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Jüdische Rundschau · 1920-12-07 · Heft 87 (7.12.1920) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 87 (7.12.1920)
Date
1920-12-07
Page
– (sequence 1)
Language
German
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CdiaffoBjj einer Sffe»ÜSch-rcsÄ»iIldh gesicherten HeimstlUte ia FalSatlan, ״Coscler Projfismo•1 CrÖffungssiizung - Kein Separatismus -י; Hd '.Vtrt• ׳ rtgtn, j!vx<; I *’ s t; * i ft MX, 511,11, ll| nun "r I RhV». Vj r.^'i iu«llr Sonnahr; j M*tr. Vt ׳־־h! ׳ r 11׳i $s # LE BultaU), 26. November. Verspätet, (jüd, Korr.- Bim>.) Gestern mittags wurde der jährliche Kongreß der amerikanischen Zionisten in Anwesenheit von 250 Delegierten aus;dien Teilen der Vereinigten Staaten eröffnet. Mr. Josef Co wen hielt eilte Begrüßungsrede namens der englischen Zionisten. Hierauf wurde eine Kabcldepcsdie des l>irektor i 11 111 s <1 e s Kcrc 11 11 ה j es sod an die amerikanischen! Zionisten verlesen, in welcher den amerikanischen Zk>- niste» <ler Dank für die Erhaltung des palästinensischen Sicdlungswcrkes während des Krieges und für die zahlicielic freiwillige Beseliiekiuig der jiidiselien .Legion ausgesprochen wird. Das Telegramm würdigt die Forderung der amerikanisdieii Zionisten nach Anwendung kaufntänriischer Methoden im nunmehr aiif/uiiehiiieiiden Kolonisntionswerk im grollen, spricht jedoch die Ucheizeugung aus, d;dt dies ohne Abkehr von dem die neue jüdische Gesellschaft belebenden geistigen Einschlag de.-: zionist iseiten Ideals und ohne sieh von der Suprematie der zionistischen Weltorganisation lossagen zu müssen, gelingen kamt und wird. FXm amerikanischen Zioitismtis ist es besdtieden, eine hervorragende Rolle an dem Aufbau der nationalen jüdischen Gesellschaft in Palästina /.u spielen, für dessen praktische Durchführung der Keren hajessod bestimmt wurde. Richter Juli a n M a c k gab als Präsident der ainerikomischen Zionistischen Organisation eine längere Erklürung ah, in der er auf die Notwendigkeit einer vereinten Kraftanstrengung des ganzen jüdischen 1Volkes hinwies und mit besonderem Nachdruck bctonte, dali die amerikanischen Zionisten, einen integ ra 1 e 11 T e i I de r z io 11 i s t isc 11 e 11 •We 111>rg ani- ■י a 1 i o 11 bilden. Die amerikanischen Zionisten werden «!aber im selben Molk■ wie bisher die Weltorganisation in!ovalster nmi ansgihigster Weise unterstützen. W i r «״neu vom S c p a r a t i s m tt s nichts w i s s c 11 and wünschen nur, «all es den Organisationen in den einzelnen UUtdcru überlassen wird, nach den dort olnvaltenden Umständen ilire besonderen Aufgaben zu erfüllen. Mack schloß seine Ausführungen mit dem Hinweis auf den politischen Erfolg der Ernennung Herbert Samucls und gab der Erwartung Ausdruck, daß die englisch-französischen Verhandlungen über die Orr n - /e n I> a 1 ii s t i!1 a s das allein mögliche Ergebnis bringen werden, das notwendig ist, um aus Palästina wirklich!