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Jüdische Rundschau · 1920-06-23 · Heft 40 (23.6.1920) · page 6

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXV (1920)
Issue
Heft 40 (23.6.1920)
Date
1920-06-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Nr. 40 Seite 321 JU O C. %'i A U Das Ergebnis der silier rasen!:.; o Bei den Wahlen der jüdischen Gemeinde erzielte die Jüdische Volkspartei einen großen, für die zukünftige Gestaltung der jüdischen Gemeinde enischeidenden llrfolpr. Zum erstenmal ist es gelungen, i» das reaktionäre Gebäude des jüdischen Assimilations- Liberalismus in Berlin Bresche zu legen, zum ersten Male rücken zionistische Vertreter in die Repräsentanten- Versammlung ein. Die Zeiten, in denen das Geschick der grollten jüdischen Gemeinde Deutschlands ausschließlich von Gegnern des nationalen Gedankens bestimmt wurde, ist endgültig vorüber. Ls alle Aussicht, daß die nächsten Wahlen die Majorität definitiv1 brechen werden. Die Liste der Jüdischen Volkspartei erzielte afn 20, Juni -1(100 Stimmen und brachte vier Kandidaten Gewählt wurden: Dr. Alfred Klee, Probesteht liberale sondern von der dieser hieraus e.n :׳0. ״ i.,״ fallen wurde, brr.;,.״ ״an werden, ebensowenig ist e! frerasle im gegenwärtigen Auger.L LeistuugGalligkeit der Organr-nilon (Tesririii'i'i werden muß. Ob linier v., not sei werden. Daß obetr.ig /,iir La;t;ad.gewiesen zu zu erwähnen, daß ikk die finanzielle aufs;iullerste anden jetzigen Ver- Dr. Abraham L ö b, durch fessor Dri Heinrich L o c w e, Fabrikant Max L e w i t. Als Stellvertreter wurden gewählt: Dr. Gustav W i t k o w s k y und Gustav L ö s 8 e r. Demgegenüber stehen nur 8100 Stimmen der liberal-assimilatorischen-konservativen Blockliste, die acht Mandate erzielte. Die Liste der Poale-Zion brachte es auf mir 800 Stimmen. Sie hat, wie vorauszusehen war, keinen Lrfolg erzielt, dagegen aller Wahrscheinlichkeit nach der Volksparteilistc ein Mandat entzogen. Die anderen Listen erhielten nur wenige Stimmen. Die Liste der Jüdischen V o 1 k s p a r t c i hat etwa ein Drittel aller abgegebenen S l i 111 m e n auf sieb vereinig t. Dies zeigt, welch ein erheblicher Teil aller jüdisch Interessierten in Berlin auf nationaljüdisdicn Standpunkt steht, und daß Sich die große Masse der liberalen Anhänger, wie wir immer behauptet haben, ' auf völlig Indifferenten, dem jiidisehen Schicksal gänzlich gleichgültig gegenüberstehenden, kaum den Namen Mitläufer verdienenden Viertelimlen zusammensetzt. Und die gewählt haben, sind zum großen Teil .itidi nur durch das Schreckgespenst de» Zionismus ,ui die Wahlurne gebracht worden. Es ist der Beweis erbracht, daß der jüdische Liberalismus nicht imstande ist, eine wesentlich größere Anzahl von Anhängern ins Treffen zu führen, als bereits heute die nationaljüdische Partei. \ Auch unter einem anderen Gesichtspunkt verdient der ' außerordentliche Walderfolg der jüdischen Volkspartei zahlenmäßig gewertet zu werden. Es haben 4600 männliehe Gemcimleinitglicder im Alter von über 21 Jahren gewählt. Dieser Zahl entspricht nach statistischen Frwiigiingen eine mindestens trleich große Anzahl von /•'rauen, die auf dem Boden der Volkspartei stehen, im Alter von über 21 Jahren. Der Kreis der erwachsenen Volksparteianhänger, der demnach auf 020t) Seelen veranschlagt werden muß, wird vergrößert durch eine min- Bestens gleich große