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Jüdische Rundschau · 1920-08-13 · Heft 55 (13.8.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 55 (13.8.1920)
Date
1920-08-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 438 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 55 2. öffentliche Koum>!h' der privaten Bammtci•־ nehmt! «gen; 3. Melegnngsrecht ״liir \jelc Jahr«• hinaus*' für die mit •Iilie iles B.«11l111a11/i1T11t1gsMM1|u1cs der /!«>- nislisrlteit Organisation errichtete« Wohnungen; 4. Sozialisierung iles Wohnwcseus; 5. einen siobcnglieilrigcn Aufsichtsrat für eine pnvate B;uigesclls«־l1ai1, in dom dnfs (iesellsehaftvkapital nur drei Vertreter hat. Dieses Programm ist aus einem Otilv Sein Grundgedankc ist: Der Finzeln«•, insbesondere der Unternehmer, darf nur das allcriniiidcstinüglichc Freilieitsmalt י1׳ן•!ließen, Und trotzdem bringt es Herr l.evy fertig, darüber 711 Klagen, daß in /ionistisclieri Kreisen die Ffkenntnis ״man kann, mtili und darf in Palästina Geschäfte m.ivlicn“, noch sehr wenn: verbreitet sei. ,,Geschäfte machen" heilit doch verdienen. Ohne Profit raucht der Schornstein nicht. Entweder herrscht in Palästina die freie Wirtschaft, nur durch diejenigen Gesetze begrenzt, die in der Kulfurwelt schon vor 1<)14 bestanden haben und Von keinem anständigen Kn,pitalisten als unerlräglicli empfunden worden sind, oder aber Palästina steht im Zeichen der Verwaltungswirtschaft: Die recht zahlreichen Behörden Rucken dein Kapitalisten scharf auf die Finder, dab er möglichst wenig verdient. Die Baminternehiner, denen Herr Lew zunächst alle möglichen Beschränkungen unu Kontrollen in Aussicht stellt und alsdann zum ״Geschäfteinachen“ in Palästina auffordert, haben das Recht, eine klipp und klare Antwort auf eine sehr einfache Frage zu vorlangen: Wieviel Prozent auf uuser Kapital dürfen wir!1» Palästina verdienen? Wie können wir einen mehr oder weniger lohnenden Verdienst erzielen, da uns die Pfände gebunden sein sollen, da Vertreter der verschiedensten Organisationen uns in die Karten sehen dürfen und da die hohen Gewinne jedenfalls eine ״unsozial«•‘* Erscheinung sind? Weniger krall, aber vielleicht noch tiefer wild das Problem ״Zionismus und persönliche Freiheit“ m dein anderen Aufsatz: ״Die kommunistischen Zeitungen und die Juden in Ruliland“ berührt. Herr Beilinson schreibt: ״Man verstellt nicht, weshalb die zionistische Organisation in einem so verhängnisvollen Augenblick zum Werkzeug der Verteidigung der jüdischen Bo'uigeoisie gemacht werden sollte. Was hat Zionismus mit dieser spezifischen Aufgabe zu tun?'