Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 70 (8.10.1920)
- Date
- 1920-10-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. ״ז J U LDl SCH L RUN HS CH AU Seite 537 hulic d.T Auidie ■ bis;teil gvlö-t Danzig als Auswanderungshakn ' Der ״Verband der Ostjudcii" sendet uns die untenstehende Darstellung der Dan/igcr AuswanderervcrhäUnissi', wie sie eine seiner Beamtinnen in jüngster /.eit an Ort und Steile heul) lehien konnte.' Die Zustände Uu Lager 'un.UI.as .VerUa-U•'» der staatlichen AufstelUs-bclOrde sind seuon lau (kgenstand heftiger Beschwerden und es 14 Zeit, daß v e r a n t \v <> r t I i e h e <Vgane deutschen Judenheit den Vorgängen :lue iiicrksamkcit /uwendeii. Int'oine der neuen Verltilntis.se eig'.eIH sich de! Strom der t tni!;ranten aus Polen /um überwiegend größten Teil durch den zunächst gelegenen ilaieti, diuih Danzig. Diesem, vor wenigen Monaten last p,ot/.uh CUVSt' t/enden Ansturm gerecht zu werde» uml ilm 1.1 .׳erej’elU• Halmen /.u leiten, war eine Aulgab.:, |ci/t noch nicht zur Befriedigung aller Be Horden Ist. . * 1 * * * * Zur Zeit des größte» Aiistiirmes belandeii stell etwa . 1 zehn tausend L in it׳ rau teil in Danzig, für deren! Iliitcrbriugimg das vom Magistrat der Stadt Dau/ig | für diesen Zweck zur Vertilgung gestellte und unter-; haltene Barackenlager auf dem t'royl nicht ausreichte. Bei der Wi'iterbefi’mlertmg dieser Massen waren jüdische < )1 j׳anis:1t:<111en, insliesnmlere *Ins amerikanische l.migrati.nvMvmiu• ״Ilias", das ,Joint Comiteo" und das aus Dauziger Juileii zusammengesetzte ״Jüdische l.nugralüm>eomitc" nach Kräften tätig. Für die augenblickliche Lage ergibt sich etwa toi• gciules Bild: die ankomnieiiden Lnrigraiiten wcrileu auf dem Bahnhot von zwei von der ״Ilias‘‘ angestelltcn Schwestern in Empfang genommen und sogleich nach dem Trxivl gebracht. Sämtliche Emigranten werden aut dem Troyl beherbergt, bis sie die zur Weiterfahrt notigen (icider und Papiere, sowie ein {iesundheitsattest eines <lcr von der Stadt aiigestelltcn Aerzte sielt verschafft haben, hu Lager ln linden sielt zurzeit etwa dreitausend Personell, zum weitaus grollten Teil Frauen und Kinder, die von ihren vor sechs oder mehr Jahren nach Amerika ausgewanderten Männern iiachgcforuert werde» und auch so» denselben die erforderlichen Mitte! erhalten. Der Aufenthalt aut'dem Troyl ist ihr die Emigranten re eilt kostspielig, doeli Ist cs ihnen nicht gestattet, in der Stadt Unterkunft zu suchen. In den gröberen l’.anicken, die zirka 170 Betten enthalten, wird pro Bett täglich lh M. bezahlt, in kleineren Baracken, die in kleine Räume mit je zwei bis vier Betten eingeteilt sind, kostet der Aufenthalt pro Tag 22 M. (!) Die Verpflegung, bestehend aus Frühstück, Mittag und Abendessen, kostet insgesamt 20 M. täglich, doch sind die Insassen des Lagers nicht verpflichtet, ihre Mahl- /eiten dort eiiizunehmen. Allerdings ist /.um Verlassen des Lagers ein besonderer Erlaubnisschein des wacht-!iahenden Beamten, der nach Uiitcrsuciuing des Kopfes auf Ungeziefer hin von einem Arzte unterschrieben sein muh, notwendig und wird nicht in allen LüHeu erteilt. Die Leute klagen allgemein über schlechte Verpflegung und unfreundliche Behandlung. Angestellte der ״Ilias“ bestätigen, daft zum mindesten die Klagen über Vcrpllegung berechtigt sind. Die ״Ilias“, die seinerzeit selbst aus Warschau geflüchtet ist und Von Danzig aus nach Amerika zu gehen