Anzahl von jüngeren Familienmitgliederu usw., die ebenfalls auf 0200 Seelen zu voranschlagen ist. Demnach ergibt sich ein Personenkreis von etwa 20000 Seelen, durch den heute der jüdischnationale Gedanke in Berlin repräsentiert wird. Diese Zahl wird noch vergrößert durch einige tausend Personen, die infolge der reaktionären Wahlrechtsbcstimmungcn an der Wahl nicht teilnehmeu konnten. Alles in allem: ein großer Erfolg, eine Etappe auf dem Weg zur Eroberung der Berliner jüdischen Gemeinde. auf sich d r a 11 II e 11. selbst Dies wird und o 11 n e sicherlich auch Hilfe der Fall Dr. Oei hf f% ' h;f'vl iiältnivu'ii es angebracht sein wird, ihr eine so erhebliche l»ast auf/.ubürden, darf zum mindesten bezweifelt werden. Die Voraussetzung des Herrn Dr. Wöllstein, es werde» nur in den seltensten Fällen sich Schwierigkeiten für die Ortsgruppen bei Aufbringung der Mittel ergeben, halte ich für unzutreffend. Die kleineren Ortsgruppen werden v.. u! immer mit solchen Schwieligkeiten zu kämpfen haben, da sie ohnehin ihre laufenden Ausgaben nicht gerade leicht aufzu&riiigen vermögen. Dieses Bedenken wird nicht beseitigt, indem der gesäsiiitsiiihreiide Ausschuß beauftragt oder ihm anheimgestellt w i r d zu e r w ä g c n , ob nicht aus Geldern die noch gar nicht vorhanden sind, und deren künftiges Vorhandensein als noch recht problematisch aiiz.uselieu ist, ein Unterstidzuiigsfoiuls gebildet werden kann. I>ie kleineren Ortsgruppen werden auch wohl seilen geneigt sein, sich als notleidend zu bekennen und sich um Beiliilfe an den gcscliäftsführendeii Ausschuß zu wenden, sie werden daher auf einen anderen Ausweg verfallen. Sie werden darauf verzichten, Delegierte aus ihrer Mitte zu entsenden und solche wählen, die am Orte der Tagung ansässig sind und denen deshalb keine Kosten ersetzt zuwerden. brauchen. Die Annahme des Anträges Wollstein würde daher ׳zur Folge haben, daß der Kreis der für die Annahme eines Mandats in Betracht kommenden Gesinnungsgenossen erheblich eingeschränkt wird, während der Antragsteller bestrebt ist, ihn zu erweitern. Es würde sieh die weitere Folge ergeben, dal! die Ortsgruppe am Sitze des Delegiertentagos —■ seit einer Reihe von Jahren ausschließlich Berlin — gegen die anderen Gruppen erheblich begi'mstigt wird, da sie ja ihren Delegierten keine Ent- Schädigung zu leisten braucht. Die Unterstellung, daß auf den bisherigen Delcgicrtcntagcn ״nur die Menschen vertreten gewesen sind, die Zeit und Geld haben hinzufahren“, muß entschieden zurückgewieseu werden. Es waren auch bisher nicht derartige ״Menschen“ dort, sondern arbeitsfreudige Zionisten, die Opfer aii Zeit und Geld im Interesse der zionistischen Sache zu bringen gewillt waren. Ich fasse das vorher Gesagte dahin zusammen: 1. Die obligatorische Gewährung■ von Diäten für den Delegierten darf mir seitens der Zionistischen Verciuigung für Deutschland geschehen. Sie ist zurzeit aus finanziellen Gründen untunlich. 