• 14er in dieser Frage enthaltene Vorwurf wäre ganz berechtigt gewesen, falls der Kommunismus tatsächlieft mir der Kampf gegen das Kapital gewesen wäre. Aber das ist nicht der Fall. Die Tragödie des Kommanismus Ivesteht gerade darin, dal) sein im Anfang nur gegen die Ausbeutung gerichteter Kampf sehr bald zu einem Kampf gegen jede persönliche Freiheit wird. Herr Beilinson beginnt ja seinen Artikel mit der Mitteilung, dnh andere Zeitungen als die offiziellen in Sowjctndil.inii nicht erscheinen. Dali diejenigen, die mit der Untenliin Ging der poi'M'mliehcii Freiheit nirlit ein- \erstanden sind, einen Kampf gegen den Kommunismus tiihrcn und dazu ihre Organisationen benutzen, ist durchaus begreiflich und kann niemandem zum Vorwurf gereichen. Die grolle Aufgabe unserer Zeit tautet: Die Her- Stellung eines gesellschaftlichen Zustandes, den man mit Recht als ״ausbeutnngslose Vertragsfreiheit“ hezeichiM'ii darf. Solange diese Aufgabe nicht gelöst ist, stehen zwei Gesellschaftsverfassungen zur Wahl: Der Kapitalismus und der Bolschewismus. Die Zwischenformen, die sich mehr oder weniger an die deutsche Kriegswirtschaft anlehnen, sind ebenso unbrauchbar, wie dieses grolle Vorbild. Sie schmecken nach Dörrgemiisc, Auf rill P.iliistina, dessen Stolz ill einer iili'.gidiaulrii und streng duivhgelülirten Zwangswirtschaft bestellt, kann das jüdische Volk meines Erachtens ruhig verzieh teil. Denn der Geist, den die Zwangseiiiquartierung atmet, und das Schaffen neuer Kulturwerte sind unvereinbar. Wer darüber anderer Meinung ist, der mag dabei bleiben. Aber zu ein und derselben Zeit verschiedene sozialistische Fesseln Vorschlägen und die Unternehmer mit dem Hinweis auf gute Geschäfte locken — ist ein Widerspruch. Eins von den beiden muH auf dem Papier Mciben: Entweder der Sozialismus oder die Profite. Deutschland Der 8. Jüdische Turntag in Berlin Vom 22. 21. August findet in Berlin der 8. Turntag des Deutschen Kreises der Jüdischen Turnerschaft statt. Nach langer Unterbrechung ist es der erste orduungsmäßige Turntag, der die Richtlinien der weiteren Ent- Wicklung *1er Ttirnbeweguiig fcstlegcn wird. Die Intenvivierung der Erziehungsarbeit wird wie auf der letzten Tagung in München auch diesmal im Mittelpunkt der Erörterungen stehen. Die Turnbewcgung kann in der Bericlitsepoclie auf eine zahlenmäliige Erweiterung mul in einer Reihe von Vereinen auch auf eine innere Vcrtiefung zurückblicken. Die Frage der Jugenderziehung ist immer inehr in den Mittelpunkt ihrer Aufgaben <rerückt, und wurde nur durch den großen Mangel gccigneler Führer stark beeinträchtigt. Trotzdem scheint die Entwicklung dahin zu gehen, anstelle der lose organisierten Volksvereine enge Erziehungsgemeinschaftcn zu setzen, obwohl diese eine weit größere Führerzahl erfordern. Diese Entwicklung steht allerdings noch zu sehr in den Anfängen, tun über ihre Wirkung ein abschließendes Urteil zu fällen. Jedenfalls wird dieses Prinzip, das beim Blauwciß so große Erfolge in der Be• einflussiing der Jugend gehabt hat, von der jungen Generation mit großem Nachdruck vertreten. All Veranstaltungen sind vorgesehen, am Sonntag Vormittag ein Wett«men, am Nachmittag ein größeres Sportfest, zu dem eine sehr große Zahl auswärtiger, auch außenleutsdie Vereine ihre Besten entsenden und das von der.Entwicklung der Tumersdiaft beredtes Zeugnis abkgen wird. Den Abschluß bildet ein* Regatta der Rucksrvereine, zu der eine gemeinsame Wanderung der Teilnehmer führen wird. _ , > 1ן> N 'T ■ *' '•N D. f*® ו"‘■די!t״?