׳ine jüdische Heimstätte zu machen. Dies kann nur durch die grollten Opfer des gesamten jüdischen Volkes gclingrn. Aus dem Rechenschaftsbericht des Sekretärs de yi1׳ HE יי Die vorliegenden Anträge amerikanischen Zionisten 11 a a s gebt hervor, daß die bis und nach San Rem>0 etwa TS Prozent des gesamten Budgets der Zionistischen Weltorganisation decken, er he lernte die Notwendigkeit der ■Reorganisierung der amenkaiiiscUen Organisation in einer Weise, datl sie in die Luge komme, die neuen Bedürfnisse Palästinas zu bcfriedigen. . Air. Louis L i |> s k 1 unterbreitete der Koniereitz den Rcorgaiiisationsplan und entwickelte ein Programm der künftigen Tätigkeit, worauf die erste Sitzung geschlossen, wurde Der Convention winden zur Bestätigung folgende, von der Exekutive beschlossene» Resolution e 11 betr. der Pak'istinaarbeit zur An1tah:,u* vorgelegt: Wir bedürfen zum Aufbau Pal'istitm der Mitwirkung des g a n zeil | udc 11 t u m s und müssen Mittel ergriffen werden, daß die Juden der ganzen Welt daran Au teil nehmen; auch N i c h t in i 1 g 1 i e vl e r d c r Z. i o - n i s t i s c 11 c 11 O r g a n i s a t i o n müssen in den Dienst dieser Aufbauarbeit gestellt werden. Der zionistische!» Weltorganisation soll vorgexchlageit werden, dal! der »Verkauf der Anteilscheine für die offentliehen Unternehmungen in Palästina von den einzelnep Korporationen besonders vofgcnotnmcn werden soll, Ein Komitee soll sofort zur Gründung einer Agrarbank schreiten. Ein autonomes, .aus Zionisten und Nichtzionisteii bestehendes Komitee soll die Dinchfülmutg der P;1 Di st i!1 a a »leihe auf Basis eines 6 ׳> •i-Zinsfulies in die Haiul nehmen. Es soll empfohlen werden, dali alle öffentlichen I lute!nehmt! n״en für Palästina von Juden kontrolliert weiden, mul dali diese Konirolle von der Zionistischen Organisation zusammen mit dem Economic Council, falls dieses gosebnffen wird, aiisgcüht wiul. Ais dringend werden folgende Unternehmungen bc- .־ciiliae'i. die die!!,;!.״'iiai;.■ von Ci c Id mit» ein »״ Form von Investitionen verlangen: i iyvlroelektrische Entwicklung, Vergrößerung des Kapitals der jüdischen Kofomalbank, nach vo! 11 ergehender gritndlichcr Reorganisierung derselben; Organisierung einer Agrar- und Hypothekenbank; Organisierung besonderer Korporationen für die baldige Entwicklung der sogenannten i aiulindusirien; Organisierung k<K»|wrativer Baugeiiossenschäften, i >ie t ielder, die durch freiwillige S p c 1> ח e 11 atifofbraciit werden ־ der Keren bajesxod - sollen dienen: für medizinische und sinitäre Hilfe: Bitdmigs/u ecke und l.ü lorschttng »les Lamles; Landerwerl» durch den Nationalfonds; Immigration; Aufforstung. Amerika übernimmt die Initiative für den jüdischen Weltkongreß New-York, 28. November. (J.C. B.) Das Komitee für den jüdischen Weltkongreß unter dem Vorsitz Mr. Abraham Shomers, Präsidenten der Exekutive des aiueiikaiiiseli-jitdischcii Kongresses, hat eine Konferenz der hiesige» öffentlich tätigen indischen Persönlichkeiten zur Betrachtung der f rage eines jüdischen Weltkongresses einberufen. l.s wurde beschlossen, einen jüdischen Weltongreß für den 31. Mai 1921 nach dem Haag eittztiberufcn. Zur Vorbereitung dieses Kongresses wurde ein besonderes Komitee gewählt. * Die fürchterliche Lage der Juden des O.Uns, die nicht endende Datier ihrer Leiden, die jede Hoffimng wf ein 11 elfem les Eingreifen der für die Weltlage Verwtwortlichen Mächte zu erschüttern droht, macht eine;roße energische Aktion des Gcsaintjudcntums zu einer :iiaufsdiiebbaren Notwendigkeit. Die völlig zerrütteten 'Rdiultiiisse des jüdischen *Volkes können nur durch die ernsthafte