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Jüdische Rundschau · 1920-10-06 · Heft 69 (6.10.1920) · page 4

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 69 (6.10.1920)
Date
1920-10-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 528 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 60 Die Paßvorschriftcn för Palästina Das Prcßbür׳.» «ler Zionistischen Kommission schrciht miU’iin 3. September nus Jeni.sakm: lieber die Linwn1Hk'nmgs־V1'ror11»m1g, die vom Ansv artigen Amt hereits genehmigt ist und demnächst in Kraft tritt, wirrt offiziell mitgcteilt: ״Uie I':iiitvai!deriMj׳s-Ven>r<l1iiiiii׳: ist entworfen worden, luu den Uimulsützcn der LutvvaiKk'ruiijppahtik Nadidrnek zu verleihen, welche vom Gouverneur den VorsaiimilnNgen in Jerusalem und 'Haifa unterbreitet wurden. Der Eintritt in das Land soll jawohl in den Häfen wie an den t »renzen des Landes genau kontrolliert werden, wie es die Verhältnisse und Bedürfnisse des Landes erfordern. Ls ist ein Eiiiwniid1־ruiu;s«lirekt.)r ernamit worden, welehein Einwanileruiigsbeanite an den l IntipteiMgaiigsplät/cn unterstellt sind. Niemand, mit Ausnalune gewisser amtlicher Kategorien, wird imstande sein, Palästmn /u betreten, wenn ׳er nicht im Besitz eines Passes oder einer ähnlichen Erlaubnis ist, welche von einem britischen Konsul :1111 Orte der Abreise visiert ist. Abgesehen von dem Pali muß die hetreffende Person iiadtweiscn Lcniiien, dal) sie die Mittel hat «Hier sieh verschaffen Kann, um sich seihst und die sie Begleitenden zu ernähren. Ferner wird tler Einwanderer sieli einer ärztlichen Untersiuhmi); unterziehen müssen, um siel1erzu;!ehen, dat'1 keine ungeeigneten Leute /,ugelasseu werekn, Lin Grund für die Ausschließung liegt vor, wenn er;111 einer Krankheit leidet, die von den medizinischen Autoritäten festgestellt wird und ־die ihn ,als nicht wünschenswert erscheinen Killt, oder wenn er als geistig mhidenvertig befunden wird. Es werden Vorkehrungen getroffen werden, um alle Leute im Hafen oder an der Grenze zu untersuchen, und in zweifelhaften Rillen sollen sie /urückgehalteii werden. Wenn die Erlaubnis zum l'assiereu endgültig verweigert wird, so muH der Einwanderer auf Befehl des Einwniiileruiigsilirektors in das Land ztirftekkehren, aus dem er ׳kommt. Jede Person, welche die Erlaubnis zum Eintritt ,in Palästina erhalten 11.1t, muH sieh auf dem Poli/cibtiro ries Bezirks eint ragen lassen, wo sie wohnen will, und zwar mit allen Angaben in liezug auf ihre .Nationalität, Familie, Aufenthalt'im Lande usw. Die Eintragung muH innerhalb 14 Lage nach der Ankunft erfolgen; unterbleibt «lies«' Eintragung, so liegt ein Verstoß gegen die Verordnung vor, und der Betreffende ist der Aus- Weisung oder anderen Strafen misgoset/.t. Leute, welchen durch «las Konsiilarvisum bescheinigt ist, dal! sie Reisende «nler Dt1rd1rci«e1nle nach anderen Ländern sind z. B. nach Damaskus sind der Verpflichtung enthoben, sieh etiitragcu zu lassen, vorausgesetzt daII ihr Aufenthalt in Palästina drei Monate nicht Überschreitet. Wenn sie sieh länger laiiflwilten, müssen sie sich eintragen lassen und erhalten dann vom Einwandcningsdirekt■.)!