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Jüdische Rundschau · 1920-10-12 · Heft 71 (12.10.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 71 (12.10.1920)
Date
1920-10-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Nr. 71 Seile 544 JUEDISCHE RUNDSCHAU Die sogenannte ״Petljura-Armee“ l Fine mit »len Verhältnissen im Osten wohlvertraute | Persönlichkeit, welche vor einigen Tagen in Wien au•! ״ s!an<;r ist, gibt der ״Wiener Moigcii/cifimg“ die toi* pende Darstellung ühcr den wahren Charakter der Petljura-Horden: Fortwährend 1!.,!n'e11 st.; die erschütternden Nachrichten über die teuflischen Greuel, die die ukrainischen ״Truppen“ l’etijuras au der jüdischen Bevölkerung vor• üben. Kein Feind hat während des ganzen Weltkrieges, auch in der vcrlietztesten Zeit, wo es palt: ״Nientnnden gefangen nehmen, alles niedemtachen!“ solche unmenschliche Greuel verübt, wie die I leiden truppen f’etljuras gcgewilx*r der unschuldigen, wehrlosen jiidischeu Bevölkerung, Und wie diese ukrainische ״Armee'‘ ausschaut! Ich, der ich diese ukrainische ״Armee“ keime, bemitleide die Zeitungslcser, die so naiv sind, die Berichte des ukrainischen Preßbiiros über die ״Operatiotien“ der ukrainischen ״Armee“ ernst zu nehmen. F.s ist traurig genug, dali sieh Leute finden, die es für menschenwürdig halten, überhaupt ״Berichte über Operationen'‘ dieser Bande zu verfassen und zur Veröffentliclnmg 711 bringen. Diese sogenannte ukrainische ״Armee“ Pctljuras hat noch vor der bolschewikisdien Offensive im Juni dieses Jahres, also damals, als ihre Bestände komplett waren, höchstens zweitausend ״Frontkämpfer" gezählt. Die ״Armee“ Pctljuras hesteht zu 05 Prozent aus professionellen Räubern und Mördern, die einzeln und sogar in kleinen Gruppen zu! feig sind, um Stiidte zu überfallen, die sich aber beim j ״Stab“ melden, weil sic in gröberen Gruppen sich mehr unter sich fühlen und weil sie bei den ״Opera- I i:onen“ rauben mul morden und reich werden können. | Sie sind nur dort ״Hehlen“, wo sie genau wissen, dal! sie widerstandslos rauben und morden können, 1m;l das können sie ja nur unter der armen jüdischen Bevölkcriuig, welche an Widerstand nicht denken kann. Dieses Gesindel, welches aus den Wählern und Spelunken erst dann ans Tageslicht kommt, wenn der Feind auf dem Rückzüge ist, kennt natürlich keine Disziplin, unterwirft sieh niemandem. Keiner ihrer ״Offiziere“ hat die Macht über seine ״Kosaken“, jeder verlädt ohne weiteres seine Formation, wenn er seine Taschen voll hat," um einige Monate in irgend einer Spelunke bei einen! Fall ״Wodka“ wonnig ruhen zu können. Ist der geraubte Schmuck und das geraubte Geld versoffen und ist ״Gelegenheit“ da, dann meldet er sieh wieder beim ״Stab“. Es ist eine Tatsache und ich kann es durch deutsche, gegenwärtig in Wien weilende Offiziere bczeugen, dal! sogenannte ״Offiziere“ der berüchtigten Gruppe Tintjunyk, die Tausende von Juden auf dem Gewissen hat, geraubte Sdimuckgegeustände, wie goldene Ohren, Ringe und Ketten als Werbeattraktion vorgezeigt haben, um Neulinge zum Eintritt in ihre Gruppe zu bewegen. Es wird hie und da von nationalen Bauernaufständen!11 der Ukraine gemeldet. Dies ist Lug und Trug, Die ukrainischen Bauern stehen solchen Aufständen ganz fern und kein anständiger, nationalgesinnter ukrainischer Bauer schließt sich der ״Armee“ Pctljuras an. Petljura selbst ist in der ganzen Ukraine direkt