gedachte, hat, den Verhältnissen Rechnung tragend, ihren Sitz in Danzig genommen und arbeitet in einem grollen Büro auf dem Troyl und einer Zentrale in der Stadt. Die ״Ilias" übernimmt die Beförderung von Telegrammen nach Amerika, durch sie gelten Briefe uuu Oclder, die an die Insassen des Lagers gesandt werden, l.s wiiil darüber geklagt, da 11 sieh die ״Ilias" die Telegiamme über Gebühr bezahlen läßt, inwieweit diese Angaben auf Wahrheit beruhen, ob Beamte der ״Hias“ sieh an dem UebcrsdwIS bereichern, konnte die Berichterstatten:!, nicht feststellen. Ls sollen die überzähligen Beträge zur Ikvaluing solcher Telegramme verwandt werden, deren Absender nicht in der Lage sind, die ganze Summe zu bezahlen. Doch waren die Post- «piittuiigeii für diese Telegramme nicht aufzufindeu. Durch die ״Ilias“ gellen ferner alle für die Linwolmer des Lagers eingehenden Briefe und Oclder, sie zieht dann gleich die ihr geschuldeten Betrage ein. Die ״liias“ bürgt nämlich für diejenigen Leute, die den Aufenthalt amt dem Troyl zu bezahlen nicht in der Lage sind, und es ist nur natürlich, daß bei längerem Aut'- enthalt int Lager — und viele der Leute sind gezwtmgen, wochenlang doi t zu bleiben, bis sie ihre Oclder nn>i Papiere zur Weiterreise erhalten haben - die Schulden bei der ״Ilias" ins Ungemessene wachse•!!. Diese zieht jedoch niemals soviel von den aus Amerika aulangenden Ocklcrn ein, <1.10 der Restbetrag zu einer Sc hil'fskaite nicht mehr ausreichend wäre, legt also .׳dies evtl. Fehlende aus eigenen Mitteln zu. Sie gibt auch auf Anforderung den ganzen oder einen Teilbetrag zur Sehiffskartc. Die l 'eberfahrt kostet heute etwa 150 ikkiar. Der ״Ilias" stand, als se nach Danzig kam, ein Fonds von einer Million Mark zur Unterstützung hilfsbedürftiger Emigranten zur Verfügung. Sie hat dann ia der ersten Zeit des allgemeinen Wirrwarrs jedem, der sidi an sie wandte, gegen Quittung, aber ohne Hinterlegung irgendwelcher Sicherheiten, Geldbeträge geliehen. Diese etwas zu vertrauensselige Hilfeleistung hat sich bitter gerächt: nicht ganz. 10 »;0 der verliehenen Gelder sind wieder zurückerstattet worden, und die Ilias" sieht sich außerstande, ihr Hilfswerk in dieser Richtung weiter fort Zufuhren. Line neuere Errungenschaft, die aber noch bedeutend mehr Mängel als das Lager auf dem Troyl aulzuweisen . *1at» jst dessen ״Filiale" am K a i s e r 11 a f e n. Hier- /o.n ״,llu'״ - diejenigen, deren Zustand eure DeslnlCKbon bzw. Entlausung erforderlich macht. Dieselben suiu. dort ade ui einer einzigen grollen Baracke untergebracht, wo sie aus *tmertindlichen Gründen ' a u c h ,יי'יc l ',,c.r ו״ך!iJus״ng verbleibe 11. Es kommt or, da IS Leute sich vier oder mehr Wochen dort auf- Nach wefcheii Gesichtspunkten dann verden, die nach dem Troyl entc®°, cn• ■l$} ,Uneingeweihten!wellt möglich icvtzusteJen, Sicher ist jedoch, daß selbst in Fällen, w-o da• Entlausung, schon voUzogen war und sogar die bihiffs'pap.ere ׳u*k1 Crcldmitte» zur Reise nach Amerika tm Büro der ״Hias' auf dem Troyl bercitlagon, die Erlaubms zum Verlassen des Kaiserhafens nicht erteilt L',-01 Scrt!n<r ."!snl.-iisC!« Vcr■ :י!;as■:, Dc.'tln. C, Tctetani Zcr.lrum i'AA/ii. * No, 1 intiäidwcr■»״llung .kr!1, Z. V. 19, Scjäfliir. 5. r;ai, Ocrlta NW. 7, n..!.r.S!*1öo Lcivti-vtlo des UstUunlcJEprno!• der &, Z- V. Drefior.cMlr. 13 (ttol). GcWirtfl )/;■,!Uh von 16—1 und von» 4—10 Uhr. Fo»f *llc hciiialuiic« Zcüutn'rn und Mon,1l»l1clle der W«!l llejsn *ul- -- Xu»lamft»*tcile!