Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 46 (13.7.1920)
- Date
- 1920-07-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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•sei•«* 370 JUED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 46 » t einer sulchen Entscheidung weder mit taktischen Bedenk- 1 liclikcitcn, ״״eh mit dem Angebot mildtätiger Spemlen begegnen. Seine Anschauungen könnten, wenn sie sielt festsetzten,;imleren leicht als willkommener Vorwand dienen, tim sich im entscheidenden Augenblick der jtidisclieu Geschichte der Pflichten gegen die jüdische Gesamtheit zu entledigen. Das deutsche Judentum hat aber diese Verpflichtungen genau so wie jeder andere Teil des jüdischen Volkes. Wir veröffentlichten in letzter Nummer die Erklüruiig des (:entralverelns deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens zu den Beschlüssen von San Remo, Sie gibt im wesentlichen den Standpunkt des Centralvercins in seiner prinzipiellen Einstellung; zu Judentum und Deutschtum wieder und stellt fest, daß sich an ihm׳ durch Sau Remo nichts geändert habe. Diese Tatsache ״hindere aber nicht, aus Juden und Menschenpflicht an allen Bestrebungen mit/uarbeiten, die darauf ab/ielen, normale, menschenwürdige Dasei11sbedingu11ge.il allerorten und hesonders in Palästina für alle diejenigen Glaubensgenossen zu schaffen, die in ihren gegenwärtigen Vei liültnis'.cn nicht leben können.'‘ Mit großem Optimismus könnte man vielleicht aus diesen sehr vorsichtigen und verklausulierten Wendungen eine Bereitschaft positiver Mitarbeit am Wiederaufbau Erez Israels seitens der Centralvereinskreise herauslesen. Sie werden ergänzt durch ein paar Sätze, die sich in der letzten Nummer der Zeitschrift ״Im deutscheu Reich“ finden und in denen es heißt: .,Die außerordentliche Bedeutung des Palästina- Problems muß von uns auch als Juden) anerkannt werden. Es gibt eine sehr große Zahl von Juden, deren Ziel Palästina sein muh, weil sie in den bisherigeii Aufenthaltsorten nicht weiterleiten können. Ihnen auf diesem Wege zu helfen, ihnen an ihrem Ziel den Aufbau zu erleichtern, muß jüdische Pflicht sein.'׳ Grolle Hoffnungen erweckt eine so temperierte Bereitwilligkeit nicht, und wenn diesen Worten unmiüelbar ein Artikel des hier zur Genüge gekennzeichneten Herrn Vcrax folgt,' in dem cs wieder von Perfidien wimmelt, so muß die Palästina-Arbeit des Centralvercins vorläufig noch zu den Dingen gerechnet werden, deren Problematik sie vielleicht recht interessant aber gleichzeitig ebenso belanglos macht. Das Timbre dieser Worte müßte schon wesentlich wärmer sein, um uns davon zu überzeugen, daß mehr dahinter steht als ein gewisses, zu nichts verpflichtendes politisches Schicklichkeitsgcfiihl, das auf der nächsten Seite bereits wieder außer Acht gelassen wird. Diesen wärmeren Ton finden wir in einem ״Palastma“ überschriebencii /Aufsatz, in dem soeben erscliieiiencii Heft 2 der ״Mitteilungen des Verbandes der jüdischen J u g c 11 d v c re i 11 e Deutsch- I a 11 d s, der sich mit San Rcmo und der Bedeutung der dort gefaßten Beschlüsse befaßt. Wir zitieren daraus die wesentlichsten Stellen, in denen alle Sperrungen von uns vorgeiioiiimeii wurden: ״Durch diesen B1111111.