Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 74 (22.10.1920)
- Date
- 1920-10-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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\׳r, 74 j 11ii D I S C Ii E RUNDSCIIA U Seite 565 1 f f p I 1 1 r t 1 1 •lit Zur Krise in Palästina ik'1 einer vom II a poc I-H a zai r für den B). Okt״ln׳r 111 Berlin einberufcucn öffentlichen Versammlung wurde nach Referaten von Robert Welken, Zwi Buchniami-Zinichoni (Palästina) und V, (-11. Arlosorow über die Krise in Palästina nachstehende Resolution ein* stimmig angenommen: , , , ״ ן He am 19. Oktober 1920 in Berlin tagende, vom HnpoiTHazair ciubcrufene öffentliche• VeiSammlung beschließt folgende Resolution: 1 Angesichts der in Palästina ausgebroehenen Krise' die’ihren Widerhall in der Resolution des Waad hasmani gefumlc« hat, spricht d.e Versammlung •Itre Entrüstung darüber aus, dali die zionistische teitniig als ein’/ ::es Heilmittel die Einstellung der Afiiali angeordnet hat, stall die Bvsdvaü'mig von Arbeitsgelegenheiten ernstlich zu versuchen und zur Bclieluing des Geldmangels sich unter Darstellung der drohenden Gefaltr an das Volk zu wenden. Die Versammlung fordert, dali die Einwanderung! der zu jeder Pionierarbeit im Dienste des Volkes entschlossenen C11 a 1 u 7. i m nicht nur nicht eingeschränkt, sondern mit allen Mitteln gefördert wird, da ohne deren Arbeit ein jüdisches Palästina nicht entstehen kann. 2. Die Versammlung erklärt, dalf sie in den 1 a 11 d w i r t s c 11 a f t J i c h c n Arbeitersiedlung gen die Grundlage unseres gesamten nationalen S:cdlungsuerkes und das einzige Mittel zur tatsächlichen ׳ Verwirklichung des Zionismus als des Ideales der nationalen, sozialen, kulturellen und menschlichen Wiedergeburt des jüdischen Volkes erblickt. Die Vcr- Sammlung protestiert aut das entschiedenste gegen die Verweigerung des Budgets für die landwirtschaftliche Arbeit und fordert die Leitung auf, die notwendigen <!eitler zu beschaffen und bereitzusteUc«, widrigen* falls die Arbeiterparteien sich genötigt sehen werden, sieh in einer eigenen Aktion an das Volk zu wenden. Die Versammlung protestiert dagegen, daß die Kürzung des KniUirlnidgets nur auf Kosten der Arbeiterschaft vorgenomincn wurde. 3. Angesichts des Notstandes des Jischuw spricht die Versammlung die Verpflichtung aus, sofort ׳ alle Kräfte der zionistischen Volksb c w e g u!1 g z u r B c s c h a f f u n g d c r « r f o r d e r * liehen materiellen Mittel zu inobi I i s 1 e* r c n und appelliert an alle Kreise des jüdischen Volkes, mit größter Schnelligkeit und Oplcrwilligkeit die Geldmittel herzugeben, damit nicht in der ent* scheidenden Stunde unserer Geschichte unsere nationale lloffiwing infolge der Lethargie und Engherzigkeit der Juden zusammenbricht. Hilfsverein der deutschen Juden Am 11. Oktober 1920 fand •in Berlin unter Vorsitz des Herrn I)r. James Simon die Statutengemäße Sitzung des Zentralkomitees und die General- Versammlung des Hilfsvereins der Deutsche 11 Juden statt. Das Zentralkomitee hieb den erstatteten Geschäftsbericht einstimmig gut. 111 das Zentralkomitee neu gewählt wurden die Herren: Alex Bendix (Düren), Sigismund Gohn (Luckenwalde), Oberrat Max Goldvchniidt (Mannheim), Josct Jacobs (Trier), Rahbiuer Dr. S. Levi (Mainz.), Bernhard Wolt (Mainz), Direktor Joachim soll n (Berlin). An die Sitzung des Zentralkomitees schloß sich unmittelbar die Generalversammlung an. Dem vom Vorsitzenden erstatteten Bericht entnehmen wir