2. Den Ortsgruppen bleibt es überlassen, ob sie ihien Delegierten eine Entschädigung leisten wollen. Stettin. Hermann Jacob. ״Ohne Hilfe von draußen“ ״Sun da y Sun•‘ bespricht in einem Artikel die nächsten Aufgaben des Zionismus in Palästina und sagt: Die meisten Engländer würden sichfreuen, zu sehen, daß die Juden glücklich und im Triumph ins Heilige Land zurückkehreu. F.s sind aber unzählige Millionen erforderlich, wenn das Land entsprechend aufgebaut werden soll. Würde es nun schön sein, wenn der jüdische Staat mit dem Geld englischer Steuerzahler aufgebaut würde? Wenn die Juden den Mut besitze», den Wiederaufbau ihres Herkunftslandes nufzunehmen, mögen sie auf diesem .Wege fortsclireiten, gestützt v o n sein! Sprechsaal 'Sehr (׳cclirtc R cd a k t i o 11! - in Nr. '17 der ״jtid. Rundschau“ unterbreitet Herr Georg Wollstein einen Antrag der zionistischen leutlieUkeit, den er dem Delegiertcntage vorzulegen gedenkt. Diesem Anträge möchte ich widersprechen, zuimiist ן!;,! j., der Vorschlag etwas Bestechendes. Es eiitsprielu bekanntlich den Verfassungen fast sämtlicher Staaten, den Mitgliedern ihrer Parlamente Tagegelder «1 gewahre״ Diese Tagegelder werden jedoch nicht on <1011 Wahlkreisen, sondern von der Staatskasse getragen un« hierin liegt ein grundsätzlicher Unterschied gegenüber dem Wol'.steinseiien Anträge. Wie der Pariameutaner nicht der Vertreter seiner Wähler, sondern des gesamten Volkes ist, so ist auch der zionistische Delegierte mellt der Vertreter seiner Ortsgruppe, sondem des gesamten Zionismus. Er hat wie der AbgetnfJlr artli1 Mandat, er ist an Aufträge seiner Wähler nicht gebunden. Der Antrag des Herr« Dr. Wöllstein ersehend unter diesem Gesichtspunkte nur diskutabel, wenn die Diäten nicht von ^en Ortsgruppen, Interview mit Herbert Samuel London, 16. Juni. Sir Herbert Samuel gewährte der englischen Presse ein Interview, in dessen Verlauf er sich über sein neues Tätigkeitsfeld unter anderem fofgcndcnuaßcu äußerte: Es ist eine schwere Aufgabe, bei dein Aufbau des Heiligen Landes mitzuwirken. Trotzdein habe ich diese Aufgabe mit Dank übernommen. Nach meinem Eintreffen in Palästina werde ich manche Einzelheiten über die von mir zu verfolgende Politik der Ocffcutlichkcit übergeben. Inzwischen möchte ich aber die allgemeinen Grundsätze, auf welche sich die Ver• waltung stützen wird, bekam!tgeben: I» Palästina wird vollständige religiöse Frei-!teil herrschen. Die Stätten, welche die Heiligtümer der Religionen sind, werden unter Kontrolle und Obhut der betreffenden Religionen bleiben. Es wird unverzüglieh an die Errichtung einer bürgerlichen Verwalt u n g geschritten werden, Die höheren Stellen werden mit britischen Beamten, die sich durch Fällige keiten und Erfahrung aus/eiclmen, besetzt sein. Die untergeordneten Stellen werden der einheimischen Bevölkenmg ohne Unterschied des Glaubens zugänglich sein. Die Ordnung wirii mit starker Hand wieder hergestellt werden. Die ökonomische Entwicklung des Landes wird aktiv gefördert werden. Gemäß der Entscheidung der alliiert e 11 und assoziierten M achte werde n M a ß- «ahmen getroffen werden, um eine natio«a 1 e Heimstätte für die Juden ln Pal ä stiun a u f z, 11 ö a u e 11, Die Schritte, die zu dieser Realisierung unternommen werden, werden unter Bedaclrtnalmte auf die Interessen und Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung gewählt werden. Das Land hat genügend Raum für eine viel größere Bevölkerung, als cs gegenwärtig besitzt. Palästina mit Straßen, Eisenbahnen, Häfen und elektrischen Kraftanlagen ausgestattet, mit einem nach den Erfordernissen der Zivilisation bebaufen Lande, die Einöden bcsiedelt und fruchtbar gemacht, die Waldungen wieder aufgeforstet, die Malaria ausgerottet, mit gut entwickelten Städten, Landwirtschaft und Industrie, kann leicht und mit