Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 59 (27.8.1920)
- Date
- 1920-08-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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- Siegfried Bernfeld 2× ep/1024792
- Vilnius 2× ep/1000947
- Eduard Glaser 1× ep/1004207
- Heinrich Mann 1× ep/1025356
- Herbert Samuel, 1st Viscount Samuel 1× ep/1004878
- Hermann Cohen 1× ep/1004894
- Hermann Steinthal 1× ep/1017776
- Julius Fürst 1× ep/1023750
- Jérôme Tharaud 1× ep/1026523
- Max Slevogt 1× ep/1025620
- Moses Hess 1× ep/1025124
- Moses Mendelssohn 1× ep/1006237
- Salomon Maimon 1× ep/1000012
- Sven Hedin 1× ep/1025107
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9 Nr. יכ> JUEDiSCHE RUNDSCHAU Seite 465 f 1 ת t.,» in; ׳ 11n<i UM- JlliC rfvir Jer- /errcliik;1( •net, >»sder itui *rtc Cll, J»K •ein fen voll :ter c'nlie 11;11!, fürlen- ׳er-!ine für KM1. loii ten erach hen leres gerer- I! f ' 1 i bau 1 etm daß rer- »ich zuso 1101 8er en, »erder ist .<־»► Il! e a• 1 ■. ‘i »inft e It'ii, ic!e ie: e *ern flau 41dl .die iurdie Idit!1111, ■not {me J*?s ן• nun fc rrnal du r Cie* ־011< iUneu hen imlitte?st-!zurns. ago für der 'seit htet fiou 000 icht jcit daß j zu I der rlieli peil. I1UM1 |11de (um- *:ca atc, fen, ufc *5> 1 1 t t i noch die alte historische Judenstadt Saloniki ist. ln dieser Stadt hnl i.111 Jahre 1017 eine ungeheure Feuersbrimst statlj’eflinden, bei welcher sämtliche 21 jüdische Schulgebäude vernichte) und 12000 jüdische Kinder den Schulunterrichts beraubt wurden. Alle Typen von Schulen sind uns gleich lieb und gleich wert. Mir liegen die Qicclariiii, zionistische Schulen, iiioilcriie Schulen gleich am ller/en, Es haudelt sieh um das gesamte lirzielumgswerk, das heute zerstört ist und wieder aufgebaut werden muH. Noch etwas anderes ist zerstört: das jüdische Maus. Auch ׳ diese Kraftquelle ist geschwunden. Vernichtet ist auch das Lehrcrpersonal. Noch eine dritte Kraftquelle gibt es nicht mehr, die Lehrbücher. Wir haben im Osten eine ganze Reihe produktiver Lelirbücherverlagc gehabt. Heute sind sie zerstört. Bücher kann mau nicht drucken. Das ist das Bild der Zerstörung Im Schuluml Unterrichtswescii im Osten. Erfreulich ist es, daß mitten in dieser Zerstörung der neue Aufhau begonnen hat. Es war die erste Sorge unserer östlichen Brüder, mitten in der schwersten Not die jüdische Schule wieder zu errichten. Was in dieser Beziehung Wilna, Litauen und die Ukraine getan haben, ist höchst erfreulich. 111׳ l.itauen bestell! ein besonderes Amt im Rahmen des jüdischen Ministeriums. Wir haben einen ausführlichen Bericht gehört. Es sind sechs hebräische Gymnasien errichtet worden, eine ganze Reihe von "Volks-" und Mittelschulen, 250 Lehrer sind beschäftigt. Es ist hier ein Prinzip angewendet worden, das richtunggebend sein kann. Es gibt drei Typen von Schulen, von denen jede eigene Verwaltung und Autonomie 11.1t: orthodoxe, hebräische (Tharbuth) und jiddische Schulen (teilweise antireligiöser Tendenz). 111 Wilna (15 000 Juden) sind 7000 Kinder in Schulen untergebracht. Auch in der Ukraine gab es vor den Pogromen wichtige kulturelle Organisationen, die leider in ihrer Tätigkeit unterbrochen worden sind. Der Mangel an diesem Wiederaufbau ist, daß die Umschichtung in diesen Gründungen noch nicht zu sehen ist. Man stellt sich die Frage: Wie können wir da helfen? Es hat sich in der Kommission folgendes Thema ergeben: Dal! wir von dem Leitgedanken ausgehen, dali wir mit unserer ־zentralen Hilfe uns nur an zwei Gesichtspunkte zu halten haben, au den Gesichts* punkt der Umgestaltung des Erzichungswesens im Sinne einer P r o du k t i v ic ru 111׳ und andererseits in. jüdischcr Beziehung, daß wir uns auf den Standpunkt vollständiger Neutralität stellen. Wer berufen sein wird, die zentrale Organisation zu leiten, muß von jeder persönlichen Stellungnahme vollkommen absehen. Es muß der lokalen Bevölkerung überlassen Blei.