Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 89 (14.12.1920)
- Date
- 1920-12-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Tir rv •' VV ז.־ -- tpinU w*»*1 |Ud«kti•• ■sd V««1*C W. *ל♦ Si*d»*Urfi» SU. S. Er*vitc10t i«<h:0 £M«n«Uf ••d Ft»U»g. B«tsf!«prcj» M dr*־ E*p«ditäoe üod d«a!״•ttimUi» vicrUilatimob 15.— M, ln DouU1Dl»Bd, Aü*la0tJ»1«bonn@• rd«B iu der W»br««f der •io**lota L*rtHe? WTenhmt. -5 Ä SU«•' Hammer 89 Borllti, 14. XII. 1«23נ ד- 1 7 יי” 'י,״* י ' . י A ס z cltfea-VerwiHuag: Verlar Alwin Loeweothal, Berlin W. 15, Sächsische Sbr, 8, * Amt UU«»ä MS end M6, AnX#|*«Bnr«l• ivr die JM» M« F0miU«D*nses£«® P'+ 2<k!•* A0&@l£«»*«k1a® Dir יי»» *•»יי״ nUthmliUt» € ÜH|. Telepnws: Ami Utolred 40 »cd tH*\ ^eaUoh«ci*«»BU»; B»»11a Nt* 17 3fJ2, Für ■ Qc!1t<on*!chl P#1tipMrkn1**n«unl W׳.*ps Koai• Nr, 156^30. Tut T*cbrch3e!*w«k«l. P#«1*?*rk*>x«a*ral Pr#1, KobI• Nr 15*030 י KWUküeBs&cMuä S«nnWf owd M1'rfw«K5b ned'mUiiif. 3 Tebethi 5681 XXV. Jahrg. Der Zlontsmne erntrebt ISr das JOdlatli« V0& dla Sc'aSlsns c^ne» Slfcatlldi-jeclitlldi gesicherten BelmlSUte ln PalSstlo«. ,,Bescicr Progreaa* An unsere Leser! Infolge der Arbcilsruhe an den WcihnachtsfeierlSRcn und dem Neujahrstage müssen die Nummern vom Dienslag, den 21. Der.ember, Utenstsg, den 28. Deiember und Dienslag, den 4. Januar ausfallen, Statt dessen erscheinen Doppel■ anmmern am Mittwoch, den 22. Dezember, Mittwoch, den 29. Dezember, Mittwoch, den 5. Januar. Die Frage des Mandats und der Grenzen Palästinas Die J. P. Z. meldet: Bekanntlich sollte dieser Tage in London die Frage der Grenzen Palästinas zwischen der englischcn und iiaii/ösischeu Regierung endgültig bereinigt werden. Wie wir aus zuverlässiger Quelle vernehmen, wird die Grenziragc• in gi't ns t igr rem Sinne als bisher erwartet gelost werden. Wenn Frankreich gewissen Bestimmungen noch opponiert, so ist doch zu erwarten, ‘lall es früher oder .später den zionistischen Wünschen mehr oder weniger entgegen kommen wird. Auch die in das Mandat auf/tir.chmendcn Bestimmungen erfuhren eine Vcr• besserurig. Offizielle Meldungen über die Entschcidüng dieser Fragen liegen noch nicht vor. Es ist offenbar, daß die zwischen England und Frankreich /.lisjamlegekommene Vereinbarung dem Völkerbund unterbreitet werden muß und es ist daher zu erwarten, daß die Veröffentlichung der einzelnen Bestimmungen in Kürze erfolgen dürfte. Red. d. ״J. R.“) Große Aktion der englischen Juden für Keren hajessod Sir Alfred Mond im Dienste der Aktion THc Bcm'hte* über die bedeutungsvolle Kon- Icreri/ und über die Versammlung in Manchester sind uns erst unmittelbar vor kedalUionssddul! zugegangeu, so daß wir dir ausführlichen Lericbii' für die nächste Nummer zuriickstcUvu mußten. Redaktion «)er ״Jiid. Rundschau'‘. Am S. Dezember fand in Manchester eine Konteren/, stau, welche der Organisierung der Kampagne für den Keren hajessod in England, speziell im Norden Englands, gewidmet war. Die Konteren.