Mannheim
Compact Memory

Jüdische Rundschau · 1921-01-25 · Heft 7 (25.1.1921) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 7 (25.1.1921)
Date
1921-01-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2651273-2652316-2652322--13722-2671474
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1' t ispr. 574 &1}{ (! ־״י > Ä*׳' jtftr■ ■■«mSSi,■■«»■■. .■Jajl Mi 4111 וו R#d*kUoa ״״a Verlag; W IS» Sichtlich« Straß« &. Eftcheiat j«d«a Dicnata? and Prahas;. Beiuginr«!■ hoi der EipediÜoa und das Poataateru vierUIjihrHch 15.— M, in Dautadttand. Auslaadaabonn♦• aaeata werden ia der Wahrung dar «itiiclnaa Länder heradinet. Nummer Berlin, 25.1. 1921 Amtlgen-V erwaltungi Verkjf Alwin Lor.wcntlisl, Berlin NW 7, Dorotheeiistr, 35 Telephon *. Amt Zentrum 4814 und 4815. ADielgenpreii für dt« sieiHmvaaueiieue NonparetUeimlo3^5081« Pamiiiaoanrdgaa 4 M. pro Zeiia Antclf «aacMu ft t Di«n«Uy und PceUag nachmittag 4 Uhr. Telephon: Uhland 845 «.846. Pott*abeckk0nto; Bcrlio Nr. 17393. Pur Oetterraich. Poataparkaavenaml Wien, Konto Nr. 156 030. Für Ta<hu<i1f)<loW»kel:!,oaUparkaaffenamt Pray, Konto Nr. 156 030. — KediktioneaehluS Sonntag und Mittwoch nach mittag. — 16" Schrat 5681 "'} XXVI. Jahrg Der Zionismus orstrabt für das jüdische Volk dia Schäftung einer Öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte In Palästina. ״Baseler Programm." Die Gesamtorganisation des deutschen Judentums gegründet (Vorläufiger Bericht.) Worte ״volljährige“ und ״üemeindcmitglieder" das De! XV. Deutsche Gemeindetag hat am Soun-!;!g, den 23. ds. Mts. in Berlin stattgefunden, Anwesend waren etwa 300 Delegierte, die zusammen ungefähr 700 von 1000 angeschlossenen Gemeinden u-rtraten. ln der Debatte über den vorliegenden Entwurf des li.-I.G.-B. brachten die Vertreter der Berliner Ge- :!K inde, die im letzten Augenblick umgefallen waren, den Antrag ein, den Tc n d e n z p a r a gr a j>h 0 n in dem Sinne abzuändern, daß er an Stelle der \0rgesd1lagenen Fassung: ״Der Bund bezweckt die Zusammenfassung aller Kräfte im deutschen Judenmm zur Pflege der gesamten jüdischen Intercssen“ — folgende Fassung erhalten soll: ״Der Bund bezweckt die Zusammenfassung aller Kräfte im deutschen Judentum zur Wiege seiner gesamten Interessen“. Gegen diesen Aenderungsnntrag, der von den Zionisten bekämpft wurde, spradi als erster Redner Dr. Alfred Klee, Bei der Abstimmung wurde der Berliner Antrag mit 094 zu 331 Stimmen angcnonimen. Zur Frage des Aus 1 ändervvah 1 rechtes lag u. ein Antrag des Säclisischen Gemeindebundes vor, in den Satz, ״wahlberechtigt sind alle volljährigen Gemciiidemitglicder“ zwischen die { Weizmann and Mond in Jerusalem J e r u s a 1 e m, 15. Januar (telegraphisch J. C. B.) Sir Alfred Mond und Dr. Weizmann sind gestern in Jerusalem eingetroffen. Sir Alfred Mond ist im Regierungshau.se abgestiegen. Dr. Weizmann erklärte einem Korrespondenten des ״Haarez“, die Zionisten müßten die hebräisehen Schulen in Palästina weiter unterstützen. Eine besondere Sammlung der palästinensischen Judensdiaft zugunsten seiner Schulen würde dem Keren hajessod Schaden bringen. Sokolow bei Millerand Nach einer Meldung der Londoner ״Zeit“ wurde Sokolow vergangenen Mittwoch vom Präsidenten Millcrand in einer längeren Audienz empfangen, l'eber den Verlauf der Audienz hat sich Sokolow befriedigt geäußert. Der Korrespondent der ״Zeit“ vermutet, daß diese Konferenz mit der noch offen stehenden Frage der Regelung der Wasserrechte im nördlichen Pa- ,astin,1־ zusammenhängt. Man rechnet mit einem Entgegenkommen Frankreichs auch aus dem Grunde, weil der gegenwärtige Ministerpräsident Üriand sich während des Krieges als Premier den zionistischen Bestrebungen sehr freundlich gezeigt und seine Mithilfe für die jüdischen Forderungen zugesagt hat. Die Mission James Rothschilds lieber die Mission James Rothschilds, der lukanntlich vor einigen Tagen nach Amerika abge-!;ihren ist, erfahren die Londoner ״Jewish Times“, daß Brand eis und Mack Rothschild hingcrufen haben, damit er in Amerika ein Economic Council