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Jüdische Rundschau · 1920-11-12 · Heft 80 (12.11.1920) · page 1

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 80 (12.11.1920)
Date
1920-11-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Dar ZUmUma« erstrebt für das (fidisebe Volk dfa Söaffnag *Iner öffcBtlldi-recktlid» geslÄertea Hctmst&tt« In Palästina. ״Baseler Programm» ryrj /ךץ־ד^ח/ ן<\א די/ ר,״*!!*ו^ ןןןך״ן\ף Anerkennung er Ässefath haniwcharini Oes innungsgenossen! Der deutsche Zionismus wird in diesen Wochen und Monaten auf eine ent■ scheidende Probe gestellt. Von Erez-Israel, von der Leitung der Zionistischen Welt- Organisation werden Opfer nie gekannter Größe für die Grundlegung des neuen Siedlungswerkes in Palästina gefordert. Alle Arbeitsenergie soll in der nächsten Zeit auf die Aufbringung des Keren hajessod (Palästina-Grundfonds) gerichtet werden. Im Bewußtsein ernster Verantwortung haben wir begonnen, den Londoner Beschluß mit unbedingter Bereitschaft in die Tat umzusetzen. Und die Erfolge werden bereits sichtbar. Ueberall erweisen deutsche Zionisten, daß sie bereit sind, wesentliche Teile von Einkommen und Vermögen dem Aufbauwerk in Erez-Israel anzuvertrauen. Wenn wir jetzt an eine andere dringende Aufgabe erinnern, bleibt diese gegenwärtig wichtigste Palästina-Verpflichtung unberührt. Aber über den gewaltigen Forderungen Erez-lsraels dürfen die ungleich geringeren unserer deutschen Landes- Organisation nicht vergessen werden. Die für den Keren hajessod aufgebrachten Summen müssen ausschließlich dem Siedlungswerk in Palästina zugute kommen. Daher müssen für die Erfüllung unserer zionistischen Aufgaben in Deutschland selbst besondere Mittel zur Verfügung stehen. Und diese Aufgaben sind nach wie vor umfangreich! Die Organisation muß ausgebaut, die Propaganda muß gestärkt werden. Die notwendige Förderung unserer Kulturbestrebungen, vor allem der hebräischen Sprachbewegung, erfordert in stets steigendem Maße die Bereit- Stellung beträchtlicher Mittel; nicht minder die unabweisbare Pflicht zu aktiver Mit- Wirkung an der sozialen Arbeit, vor allem auf dem Gebiet der ostjüdischen Flüchtlingsfürsorge. Auch für den vom Delegiertcntag beschlossenen Aufbau eines leistungsfähigen Palästina-Amtes und für die Unterstützung unserer in der palästinensischen Berufsvorbereitung stehenden Jugend müssen ausreichende Beträge verfügbar sein. Das finanzielle Instrument zur Durchführung dieses Arbeitsprogramms ist die Zionisten ־*Steuer. Vom vorletzten Delegiertentag beschlossen, hat diese auf freiwilliger Selbsteinschätzung beruhende Steuer trotz anerkennenswerter Bemühungen einzelner Gruppen noch immer nicht die Mittel sichergestellt, ohne die eine starke aktive innere und äußere Arbeit des Geschäftsführenden Ausschusses undenkbar ist. — Wir richten daher die Mahnung an alle Ortsgruppen, in Ausführung eines einstimmig gefaßten Beschlusses des letzten XVI. Delegiertentages bei der gegenwärtigen erhöhten Anspannung aller zionistischen Energien auch die Aktion für die Zionistensteuer mit gesteigerter Kraft fortzuführen. Neue Gesinnungsgenossen müssen der Steuer verpflichtet, säumige Zahler an ihre Pflicht erinnert werden. Diese Aktion kann und muß, wie auch an dieser Stelle nochmals wiederholt sei, mit der Propaganda für die Keren hajessod-Leistungen der Zionisten verbunden werden. Grundsatz sei: Jeder Zionist, der seine Zeichnung für den Keren hajessod festsetzt, soll sich gleichzeitig zur alljährlichen Zahlung einer vergleichsweise wesentlich geringeren, aberden Aufgaben entsprechenden Summe als Zionistensteuerverpflichten. Wir ersuchen die Ortsgruppen und Gesinnungsgenossen dringend, diesen Grundsatz mit aller Energie durchzuführen. Die gegenwärtige Finanzlage der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und die Zukunft der zionistischen Arbeit in Deutschland erfordern seine ernsteste Beachtung. Der Geschäftsführende Ausschuß der Zionistischen Vereinigung־ für Deutschland Dr. Klee. Roscnblüth. ׳ Berger. Blumenfeld. Boschwitz. Kober. Dr. Siegfried Moses. Dr. Walter Moses. Dr. Rosenberg. Dr. Strauß. Trietsch. Prof. Dr. Weil. Dr. Weltsch. Wollsteiner. Auf der ersten Sitzung