verhaßt und wird als Plage für die Ukraine bezeichnet Es ist null! meine Meinung, sondern die des größten Teiles der ukrainischen Bevölkerung, dall Petljura die Ukraine mit der Waffe in der Hand erobern müßte, wenn das Land nicht von äußeren Mächten besetzt wäre. Dieser Anschauung über die ״Armee“ Petliuras ist jeder, der die Verhältnisse kennt. Und solch eine ״Armee“ soll frei um herziehen und überall, wo Juden in Massen wohnen, unsägliches Unheil anstiften dürfen! Die Duldung dieser Horden ist ein Verbrechen wider die Menschheit. Das Bündnis Petl- ,inras mit den Polen hat diesen Feiglingen' Mut gegeben, ihre ■Räubereien und Morde ohne Gefalw für sich aus• fühlen zu können. Es hätte selion genügt, wenn fünf• hundert junge, bewußte Juden bewaffnet worden wären, um diesen Helden den Mut zu ihren Heldentaten zu nehmen, aber daran ist angesichts der polnischen Verhältnisse nicht zu denken Die Lage der Juden in Ostgalizien und. überhaupt in Osteuropa ist hoffnungslos. Tausende und Abertausende sind hingemordet, noch mehr Familien sind an den Bettelstab gebracht worden. Ist cs dann, ein Wunder, wenn'in der ganzen Ukraine, im ganzen Osten hunderttausende Juden den WanJerstab ergreifen wollen? Es ist unbedingte,!,flicht der Juden anderer Länder und Weltteile, diesen Unglücklichsten aller U11glücklichen zur Auswanderung zu verhelfen mul ihnen, \mo immer möglich, beizustehen. Wenn auch das Judentum politisch noch vidi adv zerstückelt ist, muß doch ,dieses schrecklichste nationale Unglück, welches je das jüdische Volk getroffen hat, jeden Hader nufheben und alle Kräfte zu gemeinsamer Aktion vereinigen. Am 20. August erschien in New York die ers Nummer der ״Zeit“, das neue Tageblatt der Roale-Zk: Es enthält einen Ariikel von Robert Williams, d betont, daß Angehörige aller Völker einig seien, in d Hoffnung, dal!■ die Juden ihr eigenes Land hätte lim welchem alle anderen Völker jene ökonomische u politische Freiheit genießen werden, weiche die Jud ,jetzt in ihren,Wahnliindem verlangen. Die ״Zeit“ ist sc!interessiert an dem Werke der Poale-Zbn, Die Numn Äa,t *״״״ Arti'M von George Lansbury, C0101 Wedgwood, Mr. Clyness und.Mr. Philip Stvoyyden. Wiener Brief Am 30. September fand die konstituierende Sitzung des Vorstandes der Wiener K u 11u s gem e i nde■ statt. Bekanntlich wurden hei den letzten aut Grundläge tles reaktionären Wahlrech fes dureligefülirteu Wahlen 13 Zionisten (von 3(» Mandaten) gewählt. Nach Eröffnung durch den Alterspräsidenten gab der Obmann des Klubs der zionistischen Kultusräte üenieinderat Dr. Jakob Elt rJ ich namens seiner!,artet die folgende Parteierklärung der Zio- 11 i s 1 e 11 all: ״in der heutigen Zeit, in welcher Millionen unseres unglücklichen Volkes ein entsetzliches Martyrium erdulden müssen, in welcher jeder Tag neue Schreckensnachrichten von Masscnitior■ d e n an unseren wehrlosen, von der ganzen Welt verlassencii Brüdern bringt, in welcher der Judenhaß auch bei uns durch seine Erfolge in anderen Landern begehrlieber geworden, täglich hemmungsloser und schämloser unsere Rechte zu gefährden beginnt, cinpiiiidcn wir es doppelt schmerzlich dali der Vorstand der Wiener Kultusgcmeindc seinen Zusammenhang mit dem jüdischen ,Volke verloren und sich hierdurch ungeeignet erwiesen Hat, Wortführer und Helfer zu sein und im öffentlichen jüdischen Lehen jene hervorragende Stellung ein/.uiichmeii, die festzuhalten, bei