für Palästina auf denselben Grundlagen schaffen hilft, wie es Alfred Mond in England organisiert hat. Die beiden ökonomischen Körperschaften sollen hei der Leitung des Aufbauwerkes zusammen t»rheiten. James Rothschild, der vor seiner Abreise mit der Exekutive Beratungen gepflogen hat, wird vor- *uchen, prominente Persönlichkeiten in Amerika für das Economic Council zu gewinnen. James Roth- ^chikl hat seit langer Zeit ein großes Interesse für die Entwicklung Palästinas bewiesen. Er hat bckanntlich in der englischen Armee in Palästina gedient, hat die hebräische Sprache erlernt und ist der zionistischen Kommission Zur Seite gestanden. Man hofft, daß seine Mission in Amerika erfolgreich sein wird. Wort ״deutsche“ cinzufügen. Dieser Antrag wurde mit überwältigender Mehrheit abgelchnt. Für ihn stimmten nur die Vertreter des Sächsischen öemeindeverbandes imd ein hessischer Vertreter. Angcnom m e n wurde der Antrag Dr. Blau-Frankfurt, der folgenden Wortlaut hat: ״Wahlberechtigt und wählbar zum Bundestage sind alle volljährigen, in Dcu t sc lila!1 d wo hn h a f ten J ude n beiderlei Geschlechts, die mindestens ein Jahr vor Auslegung der Wählerliste innerhalb einer Bundesgemeinde ihren Wohnsitz gehabt haben“. Die Bestimmungen über das direkte demokratische Wahlrecht wurden widerspruchslos angenommen. Cer übrige Teil der Spczialdebatte war vorwiegend ausgefüllt durch Diskussionen zwischen Liberalen und Orthodoxen. ln später Abendstunde wurde die GründungdcrGesamtorganisationderDeutsch'en Juden verkündet. Auf den Verlauf der Tagung sowie auf die Bedeutung der begründeten Gcsamtorganisation werden wir noch zurückkommen. Eia amerikanisches Komitee zum Schatz der Minderheiten ln Amerika hat sich ein aus bedeutenden Staatsmännern und prominenten Persönlichkeiten zusammengesetztes Komitee gebildet, ־zur Verteidigung aller nationalen und religiösen Minoritätsrechte, die Verletzungen in Europa ausgesetzt sind. Das veröifentlichte Manifest verteidigt hauptsächlich die Juden gegen die Beschuldigungen und Verleumdungen, die gegen sie erhoben werden. Dem Komitee gehören u. a. an; Altpräs. Taft, Altstaats- Sekretär Bryan, Hoover, Kardinal Gibbons, Morgenthau, Louis Marshall, Oscar St rau ß und Stephen W i s c. Der polnisch-jüdische Aasgleich — eine Staatsnotwendigkeit Warschau. Die offizielle ״T.A.T.“ verbreitet folgende Mitteilung: Da von verschiedenen Stollen, auch seitens des Auslands, ein Zweifel aufgetaucht ist, ob infolge des Rücktritts Daszynskis, der sich1 mit der Regelung der Judenfrage befaßt und die offiziellen Verhandlungcn geleitet hatte, die weiteren Beziehungen nach dieser Richtung auch weiter aufrecht erhalten würden, muß festgestellt werden, daß die Regierung Witos heute genau wie zuvor die große Bedeutung dieser Frage anerkennt und erachtet das Bestreben, diese Frage einer günstigen Lösung entgegenzu führen, als eine der wichtigsten Staatsnot- Wendigkeiten. Die diesbezüglichen Arbeiten werden ohne Unterbrechung fortgesetzt werden. Organisation der Selbstverwaltung Der Sejmklub beim provisorischen jüdischen Nationalrat arbeitet an einem Entwurf der Rechte für die Organisation der Selbstverwaltung der jüdischen nationalen Minderheit. Dieser Entwurf wird demnächst dem polnischeu Sejm vorgelegt werden. Die Opposition gegen die Immigrationsbill New York, 15. Jan. (J.C. B.) Die Beratungen in der zun! Studium der Einwanderungsbill eingesetzten Scnatskommission lösten bereits bei vielen. Senatoren eine scharfe Opposition gegen die Kongreßbeschränkungen aus. Wie in informierten Kreisen angenommen wird, steht die Vertagung der ganzen Frage umnittelbar bevor. Die Beratungen sollen erst in der neuen Session nach Amtsantritt des netten Präsideuten Haiding wieder aufgenommen werden. Das Komitce des amerikanisch-jüdischen Kongresses hat eine aus Rabbi St. Wise und Morris Rottenberg bestehende Kommission nach Washington entsendet, um bei der noch tagenden Spnatskommission die Immigrationsbill schärf* stens zu bekämpfen. Rundschau Weizmannn and die