Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 91-92 (22.12.1920)
- Date
- 1920-12-22
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Der Zlontimna erstrebt (für du» |üdlst*jo Volk die Cciaffans einer eftotlMi-rechtlld» gectcfaerten lictmstfltte In Paliatlmw t^»«elc» Proyrmmro» ן י f ►*•י;׳־י• י'■ ־ Festsetzung der Nordgrenze Palästinas |IH? ן A י <'י H'ht©!4750,— & in breit, P i’ittoi.t. jGG00t~ jftiiiir. •r S.,nn«! g»um,tr, 12 ft 3* *׳74| *».19 London, 17. Dezember 1020. Die Zionistische Organisation teilt mit: lieber die Nordgrenze Palästinas ist folgendes Uebereinkommen /wischen der englischen und der franzüsischcn Regierung getroffen worden: Alle zurzeit bestehsenden jüdischen Kolonien im Norden Palästinas einschließlich M e t» 1 a h s , sowie ferner die Stadt Banias sollen innerhalb der Oren/en Palästinas verbleiben, ln bezug auf die Wasser des J armuk sowie seiner Nebenflüsse und des obersten jordanlaufes haben die beiden Regicrungcn beschlossen, dab die Frage ihrer Nutzharmaehung für Palästina und der für ihre Regulierung und Nutzbarmachung eiiorderliclicn technischen Anlagen an Ort und Stelle durch eine Kommission festgesetzt werden soll, welche aus Vertretern der französischen Regierung und aus zionistischen Ingenieuren besteht, zustimmen mit Vertretern der britischen Regierung. Sollte keine Einigung zustande kommen, so wird die Sache;in die beiden Regierungen zurückgegeben, und die Vereinbarungen werden alsdann ein Teil eines internationalen Abkommens. Die französische Regierung liat die Erklärung abgegeben, daß sie diese Angelegenheit in sehr entgegcnkonuneiidcm Geiste erledigen will. Die Aktion für eine Million Schekel London, 11. Dez. (Jüd. Korr.-Bur.) Dem beim Zionistischen Zentralbüro eirilangenden Beridit zufolge ist das Scliekelmanifcst der Zionistischen Wdtorganisition nach Aufbringung einer Million Schkalim im laufenden Schekeljahr von den zionistischen Organisationen in allen Ländern mit großer Begeisterung aufgenommen worden. Es werden überall umfassende Vorbereiten,.״'״ gclroff::.-!, ein die Schck c Qcam pagne :wischen Chnnnkah und Pessach laufenden Jahres nut vollem Erfolg abzusdilieikn. Das Londoner Zeirtnilbüro «1er Poa lc-Zion hat 70ÖÜ0 Schkalim nngefordert, die JM i s r a c 11 i -1 c 111 r a 1 e bestellte 50 OUQ Schkalim. Südafrika hat telegraphisch 30 000 und Persien auf gleichem Wege 10 000 Schkalim bestellt, während Spanien für jeden erwachsenen Juden Schkalim angefordert hat. Audi in den Ländern Ost- und Mittel- Ji-uropas wird die Schekelaktion mit großem Flcille (Inrchgefiihrt, obwohl der Schekel für die Länder mit «schlechter Valuta auf das zehn- bis fimt'zdinfaehe erbüht wurde. Der Protest gegen die Pogrome Paris, den 20. Dezember. (Telegramm der ״jü- «li'dien Rundschau״.) Der von dem Komitee der Jüj «lisclicn Delegationen überreichte Btief, welcher den j Protest gegen die Judenpogrome und die Forderung! nach Einsetzung einer Untersuchungskomniission enthält, war an des! Vorsitzenden der Völkcrbtimlvcrsammhing adressiert, ln der öffentlichen Sitzung iutcrpeUicrte Lord Robert Ce eil über die Behandlung des Briefes. Der Präsident erwiderte, daO die Briefe des Komitees der Jüdischen Delegationen und der Alliance Brachte Universelle gedruckt und den Mitgliedern des Völker- Bundes nebst zahlreichen dazu gehörigen Dokumenten überreicht würden. Die Einwanderungsbill Washington, 14. Dez. Das Repräsentantenhaus hat den Gesetzentwurf über die Einwanderung mit gewissen Abänderungen angenommen. Nach de״ Be- Kimmungen dieses Gesetzes ist jede Ein wänderung Hach den Vereinigten Staaten w •i h -!