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Jüdische Rundschau · 1921-01-05 · Heft 1-2 (5.1.1921) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXVI (1921)
Issue
Heft 1-2 (5.1.1921)
Date
1921-01-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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< /;רן 1ז\ח1_זךף!^ 'jץ RftdßkUoo «04 Vertu? W 15, Sacktuch« StrsSe 8. Er*ch«i#t jwjea Dicnata? und FretU?. Bwagtprci» bei der EapediUoo Pd dea Postämtern vierteljährlich 15,— M. ln Deutschland• AustendsabonB©- moste werden In der Wihrun? der einzelnen LTunlef berechnet. Nummer 1/2 Berlin, 5.1.1921 Aiuei^en-Verylaltua!;! Verfug Alwin Loewcnthul, Berlin W 15, Sächsische Str, 8 Telephon; Amt Uhlsnd 845 und 845» Anxttgenprsli für die *!cben?e«p*Uene NonpareUlezeiU2,50M., \ PamiHrünnzcSsea 4 M. pro Zeile, AeitlgenlobluOl Dienste? und Freite? nachmittag 4 Uhr. Telephon: UMand 84S n.315. Postscheckkonto; Berlin Kr. 17392. rur Oesterreich. Postspart:*?icnsmt Wien, Konto Nr, 155 030. 4 Für TschechoslowakeiJ PosUparkaasensmt Pra?, Konto Nr. 156030. ) *־*־־• RrdnktionaicjJuß SormU? und Mittwoch ttactsmitta?, — XXVI. Jahrg. , 25. Tebeth 5681 D<w Zl«Blinna «»strebt Jfibr Ass ISdJscSso Volk £!9 מ e£aef C.rcstüda-irocüzSHdi ütte*, ,V.־ in PalSstloBi!iBanler Programm** Sitzung des Großen Actlons-Comitis Am 6. Februar, \ Wie das ״Jewisli Corresponc'ence Bureau“ meidet, bat die zionistische Exekutive beschlossen(, das Grobe Actions-Comitö für den 0. Februar nach London cinzuberufen. Man hofft, daß auch amenj kanisch'c Mitglieder in der Lage scjn weiden, an j der Sitzung tcilzunchmcn. Nach der erwähnten Quelle soll sielt die Sitzung nicht nur mit der gegenwiirtigen Situation im Zionismus und in Palästina( beschäftigen, sondern auch neue Mitglieder der Exekutive ernennen. Seitens der zionistischen Exekutive selbst ist bisher eine Benachrichtigung der Organisation über die Einberufung dieser Sitzung noch nicht erfolgt. Demission Julius Simons? London, 29. Dezember. (J. C. B.) Julius Simon, Mitglied der Exekutive der Zionistisch’«! Weltorganisation, der sich vor kurzem zusammen mit N. de Lienne lind R. Szold in besonderer Mission nach Palästina begab, ist von seinem Posten zurückgetreten. In zionistischen Kreisen verlautet, daß die Ursache dieses Rücktrittes in den Differenzen zwischen ihm und Wleizmann liege. Diese überraschende Nachricht des J.C. B., die uns kurz vor Redaktionsschluß zugeht, ist von offizieller Seite bisher nicht bestätigt. Sie würde, falls sic sich bewahrheitet, eine ganz neue Situation schaffen und die A. C.-Sitzung neuerlich vor die Aufgabe der Lösung des Leitungsprpblems steiler\ uie englischen Arbeiterparteien für den Zionismus Tagung der englischen Poale-Zion 1Am 2S6. Dezember 1920 fand in Manchester die 15. Jubiläumskonferenz der englischen Poale-Zion statt, die aus allen Teilen des Landes stark besucht war, auch von den jüdischen Gewerkschaften. Den Vorsitz führte L. Locker. Ansprachen hielten Kaplanski, Ben-Gurion u. a. Kaplanski betonte die Notwendigkeit der Nationalisierung des Bodens und des sozialistischen Aufbaus Palästinas. Am Abend fand eine öffentliche Vcrsammlung statt, bei weicher mehrere poalc-zionistischc Redner sprachen. Große Ovationen wurden dem Vorsitzenden der Exekutive der eng• lischen Labour-Party, Alexander Canieron, bereitet, welcher eine herzliche Ansprache! hielt, in der er die jüdisch-nationalen Bestrebungen! und die poalc-zionistische Politik der vollen Unterstützung der Labour-Party ver• sicherte. Er verglich die Lage der Juden mit der Lage der Iren und sprach die Ueberzeugung aus, daß beide unterdrückten Nationen ihre Freiheit schließe lieh bekommen müssen. In der Montagssitzung ergriff das Wort der Delegierte des Rates, der Independant Laboür-Party, ■ Mr. James Hudson, welcher seine Ucbereinstimmung mit den Zielen der Poale- Zion aussprach. Als Delegierter des bevorstehenden internationalen Kongresses in Wien, habe er den Auftrag zu erklären, daß die Independant Labour- Party ihre volle Unterstützung den jüdischen Forderungen gewähren werde. Die Juden können ihren Anteil zur internationalen Freiheit und Brüderlich1keit nicht beitragen, solange sie nicht einen eigenen Staat besitzen, welcher