׳, war nicht nur von zionistischen Delegierten ans einer gait/en Reihe von Städten besucht, sondern auch von zahlreichen Vertretern nichtziouistischcr englisch-jüdischer Korporationen, sowie von speziell cinyeladcr.cn jüdischen Persönlichkeiten. Eine besondere Bedeutung erhielt die Konteren/ durch die I cilnnhme Sir Alfred Monds, des englischcn Ministers für öffentliche Arbeiten, sowie Dr. W e i z m a 1111 s. Ule Konferenz wurde eröffnet durch eine große Ansprache von Sir Alfred Mond, in der er die Bedeutung des Keren lfajessod auseinanderset/tc־. Er betonte, daß er nicht in seiner Eigenschaft als. englischer Minister spreche, sondern in seiner Eigenschalt als Jude, denn die Zukunft Palästinas!tätige nicht von der zukünftigen Politik Palästinas, sondern von der zukünftigen Politik des jüdischen Volkes ab. ״Es gibt viele Leute unter uns, die noch immer zögern, in die zionistische Bewegung cinzutreten. Sie können nicht begreifen, daß henk• die ganze Welt a u f d i e Juden?» c 11 a 111, m og e 11 sie welcher Partei und Anschauung 1 nt in c r a 1: g e 11 ö re 11, ob sie die große Möglich«׳, keit zur Aufrichtung des jüdischen Palästina, die die englische Regierung durch Uebemahme des Mandates bietet, benützen werden.“ — Die Konferenz wiixl allgemein als «in Ereignis von großer Jtedentung empfunden, das der Keren. hajessod-Aktioiv in England einen großen Impuls gebe״ wird. Am Abend desselben Tages ,fand eine große öffentliche Demoiistrationsvcrsaimnhing statt, bei welcher Sir Alfred Mond präsidierte. Als er die überfüllte Versammlung eröffnete, ,wurde er mit stürmischem Jubel begrüßt.!11 der Versammlung Hielten Sir Alfred Mond und Weizmann groß *״gelegte Reden, in denen die bevorstehenden Aufgaben charakterisiert wurden. Organisierung des Economic Council Wie die J. P. Z. erfährt, schreitet das auf der Londoner zionistischen Jahreskorifcrenz beschlossene Economic Council an seine Organisierung und soll demnächst seine Tätigkeit aufuclmien. Das Council soll aus folgenden Mitgliedern bestehen: Minister Sir Alfred Mond, Sir Robert W .»10}- Cohen, Lord Walter Rothschild, James Rothschild, Stuart Samuel, Major Fred Stern, Colonel Fred Sa 11111 ei und Walter Sarnuel ’(Sohn des ehemaligen Lordmayors von London). Schwere Erkrankung Max Nordaus Paris, 5, Dezember, (J.P.Z.) Dr. Max Norda« ist schwer erkrankt. Nach den letzten Nachrichte!» gibt sein Zustand zu ernsten Besorgnisseti Anlaß Plenarsitzung des Komitees der jüdischen Delegationen Der Pariser J.-Korrespondcnt der ״Jüd. Preßzentrale Zürich“ telegraphiert unterm 7. Dezember: Für den 0. und 7. Januar ist nach Paris eine Plenarsitzung des Komitees der Jüdischen Delegationen einbcrufcii worden. ♦ Der erste Schritt zur Verwirklichung der Salfourdeklaration Die Debatte über Hebräisch itn House of Lords Wir haben bereits in voriger Nummer auf Oiiiml 1 eiiu's Telegramms, kurz, über die lnTuttc tn׳rivh׳ei, die im Honst• of Lords über die hvbriiszhv Sprache in Palästina geführt vvur.te Wir geht 1 חt.־wl1foL:er.d 1:0!1n.als den genauen Bericht über diese politisch ebenso I wichtige wie Symptom .,ilircln■ k'miilgcLmiig der enuüseheti Regierung. Im überimtisc• stellte Lord Treawan'an de» Ministcr <les Addiere» folgen de Anfrage: Ist es richtig, daß das I i o b r i 1 s c h e, welches die Sprach»,- von weniger als zwei Pro/«,nt der kleine! jüdischen Bevölkerung in Palästina ist, zu einer ״Ifi/ielkii ■Spn.rJie gemacht wurde? Ist dies von seilen der z.iuMsistiselk'i) Kommission geschehen im Interesse der net1i«1:gek0!:!!mmc;1 Immigranten aus Zcntralenropa? Kanu der Minister des Addieren angeln•», w e I c 11 e r 11 b r ä i s e it e Dialekt zu offiziellen Zwecken •!!!.;e•!!