*״״■/ •״• f ■^1 «־־־- ״ r*r» ßOro rvcrllne» XlonUtWrf»« Vmlnffnm«.!Vrlln C. 19, SeydeHtf. Tclcion t Zcrtlrmn 54H/I&. |‘01U<־hcf LLonlo No, 130041, (Wrlln NW. T. ÜBisenserwnllung der D. TL V. Hebräische Uirhilt, de• Ku!lurde1«r11*l» der B. Z. V. Dragoners«. 23 (HoO. Geöffnet ISglldi von 10—I und von 4—10 Ukr, F.it »Ile hebrtlichcn Zeitungen und Monalsheße der Welt liegen au*. — Auskunßsslelle iör hebr»I1«he Angelegenheiten. — HebrSUdie LehrervermtUiung. — Treffpunkt «Iler Freunde der hebrSUdien Spradie — Verbilligter rtebrSlicber DSeServerk.uf. — Eintritt frei. Achtung I Achtung I Die Bellrgge •ur B. Z. V. für da, 3. Quartal »Ind ÜUIIg. fede» Mllgtled •rhalt eine Zahl.ngiaufforderung, Wir blllen die Mitglieder, nach erhalt dieser Aufforderung •ulorl Ihren fälligen Beitrag •u •ahlen. •-J•**8 יג• •Ich nldil mahnen, Jede Mahnung ko*lel unnöllg Zelt und Geld. Donnerstag, den 19. August abends S Uhr Gruppe »Ost׳* Zwangloses Beisammensein In der Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Alle« II». Adrcssen-VerSuderungtn I Alle Mllglleder der B, Z. V. werden gebeten, von Jeder Veränderung Ihrer Adresse dem Bflro sofort Mitteilung su msdhen. f———-———— --———1- ׳ « .———ך , «m!, Montag, den 23. August abends Uhr i.ogentiaus, )״actilmilhalecstr. U Allgemeine MDgHcdervertaminlung de» berichte der Deleglerlcn der t. V. f. D■ Ober die Jfthreikon* I fereni In London und die Wellbllhkonfcren* In KarUbad. j Mitglieder der B. 2. V.! Zahlt •otorl Euren Schekel für die Jahre 5679 und 5680 «* M. ö.— auf da* Podscheckkonto: KostenverwaHung der B Z.V. Nr, 12006 ein. Qutitung erhöh Jeder *ugeiandl. Jeder ZtonUt Hl verpflichte!, den Sdiekel tu be• zahlen Er Ist tm Mitgttedsbellray nicht enthalten. Ersparen Sie un» un* nötige Mahnungen. ״Fürsorge“ in der Jüdischen Gemeinde Die Jüdische Gemeinde ui Berlin ist, wie in weitesten Kreisen bekannt sein dürfte, eine Körperschaft, deren Vorsteher und Beamte zwar ihrer deutsch-politischen Richtung nach ״liberal" orientiert sind, die aber in jtiilisch-polilischc.r Beziehung im wirklichen Sinn׳.* des Wortes in einer Weise reaktionär sind, die llerrn von Oldenlnirg-Jauusdiau hei Kcmtuiisnahuu* der Genicmdcvcrhültnissc vor Neid ergelhen lassen würde. Man hat in den Geincinde-.tiibeii seit anno P)18 weder etwas hin/iigelernt noch irgend etwas vergessen. Die gesamte Verwaltiuigspraxis bewegt sich in Bahnen, die mit dem Tage der Juileiigesei/gehuiig von I83l atiszutivtcn hegönnen wurden, mul es wird aut das Aengstiiehste darauf geachtet, mir ja keinen Schritt vom Wege zu weichen. Ein Bew eis hierfür ist nicht nur die Haltung, die die hohen Körperschaften der Jüdischen Gemeinde ihren unteren Beamten gegenüber in der Lohnfragc einnehmen, «indem vor allem auch die .Stellung der maßgebenden Gcmcindelakforeii zur ()stiutlenfrage. Die welthistorischen Momente, die zum Akutwvnlen dieser Frage geführt haben, brauchen keinem auch nur oberflächlich über jüdische und weltpolitische Dinge Orientierten .