׳ die Erlaubnis im Lande zu bleiben. Der Gouverneur wird ermächtigt, einen Ausvvcisungsbefchl dir jede Person innerhalb fünf Jahren nach dem Betreten des Landes ergehen zu iassen, welche während dieses Zeitraums nicht palästinensischer Bürger geworden ist, wenn der Betreffende für eine Verletzimg der Einwanderung »Verordnung zu einer Gefängnisstrafe von mehr als einem Monat oder für ein anderes Vergehen verurteilt wurde, oder wenn es im öffentlichen Interesse liegt, <la(l er das Land verladt. Der Gouverneur wird ermächtigt, irgend eine Person oder Klasse von Personen, sowohl im ganzen wie teilweise von den Vorschriften dieser Verordnung zu befreien. Diplomaten, Konsuln mul Mitglieder der britischen Militär-Schilfahrts- und Luftfahrzeugbeliörden der palästinensischen Zivilverwaltung, welche «las Lind \0n Amts wegen betreten, und jeder Matrose, welcher im Verlauf einer Seereise in Palästina landet, sind befreit. Für Pilgergruppen müssen besondere Vereinbarungen getroffen werden. Ferner sind die 'Formalitäten, mit Ausnahme des Besitzes eines Passes, nicht erforderlich für Leute, welche seit der britischen Okkupation ständig in Palästina wohnen und ziirückkclircn, nachdem sie das Land atis geschäftlichen Gründen oder zum Vergniigen verlassen hatten, oder für Leute, welche bereits, ein Jahr lang vor Ausbruch des Krieges ständig liier gewohnt haben, P a H v e r o r d n u 11 g. Ein .offizieller .Erlall enthält die folgenden Vor- Schriften; , , ״Solange die Bestätigung eines Nationalitätsgesetzes für nie Einwohner Palästinas ,noch schwebt, soll ein palästinensischer Einwohner, der kein fremder Untertan ist, ein laissez passer anstatt eines Passes erhalten. Dies soll nur für die Reise gelten, für die es ansgestellt ist. Wenn der Besitzer eines abgclaitflnien laissez passer auswärts wohnt, ein neues Permit zu erhalten wünscht, so soll er sieh an den nächsten britischen Konsul oder an eine andere Behörde wenden, welche befugt ist zur Ausstellung von Permits und Visen. Jede Person, welche ein anderes Land als England, Aegypten oder einen Teil des britischen Reiches zu besuchen wünscht, muß das nötige Konsiilarvisum für jedes Land erwerben, durch das er reust, bevor die Erlaubnis zur Ausreise aus Paliistina gegeben werden kann. Der Gouverneur kann durch Anordnung (hy Order?) irgendwelche Personen oder Pcrsonenklasscn ganz «xler teilweise von der Befolgung dieser Vorschriften befreien. Für organisierte Pilgergruppen können besondere Vorkehrungen getroffen werden. Auch finden diese Vor- Schriften keine Anwendung für uniformierte Mitglieder «kr militärischen, seemännischen und Luitstrcitkraue. 1 )«•r Direktor der Abteilung für Einwanderung und Verkehr kann, mit Genehmigung des Gouverneurs, von Zeit zu Zeit Maßregeln für die bessere Regelung der Permits treffen.“ ie Greuel der polnischen Hölle Die palästinensischen Briefmarken. Die am 1. Septendier in Palästina ein;!;«'führten neuen Marken entlialtcn auf dem Matkcnbihle mit der Aufschrift ״E. E. F.“ (Egvptian Expedvtkmary Forces) den Aufdruck ״Palästina“ in englisch, arabisch und hebr#isch, Charak• tcristisch ist, daß der hebräische Text außer der Be* Zeichnung Palästina nodi die beiden Buchstaben .א״י ״Ere/.-Israel“ führt. Diese provisori wüten Marken ״'eiben bis zum Eintreffen der land kn Verkehr. iwuen Marken aus Eng- Nachfolgender Bericht über die gegenwärtige jiidische Lage in Polen stammt von einer angesehenen polniscli-jüdischen Persönlichkeit Warschaus, tlie erst vor einigen Tagen von Polen nach Deutschland gekommen ist. Unser Gewährsmann berichtet: Die Lage tler Juden in Bolen in «L׳n letzten beiden Jahren ist zur Genüge bekannt, man kann sie mit einer Formel kennzeichnen •־■ permanenten Pogrom. Die jüdische Lage ist seit der Errichtung des jkünisciien Staates derartig