״I! des ,,()bersten Rates" der Ententemächte ist in jedem l alle, wie er sielt auch allswirken möge, die Geschichte der Juden um ein Hochhedeutsames, vielleicht epochales Ereignis bereichert worden. Es wäre u n j ii d i s c h, aber auch 11 n j u g e n d l i c h, wollten wir, im Verbände junger Juden, vor dieser Tatsache das Auge verschließen, ihr siumin aiisweichcn. Sache junger, schöpferischer Menschen ist es vielmehr, positiv zu Tatsachen Stellung zu nehmen." Es wird dann betont, daß die Nichtzionistcii, welche im Verband in der Majorität sind, ihre giundsät/.liche Stellung keineswegs geändert haben, ״lind doch ׳.eben sie!111 jüdisch fühlende Menschen mit lief er Ergriffenheit die Tatsache vor Augen, daß im ״heiligen Luid“ zahllosen flüchtigen und unsteten Juden die Möglichkeit zur Begründung eines neuen, glücklicheren, und gesicherten Lebens ohne stete Angst vor Pogromen Sich bietet, und daß andererseits sicherlich auf palästinensischem Boden eine jüdische Masseusiedlimg einsetzen wird, die gewillt ist, neue jüdische mul mciischheitliche Werte zu schaffen, Empfindungen suchen nach Ausdruck, nach Tat. Kann unser Verband bei Gestaltung neuen Lebens in Erez Israel hellend mitwirkeii, ohne wirklich oder aurh nur scheinbar den politischen Zankapfel, der über der Paläslinafrage rulit, ins Rollen zu bringen? Wir m o c 111 e 11 d i e p r a g e 11!1 bedingt b c - )allen. Wenn wir jüdischen Massen irgendwo in der Welt unsere Teilnahme bekunden, so brauchen wir noch lange nicht au die rechtlich politischen Grundlagen ihres Seins zu rühren..." Allerdings erlicht sich für den Verfasser noch die t rage, wie der Verband sich in Erez Israel betätigen könne, ohne dabei ״ins Drahtverhau der politischen Parteien“ zu geraten, aber er glaubt einen Ausweg zu finden, indem er empfiehlt, ״nicht einer Partei, sondern Institutionen, die der Gesamtheit der palästinensischen luden dienen", Hilfe zu leisten. So sehr sich diese Art eines Teils der jüdischen Jugend, sich auf die Frage Erez Israels einzustellen, von der unterscheidet, in der unsere eigene Jugend die Dinge sieht und auf sie reagiert, darf doch festgestcllt werden, wie sympathisch cs gerade angesichts der vorstehenden Aeußerungcn Acltcrer berührt, solchen Auffassungen in! neutralen Jugendverband zu begegnen. Wir wissen zwar nicht, inwieweit der Verfasser des betr. Artikels die Meinung der Mehrheit im Verbände darsteilt. Aber schon eine beträchtliche Minderheit, die solche Anschauungen hegt, wäre freudig zu begrüßen. Daß *'* 8cr“l|c• dje Jugend ist, aus der uns zuerst eine Bereitwilligkeit zur Mitarbeit in Erez Israel entgegentönt, 11 i e s i c 11 w e d e 1׳ von ״t a k t i s c h 0 11 Bedenk e 11" n o c h v o 11 i r g e 11 d w e I c 11 e r ״W oliltcinp e r i c r 111 e i t" i 11 r e 1׳ E 111 p finden g e 11 h c m m e n läßt, setzt uns nicht in ErstaniieJi. Auch der vorgeschlagene Weg, sozusagen r.enitrale ״Interessensphären‘' der Paiästinaarbi'it zu schaffen, scheint für den Anfang gut, und seine Verwirklichung wird /.um mindesten auf unserer Seile nicht jener ״billigen Kiitik der Parteiluetischen von hüben und drüben“ zu begegnen haben, die befürchtet wird. Wir werden, wenn der Jugendverband Ernst damit macht, iigendwie mit positiver, praktischer Arbeit für Erez Israel zu beginnen cs zwar an jeder sachlichen Kritik da, wo sie uns nötig scheint, nicht fehlen lassen. Aber wir werden gern anerkennen, was immer der Anerkennung wert ist. Und wir werden uns freuen, wenn auf