•mseiiiandergesetzt zu werden. Jedermann weiß heutzufage, daß das große jüdische Sammelbecken in Osteuropa schon in den SOcr Jahren des vorigen Jahrhunderts sieh anfzulösen begonnen hat, daß dieser Aiillö'.iingsnio/ell dtiicli de« Klieg voll Bill l‘)|8 naturgemäß sehr beschleunigt wurde und daß er sich zu einer ungcahnlcu Rapidität steigern mußte, als im diesjährigen Sommer eine neue Kriegswelle über die von Juden liauptsächlich bewohnten Gebiete Itimveggiug. Die Kenntnis dieser Tatsachen ist Allgemeingut der gesamten jüdischen Oeffetitliclikeit die Voraussetzung dieser Kenntnis scheint einzig und allein nur bei den Herren nicht angebracht zu sein, die in «len Gemeindestuhen der Jütiischen Gemeinde zu Berlin bestimmend wirken. Wie wäre es sonst möglich, daß fast jeder der neu in Berlin aiikoinniemien jüdischen Emigranten mit der liebevollen Frage begrüßt wird: ״Was wollen Sie hier?“ Was soll ein solcher Mann darauf antworten? Soll er «len Herren den Gefallen tun tmd ihnen ilue feste Ueberzeiigimg bestätigen, «laß er ausschließlich zu dem Zweck nach Berlin gekommen sei, tun die überaus herzliche Gastfreundschaft der Jüdischen Gemeimlc auf einige Tage oder Wochen in Anspruch zu nehmen? Oder soll er «len Herren erzählen, daß cs dem größten Teil unserer in Polen lebenden Volksgenossen einfach nicht mehr möglich ist, an ihren Wohupiät/cn zu bleiben, wenn sic and! mir eine Spur von I.1*be11scne1>gie in sich fühlen? Soll er ihnen sagen, daß die Darbietungen der Jüdischen Gemeinde es durchaus nicht verlohnen, hierfür sein Leben an der Grenze aufs Spiel zu setzen und tagelang zu hungern? Fr würde wahrscheinlich nur auf ein hedaiieriuh-s Kopfschüttctn uiul den Hinweis stoßen, daß die Geschäfte liier in Berlin jetzt auch schlecht gingen. Aus diesem Gründe wird es von den ostjüdische« Emigranten im allgemeinen unterlassen, die Beamten der Jüdischen Gemeinde über die Motive ihres hiesigen Aufenthalts aiifztikliiren, und die Herren sind demgemäß auch nicht darüber orientiert, was im Osten eigentlich vorgellt Wären sie es, s«, würden sie, wie wir zu ihrer F.lm־ annehmen wollen, bei der Bereitstellung von Räumlich• keilen für die Unterbringung der Emigranten wohl Modi etwas weniger hartnäckig ״nein“ sagen. Wären sie darüber orientiert, ms hätten sie zweifellos mit 11er Freigab«• «ler ausgoilclinten, leerstehenden Räumlichkeiten im alten jüdischen Krankenhaus«' in «ler AugUN1slr.il!«■ nicht darauf gewartet, bis das Wohnungsamt aus seiner Kenntnis der Sachlage heraus «lie genannten Räume für die Zwecke beschlagnahmte, denen sie die Gemeinde auf keinen Fall zuführen wollte. Wären sie darüber orientiert, so würden sie die!11 der Repräscntantenver- Sammlung vom 18. Juli beschlossene Renovierung des bereits für Herbergszwecke verwendeten Hauses August- Straße 17 bereits in Angriff genommen haben und nicht darauf warte«, bis die Repräsentanten!• ersajninJung, die int Oktolier wieiler Zusammentritt, nochmals ihren parkment arischen Kegen dazu gibt. Der Fall liegt so, daß der in der ״RitiijM.