Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXV (1920)
- Issue
- Heft 43 (2.7.1920)
- Date
- 1920-07-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 JU י I i UUNaiSCHfl Seite 345 , s ן eien v 1T i יי I;1 r k 4׳ r 111 זן s i 4• r t a 1 s t 11 J,,ן e r S I a 111 , i 11 d 1' r s i c h n u r <• i " 4־ g rot. 0 J)י!■ ן I יי v n :1g ׳4 ג! ס h 11 ׳ i ihI 4• t. I III letzter liinwaml gegen den I־'rühy:c4faHkcn 1111• s(St's Entwurfs wml noch erhoben, daß nämlich der ,111• < K's.amtorgnuisnti.m maßgebciiilc Artikel U7 ,ן,-! Ueiehsvert'asssnng nur von ReligiunsgeseHschalten oinilit. 1 >a/u ist /u sagen, ilall es naen ilen bisliei :gen | il.ihriiiifen »lern Staate völlig gleichgültig sein wird, welcher Grundlage das deutsche Judentum seine <), amsaiimi aiiibain. Er Hat nach der Vcriassiing 111 1״h'i1;cii ear nicht <las Recht, sieh in die Auge egenhcitui ,1,- neu organisierten Judentums ei11/.111nwche11. 1, 11 g 1 <"> s e A 1t t 1111> ח ס i e 414' r K ult u s g 4 4 IcM ״ne r h a lb der w e 11 I ieh e י ־-» •״ ־» ■ > ״ de b. e t 4• t d i 4■ e i 1. / i g e M ö 11 ״ c h k 11 ״, d 4 0 o ,1 .א ו e 11 (1 c in 4׳ i 41 ח e 11, 11 i e s14־ h •יv 1 1; . ( י o g e 11 a 11 n t 4• 1. 11 a I b 4■ r s t 0 11. .־ r V י •nk , e I b s t ä 1> ״ i g <> ׳' ff ■'"יי * '<■' r ‘,/J י) ‘j’;״ ' ,ן. Wenn die;limilatim" alle‘dl■•׳־־־״' ־•־“ ^-ücksieHti^t und sich von der ängstlichen frviniacht, ilann wiril sie 4׳ <(er einzige Wen ist. eine gemeinsame;esamle deutsche Jndenlieit jeglicher Richtimi schaffen. . , , . , lieber den weiteren 11111:11t unseres Entwurfes .,11 midi S'-lir kur/ fassseu. War 41er erste C irundpt'eiler desselben, wie Sie ge- .eilen lialien, die weltliche (iciiieimle mit üner Wahrung ,je, religiösen Autonomie der Kultusgeiiieiiiden, _so ist ,Uv /weite Grundpfeiler die restlose Demokrntisicrinig .,IU׳r (icinciiiileeiiiikhtuiigcii. \ i i g e 111 e i n e s , gleiches, direktes u n d c e ii e 1 m e s , v o 11 S teuer/ a ll j 1111 g u « d $ t a a t s- 1 ו! g e h i> r i g k c i t u 11 a b 11 :i 1t g i g e s Verhältnis• wähl recht zu allen V e r t re t u 11 g s k ö r p e r n. Hin w e g m 11 all e 11 111 i 1 4i 4׳ m Wese 11 41 es J u <1 e 11111111 s 1111 v e r 4׳ i 11 b :1 r e n W a h I r e c h t s b e - > e h r;> 11 k n 11g e u , 41 i 4׳ e i 11 e c w i g 4׳ Sc 11111 a c 11 Mir das deutsche Judentum d a r s 14■ 11 41 ׳!! I ״ r uns gibt es keine i 111 ä 11 d i s c 11 e 11 und .,(isländischen 111414• 11 in den Gemeinden, Mir uns gibt es 11 u r 111 ä e n. W 411 11 ׳ j ii 41 i s c 11 e 1 ׳ e m 4• inden, 41 i e sich R 4• I i g 10 11 s g e m e i 11 d e 11!1 e 1111 e!1 , di e M a s s e ihrer M i t g 1 i 4: d er v o 111 i i 4• Ii e 11 , w ei! sie nicht a t s a 11 g e 11 ö r i g k e i t b e - e i 114• li 111 \v e i h u 11 g des diese aber, ] For- | (’i)H'! leben | ilall j t ge- ( httmg : Oder : ■re - j .iniila- 1f die 1 uns ilands cbimg * d V ». 1 ־!י, er 1 >f׳ was »ligiiSU :111 an;t/'iicli־ ic,!׳> rt 111141 Politik. ג g.in?. l, ihre X'l 4’•111 Je in•'! tu vor־ *t :Vixicrt ich G'• m, u;«t r n 4־<1־ 4 ״'tef ,!.!