Gesamtanstrengung aller Juden konsoloaicrt werden. Die Notwendigkeit eines Kongresses, eines .'psainntcngehens aller jüdischen Parteien wenigstens |'1 wo cs sich um die Verteidigung des nackten ן vbens des Volkes handelt, wird allmählich immer weikren Kreisen klar, und die grausame Gegenwart zeigt fns (li<-* Dringlichkeit eines solchen Eingreifens. Dazu ״״miit vor allem das Erfordernis einer mnditvollen üamfeslation der jüdischen Forderungen, vor dem Völker- ״״nd. IX■ r Gedanke des Weltkongresses ist kein yucrV cr wurde während des Krieges und später von '«rschiedenen Seiten in mehr oder minder zulänglicher nnzeption auf die Tagesordnung gestellt; auch die "',1‘üisdie Jahreskonferenz in London hat sich da- ״*^aßt und eine Resolution zu seinen Gunsten be- Glossen. Nach der vorliegenden Meldung scheint nun von Amerika die entschiedene initiative aus/tigehen. Dies ist umso bedeutsamer, als ja in letzter Zeit in Amerika eine gewisse Tendenz nicht zu verkeimen war, sich den europäischen Angelegenheiten gegenüber etwas zurückhaltend zu verhalten. Nutt scheint doch die Ri»־htun;,׳ zur gesamt jüdischen Arbeit die Oberhand behalten zu hrjlaen. Ob endlich »ins angegebene Datum eingcli,allen werden wird, darf inan mich früheren Erfahrungon etwas skeptisch beurteilen. Auch ist über die geplante Art der Einberufung, Zusammensetzung und Kompetenz, noch nichts bekannt. Diese Nachrii'liten sind 11111־ abznwarteii. Es »i.arf aber ange- 11.mimen werden, »laß die Diskussion der Frage des Weltkongresses jetzt nicht mehr verstummen wird. Der Entwurf des Mandatsvertrages London, 29. November. <jüd. Korr.-Büro). Sir Philipp Magnus richtete in der gestrigen Uiitei'liaiissitzung eine Anfrage an den Minister- Präsidenten, ob er bereits in der Lage sei, zu erklären, wann die endgültigen Bestimmungen des Pa l;! stina- M a 1111 a 1 s veröffentlicht werden könne 11. Umeist aalssekretär Mr. H a r nt s w o r t h erwiderte, man werde hoffentlich in Kürze den Entwurf des Mandats fertigsiellen und es dem Rate des Völkerbundes unterbreiten. Er sei aber noch nicht in der Lage, den hierfür in Aussicht genommene״ Zeitpunkt genauer anzugeben. Bis dahin kommt eine Publikation nicht in Betracht. Eine weitere Anfrage von Sir j. D. Ree s, ob das Mandat von der britischen Regierung ausgearbeitet wird, und ob der Völkerbund etwaige Einwände gegen manche Bestimmungen erbeben könne, beantwortete Mx. Harmsworth im ersten Teil bejahend, während er den zweiten Teil nur als Anfrage mr Kenntnis nahm. Die Makkabäerfeier Das Makkabäerfest, lange Zent hindurch als Fest geringeren Grades gewertet, ist erst durch 1k\n Zionismus zu neuem Leben erweckt worden. Die Erinnerung an die nationale Erhebung der Makkabäer gegen Fremdherrschaft und gegen den Zwang zur Assimilation bekam einen aktuellen Charakter, nachdem man die Judeufrage als nationale Frage erkannt hatte. Die Bcireiung der eigenen nationalen Eigenart war die Klee, für die auch die heutige Generation des jüdischen Volkes zu leben batte. Darum hatte das Makkahiierfest einen neuen Sinn. Es war »le! Anlaß zu eine! nationalen Weibcstunde, die Makkabäerfeicr wurde das zentrale Fest des nationalen Judentums, das sich in der Volksversammlung neue Formen des Zusammenlebens geschaffen hatte. Bis!teilte ist die Makkabäeileier