ür. hebrfiUilie AnsOegeulitlSen. — ItcbrZlictie Lehrer• vcrmllliunS■ — Tidii.unk! oüff trruiuic der htbrtndun Jpf»*«, tslnlrlll •ret _ Sonnabend, den 9. Oktober ebend. 8 Uhr Hopoel-Ilozair (01l»1;rup!1c'Qcrlto), Gormannilr. 29. Gtncr»lvcr1«n>r1>lun|j. (Nur tOr Cl.orverlm der IVrllner Orl»6rur»rO Toyciordiiun«: 1. Oe.ld.l de» W.ftd, 3. ßeilthl der K«».enrev!»oren. 5.!•ilrllimg der Dcdinrce. י■ Weh! de» neuen Wood. 4. Wohl der KaiicnrevUoren. t: Stalultnlirolunu■ 7■ Anlrügc.____ A<11e»»en-VcrltnderunS«n I Alte Mllulleder der B. Z. V. werden gebeten, von Jeder Veränderung Ihrer Adrerce dem Büro »ofoU Mlliellung tu mtrhen.__ 50nnt6||, <l*n 10. Oktober nadsmlllög* 5 Uhr /vio»UiStcl1er Jujicndvcreln UerUn, im Dfütlcivcrclnsliou*. Kunflr»icn»lr, US/H6. CicscllsdiaffsAbcnd. ZionUiiithci ivöhoreK. Tombola. 5alimu!ik 5. Trarulaieur. Karkn M. 15.— inkl. Steuer an der Abendkaiie. Sonntag, den 10. Oktob«r obendi 9 Uhf Hehräitche I.eiehallc ln der Aula der rmdiUortblidunyiit^ule, Georgemir. 50/31. Hebräischer Voitrag de» Herrn Dr. Slmchonl. Thema: ״Ule htbrfilithe Jugend Im Osten.” Diskussion. ^äs[e willkommen. Montag, den 11. Oktober obende 9 Uhr Im Heidelberger, Prledrtdutr. 143/149 ^Pariamentulnruner) Zusammenkunft der Poicncr Zionisten. Dienstag, dem 12, Oktober abends 7*/% Uhr Zionistischer ju^emivcrela Herlln, HelllgegeUtetr. 53 2. au(tcr0iilcnUichc ücncraiversammtund Tagesordnung:!.Statutenänderung. 3. Verithledcnes. Donnerstag, den 14. Oktober ebenda 8 Uhr Groppe Mord, In der Konditorei Weber, Rosenitrebe 18. Ordentliche GencreWersammtund Tagesordnung: 1. öcrlcht des Vorstandes. X bericht der Kassen• revtsoren. 3. Uitellung der Dccharge. 4. Wahl des neuen Vorstandes. 5. Wahl der Kassenrevtsorcn. 6. AntrSge, Gruppe Süd, Im Helm, i’rlnxenstrabe 42, ״Die Londoner Tagung und die Keren Hajcasod." Hedner wird nodi bekannt gegebenen. Gruppe Ost, Restaurant MQcke, Neue Köntgitr. 1. Voitrog des Herrn Joset Münz: ..Die WclthiUskoniercnz in Karlsbad.«• Donnerstag, den 2t. Oktober pdnlitiich abends 8 Uhr Cteselischafisabend der Gruppe West Im Zahn&rtlchaus, Guttmannsaal, Daiowstr. 104 (NollendorfplAti) Mttwlrkende: rri. Allee Casstier (Gesang), Tri. Senta rinrlf** (Violine). Tee — EHrUchur.gc’t — Ausstellung des )Qdlschcn Verlages und des i5e2alel Eintrittskarten 6 5 M. In der Buchhandlung Ewer, Knesebeck* strabe 54/55, Im jGd. Verlag, bSchslsdie Str. 8 und belFrt. ft. Heia• berg, Freilinger Sir. 17 KuliurdcxcrmU der 5.2. V., Seyielstr. 3. Hebr&ischc Kixkdcr-Spielnadmtütode, t. SptelnochmiUag West bei S, Wettimann, Halensee, Neitarstr. 4. Donnerstags von Uhr. 2. Sptelnodunlllag Nordwest bei Tri, Wagenhelm, Lesslngstr. 2X Mittwochs von H4—H6 Uhr. 3. Splelnadimlttag Süd, Im Heim, Prln*en»ir. 43. Montags von y% 4 — ^6 Uhr. 4. Spiein&dtitthtau Südwcstiidje Vororte, bei Sdtolem, Friedenau* WieUnditr. 4, Montags und Donnerstags von Uhr. -בית המקרא העברי. ביום א׳ כ׳ח תשרי התרפ׳א <10 אקטאברי בשעה « בדיוק ירצה 07*1X3 בית הספר .Georsen.Ir, 10/31 am Bhf. Fiiedrichflr י?