dem llodcn der Arbeit für Erez Israel sieh unsere Jugend mit der des Ver■ b,indes begegnen könnte Letzte Nachrichten Warnung! Wir warnen unsere Gesinnungsgenossen, I lernt Dr. S. T a g g e r, laut seinen Dokumenten Oberrabbiner von Buchara und Turkestan, Darlehen oder Keisevorschlisse zur Verfügung zu stellen. Die Zionistischen Organisationen haben Herrn Dr. S. Trigger i:1 den letzten Jahren sehr reichliche Mittel zur Rückreise gegeben, ohne daß 1 hrr Dr. Tagger sie zu dem Zweck benutzt hat, zu dem sie ihm gegeben worden sind. Herr Dr. Tagger versucht jetz.t, auf Grund der Empfehlungen, die er damals von maßgebenden jüdischen Organisatioiien erhalten hat, ohne Wissen dieser Organisationen weitere Gelder für sich zu sammeln. Nach unseren Erfahrungen liegt nicht der geringste Grund vor, Herrn Dr. Tagger zu unterstützen. Zionistisches Z c n t r a I b 11 r o. London, den 6, Juli 1920. Jabotinsky London. (J.C. B.)• Brigadier General Celvin richtete im Untcrhar.ts eine Anfrage au Minister Churchil betreffend die Verurteilung Jabot iuskis und fragte, ob der letztere während des Krieges vielleicht keine gute Dienste sowohl im Felde als auch im Hintcrlaude England erwiesen habe und ob es nicht gerechtfertigt sei, daß er Schritte unternommen Italic, sich selbst und die anderen vor den arabischen UeberfäJlen zu verteidigen. Mr. Cinnchii antwortete, üab zwar die britische Tribunal es anders befunden hat, daß aber Sir Herbert Samuel Gelegenheit haben werde, in Einvernehmen mit Lord Allcrby diese Angelegenheit einer Revision zu unterziehen, Uebrigens wird die Zukunft Sir Samuels in Palästina durch eine a!üge!uei11e Amnestie aller ]solifischcn Gefaugenen, ohne Rassciuuitersdiied, gekennzeichnet sein. Arabischer ״Chcrcra“;'Die Araber von Haifa haheiiifolgende Proklainatiosi erlassen: ״Boykottiert die Zionisten and kauft nichts bei ihnen. Laßt nicht zu, daß die Juden durch Euch verdienen, weil sie für dieses Geld Waffen kaufen, um Euch zu morden und aus dem Lande zu treiben. Laßt keine Juden in Eure Dörfer, treibt sie vielmehr heraus und kommt mit ihnen nicht in Berührung. Hütet Euern Buden, verkauft keinen Zoll Boden und vertreibt alle Vermittler, Vereinigt Euch Mohammedaner und Christen gegen Eure Feinde, die verräterischen Juden. Kümmert Euch um 'die Erziehung Eurer Kinder, verfallt Euch auf (iott und seid sicher, daß die Zukunft Euch gehört. Seid Araber und sterbt als Araber■ Der Fluch Gottes, der Engel und Menschen auf die, die all dies nicht befolgen.“ 30 000 Touristen erwartet! Die englische Regierung hat alle Hindernisse für Touristen, welche sieh nach dem nahen Orient begeben wollen, beseitigt. In Aegypten werden Vorbereitungen für zirka <10 000 Touristen, die im Oktober erwartet werden, unternommen. Es ist zu erwarten, dab von den 00 000 Touristen mindestens die Hälfte nach Palästina gehen wird. Ein üebcrfall auf Abgeordneten Rabbiner Perlmutter Warschau, 5. Juli. (Telegramm der ״Wiener Morgerizeitiing‘‘.) Der ״Tag‘ nicktet, daß der Abgeordnete zum polnischen Landtag Rabbiner Perlmutter, der sich mit seiner Famliie auf Reisen befand, in Skicrniewiee von einem ״Bewaffneten‘‘ überfallen wurde. Dieser wollte am langen Barte des greisen Mannes die bekannte Friscuroperation vornehmen. Die Balinwaehe und die christlichen Passagiere ließen den uniformierten Exzc• deuten ruhig abziehen und