*־׳nd eines Jahres verboten. Die Führer der wrschicdencn Parlninentsgrujtpen des Senats glauben, <J;di der Senat die Bill verwerfen wird. Besserung im Befinden Max Nordaus Ulan• Paris, 13, Dez. Das Befinden Nord aus hat 'ith entschieden gebessert. A11 dem Lager des Kranken "eilen außer seiner Familie, Dr. Marmorck und Dr. Jacobson als behandelnde Acrzte. Jean Fischer aus Antwerpen war nach Paris gekommen, um Nord au vor ^i״cr Abreise nach Amerika zu spredicn. Die Amerika- :dse Nordaus ist natürlich dairch seine Erkrankung un- 1״«glich geworden Amerika und der Keren hajessod Von Julius Berger Die Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten in Buffalo hat mit Bezug auf die Fiuanzierung des Aufbaus des jüdischen Palästina Beschlüsse gefaßt, die, wenn sic bestehen bleiben sollten, eine Stellungnahme der Gcsamtcrganisation־ dazu erforderlich machen würden. Im Gegensatz m den Londoner Beschlüssen trennen die Resolutioneu der Konferenz in Buffalo die Aufbauarbeiten in Palästina in solche, die als zinstragende Uiiteinohmmigeu angesehen werden können und die nach den Resolutionen der Amerikaner als besondere Gesellschaften auf kapitalistischer Urutidläge eingerichtet werden sollen und in Investi- «ionen öffentlich-gemeinnützigen Charakters, die ihrer ganzen Art nach auf Verzinsung nicht rechnen können und für die das Geld durch Spenden- Sammlung aufgebracht werden soll. Für diese letzteren wollen die Amerikaner den Begriff des Keren hajessod zulassen; nach ihren Beschlüssen würde der Keren hajessod, zum mindesten in Amerika, lediglich ein Spendejtfonds, aus dem ausschließlich jene Ausgaben allgemeinen Charakters, — Sanierung des Landes, Immigrantenfürsorge, kulturelle Fürsorge und :allenfalls noch langfristige Investitionen ^־uif dem Gebiet der Bodenentwick- Jung, also Aufforstung und dergleichen --״ gedockt werden sollen. Damit ist aber die eigentliche Basis des Keren hajessod erschüttert. Wir sind von hier aus nicht imstande, die Gründe zu beurteilen, die die Amerikaner zu ihrem Schritt veranlaßt haben, der um so bedenklicher ist, als er einen Brucli der Vereinbamngen der Londoner Konferenz darstellt. Man könnte aniielmten, daß es weniger Erwägungen finanzpolitischer Art sind, di!• die aiiie,ik,misch« Konvention zu il11L־r Stellungnahme veranlaßt haben, als solche mehr allgemein-politischer Natur, die vielleicht zu tun haben mit jener oppositionellen Stimmung der Amerikaner gegenüber dem bishörigen System der Leitung, die auf der Londoner Konferenz so deutlich zum Ausdruck kam. Gerade unter jenem Eindruck sind aber in London Bc- Schlüsse bezüglich der Zusmmeusefzimg der Leitung und der Arbeitsverteilung gefaßt worden, von eie neu die allgemeine Meinung dahin ging, daß sie, wenn nichts anderes, so zum mindesten «len Frieden mit den Amerikanern, die. AufrechtcrhalUmg der Einheit der Organisation bringen sollten. Es muß überraschen, aus den Buffaloer Beschlüssen zu erkennen, daß diese Voraussetzung vielleicht nicht oder nicht mehr ganz zutrifft. Wir haben zwar das starke Bekenntnis der Convention zur Einheit der Organisation vernommen und niemaud von uns zweifelt daran, daß innerhalb des amerikanischen Zionismus keiner eine Spaltung will. Ganz gewiß sind die amerikanischen Zionisten zu gute Zionisten, um in diesem schicksalsschweren Augenblick, wo wir alles andere eher brauchen können als innere Streitigkeiten,« eine grundlegende Differenzierung in der Organisation heraufbeschwören zu wollen. Andererseits sind sie viel zu kluge Rechner, um nicht zu wissen, daß ein amerikanisclier Sonderzionismus ein Nonsens, ein Nichts ist und ganz gewiß viel weniger Einfluß auf die Gestaltung der Dinge haben würde als er sich heute in so bemerkenswertem Maße erruiigen hat. Wir glauben aber gar nicht, daß tiefgehende Erwägungen separatistischer Natur bei diesem Beschluß eine Rolle gespielt haben, wir glauben an den ehrlichen Willen der amerikanischen Zionisten, mit der Gesamtorganisation zusammen einen Körper zu bilden und eine einheitliche Arbeit zu leisten. Es sind zweifellos mehr Erwägungen praktischer Natur, die die Amerikaner veranlaßt haben, zu abweichenden Beschlüssen zu kommen. Man kann cs nur bedauern, daß sic ihrer abweichenden Meinung niclit bereits in London Ausdruck gegeben haben, wo sie an der Schaffung des Keren hajessod in seiner jetzigen Gestalt teilweise entscheidenden Anteil nahmen. Ihr Auftreten in Buffalo muU fast den Eindruck eines Bruches der Disziplin, eines Verstoßes gegen die Einheitlichkeit der Aktion hervorrufen, der die Keren hajessod- Unternehmung gerade