der Größe und Bedeutung der Wiener jüdischen Gemeinde sein höchster Ehrgeiz sein sollte. Die Kultusgemeinde ist gegenwärtig die einzige jüdische Organisatkm öflentiicii-rochtLchcii Charakters. Als solche soll sie sich nicht mit dem kümmerlichen Dasein eines in der Ocffentlichkeit unbeachteten Vereins begnügen, sie muß vielmehr alle lebendigen Kräfte des Judentums sammeln Und in ihren Dienst stellen, sic muß Sorge tragen daß ihr alles zuströmt, was den Glauben au unsere Zukunft nicht verloren hat, und, so gekrältigt, an die Erfüllung ihrer Aufgaben schreiten. Diesen Aufgaben kau״ sie aber mir dann gerecht werden, wenn sie sich auf d;e ganze jüdische Bevölkeruug stützt. In diesem Augenblick, in dem der neue Kultiisvorstami Zusammentritt, erhenen wir mit allem Nachdruck die Forderung nach Einführung des allg e m eine 11, gleich e n AX׳ a 111 r e c 111 e s für all e Mitglieder d er G e 111 e i n d e. Nach tf 2 des Statuts ist die Zugehörigkeit zu, unserer Gemeinde von I leimatbercchtigung und Staatsbürgerschaft unabhängig. Schon aus diesem Grunde werden wir uns niemals 1111t einer Wahlordnung abfinden, die jenen Geniemdenngehörigen tlie fremde Staatsangehörige «na, das Waldrecht nimmt. Das Gefühl der Zusammengehörigkeit endigt für uns Juden nicht bei den Grenzpiählen dieses Staates. Wir werden eine Abänderung dieser Besinnmang tun so entschiedener fordern, als sie der früheren Wahlordnung fremd war, die Erlangung der Staatsbürgerscliaft einer grollen Zahl unserer Volksgenossen durch eine reaktionäre Gesetzgebung unmöglich gemacht wurde und eine judenfeind'.iche Bureaukratie täglich neue Schikauen ersinnt, um die Erwerbung der Staatsbürgerschaft zu erschweren und die erworbene wieder zunichte zu machen. Aber auch unseren zerrütteten tieimiiulefinanzen kann nur geholfen werden, wenn die Zahl jener, die am Gcineindeieben Interesse nehmen, vergrößert wird. Es wird niemals gelingen, jene Kreise zur Steuerzahlung hernn/.uziehen, denen man die Möglichkeit, an der Verwaltung der Gemeinde teilziinehiuen, nicht einräumt. Kaum zehn Prozent der Genieindeangvhörigen besitzen das Wahlrecht. Jede Steuerreform, jeder Versuch der Sanierung der Finanzen wird an der ungerechten Wahl* ordnung scheitern. Die Reform des Wahlrechtes und die Steuerreform, aut deren Dringlichkeit wir seit Jahren ohne Erfolg hingewiesen haben, stehen in einem itnlös* liehen Zusammenhänge. 1 Diese zwei Reformen sind die Vorbedingungen jeder gedeihlichen Arbeit. Und da uns das Schicksal der Gcmeinde am Herzen liegt, wünschen wir nicht, daß jemals die Notwendigkeit an uns herantreten möge, sagen zu müssen, daß unsere Mitarbeit 'zwecklos sei, weil die Majorität des Kultusvorstandes sich diesen Notwendigkeiten verschließt. In diesem Zusammenhang verweisen u׳ir auch auf den nunmehr;׳ e s e t z J! c h f e s t g e 1 e g teil Anspruch unserer Gemeinde aut Ueherweisung eines angemessenen Teiles von jenen Beträgen, die für Erziehung, Religion s- oder W o h 11׳ ii t i g k e i t s z. w e ck e im Staats-, Landes- oder Gemeinddnidget ausgeworfen werden. Es wird Sache des Kultiisvorstandes sein, darüber zu wachen, daß dieses unser Recht nicht geschmälert werde. Nur eine geordliefe Finanzwirtschaft wird cs der Gemeinde ermöglichen, sieh aut jenen. Gebieten mit Erlolg zu betätigen, aut denen die Initiative den Händen des Kultusvorstandes vollständig entglitten ist: auf dem Gebiet des