Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 47 (16.7.1920)
- Date
- 1920-07-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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r Seite 378 j U EDIBBHB RU.NDaCHA U 1 i f N 47 Der Bericht Sir Stuart Samuels über die Lage der Juden in Polen Aus London wird uns gesell rieben: Der Bcnclit Sir Stuart Samuels wird jet/t von der Regierung als ״Weißbuch“ veröffentlicht. Sir Samuel kommt auf Grund seiner 1 Intersuchmig der Ausschreitungen in Krakau, Lodz, Wilna, Litla, l’insk und Lemberg, die er als die typischsten hinstellt, zum Schlüsse, daII diese zu den I lauptpopromcn in dem Sinne des Wortes, wie man es im Westen versteht, gehören. Der Bericht stellt fest, dnll ein privater, sozialer und kommer/ielelr Boykott gegen die jüdische Bevölkerung in den schärfsten Formen l>esteht. Die polnische Presse tue viel dazu, die Boykott• bewegung zu nähren und ,lufrechtzuerlialten. Lbenso eingclaiiu beschäftigt sieb Sir Stuart Samuel in seinem lierichte mit dem Vorwurf, die Jaden seien alle Kölschewikeo. 1:1־ beweist an der Hand eines reichen Tat• sachcnmuterials, vor allem auf Grund der sozialen und ökonomischen Schichtung der jüdischen Bevölkerung in Poel״, dalJ dieser Vorwurf direkt absurd ist, denn der Bolschewismus bedeutet für die jüdische Bevölkerung Vernichtung und' Ausrottung, Dieser allgemeinen Uebersicht schlichen sielt die speziellen Berichte an, denen Protokolle und Dokumente beigeschlossen sind. Bei den einzelnen Schilderungen -teilt Sir Samuel fest, dali er in keinem Falle die Ucberzetigimg finden konnte, dali die Verbrecher bestraft oder dali Fotscltädigtmg gewährt worden wäre. Der Bericht schlicht mit folgenden Vorschlägen, die Sir Stuart Samuel seiner Regierung unterbreitet und die seiner Meinung nach geeignet sind, eine Besserung der Lage der Juden in Polen hcrbeizufiihren: 1. Die polnische Regierung solle dringend aulgetordert werden, die Miiioiitätsklauscln des Vertrages vom 2S. Juni idlö im Sinne von Sympathie gegen ihre jiidiselten Burger diirehzutiiliren. Ein Staat kann nur dann stark sein, wenn alle Teile seiner Bevölkerung in Einträcht upd gegenseitigem Vertrauen für sein Wohl arbeiten 2, l)ah der jüdischen Bevölkerung in Polen eine tat- -ächiichc uno keine ,,maskierte“ (ileicliheit gewährt werde. I Dali alle Vergelten gegen die Person oder Ligen-, tum eines Untertanen ohne Rücksicht auf seine Religion oder Rasse unverzüglich bestraft und die Namen der liehspanten veröffentlicht werden. Das letztere ist um so mehr notwendig, da der Staat nicht aus Rache, sondern tun andere abzuschrecken, straft. I. Dali die Juden Ostgaliziens ebenso wie die Nichtluden zu ihren amtlichen Stellen wieder zugelassen werden. 5. Dali die jüdischen Balm- und Postbeamten in iitre Aemtcr wieder eingesetzt werden. (1. Dali keine I in-eliiäiikimg in der Zulassung von indischen Hörern zu den Hochschulen gemacht werde, 7, Dali eia Dekret erlassen werde, das den Boykott als ungesetzlich erklärt und alle Boykottpublikationen konfisziert. S. Halt alle Gefangenen in den Internierungslagern unverzüglich vor das Gericht kommen, und dali eine menschliche Behandlung allen internierten zugcsichert werde, 0. Dali Erleichterungen für ■die Einführung neuer Industrien zum Zwecke der Zuführung eines größeren Teiles der jüdischen Bevölkerung zur produktiven Arbeit geschaffen werden, 10. Dali die britische Regierung diejenigen luden, welche aus!,Hirn zu emigrieren wünschen, durch (ic- Währung von Uetseeileiehterimgen nach Ländern, wie* Palästina, Kanada, Südafrika, Algerien und Südamerika oder nach anderen Ländern, die sie aufnehmen wollen, unterstütze, II, Dali Banken errichtet werden, die das Vertrauen der jüdischen Bevölkerung besitzen, damit diese ihr Geld dort sicher deponieren können. 