ר דד שמחוני על הנושא: . "הצעיר העברי במזרח." אהרי ההרצאה וכוהים. אורחים רצויים. Imltcn müssen, dicjeiicgen ausgewähit werden' wurde. Inzwischen verschlingt dieser vollständig' u 11 ״ ii t z e A 11 f e n t h a 11 in der Baracke sehr viel (!cid, das die beute sich erst wieder aus Amerika kommen lassen müssen. Das kostet außer den 2ÖÖ M. für das Telegramm wieder eine schöne Stimme für den dadurch bedingten längeren Aufenthalt im La״er. Allerdings beklagen sich die Leute auch über die ״Ilias", daß sie die bei ihr;mlangenden Gelder ״!eilt sogleich an die Adressaten, die im ,,Kaiserhafen" zu oleiben gezwungen sind, abliefert, sondern erst wochenlang in ihrem Biiro liegen läßt (!) so daß auch dadurch eine Verlängerung des Aufenthalts und Verausgabung bedeutender Geldmittel verursacht wird. t im ״Kaiserhafen" scheint die Verpflegung eine etwas bessere zu sein, doch wird auch hier geklagt. Die sanitäten Maßnahmen, soweit sie überhaupt vorhanden sipd, lugen dagegen _ im rügen, in der einzigen, grollen! Baracke, deren Boden zum weitaus größeren Teil mit schmutzigen, zerrissenen Strohsäcken bedeckt ist (mir im hinteren teil der Baracke stehen mehrere Reihen Holz- Vielten, je zwei auieimmder wie auf dem Trovl und kaum mit den notwendigsten Decken versehen), wohnen, schlafen und essen alle Insassen des Lagers. Männer 1 rauen und Kinder, letztere weitaus in der Ueberzahl, schlafen hier uiehr oder weniger friedlich mit- und durcheinander. 13c1 la^c si-vht es dort etwas bunt aus. Kinder liegen auf den Strohsäckcn herum, hier wird Milch oder sonst■ Eßbares für kleine Kinder gewärmt, dicht daneben kämmt oder wäscht man sich, Frauen mit aufgelöstem Haar drängen sich durch■ dk. .Menge, um sielt'zu dem Ted der Baracke, wo die Entlausung stattfindet, zu begeben, überall stehen aufgeregte, eifrig diskutierende Gruppen umher; AmwstcHte der ״Ilias" werden weil« sie sich, was höchstens a.le zwei bis diel I •UB J»c schieht, einmal blicken lassen, mit Bitten, Klagen, Fragen nach ״[!gelangten Briefen oder Geldern uml anderen A!1forderitngen bestürmt. . ,, ״ ln einer I cke der Baracke betmdet sich eine ,,Kantine", ein Biettcrverschlaj׳, in der es Bier, beiter, Zigaretten, schuhkrcm, Bürsten und ähnliches zu kauten gibt. (ieiadc gegenüber hat man einen größeren Raum ebenfalls durch einen Brcttcr/aun von drin ubiigcn. Teil der Baracke abgetremit: das ist der Raum, w o die säuliei imj; des Kopthaaren vor sich geht, Ls wurde bealtsichtigt, diesen Raum zur Unterbringung ansteckeuder Krankheiten herzuriehten. Wie das zu bewerkstelligen ist, ohne die übrigen Bewohner der Baracke aufs schwerste zu gefährden, da dieser Raum keinen eigenen Eingang hat und durch einen Bretterzaun ohne verschließbare Für von der Baracke abgetremit Ut, ist lucht recht ersieh!lieh. Hie ai/tlielu■ Untersuchung und Behandlung ertolgt in einer kleinen Baracke, der sog. Krankendulw, durch einen jungen Mediziner, der in seiner 1 atigkeit von zwei Krankenschwestern unterstützt wird. Ucber diesen ״Arzt", dem auch das Urteil über vollzogen■.־ Säubcrum׳ des Kopfes, die Bedingung zur Erlaubnis zum Versc'!werde geführt, w>r allem die, dab er seiner . Pflicht nicht nach ko m me, nur mangelhaft oder gar nicht untersuche, sich nur auf kurze /eit seiten lasse und so auf seine Weise dazu beitrage, den Leuten den Aufenthalt im Kaiserinnen so lang und so tutangenehm wie möglich zu machen. Bis für eine Unterbringung der Kranken im ״Kaiserhafen" selbst Raum geschaffen ist, werden dieselben nach dem Lazatctt auf dem Troyl gebracht. Dasselbe, aus mehreren Baracken bestehend', ist von dem übrigen Lager vollständig getrennt, so daß hier wirklich eine Isolierung ansteckender Krankheiten möglich ist. Doch wird das Essen für die Kranken aus der allgemeinen Lagerküche