- heu, denjenigen Schultypus zu schaffen, der der Struktur der Bevölkerung entspricht. Wir werden alle Typen anerkennen und die Unterstützung, di« zu gewähren ist, muß in proportionc'Icm Verhältnis stehen zu der Anzahl der Schüler in׳ den einzelnen Schultypen. Es ist sehr daran gelegen, daß jedes Mißtrauen 111 diesem Punkte schwindet. Wie soll diese Hilfe geschehen? Zunächst muß eine flilfe an Geld geboten• werden. Es mul) in dem Gesamt• hudget vier Hilfe ein bestimmter Prozentsatz für Schul- und Erzieliungsw'esen aufgenommen werden. Wir werden auch dafür zu sorgen haben, daß die staatliche Hilfe, die der Friedensvertrag verlangt, unseren Schulen tatsächlich znkommt. Diese Frage streift schon das Politische, aber da die lokale Organisation die Erteilung dieser Hilfe nicht erzwingen kann, wird in dieser Richtung ein Eingreifen der Gesamtorganisalion in politischer Hinsicht vielleicht manchmal nötig sein. Was die Not an Lehrern betrifft, so kann diese Hilfe nicht nur durch lokale Lehrerseminare erreicht werden. Es muß mehrere zentrale Stellen für ־״.״.״mmienhungende Provinzen gehen, welche den Lehrerbettarf versorgen sollen. Ein Teil der Lehrer muß auch für eine gewisse Zeit nach 'Palästina geschickt werden, um sich dort zu guten Hebraisten I1cranzubild.cn und sicli vom Geiste des Judentums durchdringen zu lassen. Was die Lehrbüdicr betrifft, 80 ist auch hier eine Zentralisierung nötig, sie können jetzt nicht in jedem Lande für sieh gedruckt werden, man muß ׳•ine Lehrbücherzentraic in einem Lande günstiger Valuta «״richten. Um alles das und nocfi mehr zu. erreichen, ist es notwendig, daß schon Wer und jetzt eine Zentralinstanz für alle diese Arbeiten eingesetzt wird, welche mit dem Schul- und i'rzieliungsvveseu sich befassen soll. Es wäre ein Fehler, wenn wir heute den Nachdruck nur auf die Hauptzentralc legten und die zentralen Instanzen für die positiven Arbeile.n ad calendas grecas verschielxm wiirden. Wir »ollen darauf bestehen, daü unabhängig von der Form der Gesamtorganisation für konkrete Aufgaben der Hilfe, wo es keine Gegnerschaften gibt, sdion hier und jetzt zentrale Instanzen geschaffen werden, welche sich in dem Rahmen der Ciesamtarganisation einzugliedern haben werden. Ein französischer Roman aus dem Leben der Chassidim (״L’Ombrc de la Croix“.) Der große Preis der Pariser Akademie wurde im Mai d. J. den Brüdern Jean und Jerome Tharaud für ihren Roman ״L’Ombre «Ic la Croix" (״I\־r Schatten des Kreuzes“) verliehen. Im Mittelpunkte dieses Judenromans steht «las Lebcnsschicksal eines jüdisdien Knaben aus Hunfaiu (Hundsdorf), dessen große Jeschibah das geistige Zentrum chassidisdien Lebens in Ostungarn ist. Die beiden christlichen Autoren haben das chassidische Leben und seine Poesie viele Monate hindurch in der Märmaros und am Hofe des Rabbi von Beiz aus eigener Anschauung kennen gelernt. ▼׳'*־’• * *1 ,-*'־׳י* V «I ־ ׳ ן •'-y ג“י״ '1 ,*"•» ז DQro Dullner £ton?s!!