einem viel größeren Vorteil für die jetzigen Einwolmcr noch einen größeren Bevölkerungszufluß ernähren. Die Einwanderung wird nur Insofern zu gelassen werden, als dies für die Bedürfnisse des Landes von Vorteil ist und vom jeweiligen E n t w i c k I u n g s s t a d i um zulässig sein wird. Vor allem wird das Erziehung*• wesen und die geistige Entwicklung gefördert werden, damit dem Heiligen Lande abermals moralische Nährkrähe entsprießen, die sich in den Dienst der Menschheit stellen werden. Berlin. - Das Stiftungsfest des V. J. St. Berlin. — Der Verein Jüdischer Studenten Berlin int Kartell Jüdischer Verbindungen begeht am 27. Juni sein 25. Stiftiingsfcst. Zu einer Zeit, als Theodor fler/1 seinen Judenstaat noch nicht veröffentlieht hatte, gründeten am I. Juli lS'ij jüdische Studenten, unter ihnen der Altmeister des deutschen Zionismus, I Icinrieh Loewe, und seine Freunde Zloeisti, Feitelbcrg, Goldberg, llantke, Munk, Jungmanu, den Verein ah erste nationaljiidischc Studentenverbindung Deutschlands. Im Laufe der Jahre wurden daun an anderen Universitäten nach dem Beispiel und durch die Arbeit der Berliner Tochtcrvercino gegründet, die sich piit der Stammverbindung im Jahre 1901 zum Bund Jüdischer Corporationen (B. J. C.) vereinigten. Der V. J. St.-Bcrlin ist im Verein mit seinen Kartellorganisationen zu einer immer stärkeren Betonung lies radikal-zionistischen Gedankens gelangt. Für seine Arbeit zeugt die Anzahl der im öffentlichen jüdischen Leben Deutschlands wirkenden Alten Herren. In dieser Zeit blickt mit dein gesamten Volke auch der Verein mit freudiger Befriedigung zurück auf die Arbeit der ver* gaugenen Jahre und sieht im Gedenken au das Geleistete voll Zuversicht den Aufgaben der Zukunft entgegen. Au festlichen Veranstaltungen finden am Sonntag, den 27. Juni, im Brüdervercinsliaus, Kurfürstenstr, 115/16, vormittags 11 Uhr, ein Festakt und abends 6 Uhr ein Gesellsciinftsabend mit Tanz, statt. Berlin. Es haben sich 30 Prozent der Wahlbcreehtigten an der Wald beteiligt. Liste 1 (Freie zionistische Gruppe) und Liste 3 (Hapoel-Hazair) erhielten je 6 Mandato, Liste 2 (Zione-Zaon) 4 Mandate, Liste 4 (Palästina- Föderation; 3 Mandate und Liste 5 (Jung-zionistische G nippe) 9 Mandate. Die verbundenen Listen 3 (Hapoel-Hazair) und 5 (Jungziouistcn) haben sonach zusammen 15 Mandate. Bonn. Am Sonntag den 5. Juni sprach hier Herr Kurt B1 u m e 11 f e 1 d in öffentlicher, gut besuchter Ver- Sammlung über das Thema: ״San Remo und Jerusalem“. Der Redner behandelte die verschiedenen Arten jadischer Politik vor und nach der Emanzipation und heute. Eine eingebrachte Paliislinaresolufion wurde mit überwältigender Mehrheit vom Publikum, angenommen. Bremen. Am 9. Juni, nachmittags, versammelte sich die jüdische Schuljugend unter Führung von Herrn Rabbiner Dr. Roseiiak und Herrn Lehrer Mehrgut im Gewerbehaus, um gemeinsam mit unseren Blauweil!