unter Vorsitz Louis Marshalls eine Konferenz für die Gründung einer Gesellschaft zur Förderung des Handels zwischen Amerika und Palästina statt. Erschienen waren eine grolle Anzahl prominenter jüdischer Geschäftsleute, die beschlossen haben, die Geseflscliaft mit einem Gründungskapital von 5 Millionen Dollar zu registrieren Eia Separatdampfer nach Palästina Wie uns aus Wien telegraphiert wird, sind die Verhandlungen der Gesellschaft ״Maawirim“ mit dem Lloyd Tricstino wegen Indienststellung eines Separatdampfers Triest—Palästina vor dem Abschluß. Das In Frage kommende Schiff ist mouernst eingerichtet, mit Betten und Matratzen, mit koscherer Verpflegung und faßt ungefähr 700 Passagiere. Die Dauer der Reise von Triest nach Palästina beträgt 6 Tage. Die erste Reise dürfte Ende April oder Anfang Mai erfolgen. Drnckfehlercerichtigung In unserer Wiedergabe der Rede Churchills in der vorigen Nummer der ״jüdischen Rundschau“ hat sich ein völlig sinn störender Druckfehler eingeschlichen. Es heißt dort in der dritten Spalte der ersten Seite, Zeile 42, von Herbert Samuel: ״Niemand kann ihm den Vorwurf machen, daß er dem Zionismus gewogen sei.“ Die Stelle soll natürlich lauten: ״Niemand kann ihm den Vorwurf machen, daß er dem Zionismus nicht gewogen sei“ Leitung des Organisations-Departements zugefallen; ,und in der Leitung dieses Amtes wird cs völlig klar, was die erste Vorbedingung für die Festigung der heute schwer erschütterten Zionistischen!Welt- Organisation ist: die organisatorische Zusammenfassung der Kräfte auf der GrundLige eines klaren Programms. Das ist eine billige Weisheit. Aber es gibt Wahrheiten, die von ihrer Bedeutung dadurch nichts einbüßen, daß sie leicht zu begreifen sind. Ich will hier nicht mit der Vergangenheit und besonders nicht mit der jetzt zurückgetretenen Exekutive rechten. Aber man wird wohl überall zugeben, daß es so nicht weiter gehen konnte und daß wir eine so weitverzweigte, von so verschiedenartigen Gruppen gebildete Organisation weder aufrecht erhalten noch aktionsfähig machen können, wenn wir nidit zu einer programmatischen Klärung kommen und wenn wir die künftige Leitung nicht mit der vollen Autorität ausstatten, die nur der Kongreß verleihen kann. Darum brauchen wir den Kongreß, darum haben wir ihn einberufen, darum wild die Exekutive die höchsten Anstrengungen machen, um ihn technisch wie sachlich gut vorzubereiten und darum appelliert die Exekutive an die Mitarbeit aller Zionisten bei dieser Vorbereitungsarbeit

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.