§{f!c V-erHn^anft ttcrHa C, J0, ScydHstr 4 Telefon : Zentrum 4414/15. * V*03!schcclk0f1to No. 12006, Deriin NW. t, Knjsrnvcrwrntung urr 1ל, Z• V. HcurGbcTie LcuhnUe -de* KuV.urdeternAH der 0. Z. V. Dra£0ner»tr. 22 (Hof). Gcutfnd von 10—I und von 4—10 Uhr Fast alle hcbröHdrcn Zeliunßen und Mon0l*lnrfic der Welf l!?gen au». ־־• ÄusktmftnteJle für hebräische Angelegenheiten. — Hebräische Lehrenrer• mllilung. -- Treffpunkt 011er Freunde der hebräischen Sprache. — VerblllJyler hebräischer DOthervcrkouf. — Eintritt frei. Ädrcsicn-VcrZudenunifcnl Alle Mitglieder der B. Z. V. werden gebeten, von jeder Veränderung Ihrer Adresse dem Büro sofort Mükltung *u machen, Donner »log. den ב. September abend» 8 Ubr Gruppe Oil. Zwanglose» Zusammensein in der Brauerei Pfefferberg, Schönhöuier Alle« 176, MlfjiHeder der U.Z.V.I Zahlt sofort Euren Schekel für die Jahre 5679 und 5660 *■=* M. 6♦־־־ auf da* PoMsdheckkonlo: Kassenvcrwoltung der B Z. V. Nr. 12006 ein. Quittung erhalt Jeder *ugemndi. Jeder Zionist ist verpflichte*. den Schekel *u be• zahlen, fcr Ist im Miiglicdsbeitrng «3tchi enlhalten. Ersparen Sie uns un• nötige Mahnungen. Jflid, Turnverein Gar Kochba E. V• DüroHelllgegeUUfr. Si. Zentrum 1610 1. MfintieraMciiung: Dienstag und Sonnabend, 8—10 Uhr, Gr. Hamburger Sir. 27. 2. MfirtncrabteUung: Donnerstag. 8—10 Uhr, SybeWtr. 24־. 3. Mannerobtellung: Montag und Mittwoch. 8-10 Uhr, Keibelstr. 5a. 1, jugenda {Heilung: Mor.iog und Donneriteg, 8—10 Uhr, Weifienburger Sir. 40. t, Sciiülcrabtellung: Montag und Donnerstag. 6—8 Uhr, Wdftenburner Str. 4a. 3■ Schalerabteltiing: Dienstag. Uhr und DonneriUg, 6 — 8 Uhr, Sybelslr. 2*4. t, Frauenabietiung: Donnerstag, H*—tö Uhr. ZlegeUtr. 42. 2, Frauenabteiiung: Montag, 8-tO Uhr, Sybelslr. 24־. 3, Froucnobicllung: Mittwoch,8 —10Uhr. Jfflondsfr.(Margareten-Lyz.). 1. Mfidchenabteitungi Donnerstag, £6*׳ —H® Uhr. ZiegrUtr. 12. 2. Mftdchenobtellungi Mittwoch, Uhr, iifiandstrafre (Margarelen-tyzeum). h'echferschoft; Donnerstag, 8—10 Uhr, Gr. Hamburger Str. 27. Sport Abteilung im Verband Drandenburßlscher Athletik-Vereine und Im DrandenhurgUchcn Hotkeyverband. Anfragen sind direkt an das Bflro su richten. Neue Regierungskommissionen Der High Commissioner für Palästina, Sir Herbert Samuel, hat nachstehende Kommissionen für das Land ernannt: 1. Eine B o (lcnkonunission, in deren Wirktmgskrcis folgende Aufgaben fallen: Die Ermittlung der zur Verfügung der Regierung stehenden' Landstrecken, wie auch deren Beschaffenheit, die Berichterstattung über die für geschlossene Besiedlung geeigneten Ländereien, die Beratung über die Sicherung einer zur größeren Bodenproduktivität erforderlichen Maßnahmen. Diese Kommission soll gleichzeitig als Beirat (ler Regierung in Bodenfrageu üiugieren. Zu Mitgliedern dieser Kommission wurden ernannt: Major Abramson, Feidi Ainu* und Kalwaryjski. 2. Eine Kommission zur Untersuchung der Frage einer B o d e n w c r t zu w a ch ss te u e r, um den unverdienten Wertzuwachs für Wohlfahrtszwecke zu erfassen. Mitglieder dieser Kommission sind u. a. Dr. Artur Ru pp in und Ben-Zwi, 3. Eine Kommission zur Ausarbeitung von Bank- Projekten für die Gewährung■ langfristiger Kredite. Dieser Kommission gehören an: der Vizepräsident des Appcllationsgerichtshöfes Tolkowsky, Vertreter des Departements für Bodenkultur und Vertreter der Christliehen und mohammedanischen Gemeinschaften. 