Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXVI (1921)
- Issue
- Heft 21 (15.3.1921)
- Date
- 1921-03-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I ־י *1 I יעד 1 r• Ci; V-Ai C_ -J» KodtklioB *ni Verlag W 15, Sicheiod»• 3lr*B# 8, Er»&einl Men Di«u*tar und Freit»;. BexugipruU bd der Expedition uoa den Postämtern vi«rt#ljihrü«l» 15.-־ M. io Deutschland. Au*l»ad*aboon©- ■eaU werden io der Wahrung der einzelnen Luodar berechn**. Anzeigen-Vcrwai &y'c Nummer 21 1 Berlin, 15. 111 1921 Verlag Alwin Locwcnthal, Berlin NW 7, Dorothöenstir. 35 Tdephoo: Aal Zentrum 4814 und 4315* Aaselfroapret• für di# ■teueug««ue11eoe NonpareiUexeile2,50hi« P*raiU«n*nse4gto 4 M. pro Zeile. Anmnlf •n •«Mußt Dienstag und Freit«; oacbaritU; 4 Dhr. Telephon: Ubl.od 845 0.816. P05t*chrtkkonto: Berlin Nr. 17392, Für Oestcrreieb. P©*Up*rkM.«״«mt Wie״, Konto Nr. 156 030, Für Tschcchoftiowekei. Po.Up*ri״w*cn«mt Pr*;, Konto Nr. 156 030k Rcd׳»kl»oos*chluS Sonntag und Mittwoch nachmitt■;• -•־ ־!׳ ־־«■m1 ■■ווו 1 ,;!י mm אדר o> חרס״א 1 I r* _ XXVI. Jahrg. Der Zionismus erstrebt tQr das JQdlsche Volk die Schaffung einer BHentllch• rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm.״ Die provisorische Umbi der Exekutive Offizielles Communique Ocr Präsident der Zionistischen Organisation und der Vorsitzende der Exekutive veröffentlichen folgende Erklärung: Die Herren Julius Simon und Nelicmia de Liemc hatten als Mitglieder der Exekutive gegen Ende des vorigen Jahres resigniert, weil innerhalb der Leitung Meinungsverschiedenheiten in prinzipidlen Angelegenheiten bestanden, sie hatten sich aber bereit erklärt, die Geschäfte bis zur nächsten Sitzung des Grollen Actions-Comitös, die auf den 13. Februar ds. Js. angesetzt war, weiterzuführen. Da diese Sitzung nicht zustande kommen konnte, weil entsprechend den Wünschen der amerikanisehen Mitglieder die Mehrzahl der Mitglieder des Actions-Cimiites Verschiebung der Sitzung beantragte, sahen sich die Herren Simon und de Liente veranlaßt, mit dem 1. März von der Leitung zurückzutreten. Damit tritt Herr Simon auch von seiner Funktion als Vertreter der Exekutive im Keren Hajessod zurück. Um die Fortführung der Geschäfte bis zum Kongreß zu ermöglichen, wurden die Herren Josepli Co wen, Wladimir Jabotinsky und Richard L i c h 111 e i m eingcladen, provisorisch an den Arbeiten der Leitung teilzunelmien. Die genannten Herren haben sich hierzu bereit erklärt und ihre Acmter übernommen. Der provisorischen Exekutive in London werden außer Herrn Ussischkin, der bereits Mitglied der Exekutive ist, die Herren Dr. Ruppin und Dr. Eder angegliedcrt. Diese drei Herren bilden zusammen mit zwei von der Assefath Haniwcliarim oder vom Waad Haleumi zu delegierenden Vertretern des Jischuw die Zionistische Kommission, die eine kollegiale Behörde gleidiberechtigter Mitglieder unter gleichzeitiger Verteilung von Ressorts darstcllt und dem Actions-Comite der Zionistischen Organisation verantwortlich ist. Die Kommission wird sich ihren Vorsitzenden wählen. Zur Regelung der finanziellen Angelegenbeiten der Organisation wurde eine Finanz- und Budgetkommission gebildet, welche aus den Herren Naiditsch, Cowcn und Sieff besteht. Die getrolknen Maßnahmen werden dem Großen Actions-Comite bei dessen nächster Sitzung, Ende Mai oder Anfang Juni, zur Bestätigung unterbreitet werden. Der Zionisten-Kongreß wird entsprechend dem Beschluß dsr Jahreskonferenz hierdurch auf August einberufen. Ueber Ort und genauen Termin wird baldigst nach' Verständigung mit den Mitgliedern des Großen Actions-Coinitüs, den Landes- und Sondcrverbänden Mitteilung gemacht werden. Chain] Weizmann, Nahum Sokolow. London, den 11. März 1921. BMCaUnkBr-JOMMS* Die Aiijah muß weitergehen! Kundgebung der palästinensischen Chaussee- Arbeiter Haifa, 7. März. (J.C. B.) 111 Anwesenheit von 23 Delegierten, die 2000 Arbeiter repräsentierten, fand hier eine Konferenz der jüdischen Straßenarbeiter statt. Die Konferenz drückte ihr Bedauern über die A b n a h!11 e d e r E i 11 wa n - derung im letzten Monat aus und forderte die Arbeiterorganisationen auf, Schritte zu unternehmen, um eine neue