י• .1, ,׳ i s j 4• r t 11:4 b 4• 11, a 111 sali oii e i 11 / 11 1» e / 1e h e ", diese Dinge berücksichtigt Riicksiciitnahmc aut die Niebtjudeii eiiiselien, ilali unser Entwert Plattform tiir die;anii \\ Kren mische Entwurf über die timl Revolution unil Rcichsverfassmtg reaktionären Verfassungen <ler l'ä.i/.cl •e- . r will sie li e s t 4• 11 e 11 lassen. I )ic 1111 r e 4111 ׳ a u s s c b 11 c 41111 ׳! s 4' he S 1 a . 11 / 111 ׳ , so ist 41 a > . 1 o 11 e s 11 a in e n s. Was sagt ,liier iter um/ Weltkrieg HM׳!! immer uieiiulcn? aai'/e Reform soll sieb nach Freund aut die Schaffung •mes Z\vcika'u 1111 ersyssteins der Gesamtorganisatinn be- dir,uiken. I mein aus allgenleinen Wahlen hervorgehenden jüdischen Parlament soll als Herrenhaus mit gleichen Rechten 'der sogenannte Rat zur Seite stehen, dessen Mitglieder in der Hauptsache von den Gemeindehehorileii gewühlt werden. Zu einem Bimdcsbcsdilnsse soll ein übereinstimniemli'r Beschluß 4les Rates 111141 des Btindcslogcs, wie ITeiuiil das l'arlaincnl nennt, rrl.inli'ilich sein. Wenn .׳dso /. H. das jüdische Pariament die Hewilligung von 1(» Millionen für den Aufbau Palästina-, btschlielit, und 41er Rat, das Herrenhaus, die itcwilligimg ahlehnt, so ist kein Besdilub zustande ge- Ki iumeii. Außerdem sollen Parlament und Rat nicht iiereditigt sein, in die Verfassungen 41er Einzclgcnicindeii li/ugriiien, die Beschlüsse beider Körperschaften ,(tirden daher nur eine demonstrative (larstellen. Das;1 | s 0 w a g t in a 11 d e m d c in <> [< r a t i s e 11 e n J u - 41 4־ n t 11 11: 1 m J a h r 4־ lügt) / ״ bieten! Wiiriie der FreuiKlsdii• Entwurf zur Annahme!■;dangen, dann hatte die Organisation tles deutsdien Jiuleiitirms eine iihnlirhe imgliicldiehe Struktur erhallen, wie das Deutsche Reich vor 41er Revolution. Das jüdische Parlament entspräche dem früheren Deutsdien Reichstage, der Rat dem früheren Bundestage. Ebenso wie der aus allgemeinen Wahlen liervorgegangene Reichstag keinerlei Macht- Ihfugnisse gegenüber «len reaktionären I ändern mul Städten ansuben konnte mul 4las alte Reich dadurch zugrunde ging, so wird auch der Versuch 41er Organisatlon des deutsdien Judentums nach dem Freundsehen Entwürfe zu einem Mißerfolge führen müssen. Die v 1)111 g e Peilt ■okratisiorung der einzel 11 e n j ü 41 i s c h e ״ G eraeiiuli'u ist für uns die Vora u s s e t / 11 11 g 41 ״ ״ die G r u n d 1 a R c f ii r die Hi 1411111 g d e’r Gesa 1111 <1 r g a 11 i s a t i o 11. Der Einwand Fremiils, daß die Aenilertuig der Verfassung der jüdischen (jeiuciiiilen Sache 41er Ein/elstaaten sei, kommt nicht in Betracht. Denn auch die Schaffung der Gesamt- Organisation wird in jedem!־alle der Hilfe der Eui/el- Staaten b/.w. des Reiches bedürfen, wie cües^ auch in Art.!37 der Reichsverfassung vorgesehen ist. Eine Einigung mit dem I). 