4. Ein Departement für Altertümer, bestehend aus einem Direktor und einem geschäftsfümmde» Inspektor. Ein jüdisches Institut Kr Jugendforschung und Erziehung Nach mehrmonatigen Vorbereitungen ist nunmehr di-e Gründung!eines jüdisdien Instituts für Jugendfoisduiiig und Erziehung in Wie« erfolgt, dessen Grund, stock die in eine gemeinnützige Stiftung, die sat/imgsgemäß für Palästina bestimmt ist, verwandelte Bibliothek »ml Sammlungen des Herrn Dr. Siegfried Bernfeld (zweitausend pädagogische und psychologisdie Bände uml -zwanzigtausend Sammclnumincrn) bilden. Zweck d-es Institutes ist: 1. Bereitstellung von■ Material für soziologische und psychologische jugendkundliche Arbeiten durch Sammlung von Dokumenten zur Geschichte des jüdischen Erzicliungsweseiis und zur Geschichte der jüdischen Jugend; 2. Verarbeitung in Form voa Bibliographien und .Arbeiten aus dem Gesamtgebiet der Jugendforschung; 3. Förderung des Interesse8 und des Verständnisses für neue Erziehung im Kreise der Erzieher und pädagogischen Laien; 4. soll das Institut zunächst bedacht sein auf Erweiterung der Sammlungen. Es ergeht hiermit der Aufruf, sich hei der Leitung des Instituts (Wien Xlll, Auiiofstralie 222) als Sammler zu melden, wobei cs zunächst insbesondere auf das zerstreute und in jeder Beziehung überaus gefährdete Material über die jüdische Jugendbewegung ankommt, das es systematisch zu bergen und zu retten gilt, um dann in den teilweise!» Besitz des sehr ׳umfangreichen Materials vom jüdischen Erzieivungswesen der Diaspora und Palästinas zu gelangea Die Sammler erhalten eine genaue Sammelanweisung. ־ Ferner ist das Institut schon jetzt in der Lage, Materialien für wissenschaftliche Arbeiten (Scmmararbciten, Disscrtationen) zur Verfügung zu *teilen, oder zumindest auf Themata zu verweisen. Alle diejenigen, die wegen einer wissenschaftliches» Arbeit Material oder sonstige Hilfe iwdürfen, mögen «ich an die Leitung dieses Institutes wenden. Die Eröffnung von SamnuTsteilen in Wien, Berlin, Prag, 1 leideiberg, Paris, Zürich und iti Palästina »teht unmittelbar bevor. Gerhard Fuchs. Dr. Siegfried Bernfeld. Wer besitzt Briefe und Porträts berühmter Juden? Zur Vergrößerung einer Sammlung von Original- Briefen uml Porträts berühmter Persönlichkeiten jiidischer Abkunft, die bereits aus 600 Nummern besteht und die später in den Besitz des Jüdischen Nationalm useums in Jerusalem übergehen soll, wird um Angebote (eventuell Tausch von Duplikaten oder gegen Münzen) ersucht. Besonders gesucht werden Briefe (eventuell auch nur Zettel, Karten, Dokumente mit Unterschrift u. dgl.) von Moses Mendelssohn und dessen Sohn Abraham, von Salomon Maimon, Samson Rafael Hirsch, Piiiiker, Moses Heß, Hermann Cohen, Hermann Steinthal, Julius Fürst, James D:\rmstctter, Josef Derenbourg, den Botanikern Ferdinand Cohen, Julius Sachs u/id Straßburger, Rabbi Samuel Mohiiewer, Antokolskr, Samuel Hiischeuberg, Moritz Gottlieb, Camille Pissaro, Abraham Abrahamsoii, den Chemikern C. Licbernuarm und Lunge, den Physikern Heinrich 1 lerz, Philipp Reis und Peter T. Rieß, voa Emiti Pascha (Schnitzer), dem Arabisten Eduard Glaser, dem Theologen und Philosophen Ch, Martin Frauenst.idt, dem Embryologen S. , Leopold Schenk, von Alfred Naquet, Isaco Artotn, Giuseppe Otliolengi, Baron Moriz Hirsch, Baron Edmund Rothschild, Sarah Bernhard, Otto Brahm und Emanitel Reicher, Von allen weniger populären unter diesen wenden auch Porträts gesucht. Audi werden Angaben (Hinweise auf Bücher, Dokumente, persönliche Bekanntschaften u. dgl.) erbeten über die eventuelle jüdische