in dem Augenblick zu stören geeignet ist, wo ihre intensivste Unterstützung die heiligste, vielleicht die einzige Pflicht des Zionisten darstcllt. Wir wollen aber diesen Punkt hier nicht eingehend' behandeln. Hier sprechen offensichtlich Imponderabilien mit, die einer sorgsameren _8c* handlung bedürfen, als es in der Ücffcntlichkcit ..möglich wäre. Wir müsse» es der Exekutive der Gesamtorganisation überlassen, ■den richtigen Weg zu finden, um die hier zutage getretene Diffcrenz in einer allen Ansprüchen gerechtwerdemlen Weise zu glätten. Hier soll die ׳ Frage behandelt werden, ob die praktischen Gesichtspunkte, die für die Amerikaner wie es scheint, maßgebend waren, zutreffend sind. Ist es vernünftiger, ist es wirksamer, die Ausgaben für den Aufbau Palästinas in zwei Kategorien zu teilen, wie die Amerikaner es tun, oder ist die Idee, des einheitlichen Keren hajessod, die den Londoner Beschlüssen zugrunde lag, diejenige, die mein• Aussicht auf Erfolg bietet? Wir können über diese Dinge im Gegensatz zu Amerika schon aus Erfahrung sprechen. Wir haben schon den Beginn der Aktion für den Keren hajessod hinter uns. Wir haben bereits mit weit' über tausend Zionisten und Juden in verschiedenen Ländern Zentraleuropas gesprochen und Zeieh- Illingen von ihnen angenommen. Wir kennen die Stimmung der Juden, ־wir kennen die Möglichkeiten, wir haben bereits die Resultate. Wir glauben auch, daß die Erfahrungen, die hier vorliegen, allgemein gültigen Charakter haben, sie sind nicht abhängig von dem Stand der Valuta, und diese Erfahrungen gehen dahin, daß der Be- Schluß der Londoner Konferenz bezüglich des Keren hajessod ein sehr glücklicher Beschluß gewesen ist und daß die Form, die dem Keren hajessod dort gcgebci, wurde, diejenige ionti •st, die den Erfordernissen des Augenblicks am meisten entspricht. Das Grundlegende dieser Idee ist der Gedanke des Staatsschatzes. Der Zionistischen Organisation oder dem neuen jüdischen Palästina soll ein Staatsschatz zur Verfügung gestellt werden, der es erlaubt, die Gesamtaulgaben des Aufbaus insoweit zu bestreiten, als das Privatkapital dazu nicht ausreicht. Von vornherein ist angenommen worden, dal! alle Anlagen privatwirtschaftlielien Charakters außerhalb des Bereiches des Keren hajessod bleiben. Der Keren hajessod befaßt sieh mit den Anlagen, Einrichtungen und Investierungen allgemein-wirtschaftlicher Natur, die für den Aufbau des Landes notwendig sind. Ucberall sonst werden derartige Arbeiten aus Staatsmitteln, aus den Emnahmen der Länder, aus Steuern, Zöllen «sw. In.'- stritten. ■Es steht fest, daß Palästina, und msbesondere das jüdische Palästina, noch nicht imstände ist, jene Aufwendungen aus eigenen Mitteln zu leisten. So muß in unserem Falle noch einmal das gesamte jüdische Volk innerhalb und außerhalb Palästinas diese Last, diese Steuer auf sieh nehmen. Wir nehmen an, daß es das letztemal sein wird, dal! das jüdische Palästina genötigt ist, sich an die Außenwelt, sieh an das ganze jüdische V°lk mn eine Unterstützung, um eine Hilfe zu wenden Wird diese Hilfe jetzt gewährt, so können damit jene Voraussetzungen geschaffen werden, die Palästina in einen solchen wirtschaftlichen Zustand versetzen, daß cs von da ab selbständig aus sieh heraus seinen Anforderungen gerecht werden kann. Wir sehen das Staatliche dieser Idee, es handelt sich um die Vorbereitung eines mehr oder minder staatsähnliclien Gemeinwesens. Es handelt sich nicht mehr tun Wohltätigkeit und es handelt sich nicht um Privatunteiiielumingen. Indem wir die Aufgaben ztisammenwcrfen, indetn wir sie nicht nach ihtev Rentabilität trennen, stellen wir vor das jüdische Volk diesen Begriff des Gemeinwesens, des werdenden Staates, der allein es dazu begeistern kann, die enormen Opfer zu bringen, die wir heute von ihm verlangen. Die amerikanischen Zionisten schlagen einen anderen Weg vor. Sie wollen Sammlungen für die unrentabein Anlagen, für den "Scliuletat, für die soziale Fürsorge, für die sanitäre Entwicklung des Landes, kurzum, für alle jene Dinge, die sich nicht als Aktiengesellschaften gründen lassen. Da- 1 i