12. Dali erwogen werde, einen Sekretär, der ־jüdisch versteht tinu spricht, bei der englischen Gesandtschaft in Warschau an/ustellen. Mitteilung Herr Jacob Re! c 11 ־ München teilt uns mit, dali er die Wahl ins Zentralkomitee ablehnt. Ecilaer Kalender?toro! berliner Zionistische Verrtnigunß, Berlin C 1®, 3-erdeUtr. 3 fclcfon: Zentrum 3614/15. * Postscheckkonto Ho. 13004, Berlin NW. 7. Kaisenverwnllung der 5, Z. V. Hebräische Lesehalle des Kuliimlezcrmt* der B. Z. V * Dregonerstr.2נ (Hof)• Geöffnet täglich von 10—1 und von 4—10 Uhr. Fast •He hebräischen Zeitungen und Monatshefte der Welt liegen aus. — Auskanftsstellc für hebräische Angelegenheiten. — Hebräische Lehrerver• mitielung. — Treffpunkt aller Freunde der hebräischen Sprache. — Verbilligter hcbrÄlsdier BQcherverkauf. - Eintritt frei. Sonntag, den II. Juli אב CV5 טמ<, ש? אחר הצהרים Dähiem בקהבח Thteipuu הפגישה: תחנת בשעה השלישיח_ Donnerstag, den 32, Juli Abends 8 Uhr Gruppe ״Ost” Zwangloses Beisammensein Im Gartex» der Brauerei Bötzow, Prenzlauer Allee 241. Gruppe ״Charlottcnburg*. Während der Ferienmonate Juli-August finden keine Veranstaltungen statt Die Welthilfskonferenz Zwischen den Vertretern des Komitees der voreinigten zentralen jüdischen Organisationen Rußlands und dem Komitee der Delegationen ist die Abmachung getroffen worden, dali die Hilfskonferenz durch ein Organ!- sationskomitcc vorbereitet werde, das aus der Kommission für rekonstruktive Arbeit beim K. d-J.D. und allen Delegierten zur Hilfskonferenz, die sich in Paris befinden, bestellen soll. Das K.d. J. I). wies im Verlaufe der Verhaiidluiigen darauf hin, dali es von Anfang an nur die Initiative zur Hiltskont'eienz auf sieh genommen habe und nur deshalb an iitre Durchführung schritt, weil die Hilfsorganisationen als solche allein die Konferenz nicht hätten zustande bringen können. Die russische Delegation wird ileiin'iilspierlieml mich Petrograd berichten. Bis zum Eintreffen uer Antwort hält es die Delegation für möglich, die erwähnten Organisationen auf der Weltliilfskonierenz zu vertreten unter der Bedingung, daß mit der Vorbereitung und Einberufung der Konferenz sielt das Organisationskomitee befasse, das ein vollständig selbständiges Organ bilden soll. Des «eiteren soll die Beteiligung der Delegation die Orgnnisutioncii, die sie vertritt, nicht verpflichten bezüglich etwaiger Beschlüsse der Hilfskoufereuz, die die Tätigkeit erwähnter Organisationen begrenzen würden. Gleichzeitig drückt die Delegation den Wunsch aus, dali seitens des OrganisarionsJKomitees auf der Konferenz, keine Vorschläge eingebracht werden, die daliingehen könnten, di,c freie Tätigkeit einzelner Organisationen, die sielt mit der Hillsarlait bef.i— en, zu beeinträchtigen. Alle erwähnten Vorbehalte müssen der zusainineugetrcteiien Hilfskoufereuz gleich nach Eröffnung vorgebrach; werden Demgemäß hat das 'Komitee der Delegationen die Organisierung der Welthilfskonferenz einem s c I b s t ä nd 1 g e n ,Ausschuß übertragen, für den von gew issen Seiten weitgehendste Unabhängigkeit gewünscht wird. Wir vermögen zurzeit nicht zu übersehen, welche Unistände, zu dieser Forderung geführt haben. Die Bereit- Willigkeit, mit der die Delegationen au! sie eingingen, widerlegt die Unterstellung, daß sie in der Welthilfskonfereuz in erster Linie eine Agitationsbasis für nntionalc Forderungen erblicken י v , Deutschland י• Zur ״Gesamtorganisation“ Der Verband der Deutschen Juden versendet auch• stehendes an ihn gerichtetes Schreiben des preußischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung: Der Minister für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung O. I Nr. KW II 1 Berlin W.8, 21. Juni PW. Durch Beschluß der Preußischen Laiuiesveisammlung vom 12. Dezember lölö ist die Bittschrift des Verbandes der Deutschen Juden in Berlin um Einstellung von Mitteln iur die Aufgaben der jüdischen Religion— gesellschalt in den Voranschlag des Ministeriums tiu Wissenschaft, Kunst und Volksbildung der