-hau*' Nr. 5'i erwähnte Antrag Leu!! unu Genossen von der Repräsentantenversammiung ,-!k DringiichkeiKantrag edier Ko!nmi-Ä':o:1 überwiesen wnc.l,-, di«׳ alle notige« V«u.11 heilen sofort gclci'.li'l hat. Die Kosten,ihm 11!.ige und Plane für di«׳ Remnlerosi^ sind ferfiggcsteilt, «11c notigen Gehler zum mindesten tnr den Anfang aus Mitteln des Vcrbamles der t fstjml,.״ |-,ereitgesteld. Fs fehlt nur das bejahende Votum nm,t hoeliwohllöbliclicti Repräsentanten Versammlung. |>״s. jedoch befindet sielt in den Ferien, und (was dem cm«•״ recht ist, ist, dem ander« billig), bis die Herren , 1;s! (»herhof u11«i St. Moritz wicdei׳ /nruckgeki-liit ,«!,ן i können m muh die Fmigr.iuten Ferien machen und .,.,j * den Bänken des Tiergartens und des F'riedridishal״s frische Gift genielhui. Die Herren stehen elnm .!״( i «lern Standpunkt, «lall «lic Finigr.intcu irgentleme 111;1.! aktion gar nicht nötig hatten. IX'r bisltcrige I eit«•! 1| s! I lei berge «k׳s sogenannten Volksvereins hat sich ן(\ו|ו1־»1ו ( in der Sitzung einer jüdischen Körperschaft mit aj?«ז \ Klaiheit zu diesem Standpunkt bekannt und mit stfi״!,- . (')ffenlieit dargetan, daß ein Mann, der am Montag .,.;s I Galizien kommt, im allgemeinen schon am Dienstag ״״ Besitze eines wohl gefüllte!» Portefeuilles wäre, und «Ul'• 1 die ganze sogenannte Hilfstiitigkeit ein unsozialer Unfi.j; sei, der von «len Leuten selbst belacht und!־ersjjoim würde. Dieser Herr ist ein sehr aktives Mitglied der Dnichieisekommmmission der Indischen Gemeinde und muß cs also wissen. Die DuTcltreisekommission ist ein Institution, in «ler alles Mögliche getan wird, um den I uiigi.uiti n zu beweisen, «lall man «lie Miz\'«»th nur «t 1 Mi/wah wegen tut uiul «laß man heilcilK• mein glaubt, daß die also Bcfürsorgten etwa auf die Mizwoth aivg׳• wiesen wären. Wie wäre es sonst zu verstehen, da:׳, man den Leuten fast regelmäßig in die Tasche ta r.•. um fe-stzustellen, ob sie nicht im Besitz, des genannte vollen Portefeuilles wären? Wie wäre' es auch so!>׳ zu verstehen, daß «lie IXirelireisekonimuiivsion von d.>; Emigranten •mir ein einziges Mal in Anspruch gcnoniuu 1: wird? IFieses eine Mal pflegt aber auszureichen, tu , «len Bedarf der Flüchtlinge an Ge1nei111k‘lk־bestätigk«׳:t vollkommen zu «lecken. Ein zweitesmal pflegen sie du gastliche Stätte in der Rosenstraße nicht auf/iisuchcn. Gerade zu begeistert ist aber der Empfang, der <l.u l-euten bereitet wird, die a«geben, daß sie sich auf der Reise nach Palästina befinden. Ein Beamter des YVr Landes «ler Ostjuilcn hatte• neulich die Gelegenheit /u beobachten, wie man einem solchen Manne sagte: ״Wenn «lie Zionisten solch großes Geschrei itiaelu•!! und soviel Gehl sammeln, mögen sie auch für ihre Leute sorgen Wenn Sie nach Palästina wollen, gehen Sie uns nichts an.