1. G B. wäre für uns mir ilann möglich, wenn zunächst 41er aus allgemeinen, gleichen, ifirekten, geheimen Verhältniswahlen aller über 20 Jahre alten Juden beiderlei Geschlechts gewählte Reiclisgemeiiidcta״ sieh als. Konstituierende Versammlung bildet, mit der Befugnis, eine für alle Gemeinden verbindliche Ge- 111ei!11ieorgu!1isation zu schäften, Gelinot diese Einigung nicht dann müssen wir es der Assimilation überlassen, ihre ’vergebliche״ Versuche zur Schaffung einer Gesamt Organisation fort/u führen. Ich bitte Sie um Annahme folgenden Antrages: ,,Der Delegiertcntag stimmt dem vom Zentralkomitee vorgesclilagciicn Entwurf einer Gesamtorganisations- Verfassung ’ für die Juden im Deutschen Reiche zu lind beauftragt den (ieschäftsführenden Ausschuß, auf der Grundlage desselben mit den übrigen Organisationen des deutschen Judentums weiter zu verhandeln.־ Zum Schlüsse meiner Ausführungen Ihnen das Wort eines Großen in Israel zürnten: ״Es kann nicht länger so bleiben, daß in jüdischen Gemeinden gegen Zion agitiert wird. Es ist ein widersinniger unmöglicher Zustand. Wir müssen ihm ein Ende bereiten. An allen Orten, wo der Vorstand nicht schon ohnehin zu den unsrigen gehört, muß eine Wahl- Kampagne begonnen werden. Männer, die würdig sind, solche Ehrenämter zu bekleiden, und uns in der Gesiiinuiig Haltestellen, müssen auf ilen Schild gehoben uiiti in die Geiueiudcstube getragen werden, im Namen der nationalen Idee, Die Autorität der Kultusgemeinde die Mittel, über die sie verfügt, die Personen, die sie erhält, dürfen nicht gegen ilen Volksgedanken verwendet werden. Darum glaube ich in Ihrem zu sprechen, geehrte Kougrellmitgliedcr, wenn i.cli als eines u 11 s e r e r nächst e n Ziel e die Erobe r u ng de r G eui finden hi 11 s t e11 e. Es genügt nicht, daß w i r davon wissen, in welchem Umfange der zionistische Gedanke die Judenhät ergriffen hat. Die Tatsache muß noch gezeigt werden. Der Wahlzettel ist dafür das geeignete, völlig einwandfreie Mittel. ״Die Eroberung der Gemeinde wiitl beweisen, was wir vermögen.“ So sprach Her/1 vor mehr als '21 Jahren am 28. August 1808 auf dem 2. Kongreß. Geehrter Delegiertcntag: Von Zion ist die Gemeinde ausgegangen, wenn wir wollen, wird sie nach Zion für sie Selbsthilfe vermöchte ich wie ihre* nicht|u1i1sj!en Mitbürger, in der P'mms abc; verelendeten die judisdteit Massen in d4‘r gieuneu Z.at in furchtbarer Weise, weil die östcrrcichiscli-|x 1111!•sc 11 v n Behörden alles jjetfen die Juden und nichts taten mul jede .Regelung jüdischer hinderten. Es ist kein Zufall, daß gerade die iiatioiiajhtauische und nationalukrainischc Regierung als erste im Osten! dieses Mittel der jüdischen Selbsthilfe als richtig anerj kannten und ihm durch ein jüdisches Autonomiegeseiz / Rechnung trugen. Diese neuen St a a 14׳ n k e n n e n 41 e 11 Wert 41 e r j ü d i s c 11 e 11 1 n t e 11 i g e n z u 11 11 Arbeitskraft sehr genau u!141 w i s s e 11, w eiche große Rolle 41 i 4־ J u 41 e 11 b e i m W i e 414• r a u f ha 11 des Ostens spiel e n w c r d c u. Da auch die internationale Wirtschaft die Bedeutung der sieben Millionen Ostjuden für ,ilen wirtschaftlichen Aufbau lies Ostens mul den Weltiiamlol nicht verkennen kann, so wiril es die Aufgabe 41er übrigen Nationen sein, den Ostjuden diesen Weg 41er Selbsthilfc durch politische und moralische Unterstützung zu erleichtern.'4 In 41er ״Weltbuhue“ vom 10. Juni schreibt Aino'd Zwei!: einen Aufs,alz: ״Smtits