verhielten sich den jüdischen Passagieren gegenüber sogar aggressiv, als die letzteren den Soldaten der Bahnwachc übergehen wollten. Ostjudendcb&ttc in der Preußischen Landesversammlung Bei der Etatberatuug bei der Preußischen Landes- Versammlung wurde von demokratischer Seite, und zwar von dem Abgeordneten 1)0 m i 11 i e 11 s, eine Auf- Forderung an die Regierung gerichtet, das ״Loch im Osten" zu schließen. Ein anderer demokratischer Redner wandte sich ebenfalls gegen die Zuwanderung der Ostjuden. Von der Regierung und von melirheitssozialistiseher Seite wurde dieser! Ausführungen entgegengetreten. Wir kommen auf diese Angelegenheit nach Eingang des stenographischen Berichtes zurück. Literarische Mitteilung Dr. Hermann Lclewer: Was w i 11 d e r in us? Die neu Broschüre, die Dr. Leie w 1׳ r!״! Aufträge der Zionistischen Vereinigung für D> utsdikuni geschnoben hat, trägt einem Bedürfnis Reeiumn.׳, p1W seit langem sehr lebhaft empfunden wurde. Sv f.j. •r. eine Ucbervchf über die Giumlgidanken des Zio״is״UK in gefälliger, leicht faßlicher, gedrungener I orm. 1״ einem geschichtlichen lVhcrblicli werden zunächst!״ giulicii Zügen die Entw icUiiiigsImien gezeigt, die z.,1r Entstellung des Zionismus führten. Diese I )arstelhuig gipfelt in der Wiedergabe der Balfoiir-Deklarntion und der Erklärung der Amsterdamer So/ialisteii-KomVn!!!; vom April DU9. Die folgende Darstellung der ostjuih. j sehen Verhäimisse berücksichtigt zahlreiches neues M;,!t j rial; sic schildert nicht mir die Leiden, die den Jml״- j unausgesetzt drnch iiue Umgehung zuteil werden, dmei! j erschütternde Beispiele aus der neuesten Zeit, somlcn! j lieht auch «len Verclc11dungspro/cß gebührend hervor,z« j dem die jüdischen Massen durch ihre unproduktive \1;r, : schattliehe Verfassung, die im einzelnen «largeskfy ist, verurteilt sind. In einem Abschnitt über Antisemit,,, ums werden weniger die äußeren Erscheinungsformen!1,, westeuropäischen Judenhasses als •seine tieM.il Un, ichei; beschrieben. Es wird iiachgewicseu, «laß der Abwre.r kampf, den «las liberale Judentum gegen den Antiscmitisimis führt, wirkungslos geblieben ist uuü ueu zweifelhaften Erfolg gehabt hat, iimerhalh des Jinl.n tiims eine von falschen Instinkten erfüllte Gruppe heran■ zu zielten. Diese Wirkung fuhrt zu der grundlegenden Frage nach dem Wesen des Judentums; der 11n1iu11:׳l<• Charakter der Judeuheit wird eindringlich mul um wissenschaftlichen Belegen begründet. In einem Air schnitt über Zionismus und Religions-Judentum wird auf die iniieilich notwendige Weseiisverwaudtscliaft dir Orthodoxie mit dem nationalen Judentum lüiigewlv'..•», andererseits wird die Idee des liberalen Judentums kr!- tisch beurteilt. Das Verhältnis_ des Zionismus zuai Kos■ mopolitismus wird dahin präzisiert, daß zwar eine unter■ schicdsJosc Vereinheitlichung menschlicher Bestrebungen abgelclint, aber die Einmündung der zionistischen Auffassung vom Wesen der Nation in einem harmonischen, die Eigenarten der Völker entwickelnden und ziKaimu. 