folgendes: Der I iilfsverciii ha{ bei seinem Werke in der Berichtsperiode wie in der ganzen Kriegszcif die nachhallige Unterstützung der deutschen Judenlieit gefunden. Die Mitglicderlieiträgc betragen J70 000 M., die einmaligen Beiträge <»SOü00 M., an Somkrbeiträgc״ sind während der Kriegsjahre 4 Millionen Mark eiugegangen. Die politische Umwnndltiiig der Verhältnisse *in Orient hat dazu geführt, dal) der Hilfsverein sein großes, in einer Arbeit von eineinhalb Jahrzehnten aufgebautes Schulwerk in Palästina und der europäischen furkei litpiidieren muß. Das Sch ul werk in Palästina wurde von den englischen Okkupation*- Behörden bereits am 31, Mai 1918 unter die Vorvvnltung׳ der Zionistischen Kommission gestellt. .. Der Besitzstand des I iilfsvcreins an Gebäuden in Palästina wird realisiert werden zur Deckung von cingegango nen Verbindlichkeiten und zur Erfüllung von Ehrenpflichten dein alten Lehrerpersonal gegenüber. Von der Verwaltung seines bedeutenden Schulwerke* fn K o n s t a 111 i n o pc 1 ist der 1 lilfsvereiu infolge der veränderten politischen Konstellation gleichfalls zu riickgc treten. Erfreulicherweise ist der Fortbestand der Schulen durch die eigene Kraft, wie durch amerikanische Unterstützung gesichert. 1919/20 hat der Iiilfsverciii für das Schulwerk in Konstantlnopel rund 110)0 0ר M. hergegeben. Dis Sciitihvcrk in Rumänien, Bulgarien, Griechenland (Saloniki) hatte der Hilfsverein berelts während des Krieges aufgeben müssen, Dis durch die Mimifizenz russischer, aiiierikanisdier (Jacob 11, Schiff) und deutscher Spender vom llilts- 'mein ins Lebe» gerufene Technikum m Haita 'nullte während des Krieges liquidiert werden. Es wurde '<>m Hilfsverein erworben, wie das gesamte Schulwerk mußte er aber auch* die Eröffnung and Weiterführung des Technikums aufgeben, das er zu Beginn des Jahres 1920 der Zionistischen Kommission überließ gegen Erstattung der Auslagen in den letzten Jahren und Ucbcrnnhme noch bestehender Verbindlichkeiten. Herr Generalsekretär Dr. Bernhard Kalin berichtet alsdann über die Tätigkeit und die Aufgaben des Hilfsvereins insbesondere auch im ׳Zusammenhang mit dein großen jüdischen A u s wandcru ngs proble rn. Die latigkctt des Hilfsvefeins hat im Kriege nicht geruht. 1919/20 hat ef D/a' Millionen, Mark aut vcrschledenen Tätigkeitsgebieten ausgegeben — für Schul• werk iiit Orient, Hillswerk in' Galizien, Ljta.ucn, Hllfsaktionen für notleidende österreichische Kinder, Anteil an der Fürsorge für ostjiidischc Arbeiter in Deutsch-!and 11. a. 111. Vom Beginn des Krieges an hat er aus eigenen Mitteln <>'/.• Millionen Mark aufgewandt. Weitere <6 MißioiKii Mark, die. er als Treuhänder von großen jüdischen 1 11siit11F<u!e!1 der neutralen lind trüber teiiulliclieii Länder für das Hillswerk im Osten und von Linzelpersoneii dieser Staaten zur Weiterleitung an iiire Verwandten in Osteuropa erhielt, hat er ihrer Bestimmung zugcfiiiirt. Für das Arbciterfürs o r g c a in t der j ü -!ן i s c 11 c 11 Organisationen D e 111 s c h I a 11 d s hat der Hilfsverein zunächst 50 0()() Mark beigesteuert. Ein großzügiges Wirken wurde auch aut diesem Gebiete durch inaicriclle Beihilfe des amerikanische 11 [oint Distribution Committee ermöglicht. Das Ar bei (erfii1־<orpeamt sorgt für die Vertretung der Interessen der osteuropäischen Arlx-itor den Behörden gegenüber und für eine Ausgleichung der deutschen Interessen und der Interessen der Eingewanderten; cs sorgt für Unterbritigimg, Ernährung, Weiterreise zu