furchtbar, «laß man meinen sollte, eine Verschlechterung sei gar nicht mehr 111;>g* lieh. Trotzdem Indien die letzten drei Monate eine derartige Steigerung des jüdischen Elends ge* bßu'ht, daß man sie nicht für möglich halten sollte, Line ununterbrochene Reihe von Schikanen, furchtbaren Exzessen lind Pogromen gegen die jüdische Bevölkerung von seiten der Polen charakterisiert diese letzten drei Monate. Der latente Pogrom ist in einen akutem übergegangen, und mit allen Mitteln wird ein f ii r e 111 e r 1 i c 11 e 1־ Vernich tu 11 gska 111 pf gegen die w׳ ehrlose jüdische Bevölkerung ge* l ii h 1׳ t, ׳ Das Malerial ist noch nicht gesammelt. Viele Städte sind noch militärisch verwaltet, und Zivilpersonen können nicht hingelangeii, außer den polnischen Jtiurnalisten der antisemitischen Zeitungen, •Jedoch ist es den jüdischen Führern in Polen bereits gelungen, einen kleinen Teil des Materials zu sammeln; man kann schon jetzt behaupten, daß, was sieh in diesen Uzten Wochen dort abgespielt hat, seine Analogie nur in, (I c n! ü r c 111 e 11 ׳ i c 11 s t e 11 Berichten «1er j ü d i - sehen M ä r t v r i <111> g i e findet. Die jüdischen Führer bemühen sieh mit allen Mitteln, das Material zu ergänzen; aber schon jetzt sind ihre Archive überfüllt mit «len Protokollen,• «len Feststellungen, die an Ort utul Stelle gemacht und ihnen übersandt werden. Noch sind die jüdischen Politiker in P«>te11 nicht in tler Lage, ihr Material zu veröffentlichen. Die Zeitungen stehen unter militärischer Zensur; im Lande herrscht . militärischer Terror, Ohne die Möglichkeit, das , ganze Material zu publizieren, sein« eigen die jüdischen Führer, um nicht durch einige kleine Fakta das ungeheuere grolle Leid zu verkleinern. Die ganze jüdische Presse schweigt auch. Dafür aber hetzt die jmlniselie Presse und üffentliehe Meinung um so mehr, Um die Ereignisse der letzten Wochen zu verstehen, muß man die Entwicklung der polnisch-jüdischen Be- Ziehungen in den letzten Monaten kennen. Gleich nach der Rückkehr des polnischen Ministerpräsidenten Grabski von der Konferenz von Spaa wurde von ihm eine Kommission zur Herbeiführung einer 1 Verständigung zwischen Polen und Juden eüiberuiei». Vertreter aller Richtungen des Sejm und aller jüdischen Parteien, wurden zugezogeii; den Vorsitz führte Grabski selbst. Wie sah die Verständigung in Wirklichkeit aus? Einige kurze Tatsachen sollen die Frage beantworten. Die ersten beiden Sitzungen der Kotiiniissimi verliefen mit heftigen Diskussionen über die Jutlcnfrage mul scharfen Angriffen der |10h1ischeu Vertreter gegen die Juden wegen ihrer angeblichen Illoyalität. Wallread die Kommission tagte, umstellte Polizei und .Militär eines Tages das jüdische Viertel in Warschau und machten Haussuchungen, iiach Deserteuren, man schleppte alte Männer von 5Ü -<)<> Jahren sowie Kinder von 12 bis 13 Jahren fort, hielt sie •einige Stunden, manche einige Tage, fest und entließ sic dann. Viele blieben in Haft. Die Haussuchungen wurden eine tägliche Erscheinung. Die jüdischen Vertreter in der Verständigungskommission erhöhen heftigen Protest; tlie Regierung versprach, auch in «len christlichen Quartieren Haussuchungen vorzunehineii, das galt bereits als ein Erfolg, Die dritte Sitzung der Kommission bewies mehr Neigung zur Verständigung. Die jüilische Presse tallle Hoffnungen. Die polnische Presse jedoch verschwieg wie schon vorher, die Sitzung und erwähnte die ganze Verslümiigungsaktion mit keinen! Wort, Eine Ausnahme