um! San Remo'', in welchem er die Rede des südafrikanischen Premierminister.. S in u t s eingehend würdigt und auf ilen Gegensalz /wische» diesem englisch-holländischen General und den deutsdien politisierenden Generälen hinweist. Die Rede von Smuts, die von der südafrikanischen Zionisten- Töderation in englischer Sprache afs Broschüre herausgegeben wurde, ist in deutscher Sprache /um erstenmal in lier Zeitschrift ״Der Jiule“ vom Februar 1020 erschienen. Sie ist zweifellos von aßen Aeußvrtuigen 1u4׳htjüdischer Persönlichkeiten über Juilenirage und Zionismus die nietischlicli uinf.assemlste und von tiefstem Verständnis zeugende. Wenn wir diese Reale, die jetzt auch in der von der 1, V. f. D. herausgegcl\cncn neuen Broschüre ״Das jüdische Palästina“ abgedruckt ist, als eines der wertvollsten Propagandamittel empfehlen, so tun wir cs nicht darum, um uns mit der Anerkennung eines Nichtjudeti zu rühmen, sondern weil seine einfachen, ehrlichen und tiefempfundenen Worte auf einen unbefangenen Eescr den Eindruck nicht verfehlen können. In .'11**־ uts spricht wirklich einer der wenigen heute lebenden Vertreter einer neuen Wcltordnung, einer Wcltordnung, die in Versailles nicht geschaffen wurde und die dennoch kommen wird. Arnohl Zweig charakterisiert in dem genannten Aufsatz das* zionistische Problem mit all seinen Schwierigkeiten, denen die imperative Macht der zionistischen Idee gegenöberstvht. ״Indem wir denen danken, die den Vertrag von San Remo zustande brachten, den britisehen Staatsmännern und den jüdischen, fühlen wir in uns das unausweichlicite Diktum, alles an seine Ver- /unk'ktührim. (Fortsetzung folg!.) Ukraine Presse-Rundschau Die in 1.01141011 eingctroffeiten Mitglieder der ziouMischcit Exekutive Siidrußlands äußerten sich über In- Lage des Judentums in der Ukraine. Es haiulelt •ich danach um planmäßige Ausrottung eines ganzen Vuiksstamiiies. ״Wir vergessen einfach — führte einer ■ Icr Herren aus - ilenwahren entsetzlichen Charakter Oer Geschehnisse, wenn wir bloß von Pogromen sprechen. Es ist eine vollstämligc Vernichtung des ukrainischen ludeiitums, du׳ in 0er jüdischen Geschichte nicht ihres-;!l idicit 11:11. I )iejeiiigen, welche diese Zustände als das 1T-!1!1:11 einer Anarchie betrachten, sind im großen Irr-!um, (lernt sogar die lose» ilaiklen, die in der Ukraine ׳»l'.eneren, stehen fast immer hinter einer der politi- 'dien Parteien im l ande »der handeln sogar direkt nach ihren Weisungen.“ Die Delegation ist mit getunten Plänen gekommen, , ui die I lilfsaktion für das ukrainische Judentum zu ■rgattisiereit. Die Zionisten-Verhaftung in Moskau Nach Meldung von ״Jewish Daily News“ ist die Befreiung der verhattcteii Zionisten in Moskau den Benii't- Utnigeu der zioiiistiseheti Führer in England zu verdaukeil, die durch Vermittlung des Auswärtigen Amtes mit K r a s s i 11 veihandelti’it. Poale-Zion und Labour-Party Zu dein am 22. d. M. in ScarlKtrough eröffneteit inter- ',:׳ut1n;1kn_ Kongreß der englischen Lubour Party Italien '' ״ iu:״e-Zion drei Delegierte entsendet. Wie wir erfah- La», nVer1ien sie dein Kongreß einen;,,1!1Ä •־uif Eröffnung Palästinas l "sHic Einwanderung unterbreiten. 