in offenen Gefäßen heriibergebracht, so daß unterwegs 1 limmcl und Erde die magere Suppe nach _ Be lieben mit Staub «der Regen würzen können. Medikamente müssen selbstverständlich bezahlt werden, auch ärztlieherseits verschriebene Krankenkost wird extra berechnet. Ls soll auch vorjjekommen sein, dal» letztere gar nicht geliefert worden ist. Die behandelnden Aerzte und Krankenschwestern werden von der Stadt angcstclit. Mit Mülle ist es dem jüdischen lfuiigratioiwkomitcc gehingen, einer jüdischen Aerztin eine Anstellung zu ermöglichen, die begreiflicherweise mehr Interesse für die Lagerinsassen, von denen 'X>°0 Juden sind, hat uml ihrer Eigenart mehr Verständnis entgegenbringen kann. Zu erwähnen bliebe noch ein auf dem Troyl eingerichtetes Restaurant, als ״R1׳nommicm׳staurant" (!) bezeichnet, das mit allem Komfort versehen ist und wo die Beamten und vornehmen Besucher des Lagers ebensogut und ebenso teuer speisen können, wie im ersten Dauziger Hotel. Lotte Sachs. Italienischer Zionistenkongreß Die zionistische Federation Italiens hat für den 17. und 18. Oktober einen Kongreß nach Triest einberufen, der die erste zionistische Versammlung nach dem Kriege darstellt. Die Tagesordnung wurde folgemlernialkn festgestellt: 1. Eröffnung. 2. Der Zionismus nach der .Londoner Konferenz. (Re• ferent, Felice Ravenna). '3. Tätigkeitsbericht der zionistischen Federation. (Referent: Dante Lattes.; 4. Italienisches Judentum und Palästina. (Referent: Adv. Alfonso Pacifid.) . 5. Programm der künftigen Tätigkeit, tuiter besonderer Berücksichtigung der italienischen Juden, (Referent: Dr. Guiseppe Ottolenghi., ö. Unsere Schulen. (Referent: David Prato.) 7. Das Werk des inneren und äußeren Wiederaufbaus des italienischen Judentums. (Referent: CiroGlaß.) $. Das Palästina-Amt in Triest. Seine Tätigkeit und seine Bedeutung. (Referent: Guiseppe Fano.) l>. Keren Hajessod. (Referent: Dante Lattes.) 10. Nationalfonds. (Referent: (uro Glaß.) H. Diskussion des Organisationsstatuts. Das italienisch-zionistische Organ ״Israel" (Rom) würdigt in einem Leitartikel die Bedeutung der Konferenz und erüiluct die Diskussion über die künftigen Aufgaben des italienischen Zionismus. XV. deutscher Gemeiudetag Die soeben erschienene Nummer öl der ״Mitteilimgen“ des Deutsch-Israelitischen (iemcindebumlvs enthält an der Spitze die vorläufige Einladung zu dem auf Mittwoch, den 17. November d. J. und erforderlichent’alls auch noch auf den folgenden Tag angesetzten XV. ordentlichen Ciemeindetag. Den Hatrptgcgensland der Beratung wird die (1 e s y m t o r g a n i s a t i o 11 d e r deutsch <• n J 11 d c n bilden. U!n eine engere Fühlungnahme aller Steilen tuv Organisationen dio in der ostjüdischoa Flüdulin^sfüi sor^e, ArlH'iisbcscliaHuiiG^ Emigration usw. taiiü^sink herbeiztifuhren, wird die regelmäßige Herausgabe .eine ״korrespondenzbiattes“ geplant. Fs solle Sitiiatioiishcndite aus allen Uudesteilen, besonders de Ören/bezirken 1m Osten und Westen, Arbeitsmöglicl Kcitcn un.In- und Auslände, Berichte über jüdische Gt nossenschatten, Mitteilungen neuer Verfügungen, Ei Dhruiigetr mi Verkehr mit Behörden uml Konsulate! Statistik und anderes gebracht werden. Alle jüdischen Organisationen und Vereine, d Intorinationen zur Verfügung stellen können oder da Korrespontlen/bLatt beziehen wollen, werden um un gehende Adresscnangahe geixten an das Jüdisch Arbeitsamt, Benin N. 24, Monbijouptatz I.