des Waad ietimi wurde fol gendes Schreiben des Obcrkonunissais verlesen; An den Waad leumi der Juden von Erez-Israel. Mein« Herren, ich hatte das Vergnügen, die Vertreter der Asselatli hanhvcharini der Jinten Ercz-Isrnds zu empfanden, die mir die Entschlüsse übermittelt haben, welche die Assefah in ihrer ersten Session angenommen bat. Ich bin erfreut, unter diesen Entschließungen den Ausdruck des Dankes an die britische Regierung zu finden, den Sie ihr ü! Anbetracht ihres j>olit:schen Standpunklcs gegenüber Erez-Israel zollen, und ferner eine Kundgebung der Freundschaft und der Hcrzliciikeit für die arabischen Mitbewohner und für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten /.wischen dem jüdischen und dem arabischen Volke. Ich habe die erste Entschließung telegraphisch an die britische Regierung weitergegeben, die zweite wird sicherlich von allen nichtjüdischen Gemein schäften iin Lande mit Befriedigung verzeichnet werde«. Was die Entschlüsse angcht, die sielt auf die Organ»- sation der Juden Erez-lsraels beziehen, erlaube ich mir. Ihnen folgendes bekam! tzugeben: Die Regierung ist bereit, die Ässefath I1anhvd1r»r;m und den von ihr gewühlten Waad unter folgenden Vorausset/uugen als die Vertretung der Juden Erez-lsraels anzuerketuiett: 1. Daß die Autorität des Mandates zum Zweck der Verwaltung Erez-lsraels so wie es vom Völker* huml errichtet worden ist, anerkannt wird und keinerlei Forderung erhoben oder Vorschläge eingebracht werden, die mit den Bestimmungen des Mandates in Widerspruch st!heu; 2. daß auch in Zukunft der repräsentative Charakter der Ässefath Itaniweharim ׳*״wahrt bleibt, dadurcii, daß sie wie bei den ersten Waiden, so,uich hei den folgenden die zweifellose Majorität aller erwachsenen Juden in Erez-Israel auf sielt vereinigt. Es versteht sich von selbst, daß es nicht Angelegenheit der Assefah sein kann, sich mit Fragen zu beschäftigen, die Erez-Israel ah Gesamtheit angclieii, sondern daß sie sich nur mit den inneren Angelegenheiten des jüdisrften Jischmv zu befassen hat. Ebenso selbstverständlich ist es daß die Anerkennung der Ässefath haniwcharini in keiner Weise das Recht irgendeiner Gruppe, Körperschaft oder Einzelperson im Lande, welchen Bekenntnisses auch immer, beeinträchtigt, der Regierung ihre Wünsche oder Beschwerden vt»rzutrage«. Ihr sehr ergebener gez.: Herbert Sa m ue 1. Die Staatsanleihe London, 1. Nav. (J. G. ß.) ln Ergänzung der vom britischen l’ntcrstaatssckivtär lur Aeulkres Mr. llarmsworth gemachten Mitteilungen im l'met.tause über die bevorstehende Aufnahme einer palästinensischen Staatsanleihe erfahrt der finanzielle Berichterstatter des ״Daily Telegraph“ von autoritativer Seite, daß die Vorbereit urigen zur Ausgabe einer palästinensische » Staatsanleihe in der Höhe von 10 Mil'ionen Pfund Sterling bereits beendet wurden. Die Anleihe, die spät«•• sterts im Januar 1021 zur Hälfte in Amerika und zur Halite in England gedeckt werde 1» soll, wartet nur noch auf die formelle Zustimmung des Völkerbundes. Wie man in hiesigen offiziellen. Kreisen auniiiimt, wird di«• Aufteilung dieser Anleihe auf keine Schwierigkeiten Stollen, Während für die auswärtigen Staatsanleihen der übliche Zinsfuß 5>~ <><>0 beträgt, wurde es gestattet, in diesem Falle aus patriotischen Gründen׳ den Zinsfuß 1 auf 7 »,v hcrabzusetzeti. Das zur Durchführung dieser! Transaktion bestimmte Syndikat wird ausschließlich au» Zionisten bestehen, wodurch die Kommission■ entfall«״ wird. Die Aniortisierung der Anleihe erfolgt in 30 bi* 35 Jahren, Die auf diese Weise beschaffenen Kapitalien sollen zu Straßen- und öffent'ichen Bauten und am! Ausbau des Telegraphen-, Telephon- und Eisenbahnwesons verwendet werden. Biancliifiis Tod bestätigt (J,C. B.) Der Tod des Kommandanten Lew! Bi anchini, der bezweifelt wurde, ist jetzt leider vollauf b«- stätigt, da sein zerstückelter Leichnam 111m aufgcfumlen» wurde. Nach zuverlässigen Berichtet* ist er noch acht Tage nach seiner Gefajigcnrwhmc am Leben geblieben und wurde dann aus Rache für einen bei dem Ueberfall verwundeten und inzwischen gestorbenen Araber von den Verwandten des letzteren getötet.

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