zweifellos auf sozialistischen Prinzipien aufgebaut sein muß. Herbert Samuel fordert jüdische Immigranten Sk Herbert Samuel hat ein Telegramm nach! London gesandt, wbriii er fordert, .daß sofort MiaßL nahmen getroffen werden für die Einwanderung von tausend Immigranten, die sofort zum Zwecke! der Durchführung der öffentlichen Arbeiten nach' Palästina abgesandt werden sollen. Weizmann und Sir Alfred Mond fahre nach Palästina . .. Wie wir einer Meldung des ״Jcwish Chroniclc”s4ilf^f?i entnehmen, hat Weizmann am Dienstag London verlassen, um auf dem Kontinent mehrere Zusagen' zu erfüllen, bevor er sich aufscineReisenach Palästina begibt. Auf der Reise nach Palästina ist er begleitet von Sir Alfred Mond, und der wichtigste Zweck ihrer Reise ist, Verhandlungen mit dem Oberkommissär Sir Herbert Samuel zu pflegen betreffs verschiedener Fragen, die mit der Auflegung /ier öffentlichen Anleihe für Palästina im Zusammenhang stehen. Die von einigen Blättern gebrachte Nachricht, daß auch Albert J. Belisha. Weizmann begleiten wird, wird vom ״Jewisli Chronicle“ dementiert. Aus dieser Meldung geht hervor, daß Weizmann seine Absicht nach! Amerika zu reisen, aufgegeben hat. Offiziell wurde darüber nichts verlautbart. Landesvorstand und Actions-Comite Die englischen Ausgaben für Palästina Debatte im Unterhaus London, 26. Dezember, '(jüd. Korr.-Bur.) Im englischen Unterhaus richtete Leut. Colonel C r o f t eine Anfrage an den Premierminister, ob er versichern könnte, daß die Errichtung einer jüdischen nationalcn Heimstätte im Heiligen Lande keine permanenten Lastenden britischen Steuerzahlern aufbürden werde; ferner, ob die Ausgaben für die britische Armee in Palästina jetzt von der jüdischen Bevölkerung in diesem Lande getragen werden, und wenn nicht, ob die Kosten in der kommenden Finanzperiode gedeckt sein werden. Mr. lionar Law antwortete־. Die Annahme des Mandats über Palästina bezweckt nicht die Auferlcgungirgcndwelcher permanenten Ausgaben für die britischen Steuerzahler. Die Antwort auf den zweiten und dritten Teil der Anfrage ist negativ. Colonel Croft: Wann werden die Ausgaben in der Farm von Schenkungen aufhören? Bonar Law: Mit der Annahme des Mandats übernehmen wir eine gewisse VerantwOrtung. Die Regierung hat nicht die Absicht, jemanden von diesem Lande in schwere Ausgaben zu verwickeln. Mr. P. Pilling: Würde der sehr geehrte Gentleman an die jüdische Bevölkerung dieses Landes den Appell richten, einen Fonds für diese Zwecke in Palästina aufzubringen, um die britischen Steuerzahler von schweren Ausgaben zu entlasten? Leut. Commander Kcnnworthy: Ist cs nicht Tatsache, daß die Juden der ganzen Welt ungeheure Summen für die Entwicklung Palästinas aufbringen, und haben wir keine VerpflichtungdemjüdischenVolke gegenüber dafür, daß es für uns kämpfte? Mr. Ormsby Gore: Hat nicht die jüdische Bevölkerung der ganzen Weit seit der Besetzung Palästinas viele Tausende jährlich für das Erziehungswesen und allerhand Arbeiten, wie öffentliche Gesundheit in Palästina, verausgabt, was sonst diesem Lande zur Last gefallen wäre? Bonar Law: Es ist zweifellos eine Tatsache, daß sehr große Summen von den Juden der ganzen Weit aufgebracht wurden. Dies hat gewiß zur Belastung dieses Landes nicht beigetragen, und ich denke, daß das geehrte Mitglied recht hat, wenn es behauptet, daß dies Ausgaben erspart hat. Leut. Commander Kcnnworthy: Ist es nicht der Fall, daß viele Juden an unserer Seite kämpften und getötet wurden, weit sie die ausdrückliche Bürgschaft ha tten, daß wir ihnen zur Wiedererlangung ihrer nationalen Heimstädte verhelfen werden? Bonar Law: Ich habe cs nie erfahren, daß cs irgendeine Andeutung gäbe, sie hätten bloß aus diesem Grunde gekämpft. Wää die Frage Colonel Crofts betrifft, so sind bisher die britischen Kräfte in Palästina vermindert worden. Ein Teil muß jedoch dort bleiben, bis die Zivilrcgicrung in die Lage kommt, die innere Ordnung aufrcclitzucrhaltcn und eventuellen Angriffen von draußen widerstehen zh können. Es ist unmöglich, schon heute zu sagen, wann dies der Fall sein wird. Der einzige Weg wäre, einen Termin zu bestimmen, indem wir erklären, daß wir nadi sechs Monaten keinen Penny für Palästina hergeben werden. Ich glaube aber