• Jungen und Mädels die von Herrn Odo Lehman״, Hamburg, gezeigten Palästina-Uclitbilder anzusehen. Abends war der Palästina-Lichtbildcrvortrag von den Mitgliedern der Z. O. G. und der Gemeinde sehr gut besucht. Herrn Lehmanns sachliche und interessante Ausführungen gefielen allgemein. Die Ortsgruppe gewann 7 neue Mitglieder. Dortmund. Am 4. Juni sprach Herr Kurt Bi um e nfeld in einer, von etwa 700 Teilnehmern besuchten öffentlichen Versammlung über San Rcmo und das jüdisdie Volk. Seine fesselnden Ausfiihrungen über Wege und Ziele einer echten jüdischen!1olitik fanden stürmischen Beifall und ließen auch den Teil der ZuhörersChaft, der gekommen war, die Veranstaltung zu stören, nicht zur Verwirklichung ihrer Absicht kommen. In der Diskussion vertraten Herr Rabbiner Kronhcim und Herr Würzweiler den Standpunkt des Central- Vereins. Dem kabbiuate der hiesigen Synagogengomeinilo war unsere V •ranstaitung in der Woche vor der Wahl ״unbegreiflich“, in Aushängen in den Synagogen der Ostjudcn wurde dringend geraten, ״ihr allgemein fernzubleiben.“ Wir danken dem Rabbinate für die vor- /.״gliche Propagierung unserer Versammlung׳, die in der ungewöhnlichen Besuchsziffer ihre״ Ausdruck fand. Düren. In der vorigen Woche fand hier ein gut besuchter und mit großem Beifall aufgenommener Vortrag des Herrn Julius Berger aus Berlin über das Thema’ ״San Remo und Jerusalem“ statt, in dem der Redner die großen Erfolge des Zionismus in der letzten Zeit schilderte. Im Anschluß an den Vortrag wurde ein zionistischer Stammtisch gegründet, der zu einer Orlsgruppe ausgebaut werde» soll. Frankfurt a. M. Am Mittwoch, de» 2. Juni, sprachen bei uns Professor Karl L e w i n als Vertreter des Revisionismus mul Herr Richard I. ichtheim als Vertreter des gegensätzlichen Standpunktes. Es schloß sich an die beiden Referate eine ausgedehnte Debatte au, in der zum Ausdruck kam, daß mit geringen Ausnahmen die Frankfurter Ortsgruppe auf autirevisionistischem Standpunkt steiit. — Am 8. Juni kam Herr Dr. Fritz Sternberg mit dem Thema ״San Remo und positive Aufbauarbeit" zum Wort. Nach einer ausgedehnten Diskussion fanden die Waiden zum Delegiertentage statt. — Am 14. Juni referierte Herr Benjamin Koh» über Soskins Siedltmgspolitik. Es wurden danach verschiedene Fragen aufgeworfen und aus der Versammlung durch Meinungsäußerungen beatifwartet. Frankfurt a. M. Im Rahmen der Geulah-Woche veranstaltete die zionistische Ortsgruppe Frankfurt a. M. zwei Abende, deren einer die Verleihung Palästinas feiein sof.te, deren zweiter als jüdisch-literarische Vorlesung gedacht war. Zum Festabend waren Herrn Rabbiner L)r. Cohn, Bonn, und Herr Richard L i c h t h e i nt als Redner gewonnen worden. Nach einem Prolog, gedichtet von Fritz, Low, vorgelescn von einem Mitglied des Schauspielhauses, schilderte Dr. Cohn die Bedentung von San Remo und versuchte darz.ustellen, warum nie deutsche Judcnhdt allein diesem großen Augenblick so stumpf g eg ei!überstelle. Er erhofft durch unser Palästina eine wirkliche Geulah, eine seelische Erlösung auch der deutschen Juden. 1 ierr Licluheim, der zweite Redner, sieht in der Verleihung Palästinas ein Wunder, da unsere Bevollmächtigten eien Großen der Welt gegenüber nichts Vorbringen konnten, als den uralten Anspruch Israels an seine Heimat und erkennt darin den Sieg einer großen idee. Mit dem Absingen der Hatikwah schloß die eindrucksvolle Feier. — Der einige Tage später stattfindende literarische Abend verlief sehr siiinmungsvoll. Halberstadt. Die hiesige Zionistisdic Ortsgruppe veranstaltete in letzter Zeit eine Reihe von Versammlungen, die sämtlich einen guten Verlauf nahmen und wesentlich dazu beitrugen, die zionistische Idee zu verbreiten. Es waren hierfür teils hiesige Redner, teils auswärtige Gesinnungsgenossen gewonnen worden, u, a.

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