eine ziomstische Einrichtung geblieben, aber es ist nicht zu verkeimen, daß sie allmählich viel von ihrer ursprünglichen Frische und Kraft cingebiiiit hat. Die lange Zeit, die von dem eisten Atifflackcrn des Zionismus bis zur Verwirklichung verstrichen ist, hatte zur Folge, daß sich auch die Zionisten in einem stärkeren Maße als man es manchmal zugibt, wieder dem Leben angepaßt haben. Alle Einflüsse der l '!»weit fördern aber die Assitntlatioa. Im eigentlichen wirklichen Leben der Zio* nisten hat sielt auch nach dem Bekenntnis zum Zionismus nichts Wesentliches geändert. Dies ist ein ungeheures Paradox, die klaffende Kluft /.wischen Blee und Wirklichkeit: denn die zionistische Idee i-t nichts anderes als der Wille zu einet־ radikalen Aendcrung des Lebens. Die Zionisten halten Vereine gegründet, Organisationen, Parteien; ein eigentliches neues!.eben ko.mtut sie nicht schaffen, und ein Surrogat dieses Lebens war die Makkabäerfeier, die einmal jährlich Begeisterung über fernes Heldentum ausgoll. Heute stellen wir in einer neuen Epoche unserer nationalen Bewegung. Die Verwirklichung beginnt. Und gleich am Anfang sehen wir, mit welchen ungeheueren Schwierigkeiten wir zu kämpfen haben, Schwierigkeiten, die niemand vorausgeschen batte, weil niemand genügend Wirkl'chkeitssim! besaß, um die Ausführung unserer Aufgaben sich konkret vor/usielien. Jetzt schon ist eine Krise im Lande Israel entstanden, weil die Grundlagen für die Entwicklung eines Wirtschafls- Icbens niclit da sind und sicit immer neue Probleute eröffnen, die nur mit ganz konzentrierter Kraft zn lösen wären. Diese Kraft aber vermissen wir im jüdischen Volke, wir vermissen sie sogar im Zionismus. Zu der wirtschaftlichen Khm in Palästina gc-mt sieh eine schleichende Krise m unserer Organisation, die darin ihren Grund hat, daß jede Gruppe und jede Undesorganisation ihre eigenen und eigenwilligen Anschauungen über die beste Art der Durchführung des Aufbaus zur Geltung bringe״ will, daß auch bei der groß gedachten Befreiungstat für unser Volk da tuitl dort eigensüchtige Tendenzen und eigensüchtige Zwecke hineiiigemisclit werden, die die Reinheit des für die Idee angespnnuten Willens trüben und ein auseitianderstrebciulex Chaos an seine Stelle setzen. Wir vermissen auch die konzentrierte Kraft des zionistischer» Geistes, das Bewußtsein der Bereiischaft, des ungeheueren Ernstes der Stunde, das Bewußtsein, daß wirklich eine neue Zeit angebrochen ist. Fünfundzwanzig Jahre hat man Makkabäerfeiern mit Deklamation, Gesang und Tanz gefeiert, hat sich an Festreden erbaut und ist dann wieder mich Hause gegangen Fleute, so sollte man meinen, müßte in der zionistischen Welt eine ganz andere Stimmung, atteli eine ganz andere Auffassung von Makkabäerfeiem herrschen. Aber nach wie vor leben sich Zionisten in Gesellschaftsabendcn, Bällen und zionistischen Kubaretten (!) aus, die Gruppen wetteifern in der Ankundigung neuer Couplets, wir sehen keinen Ansatz zu einem neuen Lebenswillen. Oft scheint u?/ 1״b w'r 111,54 se^’s^ ironisieren wollten: der Welt, die wir verneinen, eifern wir ir unserem tatsächlichen Gebaren nach. Der Notschrei des. Jischuw ist beinahe ungchört verhallt; die einzige Reaktion, in der sich das Pflicht-

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