Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 81-82 (19.11.1920)
- Date
- 1920-11-19
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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/Ö2 Nr. 8t 82 J U EDI SCH E RUNDSCH72U. Seite 617 r '.1'״ca ׳ «1 Kl• S i it w. ‘ '!ml rinne- -<א1י1י >11 cs in jur 14 VC׳ i v c r « UUst’i* •Wncn t ■ .Hicrc, 1 Hui **>'־ ■l'lllllg h .1:11 m :v« r zerrt, cl.l Wo fc etwa« Ivnt des U Kan-? '•'.irui■ t iimiin. f Kr׳״ - 1 Dienstr Ihrr■ e. Hit di? die Re. « Mineat c'est kurzem * heute 11.11 ten, ilUT /U *oni c - ‘ so/ia- U'r aus, ־־־*• t'inc t'iu beien die 5 kann, ffnabme RkL ׳•che lll’l 011 8 t 1 11t ir;׳!11;k ü ß e Je a t>! r ׳ k ÜL ׳ in pr u »ßir Vereiiies• *>%v ker feialißler ge- 51gt.) gland סי eine t auch haften i ge- Keren r dem eitung jirnche!/io- >. ani- Ül;eilt, m I g -!gleich psi'hcs I Kon• cliritte aller an er- Sprechsaal; Gustav Landauer und wir Das, wir in dem Aufsatz, von Herrn -Satt.-Rat limil S 1 m o 11 s .>11 lasen, itmlitc eines Tages zur Sprache kämmen, mul es mußte so ausgedrückt werden, wie!יי getan winde. Die Antwort hierauf dürfte eine prin- /ipicllc sein 111h) die Stellung unserer Jugend zu׳ l.uu־ daner charakterisieren, In dent betrelfeiulen Aufsatz wird ms zwei Sülzen Landauers Anpassung wirtsc.iiafilu-her Probleme clargelcgt - ich gestehe, daß ich das /unundcsl gewagt finde und im Anse 1111115 dal an 1*.erden Schlüsse gezogen, die Landauer selbst in seinen Huchem ״Die Revolution“ und ״Auintf zum Soziulisums“ bekämpft. Ls heißt in dem genannten Artikel: ״I)•etuentsprecliciKl müssen wir Sozialismus als _ das Suchen narb einer Wirtseliafisartlmiug ansehen, bei der v-4 Moimpole privatwirtschaftlicher Subjekte an Produkimiismitteln nicht gibt, so einII auch die Erpressung von Mehrwert nicht inöglieh ist,“ Im Gegensatz hierzu s,!gl La 11 daner: ״Soziali-inus ist die Wilkustemleiu geeinter Menschen, um eines Ideals willen Neues zu schatten,“ In diesen beiden S.it/en liegt der gewaltige Unterschied der beiden AufiasMingvn des Sozialismus eingesehlosseii. Bin־ Herrn S, ui.-Rat I >r, Siniti nstin ist Sozialismus nichts, als eine .wirtschaftliche Lormel. Bei Landauer ist er der ideale Heist der (ienicinseiiaft Hier die Wirtschaftliehe abstrakte Theorie, dort das Let/tmeiisclilichc, Bin- 1l.׳nde, 11er Wille zum Heist. Wenn es weder in dem Mukel heißt, ohne Sklavenarbeit kein Sophokles, kein l-hntias und kein salomonischer Tempel, so glaube ich 11 I uula ners Sinne /1! sagen: daun eben kein I eiupel, keine Götterbilder und keine I’hilnsophic, denn hoher als;!II dies ist Trcilu'it. Sozialismus und augenblickliche Zustände zu identi- It/tcren, ist genau dasselbe, wie der Vergleich /wischen <:,11׳ Idealen des Zionismus mul dem Palästina von heute. Ich finde, daß wir uns niemals der“ Terminologie unserer Hegncr bedienen s. »Ilten, Wenn der Artikel- \erfasse!