Schulfrage — Streiks in Palästina — Wieder die Osljudenfrage — Die ״Weisen von Zion“ , R. W. Berlin, 23. Januar. Die erste Nachricht, die durch die Vermittlung des J. C. B. über die Ankunft Wcizmanns i n Pa 1 ä s t i n a in die Oeffcntlichkeit kommt, meldet eine Aeußcrung Wcizmanns, daß die Zionistische Organisation das palästinensische Schulwerk •nicht preisgeben wird. Nachdem die Reorganisatiunskommission Julius Simon in Palästina die Erklärung abgegeben hat, daß sieit die Zionistische Organisation vorn Schulwcrk zurückziehen wird, wurde im Lande eine gewaltige Agitation gegen diesen Beschluß geführt, und nicht etwa nur die Lehrerschaft, die persönlich davon betroffen wird, sondern der ganze Jischuw hat gegen diese Aulfassung des Zionismus protestiert. Die Leitung selbst hat bisher darauf nicht reagiert, und erst jetzt hat Weizmann in Palästina die Erklärung abgegeben, die im Widerspruch mit der früheren Verfügung der Rcorganisationskommissön steht, ln der Begründung wird vor allem darauf hingewiesen, daß die Schaffung eines Spezialfonds für die Schulen der Sammlung für Keren hajessod nachteilig sein könnte. Der Sinn des Keren hajessod ist ja vor allem die Venneidung einer Zersplitterung der Sammlungen. Da die Reorganisntionskommission vom Waad leumi verlangt hat, daß er selbst die Verantwortung für die Schulen übernehmen soll, hätte das den Waad leumi zur Einleitung einer Finanzaktion im Galuth gezwungen. Wie die Frage endgültig geregelt wird, ist aller* dings heute noch nicht vorherzusehen. Erst die Aktionskoniiteesitzung wird zeigen, welche der beiden Richtungen innerhalb der Leitung die Ober* hand behält Der Beschluß des Waad leumi, eine Schlich• tungskommission für Streikfälle einzusetzen, wird zur Gesundung des öffentlichen Lebens wesentlich beitragen. Denn die wilden Streiks, die in letzter Zeit oft das jüdische Wirtschaftsleben Palästinas gestört haben, sind eine recht unerfreuliche Erscheinung. Einer dieser Streiks hat die unliebsamsten Folgen gehabt. Er war in der kleinen Fabrik von Lewinstein & Schulmann ausgebrochen, weil die Arbeitgeber die Lohnforderungen der Arbeiter nicht erfüllen wollten. Alle Bemühungen der öffentlichen Organe und der Regierung, auf die Arbeitgeber einzuwirken, um sie einer Verständigung mit den Arbeitern und einer Schiedsgerichtliehen Entscheidung geneigt zu machen, blieben erfolglos, und die Fabrikanten versuchten, mit arabischen Arbeitern die Arbeit fortzusetzen. Die Streikenden, die dem kommunistischen Flügel der Poale-Zion arigchörtcn, stellten eine Streikwache auf, und als cs endlich den Bemühungen der Fabrikherren gelang, die Unterstützung der Polizei zu bekommen, vertrieben die Arbeiter zwar zuerst die Fabrikherren mit den arabischen Arbeitern und Polizisten, mußten aber später doch nachgeben. Ain nächsten Tage gingen die Arbeiter in die Stadt, versuchten dort den Generalstreik zu proklamieren und die jüdischen Arbeiter zum Verlassen ihrer Arbeitsplätze zu bewegen. Da einzelne Arbeiter sich weigerten, kam es zu Prügeleien, die ihre Fortsetzung fanden, nachdem eine Polizeipatrouille unter Leitung eines jüdischen Offiziers eingetroffen war. Es kam zu einem heftigen Zusammenstoß, wobei die jüdischen Arbeiter von den arabischen Polizisten heftig geschlagen und ein jüdischer Arbeiter sogar mit dem Säbel schwer verwundet wurde. Man mag zur Frage der Streiks stehen wie immer, so wird man doch nicht umhin können, diese Vorgänge zu verurteilen. Das Wirtschaftliehe Leben, insbesondere die jüdische Kleinindustrie und das jüdische Kleingewerbe in Palästina sind noch zu schwach, um derartige Störungen ertragen zu können. Es bedarf hier eines Zusammenarbeitens aller Klassen im Interesse des Landes, und es muß dabei an die Einsicht und Gerechtigkeit beider Teile appelliert werden. Die Arbeitgeber zeigen den Arbeitern gegenüber oft eine durch nichts gerechtfertigte unfreundliche und abweisende Haltung, die Zionismus Gaiutlipolitik יי* יי?!י I I ו

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.