Einwanderung in Fluß zu bringen. Die Konferenz beschloß, die Beistellung ärztlicher Hilfe von der Regierung, die als Arbeitgeber auftritt, zu verlangen, ferner daß alle Einkäufe durch die Arbeiterkonsumorganisation ״Hamaschbir“ vor/unelimen seien. Von besonderer Bedeutung ist der Beschluß, daß jeder Arbeiter verpflichtet sei, auf der ihm von der Organisation zugewiesenen Stelle zu arbeiten. Der Ausbau der jüdischen Autonomie in Palästina Jerusalem, 7. März. (J.C.B.) Hier fand eine Konferenz zwischen dem Waad Leumi und Sir Herbert Samuel statt, deren Beschlüsse einen wichtigen Schritt zum Ausbau der jüdischen Oemeinden in Palästina bedeutet. Der High Commissioner versprach, Instruktionen zu erlassen, die die jüdischen Stadträte als die einzige jüdische administrative Repräsentanz in den Städten und Kolonien und den Waad Leumi als die oberste Autorität anerkennen. Ebenso wird ihnen das Besteuerungsrecht eingeräumt. Eine Weltorganisation der sephardischen Juden öi M?.rz׳. D• C. B.) Hier fand eine Konh scpharclischen Juden statt, die sich mit der cjncr internen Organisation der hpEÄ .Jud£" befaßte• Den Vorsitz führte der rf״ ,P?n Angel Pufido Fernandez, tLÄl SD“bS1!1, sich gleichwohl seit ,Jc,1 Rückkehr der sephardischen Juden nach Schutz der spaniolischen Juden in X&tÜ&PL e1t״ttztc. Die Konferenz erhielt von in Spanien־Mmykk0 md Sokoiow fährt nach Palästina Paris, 10. März. Nahum Sokolow ist heute über Marseille nach Palästina abgereist. Der Zweck seiner Reise ist ein Zusammentreffen mit dem Kolonialminister Churchill, der bekanntlieh zur Prüfung der Mandatfragen sich nach Aegypten begeben hat, wo er mit Herbert Samuel konferieren wird, ln Anbetracht der Wichtigkeit der Reise Churchills, nach dessen Rückkehr die Mandatfragen im englischen Unterhaus behandelt werden sollen, ist es notwendig gewesen, ein Mitglied der zionistischen Exekutive zu diesen Besprechungen zu entsenden. Kassierung des Urteils gegen Jabotinsky ״Haare?“ teilt mit, daß der ägyptische Oberbefchlshabcr im Einvernehmen mit dem englischen Kriegsministerium das im April 1920 gegen Jabotinsky und Genossen gefällte Urteil aufgehoben I hat. Im April 1920 hat das Kriegsgericht den Leut- 1 nant Jabotinsky und 19 Freunde für die Organisierung der Pogrom-Abwehr zu verschiedenen Gefängnisstrafen verurteilt. Im Juli 1920 wurden sie vom Oberkommissar amnestiert. Sic reichten damals an den Oberkommissar ein Gesuch ein, in dem sie die begründete Bitte vorbrachten, das gegen sie gefällte Urteil aufzuheben. Der Oberkommissar erwiderte darauf, daß er nicht befugt sei, ein vom Kriegsgericht gefälltes Urteil aufzuheben, Jabotinsky und die anderen Verurteilten wandten sich an das Kriegsministerium in London, das den Prozeß revidierte und das Urteil außer in zwei Punkten (die erwiesene Waffenführisig Jabotinskys und die Vcrwundung eines Arabers durch Moldio) für ungültig erklärt. Kommentar zum Mandat; ״Hatoren“ läßt sich aus London berichten, daß die englische Regierung gemeinsam mit der I Zionistischen Organisation einen Kommentar zum Mandat ausgearbeitet habe. Der Kommentar trägt keinen internationalen Charakter, hat aber offizielten Wert und hebt die zionistenfreundlichen Bestimmutigen des Mandates besonders hervor. Reise Hermann Strucks nach Palästina Das Mitglied der Exekutive des deutschen Misrachi Hermann Struck begibt sich voraussichtlich demnächst nach Palästina, um seine Uebersiedelung dort* hin vorzubereiten. (״Jüdische Presse“.) Weizmanns Friedensmission Nachstehend geben wir einen A,׳.sm; aus einem im New Yorker ״Morgen׳■ Journal“ etschienenen Artikel des Redakteurs B. Shelvin. Dr. Weizmann bereitet sich jetzt auf seine Amerikareise vor. Wegen dieser Reise ist auch die Sitzung des Großen Actions-Comktes versetwben worden. So haben es die amerikanischen Z:onisteniührer verlangt. Ihr Wunsch ist gegen den Wißen mancher Mitglieder des Actions-Comitcs erfüllt \u>rden, weil Sokolow und Weizmann der Meinung sind, daß der Friede mit Amerika über alles ginge. Wir halten es für nötig, darauf hin/uweisen, daß die Zionisten Amerikas nie mit den europäischen Führern Krieg geführt haben. Es gibt keinen einzigen organisierten Zionisten in Amerika, der die Führer in Europa angreifen würde und keiner von ihnen hat einen Aufschub der Sitzung des Actions-Gomites vcrlangt. Dies war einzig und allein der Wunsch der amerikanischen Führer, die seit der Jahreskonferenz in London gegen den Willen der zionistischen Massen iu Amerika, ja sogar gegen den Willen vieler ihrer eigenen Mitarbeiter in der National-Exekutive (Geschäftsführeuder Ausschuß der Zionist Federation of Amerika) arbeiten. Dieser Aufschub ist hier allen unverständlich. Eigentlich sollte die A.