111 der dringenden Befür eine breite Chaiuzim t Der ״Waad Haalijah“ in Minsk beschloß, eine ״»ppe von 27 besonders gut ausgebildetcn Chaiuzim )1!f: l‘-rtz־f.sracl in Marsch zu setzen. Bei dieser Gruppe *H'lmdcn sieh einige Frauen, die in Hauswirtschaft und ' ihhaltung ausgebildet sind. ״Berliner Volks/.eitung“ erörtert Walter O 4׳4 11! 11 ׳ in längeren Ausführungen 4lie polnisch-jüdische Frage und untersucht liie Möglichkeiten ihrer Lösung. Er gelaugt dabei zu folgendem Ergebnis: ״Die erste Vorbedingung• dafür ist offenbar, daß Ruhe und Ordnung im Osten wieder hergestellt werden. Daß 4ias eher durch Verstiiiidigungsversuche seitens der nichtbcteiligten Nationen als durch militärische Einiiiisdtung erreicht werden kann, bedarf nicht des Beweises. Auch der Aufbau des Ostens wird sich in unserer Zeit des libersjxiniuet) Natioualhewußtseins nur mit Hilfe freier, selbslätiifigcr Völker vollziehen uml das 114-iiKikiatisdie Element der Raiulvölker wird dabei einer• der leistungsfähigsten Faktoren werden. Mit der Wiederherstellung der Rechts- und Gesetzmäßigkeit im Osten wird auch die Lage der Juden sich erheblich bessern. Allerdings wird es notwendig sein, mit der neuen Ordnung auch die anormale gesellschaftliche Schichtung 414׳r Ostjuden, ilic sieh auf ganz, bestimmte Zweige lies Wirtschaftslebens festlegt, zu beseitigen und dafür gibt es _ mir den Weg der jüdischen Selbsthilfe. Diese wiederum ist nur möglich, wenn den Juden im gesetzlichen Wege, wie es die litauische Regierung uml die ukrainische Regierung Peiljuras getan haben, eine nationale autonome O r g a ״ i s a t i <> n gewährt wird, 4li4> die Durchführung aller den Julien eigentümlichen Aufgaben übernimmt. Die Juden des Ostens benötigen Schulen, Wirtschaftliehen Zusammenschluß, Regelung der Wanderung, Neuordnung des WoliUalirtsvvescns, Aufklärung über ihre soziale Lage und vor allem eine z.ielbevvußt eingeleitctc Aktion zur Ueberfiilming eines großen Teils der 1111produktiven, lediglich von Vermittlung lebenden Eieniente in produktive Berufe. Innerhalb der nächsten Generation muß eine Umschichtung der jüdi sehen Massig im Osten vorgenommen werden, um auf diese Weise die unhaltbare ökonomische Lage der Ostjuden,*die Hauptquelle aller Reibungen zwischen den Juden Und ihrer Umgebung, zu verbessern. Das kann nur von den Juden selbst getan werden. Aus Grunde״ verlangen die Ostjuden nichts sehn- Anerkennung ihres besonderen Stammes- . , , « diesbezüglicher Rechte, da die Erfahrung sie gelehrt hat, daß ihre individuelle politische Gleichstellung bedeutungslos ist, wenn Verwaltur.g und Exekutive judenfeindlich sind. So gedie Juden in Galizien ein halbes Jahrhundert Papier gleiche bürgerliche und politische Rechte Sinne wirklichung setzen zu müssen.“ Soeben erseitiett das neue Heft ״Die Arbeit". 4lie von min an in veränderter Ausstattung und kleinerem Format als Monatsschrift der deutschen Lamlesorgaiüsatiou Hapoid-Ijazatr erscheint. Das lieft enthalt die Wiedergabe zahlreicher Aufsätze der palästinensischen Arbeiterpresse zu 111141 nach 41cm Jerusalemer Pogrom, sowie .