• die laml.iuersdu'ii Theorien genau kennen minie, so müßle er wissen, daß Landauer die allgemein gültige soziale Doktrin nicht nur ahleimt, soll-!1,111 auf das Schärfste bekämpft. Niemals hat er heh.uiptet, mul er war als Vvilksbeauflragter ja an der (,hieße dieser Erkenntnis, daß die Revolution uns So- /inlismus in irgend einer Bonn brachte, und er war der ciu/igstc, der damals in München wußte uutl es ,׳mssprach, daß der eingeschlageue Weg niemals zum So- /talisimis fühlen konnte. Es würde zu weit führen, all ■Le Gründe und Ursachen dieser Auffassung’ Landauers Lii/iilegen. Ich empfehle zu diesem Zw ecke das Studium Hier schon eben genannten Werke, Was war und was ist 111111 uns Zi-ouisien dieser At'iiui? Um seine Bedeutung für uns begreifen zu können, müssen wir die äußeren Umstände betrachten, unter welchen wir zu ihm standen. Die Revolution mit ihren kosmopolitischen Ideen ließ eine Zeitlang vidi־ von uns, 1:1ui gerade die Besten, glauben, unser Zionismus sei eine Sache der Reaktion und stemme sich der allgi meinen Entwicklung entgegen. Wie verheerend dieser Irrglaube wirkte, wurde uns durch die Verhältnisse in Rul’itaud bewiese», und der ״Biuid“ war und ist auch noch heute dort viel stärker als der Zionismus. Sozialismus und zentralisierender -Staalskoimminisnuis war eine Zeitlang für uns dasselbe, mul wir fühlten uns, soweit wir Sozialisten waren, überflüssig und störend im allgemeinen Weltgeschehen. Landauer lehrte uns durch seine lange variier erschienenen Schriften, daß Zionismus und So/irdisnrus nicht nur sieh gut miteinander ן vertrügen, sondern sogar, daß das eine ohne das, andere j gar nicht denkbar war, daII unser Sozialismus nichts | Neues war, sondern etwas, was entwicklungsgcnuill schon I einmal durchgeniaeht wurde, und daß unser Sj/iaüs-! mus der Sozialismus des Judentums ist, und unsere 1 Utopie eine Lorderung unserer Tradition, Das ist es, was 1ms Land tiuer so verclirmigsw tirdig macht, daß er einen mueit Dualismus niithoh, in dem er eine glückliche Synthese schuf. Er zeigte den Weg, den " ir zu gehen haben, um zur Gemeinschaft, unserer He- 11'cinsdtatt, zu kommen, tun ein jüdisches Land in I reiheit und Gerechtigkeit zu erbauen. Strimlberg sagt mal irgendwo, ich glaube in den historischen Miniaturen: ״Henker haben auch ihr Amt.“ II!1 möchte sagen, der Kapitalismus hat auch gute Seiten, über die anderen'.erlaube man mir zu schweigen. - - Din noch einmal zu den zitierten Landanerschc״ Sätzen /!uück/ukofuiiH'ii; Es ist vielleicht inöglieh, daß sie mich der Auffassung von Herrn San.-Rat Dr.’ Emil Simon so 11 mellt ganz logisch diirehgedacbt sind, dem! -ie sind mit (lern Herzen geschrieben, aber es ist ge- 1־ i II, daß Herr ׳Simonsou mit seinen gedank-״ 'ich eit Konstruktionen im Unrecht ist, 'Var es unser Idealismus oder unser V e rstand, der litis letztciulig zu Zionisten!;achte? Wir sehen heute, daß wir den Kampf der liciden liier charakterisierte» Anschauungen m ganz; r.iflein Stile diirchmachcn. Das Vorhandensein des Zio- «ismtis überhaupt ist der Hinweis auf die Entscheidung *Lese» Kampfes. Richard Lew, Krefeld. (Nachdem je eine Stimme gegen und für Landauer Zeugnis abgelegt hat, schließen wir die Aussprache ,'her dieses Thema. Die Schriftl.) Herbert Samuels Mutter ע״ה ' London. 4. NoVi (J. C. B.) Die Mutter Sir Herim Alter von $4 •Jahren roiicn men. nsten ״ e r t Samuels ^stürben ö2J־a»1 CWUncr 7/־־׳nun felefoa* Zentrum 36H׳׳li, Krtß*enverwa!UuHi der ß. Z. V . .־;, ... /. ... •״.׳aA.kA.WM שיי Bnilr» C. I?, 50y<SG*trt 3. FoilithrduHmto Ne. 12006« Berltn NW. 3. HchriiUiho l^fcbnlle 11et *CulturdcteruaU der B. Z* V. Dragoners!/. 