bildete nur das Organ «k־r P. P, S. der ״Uobotnik“. Die 11 a u s suc h u n g e 11 nahmen einen furchtbaren Charakter iiv den jüdischen Vierteln an. Schließlich versprach die Regierung, Milderungen eintreten zu lassen, auch aut die Presse; die fortwährend gegen die Juden , hetzte, mäßigend cinzuwirkcn, ehren Aufruf zugunsten «1er Juden zu erfassen usw. Es ge- •schah nichts von allem. Die polnische Presse begann׳ nunmehr die Kommission heftig anzugreifen, In den Straßen ging es wie bisher fort, man schnitt Juden die Bürte ab, •warf sie aus den Wohnungen heraus und so fort Einige Fälle zur Illustration: Am Kowteler Bahnhof in Warschau, wo Juden sich seit Wochen nicht mehr blicken lassen, steht ein curo päiscli gekleideter junger Mann von jüdischem Airssehe». Einige Soldaten laufen hinzu, fassen ihn an und schreien: ״Jude, wo ist dein Bart? hast du ilui verloren oder gar geschmuggelt?“ und schneiden i h m s c i n e Backe ent z w e i. im Wartesaal zweiter Klasse desselben Bahnhofs sitzen einige Damen der intelligenten Schichten und einige Ingenieure; man spricht von den Haussuclnmgcn. Einer fragt: ״Wann wird es ein Ende nehmen?“ eine Dame erwidert: ״unsere Regierung ist zu schwach; man müßte ein Regiment Hailcc&oldaten nehmen, ein Regiment Itosertscher Soldaten (diese beiden Kategorien gelten als die judcnfcindlkhsten Truppen), zehn Kanonen, einige hundert Maschinengewehre, müßte sie um die jüdischen Quartier«• herumstellen, alles jtidisihc Gut vorher wegnelmien und dann eine Salve, zwei, drei, bis־ alle Wanzen vernichtet sind.“ Die Gesellschaft lacht und alle rufen; richtig,' richtig. Jm Zug von Warschau nach W’olomin fuhren /״ei Dameiv von Ad«׳.!, die eine, die Schwester einer Gyin• nasial-Direktrice, tlk■, da die 2. Klasse überfüllt war. in der 3. Klasse saßen. Es fuhren noch einige Bauerinnen mit und zwei jüdische Schriftsteller. Die Damen reden von der Unwissenheit «1er Bauern usw. Sie heschuldigen die Bauer», daß sie trotz «ies ü»vkotts Lj den Juden kaufen. Die Bäuerinnen rechtfertigen rieh, bei «ien Juden sei alles billiger usw. Endlich bemerkt die eine «1er beiden Damen: ״Meiiie Kinder sagen stets, jetzt können wir es noch nicht, die Eltern werden es nicht erhüben, wenn wir aber groß sind, werden wir alle Juden ausrotteo, nicht einer soll am Leb<11׳ bleiben“. Die Schwester der Direktrice antwortete: ״wie fabelhaft, wie «־umlerbar, solches von Kindern zu hören, welch eine wundervolle Erziehung!“ . In der' Kaserne eines Vorortes von Warschau steine, einige Soldat«׳» in der Küche, darunter ein jüdi-elier, ein Korpora! kommt herbei und sagt: ״Kiiulcr, taucht den Juden unter“, 14k• Soldaten nehmen den Juden und werfen ihn in «len kochenden Kessel. Die militärische Behörde unterdrückte• die Tatsache, der jüdische Soldat wurde nachts geheim begraben. Es streiken die Arbeiter, 11k* tedmische Nobili'«• l>ctreibt die Straßenbahn. Aul einer Striti'm muß «■•n Wagen repariert werden. Die Reparatur ist zu L1׳׳h׳, und «kr Wagen ist voll besetzt, er soll gerade abgehl׳:!, da betreten ein Student und ein Gvmnasiast mit ei/t•:« Korporal und einem Soldaten den Wagen. Der Korpr.1! und der Soldat postieren sich an den beiden Eingängen, während vier Student und der Schiller die Juden mit Stöcken und Fußtritten aus dem Wagen herausstolLii. auch Frauen und Kinder. Vier französische Oif •ziere stehen dabei und schattet! zu, das Publikum!ariu. Dies nur zur Illustration der Stimmung in Warschau Indessen beginnt der