Unterrieht s Wesens und der sozialen Fürsorge, Wir betsalten uns vor, mit weitgehenden Refornivorschlagen an Sic heranzutreten. .Die große Wiener Gemeinde (darf keine kleinliche Lokalpolitik betreiben, sie muß das Bewußtsein des lebendigen Zusammenhanges mit der Volksgcsamthcit pflegen und hochhalten. Nur aut diesem Wege wird sie in Berührung kommen mit den großen jüdischen Fragen, an deren glücklicher Lösung wär alle das gleiche Interesse haben sollten. Die ,Wiener Kultusgemeinde soll Insbesondere nicht teilnahmslos beiseite stehen, wenn der alte Traum unseres Volkes sich zu erfüllen beginnt sie soll cs vielmehr als ihre Ehrenaufgabe betrachten^ an dem Wie de rauf hau Palästinas mit zuarbeiten. ׳ ' י Unsere Partei ist zur Mitarbeit an allen Angelegenheiteiri der Gemeinde'bereit.■ An Ihnen, meine Herren von der Majorität, liegt es, uns diese Mitarbeit nicht unmöglich zu machen“ (Lebhafter Beifall bei den Z10nisten.) . Bei den hierauf vorgenommenen Wahlen gaben die Zionisten leere S11 m in z «11 c 1 ab, da das zuerst vereinbarte Kompromiß bezüglich des.' Vizepräsidenten nicht cingchaJteh worden, war.; : : Es wurde darauf von der Majorität Prot. Dr. Pick zum Präsidenten und die Herren Baurat Kempler und Kauders zu■׳Vizepräsidenten gewählt. Die Zio* nisten lehnen auch die iluvca angebotenen drei Sitze im Vertreterkollegium ab. Judengeld für antisemitische Propaganda Wir erhalten eine Zuschrift, worin wir darauf aufmerksam gemacht werden, daß ein Herr Köhler j!1 Berlin zu den jüdischen liiliabeni oder Direktoren großer Unternehmungen geht und Geld zur Verbreitung eiiur angeblich der Bekämpfung fies Antisemitismus׳ dienenden Flugschrift verlangt. Die Broschüre trägt den Titel ״I) er Antisemitismus Deutschlands Verhängnis“. Der Verfasser spekuliert offenbar damit, daß die von ihm angegangenen meist stark im Wirtschaftsleben beschäftigten Persönlichkeiten sieh nicht die Zeit nehmen, die Brosdüire zu lesen, daß sic aber bereit sind, zur Bekämpfung des Antisemitismus Geld zu geben. Es ist daher 1101■ wendig, öffentlich darauf hinzuweiseii, daß die erwähnte Schrift in Wahrheit eine antisemi• tische Schmähschrift ist, die zum Ted heftige antisemitische Angriffe enthält. Es heißt darin z. B,: ״Um den Erfolg zu erzwingen, bedienten sich die au. dem Osten zugcwamlcrten jüdischen Elemente sehr oh skrupelloser Mittel und verdrängten den in seinen alten Ueberliefenuigcn groß gewordenen anständigen Kaufmann.“ — ״Diese unerfreulichen Zuwanderer, erfüllt von einem uns abstoßend anmutenden Schachergeist, haben schlechte Manieren, ärgerniserregende Unigangsfonm-ii und Lcbertsanscliauungen, mit denen wir kaum ein Kornpromiß schließen können“. Und so geht cs fort. Aus den zitierten Sätzen gellt ganz klar hervor, (laß die Schrift ein antisemitisches Pamphlet darstellt, ztt dessen Verbreitung in raffiniertester Weise jüdische Geldmittel herangezogen werden. Wie uns mitgeteilt wird, stehen auf der Subskriptionsliste bereits bekannte jüdische Namen mit erheblichen Beträgen. Wir warnen mir allem Nachdruck davor, daß Juden auf diesen Schwunde! hcreinfallen. Neujahrswunsch eines ungarischen Kardinals Kardinal-Fürstprimas Johann Cs er noch trat, wie der ״Bester Lloyd“ berichtet, am ersten Tag des jüdischen Neujahrsfestes in Sznb ein; auch eine Ah• Ordnung der jüdischen Religionsgemeinde erschien zur Begrüßung des Kirchenfiirsten, der auf die Ansprache