22 (Hof). Gediind fügUdi von SO—I und roi» 4—SO Ubr. hebrSfschcn Zeiiunsen und Monatsheft« der Wat! liegen ou*. — Auttkttnfisstclle IQr hehrflisuie Angelegenheiten. — HehrftUche Lehrer. verrnUUuntf. — TreHpunkt oder treund« der hebrA]»<hcn Spraye. ElnlrtU freL Donnerttag, den 1». November abend• ft Uhr Grupp« Weit Zahnfiatehoui. Ofllowstr. 104 Alfred Haiku*״ .־Die Gitjudcnfragc in DeutuhUad.« Sonnabend, da! 20. Novcmhrr abend* ft Uhr Gormannslr. 29 (AfjudaHi ztchlm) Rudolf Samuel: RartelUß der i'd»lc*Zlon. Sonnteg, den 2t. November nachmltlog* 5 Uhr Zionliilicher JugrudKercSu Berlin, HeiÜgegeIs!*!r. 52 MuifkaUich« ,Vorirüge und Reiilatlonen. DlecUtag, den 2%, November abend* 8 Uhr ZlonUtUmcr )uilaidverdn Berlin, HetligeaeUt*ir. 52 Herr Golttieb ״luden ln England.** Mittwoch, den 24, November abend* ft Uhr Gruppe Ost Union*-Sftle, Grcifswalder 511• 221/225 (SHiungsiaal pari ). Werner FrauitAd (er : ״jadlidhc Aus-wanderung.*״ ftonnlag, den 28. November iüdiseber Eraurnbund für Turnen und Sport im ftrüdtr Ve!cJn*hftu*. KurJflrMemtrabe 115/116. Zehujibiiges Silftun,11fe1t. Hebrfiftchcr Chor der B. Z. V. Rr.stauinnt Grünbauin, Berlin N. OranlenbufK’fT Str. 26. )rden Montag und LJor»»er*t0g abend* B Uhr: Vorprobe«!. Anmeldungen an den Uebungtobenden bei d׳-jp Dirigenten, Herrn Kopf, oder im tiüro der B. Z. V. Hebr.iU(her KlMtlcrdarten Charloftienburg» KQitrlner Sfr. 7, In Resiauranl Berliner Kindl. l'Qnimol *vöd)enliidt von 10—1 Uhr vorinlltag». HcbriUither Kindergarten Weit, Wochentag* •Synagoge, Münchener Sffabe 37, Fünfmal wöahrnllich von 9- H Uhr vormlltog*. Hcbr Sptelnmhmitiag Chaitottenbur!!, KOsi/iner Sir. 7, in* Keslmiranl IWrilner hlmii. Miilwod»* von J׳a4—Ui»r. Hebräischer Spielnachmilib;! tQdweilllcbe Vororte, bei Frau Schotem, Irbdrimu, Wleiondilr. 4. Moniog und Donner*lag nachmiflag von yj Uhr. Hebräischer äpiclnochmiitag; Süd, Montag und Donnerstag von Hi* bl * 6 Uhr Im Helm drr Gruppe Süd, Prime n*fr. 42. Hchr.il4d1er SpiclnadimUfag Ost, Rriigiomsdiule Rykcfttr. 53, Zimmer III. Montag von 1 .3 ,h? Uhr. Hcbralsdrer Splelnochmthoft Nord, bei Frau Gfünbaum. Invaliden* stfcibe 142. Ulensiag und Donnerstag von! .6, *-*4י Uhr. JfÜd, Turnverein Bur Kochba £. V. Büro HciUgegel«t*tr. 52. Zentrum 1610 1. Hä n n e r a b t e i 1 u n g: Dienstag und Sonnabend, B—10 Uhr, Gr. Hamburger Sfr. 27. 2 HSnncrabteUung: Donnerstag, ft—10 Uhr, Sybeldr. 2*4. Montag und Mittwoch. 8—10 Uhr, KeibeUtr. 52. Montag und Donnerstag, ft—10 Uhr, Montag und Donnerstag, 6—ft Uhr, Dienstag, Uhr und Donneritaf, % Mßnncrabtellung; 1. j ugendabtellung: Welbenburgcr Sir. 4a. 1. Schölerobtellung: Vcifeenburger Str. 4 a. 5• SchQierablcilung: 6—ft Uhr, SybeUtr. 2*4, 1. Fr ouenabtetiung: Donnerstag, 1^8—10 Uhr, Zlegelstr. 11 2. Froue nabteilung: Hontag, ft—10 Uhr, Sybebtr. 2*4. 3. FrauenebteUung: Mittwoch, ft —tO Uhr. lffiandstr.(MargMeten*Ly*-i. 1• Mädchenabtellungs Donner»fag, Uhr, Zte^etstr. 12. 2. Mftdchenabtellungt Mittwoch. Uhr, Uilandslrah« Fechlerschaft: Donnersioe. 8—to Uhr, Gr. Hamburger Str. 27. Sporiabiciiung Im Verband Brandenburglschcr Aihleiik-Verelne und Im Brandenburgischen Hackeyverband. Alle Anfragen sind direkt an das Büro zu richten. vereiiiipuny; da•• Studium vollemlet. Diesem Anlaß palten die l•'eiern m der Syuapoiw un<t iK'MHt.iers 111 der Knut-!