Sla.itsrcgit•. rung zur Berücksichtigung uberwiesen worden. Dem. zufolge hat die Staatsregierung sich einer erneuten Pr־״ fung der Frage unerzogen. Sie ist, wenn auch du׳ tur das Eintreten des Staates für kistiingsunf.ihigc Kirchengemeinden mit maßgebend gewesenen, aus der Sakuiaii- Sation des Kircliengutes herruhrende״ Gründe liier nicht in Betracht kommen, grundsätzlich bereit, die Einsteiiung von Mitteln für die Syuagogengememdeii m 11,n Haushalt für IW2I /11 erwägen. Nur muß zuvor uin! die in meinem Schreiben vom d. Oktober l'll'i < ,! ÖS2 II -■ als Voraussetzung staatlicher Leistungen ln . zeichnete Errichtung einer die Gesamtheit der -Svnaei! gcngemeinileu umfassenden Organisation Klarheit g! . schaffen seit». Eine solche Organisation soll analog «k-r Regelung bei der evangelischen und der kathu.acliv 1, Kirche neben der aushiii'sweisen Betätigung des Staat״ in erster Linie die Kräfte■ der leistungsfähigen (dinier in den Dienst der Unterstützung für die hiit'sbcdürttigm Religionsgcine indem stellen. Würde eine solche Organisation nicht geschaffen, so waren aus der Bereitstellung lediglich staatlicher Mittel für lcistungsunfähigc Sy nagogengemeinden und der darin liegenden erhebliche 11 Bevorzugung vor den christlichen Kirchen berechtigt(• Berufungen auf evangelischer und katholischer Seitezu befürchten. Dem Vernehmen »ach sind Verhandlungen ultcr Schaffung einer solchen Organisation bereits im Gange Ich kann diesen Bestrebungen nur den besten Lrtoa wünschen tinil würde dankbar sein, wenn ich über den Fortgang -- vielleicht durch Benehmen des nur als Sachverständigen beigeordneten Herrn Justizrat Lilienthal — mit meinem Referenten auf dem!,־uitcmki. erhalten würde. Die Einstellung von Mitteln indem Staatshaushalt für 1Ö2U verbot sich schon deshalb, weil zur Zeit des Eingangs des Beschlusses der l.amiesversaininlung die Vor arbeiten für fliesen Staatshaushalt bereits abgeschlossen waren. (gcz.) 11 a e 11 i s e 11 Eberswalde, ln \oibildliclicr Weise hat die (1< meinde Eherswalde das ihre dazu beigetrageu, um 11,r Not der jüdischen Kinder zu steuern. Auf .Anregung d 1 ״Jüdischen Hilfe für das jüdische Kind“ ist dort eua kleine Ferienkolonie geschaffen worden, für die die Gemeinde vorzüglich geeignete Räume im Svnagogengebäude zur Verfügung gestellt hat. Die Verpflegn'ii•*'ikr Kinder erfolgt m den einzelnen Familien, die Leitung des-Ganzen liegt in Händen einer geschulten pätlagogi■ sehen Kraft. Das Ebcrswaidcr Beispiel sollte uwle: zahlreichen jüdischen Gemeinden, in denen die Mag• lichkeit hier zu besteht, schnellstens miehgealimt werden Woclieitkalender. Sonnabend, 17. Juli, j. \u v,-n Matotli Mrissei, Nacht *),IT. Tischlerwerkstatt der Mahpechali Die A\.1l1|K'c־hal1 hat e.nr Taeliler« erkst.,11 ,■״,uai. in Berlin SW. 17, Eylauer Str. S (Keller), in 11er Cliaai/; n ■ ausgebildet und weitergcbihlet werden sollen. Wir erwarten, daß alle Zionisten, die mit uns die Sorge tur eine zweckmäßige Beruisuinschichtung und -vorbereiuiug teilen, die begonnene Arbeit durch tätiges luteres».■ stützen werden. Es werden sämtliche Kieternmohel, liaiulwerklich lind künstlerisch gut durcligeiührt, nach eigene» Entwürfen liergestcilt, Kc1|׳ar.1lurcn aller Art übernommen. Die Stücke werden abgeholt. Glialiizi'11 und Auftraggeb: r fragen an bei Heinrich Cohn, Berlin SW. 17, I vlam! Straße S, Gartenhaus (Keller). % Schluß des redaktionellen Teils. ״■׳ I I 1 I Mt sät) •1 Sro Fühl 08p Geschäftliche Mitteilung Vielfachen Wünschen cntsjircchcnd hat sielt da I uin.i ״Stempel-Marcus“ entschlossen, außer der Anfertigung von Stempeln in deutscher Schrift als besondere Sp)• zialitiit auch solche in 11 c h r ä i s e 11 e r und 1 11 s -! scher Schrift herzustellen. Die Firma ist durch Leistungsfähigkeit und prompte Bedienung bekannt. \\ ■r verweisen auf die heutige Oichoeanzeige. 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