11■ fassenden Internationalismus hervorgehoben wird. Be• achtenswert ist in diesem Abschnitt die Stellungnahme zu de» jüdischen Revolutionären, die nicht etwa w! *ui Huer revolutionären Haltung abgeschüttelt, aho am die Aufgaben im eigenen Volke hingewieseii wenhn. In einem Kapitel, das die Assimilation behandelt, M d.r Nachdruck auf die Würdelosigkeit und ethische Un/nlän.;• lichkeit dieser Bestrebungen gelegt; gleichzeitig wird die Unmöglichkeit der Assimilation für die jüdische Gesamt- Iteit betont. Eine ausführliche Schilderung der Verhaltnisse in Palästina und der Aufbaupläne beschließt die Arbeit. Die neuesten Vorschläge, u• a. von Soskiii. sind berücksichtigt. Die Notw endigkeit, das Kol.misationswrd auf jüdischer Arbeit nuf/ubauen, wird heivorgoltobcn, andererseits die Möglichkeit einer friedlichen I ösime «ler Araberfrage nachgewiesen. Die Broschüre ist mit ihrem reichen '1 atsiicVnmaterial und der Berücksichtigung der theoretische» Entwicklung eine gute Einführung in «he zionistische Gedankenwelt. Sie kann allen unseren Freunden lur Zwecke de־־ Agitation auf «Hs Nachdrücklichste empfohlen werden. *־׳ » r II vL! £ vj ׳Cr ■—i n a ״Das jüdische Buch des Vierteljahrs“ in Gemeinschaft mit dem ״Ewer“ gibt die Ab teiiiing Buchhandel des Jüdischen Verlags unter obigem j Titel Berichte über die Neuerscheinungen des judij sehen Buchhandels heraus. Die erste (Doppel-) Nummer; ist soeben erschienen. Sie enthält 106 Büchertitä;1.1* 1 folgenden Gebieten jüdischen Wissens und Lehens: j 1. Schöne Literatur. j 2. ״Von Juden und Judentum“ (Nationale IV׳.! bleitie, Geschichte, Kunst, jüdische Politik u>\« 1 3. Zionismus und Palästina.! 4. Jüdische Kunst. j I li'luhU. he Literatur. Ucher die eigene Produktion des J ii «I i s e h e 11 V 1 1! lais in der Zeit vom 1. Januar l'HO bis 1. Juli l11■1' i berichtet der Aufsnt ״Aus eigener Werkstatt" v.m Di I Aron Eliasherg. Darin sind weitere 57 Büchertitel ' wähnt Das ״Jüdische Buch tles Vierteljahres", das spater j zu dem des Jahres erweitert werden soll, isi die cr-te t populäre jüdische Bibliographie und ist nicht um e«׳- eignet für unsere Pnrteibuchhamilungen Propaganda m; machen sondern auch die Kenntnis vom jüdischen Bmh : in weite Kreise zu tragen.; Gedenket der jüdischen Flüchtlinge! Neue schwere l.eiilcu sind über große Teil« dei Jmlenheit i;r, Osten lierei igebrociieii. Weite Gebiete t!er_ polnisch-russischen Kriegsschauplätze werden von verwüstenden Verheerungen heimgesucht, «lenm unzählige jüdische Existenzen zum Opfer fallen. I״׳ benachbarten Deutschland, das ihnen als Durchgang׳ gebiet auf «lern doriienreichen Wanderwege nach d׳n westlichen Ländern dient, erwartet die jüiliselieu Much'׳ linge in der gegenwärtigen Zeit der allgemeinen W'1'- schaftskrisis ein trauriges Los. Es ist daher eine «Irin• g e 1t «I e X ti f g a b e und u n a b w e i s 1 i e ii e P f 1 i cb יי «len Heimatlosen Verpflegung und Unterkunft, BeM«'1' «lung und sanitäre Hilfe, sowie die Möglichkeit ׳"r Erreichung ihres weiteren Reisezieles zu besehafien. Der Verband der Ost juden in Deutschlaut! widmet seine Hauptkräfte dein 1111 f s w e! k f ii r di c j ü d i s e 11 e n Flüchtling e. Hundert«'11 gewährt er täglich allein in Berlin Beköstigung und P‘‘־ herbergung, Rechtsschutz und sanitäre Hille, Unter• Stützungen und Reisebeihilfen, und in ähnlicher We!*«' üben (he ostjüdischen Zweigstellen in den andern Zentren tles Reiches eine umfassende Flüchtlingsfürsorge •׳n*• Dieses Hilfswerk erfordert andauernd bedeutende Mittel, and wir bedürfen daher zu seiner Duo־'1״ führniig der fortgesetzlen Mitwirkung aller jüdische״ Kreise, in denen das Gefühl der jüdischen Verpflichtung lebendig ist. f723J r;1 a»£3|