<>;;<׳, die am /I. O'ktdier d. Js. statu',nuleu. Aus allen Rarteirieütiitijien waren die Juden K<111i;;sberps herhei- }•eströnit, um Zeugen einer Leier zu sein, wie sie Kiüni^sherpf in dieser l'orm nicht erleid hat. Um da>s Udingen des Bestes hatten sich hcsruulers die I lerren N. Ei sc liier ein eifriges Mitglied der T.Mmmlvereim* };1111;,; , I. <1 w e 11 t h a I, Hr:1 tiilc, Hoch 1:1 11 <1 und t). Uartfti t zki venlient gemacht, der midi in den i-üileiVndeii Worten, auf die Bedeutung; der Beier hinwies. Nachdem der Verstorbenen der ״Tahnmtvereini- },׳uiia“ gedacht worden war, he!;ri1ßte un Nunen <ler Kan(!uj׳e I*h•! I. a s s;> r - Loh 11 die Anwesenden, um plek'h/i'itia den Talmud vom wissenschaftlichen Standptinkt aus zu würdigen, löibhiner M i I 1:1 k o w s k v, der Dozent <1 er ״TaliniRlveroiitijjünp;", iietunte das Moment des 1׳ r 1 c 11 r n s im Talmud. Heineinderabbiner Dr. Le w in faßte es m seinen A11s|i111ruu״en als besonders pyites Omen für sein weiteres Wirken auf, gleich zu Beginn seiner Tätigkeit in Königyberg an einer solchen Feier teilnehmen z.u dürfen. Längere Betrachtungen über den Talmud stellte Rabbiner l)r. I* e r I e s an. justizrat Hirsch iilierhradite in bewegten Worten die Grüße des Vorstandes der Synag<>j:engemci1ule. Einige Ostrobbuier gaben ihrer L'reiidc Ausdruck, auch in Deutschland Brüdern zu begegne״, die die Tradition des ralmiulsUidimns hoehhalten. Nach den Herren N i s c h k o iv s k i, F e i n s t c i n und (i i 11 e 1111 a 11 n sprach als letzter Redner des Abends Herr Ephraim P ic/etiik. Er wies darauf hin, daß auch diejenigen, die diu Talniudeifrigen bei ihrem Studium unterstützen, sich Verdienste erwerben. Und ein solches Verdienst hat sich in hohem Maße die S\ iiapogengeiiu'imie erworben, die in jeder Weise die Bestrebungen des IXa- /eilten fördert. Nachdem ein großer Teil der Anwesenden, durch diesen Abend augeregt, ihre Namen in die l isten der ״Taliiniclverciiiigiiii״" eingetragen hatten, begann der Abschied, der sich in warmen Worten des Dankes den Veranstaltern gegenüber äußerte. Die Breude, an einer solchen Beier U'ilgcn.»nunen zu haben, und der Wunsch, baldigst wieder Zeuge eines solchen Bestes sein 7« dürfen, leuchtete allen aus den Augen. Die Tat eines Wahnsinnigen Karlsruhe. Vor dein Schwurgericht in Karlsruhe in Baden hatte sich der 21 jährige Student Robert E 11 ge 111 o r 11 aus Baden-Baden, Sohn des Kunstmalers Prof. Engelhorn, wegen Mordes zu verantworten. Der Angeklagte hatte am 7. Mürz d. Js. in Baden-Baden auf offener Straße den etwa gleichaltrigen Studenten Franz Hahn ohne jeden Anlaß erschossen und sich dann selbst einen Schuß in den Oberschenkel beigebracht. Die Tat erweckte damals großes Aufsehen und gab zu der Vermutung Anlaß, Enge.horn habe aus antisemitischen Motiven heraus gehandelt. Der Angeklagte bestritt, durch antisemitisehe ■Beweggründe zu der Tat veranlaßt wurden z.u sein. Sein eigentlicher Beweggniml sei uns Verlangen gewesen, aus der bürgerlichen Gesellschaft;uisgesehlosseii zu werden. i>tc medizinisciicn Sachverständigen kamen zu dem Ergebnis, daß der Angeklagte an Dementia praecox leide, und daß er für die Bat nicht verantwortlich gemacht werden könne. Der Staatsanwalt jiUidierte 