bolschewistische Vormarsch und v«m überall kommen ,Nachrichten um Pogromen der Polen bei ihrem Rückzug. Die Regierung jedoch bemüht sich um die Her- Stellung des Bürgerfriedens und wirkt auf die Pres-« ein, die Metze gegen tlie Juden eimcuMclIen. Es vinl für eine kurze Weile besser, Als das pol- »iselie Militär jetfoch bemalre vor W.trseli.t» Nt, komm׳׳» neue Nachrichten von Schikanen und Exzessen. In Warschau beginnt die Einziehung der ,Zivilbevölkerung zu den Befestigungsarbeiten, Bei dieser Gelegenheit ereignen sich furchtbare Dinge. Einige Tatsachen: An einem Freitag, Ende Juli, bekannt als der ״blutige Freitag", schleppte mau ca. 20 000 Juden au־, den Häuser» und «kn Straßen, darunter siebzig- bis achtzigjährige Greise und zwölfjährige Kinder fort, Christen waren darunter vielleicht 1 0״. Mau führte sie auf einen großen Platz, im Vorort Scgrze und hielt de dort fünf volle Tage, bis zum Mittwoch, ohne Speise und Trank, ließ sie auf freiem Fehle tihemachteu, «ihtie jede Arbeitsleistung. Frst am Mittwoch begann man dir Arbeit zu organisieren. Als der K0f11111.HKl.tni kam, ließ er alle sich in Reihe und Glied postieren und riet: ״Christen vor“, es traten ca. 3(1 Christen vor. jeder der• selben wurde Aeltester, der eine Kompagnie unter sielt bekam. Es wurde darauf von den Juden ein Vertrctor zum Kominandnutcu gesandt, der erklärte: ״Herr Obern, unglücklicherweise siml nur 50 Christen da, vielleicht würden Sic einige Jude.» als Aclteste bestimmen״. Für diese Bemerkung versetzte ihm der Oberst zwei Ohr• feigen, trat ihm in «kn Leib, warf ihn auf die Erde, (rat dreimal auf seinen Körper und ließ ihn liegen. Später bekam er Reue und ernannt«■ den Mißh.imlchen zum Ackerten. Bei der» Zwangsarbeiten waren überhaupt ca, 90 ״״ der Eingezogenen Juden, viele starb«• ti durch Mißhandlung, verschiedene vv nrden i r r s i ה ח i g. viele krank. Beim Rückzug «k.r Polen vor «len Bolschewisten begann auch die alte Plage der Evakuierungen, so mußten z. B. in Novyorodno 2500 jüdische Familien in zwei Stunden die Stadt verlassen, in Postelnik wurde tlie ganze jiitfische Bevölkerung biriteu einer Stunde davongejagt. Den jüdischen Deputierten gelang es. folgendes bisher festzustellen׳. In Wysz.kom internierte tlie Militärbehörde B'!0 Juden, darunter Frauen find Kinder. Die Männer hieß man sich nackt auszielien, stellte sie zwischen zwei Reihen Soldaten und ließ sie Spießruten laufen. Die Soldaten hatten St.1 che!«trabt peitschen. 1 he Unglückliehen, die ohnmächtig wurden, werden durch Wasser wieder ins Bewußtsein gcntfen und mußten wieder laufen. Dann wurden tfie Opfer in die Kaserne geführt, mußten tanzen und■ rufen; ״Es lebe Polen, «••♦׳krep;ne der Rabbiner*'. Dann mußte jeilcr au «•inen Soldaten herangelien und fragen, ob er ihm jemals etwas getan habe. Beschuldigte ihn der Soldat, so wurde er wieder geprügelt, auch die Frauen und Kinder wurden ge• schlagen. In Siedlce wurden fünf Juden erschossen mit «kr Behauptung, die Juden hätten ein Freieorps für die Bolschewisten gebildet, ebenso wurden in Bia ly, Ostr ovv, W-lodawa und «־»»deren Orten viele Juden erschlagen. In Plozk wurde ein chassidischer Kabb« von den Polen beschuldigt, durch seine Bewegiuigen beim Beten den Bolschewisten Zeichen gegeben zu haben. Er wurde vom Feldgericht zutii Totle verurteilt, Vor der Erschießung verlangte er seinen Gebetsmantel, er tim• hüllte sich, sprach einen Segensspruch, daß es »lim *r

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