den Arbeitsstätte•« und ins’ Ausland. Alsdann gibt Redner einen kurzen Ueberblick über die Entwicklung der jüdischen Answandererbewcgung, die seit 1881 cinsctzte, und er beleuchtet die große ßedeutung dieses Problems für die Gegenwart. Der A 11 s vv a 11 d e r 1111 g s f ii r s o r g e wird die Tätigkeit des Hillsvereins, 'wie Bereits im Brieden, in erster Linie gewidmet sein. Es gilt einer unter Umständen mit nuflerordenthclicr Stärke wieder cintrctcmfeii Auswnndermig gegenüber gerüstet zu sein. Statt <>(KI (M)0 Persom• 11, <iic wahrscheinlich aus dem Osten auswandera wollten, sind während des Krieges nur 75 000 ausgewandert, so dali eine Stauung von 525 000 Aus• wandere rn bestellt. Dazu kommt eine jährliche Durchscliiüttsaiiswandcniugszalil von 120—125 000. Es würde also bet gieielibkäbciiden Zahlen wie in Friedenszeiten mit <>50 000 Personen zu rechnen sein, die zur Aus- Wanderung bereit ständen. Infolge der technischen Unmöglichkeiten der Beförderung und der gesetzlichen Erschwerungen itt den Einwauderungsländcrn wiru die Zahl der Auswanderer zurzeit noch niedergeivdten. Andererseits bilde» die Pogromschrecken einen sielt katastrophal gestaltetulen Antrieb zur Flucht. Wenn einmal das Hin- und Herfluten der Flüchtlinge abebbt, kamt erst die eigentliche Einigrationsbewegung beobach• tet und beurteilt werden. Aut Grund einer Konferenz der jüdischen Orgamsationen in Frankfurt a. M. ist bereits im Jahre 1904 aut Anregung des Herrn Dr. Nathan das Zentralb ii r o i ü r j ii d i s e 11 c A u s w a n d e r 1111 g s a n ■ ge 1 c ge 1111 e i t e!1 dem Hilfsverein angegliedert worden. Von diesem Zentralbüro im Verein mit der Jcwish Coloitisation Association und später der Jcwisli Territorial Organisation ist 111 den Auswanderung«-, HurcltWanderungs- und Eiinvandcriingsliindern ein großes Netz von InforuKitinns- und Schntzstelleii für Emigranten geschaffen worden. Es erhält alsdann Herr Dr. Nathan das Wort. Die Liquidierung des Scluilwerks des Hilfsvereins itn Orient ist ein schwerer Entschluß gewesen, aber ein gesunder und unabwendbarer. Der Hilfsverein hat im Orient eine Sc!1ul|x>litik verfolgt, rein und ausschließlich den orientalischen Juden zum Nutzen, ohne irgendeine andere Tendenz. Wenn der Hilfsverein auch sein Schulwerk im Orient liquidiert, so bedeutet das durchaus nicht, daß er am Schicksal der Juden des Orients nicht mehr Anteil nimmt. M i 17.1111 c 1 f e n an der Arbeit für den Orient, Wo cs zweckmäßig und erwünscht ist, wird der Hilfsverein stets bereit sein. Eine gewaltige Aufgahc erwächst dem Hilfsverein durch die tausendfach gesteigerte Not der Juden im Osten. Schon der geographischen Lage Deutschlands nach kann die Mitwirkung des Hilf «Vereins an dem Hilfswerk für den Osten kaum entbehrt werden, insbesondere aticlt nie) 1t auf dem Gebiete der Auswanderungsfürsorge. In Polen und der jetzt Polen angeschlossencn Ukraine beitend cin/ugreifen, ist für IX'titschland und die deutsehen Juden aus politischen Gründen nicht möglich. Jeder Versuch einer Intervention würde die Lage der dortigen Juden׳ noch weiter gefährden. Hilfe kann .nur von den Amerikanern ausgOicn, die ein Hilfswerk für den Osten von einer Grüfte ausüben, wie es in der Geschichte nicht seinesgleichen hat. Der 1 lilfsvereiu wird, der ««‘graphischen Lage Deutschlands entsprechend, stets ein Träger und eine Verbindungsstelle für das Hilfswerk i 111 Osten bleiben lind das vor allem aus dem Grunde, weil die Hilfeleistung nicht improvisiert