nicht, daß dies richtig ׳wäre. ic Sitzung des Landesvorstandes, die um eina Woche verschoben wurde, hat inzwischen durcll die Einberufung des Actions-Comites eine besondere Bedeutung bekommen. Der Landesvorstand der Z. V. f. D. wird seine Anschauungen über die heute im Mittelpunkt der Diskussion des Welt- Zionismus stehenden Probleme äußern müssen. Dicj Situation, die durch die Beschlüsse der amerikanisehen Föderation, durch die Tätigkeit der Re- Organisationskommission in Palästina und durch die! in letzter Stunde gemeldete "Simon-Krise verschärft ist, heischt eine Lösung jener prinzipiellen Grundfragen des Zionismus, die seit der JahreskonferenaJ in Ihrem ganzen Umfang aufgerollt sind und durch deren Ungeklärtheit die Schlagkraft der zionistischen Aktion gelähmt wird. Es muß versucht werden* die Diskussion nach Möglichkeit von Einzcifragcn loszulösen und ins Prinzipielle zu heben. W!ir erkennen deutlich zwei Richtungen, die nicht unbedingt mit dein Gegensatz amerikanischer und euro-' päischer Zionismus zusammcnfallen. Auf der einen Seite steht die Meinung, daß der Zionismus nur als die umfassende nationale Wiedergeburt des jüdischen Volkes einen Sinn hiat, daß auch das' Siedlungswerk in erster Linie von nationalen Gesichtspunkten bestimmt und in der Hauptsache als großd nationale Aktion des jüdischen Volkes durch* geführt werden muß. Diese Auffassung bedingt eine nationale Leitung des gesamten Kolonisations- Werkes, für das die zionistische Organisation in ähnlicher Weise die Verantwortung trägt, wie anderwärts׳ ein Staat, womit nicht gesagt ist, daß eine straffe bürokratische Zentralisierung notwendig ist, der wir nicht das Wort reden würden. Eine von dieser Auffassung getragene Arbeit kann hiclvt ׳ immer den wirtschaftlich günstigeren Weg gehen, sofern er national bedenklich ist, sic wird daher notwendigerweise materielle Opfer kosten, die von der Volksgesamtlieit getragen werden müssen. Wirf verhehlen uns nicht, daß die Frage der Finanzierung tatsächlich eine außerordentlich komplizierte ist, weil angesichts der heutigen zerrütteten Wirtschaftslage des jüdischen Volkes und infolge der Vernichtung des in seiner überwiegenden Mehrheit national gesinnten Ostjudentums die Beschaffung nationaler Geldmittel auf große Schwierigkeiten stoßt. Von der finanziellen Seite des Problems geht die andere Auffassung aus, die in letzter Zeit immer klarer hervortritt find die innerhalb der gegenwärtigen Leitung wohl am prominentesten durch Julius Simon vertreten ist. Diese Auffassung sieht! das zionistische Werk zum Scheitern verurteilt, wenn cs nicht in erster Reihe gelingt, die für den wirtschaftlichen Aufbau des Landes notwendigen Kapitalien heranzuziehen. Um jedoch dieses Kapital zu bekommen, muß die ganze Palästinaarbeit auf solide geschäftliche Basis gestellt werden, dass heißt, sie soll in erster Linie von wirtschaftlichen Gesichtspunkten bestimmt sein, auch wenn darunter das nationale Interesse leidet. Diese Gruppe legt daher nicht nur, wie übrigens der gesamte Zionißmus, den größten Wiert auf die Beteiligung nichtzionistischer jüdischer Kreise, sondern sie ist auch geneigt, diesen Kreisen Konzessionen in bezug auf den inneren Gehalt des Zionismus zu machen. Diese Auffassung drückt sich ferner darin aus, daß den wirtschaftlichen Unternehmungen in Palästina die!größte Freiheit giegeeben werden soll, so daß der Zionismus freiwillig auf das Moment der nationalen! Kontrolle verzichtet aus der Besorgnis, das private! Kapital könnte dadurch abgesdireckt werden. Die einzelnen wirtschaftlichen Unternehmungen, Banken, Gesellschaften usw. sollen ganz frei und unabhängig voneinander arbeiten, ihre Tätigkeit soll nur durch das wirtschaftliche Bedürfnis geregelt werden. Da solche Ansichten besonders in Amerika vertreten werden und auf der letzten Convention: den Sieg davon trugen, befürchtet man eine .Verschärfung der finanziellen Krise in der Gesamt- Organisation und in der nationalen Palästinaarbeit, und angesichts des Geldmangels hat sich die Exc-, kutive Julius Simon veranlaßt gesehen, den Befehl zur Einstellung, der wichtigsten Zweige unserer Äkv, beit zu geben. Eingestellt wurde die AlijaH, dn-t

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