Abstammung (oder das Gegenteil) des Aviatikers Otto Lilienthal, des Koniponisten Ruggiero Leoncavallo, der Maler v. Marces, Max Slevogt und Emil Oriik, des Ingenieurs Gustave Eiffel, des Erbauers des Eiffelturmes, von öambetta, Giosue, Carducei, Sven Hedin, Georg Simmel, der Chemiker Moritz Traube, Adolf v. Bayer, Bredig und Justus v. Liebig, des «kutschen Kolonialdirektors Kayser, von Alfred Messel, Max Klinger, Ernst Possart, des Astronomen Hersdtcl, Johann v. Bloch, Stefan George,• Thomas und Heinrich Mann, Thomas Th. Heine, Eduard Hanslick, der Sängerinnen Malibran und Viardut•Garem, der Schauspieler Matkow&ky und Josef Lewinsky. Adresse: Dr. A w raha nt Schwadron, Wien IX, Seegasse 25/15. Alle jüdischen Zeitungen werden um freundlichen Nach* druck gebeten. Die jüdische Auswanderung Im Warschauer ״Kurier Polski" wird über ein Interview beriditet, das dem Mitarbeiter dieser Zeitung vom Leiter des Emigrationsamtes lK־im Arbeit»- ministerimn, Dr. Felix Mlynarski, gewährt wurde. Der ״Kurier Polski“ weist auf die große Emigration*- bewogung, die sich bei den jüdischen Massen bemerkbar macht, hin, welche weite polnische Kreise interessiert. Einige sind sehr zufrieden, andere dagegen tief beimruhigt, da sie die Ansicht vertreten, daß mit den Juden zusammen auch das Großkapital aus Polen auswandern Wird. Deshalb wandte sieh der ״K, P.“ an das Fmigrationsamt, um genaue Informationen zu erhalten. Der Leiter dieses Amtes erklärte, daß der Emigranteustrom wirklich außerordentlich groß Ist, wo; über die langen Reihen vor dem amerikanischen Konsulat in Warschau Zeugnis ablo^en. Laut Schätzung des Amtes dürfte die Zahl von 250 000 Einrcisebereelltigten nicht zu hoch sein. Bei normalen Bedingungen könnte .diese große Anzahl von Personen innerhalb eines Jahres nach Amerika!befördert werden. Bei den augenblicJdidieii Vcrkehrsschwiorigkeiten und Mangel an Tonnage aber muß man mit zwei bis drei Jahren rechnen. Die äugenbückiidie .■Emigration trägt einen mehr passiven Üurakter. Sie unterscheidet sich von der Vorkriegsemigration vor allem dadurch, daß damals die jungen, tätigen Kräfte die Auswanderer darsteiltcn. Jetzt aibcr bilden 00 °0 aller Auswanderer jüdische Familien, die zu ihren Angehörigen nach Amerika reisen. l>er Ansicht des Leiters des Amtes muß Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn er behauptet, daß Polen durch diese Emigration keinen Schaden erleidet, da mir ärmere Kreise zu ihren reichen Bekannten auswandem. Das sind alles unproduktive Elemente mit wenig Energie und ohne jede Initiative. Diese Emigration befreite Polen von unproduktiven Elementen. Außer der Emigration nach Amerika macht sich auch eine Emigration nach Palästina bemerkbar. Diese aber trägt einen ganz anderen Clin rakter. Sie ist nämlich keine j\1s!,ive, sondern eine aktive und reiilt die idenlistlsche jüdische Jugend mit, die in Palästina ein jüdisches Staatswesen zu gründen strebt. Ferner kommt für diese Emigration auch ein gewisser Prozentsatz vermögender Leute in Frage, die vmter Mitnahme 1Jätcs Kapitals nach Palästina gehen wollen. In diesem Falle!mußte das Emigrationsamt im Einvernehmen mit der Zionistischen OrganLsatiou arbeiten, denn die letztere 15* 111 ständigem Kontakt mit der englischen Regierung, ui« Zahl der für die Auswanderung nach Palästina in Frage kommenden Personen ist bedeutend kleiner als die für Amerika. Jedenfalls sind schon einige /x (יי.׳ז מי ץ p*! ß 1/ דת ”t Ü/Ifil