werden kann. Iler Hilfsverein verfügt über feste, erprobte Organisationen, zunf Beispiel hei der Auswandererfiirsorge und über Erfahrungen von Jahrzehnten, insbesondere bc/iiglich der Verhältnisse wie im Osten, so im Orient Auge wie seit bleibt der Hilfsverein somit aut die ausgiebige finanzielle Förderung seitens der deutscher! Juden als Grundlage seiner Tätigkeit. Zum Schlüsse beleuchtet Redner die große Bedentung der O s t ju d e n f rage in Deutschland selbst. Für diejenigen Ostjuden, die sich in Deutsch-!and bereits befinden, rationell zu sorgen, ihnen die Möglichkeit zu gehen, stell ohne Belastung für Deutsch- Iami bei uns aufzuhalten, bis eine Weitenvnndcnuig möglich ist, bleibt eine Pflicht der Menschlichkeit, und Oese Aufgabe zu lösen liegt zugleich im eigensten lineres:.,.- der deutschen Juden und im Interesse Deutschlands. Daran! wurde der Finanzbericht erstattet. Der y-va.t״״g wird ohne Diskussion einstimmig Entlastung Staatlich zugeiassene Lchrkursc Berliner Universitätsiehrer. ikis Büro der ״Staatlich zugclassencn Lehrkiirse Berliner Universitätslehrer“ befindet sich hn Gebäude der Frauenklinik des Prof. Landau Philippstralte 21, .mul ist ob 15. Oktober am Montag, Mitt* woch und Freitag, von 2—1 Uhr. nachm., offen. Aus-!ander, welche sich für das kommende Wintersemester emtragen lassen wollen, werden - gebeten, sich in den Büro stunden dorthin zu begeben. Die Keren hajessod-Aktion Uebcr die Arbeit in Deutschland für den Keren hajessod (Palästina-Grundfonds) ist zu fco richten, halt die Fühlungnahme der Berliner Leitung mit den einzelnen Platzen intensiv fortgclührt wird Am 19. Oktober hielt Julius Berger Besprechungen in Che 111-!1 i t z ah. Au den Gruppenvcrbaudstag in Elborfclu am 31, Oktober in Gegenwart Bluriieni'ekls weiden sich eine Reihe von Besptccltmigtn ui Städten des I!»• 11 u s t r i rltc/irks knüpfen. fn der Tschechoslowakei geht, wie das ״Ju• discho Volksblatt“ mekiet, die Arbeit derart vor sich, daß zunächst aut einer Reihe von Vertrauensmännertagungen die führenden Gesinnungsgenossen über die Aufgaben des Keren hajessod unterrichtet werden. Die erste dieser Tagungen hat am 9. und 10. Oktober für das nordbohiiiisdie Oebiet in Teptitz stattgeiumlen, die nächste ist anläßlich des ziotiistisehen Distriktstägc* für Mähren und Schlesien nach Brunn cinlHTtiten. Es soll in jedem Orte ein Vertrauensmann des Kenn! hajessod bestellt werden. Die Arbeit erstreckt sieh zunächst vor allem aut die Zionisten. Für die Organisierung sind zwei Büros eingerichtet worden: das unter Leitung des Gencralsekretärs Emil WaUlstcin stehende Büro in Prag (Ruzova 24) für Prag, Mittel- und Südböhmen, das zweite• unter Leitung von Dr. Hugo Herrmann in Mälir.-Ostrau (Langegasse 21) für Mähren, Schlesien und Nordlvölimen. Für die Slowakei ward demnächst ein eigenes Büro errichtet. Dinier contra Berliner Tageblatt Vor dem Schöffengericht Berlin Mitte begann vor einigen Tagen die Verhandlung in einem Privatklagcverfahren, das der, genugsam bekannte antisemitische Schriftsteller Arthur Hinter gegen die Redaktion der Wochenausgabe des ״Berliner Tageblattes“ angestrengt hatte. Gegenstand der Anklage war eine Besprechung des von ״Dinier verfaßten sogenannten ״Zeitromans“: ״Die Sünde wider das Blut“, in der dem Verfasser ,Verfälschungen vorgeworfen werden, das Buch selbst als Schmutzliteratur bezeichnet wurde und gegen Dinier der Vorwurf erhoben worden war, daß er den Antiseniitismus als Geschäftsobjekt betreibe. f>ie