׳.,.unieji wurde? Sir.el in Anbetracht der Tatsache, daß das Englische an di«׳ Stelle des Türkischen als offizielle Sprach»־ ebenso wie das Arabische getreten ist. Gnuullagen vcrhamlc», welche die Ausgabe» und l'!:bequemhiTikciicn einer dritte» «affi/ielleu Sprache rechtfertigen? Zur Erklärung seiner dritten Frage sagte Lord Trvmvan: Soweit ich informiert bin, wird das Hebräische, das heißt die lahhiitisrfu־ Sprache, in Palästina nicht benützt.' Die jüdische Bevölkerung־ in Palästina spricht hnnptsüdi'• lieh einen spanischen l>iah׳kt, welcher nach der Verirei- Fimg der Juden aus Spaniern in die- Levante gekemttuet» bt Au /weiter Stellt• wird eine Sprache gebraucht, die eine Art Hebräisch darstellt, das mit Deutsch stark!jemenjjT ist und »!der dem Namen. ״Jiddisch“ bekannt ist. In Vertretung des .Ministers cles Aeiilleren antwortete Lord C 1a w ford: Das f lebräische ist gleich dem Arabischen und Englischcn als offizielle Sprache aßet zentralen Regicrungstlepartemeuts aiierkaaut worden und wird als offizielle Sprache in allen Städten und Distrikten Pal.istinas benützt, welche eine hedctiteiule jüdische Be- Völkern!!!׳ haben. Das Gesetz wurde von der V«';wallung angenommen als erster Schritt zur Verwirk- I i crfi u n g d e 1׳ D e k 1 a 1־ a t i o!1 v an! 2. Novom ber 1<!I7 /ur Unterstützung der Schatfnng eines natio- II a i e 11 H v i m s für die Juden in Palästina. Wie bc-lv,11 וווt ist, ist die Deklaration vom 2. Novemher zur Befriedigung der Bestrebungen der Zionisten d e r g a n z c» Welt erfolgt, soweit die Regierung Sr. Majestät diese für wünschenswert und praktisch erachtet. Bei der Anwendung der LX'klaration wird mit Recht darauf gerechnet, daß die Belebung der hebräischen Sprache eine wichtige Rolle spielen wird. Ich bin beauftragt, zu erklären, daß die hebräische Sprache, welche offiziell anerkannt wurde das klassische Hebräisch ist mit den Aeiuterungen, wie sie die modernen Notwendigkeiten erfordern. Die Zahl der jüdischen Bevölkertm!״ Palästinas, welche diese besondere hebräische Sprache spricht, beträgt 1 wahrscheinlich 60 bis 70 Prozent. Von Pittsburg bis Buffalo Die lange mit Spannung erwartete diesjährige ־ Jahresk-onierenz der amerikanischen Zionisten!tat nun Finde November in Buffalo stattgcfumlen. Man hat erwartet, daß auf dieser Konferenz eine große prinzipielle Auseinandersetzung über die Haltung der amerikanischen Fraktion auf der Londoner Jahreskonfetcnz stattfinden wird, und daß sich starke Meinungsverschiedenheiten zwischen den Führern der amerikanischen Föderation und einzcine», besonders aus Ostjuden bestehenden (»ruppen ergeben werden. Nach den bisher vorliegenden Berichten zu schließen, scheint sielt auf dem Kongreß zwar eine gewisse Opposition geltend gemacht zu haben, jedorfi die alte Leitung hatte eilte überwiegende!Majorität und cs ist bemerkenswert, daß besonders Dr. Wise, dem matt in letzter Zeit DifiV- . reitzeit mit Bratieleis naclisagte, mit grolk-r Wärme für die' Leitung eingetreteri ist. litt Vordergrund ' des Interesse•. s;n!ul die etwas /tuückhalteiide 1*011- ‘ tik, die die amerikattisdie E5ekutive seit der Eon- , dotier Konferenz gegen die Zentrale und die Ge- I saniibewegtmg befolgt hat. Bekanntlich war diese j Haltung so zweideutig, daß man in viele» Kreisen! offen von separatistischen Tendenzen zu sprechen : begann. Diese Gerüchte sind von nifi/idler Seite! aus'/\1nerika mit allem Nachdruck dementiert wo!