-C-Sitzung zuerst stattfinden, die Plane für den sofortigen Aufbau Palästinas ausarbeiten, und erst dann miißie Dr. Weizmann nach Amerika kommen, um von den amerikanischen Zionisten die Durchführung der vom Großen Actions-Comite ausgearbeiteten Pläne zu verlangen. Vor allein müssen die Pläne ausgearbeitet werden, damit die amerikanisehen Juden wissen, wie tief sie in ihre Taschen greifen müssen. Gewiß, die amerikanischen Zlonisten haben nichts gegen den Frieden, sie sind ganz im Gegenteil zu allem bereit, um den Frieden zu erhalten. Sie dulden sogar die Autokratie und die falsche Politik ihrer Führer, eine Politik, die sich durch wenig Sympathie für die Ansichten der zionistischen Massen in Amerika auszcichnct. Aber jedes F.ntge :enkommen muß seine Grenzen haben, und viel« Zionisten in Amerika glauben, daß die Grenze bald überschritten sein dürfte, daß die Führer der zionisiischeu Welt- Organisation sich von den amerikanischen Führern an die Wand drücken lassen. Die amerikanischen Führer haben versucht, d.e üi Buffalo durehgeschmuggeltcn Beschlüsse auch in Kanada durchzusetzeu. Ferner haben sie versucht, James Roth- Schild für sich zu gewinnen. Aber die Kanadaer Convention erklärte ihnen, daß sie eher geneigt sind, mit London ztisammcnzuarbciten, als sich von Amerika Ina Schlepptau nehmen zn lassen. Audi James Rothschild erklärte seine absolute Loyalität Weizmann gegenüber, sobald er merkte, wozu die amerikanischen Führer ihn gebrauchen wollten. Die Hauptsorge bereitet uns der Keren Hajessod. Dr. Weizmann und seine Begleiter müssen das hiesige zionistische Publikum über den Keren Hajessod richtig informieren, damit die Arbeit für den Keren Hajessod energisdi durdigeführt wird. Aber außer der Keren Hajessod-Frage gibt es eine noch viel wichtigere Frage, die während des Aufenthaltes Dr. Weizmanns in Amerika geregelt werden muß. Das ist die Frage der zionistischen Disziplin, die außerhalb jeder Diskussion stehen muß. Die zicnislische Parteidisziplin, wie die Disziplin jeder Pariei, fordert, daß die Beschlüsse des zionistischen Kongresses für alle Zionisten ohne Unterschied bindend sein müssen. Wenn die Jahreskonferenz, die in einem kongreßlo9eu Jahre die Machtbefugnisse eines Kongresses besitzt, beschlossen hat, den Keren Hajessod durchzuführen, Ist dieser Beschluß für alle Landsmann schaffen bindend. Daher sind die Beschlüsse von Buffalo ungültig, die im strikten Gegensatz zu den Londoner Beschlüssen stellen. Die Beschlüsse der zionistischen Kongresse können nie von der Gutheißung irgend welcher Landesorganisationen abhängig sein. Um so weniger können es die Londoner Keren Hajessod-Beschlüsse sein, die einstimmig, also auch von den amerikanischen Zionisten, angenommen wurden, wobei ein Mitglied der amerikanischen Fraktion öffentlich erklärte, daß die amerikanischen Zionisten alles anwenden würden um dem Keren Hajessod zum Erfolg zü verhelfen. ’ Der Beschluß der Buffaloer Konferenz ist auch technisch ungesetzlich, weil er durchgeschmuggelt wurde, ohne daß man der Convention die richtigen Informationen über den Keren Hajessod erteilt hatte. Dem einzigen Vertreter der europäischen Zionisten, Joseph Cowen, wurde nicht die Möglichkeit geboten, der Convention Auskunft zu geben, obwohl ein Delegierter ausdrücklich darauf bestand. Interessant ist auch, daß nach sicheren Nachrichten aus allen Bezirken die zionistischen Massen die Beschlüsse von Buffalo als ungültig betrachten und bereit sind, den Keren Hajessod, wie er in London beschlossen wurde, durchzuführen.. Die zionistischen Massen dürfen aber