־liniere interessante Berichte .uk Palästina. Zu erwähnen ist insbesondere die Uebcr<4־!/u!1g eines Auf- Satzes von Josef Trunipeldor über die Frage der Einigung der palästinensischen Arbeiterschaft. DiVser Aufsatz war die letzte Arbeit, ilie TnimpeUlor veröifciit-" licht hat, bevor er nach Galiläa ging, wo er ilen Tod fand. 1111 ffaupticii enthält das Heit einen Leitartikel über die schwebenden zionistischen Fragen, eine Stellungnahme von Dr. Jacob Klntzkin zur /ionistischen Politik, die eine radikale Neuorientierung toritert. Ein weiterer Aufsatz des bekannten hebräischen Schriftstellers Jacob R a b i n o w i t z , 41er jetzt in Mitteleuropa weilt, schildert Eindrücke der Prager Kon- ■ ferenz. Die Rubrik ״Zur Gegenwart" bringt Gln-xcii zu. den Tagesereignissen und ilie Rubrik ,,Aus der Bewegung" zahlreiche Berichte über die Tätigkeit der einzelnen Teile der Weltorganisation. ״Die Arbeit" erscheint jetzt monatlich und kostet vierteljährlich 7,>0 M. Man abonniert sie heim Weltverlag. diesen lieber, als die sun:(kcuhu!!^ »n Charakters und die Gewaltrunc nossen auf dem Vor kurzem begann in Jerusalem die bekannte hebritische Revue ״M a s c h i loa ch" wieder zu erscheinen. Der Herausgeber, Dr. Josef Klausner, ist bekanntlieh vor einigen Monaten nach Palästina gekommen und hat sofort die Herausgabe wieder in Angriff genommen. Aßen Freunden 41er hebräischen Literatur ward diese Nachricht willkommen sein, denn schon vor dem Kriege waren die grünen Hefte 4les ״Haschiloacii" stets eine mit UngeiUild erwartete (iahe für jeileu FieutuI der hebräischen Liter.mir. Daß 41er ״ffnschiloaeh" jetzt in Jerusalem ersehn!!!, ist symptomatisch für diese /eit der Umwälzung im Judentum. Die beiden ersten Hefte, die bereits bei uns eingegangen sind, enthalten Aufsätze aus .allen Gebieten des jüdischen Lebens, zur Politik, zu Palästinafragen, Literatur und Plülosopliie. Audi belletristische Arbeiten sind nach wie vor ein Hauptteil des Inhalts. Der Mitarbciterkreis hat sic 11, soweit bis jetzt zu ersehen ist, etwas verändert, da naturgemäß das palästinensische Element dominiert. Wir erwähnen aus dem Inhalt: J.>!:!;..! Hellmann: ״Vergangenheit 11:1a Gegenwart"; Dr. Jose! Klausner: ״Das Wirtschaftliehe Leben in Israel zur Zeit des zweiten Tempels"; Abraham Aimaliaelt: ״Die arabische Bewegung"; Dr. S a g o ro 41 s k y : ״Probleme des Aufbaus"; Jacob Ko f I cvvi t sc h: ״Der Einzelne und die Zeit"; ferner belletristische Beiträge von Czernfchowski, Taubmann, R a b i n o w i t z, Z i 1 m a n n u. a., sowie Revue der Ereignisse usw. Die Hefte sind sehr reichhaltig; im allgemeinen kann man sich abec, des Eindrucks nicht erwehren, daß sie den Vergleich mit den palästinensischcn Zeitschriften ״Maabarol“ und ״Haadonmr“ nicht ausJialten. Diese letzteren Zeitschriften, die von der Arbeiterschaft herausgegeben werden, sind weit lebendiger und einheitlicher. ״Haschiloach“ ist vielleicht tn Palästina noch nicht ganz eingebürgert. Wir hoffen, daß ihm dort eine Zukunft beschteden sein wird, die seiner Vergangenheit entspricht.