“ Aus diesen kurzen Aeußertingcti ersieht man zur Genüge, daß die Jüdische Gemeinde «len Zionismus durchaus seiner Bedeutung im jüdischen Lehen der Zu ktmft nach Wortet und volles Verständnis für die An! gaben hat, die die einzelnen jüdischen Körperschaft(■!, int Rahmen der großen zionistischen Idee zu erführt! Iialven Alles in allem: die Fraktion «ler Imhschen VON. nartei ist zwar nur klein, aber sie hat ein! wahr• rlerkulcsarbeit zu leisten, um «len fiemeiitdestaU \<>n all tlc!r bürokratischen Verrottung und Verknöcherung, «lie seit anno 1851 in ihm wurzelt, zu reinigen w,׳\ etwas von dem Geiste hinein/uhringen, aus dein heniu* allein Fürsorge uml Hilfe geleistet werden kann, v<*1 dem C'ieiste der jüdisdtcu Solid:!ritäf timl des Finstelums füreinander. Die Ortsgruppen Hallierstadt. In der Bcriduszeit herrselm■ in «11 ׳ filrugris (»i'l'.gruppe weitei ein sn 1«;:«•ו I rhen «sic In« 11er. I»ic Bedeutung «ler in San Reim» gefaßte״ Bc• Schlüsse wurde der hiesigen Gemeinde «l.irch eine « r; drui'ksvolle Feier vor Augen geführt, zu der alle Rh־*־־. ttingcn ihre Vertreter entsandt hatten. Fs hielten Au sprachen die Herren Dr. Willy M e y e raus Leipzig, Fm«: Baer und Dr. Sally Hirsch von hier. V«>r und nach dem Dclegiertciitag faiKlcu Versaiiituhmgen für die Ort« gruppmniifglieder statt, in «Jenen die in lleili! behandelten Fragen erörtert und die Bericht«' unser«! Delegierten entgegengenommen wurden. Am 27. Jufi gab Herr Isaac Feuerring (Stockholm), der an «l«1־ Londoner Konferenz teilgenommei! hatte, im Ralutii■!! der Ortsgruppe ein«•« Ueherhlick ober «li<•!!idmgsn c Beschliissc und f rgehmss«• der kkmfereu/. Senn in IK rieht folgte eine angeregt«׳ Diskussion. München. In den letzten Wochen Jxdehte Dr (»e<>1g Wöllstein die Propagandatätigkeit in Mimchen und in den Badeorten Oberbayems in einer Weise, «lie .•»8er! Gesiniuingsgenosseu als Vorbild für die ernste Auft.1«•'« dieser Aufgaben dienen köiutfe. Ei׳ sitraeh in München!1! einer gutbesttchlcn Jugendversaminlung übi'T das Thein.. ״Unser _Weg“, der «len Zuhörern, wie aus der lebhaf!«!! IXskusston ersichtlich war, viel Anregung hraditc. hi einer großen öffentlichen Versanintlung, in «ler Dr. Wolls! ein über ״Das neue Palästina“ sprach, hau«• er Gelegenheit, sitdi mit auftretenden Antisemiten t#d Antizionisten wirksam auseinander/tisetzctt. kurze Zeit «kiratif sjiradi Herr Dr. Wöllstein in erfolgreich« r Vcrsaintülung in Bad Reiclienhall und Bad Tölz. In Müneltcn sowohl, als auch in den Badeorten lag da« Schwergewicht seüicr Tätigkeit darin, hei persönlich«11׳ Besuchen aufklärend zu wirken und er vermodne de‘n Zionismus und dein Natioualfonds hier eine Reilte ז*!»וו FrttuiKle zu gewinnen. Es wäre zu wünschen. «Iah «tv Agitationstätigkeif Dr. Wöllsteins eine Reihe von Nach• eiferen» findet. j R Wochenkalender. Soiuiahcml. 14. August, 30. A!' 5080, Reeh, Sabbath Rosch chodeseh. I. Ncuinondtag. Nacht 8.24; Sonntag, )5 August, I. Elul, 2 NeunuuMtlag, Schluß de» redaktionellen Teil* Geschäftliche Mitteilung ״ Vielfachen Wünschen entsprechend hat sich «lic Firma ״titcnipcI-Marcus“ entschlossen, außer der Anfertigung von Stempeln in deutscher Schrift als besondere S|>e• ziahtat auch solche ht hebräischer und russ< ־ scher Schrift herzustellcn. Die Firma ist durch Leistungsfähigkeit und prompte Bedienung bekannt. Wir verweisen auf die heutige Clicheesnzeige.

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