'für Bejahung der Schuldfrage auf Mord. Die Geschworenen verneinten dies jedoch und ebenso die Frage auf Totschlag. IX־r Angeklagte wurde daraufhin frcigesprochcii und einer Irrenanstalt überwiesen Ein Re^ierungserlaß in Bayern Nachdem die antisemitisehe Hetze in Bayern, hesonders aber in München, einen Grad erreicht hat, bei dem der Ausbruch von Gewalttätigkeiten mir noch von Zufälligkeiten ahhäiigeu könnte, sieht sich die bayrische Regierung endlich veranlaßt, folgende Verordnung zu veröifcn'lichon: ״Staatsministeritini des fntieru. Nr. 2301 <1 2S. .München, den 5. 10. 1020. An die Herren Regierungs- Präsidenten als Siaatskommissare. Betreff: Antisciuitisclic Bewegung. Die Einladungen zu den Versaiiiniluiigen der 11.1־tto11,־d-so/in!istisclH‘n Arbeiterpartei Mini in letzter Zeit wiederholt׳ in einer Bovin ergangen, die aufreizend auf die <)Öffentlichkeit wirken mußte. .Audi die in den Versammlungen gegen das Jade nun«!griuebene Agitation überschreitet erheblich die Ga־n- »:eil. Bs ergeht daher die Weisung, dafür Sorge zsi tragen, daß die Plakate für sulche Versammlungen stets emer gründlichem Prüfung unterzogen werden, und daß darin alles ausgcnicr/t wird, was ,׳nifreizcml wirken . kann. B'cnier ist dahin zu wirken, daß in den antii semitischen Versammlungen •die aufreizende Agitation;gegen das Judeir.iuii unterbleibt. Etwa trat/,lern vorkommenden Ausschreitungen ist energisch entgegeuzutreten. I. A.: ge/. Unterschrift.“ l'Krt(entlieh genüg l diese Verordn««!;, um beispiedsweis!■ dem Polizeipräsidenten \\»n München, Bierrii l'bliiier, zum Bewußtsein zu bringen, daß zu seine» Obliegenheiten auch der Schutz jüdischer Bürger gegen antisemitisehe Aufreizungen gehört. . Ein Talmud-Jubiläum Alan schreibt uns ,aus Königsberg i. Pr.: Vor zehn Jahren batte der auf tafmudischem <iebiete allgemein als bedeutende Autorität anerkannte Rabbiner Benjamin M i 11 ,1׳ k <> w s k y eine Schar gleichgesinnter Mitglieder der Königsberger Synagogengemeinde mti sich versammelt, um mit ihnen den gesamten Talmud mit seinen Erläuterungen und Erklänmgen dnrch/ustsulierc'ii. An Blinde missen 11nd Hemmungen verschiedenster Art hotte cs im Laute der Jahre wahrlieh nicht gefehlt. Der Krieg,!x>litische Unruhen - ״ niclits jetkfeh konnte die lernbegierige Schar von ihrer üemorali fcrnhalten. Die Jahre vergingen, und von uner'-cbiitterlichem Lerneifer getragen, hotte die Talmud- Bahnfahrt Berlin -Triest km Ort D 22 Berlin, Anh. Bahnhof ab 8.40 UH,4 Leipzig, Hauptbhf. an 11.20 ah 11.40 28b,4 Plauen an 2 23 ah 7<׳ (• ■ TJü.O Hot־ an 3 26 ab 4 40 M4,’j Regensburg an 7 10 ah 7 22 032,3 München an 0 31 ab 1 ).10 717,4 Po sv ust ein an 12.14 Z. SO) ab 12 10!31,3 ' Kufstein an 12 53 Zollabfertigung —■ P a H r e v i s i o n Kufstein 7. 1 ah 20־ 2' 724,3 lnnsbiurk an 4 IT ab 4 37 828.3 Brenner an 5 30 Zoll; a b f e r t i g 1111 g — P a ß r e \ i S i 11 Brenner ab Ö.10 H Fraiizeiisfeste au 7.33 1)4 Bo/en-Hiies an 0.24 llö L rivnt an 11,00 ab 11.20 214 Verona an 2.03 u nt s t c i g e n Verona ab 4 55 431 ' Mestre an (140 u 111 st c izen AWstrc ab 840 302 Triest an '12.-0 Zu Channukah erscheint, wie im vorigen Jahre, eine Sonder-lkzppi nummer der Jugendzeitschrift Bar Koch ha. 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