- ' den, und auch bei der Konferenz in Bulialo hat de! Präsident der Föderation, Judge Mack, mit Fiupitase alle diese Insiiiu atiouc» /urückgewiescu. Irot/dem itat die Konferenz m Bnital«! bewiesen, daß zwar nicht separatistische Tendenzen im organisatorischen .Sinn, aber doch ernte gewis-v!)nuTihici-lmu;; der Disziplin seitens der aaienk.nuscheu Föderation obwaltet. Der SeparatoimN /cigt sieh tu der auch von der Gooventiua;111^־«•c-sprx*eilt*- •"<-;! Absicht,!11 der prakiiseTicii Arbeit m P.tlastina eine gewisse Sonderstellung zu hüben und von der Londoner Zentrale unabhängig zu sein. Abgesehen davon, daß die Amerikaner in Palastina arbeitende Gesellschaften gründen wollen, die nur von Amerika komiolliett w erden, .hat sich auch in einem w ichtigen prinzipiellen Punkt ein Gegensatz, zwischen London und Buffalo ergeben. In London wurde bekanntlich nach wodicniangen Beratungen und Arbeiten der Finan/koiumissiou, in welcher auch die Amerikaner vertrete!1 waren, der Deschtnß getaßt, als wichtigstes finaiftidlcs Instntment für die Eimvicklting des Landes und für die Schaltung der ersten Voraussetzungen eines geregelten wirtschaftlichen Autb.ms den Keren hajessod zu gründen. Dabei behielt jene Anschau-!mg die Oberhand, welche zur Vermeidung von Zersplitterungen 1uul int Interesse der Einheitlichkeit der Gesamtaufbauaktioti, die von einem eigens hierzu geschaffenen zentralen fachmännischen Orgalt (Economic Gauncii) zu leiten war, diesem Fonds die Durchführung־ sowohl der im Uemcinintcresse erforderlichen, aber unentbehrlichen öffentlichen Aufgaben, als auch Schaffung von ihr die Allgemeinheit wichtigen und gleichzeitig rentablen Unternehmuttgen zuwies. Die Amerikaner haben seit der Londoner Konferenz immer deutlicher erkennen lassen, daß sie von diesem Prinzip abzugehen wünschen. Schon das Memorandum von ßrandeis betonte, daß die Investitionen in rentable Unterneimm ugen zu trennen sind von jenen durch Speitden autzubringenden Fonds, die keine Verzinsung versprechen, bt Buffalo wurde mm ein dahin geltender Beschluß gefaßt. IX• r Kcxeu liajcssod wurde für Amctika nur in dem Sinne anerkannt, daß aus ihm die Öffentlichen Ausgab«•1; ״ f״״ds pciclu bestritten werden. In Amerika soll eine grol>o Aktion für Keren liajcssod eingcleitet werden, und alle größeren Spendungen und Widmungen sollen dun zufließen. Dazu betont aber die Resolution von Buffalo, daß Investitionen von diesen Spenden streng zu scheiden sind; die «:onventioiv beschloß eine ganze Reihe von Gründungen und von Projekten für praktische Ökonomie du.* Arbeit, die aber rein privatkapitalistisch gedacht sind, ln diesem wichtigem BcscitluB wurde zum ersten Mali offen die Anschauung ausgesprochen, daß die Hauptrolk bet der wirtschaftlichen Erschließung payi. stmas dem Privatfcapital überlasten werden soll