Verteidigung der Angeklagten machte geltend, daß die Redaktion des ״Berliner Tageblattes“ in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe und machte sich anheischig, den Beweis zu erbringen, daß in dein Buche Diniers Verleumdungen des jüdischen Volkes und der jüdischen Religion stehen, welche der Verfasser unmöglich gutgläubig niedergeschrieben haben könne. Das Gericht beschloß, zunächst einmal von dem Buch Dinters selbst Kenntnis zu nehmen. Die Verbandlung wurde vertagt. Zu dem nächsten Termin solle Geheimrat Professor Dr. Strack als Sachverständiger geladen werden. Chor und Volk (Zur Gründung eines jüdischen Qioivs und eines jüdischen Orchesters durch die B. Z. V.) Bei den Griechen bildete der Chor den Sprecher an sich, den Sprecher für die gesamte Weltanschauung des Volkes, den Ausaprechcr des griechischen Geistes in allen Dingen. Der Chor, das war: das griechische Volk. Und der Chor der Griechen sang. Sang seine Lehren, seine gewaltigen Klagen, sang aus dei Seele des Volkes zum Volk. Die eigenste Seele des Volkes sang ihre hohe Musik zu sich hinü!>er, in sich hinein. Wir fühlen: der Chor ist ein Instrument des Volkes fürs Volk, ein göttlich organisiertes Volk, ein Volk der Schönheit und des Adels, der Stolz, und die Größe alles Erlesen-Nationalen. /Alter Chor - neuer Chor: der Zusammenhang ist vorhanden. Er braucht nicht beniesen zu werde«. Unser Chotgcsang, unsere heutigen Jvtmstchöre und Volkschore entsprechen halbwegs dem alten Griechenchor. Auch sie erzählen, jubeln, reden als künstlerisch gestaltete Menge zur Menge. Was hat der deutsche Chorgesang im l aufe eines Jahrhunderts Kulturvolles und National-Wirksames geleistet! Daß nicht allzuviele ,’,Schätze“ auf dem Gebiete der jüdischen Chorliteratur zu heben sind, ist Schuld des noch allztijuiigen jüdischen Volksbewwßtscins. Hier ist anzusetzen, wenn zier l horgesang seine wichtigste Aufgabe leisten soll: jeder jüdische Mann, jedes jüdische Weib, jeder Jüngling, jedes Mädchen suche das Seine zur Schöpfung von Choren im alten Sinne und im Sinne neuer chorkünstlerischer Ideen beizutragen. l>1rch aktive ׳.!ml passive Mitwirkung, durch Mitsingen und Lauschen. Damit die vorhandene Literatur zu ihrem Rechte komme und damit neuen Schöpfungen der [knien bereitet weide. Damit das jüdische Volk als künstlerisch-religiöse be* grenzte Gemeinschaft zu sich und zu anderen reife und den innersten Geist seines schönen, starken ewigen Wesens offenbare. Arno Nadel IISeine deutsche in deutscher Literarische Mitteilungen Die Wellbücher. Weltverlag, Berlin. Piois j 50 jyj pro Band, geh. 4*50 M. In letzter Zeit erschienen in der von uns bereits mehrfach erwähnten Sammlung die ״Welfbücher“, eine Reihe neuer Bändchen, d:e sich den vorher erschienenen, gelungene« in Inhalt und Aus stattim».'würdig anreihen. Wir erwähnen Sammlung von Gedichten Biatiks Ucbertr.igung von Louis Weinberg, eine Sammlung von Erzählungen L. Schapiros, aus dem Jiddischen übertragen von Siegfried Schmitz, ferner eine Auswähl S. Birnbaums aus chassklischcn Schriften ״Leben und Worte des B.aalschem“ und als eehtti reiisles Bändchen ״OsJjüchsäie Liebeslieder“ in Naclulfchw von Ludwig S trau ß. Diese Serie gibt 'reizvolle Eniblicke in alle Arten literarischen Schaffzms des Ost- Judentums. Aus ihr kann der deutsche Jude ein B.l i davon gewinnen, welche reizvollen Blüten der lebendige Baum des Ostjudentums treibt. Es wäre zu wÜnsÄ daß diese Bücher weite Verbreitung unter deutsch(;! t l I I I I