des jüdischen Gemeindepräsidenten mit folgenden Worten erwiderte: ״Wollen Sie und die ganze Judenschnft zur Kenntnis nehmen, daß Sic in noch so schwieriger Lage stets auf meinen und des katholischen Kiews Schutz zählen können. Immer und bei jeder Gelegenheit habe ich die Notwendigkeit des religiösen Friedens betont. Ich möchte ihnen bloß eines riaitclegcn: Seien Sie gute Juden und leben Sie nach den Gcsetzen Mosis. Es ist nicht unser Wille, daß die Juden sich zum Christentum b e k c h - ren. Ich bitte Sic, erziehen Sie Ihre Kinder «•־׳>, daß sie religiös seien, und wer Jude »st, oleioe Jude uuu schäme sich nicht, Jude zu sein. Denn wenn die Kinder in religiösem Geiste erzogen werden, so werden sich unter ihnen nicht solche finden, die, wie auch in der Vergangenheit, Schande über das Judentum bringen, obzwar allerdings derartige Erscheinungen and» unter den Irreligiösen anderer ülaubensgeimin• schäften sich gefunden haben. Jetzt aber gestatten Sie mir, Ihnen, jedem einzelnen Mitglied Ihrer Religionsgemeiiide und dein ganzen Judentum ein glückliches Neujahr zu wünschen.“ Die Worte des Erzbischofs zeugen sicherlich von dem Bestreben, einen andern als den in Horthy-Ungam üblichen Ton im Verkehr mit Juden zu finden. Dennoch klingen sie fast wie ein Hohn. Die Versicherung der Bereitwilligkeit das ungarische Judentum zu schützen, hätte in «lern letzten Jahr durch Taten belegt werden müssen. Gelegenheit war genug dazu. Oder fehlt es dein ungarischen Klems an der nötigen Macht im ״Christliehen“ Ungarn, seinen ״Schutz“ wirksam zu machen? Für eine jüdische Universität in Budapest. Seit Jahr und Tag haben die ungarischen Zionisten unter dem llohngelächter der Assimikuiten und d:n Angriff:» ihres Organs ״Egveiilaseg“ den Kampf 11m die jüdische Mittel- und Hochschule geführt. Diesel» Bemühungen wurde stets die Phrase eivtgegcngestcllt, daß es in Ungarn ke ine Judenfragc gebe und die Bildung höherer jüdisch.r Schulen unpatriotisch sei. Erst Horthy-Friedrieh in •I Dojas haben mit ihren Judenverfolgungen die Assimilan• ten und ihr Sprachrohr zur Besinnung bringen müssen. Der Numerus clausus und die Vertreibung־ der Hochschulkhrer von den Universitäten haben eine Aktion zur Gründung ■einer jüdischen Universität gezeitigt D'e Spenden für diese NcugrünJung — Herr Armin Hcrsch hat eine Million Kronen und einen Jahresbeitrag von 50000 Kronen gewidmet — lassen hoffen, daß der Plan auch zut Durchführung gelangen werde. Brasilien. Die Zionistische Organisation ist vor etwa zwei Jahren durch die initiative des Zionist Central Committee in Argentinien gegründet worden. Zurzeit gibt es zionistische Ortsgruppen in Rio de Janeiro, Port* Allegro und Curityba (Panama). Die Geukihwoche hat u» Brasilien einen günstigen Erfolg gezeitigt. Der kleine Verein in Porte Allegro entrichtete nach London 170 £. Der Verein in Curityba, dem die gcsamt« lokale jüdische Bevölkerung van 30 Familien angehört, sammelte 3M> £. Bei der Eröffnung der Feier dor.Geiilah'wachc in Curityba hielt der britische Konsul eine Begrüßungsansprache. Die brasilianische Presse bracht« in Hinsicht auf die üeulahwociu־ sympathisch gehaltene Artikel zu Ehren des Zionismus und der bmilianischen Juden, . ׳ Trietsch geht nach Palästina. Davis T riet sch hat sich am 10. ds. Mts. zu "einem mchrmonatliehe« ,Aufenthalt nach Palästina begeben.

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